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Bella Italia 2010 – Ein RB live 1, 2, 3, 4


Ausderasche am 09 Apr 2010 23:36:38

Camacchio: Kleinvenedig!

Wir kehren zum Übernachten nach Lido di Volano zurück. Camping ist dort nach italienischen Regeln verboten, weiß Mukas aus seinem Mietwohnmobilführer:
„1.) Alle 4 Reife müsse diräkt am Bodde stähe. Also nix mit minge Schlappe als Auffahrkeile.
2.) Nix nach drusse oder russ hänge lasse. Träppe, Finster, Stööhl, Tisch oder esuu, is nix! Bauch erinn, keine Shorts mit Sichtgasse.
3.) Et darf nix droppe. Is wäge dä italienische Eimere ungerm Womo.“

In echt sieht Campingverbot so aus…

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wiebke am 09 Apr 2010 23:43:58

Frank und Mukas, ihr seid schon ein geniales Team :klatschen:

Lancelot am 10 Apr 2010 11:00:51

Ausderasche hat geschrieben:In echt sieht Campingverbot so aus…


Ich "liebe" Italien ... :wink:

Chianti: sag Mukas, er kann den Sangiovese auch pur kaufen (ist meist viel billiger), aber so ein "Classico" direkt beim Winzer ...

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Ausderasche am 10 Apr 2010 20:55:18

Über die E55 und E45 geht es an Ravenna und Cesena vorbei nach Süden und gerade als Mukas TOSKANA schreit, geht es in Sarsena ins Montefeltro nach Marken hinein nach Sant Agata Feltria, das Zentrum der Tartufo Bianco Pregiato. Da die weiße Trüffel mit Gold aufgewogen wird, will Mukas eine Ausbildung als Trüffelhund (davon gibt es hier angeblich 500) absolvieren und sich im Herbst den Trüffelsuchern anschließen. Als ich ihm sage, dass Trüffelschweine noch erfolgreicher seien, trollt er sich beleidigt von dannen.
Sant Agata hat einen schönen Stellplatz mit V+E, Strom, alles noch gratis.

Ausderasche am 11 Apr 2010 18:38:30

4° - Schneeregen. Ein deutsches Sprichwort sagt: Bei dem Wetter jagt man keinen Mukas vor das Womo.

@Wiebke

Gut, dass Du geflüstert hast, sonst will Mukas noch Honorar von mir als Ideengeber

@Wolfgang

Du kennst Mukas doch! Er hört: „Wein SOWIEGENUESE pur trinken“ und konsumiert dann Korbflaschenweise mit der Begründung, auf den Schiffen von Christoph Kolumbus (dem GENUESEN) sei das Sitte gewesen

Lancelot am 11 Apr 2010 19:58:24

:kuller:

Ausderasche am 12 Apr 2010 21:11:06

Nachdem sich die Trüffelhunde in ihren Zwingern die zweite Nacht über potentielle Weißtrüffelfundorte unterhalten haben, leistet Mukas mir heute Morgen Abbitte: „Trüffelsäu grunzen nachts nich, is klar nää?“

Durch Wolken und Schnee geht es über Pennabilli, Carpegna, Sant Angela di Vardo nach Urbania. Hier gibt es wieder einen schönen SP hinter der renovierten Barco Ducale.

Ausderasche am 14 Apr 2010 21:13:37

In der kleinen Steinhütte neben dem Barco übt abends die Boygroup „Urbania Hotels“. Unsere WOMO ist mit den Autos der Groupies und Goupos zugeparkt. Punkt 24 Uhr ist Schluss. Alle fahren diszipliniert weg ohne Gejohle und Gehändies. Keiner klopft ans WOMO, um „Buone mezzanotte“ zu wünschen. Das ist doch nicht Italien!? „Jooo, und seit die den Kachelmän einjelocht han und der dat niet mie mänätscht, macht dat Wäder hier auch in Italien, wat et will, is klar, näää!“ Grau in grau, Regen!

Ausderasche am 14 Apr 2010 21:19:15

Von Urbania geht es über eine Passstrasse nach Urbino, leider in Regen und Nebel. Von der herrlichen Landschaft ist wenig (nichts) zu sehen. Urbino liegt auf zwei Hügeln, parken mit WOMO ist schwierig auch in der Nebensaison, geht aber gut am Touristenbusparkplatz, dort ist auch eine V+E. Dann mit dem ÖPNV in die Stadt. Zuerst besuchen wir Rafaello, der hier geboren wurde. „Is klar, den Typ kenn ich aus dem Fernsehen, das ist der mit den weißen Mottenkugeln, die man nur im Winter essen darf!“ Okay, mit Renaissancemalern und Renaissancebauten, die hier in Urbino in Reinkultur stehen, brauchen wir Mukas nicht weiter belästigen. Nach einem Blick in ein Cafe will er aber im Sommer noch einmal wiederkommen, denn hier gibt es mehr Studentinnen (und Studenten) als Einwohner.

