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Gourmetrundfahrt - jetzt gehts los! 1. Teil: Bourgogne


Kater58 am 11 Jan 2005 21:29:57

Lange haben wir uns auf den Tag gefreut, an dem wir endlich wieder französischen Boden betreten würden. (O.K. auf unserer Belgien-Rundfahrt streiften wir unseren großen Nachbarn kurz, da wo die Semois in die Maas fließt...)
Aber nun würden wir uns mal wieder richtig in Frankreich wohlfühlen...
Den Titel "Gourmetrundfahrt" habe ich gewählt, weil wir durch die wohl kulinarisch am höchsten einzustufenden Landstriche der Grande Nation fuhren.
Auch wenn wir nicht gerade die Sterne am Restauranthimmel zählten und auch wenn wir keinen Grand Cru getrunken haben (weil wir uns das ja gar nicht leisten könnten) fühlten wir uns als Gourmets.
Sei es durch den Eindruck, den die jeweilige Landschaft hinterließ, sei es auch durch die Namen der Weingüter und Chateaus, die einem auf der Zunge zu zergehen scheinen auch ohne eine Degustation....den wer hat noch nicht von den Sternen Burgunds gehört, der Rue de Grand Crus, den Charolais-Rindern, den Trüffeln oder der Pate Foie Gras, dem Saint Emilion oder dem Medoc?
Ich gebe es zu: den Inhalt meines Portemonnaies übersteigen solche Genüsse, nicht aber mein geistiges Auge, oder vielmehr meinen geistigen Gaumen.
Also hin zu den Genüssen der Sinne!
Und lasst es uns noch einmal gemeinsam geniessen und auf der Zunge zergehen.
Alle, die dieses Jahr auch in Frankreich waren und bei denen die Erinnerung noch so frisch ist mögen mit mir schwelgen und allen anderen soll das Wasser im Munde zusammenlaufen auf das sie für ihre nächste Tour zumindest Teile meiner Route in Erwägung ziehen.

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Gast am 12 Jan 2005 09:29:23

Oder Chateau - Palus 1997 - Flasche zu o.75 l zu 625 Euros!

Tipsel am 12 Jan 2005 12:26:28

Folter am frühen Morgen, mir läufts Wasser im Mund zusammen.

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Kater58 am 12 Jan 2005 13:02:05

Ja....und im Normalfall trinke ich Retsina zu 2,29 €

Gast am 12 Jan 2005 14:28:27

Kater58 hat geschrieben:Ja....und im Normalfall trinke ich Retsina zu 2,29 €


ich krieg davon immer so eine harzige Stimme :D

Tipsel am 12 Jan 2005 14:29:52

außerdem verhindert er, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft :D :D

Kater58 am 13 Jan 2005 17:10:49

Nichts desto trotz haben wir uns bei Abfahrt in Beerfelden zwei Flaschen davon in den Kühlschrank gestellt. Denn am ersten Abend würden wir ganz sicher noch nicht zum Einkaufen in Frankreich kommen.
Und Harz hin oder Harz her: ich trink ihn gern! Er ist so herrlich trocken und durch das harzen auch mild für den Magen. Ich krieg kein Sodbrennen, wie z. B. auf Riesling oder Kerner.
Allerdings krieg ich auch in Frankreich auf die dortigen Weine kein Sodbrennen. Nicht mal auf Rote, obwohl ich nun wirklich kein Rotweintrinker bin.
...und so tranken wir uns durch Burgund, Bergerac, Bordeaux und das Loiretal bis zurück ins Elsaß.... :wink:

Kater58 am 13 Jan 2005 21:08:07

So! Und nun der Reisebericht:
18.September 2004:
Eigentlich wollten wir ja schon am Freitag Abend nach Feierabend nur noch einsteigen und losfahren.
Aber wir waren gerade umgezogen, es herrschte Chaos, die Katzen waren noch nicht richtig heimisch und nichts war so wie wir es haben wollten.
Noch ein Grund schnell wegzufahren. Und weit!
Also beschlossen wir die Abfahrt auf Samstag Mittag zu verschieben und alles in Ruhe anzugehen.
Den Eltern wurde die Betreuung unsrer drei Katzen anvertraut. Hauptsache füttern und ja nicht rauslassen!
Vorweg: das ging gut! Sie sagten uns hinterher, sie haben die Viecher eigentlich nie zu Gesicht bekommen, nur die leeren Futternäpfe und vollen Katzentoiletten waren ein Hinweis, daß da irgendwo Leben existierte.
Am Morgen packten wir unser Womo. Klamotten, schön gemischt, denn es war ja schon Ende September. Bücher, Malzeug, Gitarre.
Endlich um 13.00 Uhr war es soweit. Wir starteten in Richtung Frankreich, genauer gesagt erstmal in Richtung Vogesen.
So genau stand unser Ziel nicht nicht fest. Es sollte nach Westen gehen, vielleicht bis zum Atlantik. Bei total miesem Wetter, so sagten wir uns, würden wir auch sofort nach Süden abschweifen.
Lange fuhren wir nicht an diesem ersten Tag. Bei strahlendem Sonnenschein ging es über Karlsruhe nach Haguenau, weiter in Richtung Strassbourg und dann fassten wir St. Die ins Auge.
Wir erreichten die Vogesen und fanden im Städtchen Rothau einen Stellplatz zwischen Fussballplatz und Campingplatz für 5,80 € die Nacht.
Normalerweise ist dort Platz für 8 Wohnmobile.
Doch zu dieser Zeit ist es ruhig, Ausser uns waren nur noch 3 andere Fahrzeuge da. Eine Entsorge vom Typ Flotte Bleu ist auch da, aber wir waren ja gerade erst los gefahren.
Vor der Abfahrt hatten wir uns noch mit Retsina und zwei Rumpsteaks versorgt...bald breitete sich der Duft gedünsteter Zwiebeln um unser Womo aus.
Unser erstes Essen in Frankreich war noch typisch deutsch.

Kater58 am 13 Jan 2005 21:37:39

19.September 2004

Kater58 am 13 Jan 2005 21:38:54

19. September 2004:
Wir wachten auf vom Klopfen dicker Regentropfen auf dem Dach unseres Wohnmobils.
Auch kein Problem! Nutzen wir den Tag um ein paar Kilometer zu fressen!
Zuerst wollten wir ja über St. Die nach Contrexville und dann irgendwie weiter.
Aber irgendwie erfuhr die Route dann eine kleine Änderung und wir fuhren über Epinal und Vesoul in Richtung Dijon.
Auf dem Weg schauen wir bei einer Rast schon mal in unseren France Passion Führer und entscheiden uns für Fixin, 8 km südlich von Dijon.
Dort bietet das Clos St-Louis 2 Stellplätze an. Stellplatz beim Winzer, so dachten wir, würde für den Abend einen guten Schluck Burgunder bedeuten.
Doch das Weingut lag verlassen da. Die Bewohner hatten wohl so kurz vor der Lese noch mal Urlaub gemacht.
Wir fuhren zum Ortseingang, wo wir einen Parkplatz gesehen hatten und bezogen dort am Rande des Cotes-de-Nuits unser Nachtlager.
Eine Flasche Burgunder hatten wir ja schon zur Sicherheit unterwegs im Intermarche gekauft.
Der Regen, der uns den ganzen Tag begleitet hatte, war verschwunden und die Sonne beschien die ersten edlen Weinlagen auf unserer Reise.
Hier beginnt die Route des Grands Crus die uns am nächsten Tag bis nach Beaune begleiten wird.
Hier wachsen erlesene Weine, wie der Nuits-St-Georges, Gevry-Chambertin,Vosne-Romanee oder Morey-Saint-Denis.
Es ist die Cote d´Or, das Herzstück des burgundischen Weinbaus.
Die Preise sind entsprechend!

