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Auch das mit den Ausflugsschiffen habe ich hier in Leba jetzt verstanden. Das sind gar keine, sondern das ist die polnische Ostseeflotte. Vorneweg fahren die Verpflegungsschiffe, die haben nämlich Tische und Stühle an Bord und die Matrosen, die mit Biergläsern und Wodkaflaschen winken. Und sie verspeisen Fisch, z.B. gebackenes Dorschfilet mit Pommes oder geräucherten Lachs. Dann kommen die Schlachtschiffe – in Leba gab es 5 Stück davon - mit Hackebeilchen und Kanonenimitaten. Und die notwendige Ausrüstung vom Schwert, über Schwimmring bis zum Rosenkranz – alles gemacht aus bester Plaste – gibt es in den Waffenarsenalen an der Strasse. Nach so viel neu erworbenen Marinewissen ziehen wir uns wieder in die tiefen Wälder an der Ostseeküste zurück, ersteigen den Leuchtturm von Stilo (103 Jahre alt, ganz aus Stahl gebaut, 40m hoch) und Wandern stundenlang am Strand von Lubiatowo, wo wir (fast) mutterseelenallein im Wald stehen. Außerdem haben wir den Zarnowierckie See umrundet (wo ein Zarnobyl AKW errichtet werden sollte, aber nach 10 Jahren eingestellt wurde (Siehste: Kalkar liegt auch in Polen)). So steht es in jedem Reiseführer. Aber über das gigantische Peicherpumpkraftwerk, das wir dabei entdeckt haben, schreibt keiner. Durch die Rohre könnte ich mit dem WOMO locker Geisterbahn fahren. Zur nächsten Nachtruhe haben wir uns nach Bialogora zurückgezogen. Hier stehen wir wirklich solo auf eine Parkplatz Wiese.
Frostschaden vom letzten Winter entdeckt! „Nä, wat häästä denn da für ene schöne Schlauch vorne eruss hänge, is klar nä! Schauste Wasserfärnsähä, is klar nä!“ Und bevor ich es verhindern konnte, hatte Mukas Podomski, mein neugieriger Stellplatzadacmietwohnmobilnachbar in Leba, (ich habe extra einen Vor- und Nachnamen gewählt, der weder in D noch PL vorkommt, damit keine Verwechslungen passieren), während ich Frischwasser tankte, am Hahn meines Frischwasserfilters gedreht. „Nä, datt hätte ins Auge gehen können, is klar nä!“ sagte Mukas und wischte sich anschließend das Wasser von der Brille. (Den Spruch kannte ich variiert nur von Blondinen). Mein Wasserhahn spritzt in „Zu“stellung plötzlich aus einem bisher nicht entdeckten Loch – offensichtlich ein Frostschaden vom letzten Winter. Da öffnet man im Herbst alle Hähne, bläst Leitungen durch und den in der Heckgarage vergisst man. Danke, Mukas! Ich darf wieder 14,--€ bei Kärcher zur Belebung der Wirtschaft investieren. Fortsetzung der Tour über Krokow (von 1300-1945 Sitz der Familie von Krokow). Die Ausstellung im Schloss ist ein Beispiel für das, was die Familie im 3. Reich schon vor der Vertreibung erlitten hat (Man denkt immer, den preussischen Junkern ging es doch gut) und die Anstrengung, nach dem Krieg Versöhnung zu betreiben. Ausserdem ein super Schlossrestaurant.
Übrigens wir sind in Kaschubien, da wo Oskar Matzerath´s Großmutter herkommt. Mukas Podomski, mein neugieriger Stellplatzadacmietwohnmobilnachbar: „Kaschubien, echt krass, is klar nä!“ Recht hat er: Grass, Günther: Die Blechtrommel. Abends sind wie in Jastrzebia Gora. Wieder Leuchtturm gucken und ein schönes Abendessen. Stehen mitten im Dorf auf einem staubigen PP neben den Hotels. Alle WLANs geschlossen. Und mein selbst konstruiertes Draw - Plug and Play - Entsorgungssystem (um nicht immer das Bajonett unter dem Fahrzeug auf- und abpflanzen zu müssen), hat sich nach 50 Entsorgungen auch in 2 Teile zerlegt. Mukas Podomski, mein neugieriger Stellplatzadacmietwohnmobilnachbar: „Bruch is klar nä: Kannste knicken, is klar nä!“ War aber in 5 Minuten repariert. Und da der Schlauch kürzer ist als vorher, sitzt er jetzt auch besser im Aufbewahrungsrohr. Womo fahren ist fast, aber nur fast wie zu Hause bleiben. Du hast Dein zu Hause immer dabei und hast immer was zu schrauben. Am nächsten Morgen (05.09) ist unser WOMO zum Wasserschloss mutiert. So hat es letzte Nacht geschüttet und es schüttet immer noch. Rundherum steht das Wasser wie in einem Wassergraben. Eine Art des natürlichen Einbruchschutzes. Der einzige Nachtteil: Ich darf die Auffahrkeile aus der Pampe heraustauchen. Mukas Podomski, mein neugieriger Stellplatzadacmietwohnmobilnachbar meint, dass andere Urlauber für Tauchurlaube viel Geld ausgeben. Ich hätte das gratis, is klar nä!
Über Wladyslawowo (nein, nicht Wladiwostok) geht es auf die Ostsee-Halbinsel mit 3 Buchstaben: Hel oder Kuhschwanz, wie die Kaschuben sagen. Kleiner Tip: Am Ortsausgang Richtung Hel gibt es links einen LIDL und einen Bietronka Supermarkt, die beide gut sortiert sind. 40 km fahren wir zuerst an CPs vorbei und dann durch Wald, um in einem Ort (Hel) zu enden, der auch jetzt noch (Nachsaison) viele bewachte PPs im Angebot hat. Nach einem Bummel durch den Kleinstadtrummel und einem Besuch in der Seehundrettungsstation (Fokarium, ist nichts unanständiges) geht es wieder rückwärts. Auf den Besuch der WKII Batterie am Ortseingang verzichten wir. Hier gingen nach der Kapitulation am 9.Mai 1945 (!!!!) 60.000 Wehrmachtssoldaten, die sich auf Hel eingebuddelt hatten, in russische Gefangenschaft. Mukas Podomski, mein neugieriger Stellplatzadacmietwohnmobilnachbar: „60.000 gegen eine rote Arme? Hatte keine Chance bei dem Zahlenverhältnis, die rothaarige Alte, is klar nä!“. Naja, ich will nicht wissen, was hier alles passiert ist und danach! Heute ist das ein Urlaubsparadies. Ach, auf dem Leuchtturm waren wir auch: 187 Stufen, ächzt! Womit ich überhaupt nicht gerechnet habe, weil hier ist eigentlich kein Platz, so eng liegen die Meere beieinander.…wir finden einen tollen SP westlich vom Hafen von Jastarnia, direkt am Wasser mit Blick auf Gdynia.. Draußen toben bestimmt 50 Speedsurfer und Kiter bis in die Nacht, sogar mit Headlights und Neonsegeln. Verrückt! Ich komme selbst aus Polen, Masuren und verfolge deine Reise mit sehr großer Neugier.
Du beschreibst alles fantastisch, sehr bildlich. Ich bin auf weitere Berichte sehr gespannt. Ich bewundere manchmal euren Mut so einsam zu übernachten. Gute Reise (szerokiej drogi) Mila&Udo Ich komme zwar nicht aus Polen, bin aber mindestens genauso neugierig auf die Fortsetzung wie Mila :)
Sehr unterhaltsam und amüsant geschrieben. Nur die Fotos von den leckeren Sachen treffen mich immer unvorbereitet heftig, mache ich doch gerade eisern Diät :cry: Ich komme auch nicht aus Polen,
mach auch keine Diät :wink: (obwohl ich sollte vielleicht ... ) und will auch weiter berichtet kriegen :) Was´n los Frank, kein WLAN :?: Du bist schon 5 Tage "überfällig" , is klar, nä ... 8) Schön Frank, gefällt mir sehr gut, dein Bericht und dein Schreibstil, musst ab und an herzlich lachen
Hat keiner eine Nr von ihm? Nicht das er doch gelaut wurde :eek: Still alive, nur kein W-LAN, aber jetzt wieder!
06.09. Ruhetag: Strandwandern, Sonnenbaden, Radeln..trotzdem ein paar Fotos Ich könnte Euch noch kurz die Geschichte von den Bernsteinen erzählen. Hier vor Hel lebte eine Seejungfraukönigin in einem Bernsteinpalast. Dann fiel sie in Sünde mit einem Fischer aus Jastarnia. Das erboste die Götter und sie zerschmetterten den Palast, töteten die Ex-Jungfrau, schmiedeten den (natürlich schuldlos verführten Fischer an einen Felsen und legten den toten Fisch davor). Bei Sturm heult er seit 20.000 Jahren um die Geliebte und der Bernstein...der kommt vom zerschmetterten Palast.
Mukas ist gerade im Liegestuhl eingepennt. „Hel=Kuhschwanz =Ochsenschwanz, denn jeder Wohnmobilist, der in der Hochsaison dort einen freien SP, PP oder CP ohne Reservation sucht, ist ein Ochse, is klar, nä!.“ lacht Mukas Podomski, mein neugieriger Stellplatzadacmietwohnmobilnachbar beim Wegfahren.
„Kriminelle, Räuber, Mörder – hier park ich das Womo nicht, hier nicht! Haste gesehen, hier werden die geklauten Autos umcodiert, is klar, nä!“ Schon gut Mukas, wir parken auf dem Parkplatz neben der Zulassungsbehörde in Puck. Hier werden nur neue Nummernschilder aufgeschraubt. Das war einst Polens (1920) einziger Hafen. Kein Wunder, dass so ein General hier einen Platinring zur Hochzeit Polens mit der Ostsee ins Meer geworfen hat. Gut, dass Mukas kein Adacmiettauchausstattungstaucher ist. Ansonsten ist Puck putzig (so der deutsche Name) und hat ein uriges Fischlokal. Weiter über Rzucewo (neugotisches Schloss, heute Hotel – wir wollten Kaffee trinken, aber der Kellner ließ sich nicht sehen) nach Gdynia (Gdingen) oder für die Unverbesserlichen Gotenhafen (dort, wo z.B. die Gustav Gustloff auslief)) und zum Übernachten auf den CP 19 in Sopot.. 07.09. Danzig
Kennt jeder und da gab es hier schon Fotos von echten Profis mit professionellen Kameras, deshalb vielleicht mal etwas anderes. 1 m hohe Bernsteinmonstranz in der Solidarnoszc-Kirche (St. Brigitte) (vor der Kirche ist übrigens ein bewachter Parkplatz – fußläufig Citynah und sehr ruhig, da abseits jeder Hauptstr. – für WOMOs bis 7,00m bestimmt anfahrbar.) Denkmal für die Ermordeten in der Polnischen Post ….Die Angestellten der Polnischen Post verteidigten das Gebäude im September 1939 14 Stunden gegen die Wehrmacht. Wer in diesen 14 Stunden nicht fiel, wurde hinterher liquidiert. So weit nur zu den deutschen Verbrechen bereits in den ersten Kriegstagen. ….und eine Story: In einem Kircheneingang saß ein Bettler und betete laut eifrigst seinen Bernsteinrosenkranz auf polnisch Als wir die Kirche verließen, betete er immer noch eifrigst. Als wir nichts in den Becher legten, denn wir hatten unseren Tagesobulus bereits erfüllt, betete er eifrig auf deutsch: „Scheiße!“
Du musst doch nicht auf diese Art fischen. :D Es kommt nicht auf die Profikamera an, sondern auf den Menschen, der den Auslöser drückt. Deine Fotos sind nicht nur liebevoll arrangiert, sondern auch absolut profihaft. Ich kann es übrigens sehr genau beurteilen. :roll: Auf dass Du nicht Deine Motivklingel verlierst! Schönen Mover Der CP19 in Sopot liegt zwar sehr günstig zum Bahnhof (5min, 1€ kostet die Fahrt nach Danzig ca. 20min), zum Strand und nach Sopot (30min Fußweg am Strand entlang, 20 min über die Promenade) und es gibt eine tolle Koliba am Strand, aber er ist durch Eisenbahn und Strasse doch sehr laut. Trotzdem bleiben wir noch eine Nacht hier und schauen uns Sopot an. S. ist ein tolles Seebad, das im Krieg kaum zerstört wurde, deshalb viel alte Bausubstanz hat, z.B. das Grand Hotel und die längst hölzerne Seemole Europas über 500m, aber auch viel Neues. . Und das Geburtshaus eines exzentrischen Schauspielers.
Mukas Podomski, mein neugieriger Stellplatzadacmietwohnmobilnachbar: „Hoffentlich kommt die Natascha oder Nastasia gleich, bin schon ganz scharf drauf, is klar, nä!“ Naja, der Schauspieler hieß Klaus! 10.09.
Durch das Verkehrsgetümmel von Danzig steuern wir weiter nach Osten. Am Unterlauf des Wisla Smiala geht es über eine Pontonbrücke. „Nä,nä..da fahr isch nisch drüber, erstens verträgt die nur 1.8t und wenn die umkippt, värlier isch meine ADAC Mietmobilvollkaskovärsicherungsschutz , is klar, nä!“ lamentiert Mukas. Also, Mukas, da hat einer denn Dezimalpunkt verschoben, schau mal was da drüber fährt! Wenn man hinter der Brücke Richtung Mündung fährt, kommt man an ein großes Naturschutzgebiet mit Wasservögeln) mit-/Fahrradwegen und einem PP, auf dem man auch gut Übernachten kann. Eigentlich ärgere ich mich mittlerweile, nicht 2 Fahrräder mitgenommen zu haben, denn in vielen Gebieten gibt es doch recht annehmbare Radelmöglichkeiten, Das nächste Hindernis ist eine Fähre über die Hauptmündung der Wisla (Weichsel). Ein beiseitig angelegtes Motorboot schiebt die Fähre. „Hä, clever die Polen, die Wahrscheinlichkeit, dass 2 Boote gleichzeitig untergehen, ist viel geringer, als dass eines untergeht, is klar, nä!“ strahlt Mukas. Beim Runterfahren schrabbt das WOMO kräftig über die Auffahrbrücke. Mein Hinterteil ist eben zu ausladend.
11 km weiter sind wir auf dem Frischen Haff angelangt. Direkt am Zugang liegt Sztutowo, zu deutsch Stutthoff, das Vernichtungslager. Wir haben das KZ und die Dokumentation der dort begangenen Greuel bereits Anfang der 90er gesehen und fahren über Krynica Morska bis zum letzten Ort vor der russischen Grenze, Piaski. Als wir dort ankommen, hat sich im Bad das Toilettenpapier komplett von selbst abgerollt und das Bad ist wie eine ägyptische Mumie dekoriert. Kein Wunder, denn an der Strasse steht häufig mein polnisches Lieblingsverkehrsschild, bei dessen Ansicht der Fahrer in alle Richtungen besonders aufmerksam sein sollte!. „Du Färkel, is klar nä!“
Muskas merke dir: Honi soit, qui mal y pense! Apropos Ferkel, hier hängen riesige Plakate, dass das Füttern von Wildschweinen verboten ist! An der Kirche vorbei, links hoch über eine Betonpiste wieder runter zum Strand…der im Indernetz gefundene Parkplatz entpuppt sich als schmale Waldwegekreuzung, aber nur 200m bis in die Ostsee, eine kleine Bar mit Frischfisch und eine Stimmung wie an einem sardischen, französischen oder portugiesischen Fischerbootestrand. Noch ein bisschen Abendsonne genießen. 11.09.
Nach Osten, nach Osten! Wir wandern über den Ostseestrand, Richtung russischer Grenze. Eigentlich unvorstellbar, wir urlauben genau am selben, sonnigen Strand, über den im eisigen Frühjahr 1945 im Schneesturm die Flüchtlingstrecks Richtung Westen zogen, wenn sie denn den Weg über das Eis des Frischen Haffs geschafft hatten. Nach 3 km ist dann auch Schluss .. und jenseits des Zauns (Außengrenze der EU) nicht eine Fussspur im Sand: russisches, militärisches Sperrgebiet. Der Mobilfunkempfang ist hier übrigens exzellent! Amüsant die Beschilderung: Das eine Schild besagt: Durchgang verboten, das andere Zugang/Ausgang No.1. Wer will, kann hier wohl in welche Richtung zutreten? Auf dem Rückweg sammelt Mukas Podomski, mein neugieriger Stellplatzadacmietwohnmobilnachbar, Klunker: „ Was hörst du, wenn du zwei gegeneinander schlägst? Leonard Börnstein, is klar nä!“ Diesmal sind sie echt, denn vor dem Haff befinden sich reichlich Vorkommen in der Ostsee. Es gibt auch schwarze aus Braunkohlevorkommen. Muß morgen mal nachsehen, ob ich auch welchen finde! Aber erst, nachdem ich den Frischfisch zum Frühstück eingekauft habe, der hier angelandet wird. Frischer und preiswerter geht es nicht mehr. Mukas: „Doch, als Sushi auf dem Kutter, is klar nä!“ Na dann, Gute Nacht! 12.09.
Ruhetag. Nach meinen Bernsteinfunden und deren eingehender Analyse muß die Geschichte der Besiedelung des Ostsseraums neu geschrieben werden. Denn niemand hatte bisher die Volksstämme der Östseeis (ist vermutlich ein Bruder des eingefrorenen Jägers aus den Ötztaler Alpen) und der Kinskis auf der Rechnung. Auch die griechische Besiedlung war bisher unbekannt. Tja, da werden sich Prussen, Ordensritter und Polen aber ärgern! Und noch etwas Seltsames haben wir erlebt. Mitten in der Nacht klemmt sich ein PKW neben uns, so dass wir eigentlich nicht mehr weg fahren können, obwohl alles frei ist, und wird 24 Std. später wieder mitten in der Nacht abgeholt. Werden wir aufgrund unserer technischen Ausstattung (kreisende Satellitenantenne) und exponierten Stellung an der russischen Grenze von einem Geheimdienst observiert? Mukas hat auf jeden Fall erst mal ängstlich das Weite gesucht. Ähh ... mit Deiner Leber hast Du noch "großes" vor :?:
:D
Satellitenanlage kreisen lassen ist auch zu auffällig. Ihr müsst wenigstens so tun als ob es sich um eine Satellitenschüssel zum Fernsehemfang handeln würde :D PS Toller Bericht und schöne Bilder! Und immer gut aufpassen das der "Bernstein" nicht zündet --> Link sehr schöner bericht und tolle fotos, ich freue mich immer wieder über die fortsetzungen
Guter Hinweis, MobilIveco :!: Frank: Letzes Sylvester wurde uns an der Ostsee ein Fall erzählt, nach dem sich ein bernsteinsuchender Urlauber schwer verbrannt hatte. Er hatte was gefunden, das wie Bernstein aussah und in die Hosentasche gesteckt ... war aber ein Phosphorbrocken, der "naß" ziemlich ungefährlich ist. Trocknet er allerdings ab (in der Hosentasche :( ), entzündet er sich selbst und wird bis zu 1300 Grad heiß ... schwerste Verbrennungen sind die Folge. Also: "Berstein-Funde" NIE in die Hosen- oder Jackentasche, sondern IMMER in einen separaten Beutel in der Hand getragen (den man notfalls schnell wegschmeißen kann) Hallo,
