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Polen – Pommern und Masuren in 2 Monaten 1, 2, 3, 4, 5


Ausderasche am 21 Sep 2009 21:22:10

18.09.

So hat die Mittagspause gut 24Std. „Typisch Beamter“ motzt Mukas, „hab isch als Fernfahrer nur samstags, sonntags auf der Autobahn, is klar nä!“ Wir bummeln über Pieniezno und Orneta (Keine Parkmöglichkeit) nach Krosno (Krossen), wo eine Kopie von Sw. Lipka steht.

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Ausderasche am 21 Sep 2009 21:23:44

Wegen eines Brückenneubaus auf der 513 müssen wir zurück, um über Nebenstrassen nach Lidzbark Warminski (Heilsberg) zu kommen. Hier steht eine gewaltige Ordensritterburg, der Wawel des Ermlands, aus dem 14. Jahrhundert, die im Krieg nichts abbekommen hat. Und wer war schon hier? „Weiß schon, wenn dä Kärl, ständig auf Dienstreise war, kein Wunder, dass er 48 Jahre für seine Theorien brauchte , der Kupfernuss, is klar, nä!“

Ausderasche am 21 Sep 2009 21:25:17

Übernachtet wird auf dem Parkplatz von Stoczek Klasztorny, 1o km östlich von Lidzbark Warminski. Hier hatten die Nazis unbequeme österreichische Bischöfe interniert, und die polnischen Kommunis Kardinal Wyszinsky.

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Ausderasche am 21 Sep 2009 21:26:20

19.09.09

Obwohl die Dorfkneipe nebenan ist, werden wir erst morgens von den Pilgerinnen aus Danzig geweckt. In gebührendem Abstand (Erst Pilgerinnen raus, dann wir rein….so hat man Ruhe zur Besichtigung und wird nicht von dem rotierenden Rosenkranz getroffen) drehen auch wir unsere Runde durch das Kloster. Sogar die Stube von Wyszinsky wird uns angeboten. Mukas lehnt aber höflich ab: „Dann machen die die Pootz zu, und isch muß Mönsch wääde, is klar, nä!“. Hinter dem Kloster (links vorbei gehen) ist ein schöner barocker Garten.

Es folgen: wiederhergestelltes barockes Schloss Galiny mit tollem Urlaubshotel in den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden,

Ausderasche am 21 Sep 2009 21:27:42

Renaissanceschloss im italienischen Stil in Osieka – alles ehemalige Sitze von ostpreußischen Adeligen. Bartoszyce zum Einkaufen.

Ausderasche am 21 Sep 2009 21:29:53

Und mein PERSÖNLICHER GEHEIMTIP – sage ich nur Euch, weil Ihr doch nie hinfahrt – Liski, 10 km nordöstlich von Bartenstein. Hier waren wir schon vor ca. 17 Jahren. Einer der wenigen Orte der Welt, wo Original-Trakehner nach Farben gezüchtet werden. Und die Ururururgroßväter und Mütter der Pferde von heute haben eine tolle Geschichte. Vor dem heranrückenden Feind, der sie wohl verspeist hätte (?), wurden sie 1945 nach Westfalen gebracht. (War wichtiger als die Bevölkerung wegzubringen). Als berechtigte Kriegsbeute wurden sie von den Britten an die Sowjets ausgeliefert und an den Don transferiert. Von dort von dem polnischen Gestütsbesitzer zurückgekauft und eben hier weitergezüchtet.

Ausderasche am 21 Sep 2009 21:31:05

Ich habe mit Pferden nix am Hut, aber hier das ist faszinierend. Beim Streicheln über den Nüstern ein Fell wie Seide. „Ja, fühlt sich an wie leicht gewölbte Satängunterwäsche, is klar, nä!“ …Mukas Podomski kennt sich in allen Klubs aus….auch Reitklubs.

