Wieder einmal zog es uns nach dem Norden Deutschlands genau genommen auf die Insel Rügen. Wir wollten unbedingt u.a.einmal die Seebrücke von Sellin und die Kreidefelsen sehen.
Über Azur CP Regensburg ging es zügig bis Potsdamm bei Berlin .
In Hof konnte ich mich zum erste Mal vom deutschen "Erlebnisstanken "überzeugen , 65 Liter um knackige € 97.- das sind Dimmensionen an die ich mich erst gewöhnen musste. Beim wegfahren daheim habe ich noch €1,364 /l gezahlt .
Am Schwirower See bei Potsdamm wollte ich schon am frühen Nachmittag einen Ün-Platz suchen , war aber nicht so einladend denn der See war wie die meisten Seen hier in dieser Gegend einfach mit Büschen zugewachsen , man fährt zwar am Ufer entlang sieht aber nur dieses ungute Staudengestrüpp - igitt. Wahrscheinlich würden grünbewegte sowiso einen Aufstand provozieren, sollt jemand auf die Idee kommen hier etwas freizuschneiden. Ab Ferch nach Potsdam auf fürchterlicher Betonplattenstraße made in DDR ging es in Richtung Potsdam . Schließlich kamen wir zum Schloss San Sanssouci und dem berühmten Park. Der Eindruck war nicht umwerfend da es sehr trocken war und das Gras ringsum nicht mehr viel Grün aufwies fuhren wir bald weiter nach Waren an der Müritz ein sehr nettes Städtchen mit einem beinahe italienischen Hafen-Flair. Übernachtet haben wir am kostenfreien WOMO-Parkplatz beim Kreisverkehr war trotz Straßennähe sehr ruhig . Waren hat auch eine liebevoll hergerichtete Altstadt.
Über die B192/194 näherten wir uns am Vormittag bereits Stralsund , das Wetter hatte sich drastisch verschlechtert als wir ausstiegen um die im Hafen liegende „Gorch Fock“ zu inspiziern, trieb der starke Wind den Regen bereits waagrecht daher, so das wir baldigst
wieder das Weite suchten. Über die neue beeindruckende Brücke ereichten wir die Insel.
Zunächst einmal war der Gegenverkehr durch enormen LKW Verkehr geprägt, war wohl eine Fähre in Sassnitz angekommen. Sturm und Regen sowie langwierige Staus begleiteten die Fahrt nach Göhren wo ich mich erst einmal zur besseren Orientierung „einnorden“ musste. Das Navi hatte den Ort Göhren einfach nicht im Programm. Da es noch immer regnete fuhren wir vorerst einmal in Richtung Thiessow bis ans Ende in Klein Zicker wo mir sogleich der schön gelegene
CP „Surf Oase“ ins Auge stach. Hier übernachteten wir bei Windstärke 7-8, wie mir am Morgen der freundliche Besitzer erzählte. Vorteil des Starkregens , die Frontpartie des WOMO `s die vorher mit Mücken übersäht war glänzte wieder in alter Frische.
Am nächsten Morgen wolkenlos aber der stürmische Ostwind war noch immer präsent und sollte uns die nächsten Tage nicht mehr verlassen . Nach einer Erkundigungstour rund um den CP konnten wir uns von der wunderbaren Umgebung überzeugen die mit grünen Wiesen bewachsenen Hügel mit der abfallenden Küste um Klein u.Groß Zicker hätten nach meiner Vorstellung auch in Schottland oder Irland liegen können. Rad-und Wandermöglichkeiten vom Feinsten. Gegen 11h brachen wir vom CP auf , der nette Besitzer machte uns noch das Angebot den ganzen Tag kostenlos bleiben zu dürfen, wir zogen aber ein paar km weiter nach Middelhagen von wo wir abermals mit den Rädern über tadellose Radwege nach Göhren fuhren . Nach der Rückkehr hatten wir uns eine Stärkung im ältesten Gasthaus von Rügen verdient ,eine speziell im Obergeschoß äußerst originelle Lokalität.
Nächstes Ziel – Binz , kamen auf unserer Seite staufrei durch, der Gegenverkehr hatte wegen einer 100m langen Baustelle ca. 4km Rückstau. In Binz gleich auf den ausgewiesenen Parkplatz bei der Tanke . Danach endlich Strandpromenaden-Bummel . Beeindruckende Bäderarchitektur , ein Haus schöner als das andere , das Kurhaus ,die Seebrücke, die starke Brandung ,das tiefblaue mit weißen Schaumkronen durchsetzte Meer - da kam Freude auf.
