Der Franzose am 27 Jan 2009 00:01:55 Guten Abend,
nachdem ich nun das Forum eine Zeitlang studieren konnte (und ich in der Suchfunktion nichts adäquates finden konnte), stelle ich mir eine ganz besondere Frage - und zwar:
Treten Dichtigkeitsprobleme, die beim Aufbau von gebrauchten (Alter 8-13 Jahre) Alkoven, bzw. bei teilintegrierten Wohnmobilen anzutreffen sind, in gleichem Maße auch bei (gebrauchten) Vollintegrierten auf?
Wenn ja; von welchen vollintegrierten Modellen sollte man dann unbedingt die Finger lassen?
Wenn nein; welcher Hersteller/Modell ist zu empfehlen für einen Vollintergrierten, max. 6 Meter lang, 8-13 Jahre alt?
Ich stelle diese Fragen deshalb, weil ich durch dieses Forum erst darüber aufgeklärt wurde, welcher "Schrott" von so manchem Hersteller (gerade in den letzten fünf Jahren) produziert wurde. Herzlichen Dank an Jeden übrigens für die diversen Hinweise...
spiti01 am 31 Jan 2009 00:26:35 Hallo Franzose,
viele Fragen, von denen sich einige sicher beantworten lassen.
Üblicherweise wendet ein Hersteller, der sowohl Alkoven, Teil- und auch Vollintegrierte im Angebot hat, im jeweiligen Segment durchgängig die gleiche Aufbaukonstruktion an. Daher ist davon auszugehen, dass eventuelle Dichtigkeitsprobleme unabhängig von der Aufbauform sind.
Die Frage nach Dichtigkeitsproblemen bei 8-13 jährigen läßt sich nicht pauschal beantworten, hier ist die Bandbreite in Qualität und Verarbeitung extrem groß.
Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass eine Aufbaukonstruktion mit 'nem Sandwich ohne Holzfachwerk deutlich weniger empfindlich ist als mit Holzlattenkonstruktion. Weiterhin sollte man darauf achten, dass die Isolierung aus einem geschlossen-porigen Schaumkern (z.B. RTM, PU usw.) besteht. Sollte es dort an Verbindungsstellen doch einmal zur einer kleinen Undichtigkeit kommen, so saugt sich die Isolierung nicht voll. Andernfalls beginnt die Karre irgend wann zu müffeln und fault einem letztendlich unter dem Hintern weg.....
Daraus ergibt sich automatisch, dass preiswerte Aufbaukonstruktionen diesbezüglich sehr viel sensibler sind als hochwertige, holzfreie Aufbauten. Allgemein sind letztere meist auch besser bezüglich der Wandverbindungen, Verklebungen usw.
Diese Art von Fahrzeugen ist erheblich wertstabiler, da langlebiger, und so auch automatisch teurer. Qualität hat halt ihren Preis!
Eine besondere Empfehlung möchte ich Dir allerdings aus Gründen der Neutralität nicht aussprechen. Aber wenn Du dich bei verschiedenen Herstellern 'mal näher mit den oben genanten Punkten beschäftigst, kommst Du sicher selbst zu einem guten Ergebnis......good luck!
Grüßli......spiti
Lauterberger am 31 Jan 2009 10:05:40 Hallo,
da wird es sicher immer Einzelfälle geben, halt Montags-WOMO !
Wenn Du aber einen kaufen willst, laß doch einfach eine Dichtigkeitsprüfung an Ort und Stelle machen.
Vom Dach her sollte z. Bs. der alte Hymer mit GFK Dach oder ähnliche andere sicher sein !
Oft wird jedoch auch bei Anbauten geschlampt !
Es hilft letztlich nur eine Handvoll Glück !
Dietmar
saltun am 31 Jan 2009 10:56:10 Hallo,
warum sollte es bei den Vollintegrierten besser sein als bei Alkoven oder
Teilintegrierten?
Der Aufbau ist beim jeweiligen Hersteller praktisch immer der gleiche.
Eher würde ich das Risiko bei den Integrierten höher einschätzen, als bei
den anderen Bauweisen, bei denen wenigsten das Fahrerhaus ein Groß-
serienprodukt ist.
Sicherer sind da die Kastenwagen, wenigsten so lange sie sich auf den
Orginalkasten beschränken.
Allerdings können die statt verfaulen halt verrosten.
lg saltun
klink_bks am 31 Jan 2009 11:00:37 :D Hallo liebe Forenteilnehmern,
hallo Lauterberger, hallo spiti01 :D
Kann man eure Aussagen so interpretieren, dass grundsaetzlich die GFK-Aufbauten eher NICHT zur Undichtigkeit neigen im Vergleich zu den Holzaufbauten ?