Kater58 am 15 Jan 2005 11:04:16

20. September 2004
Wir wurden nicht von Regentropfen geweckt.
Die Sonne geht auf über den Weinhängen Burgunds. Ein sanfter Dunstschleier gibt uns die erste Stimmungskulisse für den Tag.
Die Absicht ins nur wenige Kilometer entfernte Dijon zu fahren lassen wir fallen. Ich mag keine Stadtfahrten, schon gar nicht am Montagmorgen.
Hier an der Route des Grands Crus gibt es ein malerisches Weindorf nach dem anderen und die Namen der Lagen zergehen auf der Zunge wie Butter.
Wir fuhren zum entsorgen und dann entlang der Route. Ein Baguette wurde unterwegs noch in einer Boulangerie erstanden und gegen Mittag fanden wir einen Parkplatz inmitten der Weinhügel um draussen zu frühstücken.
Der Wind war kühl und kündete vom nahen Herbst. Auf der anderen Strassenseite war bereits die Weinlese im vollen Gange. Wohl frühe Sorten? Die Helfer taten es uns gerade gleich und legten eine Pause ein, während kleine Traktoren die gelesenen Trauben abfuhren.
Unser Ziel war zunächst Beaune.
Die guterhaltene Stadtmauer konnten wir von außen im vorbeifahren sehen, auf der Suche nach einem geeigneten Parkplatz.
Ein Bummel durch die Gassen und über die Plätze des Städtchens lässt uns die Stimmung und das Flair geniessen.
Das Hotel de Dieu besitzt einen wunderbaren Fayenzeninnenhof, wovon wir uns auf Postkarten überzeugen. Die 5,40 € Eintritt pro Nase sind uns zuviel: Das gibt 2 Flaschen guten Burgunder!
Ein Blick noch in die sehenswerte Stiftskirche und schon sind wir wieder "on the road".
Autun ist unser nächstes Ziel.

Kater58 am 15 Jan 2005 20:48:45

Mit Autun betreten wir historischen Boden!
Überhaupt stößt man in ganz Burgund auf reiche Zeugnisse einer großen Vergangenheit. :idea:
Zum einen ist da das romanisierte Burgund. Wir lesen im Marco Polo, daß Cäsar die keltischen Häduer bei Bibracte (das heutige Autun) schlug.
Alesia, die Stätte der gallischen Niederlage (Vercingetorix, man kann darüber bei Asterix was erfahren: Der Arvernerschild) liegt in Burgund(Mont Auxois).
Autun wurde Hauptstadt unter dem Namen Augustodunum.
Die Benediktiner-Abtei Cluny, das "Wunder des Abendlandes" liegt in Burgund nahe Macon. Überhaupt gab es in keiner Region Frankreichs größere und wohlhabendere Klöster als in Burgund.
Wir betreten die Stadt auch zuerst auf historischem Boden: dem antiken römischen Theater. Oder was davon noch übrig ist.
Es war einst das größte bekannte Theater der römischen Welt, erbaut von Augustus und diesem geweiht.
Heute umfaßt das Halbrund einen Fußballplatz (großzügig)
Wie der Platzkassierer des ansässigen Vereins die Besucher auf der Tribüne des Theaters behandelt ist uns nicht bekannt. Allerding würden die auch ein Fernglas brauchen um Details zu erkennen
Ein Hauch von Ehrerbietigkeit vor der Geschichte wehte mich an, als ich mir vorstellte in der Kaiserloge zu stehen, in der einst Augustus gesessen haben mag. Der Anfall ging schnell vorüber.
Nach dem Theater fuhren wir in die Innenstadt, fanden auch einen Parkplatz und liessen uns von den eng um die Kathedrale gescharten Häusern und schmalen Gassen gefangen nehmen.
Die Kathedrale selbst scheint besonders für deutsche Touristen sehenswert zu sein, denn wir stiessen auf eine "Studiosus-Reisegruppe" die gerade eine Führung mitmachte.
Nein, wir schlossen uns nicht an. Wir taten als verständen wir nichts und betraten die Tapisserie. Dort gibt es durchaus sehenswerte Teppicharbeiten, die aufwändig und mit sehr viel Liebe zum Detail gefertigt sind.
Wir verliessen Autun in Richtung Moulins um unseren Übernachtungsplatz zu suchen. Gemäß unserem "France-Passion-Führer liegt der ein paar Kilometer hinter Autun und heißt: CHATEAU PIERREFITTE

Gast am 16 Jan 2005 11:06:36

Toller Bericht - mach weiter so und noch ein paar bilder dazu.