Später radelten wir noch zum Kolloss von Prora , das war aber völlig unnötig der gibt von der Rückseite nichts her und vorne kommt man mit dem Rad nicht gut dazu.
Nächsten Tag stand eine Radpartie nach Sellin am Programm da es noch immer keinen Schiffsverkehr wegen Sturm gab, um die berühmte Seebrücke die eigentlich der unterbewußte Hauptgrund für die Rügenreise war endlich live zu sehen.
Der Radweg führte recht kupiert und obwohl meistens durch dichten Wald gar nicht mal so langweilig über 7 km bis Sellin.
Als wir dann die ansteigende Hauptstraße hinaufholperten lag sie plötzlich unter uns - die Brücke - auf den ersten Blick etwas entäuschend ,da wir das Gebäude weiter draußen im Meer vermuteten .
Aber man weiß ja wie Photos falsche Perspektiven erzeugen können. Nichtsdestotrotz ist es aber doch ein schöner Anblick , woran natürlich der weiße Strand und die starken Brandung beitrugen.
Nach der Rückkehr nach Binz , am frühen Nachmittag Aufbruch in Richtung Sassnitz.
Nach Bezahlung von € 12,50 Strom inkludiert plus € 4,2 Kurtaxe, wobei ich immer noch daran nage das ich die freiwillig im Sixt-Büro bezahlt habe,obwohl mich keiner gefragt hat und ich ja gar nicht auf Kur gewesen bin… Na ja ,ehrlich währt am längsten, oder so.. Die Tanke an der Ausfahrt konnte sich über Nacht mit dem Dieselpreis von €1,489 auf 1,532 verbessern ,bei mir löste dies allerdings kleine Schweißausbrüche aus.
Nach kurzer Fahrt kam zur Rechten der toll gelegene
SP am Fährhafen Neu Mukran ins Bild - Meerblick pur. Der Ort Sassnitz ,resp. der alte Hafen erschien uns nicht so prickelnd Wir wollten mit einem Schiff von dort die Kreidefelsen besichtigen aber wieder traute sich kein einziger Kahn aus dem schützenden Hafen raus. Sehr Schade.
Daraufhin fuhren wir weiter in Richtung Lohme zuerst wieder durch einen dieser gefählichen unbeleuchteten grünen Tunnels - Alleenstraßen genannt ,von denen es auf der Insel mehr als genug gibt nach Putgarten wo am dortigen WOMO Parkplatz Quartier bezogen wurde.(€5.-) Gegen 19h kämpfte ich mich noch mit dem Rad gegen den heftigen Ostwind hinauf zum Kap Arkona und den Leuchtürmen , ich war der einzige Besucher . Der Wind war sehr heftig aber es gab mit der rauschenden Brandung eine tolle Abendstimmung ab.
Am nächsten Tag sah es ganz anders aus, ab 9h rollten die Busse an und die Straßen-Bahnen pumpten die Massen zum Kap, es wurlte regelrecht . Wir sind dann noch pflichtgemäß nach Vitt gefahren , nettes kleiner Fischerdörfchen touristisch orientiert in einer schönen Bucht mit Blick auf die Steilküste und den Leuchtturm.
Gegen Mittag weiter in Richtung Dranske ,dort soll es einen schönen CP geben.
Dranske ein ehemaliger DDR- Fliegerhorst mit den entsprechenden Betonwohnblocks die allerdings einen farbenfrohen Anstrich verpasst bekamen , ist ja als Ort nicht besonders erwähnenswert,
der „Camping Ostseeblick“ hingegen sehr wohl. Ein perfekter Platz mit tollen Seeblick ,schönen Stellplätzen ,sauberen San.Anlagen und vor allem einen sehr freundlichen und entgegenkommenden Betreiberehepaar. Dort fühlten wir uns so wohl das wir 2 Nächte blieben und den Blick aufs die offene See und die Insel Hidden See richtig genossen.
Auffallend war hier nur,das sich das Meer so gar nicht nach Meer anfühlte, es gab keinen typischen Meergesgeruch ,keine Muscheln, keine Brandung und besonders fehlend- auch keine Möven .
Samstag ging´s weiter zunächst n. Bergen und Putbus,beide Orte empfand ich eher als nichtssagend.
Zusammenfassend haben uns auf Rügen die Halbinsel Thiessow mit CP Surf Oase , Göhren ,Binz, Sellin , Kap Arkona, CP Ostseeblick in Dranske besonders gut gefallen, die restliche Gegend,sofern man nicht
in einer dieser Alleenstraßen „eingesperrt“ ist ist sehr reizvoll und aufgelockert obwohl man mit dem Meer nicht allzu oft Sichtkontakt hat.