Ausderasche am 21 Sep 2009 21:33:29

Übernachtet wird nach der guten Erfahrung der letzten Nacht wieder auf einem Parkplatz bei den Heiligen: Heiligenlinde (SW. Lipka)

Ups…Dr. Alzheimer aus Mainbreit (Franken) lässt grüßen: Bei Gräfin von Dönhoff (Drogosze) und einer schönen polnischen Lok (20er Jahre) mit kaiserlichem Wasserturm für Dampfloks in Korsze waren wir auch noch.

Ausderasche am 21 Sep 2009 21:35:59

20.09.09

„Auf der Reeperbahn nachts um halb eins…“ Mukas ist in seinem Element und Recht hat er, so viel Betrieb ist hier in Sw Lipka. Selbst die Rocker sind da und Christo hat mit seiner Muse das ganze Ding verpackt. (Vor 17 Jahren hatte uns der Prior abends als einzige Gäste höchstpersönlich rausgeworfen – hier trieb sich kein Mensch herum, geschweige denn deutsche Terroristen mit Bussen im Minutentakt – hatte über Zwingli, Luther u.a. Reformatoren und ihre Untaten mit uns noch eine halbe Stunde diskutiert und hatte als er den Namen in meinem Perso sah, dem Satan zum ersten Mal persönlich ins Gesicht gesehen, so aschfahl wurde er). Aber der Tempel ist innen super, der vorbetende Mönch brachte Polen und Deutsche dazu, gemeinsam „Glory, glory, Halleluja“ zu intonieren („Poldiinglisch können beide, is klar, nä!“) und anschließend gab es – als Mukas „Zugabe, Zugabe“ rief – noch ein 15 min Orgelkonzert. Da tanzten dann die Figuren auf der Orgel vor Freude.

Ausderasche am 21 Sep 2009 21:39:58

Jetzt geht es endlich an die Seen, zur Einstimmung gibt es noch eine Holländer Mühle von 1900 (Wir haben uns nicht verfahren ????, is klar, nä!). Wir finden (noch ein Geheimtipp von mir) den CP Sklodowo, ca. 4 km östlich von Sztynort.

Hier wird pausiert :D

Beduin am 22 Sep 2009 06:12:20

Schön das du endlich wieder W-Lan hast und uns mit deinen Bilder und Berichten erfreuen kannst ;D

Lancelot am 22 Sep 2009 06:40:51

Ausderasche hat geschrieben:... und hatte als er den Namen ... sah ..


:D :D

Schäm Dich Frank, DAS Erlebnis wird der Prior noch "seinen Kindern" ( :wink: ) erzählt haben ... 8)

Ausderasche am 22 Sep 2009 22:34:43

Das ist aber 3-fach doppelbödig, edler Ritter!
Meine waren dabei!

@Beduin: Jetzt UMTS-Stick mit polnischer Karte - wie, werde ich in einem anderen Thread posten!


Frank

Ausderasche am 22 Sep 2009 22:40:09

21./22.09

Es gibt auch Tage des Faulenzens in der Sonne am Seeufer. Heute haben wir mit dem Motorrad eine Tour zuerst zum Palast der Grafen von Lehndorff (verwandt mit von Dönhoffs) in Sztynort gemacht. Einer der Schlossherren hielt einst eine Rede auf Gröfaz: „ Heil! Donnerkeil, wie hieß der Kerl doch gleich? Na dann, Waidmannsheil!“ Der letzte Gutsverwalter gehörte zu den Widerständlern des 20. Juli – mitten in der Höhle des Löwens, denn rundherum liegen Wolfschanze, Mamerki (OKdH), Reichskanzlei (Wendula) und Himmlers SS+Gestapo-Zentrale als Bunkerwelten im Wald. Die Vernichtung Europas und der Bewohner Europas wurden aus dieser schönen Gegend gesteuert, Berlin war nur Fassade. (Gröfaz war zwischen 1941 und 1944 mehr als 800 Tage hier, wenn man dann noch seine Zeit auf dem Obersalzberg hinzuzählt, war er fast nie in Berlin! Ein Gedenkstein im Park erinnert an die Hinrichtung Heinrich Graf Lehndorffs. Polen hat viel weniger Berührungsängste mit Geschichte, als man uns in öffentlicher Debatte Glauben macht.

