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Ja, das stimmt leider, mit der schlaflosen oder schlechtschlaf Nacht. Hatten wir vor Jahren in Italien auch auf einem Stellplatz einmal. Nur wenn alle CPs geschlossen sind und die bewachten PPs ebenfalls, hast Du keine andere Chance. Das "Risiko" sind eigentlich immer die Städte, weniger die Dörfer und nicht der Wald oder die freie Landschaft.
Frank 14.10.2009
Auf nach Swinemünde (Swinoujscie). Mukas will morgen sein Mietmobil im Seebad Ahlbeck zurückgeben (bin ich froh, aber ich sage es ihm nicht :D ). Noch schnell ein Blick auf den Türkissee (eine abgesoffene, Jahrhunderte alte Kalkgrube), der aber beim momentanen Wetter eher grünschwarz, denn türkis ist. Dann entdecken wir bei Wapnica geheimnisvolle, riesige Betonfundamente an einem Berghang. Hier hat die Wehrmacht von 1943-45 die Vergeltungswaffe V3 entwickelt und getestet. Ein über 100m langes Rohr (wahrscheinlich mehrere) waren auf den Fundamenten befestigt, durch die ein Projektil (eine Art Rakete) 180 km weit geschossen werden konnte. Die größte Kanone der Welt, wenn es denn funktioniert hätte. In Warszow, noch am rechten Ufer der Swine, besuchen wir den Leuchtturm von 1850, der mit seinen 65m Höhe einst einer der höchsten der Welt war. Der Weg dorthin ist zwar gut ausgeschildert, aber mit dem WOMO abenteuerlich. (Offensichtlich wird der Hafen erheblich umgebaut). Kurz vor dem Leuchtturm ist noch eine WKII Strandbatterie und eine in Ziegeln gemauerte, gut restaurierte Seefestung von 1850-60: Fort Gerhard. „Nett von die Polen, nach dem Ex-Bundeskanzler eine alte, preußische Seefestung zu benennen. Und wir gehen in die Anusalen ein, weil wir so etwas weltweit Einzigartiges entdeckt haben!“ Okay, Mukas, auf der anderen Seite der Swine steht noch eine! Wahrscheinlich heißt die Putin oder so. Wartezeit an der kostenlosen Fähre für LKW, etc. nach Swinoujscie 50min., sagt die Anzeigetafel. Nach 2,5 Stunden :evil: sind wir an der Fährauffahrt. Offensichtlich gibt es heute Probleme. Die Auffahrt ist so steil, dass selbst PKWs darauf quer herumschlittern. Keine Chance mit unserem langen Hinterteil ohne Schaden hinaufzukommen. „Die spinnen die Polen, so hohe Schiffe zu bauen, is klar nä! 200 km bis Ahlbeck außenrum! Jetzt muß ich Verzugsmieten blechen!“ Und ich habe noch längeren Genuß :twisted:
:cry: - von 1945 bis 2008 waren die 200 km normal, um 5 km Landweg mit dem Auto zu überbrücken. Ursache der steilen Auffahrt: Der Nord-Sturm auf der O-See treibt das Wasser gegen das Haff, die Swine (Oder) kann nicht abfliessen , also Stauwasser. Einige ufernahen Ferienhäuser und Häuschen mit Herzchen stehen bis zur Hüfte im Wasser. Wir suchen uns einen Nachtplatz bei Karsibor am Piastowski Kanal (Kaiserfahrt – 1880 fertig gestellt, damit Seeschiffe auch Stettin anlaufen können.) Mukas hat Angst vor nasse Füsse. Ach - ich werde Mukas vermissen. Sag ihm, dass er eure wunderbare Reise noch ein wenig begleiten soll. Wär doch nur halb so schön, so ohne ihn :wink:
Eben ... wird ja eh in die "Anusalen" eingehen ... :D :D 15.10.09
Es geht nach Stettin und quer durch die Stadt nach Osten. Für die Querung brauchen wir 2 Stunden, denn der Regen füllt auch die Strassen. Um 15.52 Uhr überschreiten wir die Grenze nach D. bei Lubieszyn. Mukas geht gleich auf die Autobahn, er muss das WOMO ja zurückgeben. Endlich kann er wieder konstant Tempo 100 fahren, muß keine Hubbeles mehr beachten. Er bindet das Lenkrad auf Geradeauslauf fest, um in der Dinette gemütlich einen Kaffee zu trinken.