vielen Dank für Eure Warnungen. Wir waren uns dieser Gefahr bereits bewußt, zum einen weil ich bereits vor einigen Jahren eine Sendung über das Thema Kampfmittelentsorung nach dem WKII in der Ostsee und die Folgen gesehen hatte, zum anderen weil vorletzte Woche im Fernsehen der (blöde) Film "Gefahr aus der Tiefe" lief. In der nachfolgenden Sendung war auch noch einmal explizit auf die Phosphorgefahr hingewiesen worden! Wir haben die Ostsee mittlerweile verlassen, trotzdem noch einmal vielen Dank! Viele Frank Hallo Frank,
super Reisebericht und tolle Bilder, vielen Dank auch von mir. Aber ich muss auch sagen, Ihr habt viel Mut, so gaanz alleine irgendwo zu stehen. Da würd ich die ganze Nacht kein Auge zumachen! Was ist eigentlich mit der Kriminalität in Polen? Ich weiß, dass viele Horrorgeschichten kursieren, die bestimmt nicht alle wahr sind, aber ein bisschen was muss doch dran sein. Vielleicht hab ich auch nur zuviele Vorurteile. Wie hast Du das erlebt? Schönen Urlaub noch - saren
Ich bin zwar nicht Frank und ich bereue auch die Worte "geklaut wurden" :oops: aber zu Polen. 2005 war ich auch dort --> Link und das war bestimmt nicht das letzte mal. Einfach nur klasse und ich fühlte mich kaum mal unsicher und mir kam auch nichts weg. Hallo Frank,
hoffentlich ist Euch nichts passiert - ich warte sehnsüchtig auf die Fortsetzung Eures Reiseberichts.... :wink: Liebe saren 13./14.09.
Hallo, keine Sorge um uns. Es ist alles in bester Ordnung. Nur kein WLAN zur Verfügung. Die Fragen beantworte ich demnächst mal, wenn wieder ein WLAN zur Verfügung steht. Die beiden nächsten Tage verbringen wir auf dem CP in Elbing. Elbing wurde auf den Grundmauern des alten Elbings modern, aber im historischen Stil wiedererrichtet, da es fast komplett zerstört war. Vor 20 Jahren war der ganze Innenstadtbereich noch ein Trümmerfeld, eine so genannte archäologische Zone, wie man das fehlende Geld bemäntelte. „Archäologische Zone is juut“ kommentiert Mukas „war alles am Ar…., is klar nä!“ Na Du wirst Dich noch wundern. 15.09.09
Wir drehen eine Runde im Nordosten von Elbing. Auf der 509 über Mlynary bis Gladysze (Schlodien), Dann Karwiny, Slobity (Schlobitten), Paslek (Rothenburg Ostpreussens) zum Übernachten an die bekannte schiefe Ebene bei Jelonki. Gladsyze und Slobity sind alte Adelssitze der Familie Dohna…schaut selbst…Rote Armee Reste. In Gladsyze kommt Horst (70 Jahre) auf dem Stock und in einer Wodka-Schweißwolke angeflogen. „Wäre neues Aroma für Lafer, is klar, nä!“ weiß Mukas. Alte Horrrst macht Führrung für Herrchen Podomski in Schlosschen von Familie Dhona als letzterr überrlebenderr deutscherr Ostprreusse und perrsönliches Adjudantchen von Fürrst . Die beste aller Beifahrerinnen wird dabei von einem aufdringlichen Frosch angefallen (die Störche hier waren im Sommer ziemlich faul, überall hopsen die Grünen herum) und führt einen Stepdance in der Wiese hinter dem Schloss auf – genau neben dem alten Ballsaal. Mukas lacht: „Sie sollte den Frosch besser küssen, is klar, nä. Jetzt ist er weg, nä!“ Er erhält unverzüglich die Gelbe Karte! Am Ende gibt Mukas Horrrst noch ein angemessenes Trinkgeld. Horrst hätte gerne das Doppelte. „War nur der Wert einer halben Wodka-Flasche, is klar, nä!“ beruhigt Mukas Horrrst. Der ist dann doch zufrieden und trottet winkend und lachend von dannen. 16.09.09