Toll ist der total verwilderte Park hinter dem Schloß mit 400-500 Jahre alten, teils abgestorbenen Eichen. Da war kein Mensch!

Die Gegend um Sztynort ist heute ein großer Segelhafen. Mukas ist auch gleich mit einer Mietsuperyacht für 100€ p.T. auf den See hinaus verschwunden. Das letzte, was wir von ihm hörten, war: „Oh nass is, ich bin Onassis, is klar nä!“

Ausderasche am 22 Sep 2009 22:43:10

Anschließend Mamerki (Die Reiseführer, die erzählen, die Bunker dort wären in der Nachsaison verriegelt und verrammelt, lügen, es gibt keine Türen zum Verrammeln.) Hier wurde der Ostfeldzug geplant und gesteuert, d.h. hier waren Paulus, Guderian, Rommel, Gehlen (Ei, wer weiß denn noch, wer Gehlen war?) und wie sie alle heißen mögen. Im Gegensatz zur Wolfschanze stehen hier noch alle Bunker (nur die hölzernen Baracken existieren nicht mehr).

Und dann noch die älteste Bauruine Europas, der masurische Kanal. Irgendwann um 191o begonnen, in den 30ern fortgesetzt, stehen die Schleusen als riesige Betonberge in der Gegend an der 650 bei Lesniewo.

Gast am 22 Sep 2009 23:07:03

also
Frank
:daumen2: :daumen2: :daumen2:

Lancelot am 23 Sep 2009 06:18:23

Ausderasche hat geschrieben:Gehlen (Ei, wer weiß denn noch, wer Gehlen war?)


Gehlen, Reinhard: für uns - damalige - Jung-68-er DAS Symbol des Überwachungsstaats und der Verstrickung von Alt-Nazis in die junge BRD ... --> Link

goldmund46 am 23 Sep 2009 08:43:19

Hallo Gemeinde,
toller Bericht - mach' weiter so!
Ich freue mich schon auf unsere Polen-Rundreise im kommenden Jahr!

topolino666 am 23 Sep 2009 09:24:04

Hallo Frank!!

Dein Bericht ist :daumen2:

:dankeschoen:

:D Es bleibt nun nur zu befürchten dass aufgrund Deines Berichts zukünftig neben den deutschen Terroristenbussen auch noch eine Menge aufkleberbewaffneter weisser Wohnpanzer in die Gegend aufbrechen werden!! :D

... das ist Dir aber schon klär, nä?? :?:

Zum Freistehen: genau so wie Du fährst / stehst / übernachtest ist es unser Ding - SUPER!!!!!
.................... und jeder der --> Link über Kriminalität spricht und von aufgebrochenen WoMo-Türen träumt wird NIE richtig freistehen können!! :twisted:

:!:

topolino
Matthias

Ausderasche am 23 Sep 2009 22:34:26

Lancelots Antwort ist RICHTIG!

Topolino666: Mukas steht schon als Reiseführer bereit :D


23.09.09

Mukas kam kurz in seiner Yacht vorbei „Deine Motorradtouren sind mir zu anstrengend und Deine Positionen beim Fotografieren viel zu gefährlich. Und wieder tschüss, is klar nä!“

Mit dem Motorrad nach Krulanki zur Eisenbahnbrücke über die Sapina. Die hat eine spannende Geschichte: Die Wehrmacht hatte sie vermint, aber nicht gesprengt. Die Russen hatten keine Sprengsätze gefunden, transportierten aber die Inhalte der ostpreußischen Güter per Zug über die Brücke nach Osten. Da gingen einige Dorfbewohner von Krulanki im September 1945 (4 Monate nach Kriegsende!) hin und zündeten die Sprengsätze, um die Transporte zu unterbrechen. Und dieses Tierlein kann man beim Wandern hier (Puszcza Borecka) im Wald treffen (ca. 70 Stück treiben sich herum.), allerdings sind sie sehr scheu und machen sich lieber davon als anzugreifen. Gut so!