Ich persoenlich sehe das so, aber man darf ja nicht vergessen, dass auch sehr viele "Billiganbieter" von Wohnmobilen die GFK-Bauweise anbieten. Ich selbst habe ja so ein Fahrzeug (Ahorn Camp 530), zur Zeit 8 Jahre alt, und von Undichtigkeit bis jetzt keine Spur, und das ist gut so.
aus Bernkastel-Kues an der schoenen Mosel
klink_bks :D
a.miertsch am 31 Jan 2009 11:45:20 @ blink_bks,
ob GFK,Alu, oder "Knackfolie ist zweitrangig. Entscheidend ist das Darunter.
Spiti 01 hat es eigentlich treffend. beschrieben.
:hallo: Albert
Scout am 31 Jan 2009 12:06:41 Hallo!
Ob ein Aufbau undicht wird hängt weniger von den Aufbaumaterialien als vielmehr von der Konstruktion der Verbindungsstellen und der Dichtungs-, Klebematerialien ab.
Sind die Seiten- und Dachteile gut verbunden und abgedichtet, sodass sie dauerhaft dicht bleiben, spielt der Aufbau der Wände keine Rolle.
Tritt jedoch Wasser ein, spielt der Aufbau eine wesentliche Rolle.
Bei Sandwichplatten mit einem geschlossenporigen Schaumkern, sind die Wandmaterialien mit dem Schaumkern verklebt. Hier gibt es keine Hohlräume in denen sich die Feuchtigkeit verteilen und als Wasser kondensieren kann.
Bei der Skelettbauweise werden in eine Rahmenkonstruktion Isolierplatten eingestellt und die Wandplatten an den Rahmenträgern befestigt. Hier gibt es viele Hohlräume. Tritt hier Feuchtigkeit ein, bleibt diese drinnen und kann nicht mehr heraus. Kleinere Leckagen erkennt man anfangs nicht und dadurch kann zunehmend Feuchtigkeit in die Zwischenräume gelangen, die dann zu Wasser kondensieren. Über die Folgen wird häufig berichtet.
Die unterschiedlichen Wandaufbauten schlagen sich natürlich auch im Preis nieder.
Wir haben einen Hymer B 644 Bj. 2001. Er ist immer noch dicht. Anfänglich wurde ich ab zu von anderen Womofahrern gefragt ob er denn dicht sei, das Womo. Ich habe dann in Erfahrung gebracht, dass an Vorgängermodellen Undichtigkeiten auftraten, die durch mangelhafte Abdichtungs-/Verklebungsmaterialien aufgetreten seinen.
Jetzt mal ins unreine gesprochen. Wenn ein Womo mehrere Jahre dicht war, bleibt es auch dicht, wenn man keine Löcher macht, oder es sonst zu stark belastet.
Die Frage ist allerdings, wie kann man sicherstellen, dass es zu Zeitpunkt des Kaufes auch dicht und feuchtigkeitsfrei ist. Vertraglich lässt sich dies nicht regeln.
Wolfgang
Gast am 31 Jan 2009 12:26:08 Alkoven, Teilintegrierte und Integrierte fallen bei mir etwa in gleichem Masse als undicht auf. Da gibt es keine besondere Auffälligkeit. Man kann auch nicht sagen, dass ein Hersteller besonders dicht und der andere besonders undicht sei, also dessen Fahrzeuge natürlich.
Es gibt immer mal so Serien, die mit Undichtigkeiten auffielen. Oder die Integrierten Flair Bj. 1996 bis 1997 oder 1998. Da lösten sich die Vorderwagen-Aufbauten von der A-Säule ab, weil die Nieten für die Querverstrebungen, an denen die Seitenwände aufgehängt wurden, zu schwach ausgelegt waren. Zu erkennen an den leicht ausgebeulten "Kotflügeln" am Vorderwagen.
Schwachstellen sind immer die Übergänge von der vorderen Dachkonstruktion zum Hauptdach. Wenn da angesetzt wird, was meistens der Fall ist, kann es schon mal zu Undichtigkeiten kommen. Das gilt aber für die Teilintegrierten auch, weil die Dachhutze vorne fast nie ein einheitliches Teil mit dem Dach bildet. Sowas baut beim Alkoven z.B. Silverdream. Gibt´s das für Integrierte auch?
Systembedingt dürfte der Integrierte auch mehr "arbeiten", weil ja das feste Führerhaus ab Oberkante Armaturenbrett fehlt. Ganz fürchterlich fiel das bei einem Hymer Integrierten Bj. 2007 auf. Da dachte man nach jeder kleinen Bodenunebenheit, er löst sich auf oder es fallen gleich alle Teile ab. Zitat Gutachter: "Unterlagen, die man auf das Arnmaturenbrett legte, fielen nach kurzer Zeit runter (sinngemäß)"
Um eine Dichtigkeitsmessung kommt man beim Erwerb also nicht herum. Am besten ein eigenes gutes Gerät, was kapazitiv misst, kaufen. Schlägt das Gerät aus, muss zusätzlich geprüft werden, ob nicht z.B. Metallteile innerhalb der Konstruktion die Messung verfälschen.