Ausderasche am 14 Apr 2010 21:23:17

Weiter zur Gola di Furlo, einer gigantischen Schlucht, durch die bereits die Römer die Via Flaminia und den vermutlich ältesten Straßentunnel (79 n. Chr.) der Welt bauten. Leider wegen Felssturz vom 6.04.2010 z.Zt. für jegliche Art an Passage gesperrt! Das hat auch was Gutes. Wir finden in Furla direkt mit Blick auf den Eingang zur Schlucht einen kleinen PP zur Übernachtung ohne jeglichen Verkehr!

Ausderasche am 14 Apr 2010 21:35:56

Nebelhorn und Blinklichter wecken uns. Die Müllabfuhr kommt, es ist helllichter Tag, aber nichts zu sehen. Plötzlich ein Licht von oben…die Sonne vertreibt innerhalb weniger Minuten den Nebel. Über Cagli (Markttag) und Frontone zum Monastero di Fonte Avellana. „Boaah ist die Family groß!“ staunt Mukas „Welche Familie?“ Na die Familie Kamelluden, zuletzt haben wir doch die Kamelluden-Brüder am Wigry-See in Polen getroffen!.“ Sein Erinnerungsvermögen ist gut, doch schon damals hießen die Mönche Kamaldulenser. Hier wohnen noch 12, wir übernachten bei ihnen.

dieterrudi am 14 Apr 2010 22:58:40

Gratulation Ausderasche, ich hab noch nie einen so kurzweiligen und lockeren RB gelesen.
Wie sagt gerade meine mitlesende Göttergatin: " I werd narrisch...." Ob sie den "Muk...." meint oder Dich?

Ausderasche am 16 Apr 2010 22:52:03

Die Mönche sind gnädig und schalten Ihre Glocken um 22:00 Uhr ab, obwohl sie hier in dieser Einsamkeit keinen stören würden. Es ist eine himmlische Ruhe. Apropos Himmel: Hier ist das Paradies aus Dante´s Göttlicher Komödie. Dante hat im 14.Jahrhundert hier einige Zeit verbracht. Um 6:00 Uhr früh wird aber wieder gebimmelt und EINER fühlt sich jetzt gestört, hält aber ausnahmsweise seinen Babbel. Quer durch den Parco di Monte Cucco fahren wir nach Gubbio. Eine bauliche Besonderheit haben sie hier: kleine Klappen (Fenster – jetzt zugemauert) aus denen einst die Verstorbenen aus dem ersten Stock auf die Strasse gebracht wurden und nicht durch die Haustür. „Nä, nä dat is nix, ställ Dir für, ich wör nur scheintot und die lasse mich auf die Stroß falle. Dat tut doch wieh!“ Aber Mukas! Du mit deutschem Normalmaß passt doch gar nicht durch diese italienische Klappe!
Oberhalb von Gualdo Tadino in 1000m Höhe finden wir einen Parkplatz mit toller Aussicht, zugegebenermaßen mussten wir auch eine halbe Stunde eine Passstrasse wieder rückwärts hinunterfahren. Mukas hatte sich längst auf dem PP eingerichtet und grinste:“In meinem Mietmobilvertrag steht: Keine Stradas biancas fahren, auch wenn sie mit SP nummeriert sind!

Ausderasche am 16 Apr 2010 23:04:49

Ich träume: Mukas spielt im Opernorchester von Verona bei Turandot die Bassgeige. Als besonderer Kunstgenuss wird mein Kopf mit dem Ohr am Resonanzboden seines Instruments festgezurrt….. Ouvertüre !!!! Schweißgebadet wache ich auf, nur das zweifach gestrichene tiefe D von Mukas Bassgeige vibriert in meinem Ohr. Der Sturm fegt über den Bergkamm, schaukelt das Womo durch und versetzt die Traverse der Dachreling in Schwingung. Wohnmobilisten erleben eben jede Nacht was Neues.
Leider bringt der Sturm auch Regen. „Bei Dröppel vom Himmel stellt man sich in einer Dröppelsteinhöhle unter!“ Also geht es zur Grotta di Frasassi, erst 1971 entdeckt, mit dem größten Höhlensaal Europas ca. 200m hoch, 180m*150m im Grundriß. Da passt der Kölner Dom rein. Das ruft bei Mukas Protest hervor: „Mer loosse de Dom in Kölle, is klar, nä?“ Leider ist Fotoverbot, so gibt es nur Fotos von Mukas Hosenschlitzknopflochkamera aus einer unbekannten Höhle Italiens.
Abends finden wir einen SP in wunderschöner Lage auf dem didaktischen Bauernhof Ligustica (Countryhouse Salomone) in Matelica. Hier gibt es Honig, Wein,…..aber auch Regen, Regen

Ausderasche am 17 Apr 2010 23:02:12

Mukas hält nichts von Didaktik hinsichtlich Önologie, Bienenzucht, biologisch-dynamischen Anbaus: „8 Jahre Grundschule in Kappesbüggel und 4 Jahre Führerscheinklasse 1 sind Bildung ausreichend, um in einem ADAC-Mitwohnmobil Italien zu verstehen, is klar, nää!“ Ich denke, der wahre Grund zur Weiterfahrt ist das S,,,wetter!
Für Weinfreunde: Am Ortseingang von Matelica von Norden kommend direkt am ersten Kreisel ist rechts die WG Belisario (Enoteca). Preiswert trockener Verdicchio di Matelica vom Fass. „Un wenn Du wat an dä Föss hass, kannst dä Wing, Schabbau, Balsamico und Nuddele us janz Italiee da koofe.“
Prädikat: Sehenswert!
Nächster Stopp ist Camerino. Die Schäden des Erdbebens von 1997 sind beseitigt (im Gegensatz zu Angaben in Reiseführern).
In Pieve bovigliana finden wir einen nagelneuen Stellplatz, Strrom, V+E. Es schüttet aus Eimern!

LowCostDriver am 17 Apr 2010 23:44:28

Ausderasche hat geschrieben:„Bei Dröppel vom Himmel stellt man sich in einer Dröppelsteinhöhle unter!“


Genial!
Bestechende Logik von Mukas! :D

Ausderasche am 19 Apr 2010 22:12:21

Das Wetter geht, ein bisschen Sonne und Wolken. Wir fahren den Iternario di Monti Sibellini. Mukas fährt aber außen herum: Er hatte einmal ein Techtelmechtel mit Sybille und seine Erfahrung daraus sei, sybillenische Berge seien schwer zu bezwingen. Eine sibellinische Entscheidung, uns alleine fahren zu lassen. Es geht über den Pazo di Mela auf hochalpiner Strecke hinauf bis auf 1576m nach Sarnano, Armandola, Montefortino. Dann hat uns der Regen und Nebel wieder. Das freie Stehen hinter der Madonna di Ambro ist nicht mehr erlaubt. Wir irren durch den Nebel bis wir hinter Foce einen Picknickplatz für die Nacht finden.

Ausderasche am 19 Apr 2010 22:26:58

Ganz Nordeuropa ist also von der Sonne besetzt. Ganz Nordeuropa? Nein! Ein kleines Mietwomo in Mittelitalien wird ständig von einem Tiefdruckgebiet eingekreist!

Da momentan die Sonne scheint, wagen wir trotzdem den Weg zum Lago di Pilato. Hier wurde die Leiche des Pontius Pilatus versenkt. „Nä, da wor ich niet dran beteiligt! Dat kannste mir niet in die Schuhe schieben. Ich wasche meine Hände in Unschuld, is klar, nää!“

Die Tour endet nach 1 1/2 Stunden aus 2 Gründen: 1.) Das Wetter schlägt wieder um 2.) Eine Lawine hat ganze Arbeit geleistet. Auch auf dem Wanderweg.

Wir fahren weiter zur Piano Grande.

Lancelot am 20 Apr 2010 07:16:15

Menno Frank, Ihr habt aber ein "Wetterpech" ... :(

Übrigens: Jupiter war der römische Wettergott .. vielleicht hilft´s ja .. :wink:

Ausderasche am 20 Apr 2010 21:40:34

Wolfgang,

wir haben ein Heilmittel: Verdicchio di Matelica.
(Und geben die Hoffnung nicht auf!)


