Als ich am Ostersonnabend noch kurz eine Gasflasche holen wollte, kam mir auf einer Brücke im Nachbarort ein Trecker entgegen. Auf dem Anhänger waren Sträucher, Büsche und Äste für das Osterfeuer geladen, die auf der linken Seite des Anhängers bis zu 1,5 Meter überstanden.
Da halbwegs abzusehen war was jetzt kommen könnte, hielt ich am äußersten rechten Fahrbahnrand an. Zurücksetzen ging wegen anderer Autos nicht mehr ohne weiteres. Ich wollte schon Aussteigen und den PKW hinter mir bitten, Platz zu machen, damit ich zurücksetzen könne, als ich sehe, das der Trecker gar keine Anstalten machte, anzuhalten.
Der Traktor fuhr ungerührt, wenn auch langsam weiter, zerkratzte mir die linke Seitenwand des Aufbaus inklusive Fenster und ... fuhr davon.
Da ich auf der Brücke nicht wenden konnte, fuhr ich etwas weiter, wendete und nahm mit dem Wohnmobil die Suche auf. Ich fand ihn auf einer Bundesstrasse und folgte dem Herren bis zu einer Wiese, auf der am Abend das Osterfeuer stattfinden sollte. Hier folgte dann der zweite Teil dieser etwas absurden Geschichte:
Totz eindeutiger (und auch vom Fahrer verstandener) Handzeichen hielt der Trecker nicht an, sonder fuhr schnurstracks zum Holzhaufen. Der Fahrer trieb alle herumstehenden Leute an, seinen Anhänger schnellstens zu entladen.
Auf den Unfall angesprochen konnte er sich sehr wohl an das Wohnmobil erinnern, stritt aber jede Beschädigung ab. Als er dann am Wohnmobil den Schaden sah, fing er an ... die Kratzer mit reichlich Spucke und seinem Jackenärmel wegzupolieren. Einfach lecker... :ooo:
Seinem Urteil nach handelte es sich nur um Dreck und ... Rost.
Da er weiterhin alles abstritt, sich weigerte die Personalien auszutauschen und sogar Anstalten machte, wieder wegzufahren rief ich die Polizei. Es folgte eine Dreiviertelstunde Wartezeit auf die Polizei, in dessen Verlauf er zunehmend freundlicher zu erklären versuchte, er hätte wirklich nichts bemerkt, er hätte zwar in den Rückspiegel geschaut aber weder meine Warnblinker noch mich (winkend) im Spiegel gesehen, er sei ja auch wirklich langsam gefahren und und und... :poke:
Nach einer halben Stunde erinnerte er sich plötzlich, das tatsächlich Äste seitlich über den Anhänger ragten, aber diese könnten unmöglich mein Wohnmobil zerkratzt haben.
Beim Eintreffen der Polizei (seine Familie hatte ihm zwischenzeitlich die Papiere sowie die Beleuchtung für den Anhänger "geliefert") war die Sache in 10 Minuten vorbei: Verkehrsunfallanzeige, TBNR 122124, er gibt den Verstoß zu, Protokoll unterschrieben.
Die freundliche Polizistin unterhielt sich nett mit meinen Kleinen und schaltete sogar extra noch das Blaulicht für ihn an.
Als ich zum Schluß zu dem Herren meinte, das hätte er mit etwas Anstand und Rückgrat auch schneller und billiger haben können, schaute er mich nur stumm an.
Wie hoch der Schaden letzlich ist weiß ich noch nicht, es sieht jedenfalls nicht dramatisch aus, und das meiste läßt sich wohl wegpolieren. Das er einfach weiterfuhr - vielleicht hat er gar nicht in den Spiegel geschaut und es wirklich nicht gesehen.
Aber anstatt sich bei mir zu bedanken, das ich sogar hinter ihm herfahre anstatt ihn wegen Unfallflucht anzuzeigen, dann pampig zu werden und auch noch so r..frech alles abzustreiten; das finde ich schon ein starkes Stück. Selbst der Polizist meinte "Sie sind doch versichert, was soll den sowas?".
Naja, mal sehen, wie es jetzt weiter geht. :nixweiss:

