peho am 06 Mai 2010 23:20:28 Ich war jeweils eine Woche in Syrien und 2 Monate in Jordanien. Die meiste Zeit in Aqaba am Strand vom Roten Meer. Die jeweils eine Woche Syrien hat ausgereicht, das haben mir auch Leute bestätigt die länger „gebucht“ hatten. Jede Woche länger kostet zusätzlich Dieselsteuer. Das sind ja sehr kleine Länder, wenn man die Wüstengegenden abzieht. In Syrien ist man nach 500 km durch in Jordanien sind es sogar nur 400 km. Im Prinzip ging das alles recht problemlos.
In Jordanien bekommt man grundsätzlich einen Monat Aufenthalt genehmigt, dann muss man verlängern auf 3 Monate. Jeder erklärt einem „kein Problem, macht jede Polizeidienststelle“, die Araber haben nur die Angewohnheit nicht zuzugeben wenn sie keine Ahnung haben oder einem negative Informationen vorzuenthalten, um einen nicht zu enttäuschen. Ich glaube selbst die Polizei hat nur sehr grobe Richtlinien der Handhabung der Verlängerung. Ein Thema für sich ist das „Diesel“-WoMo. Für Dieselfahrzeuge gibt es offiziell nur 4-Wochen Aufenthaltserlaubnis. Was tatsächlich Sache ist bin ich nie dahinter gestiegen, Vermutlich sehr viel ermessen des zuständigen Zollbeamten.
Ein Wohnmobil ist da eine absolut exotische Erscheinung. In der Zeit in der ich dort war, waren etwa 20 Autos dort. Es gab einmal eine Massenansammlung von 10 Autos gleichzeitig. Wobei man berücksichtigen muss, dass alle die in diese Gegend fahren mit Sicherheit in Aqaba landen. Freitags war immer Familienausflug zum Standplatz der WoMo`s angesagt.
Ich hatte für beide Länder Visa in Deutschland beantragt. Das ging recht Problemlos. Beide Länder haben Internetseiten, bei denen man direkt die Antragsformulare ausfüllen kann. Ich hatte kein Carnet, das könnte aber evtl. in Syrien günstiger sein und in Jordanien die Verlängerung erleichtern. Die Abwicklung an der Grenze selbst ist auch nicht wirklich ein Thema. Die Beamten sind sehr freundlich, hilfsbereit und absolut korrekt. Einmal fährt man durch so eine Brühe und das Auto wird abgesprüht, einmal fährt man über eine Grube und einer beäugt die Karre von unten. Internationaler Kfz-Schein und int- Führerschein hatte ich dabei, wurde aber nicht nachgefragt. So ein Grenzübergang dauerte in der Regel keine Stunde. Ausnahme war die Einreise nach Syrien auf dem Rückweg, da musste ich bei dem Veterinär mit dem EU-Tierausweis mir eine Bescheinigung holen. Am längsten dauerte das suchen der Veterinärstelle, dafür gab es dann den üblichen Tee und eine lockere Unterhaltung bis alle Stempel drauf waren. Diese Abfertigungsplätze sind wie bei der Einreise in die Türkei. Versicherung abschließen, Geldwechseln, Polizei, Zoll. Beim Verlassen des Platzes Stempel vorzeigen und ab geht’s. Alles sehr entspannt und locker.
peho am 06 Mai 2010 23:22:07 In beiden Ländern ist es mit dem stehen wie in der Türkei, wo Platz ist kann man auch stehen. Ich war nur einmal in Aqaba auf einem CP, und auch das nur um eine Adresse zu haben und mir Post aus Deutschland schicken zu lassen. Wenn man verlängert braucht man auch eine Adresse. Das geht auch über den CP. Der CP kassiert im Voraus, erstellt eine Rechnung, und mit der kann man dann verlängern.