Frank

Ausderasche am 20 Apr 2010 23:23:10

Dass Mukas auf dem Grund eines ausgetrockneten Sees campieren sollte, hat ihm zunächst gar nicht gefallen, denn er darf aufgrund seines Mietvertrages weder Fluß- noch Seeufer befahren, erst recht keine Seeböden. Dass das Austrocknen schon zig Tausende von Jahren her ist, hat ihn beruhigt. „Na, wenn keiner weiß, wo die Römer die Stöpsel hin han….“

Früh morgens erhalten wir bereits Besuch auf unserem SP in der Mitte des Ex-Sees. Nach einigen Stunden reißen wir uns von der phantastischen Landschaft los und kurven über den nächsten Pass nach Visso (wir wollen in wärmere Gefilde, denn das Piano Grande liegt ca. 1000m hoch und .....Mukas: „Dat wor dat kälteste Klavier, dat ich kenne!“

Ausderasche am 20 Apr 2010 23:35:48

Dann weiter nach Norcia: Überall hängen Würstel, Schinken, Käse und für die Schwaben gibt es Linsen en masse. Auch Mukas Kollegen sind da (So enden erfolglose Trüffelsucher!) und Benedikt, der erfolgreiche Mönchsordengründer, der hat hier angefangen.
Schlafen wollen wir in Carcia, dem Begräbnisort von Rita, der Schutzheiligen der Hausfrauen. Mukas wollte hier wie Mama Sugo kochen lernen
Aber als er die SP Gebühren für eine seelenlose Asphaltfläche sieht, motzt er: „Ein Kochkurs bei Bioleck ist billiger!“ Also übernachten wir in Roccaraporena, dem Geburtsort der Heiligen.

Ausderasche am 23 Apr 2010 23:40:56

Am Morgen besteigen wir erst einmal die Scoglio di Santa Rita, Mukas ist zum Kochkurs bei Rita. Von oben erinnert mich Roccaporena an deutsche Architektur der 30er Jahre.

Nach der Rückkehr müssen wir den Ort schnellstens verlassen, denn Rita fordert erregt eine Renovierung ihrer Küche. Dabei war alles für Mukas genauestens und bestens beschrieben: --> Link .

Ausderasche am 23 Apr 2010 23:49:48

Nach einer Mittagspause in Leonessa, einem Versuch, die Wasserfälle (waren sowieso ausgeschaltet) bei Marmore anzufahren, dringen wir in Latium ein. Wir parken (und bleiben über Nacht da) oberhalb von Poggio Bustone beim Convento di San Giacomo, einem von 4 uralten Franziskanerklöstern in der Gegend von Rieti und wandern ein wenig auf dem Weg des hl. Franziskus bergauf.

Ausderasche am 23 Apr 2010 23:58:14

Am nächsten Morgen ist Sonnenschein. Nach Rieti (da geht es an einer 3,10m hohen Brücke nicht mehr weiter) nehmen wir ein ausgiebiges Sonnenbad am Benediktinerkloster Farfa (600tes Jahrhundert, eines der ältesten Klöster überhaupt und im Mittelalter sehr reich und mächtig – beherbergt angeblich die erste Bibliothek Europas). Eigentlich wollen wir da auch stehen bleiben nach den guten Klostererfahrungen bisher. Dann entdecken wir, dass der PP an 3 Seiten von Strasse umgeben ist. Schnell düsen wir nach dem Abendessen nach Montopoli (Nein, nicht Monopoli, Mukas!) in Sabina, ein super gelegener Platz auf einer Terrasse unterhalb des Ortes mit V+E. Aber sehr schwierig anzufahren, da sehr steil und kurvig. Mit Frontantrieb und voller Heckgarage kommt man nach Regen hier nicht mehr raus. Die Auffahrt ist glatt wie Schmierseife.

Ausderasche am 24 Apr 2010 00:08:13

„Ja, ist denn schon wieder Mitschu Patschu, is klar nä?“ meint Mukas…Naja, Macchu Pichu; der Vergleich stimmt, rundherum sieht es aus wie im peruanischen Regenwald. Die ganz Nacht hat es geschüttet und es geht weiter….Und aus dem undurchdringlichen, vernebelten Dickicht hört man ein unheimliches, bedrohliches Gekrächze: „Kuckuck!“ Also bleiben wir einfach stehen.

Ausderasche am 26 Apr 2010 23:08:02

Mukas ist mit seinem Mietwohnmobil stolz wie nach einer Alpenüberquerung mit Elefanten. Auf der Titelseite der BILDicchio Romano steht heute schon ganzseitig: „Mukas ante portas“. Die Stadt weiß, was ihr von deutschen Fahrenden droht, 483 Jahre nach dem Sacco di Roma (6. Mai 1527).