Ausderasche am 23 Sep 2009 22:36:21

Kann man in dieser himmlischen Gegend mörderisches ersinnen? Man kann: Das ehemalige Wohnhaus und Landgut des Teufels.

Ausderasche am 23 Sep 2009 22:39:13

Und zum Abschluß des Tages die preußische Festung Boyen in Gizycko. Viel größer als erwartet und da es bereits dunkel wurde, leider nur wenig Zeit zum Sightseeing. Ähnliches hatte ich bisher nur in Schlesien (Neisse) gesehen und in Koblenz (Feste Ehrenbreitstein).

Ausderasche am 27 Sep 2009 22:12:55

25.09.

Nach 5 Tagen verlassen wir den CP Sklodowo Richtung Norden nach Wegorzewo (Angerburg), um die Vorräte aufzufrischen. Wegorzewo ist die nördlichste Stadt an der masurischen Seenplatte. Wir ziehen weiter nordwärts wieder bis zur russischen Grenze und dann ostwärts. Hier ist die ostpreußische „Romantikwelt“ fast noch original erhalten. Ziegeldörfer und Holzhäuser, Storchennester, Kopfsteinpflasteralleen. Ein paar Roadmovies. (Das Beste ist der Stuhl im Pferdetransporter…wenn das Pferd sich setzt ) - „So machen die hier Brennholz, is klar nä!“) Auch der abgestorbene Baum : ein verstorbener Junker schreitet über seinen Besitz.

Ausderasche am 27 Sep 2009 22:16:07

Wer allerdings wodkaflaschenwerfende Pferdekutscher erwartet (wie vor 18 Jahren erlebt), muß das als Stunt bestellen. Die Leute winken alle sehr freundlich. Und die Traktorisierung auf den Feldern hat längst Einzug gehalten.

„Pyramiden, Pharaonen, fehlen nur noch die Mumien, is klar nä!“ schreit plötzlich Mukas. Pharaonen, nah dran… Fahrenheit, Freiherr von … dessen Grabstätte in Rapa ist es, 1811 gebaut, ungefähr 15m hoch. „Vorname Celsius oder Grad, is klar nä!“ , tönt Mukas vorlaut, aber nachdem er durch das Fenster in die Pyramide gesp(h)inxt hat, ist er ein wenig blass und will schnell weiter. Hier wurde tatsächlich ein wenig mit der Mumifizierung experimentiert, ist aber zusammen mit irgendwelchen barbarischen Aktionen wohl fehlgeschlagen.

Ausderasche am 27 Sep 2009 22:18:58

Wieder nach Süden in die Puszcza Borecka (Borkener Forst). Mukas will nicht am Ufer des Jerzo Pilwag, in dem von mir gefundenen Waldweg übernachten. „Wenn da nachts die Bisons und so zum Saufen an den See kommen, die schlitzen mir das ADAC-Mietwohnmobil auf, is klar nä!“ Also umrunden wir einmal die Seenplatte und übernachten….genau da im Waldweg!

Ausderasche am 27 Sep 2009 22:20:46

26.09.09

Die Pilze vom Stellplatz hat Mukas Podomski, mein neugieriger Stellplatzadacmietwohnmobilnachbar , übrigens alleine gegessen – und irgendwie fühlt er sich im Moment nicht wohl. Ich habe ihm heiße Milch mit Honig gegeben und den Finger in de…..nein, das Folgende gehört nicht in einen Reisebericht. Besser keine Pilze essen, wenn Mukas keine Ahnung von Pilzen hat.