Am frühen Abend gab es noch eine Mail von ihm: „Eih boah, minge janze Kautijon von 1000 Öhjro (Niet Schlotti) hätt dä Vermietä kassiert, wejen dä Kratzerckens auf dem Acryl und Lack und dä kaputte Bättfeddere an der Achs, ich brauch Jeld aus dem Stützungsfond, is klar nä!“ Aber Mukas beschwer Dich nicht, wer von uns beiden hat denn die ganze Zeit die massurische Nationalhymne verhohnepiepelt: „Oh Land der schrammenden Wälder und der holprigen ChausSEEN…“ Aber ich soll Euch von ihm lieb grüßen. Er hat ein Foto beigelegt zur Veröffentlichung, weil mit meinen Aufnahmen war er nie einverstanden, da zu unvorteilhaft. Ein Nachwort.
1.) Mukas Podomski – unser fiktiver Reisebegleiter. Seit Schulz Womo-Reisetipps schreibt, reflektieren Ehefrau fromme Helene, Tochter Engelchen, Sohn Fürchtegott und Dackel Friedrich der Große die Reiseberichte in der Wohnmobilszene. Da meine Reisebegleiterin nicht fromm ist, musste ich Mukas erfinden. Aber es gibt ihn wirklich. Er begegnete uns auf einem CP an der Ostseeküste, war Trucker und aus Neugierde sehr am Inhalt unserer WOMO-Garage interessiert. Das war Mukas Geburtsstunde. 2.) Ein Bauchgefühl. In Habichtsberg (Jastrzebia Gora) standen wir vor einem dieser Ramschzelte im Sommerschlussverkauf mit Papierverkauf. Da sind wir hinein..vielleicht gibt es bessere Strassenkarten als die, die wir schon hatten?…..und fanden: Urlaubsland Polen – Ermland und Masuren - erschienen im DEMART Verlag, Warschau ISBN 978-83-7427-324-4 für 5,--€. Enthielt Strassenkarten 1:250.000, genau Hinweise auf den Karten, wo was ist, Fotos und schöne Erklärungen über Orte, Denkmäler, Veranstaltungen, besondere Geschichten. . Das gibt es auch für ganz Polen ISBN 978-83-7427-270-4 und vielleicht auch andere Landesteile. Also ein herkömmlicher teurer deutscher Führer (für Geschichte, Land und Leute) + diese Führer erschließen das Land bis ins Detail. 3.) An vielen Orten (selbst bei dem nicht mehr richtig existenten Tannenbergdenkmal) stehen Erläuterungstafeln (auch in deutsch!) 4.) G. Hardenberg – Reiseführer Ostpreussen – Verlag Rautenberg 1972 – 6. Auflage 1989 – ISBN 3-7921-0316-8. Betrachtet das Land aus einem sehr konservativen Ges(ch)ichtswinkel. Ist aber interessant im Vergleich damals und heute. Und gibt detailliert Tipps, wie was zu finden ist bis hin zum letzten WKI Soldatenfriedhof im Wald (wenn nicht längst die Bäume gefällt oder alles überwuchert ist.) 5.) Wetter – trotz der Jahreszeit hatten wir Glück – bis auf letzte Woche – bei Sonne macht das Land richtig Spaß. 6.) Kriminalität – Wer Skandinavien als sicher ansieht, kann auch nach Polen. Das ist sicherer. Städte sind überall in Europa „gefährlich“. Dafür gibt es aber in Polen die bewachten Parkplätze als Angebot. In kleinen Dörfern und im Wald fühlten wir uns absolut sicher. 7.) Gefährliche Tiere: Ja: Zecken! Mich haben sie trotz langer Hose 3 Mal erwischt. Deshalb tragen Polen im Wald Gummistiefel! 8.) Hunde – wir fanden es lustig, polnische Hunde gehen gerne allein spazieren – auch im Wald. Ich traf einmal einen weißen Bernhardiner im Wald – mutterseelenallein. Nein – ich hatte keinen doppelten Wodka. Danke, Dein Bericht war witzig, spannend und sehr hilfreich für uns.Wir planen im August 2010 nach Nordpolen zu fahren. Haben durch Deinen tollen Bericht viele interessante Tips erhalten.
Mukas werden wir grüßen, falls er uns über den Weg laufen sollte!!!! Einfach köstlich Dein Schreibstil. :daumen2: Liebe aus dem Norden von Manfred und Karin P.S. Erholt Euch gut für die nächste Urlaubsfahrt. :D wie,.. wars das jetzt? :cry: Ihr seid doch noch gar nicht daheim, oder????
...muß ich mein dickes Lob jetzt schon loswerden?? @goofy2009
Keine Angst, wir haben gehört Mukas plant nächstes Jahr anderes! Euch viel Spass in Polen, macht es!!! Und wenn Ihr am Anfang unsicher seid, startet einfach mit CPs, 15€ pro Tag im Maximum ist nicht die Welt! in @Wiebke, wen interessiert es schon, wie es heute Nacht in Fürstenberg aussieht? 1.) Ist es hier dunkel 2.)Ist doch typisch deutsch hier! Frank Gibs zu, dass dir Mukas schon fehlt :D Hallo Frank,
vielen Dank für diesen Reisebericht, der nicht nur in eine spannende und für viele "neue, fast schon exotische" Gegend führte, sondern auch vom Berichts- und Schreibstil her äußerst unterhaltsam und amüsant ist. Ich hab´s sehr genossen ... :dankeschoen: :dankeschoen: Ja, mit das besten was ich seit langen gelesen habe :)
Habt ihr gut gemacht ;D Nächste mal darfs gerne ein "bisschen mehr sein" Danke für das Lob!