Ausderasche am 26 Apr 2010 23:11:15

Rom Classico:

Beim Anblick des Inneren des Kolosseums zuckt Mukas: “Mein Chakra, mein Chakra! Hier wohr ich schon mal in einem anderen Lävve. Zum Angele, ausgestattet mit einem 3-Zack und einem Netz, is klar nä. Und dann kam ein Mixaner augsburgiensis, ein urchristlicher Kämpfer, der nur mit Fausthieben auf den Arm knuffen oder watschen darf, und hätt mich geplättet, is klar nä?“ Mukas ist sehr wütend. Deshalb sehen die Tempel des klassischen Roms nach Mukas Besuch leicht demoliert aus. Is klar, nä?

Ausderasche am 26 Apr 2010 23:15:52

Und noch ein echter Tipp (nur jetzt und hier und dann nie wieder): Einmal im Jahr (Immer April?) gibt es in Rom die Settima della Cultura. Und in dieser Woche ist freier Eintritt in viele Museen und archäologische Stätten. Wer die römischen Eintrittspreise kennt, weiß, dass das die Reisekasse sehr entlastet. (Bsp. 50m Aufzug auf den Altare della Patria 7,--€, nein nicht Familienpreis, sondern pro persona. (Hatte hier jemand über Abzocke in Venedig geschrieben?). Und im letzten Sonntag im Monat freier Eintritt in die Vatikanischen Museen. Wer also viel Zeit zur rechten Zeit hat!!)

Ausderasche am 26 Apr 2010 23:27:28

Roma Santa:

Mukas zieht sein bestes, weißes T-Shirt, eine karierte Badeshort, Addidas-Badeschlappen und ein schwarz-rot-goldenes Käppi an. „Damit die mich nich ständig mit Japanern, Chinesen und Koreanern verwechseln, wenn ich Geld tauschen will, is klar nää?“. Am Eingang zum Vatikan bestaunt er die Schweizer Garde und die seine T-Shirt Aufschrift mit der schäumenden Halben: Bier formte diesen schönen Körper. „Ich will zu mingem Fründ, Dingem Chef, däm im weißen Hosenanzuch mit dä Rote Schuh, is klar?“ Das war´s, statt Besichtigung Peters Dom erntet Mukas nur einen Piekser mit der Pike. Auf der Rückfahrt steht er deshalb in der Metro.

Ausderasche am 28 Apr 2010 23:46:19

Roma La dolce vita (ldv):
Heute ging es durch die Via Vittorio Veneto (Jetset der 60er, Luxushotels, Amerikanische Botschaft, Harry´s Bar, durch die Villa Borghese + Park (?parties der Paolina Borghese (Schwester Napoleons I.)), Spanische Treppe (immer Party) zur Fontana di Trevi: „Ja, boxt hier heute der Papst, is klar nä?“ „Na, eher komm er zum Schwimmen her!“ Und schon saß Mukas in seiner karierten Badeshorts mit Loch im Wasser. Da er im Gegensatz zu Anita Eckberg in Fellini´s „La dolce vita“ keine Dreherlaubnis hatte, mussten wir ihm versprechen, auf sein Womo aufzupassen, während er im römischen Polizeiarrest sitzt. Tun wir gerne! Hätte er sich bloß nicht auch noch die Hose voll mit der Tageseinnahme der Fontana von über 600,--€ gesteckt. Das war Raub von Stadtgeldern! Dabei hatte er sich ganz geschickt eine Teleskopangel mit Magnet gebastelt.
Abschluss war die Gruft der Kapuziner in S. Maria della Concezione. Nix Cappuccino, aber absolut sehenswert und Ende von ldv: Wir waren, wie Du bist! Wir sind, wie Du sein wirst!

Ausderasche am 29 Apr 2010 21:57:45

Sorry - gestern gab es Übertragungsprobleme - Die restlichen Bilder hier - auch von Mukas beim Geldangeln :D

Ausderasche am 29 Apr 2010 22:00:19

Santa Maria di Concezione - die Gruft der Kapuziner

eva b. am 03 Mai 2010 15:37:11

Ausderasche hat geschrieben:Ich träume: Mukas spielt im Opernorchester von Verona bei Turandot die Bassgeige. Als besonderer Kunstgenuss wird mein Kopf mit dem Ohr am Resonanzboden seines Instruments festgezurrt….. Ouvertüre !!!! Schweißgebadet wache ich auf, nur das zweifach gestrichene tiefe D von Mukas Bassgeige vibriert in meinem Ohr.