Ausderasche am 27 Sep 2009 22:23:50

Goldap – „Gold ab – stimmt - Von Glanz is hier ävver nix zu sähe, is klar nä!“ Tja – zweimal zwischen deutscher und russischer Front hin und her und dann noch die ganze Bevölkerung massakriert, da blieb von der Stadt außer dem Wasserturm nichts übrig. Der wurde aber sehr schön hergerichtet und bietet Aussicht über die Gegend. Achso und das OKdLW war auch hier – die Bunkerreste liegen im Kurpark, sozusagen als Kurschatten.

Ausderasche am 27 Sep 2009 22:30:35

„Seltsam wanderte im tiefen Urwald einzelner Jäger, welcher zur Jagd einen Spieß mit Steinspitze benutzte“ (Zitat aus Werbeprospekt ISBN 83-902117-2-6). Wir sind in der Rominter Heide zum Wandern. Seltsam waren auch die anderen Zeitgenossen, die hier waren. In der Reihenfolge jagten hier die Oberordensritter, polnische Könige, preußische Könige und Kaiser (und der europäische Adel: Jagen konnten sie zusammen – mal kurz als Verwandte zusammen telefonieren und NICHT in den Krieg ziehen, konnten sie aus Eitelkeit nicht.) , Chefnazis, Chefkommunisten und jetzt der Oberförster. Vorteil der ganzen Geschichte: Das Gebiet ist seit Jahrhunderten geschützt. Jetzt tummeln sich dort von Biber, Elch, Marderhund, Rotwild bis Wolf und WIR alle. Willy II hat hier seinen 2000sten Hirsch erlegt. Über 70.000 Viecher hat er in seinem „Jägerleben“ geballert. „Dä hät nen Knall, dä Kärl, is klar nä!“ Mukas ist wieder gesund. Wilde Tiere haben wir auch gesehen: 2 Eichhörnchen, Hornissen und eine Sau. Die hatte aber mehr Angst als wir.

Ausderasche am 27 Sep 2009 22:36:03

Rominter Heide ist aber nicht Lüneburg, sondern mehr Tundra oder Taiga mit Hügeln dazwischen.

Abends stehen wir in Stanczyki. Kosten für den SP 75 Cent.

Mukas hat gehört, dass die Grenze nach Russland hier eine grüne sei. Deshalb will er sich nach Rominten durchschlagen, 1 km nördlich der Grenzlinie. Dort hatte Willy II sein aus Norwegen importiertes Holzjagdschloss. Gleich daneben hatte auch Hermann eins – Hermann, der Oberkommandierende aller Jagdgeschwader und Jabos. „Wenn ich schon im Robben-in-der-Sonn Klub bin, muß ich das mitnehmen, ist doch allinkluseife, is klar nä!“

Ausderasche am 28 Sep 2009 00:38:28

Stanczyki sind Polens fast höchsten Eisenbahnbrücken (38m). Nur, warum die sonst so geizigen Preussen 1920 2 Brücken nebeneinander auf einer eingleisigen Strecke gebaut haben, weiß niemand. (Es wurde auch nur eine befahren, bis 1945.) Ich höre Mukas schon sagen: „ Der Grund war: Die Architekten waren Italiener aus Pisa, jetzt is alles klar nä!“ Reiseleiter müssen immer eine Antwort auf Fragen haben, auch wenn es Halbwahrheiten sind.

Ausderasche am 28 Sep 2009 00:41:27

Etwa 10 km nördlich von Stanczyki ist das 3 Ländereck Polen, Russland, Litauen.

2 freundliche russische Soldaten übergeben uns dort Mukas. Jetzt weiß er, die Reste des Kaiserpalasts stehen angeblich heute in Königsberg und Görings Palast ist nicht mehr.