Meine Meinung: Jedes Fahrzeug kann undicht sein oder werden. Jeder Kauf sollte vorher gut überlegt und das Fahrzeug auf Herz und Nieren geprüft werden. Wer es sich selber nicht zutraut, sollte unbedingt ca. 100 bis 200 EUR für eine Ankaufuntersuchung eines für Womos spezialisierten Gutachters ausgeben. Die erkennt man daran, dass sie Dichtigkeitsmessegrät haben, unter einer "Alde-Heizung" keine alte Heizung verstehen und auf Befragen die DIN 1646-2 (Gewichtsnorm für Womos und Caravans) kennen, schon mal was von der VDE 100 (Norm für Elektroanlagen im Womo und Caravan) gehört haben sowie beim "Fachsimpeln" nicht Unsinn reden. Erste Adresse sind die, die selber seit Jahren Womo fahren (schwer zu finden) ;-)
spiti01 am 31 Jan 2009 15:00:09 klink_bks hat geschrieben::D Hallo liebe Forenteilnehmern, hallo Lauterberger, hallo spiti01 :D
Kann man eure Aussagen so interpretieren, dass grundsaetzlich die GFK-Aufbauten eher NICHT zur Undichtigkeit neigen im Vergleich zu den Holzaufbauten ? Ich persoenlich sehe das so, aber man darf ja nicht vergessen, dass auch sehr viele "Billiganbieter" von Wohnmobilen die GFK-Bauweise anbieten. Ich selbst habe ja so ein Fahrzeug (Ahorn Camp 530), zur Zeit 8 Jahre alt, und von Undichtigkeit bis jetzt keine Spur, und das ist gut so.
aus Bernkastel-Kues an der schoenen Mosel klink_bks :D
Ich habe den Eindruck, dass hier ein Mißverständnis vorliegt. GFK bzw. Alu wird für die Außen-/Innenhaut der wand verwendet, Holz befindet sich als "Fachwerk" im Isolierkern der Wand. Bei vielen Fahrzeugen wird allerdings auch Sperrholz für die Innenhaut verwendet, was ich persönlich (aber bitte - das ist auch Geschmacksache!) für Technik "vom alten Fritzen" halte.
Alu bzw. GFK als Außenhaut haben jeweils spezifische Vor- und Nachteile. Alu beispielweise kann durchaus bei Verletzung der Schutzschicht von sog. Lochfraß befallen werden und ist im Dachbereich empfänglich für Hagelschäden, die jedoch nur einen opischen Mangel darstellen.
GFK hat eine höhere Empfindlichkeit für Schäden durch UV-Strahlung und Haarrißbildung im Gelcoat. Dadurch besteht die Gefahr von Osmose, die langfristig zu einer völligen Verrottung der GFK-Haut führt.
Die eierlegende Wollmilchsau git es also auch hier nicht, ebenso wenig wie ewiges Leben.
In Summe würde ich auf jeden Fall Aufbaukonstruktionen empfehlen, die von anerkannt hochwertigen Herstellern verwendet werden. Und da herrscht relative Einigkeit: Alu/RTM/Alu, zusammen mit hochwertigen Wandverbindungen und Klebetechniken.
Grüßli.....spiti
Lauterberger am 31 Jan 2009 18:08:09 Hallo,
im Grunde ist Privatkauf der Problemkauf - keinerlei Garantie :roll:
Schnäppchenkauf gibt es aber nur privat ! :oops:
Wie hier rantanplan schon geschrieben hat, nüchtern betrachten, Euphorie beiseite lassen und nach Möglichkeit Wertgutachten erstellen lassen.
Wer nichts zu verheimlichen hat, wird dem zustimmen. :D
Ich glaube kaum, daß ich als evtl. Käufer mit einem Meßgerät Löcher in ein fremdes WOMO stechen darf :roll:
Dietmar
Gast am 31 Jan 2009 18:28:11 Lauterberger hat geschrieben:Hallo,
im Grunde ist Privatkauf der Problemkauf - keinerlei Garantie :roll:
Schnäppchenkauf gibt es aber nur privat ! :oops:
Wie hier rantanplan schon geschrieben hat, nüchtern betrachten, Euphorie beiseite lassen und nach Möglichkeit Wertgutachten erstellen lassen.
Wer nichts zu verheimlichen hat, wird dem zustimmen. :D
Ich glaube kaum, daß ich als evtl. Käufer mit einem Meßgerät Löcher in ein fremdes WOMO stechen darf :roll:
Dietmar
Mit einem Doser oder Caisson sticht man keine Löcher ins Fahrzeug. Man misst in die "Tiefe", eben kapazitiv. Wer nur auf der Oberfläche misst misst Mist.
Der Franzose am 01 Feb 2009 21:15:51 @all,
als Thread-Starter bedanke ich mich über jeden Hinweis. Alle eure Antworten, insbesondere die Anregeungen und Hinweise, haben mich (mal wieder) weitergebracht. Nochmals Danke...
|
|