Danke für den Stellplatztip Jeloniki, Gogolo bzw. die Korrektur. Wir haben ihn auf Anhieb gefunden. Die schiefe Ebene ist wirklich beeindruckend. Ähnliches mit Einsatz nur von Wasserkraft gibt es übrigens im Ruhrgebiet, Elsaß und mehrfach in Belgien zu sehen, nur nicht schon 150 Jahre in Betrieb. Wir schließen unseren Kreis in Elbing und schaukeln entlang der Landseite des Frischen Haffs nach Kadyny (Cadinen) zum Hotel Kadyny Country Club. „Endlich mal wieder Bullenreiten im Freien, is klar nä!“ freut sich Mukas Podomski, mein neugieriger Stellplatzadacmietwohnmobilnachbar. Na , eher Herrenreiten! Kadyny Country Club ist ein Landgut, dass einst Kaiser Willy II gehörte und dann vom Kronprinzen (?) – auch Mukas liest das Goldene Blatt nicht, da dort zu wenig Stellplätze veröffentlicht werden – Louis Ferdinand von Hohenzollern okkupiert war, bis die Russen kamen. Heute Hotel und Pferdezucht. Aber der Ort ist wirklich sehr hübsch! Nächste Station ist Fromborg (Frauenburg), kein Frauenknast, sondern „De revolutionibus orbium coelesium“! Ca. 48 Jahre hat Kopernikus geforscht, um die Welt auf den Kopf zustellen. „48 Jahre? Das schafft ein Bänker doch heute locker in ein paar Wochen, is klar nä!“ äzt Mukas. Die Erstausgabe seines Werkes hat er quasi in seiner Todesstunde erhalten. „ Hät är ävver Glück gehabt, dä Ahl, ein bisschen früher veröffentlicht und die Sancta Ecclesia hät das Erstlingswerk als Zunder am Scheiterstövchen benutzt.“ (Mukas kennt sich wirklich überall aus, sogar im mittelalterlichen Kirchenrecht!) Finis diae ist Braniewo oder genauer Nowo Pasleka. Auf der anderen (Nordost-) Flussseite könnte man toll direkt am Haff stehen (Privatparkplatz!), aber Mukas will wieder einmal mit seinem Mietmobil nicht über die wackelige 5t Brücke fahren. Wir enden daher zur Nacht im Feld im Niemandsland, 1 km vor der russischen Grenze – in Sichtweite. 17.09.
Das Reise-Know-How Reisehandbuch sagt zum Befahren der Reichsautobahn Berlin-Danzig-Königsberg: „..liegt heute als Flickenteppich zerbrochener Betonplatten da“. Seht selbst – rechts ist noch etwas Original zu sehen....und auch das heutige Ende der „Reichsautobahn“. Da tut sich Großes. Mukas beschließt noch 4-mal hin und her zu fahren, weil „1. hier Null Verkehr ist 2. hier nichts aufschaukelt und wackelt 3. er den Tempomat auf 90 stellen kann, 4. er nach 4 Wochen Polen das Bedürfnis nach einem Gefühl des Gleitens hat 5. er sich dann wie Schumi fühlt, is klar, nä!“ Wir nehmen die nördlichsten Straßen südlich der russischen Grenze und stellen den Tempomat auf 30. Die Alleen sind ebenfalls auto-, aber nicht schaukelfrei. Mittags erreichen wir über Zelazna Gora, Piele den See bei Slebock zur Pause. Es ist hier so schön, dass wir einfach stehen bleiben. Hoch über uns ziehen im blauen Himmel Scharen von Wildgänsen mit lautem Geschrei nach Südwest, die Frösche muhen und die Kühe quaken. WOMO-Feeling vom Feinsten, ist klar, ohne nä! Suuuper - danke - und: Schön, dass es Euch gut geht.
Das mit dem Schloss Schlodien (und wahrscheinlich vieler weiterer wunderschöner Gebäude) ist ja echt ein Jammer. Was muss das für ein tolles Anwesen gewesen sein. Schöne Tage noch - saren |
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