Du Armer, welch ein Erwachen! Ich kann bildhaft deine Qualen sehen, Ausderasche auf Bassgeige.
Ausderasche hat geschrieben:... Leider ist Fotoverbot, so gibt es nur Fotos von Mukas Hosenschlitzknopflochkamera...
Puh - und ich hatte schon den Alptraum, dass Mukas die Kamera falsch herum montiert hatte. Ein echter Einblick in die Grotta di Mukassi :D

Und da hier so viel geflüstert wird......will ich mal ganz leise anfragen, ob ich auf eine baldige Fortsetzung hoffen darf?

wiebke am 03 Mai 2010 19:57:00

pssst ich warte auch schon......

Ausderasche am 03 Mai 2010 21:37:43

Sorry, war im Besichtigungsstress...hier geht es weiter

Roma – Il Centro I

Mukas hat kurz aus dem Arrest anrufen dürfen, er wollte uns aufheitern: “Besser im Regen in Rom und nasse Römer sehen als in Paris, is klar nä?“
Verstehe ich nicht, heute scheint die Sonne!

Es geht um den Quirinalspalast, durch die Via del Babuino (Antiquitäten, Schmuck, Mode), Via del Corso und mal hier und dort rechts und links. Überall Kirchen und Tempel, einer schöner als der andere! Auch die Frage, wer der bessere Architekt war, Borromini oder Bernini, bleibt beim Vergleich der von Ihnen entworfenen Kuppeln San Andrea und San Carlino unentschieden. St. Ignatius: Perspektivische Architekturmalerei ins Unendliche, da kommen sogar Arme aus der Decke! San Maria sopra Minerva: Michelangelo Figuren, einst ein ganz nackter Jesus, eine Provokation – jetzt hat er einen goldigen Lendenschurz. Mittendrin die Marc Aurel Saeule mit einer Mutter Gottes statt dem römischen Kaiser obendrauf. Und Goethe hieß in diesem Haus Fillipo Möller und war Maler.

Da könnte Mukas doch auch Yeswecan heißen, Astronaut sein und nicht Trucker?

Ausderasche am 03 Mai 2010 21:52:28

Roma – Il Centro II

Gute Nachricht: Mukas ist wieder frei, allerdings gegen Bewährungsauflage. Da er ja ein Fetischist für weiße T-Shirts ist, muss er die nächsten 4 Tage auf der Piazza di Populo täglich 8 Stunden unbeweglich als Freiheitsstatue stehen. Das ist gut so, weil wir so ungestört durch die Strassen ziehen können.

Wir gehen über die Piazza di Popula, bewundern S.M. di Populo, aus der einst Martin Luther, aber heute das Michelin Männchen schaut, besuchen die Könige Italiens im Pantheon, dem einzigen römischen Tempel, der in Rom noch steht und der oben in der Kuppel kein Dach hat, es regnet also seit mehr als 2000 Jahren hinein. Es folgt der Piazza Navone. Die wirklichen Entdeckungen sind aber die Cafeteria im Chiostro del Bramante (Man sitzt im ersten Stock im Kreuzgang in Nischen der Mönche mit Glastischen und schlürft seinen Espresso, kaum ein Tourist findet das, weil man muss an der strengen Dame an der Museumskasse vorbei) und die Gelaterie della Palma – V. della Madalena 20) 15 m Eistheke in 2er Reihe – über 300 Sorten Eis!!!

Ausderasche am 03 Mai 2010 22:09:53

Roma –An den Ufern des Tiber

Heute wird es wieder gruselig. Wir suchen den Platz auf, auf dem die Kath. Kirche sich ihrer Kritiker nach der Folter entledigte. Per Feuer. Das Campo di Fiori. Einer von ihnen steht heute noch da und schaut sich das Marktgeschehen zu seinen Füssen an: Bruno Giordano.

„Hier kann man doch kein Spanferkelbrötchen essen, is klar nä!“ Am Porchetta-Stand stehen lange Schlangen, auch Mukas stellt sich an und is(s)t begeistert.

Auf der Piazza Farnese stehen nicht nur die französische Botschaft, sondern auch echte Badewannen aus den Caracalla-Thermen.

In der Nähe des Schildkrötenbrunnens fand man einst den ermordeten Ministerpräsidenten Aldo Morro im Kofferraum eines Autos und der Tiber ist nicht ein trockenes Rinnsal, sondern ein reißender Fluss, über den noch eine funktionsfähige Brücke aus der Römerzeit führt.