Zu Autun: An einem Stadttor ist der erste Meterstab eingelassen. Dieser Meter vom damaligen Bischof von Autun wurde als 10 millionster teil des Erdmeridianquadranten- welcher durch Paris führt- deklariert und entspricht in seiner Länge bis auf einen mllimeter genau dem heutigen Metermass welches heute eine physikalisch Gösse ist. Wie die das früher wohl gemessen haben???????

Joxy12 (Markus )

Kater58 am 16 Jan 2005 13:46:56

Das mit den Bildern tut mir auch leid: die ich auf der digicam gemacht habe werde ich auch hier einstellen.
Leider htten wir auch noch nen normalen Fotoapparat mit und ich hätte die Bilder gerne gescannt, aber der ganze Film ist nicht belichtet worden :cry:
Da wären zum Beispiel Bilder von Autun dabei gewesen.
Aber bisschen was kommt noch wenn ich erstmal die Story vom Chateau Pierrefitte losgeworden bin und wir dann weiter fahren....

Kater58 am 16 Jan 2005 14:04:33

o.k. eine Gassenszene aus Autun hab ich. Ich hielt das Bild nicht für sonderlich zeigenswert, aber ich will hier nix unterschlagen

Kater58 am 16 Jan 2005 14:29:16

Chateau Pierrefitte
Die Frage der jungen Dame, die mich vor dem "Chateau" empfing, ob ich denn über "France Passion" hergefunden habe erstaunte und belustigte mich einigermaßen.
Wie sonst hätten wir an diesen Ort kommen sollen? Wie sonst hätten wir das wohl gefunden?
Wir verliessen Autun auf der N81 in Richtung Luzy. In unsrem France Passion Führer hatten wir eine Übernachtungsmöglichkeit ausgemacht, 6 km hinter Poil. Nur 2 Plätze, dachte ich. Hoffentlich kommen wir da nicht zu spät.
Wenn man also der N81 folgt und am Ausgang von "Maison de Bourgogne" gemäß dem Führer nach rechts auf die D192 abbiegt. kommt man irgendwann nach dem Dorf Poil.
Dort angekommen folge man dem Schild Pierrefitte weiter 6 km weit.
War schon die Fahrt on der N81 bis nach Poil recht abenteuerlich, so folgte auf den nächsten 6 km die unberührteste Natur, abwechslnd mit freilaufendem Geflügel aller Art, daß sich auch nur sehr langsam bequemte den Weg freizugeben, Eseln, Charolais-Rindern, Pferden.
6 km Agrarland pur und Wälder.
Immer dem Schild Pierrefitte nach. Ein letzter Abzweig von dem bis dahin noch geteerten Weg führte uns dann auf einenhalbwegs durch Schotter befestigten Feld-Wald oder Wiesenweg an einem Weiher vorbei und um eine allerletzte Biegung.
Von dort konnten wir es zum ersten Mal sehen: das Chateau Pierrefitte!

(wird fortgesetzt...)