Meine Route in Syrien:
Antakya-Latakia, Nicht direkt hinter der Grenze tanken!!! Der Diesel der da gezapft wir ist verheerend. Übernachtung vor Latakia am Strand. Weiter am Mittelmeer entlang, dann bei Baniyas abgebogen nach Hama. In Hama kann man direkt an der Zitadelle übernachten. Dann zum Krag des Chevaliers. Da kann man direkt am Eingang, oder einen Kilometer weiter in einem kleinen Dorf übernachten, großer ebener Parkplatz. Von da direkt nach Damaskus. Dort habe ich an einer breiten relativ ruhigen Strasse in unmittelbarer Nähe des Nationalmuseums gestanden. Zur Altstadt waren es nur wenige 100 Meter. Inder Nähe war auch ein Park(Hund!) und die Touristeninformation. Hat mir ein Taxifahrer gezeigt. Von Damaskus bin ich dann nach Bosra gefahren. Auch ein unbedingtes muss. Kann man hinter der Burg übernachten(Sackgesse). Dann ab nach Jordanien.
Bei der Rückfahrt zuerst wieder nach Damaskus. Alter Stellplatz. Dann ca 60 km nach Norden, bis An Nabk, von dort Richtung Osten zu einem alten Kloster, das von ital. Mönchen wieder betrieben wird. Dayr xy, ich weiß den Namen nicht mehr, Aber hier die Koordinaten:
N34° 01.089 E 036° 51.218. Ein Erlebnis für sich und ideal zum Übernachten. Von da aus Richtung Osten auf die Straße nach Palmyra. In Palmyra kann man im Ort stehen, ich stand außerhalb bei den Totentürmen, Dort konnte ich den Hund laufen lassen. Von dort fuhr ich noch über so ein Wüstenschloss zum Eufrat nach Ar Raqqah. Ich wollte unbedingt einmal über den Eufrat fahren. Dann zum Assad-Stausee, und weiter nach Aleppo. Dort kann man auf dem Parkplatz der Touristinformation übernachten. Dann wieder zurück nach Hatay.
In Jordanien bin ich im Prinzip einfach alle vier Nord-Süd Strecken gefahren. Zur Wüstenstrecke im Osten bin ich vom Wadi Rum aus gefahren. Da geht tatsächlich eine Straße zur Hauptstrecke Straße 5.
Insgesamt eine faszinierende Reise
Noch Fragen? Fragen!
peho
Beduin am 07 Mai 2010 06:22:19 Noch Fragen? Fragen!
Wo bleiben die Bilder :)
Reisetagebuch ;D
Klasse Tour und Infos die du uns gegeben hast, vielen Dank :)
JamesBond am 07 Mai 2010 07:43:35 Wow, was für ein Abenteuer :respekt: :respekt:
Jetzt fehlen wirklich nur noch die Bilder..........
eva b. am 07 Mai 2010 07:56:46 JamesBond hat geschrieben:Wow, was für ein Abenteuer :respekt: :respekt:
Jetzt fehlen wirklich nur noch die Bilder..........
...und über ein paar weitere Details würde ich mich auch freuen.
Eine tolle Reise, alle Achtung :ja:
JamesBond am 07 Mai 2010 08:15:39 eva b. hat geschrieben:JamesBond hat geschrieben:Wow, was für ein Abenteuer :respekt: :respekt:
Jetzt fehlen wirklich nur noch die Bilder..........
...und über ein paar weitere Details würde ich mich auch freuen. Eine tolle Reise, alle Achtung :ja:
Na klar Eva, da hast Du völlig Recht.
Ich hatte nur insgeheim gehofft, dass zusammen mit den Bildern noch weitere Berichte und Erklärungen folgen......
Gogolo am 07 Mai 2010 12:56:53 Das mit dem Wadi Rum interessiert mich. Ist es dort möglich, mit dem eigenen WoMo (4x4) im Wadi Rum herumzufahren und zu übernachten - oder ist dazu eine Erlaubnis bzw. ein Führer notwendig???
Und wie steht es mit den Übernachtungsmöglichkeiten am Toten Meer? Kann man da frei stehen oder ist eine Anfahrt eines SP oder CP notwendig???
Danke für eine Rückmeldung.
Habe die Ehre
Gogolo
peho am 08 Mai 2010 11:19:51 Beim Wadi Rum muss man unterscheiden zwischen dem Bezahlbereich und dem Rest. Wie das im Bezahlbereich ist weiß ich nicht. Ich habe mich im Rest rum getrieben. Es gibt Strassen und Pisten. Man kann in verschiedene Seitentäler fahren und die Stille genießen.