Achso, Katzen haben es in diesem Viertel heute besser als früher die Ketzer. Die haben einen Futterplatz in der Area Sancta, gleich neben dem Ort an dem Gaius Julius Caesar erdolcht wurde.

„Tu quoque filii mei, Brute, est klarus, nihilä?“ Mukas hat im Arrest das Mini Latinum mit Knubbele erworben .

Ausderasche am 03 Mai 2010 22:32:38

Roma - Monti

1 Uhr nachts! Motorengeräusch, Ratschbumm, Ratschbumm, Ratschbumm! Wir stehen (wieder einmal wie einst in Elbing) senkrecht in den Betten!
1,50 m neben uns lässt sich ein italienischer Kuschelcamperblechkasten nieder, obwohl auf dem CP massig Platz ist. Schiebetür auf, Tür zu! + 2mal Wiederholung!

Mukas is not amused.. „In mingem Mietwohnmobilforum, die Profis, die wisse alles, is klar nä? Auf dä Cämpingplätz jiit et naachts keine Verkähr, da häste naachts Ruh und kannst schlofe, da häste Plaats für dinge Stöhl und dä Tisch. Da jiit es Räjele för jeden und dat is joot so, is klar nä?“ Deshalb kippt der Holländer aus dem Wohnwagen seinen Grauwassereimer auch morgens immer (wenn er meint, keiner sieht das) auf das Nachbarfeld, nach der Regel: „Besser es stinkt bei Dir als bei mir!“

Aber wir sind gute Demokraten und besuchen heute den Platz der Republik. Neben einem Mc Donalds und einem Luxushotel gibt es hier einen Neptun, der mit einem Fisch ringt, und eine Dame, die sich gerade ein 24-Stunden Deo unter die Achseln sprüht. Allerdings musste sie gut 20 Jahre warten, bis sie das durfte, denn wer sich so sittenlos räkelt, führt die Jugend Roms in Versuchung. Das musste als republikanisch demokratische Übung erst mal gründlich ausdiskutiert werden.

In San Maria dell Angeli durfte sich Michelangelo noch einmal austoben (unter Verwendung der dort in den Termen bereits stehenden römischen Säulen.) Bei der Kuppel hat ihm aber jemand später ins Handwerk gepfuscht.

Apropos Architekt. Die werden in Rom unter einer Treppenstufe in San Maria Maggiore verscharrt. Das ist dann der Dank der Päpste und der Stadt Rom (SPQR) an sie, egal welch großartigen Paläste, Brunnen, Plätze und Kirchen sie geschaffen haben. Und die Touris, die bisher Augen und Mund wegen ihrer Werke aufgerissen haben, stiefeln achtlos über sie hinweg.

Sixtus d V kommt 10m daneben viel besser weg. Und wenn jemand das Gold der Conquistadores suchen sollte….das klebt hier an der Decke…schließlich ist das hier eine Episkopalkirche.

Ich denke, es wird Zeit für ein: Arrividerci Roma!

Ausderasche am 04 Mai 2010 23:40:09

eva b. hat geschrieben:Puh - und ich hatte schon den Alptraum, dass Mukas die Kamera falsch herum montiert hatte. Ein echter Einblick in die Grotta di Mukassi :D


Ich denke, es wäre dann auch nur eine Tropfsteinhöhle gewesen, vermutlich mit einem Stalagtiten der Sorte Spaghettini.

Ausderasche am 05 Mai 2010 00:03:06

7 Tage Roma,
ich fall ins Koma
sprach die Oma
ich auch,
sagt Mukas Bauch!

Also müssen wir einen Ort suchen, wo wir uns von den Rom-Strapazen erholen und unseren ausgemergelten Körpern Gutes zuführen können.

Vorbei am Lago di Bracciano durch Etruskerland an die Küste nach Tarquinia. Wir stehen direkt am Meer, aber es gefällt uns nicht. Auch das Wetter ist wieder bescheiden.

Also zum Lago di Bolsena. Wir finden einen tollen SP/PP (vermutlich nur in der Nebensaison nutzbar – Unterfahrschranken) direkt am Seeufer, 8km westlich von Bolsena.

Hier ist es super, denn:

1,) Der Wein ist hier so gut, dass sich ein Augsburger Geistlicher in einer Auszeit zu Tode soff. „Den kenn ich doch, dass ist doch der ..“ „Halt die Klappe, Mukas! Dein Exkurs im Kolosseum war genug!“ Es war Johannes Fugger, gestorben 1114. --> Link!