Ausderasche am 28 Sep 2009 00:45:05

Südöstlich vom 3 Ländereck liegt der Suwalski Park Krajobazowy, heißt auch wir haben das ehemalige Ostpreussen verlassen. Mukas weigert sich, mit mir in den Park hineinzufahren: „Sandpisten, da verlier ich meinen ADAC-Kaskoschutz, is klar nä“. Tja – ich hätte besser ihn gehört, war ganz schön sandig und teilweise eng. Aber belohnt wurden wir auch mit der Kirche der Altgäubigen in Wodzilki (Alt-Russisch-Orthodoxe, die im 17. Jahrhundert aus Russland geflohen sind, und sich hier niederließen.)

Ausderasche am 28 Sep 2009 00:48:00

Am südlichen Rand des Parks treffen wir Mukas wieder. „Hier hat ein Riese Klicker (Murmeln) gespielt, is klar nä!“ Der Riese war die Eiszeit vor 15000 Jahren, hier waren die Enden der Gletscher und hier kullerten die Felsbrocken aus Skandinavien die Gletscherzungen herunter. Super Gegend.

Ausderasche am 28 Sep 2009 00:51:19

Souvlaki (Entschuldigung: Suwalki – Mukas macht mich schon kirre) dient zum Auffrischen der Vorräte – der Ort hat seine Einwohner von 1970 bis heute von 30.000 auf 65.000 erhöht und so sieht er auch aus. Aber die Infrastruktur bietet alles. Östlich von Suwalki liegt Wigry im Wigierski Park Narodowy, ein Kloster der Kamedulen. (Mukas behauptet es heißt Kamelluden, zumindest könne er sich das besser merken, is klar nä!) Hier übernachten wir wie einst 1999 JP II. Der wusste natürlich, wo es in Polen schön ist.

MobilIveco am 28 Sep 2009 07:42:58

Ausderasche hat geschrieben:26.09.09

Die Pilze vom Stellplatz hat Mukas Podomski, mein neugieriger Stellplatzadacmietwohnmobilnachbar , übrigens alleine gegessen – und irgendwie fühlt er sich im Moment nicht wohl. Ich habe ihm heiße Milch mit Honig gegeben und den Finger in de…..nein, das Folgende gehört nicht in einen Reisebericht. Besser keine Pilze essen, wenn Mukas keine Ahnung von Pilzen hat.


Keine Sorge, eine Pilzvergiftung dürfte er nicht haben. Das sind Tintenschöpflinge. Natürlich isst man nur die jungen (und nicht die alten die sich von unten nach oben auflösen).
Sie werden ihm allerdings auch nicht toll geschmeckt haben, da sollte es in polnischen Wäldern besseres geben, oder?

Ausderasche am 05 Okt 2009 21:20:29

so okay, MobilIveco ?

:D

Ausderasche am 05 Okt 2009 21:22:52

28.09.2009

Von Wigry aus bewegen wir uns Richtung Osten nach Sejny.

Ausderasche am 05 Okt 2009 21:24:04

Dort steht ein barockes Dominikanerkloster. Dominikaner, wegen ihres Outfits auch Pinguine der Kirche genannt. Kommt ein neugieriger ADAC-Mietmobilfahrer in einer schneereichen Winternacht in eine Dorfkneipe in Ostpreußen: „Gibt´s hier Pinguine? Nää? Dann habe ich wohl den Dominikanerpastor überfahren, is klar nä!“

Ausderasche am 05 Okt 2009 21:26:31

Weil Sonne scheint und wir einen Platz am See suchen, drehen wir eine sinnlose Runde am Galadutsee an der litauischen Grenze bei Ogrodniki. Dann „rasen“ wir die 16 gegen Süden bis Fracki und tauchen dort in die Puszcza Augustowska, das größte geschlossene Waldgebiet Polens ein. Dieses wird vom Kanal Augustowski durchschnitten – etwa 1820-30 erbaut, um Polen über die Memel einen Zugang zur Ostsee zu verschaffen, ohne Preußen zu berühren. Richtig fertig gestellt nie, heute ein Paddlerparadies. „Siehste – polnische Wirtschaft, ich sach es doch, is klar nä!“ Es waren aber die Russen, die ihren Teil nicht gebaut haben.