Kater58 am 17 Jan 2005 20:44:54

Wir fuhren erst mal in das, was ich für den Innenhof des Schlosses hielt.
Dort wurden wir von 3 riesigen schwarzen Hunden mit lautstarkem und wie mir schien nicht sehr freundlichem Gebell empfangen. Ich hielt Ausschau nach einem Eingang, in dem vielleicht auch noch ein Mensch auftauchen würde um die Hunde zurückzurufen. Nichts!
Also Rückwärtsgang. Dorthin, wo ich die Vorderseite des Chateaus vermutete. Dort gab es eine Fahrspur in der Wiese, die ich auch benutzte.
Auch hier: kein Mensch! Und die Riesenhunde waren uns gefolgt!
Was tun? Zum weiterfahren war es schon etwas spät. Also: raus auf die Wiese! Ich öffnete also vorsichtig die Fahrertür.....
und hatte im gleichen Moment drei riesige, schwarze neue Freunde gewonnen. Drei gewaltige Hundeschädel drängten sich um vorn zu sein und als erstes Streicheleinheiten zu empfangen, drei Hälse reckten sich um mir das Kinnkraulen zu ermöglichen. Nur wenn sie mir ihre Pfoten auf die Schultern legten wehrte ich ein wenig ab: sie hätten mir sonst wohl das Gesicht geleckt.
Nach dem Motto: es gibt keine Fremden, nur Freunde, die wir bisher nicht kannten, bemühten sich die Tiere um meine Hände.
Nur: ein Mensch hatte sich noch immer nicht sehen lassen!
Ich bewegte mich auf das zu, was ich für die Eingangstüre hielt und betätigte die Glocke. Eine Klingel gab es nicht, nur eine Glocke mit nem Seil dran.
Darauf erschien eine junge Frau, vermutlich die Hausherrin.
Die Hunde stellten mich als ihren neuen Freund vor indem sie sich abwechselnd von mir streicheln liessen und mir die Pfoten auf die Schultern legten.
Die Frau stellte mir die Eingangs erwähnte Frage und stellte fest das ich Deutscher bin. Sie bedeutete mir wo ich mit dem Womo parken könne und belehrte mich, daß meine neuen Freunde neufundländer seien. Keine Aufdringlichkeit, kein langes Versuchen eine Unterhaltung in Gang zu
bringen, obwohl si durchaus mehrsprachig war. Eine nette Begrüßung und dann überliess sie uns und die Neufundländer uns selbst und verschwand im Haus.

Kater58 am 17 Jan 2005 21:05:17

Das Chateau selbst schien mir leicht baufällig. Es war wohl auch nur zum Teil bewohnbar. Möglich, daß die jetzigen Besitzer die Immobilie erst neu erworben hatten und jetzt beginnen den alten Kasten instand zu setzen.
Wir hielten uns an ungeschriebene Regeln und belästigten unsere Gastgeber nicht mit Fragen. Die Begrüßung mit der jungen Frau blieb der einzige Kontakt mit den Menschen dieses Hauses. So blieb der intensive Kontakt mit den Hunden und der interessante Anblick des Chateau Pierrefitte, die Umstände der Anfahrt und die einsame Lage des Hauses eine jener Urlaubserinnerungen, die sich besonders ins Gedächtnis einprägen und viele auf der Reise gewonnene Eindrücke noch lange überlagern.
In der Nacht rufen Käuzchen. Eines davon sitzt direkt über uns im sicher jahrhunderte alten Baum, der im Sommer den Womo-Gästen willkommenen Schatten spendet und der uns in dieser Nacht einfach ein schirm war.
Laut und deutlich höre ich das Käuzchen über mir und auch das etwas fernere Antworten.
Am Morgen regnet es. Im Nieseln gehe ich ein paar Schritte in Richtung dem kleinen Weiher in der Nähe. Und werde prompt von einem der drei Neufundländer begleitet. Der dachte wohl schon an einen größeren Spaziergang, doch da mußte ich ihn enttäuschen. Auf dem Rückweg tauchen freudig wedelnd die beiden anderen Hunde auf und begleiten mich zurück zum Womo. Wir haben uns in den paar Minuten wirklich angefreundet!
Die Hausherrin sehen wir nicht mehr. Ich schreibe einen Zettel um mich zu bedanken und dann fahren wir ab-
in Begleitung zweier Hunde, die uns bis zur Grenze des Grundstückes folgen.
Eine Verabschiedung ganz eigener Art.
Wie dort auch größere Wohnmobile hinfahren sollen, wie es im France-Passion angegeben ist und wo es all die Spezialitäten gibt, die der Führer erwähnt: keine Ahnung. Vielleicht ja in der Saison.
Doch eines weiß ich: wenn ich in der Gegend bin fahr ich genau dort wieder hin!