Es kann sein, dass das Naturschutzgebiet für Selbstfahrer gesperrt ist. Aber da ist sowieso Rummel. Das ist auch nur ein kleiner Bereich. Die Asphaltstrasse geht bis Al Gal, dann geht noch eine Piste weiter. Zwischen Al Disa und Al Gal geht die Strasse nach „Saudi Arabien“ ab die auf die Hochebene führt und in die Strasse 5 mündet. Ich war in einem Seitental beim Bahnhof Rum und in einem Seitental bei der Kamelrennbahn. Man kann immer stehen wo Platz ist und man nicht im Weg steht. Das gilt auch für Pisten und was so ähnlich aussieht. Immer weg von den Fahrspuren. Ich war im Wadi Araba einige Tage mit einem Beduinen unterwegs, der hat mich sogar mitten in der Wüste auf die Seite dirigiert, wenn ich nur zum fotografieren anhalten wollte. Im Wadi Rum Gebiet gibt es entlang der Strasse eine ganze Reihe von „Camps“. Ich war in keinem. Das gilt auch für das Tote Meer. Eine ebene Stelle etwas abseits der Strasse findet man (fast)immer. In der Nähe von historischen oder heiligen Stätten wird man ggf. auf Parkplätze dirigiert die im Sichtbereich der Touristenpolizei liegen. Die notieren dann Pass- und Autonummer und meist kommt dann noch eine Einladung zum Tee. Was ich das nächste mal auf alle Fälle mitnehme ist ein Bildband von Deutschland und Familienbilder auf dem Handy (ganz wichtig!). Ich hatte nur einen Reiseführer für den Eigenbedarf dabei, das war nicht so optimal hat aber ungeheuer geholfen. Und ganz wichtig: Immer freundlich. Für Unfreundlichkeit hat man absolut kein Verständnis. Das beginnt beim Grenzübergang und gilt auch bei Situationen wie bei den Straßenkontrollen im Grenzbereich oder beim eintreffen auf einem Parkplatz. Genervtes Verhalten bei fragen nach dem woher und wohin oder das unfreundliche zurückweisen von versuchen ein Gespräch zu beginnen kommen schon fast einer Beleidigung gleich. Macht man das höflich und freundlich, wird das sofort akzeptiert. Ganz im Gegensatz wie man das von Marokko gewöhnt ist. Es gibt keinerlei Aufdringlichkeiten. Noch nicht???
Ich hoffe das hilft weiter.
peho
Gogolo am 08 Mai 2010 19:03:36 Ja, das hat mir sehr weiter geholfen. Herzlichen Dank für deine Ausführungen. Möglicherweise werden wir im nächsten Winter dort sein.
Habe die Ehre
Gogolo
inzman am 31 Mai 2010 12:09:28 Hallo Gogolo,
wir waren im Februar auch in Jordanien und Syrien. Aber um es diesmal gleich zu sagen: Nicht mit dem Wohnmobil. Es war eine ganz tolle Reise. Im Wadi Rum war es so, dass sich die Beduinen einen Grossteil der Landschaft stammesmässig unter sich aufgeteilt haben. Und in diesem Teil wachen sie sehr sorgfältig darauf, dass Ihnen da keiner das Geschäft vermiest. Sicher ist auch, dass die schönsten Gebiete des Wadi Rum von eben solchen Beduinenstämmen "verwaltet" werden. Vielleicht kann man sich mit einem 4x4 einer solchen Tour anschliessen. Es ist ja auch nicht ganz ungefährlich sich in so einer Wüste zu verfahren oder hängen zu bleiben. Syrien hat mehr Highlight, Jordanien hat die bessere Infrastruktur.
inzman
Udoti am 22 Jun 2010 09:05:38 Hallo Gogolo,
wie weit sind denn jetzt deine Reise-Vorbereitungen fortgeschritten? Wann solls denn losgehen? Wir starten Ende August/Anfang September.
Du hattest mir ja mal ein Signal gegeben in meinem Reisebericht Türkei. Hatte dann aber nie mehr etwas gehört.