Ausderasche am 05 Okt 2009 21:28:02

Wir folgen dem Kanal nach Osten bis zur weißrussischen Grenze und auf einsamen Sandpisten im Wald nach Süden, direkt in Grenznähe. Die Ortschaften erinnern mehr an Russland als an Polen.

Ausderasche am 05 Okt 2009 21:29:49

Östlich von Lipsk erreichen wir die 664 und über die 670 geht es 45 km südwestwärts bis Dolistowo, um von dort in den Biebrzanski Park Narodowy, das größte natürliche Sumpfgebiet Europas, einzudringen. Über eine Holzbrücke (die angeblich 10t verträgt) und eine üble Waschbrettpiste geht es 14 km bis Jasionowo und dort südwärts nach Kopylkowo: (3 Häuser). Es ist bereits dunkel und regnet. Mukas ist vom Durchrütteln heute schlecht und er will einen großen Wodka.

Ausderasche am 05 Okt 2009 21:31:28

29.09.2009

„Mann, das ist ja am Ende der Welt, is klar, nä“ Genau: Dworek na koncu swiata, so heißt der Agrotourismus mit Pole Nawiotowne hier. Und von hier geht es morgens in den Sumpf. Mukas zieht seine Hightech mit Pymta? und Pilikon versiegelten Wanderstiefel von Hans Wolfshaut an, wir leihen Gummistiefel beim Bauern. „Sche.., Sche.., mir läuft Sche.., in die Schuhe, is klar nä!“ Nein, nur Moorwasser von oben! Die 25cm tiefe „Durststrecke“ dauert 100m, dann quatscht nur noch Schlamm für 3 km unter den Stiefeln, bis wir uns auf eine Sanddüne „retten“.

Ausderasche am 05 Okt 2009 21:32:37

Im Sand sieht man (aufgrund des kurz vorhergegangenen Schauers) die frischen Spuren des gerade vorbeigezogenen Wolfrudels.

Ausderasche am 05 Okt 2009 21:34:10

Im Sand unter der Treppe zum Aussichtsturm liegen ein paar Vipern in der Sonne. Und auf dem Turm tanzen die Raupen. Bloß die Elche die es hier in Massen geben soll, sehen wir nicht. Also zurück..für 9km haben wir ungefähr 5 Std. gebraucht. Menschen..keine. Dann noch ein unglaublicher Sonnenuntergang über dem Moor

Ausderasche am 05 Okt 2009 21:37:26

30.09.09

„Dat is dä frühe russische Winter wie 40/41. Wir müsse nach Huss, wenn mer niet erfriere wolle und isch han kin ADAC-Mietschneekätte. is klar nä!“ Tatsächlich hat es letzte Nacht gefroren. Aber: 1.) Ist es der polnische Herbst und nicht der russische Winter 2.) Sind wir im Womo und nicht an der Front 3.) passen angeblich polnische Gasflaschengewinde auf deutsche Gewinde und die Flaschen in die Womos, 4.) haben wir genug Gas dabei 5.) muß man sich nicht immer im Addidas T-Shirt mit Bundesadler und DFB-Abzeichen zu erkennen geben, sondern kann auch Pullover tragen.

Wir kehren zurück zur Masurischen Seenplatte, jetzt in den südlichen Teil: Jerzy Ros östlich von Pisz. Bei der Fahrt besichtigen wir noch die riesige russische (!) Festung (19. Jahrhundert) bei Osowiec, die den einzigen Durchgang durch die Biebrza-Sümpfe abriegelte. Im WK I mit Giftgas umkämpft. „Sieht aus wie deutsch, englisch, französisch oder polnisch! Erst angeblich strategisch notwendig, dann teuer, dann technisch überholt, dann Schrott in der Landschaft, is klar nä!“

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