2.) Der Fisch ist so gut, dass sich ein Papst daran zu Tode fraß: Martin IV, gestorben 28.03.1285.
Zitat aus: --> Link :
„Vielleicht waeren ihm noch ein paar Jaehrchen mehr vergoennt gewesen, wenn er seine Residenz nicht so nahe beim Lago di Bolsena aufgeschlagen haette. Denn auf die in diesem See sich schlaengelnden Aale war Martin IV. regelrecht gierig, und das sollte sein Verderben sein. Zeitgenoessischen Chronisten zufolge naemlich starb der Bedauernswerte nach einem ausgiebigen Aalessen an Verdauungsbeschwerden.“

3.) hier muss ein Wohnmobilistenwallfahrtort entstehen, denn in Bolsena wurde die Fronleichnamsprozession
--> Link
am Donnerstag erfunden und mit dem zugehörigen Brückentag am Freitag das lange Wochenende, das so viele Wohnmobilisten lieben, um wegzufahren.

Morgens ist das Wetter hier auch ……. Statt uns in der Sonne auszuruhen, umrunden wir einmal den See (mit dem Womo).

Tipsel am 05 Mai 2010 01:40:31

Sehr schön, weiter so. Ich guck jeden Abend obs weitergeht.

Naja, jetzt ists wieder mal spät geworden.

Viel Spaß noch unterwegs :hallo:

LowCostDriver am 05 Mai 2010 08:54:46

Wow! Ich hätte nicht gedacht, dass Mukas in Anbetracht der ruhestörenden Nachbarcamper und Umweltverschmutzer so ruhig bleiben würde! Respekt!

Aber vielleicht liegt es daran, dass Mukas sich in der Haft weitergebildet hat. Das er nun das kleine Latinum hat, wird ihn vielleicht der Ruhe und Besonnenheit der Dichter und Denker näher gebracht haben :D

Das wird ja noch eine richtige charakterbildende Reise für Mukas, auf sein Reisefazit bin ich gespannt :ja:

Ausderasche am 05 Mai 2010 23:13:57

Wieder einmal tasten wir uns in Nebel und Regen vorwärts. Diesmal nach Orvieto. Von 45 Tagen, die wir jetzt unterwegs sind, waren 7 vernünftige, was das Wetter anbetrifft.

„Dat war in Rom, da hät es ävver auch 2 Tage jeräänt!“ Ich denke, die ganzen Reiseberichte mit Sonne und blauem Himmel in Italien sind Fälschungen. „ Jo dat, dat sin die klävere italienische Tourismus-Mänätschere, die maache dat, damit se niet arbeite bruche und von unserem Jeld leve künne, dat se am Ingresso von so nem Dom sammele, is klar, nä?“

Apropos Dom, der von Orvieto ist bis auf die Fassade und die Seitenkapellen nach der Pracht in Rom eine Enttäuschung. „Dat is ne Fabrikhall in nem Potemkinschen Dorf.“ Mukas als Kunstexperte darf das sagen, aber die Fassade ist wunderbar. Ihm gefällt, dass ein Keramiker eine Maske von ihm angefertigt hat, allerdings ohne Bart.

Die Orvieter sind (nicht nur beim Orvieto Classico) sehr geschäftstüchtig: Es gibt Bundlepreise für den Dom (mit oder ohne Kapellen), Busse und PKWs parken umsonst, Womos müssen auf den Stellplatz für 2 Euros pro Std (sind dann aber sicher), V+E kostet 5€ extra. Übernachten nur 18,--€: Dafür hat man das Vergnügen zwischen 2 Bahnlinien zu stehen, eine davon die gut frequentierte Nord-Süd-Achse nach Rom.



Da lobe ich mir die Winzergenossenschaft in Montefiascone, die haben einen Gratisstellplatz für 30 Fahrzeuge inkl. V+E. Da haben wir dann tüchtig eingekauft (Im Angebot sind auch Nudeln, Kräuter, Gebäck, Öl, Käse, etc.)!!

Vorher gab es aber noch einmal Mittelalter in Bagnoregio (Citiva), dem „sterbenden“ Dorf. „ Dat war joot, besser als Orvieto!“ Ja, Mukas hat eben seine eigene Meinung!

Beduin am 06 Mai 2010 07:28:02

Sonne, :eek: war das ein Sonnenstrahl auf dem einen Bild?
Ich wünsche dir das noch ganz, ganz viele davon folgen und ihr besser Wetter bekommt

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