Gogolo am 22 Jun 2010 10:25:31 Hallo Udoti,
meine Gesundheit --> Link hat unsere diesjährige Jahresplanung durcheinander gebracht. Statt Island fahren wir nach meier Reha (Anfang Juli) dann für 3 Monate nach Norwegen, Finland und Balitkum und kommen Anfang Oktober wieder nach hause.
Zum Überwintern werden wir erst Mitte Dezember starten. Wohin? Nach den Erlebnissen, die ich gerade machen musste, ist eine Vorplanung schnell wieder über den Haufen geschmissen.
Habe die Ehre
Gogolo
Udoti am 22 Jun 2010 10:45:07 Hallo Gogolo,
dann wünsche ich dir alles Gute und eine schnelle Genesung, damit du dannach wieder voll in den Reisezirkus einsteigen kannst und all deine Routenplanungen in Erfüllung gehen.
womosili am 29 Sep 2010 11:53:49 Hallo,
wir sind schon öfters in Israel und Jordanien gereist
und haben auch schon selbst mehrere Flug-Reisen
organisiert. Das ist aber mittlerweile ca. 10 Jahre her.
Jetzt wollen wir zum Jahreswechsel 2010/2011 für ca.
4 Wochen, besonders in die Gebiete Jordanien/
Palästina reisen.
Weiß jemand, wie das mit Handy-Telefonieren und
Wlan in den Gebieten geht?
@Gogolo
2x haben wir mit den Beduinen-Jungs in deren Jeeps
längere Jeep-Touren im Wadi Rum gemacht. Ganz
sicher wird man auch mit eigenem 4x4 dort unterwegs
sein dürfen. Die freundlichen Beduinen werden einem
auch ganz sicher bei der Suche nach Übernachtungs-
plätzen behilflich sein. Allerdings werden sie immer ein
Auge auf einen werfen. Aber das ist sicher nur positiv
zu verstehen.
Kleine Geschenke/Trinkgelder sind obligatorisch.
womosili
Gast am 29 Sep 2010 12:09:52 Ähemmm, wo bitte ist Palästina?
Du meinst wahrscheinlich das Westjordanland in Israel?
Davon würde ich bei der derzeitigen pol. Lage dringend abraten. Jordanien mit dem Wadi Rum, JA, aber nicht über die Grenze in Akaba nach Israel. Beim Grenzübergang kannst du locker bis zu 7 Std. einplanen und hast du schon mal dein WOMO bis auf die nackten Möbel ausgeräumt? Incl. Fäkalientank und natürlich auch wieder einräumen! Dann kannst du das am Border in Akaba mal probieren. Das ist bei Temp. um die 40 ° nicht lustig, glaub mir.
Die Palästinenser sind auf solch neugierigen Urlaubern die glauben mal was außergewöhnliches erleben zu müssen, gar nicht freundlich zu sprechen. DIE müssen dort leben und ihr karges Dasein fristen. Ich versteh sie.
Wir haben es vor Jahren mal gemacht, aber nie mehr wieder, obwohl es dazumal politisch noch viel ruhiger war.
Übrigens im Wadi Rum (Eingang) war das frei stehen kein Problem. Wir standen da mit einigen WOMO's, IM Wadi wird es eher nicht erlaubt sein, da durften nur die einheimischen Bauern(Beduinen) mit ihren Toy's hinein.
euraklaus am 29 Sep 2010 12:51:15 bin gerade von einer israelrundreise zurück ....mit dem bus ....
und natürlich auch durch die westbank und den golan gefahren ...
davon rät das auwertige amt aber ab ...bei uns war es ruhig , im gegensatz zu jerusalem , wo ein kleiner aufstand für aufregung sorgte ...so durfte der tempelberg nur noch 1 stunde und von menschen über 50 jahre betreten werden ...
auf der ganzen reise habe ich nicht ein Womo gesehen ...und würde da auch nicht hinwollen ....temperaturen von über 40 grad im jordangraben und der negev, und immer über 30 grad bei extremer luftfeuchtigkeit bei haifa und jaffa sind nicht meins, zumal es nachts nur minimal abkühlt ....dort ist jede hütte klimatisiert , und ohne klima und den dazugehörenden strom würde ichs da nicht aushalten .
dennoch eine meiner eindruckvollsten reisen .
klaus
|
|