Wieder in Stralsund stand nun bei wolkenlosen Wetter eine kurze Stadtbesichtigung an,wobei mich das Rathaus mit seiner Fassadenwand besonders ansprach.
Für die Rückreise hatte ich mir laienhaft vorgestellt bei einer Fahrt über Fischland –Zingst ,Pierow , Wustrow cruist man so dahin und kann den Blick nicht vom blauen Meer zur Rechten wenden, Schnecke - alles zweifach abgesperrt , Damm mit unzähligen Radfahrern und dahinterliegenden Staudenwald. Zugang nur bei den Einstiegstellen die sich ausnahmslos an kostenpflichtigen Parkplätzen
befinden.
Die Orte sind sehr gepflegt und vermitteln einen teuren , neureichen Eindruck wahrscheinlich sind sie es auch, habe in Dierhagen mal bei einem CP reingefragt , eine Nacht auf den Nicht-Komforplätzen
€ 28.- hinter einer Sandüne , allgemein hat man den Eindruck das hier Wohnmobilisten zu den eher wenig erwünschten Besucher zählen.
Bin dann aber weiter bis unter Plau am See ,wo wir an einem Parkplatz am Wasser um 5€ nächtigten.
Da wir auf der Rückfahrt auch Dresden und die Sächsische Schweiz mitnehmen wollten ging es Sonntag früh auf die wenig befahrene A10 großraümig um Berlin herum nach Süden.
Berlin war leider an diesem Tag innerstädtisch durch viele Veranstaltungen zu u.a. auch die IFLA zu,
so das wir auf einen Besuch diesmal verzichten mussten.
Dann auf die A13 - diese ATB ist landschaftsmäßig ein einziger Alptraum - 250km nur rechts und links Büsche oder Kieferwälder, kein Haus ,kein Feld ödest bis zum abwinken.
Endlich in Dresden, auf den Parkplatz Mießtalerstraße und bei inzwischen schwülen 29° gleich in die Stadt auf ein kühles Blondes zu Füßen der Frauenkirche, da war dann die Welt wieder in Ordnung.
Diesmal gönnte ich auch mir eine Stadtrundfahrt mit einem Doppeldeckerbus und habe es nicht bereut ,viele neue Eindrücke und Informationen die man sonst niemals in so kurzer Zeit aufnehmen kann.
Nun am nächsten Tag noch in die berühmte Sächsische Schweiz hineinschnuppern.
Nach Pirna kommt eine recht ansehnliche Hochebene mit der Festung Königstein ins Bild , bevor es hinunter nach Bad Schandau geht, konnte auf die Schnelle nicht erkennen warum dieser Ort so besonders sehenswert sein sollte. Der Wächter am Parkplatz in Dresden hat mir einen Folder über einen CP hier in der Nähe gegeben, sollte sich im Luftkurort Gohrisch befinden und neu sein.
Also die vor Bad Schandau abzweigende anfangs recht holprige Waldstraße 3 km hinaufgeschaukelt auf eine Hochebene ,etliche einzelne Häuser- am Dorf?-Ausgang dann der CP , eine wohltuende Überraschung, neu angelegt, mit großen einladenden Wiesenplätzen, netten Betreibern, einem gemütlichen CP-Gasthaus, schönen Grillplatz usw. alles extrem sauber. Man bekommt eine Chipkarte und damit wird alles
minutengenau abgerechnet – Duschen – Waschmaschiene sehr komfortabel.
Es gibt auch einige WOMO Stellplätze vor dem Gelände die ebenfalls recht schön sind .
--> Link
Am nächsten Vormittag ging es per Rad der Elbe entlang von Königstein nach Stadt Wehlen .
Leider erschloss es sich uns auf dieser kurzen Stippvisite nicht so richtig was den besonderen Reiz dieser hochgelobten Gegend ausmacht - auch sehr schön, auch sehr grün ,auch sehr viele Büsche.
Nachdem das Wetter sich zunehmend verschlechterte ,eine längere Regenphase vorhergesagt war und bei mir leichtes Heimweh aufkam, entschlossen wir uns daraufhin den Rückzug anzutreten.
Nach einer staufreien Fahrt im begleitenden Gewitterregen schafften wir es noch bis zum SP in Thierstein den wir von vorherigen Reisen noch in guter Erinnerung hatten.
Ab 8h früh waren wir wieder auf der Strecke und kamen nach insgesamt 2950km im Bewustsein viel Schönes und einiges weniger schönes gesehen, aber auch viel Interessantes ausgelassen bzw. nur gestreift zu haben , wohlbehalten daheim an.
schulze