2 Tipps noch: 1.) Wäsche in den Schränken in Plastiktüten verpacken. Damit man nicht jeden Abend neu sortieren muß. Bei uns ist die Wäsche teilweise durch 3 Oberschränke durchgemischt worden. 2.) Storchennester auf dem WOMO schützen vor Blitz und Hagel. Ein alte ostpreussische Erfahrung. Störche bauen nur dort ihr Nest, wo der Blitz nicht einschlägt. Deshalb sind alle in Massuren so scharf darauf, ein Storchennest auf dem Dach zu haben. Bitte nicht den Versicherungen weitersagen! Frank Hallo Frank,
ich habe im letzten Jahr zwar auch einen umfassenden Polen-Reisericht ins Forum gestellt. Inhaltlich ist er aber weitgehend anders. Und er ist nicht so amüsant geschrieben wie deiner. Für beides vielen Dank. Es war sehr informativ und unterhaltsam, deinen Bericht zu lesen. DANKE!
Es war ein Genuss für Herz und Hirn. Ich freue mich auf den nächsten Reisebericht. Weiter glücklichen Reisen! Mover wolfgang,
dein bericht war auch sehr gut und informativ und der bericht von frank war nur so gut, weil ihm mukas die feder geführt hat :wink: iss klar, nä ? :daumen2: :daumen2: selten einen so super tollen und Unterhalbaren Reisebericht gesehen ....
:dankeschoen: :kette: Halloo,
suuuupertoler Reisebericht den wir genossen haben. wir waren dieses jahr auch in Polen leider keine 2 Monate sondern nur 2 Wochen (Ostseeküste, Pommern)hat uns super gefallen, werden wieder hinfahren.Supernette Leute, Keine Spur von Kriminalität oder Vandalismus wie hier! Dieses Forum ist schon klasse André Sehr guter Bericht, Danke.
, Gerd. Hallo Frank, heut schneit es schon den ganzen Tag, sitze am PC, stöbere, und stoße auf deinen entzückenden Reisebericht über Polen. Sehr schöne Bilder und Komentare. Kompliment! Ich werde wohl Polen demnächst auch mal bereisen wollen. Ein schöner Bericht und für unsere Planung dieses Jahr hilfreich, Danke.
Karin & Jürgen
Zu schade, dass die neuen Verteidigungsanlagen den Wassertankbombenanschlag in Portugal nicht verhindern konnten. Ich würde ja Mukas allmählich mal auf die Füße treten. Einfach Super Dein Bericht. Hab in mir heute reingezogen, und muß ehrlich sein: Ich konnte nicht aufhören, einfach nett und humorvoll mit wirklich schönen Bildern. :respekt:
Wir wollen Anfang Juni los, Richtung Masuren, und nachdem ich Deinen Bericht gelesen, und die Bilder gesehen habe freue ich mich noch mehr auf die Tour. DANKE :zustimm: Nordstern hallo,
eine sehr interessante Darstellung der Reise und die Bilder einfach supper. Für mich ist auch der Tip mit der Wäsche sehr nützlich , denn irgend was suchen wir auch immer.:P In diesem Sommer hab ich auch vor diese wundeschöne Regionen zu bereisen - natürlich mit Anlehnung an Deine gelungene Reise. , Renate. Hallo Frank Phönix,in Vorbereitung unserer Ostsee- Polenreise(Mai 2011) bin ich auf Deinen witzigen Reisebericht gestoßen, der uns veranlasst hat, dem wohnmobilforum beizutreten, um eben die Fotos auch sehen zu können!Jetzt im Nachhinein stelle ich fest, dass wir viele nützliche Hinweise in die Tat umsetzen konnten.In Piaski kam ein (!) Wildschwein zu uns, um ein Leckerchen zu ergattern!Wer kann diesem Wimpernblick widerstehen? Wir nicht!
Noch viele interessante Reisen! Herzlichst h4 , Herne Dein Masuren-Bericht ist einfach super und dann noch die vielen tollen Bilder.
danke. Wir, eine kleine Gruppe von 4 Paaren (3 Caravans und ein Reisemobil)fahren am 19.07.2011 nach Masuren. Dein Bericht ist die richtige Einstimmung für unsere Reise. Dieter |
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