Beduin am 17 Jan 2005 21:15:42

Hach, wie romantisch :D
und schön geschrieben und schöne Bilder wieder.
Bei den Hundi´s dann aussteigen RESPEKT ;D

Kater58 am 18 Jan 2005 20:43:57

21.09.04
Tja, der Abschied von "meinen" Hunden ist mir sehr schwer gefallen. Aber wir wollten weiter. Wir verließen das Chateau Pierrefitte in entgegengesetzter Richtung und fuhren bestimmt noch einmal 6 km bis es wieder einigermaßen nach Zivilisation auszusehen begann. Unterwegs sahen wir immer wieder kleinere Bauernhöfe, aber auch solche Landschlösser wie unser Chateau.
Wir mußten tanken und taten dies in Luzy an einem SuperU, wo wir auch einkauften: Es gab günstig Putenkeule. Unser Abendessen stand fest!
Jetzt stellte sich die Weinfrage. Wir waren zwar immer noch in Burgund, aber in einer Gegend, wo es keinen eigenen Weinbau mehr gibt.
Wir entschlossen uns zu Cotes de Provence Rosè. Ich denke das paßte besser zum Geflügel als Roter...
Wir legten an diesem Tag wieder eine etwas größere Strecke zurück und standen dann zur Übernachtung an den Füßen des Puy de Dome, direkt an der N86.
Mir hatte zwar jemand den Tip mit dem Lac Aydat gegeben, aber da ich meinen Spickzettel daheim gelassen hatte und gar nicht mehr wußte wie mein Ziel heißt, fand ich nicht dorthin.
Als wir wieder zu Hause waren reichte mir ein kurzer Blick auf die Karte um zu wissen, daß ich ganz nah dran war.... Schade. Aber beim nächsten Mal!
Wir bereiteten uns auf unser Mahl vor. Die Keule reichte für zwei Tage.
Sie wurde schön in Zwiebeln geschmort und es gab eine leichte Sauce a la Creme dazu. Fast fühlten wir uns in die Normandie versetzt....
Nach diesem Festschmaus und einer Flasche Rose wurde ich schnell müde...
22.09.04
Wir verliessen den Parc de Volcans de Auvergne in Richtung Ussel.
Natürlich müssen wir dort noch mal hin! Aber jetzt ging es erst mal weiter.
Ussel war uns einen kleinen Bummel wert und wir fanden es herrlich in der Mittagssonne durch die engen Gassen , die sich um die Kirche ziehen, zu gehen.
Ein herrlich blauer Himmel begleitete uns auch als wir um die Mittagszeit bei der Abbey St. Angel Halt machen um auch dort ein wenig spazieren zu gehen. Die alte Abteikirche aus dem 11. Jahrhundert wird auch heute noch genutzt. Sie liegt weithin sichtbar auf einem Hügel, von dem aus wir auch die Gegend um uns überschauten. Die Landschaft hatte sich gewandelt. Es war grün um uns herum, obwohl die Laubwälder schon langsam bunt zu werden begannen. Es gibt hier mehr Wälder als in Burgund.
Eidechsen sonnen sich auf den Mauern der Abteikirche.
In Egletons stoßen wir unverhofft auf eine Entsorgungsstation. Wir nutzen das Angebot und versorgen uns auch mit Frischwasser.
Anschliessend machten wir auch hier einen Stadtbummel.
Schön durch die Altstadtgässchen zu schlendern, die sich anmutig um die Kirche versammeln. Wir lassen einfach diese Eindrücke auf uns wirken.
Leider haben wir davon keine Bilder. Die waren auf unserer Normalkamera und dieser Film wurde ja nicht belichtet. Vielleicht kann ich per Digicam Fotos vom Videofilm machen? Die werden dann aber sicher keine gute Qualität haben....
Auf der weiteren Strecke Richtung Brive schickte uns ein Wegweiser zur Cascade de Gimel. Wir fanden dort einen 3-stufigen Wasserfall, der unterhalb eines imposant auf Felsen gelegenen Dörfchens in die Tiefe stürzt. Wunderbare Eindrücke und eine herrliche Landschaftskulisse! Wieder keine Bilder::: :cry:
Der Weg führte uns über Tulle, eine rege, aber nicht gänzlich hässliche Stadt zurück auf die N89.
Wir fanden einen Übernachtungsplatz im 3 km vor Brive gelegenen Malemort. Im nahen Geant holten wir uns zum Ragout, daß wir aus der restlichen Putenkeule zubereiteten wieder Rotwein: wir versuchten schon mal vorab einen Bergerac.

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