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Ave Wohnus Mobilus! Mit dem Wohnmobil nach Trier!


LowCostDriver am 16 Aug 2010 10:42:18

Hallo liebe Geschichtsfreunde!

nachdem wir mit Thomas und Steffi ein zwar lustiges aber wenig geschichtsträchtiges Wochenende in Xanten verbracht haben (mehr dazu hier: --> Link ), sind wir nur ein Wochenende später gleich wieder los!
Uns "dürstete" geradezu nach römischer Geschichte, um die Schmach auszugleichen :wink:

Herausgekommen ist ein nettes Reisetagebuch, welches euch vielleicht als Inspiration dient, auch einmal eine Tour nach Trier zu überlegen.
Wer mag, kann gleich in unsere neueste Reisegeschichte einsteigen:
--> Link )

Hier im Forum möchte ich aber nicht nur einen Ausschnitt daraus veröffentlichen, zumal darüber hinaus vielleicht auch nicht jeder unsere privaten Erlebnisse lesen möchte.
Daher habe mir erlaubt, eine kompakte Kurzzusammenfassung zu schreiben, die die wichtigsten Wegpunkte abbildet:

Ein Tag in Trier – Römische Geschichte zum Anfassen!
(Kompaktversion unseres neuesten Reisetagebuchs „Mit dem Wohnmobil nach Trier“, veröffentlicht auf transitfrei.de )

Wir können nur hoffen, dass im Jahre 958 nach Christus ebenso schönes Wetter war, wie wir es bei unserer heutigen Stadtbesichtigung genießen.
Denn im Jahre 958 stattete Erzbischof Heinrich I. die Stadt Trier mit umfassenden Marktrechten aus, gleichermaßen setzte er sich (wohl in weiser Voraussicht :wink: ) selbst ein kleines Denkmal. Denn das Symbol dieses Privilegs, das Trierer Marktkreuz, trägt nämlich die Innschrift: "Henricus archiepiscopus Treverensis me erexit" (auf Deutsch: Der Trierer Erzbischof Heinrich hat mich errichtet).

Das Trier jedoch deutlich älter ist, zeigt schon die Tatsache, dass die Marktsäule (wie viele andere Gebäude in Trier auch) auf römischen Mauern stehen.
Im römischen Reich lebten hier in Trier (damals Augusta Treverorum genannt) vor 2000 Jahren bereits über 80.000 Menschen!
Für antike Verhältnisse war Trier damit nicht nur Groß- sondern sogar Weltstadt!
Gleichzeitig trägt Trier damit auch den Ruf, die älteste Stadt Deutschlands zu sein!

Vom zentralen Markt aus folgen wir den Spuren dieser einstigen Weltstadt und können uns dem Eindruck nicht verwehren, dass auch heute noch viel „Welt“ in Trier steckt.
Überall ist Wusel, überall ist Leben. Menschen durchströmen die Stadt, tragen Einkäufe, telefonieren, essen eine Kleinigkeit, naschen Eis, unterhalten sich und tauschen sich untereinander aus.
Dies sogar in mehreren Sprachen! Nicht nur, dass mit Kameras schwer behangene Asiaten durch die Gassen streifen, auch fremde Stimmen wie Französisch, Englisch oder sogar Spanisch ist aus den Touristen heraus zu hören.
Fast schon sucht man nach einem Ort der Ruhe und Erholung, welcher sich unmittelbar in der angrenzenden Kirche St. Gangolf am zentralen Marktplatz finden lässt.
Ehrfürchtig betreten wir das alte Gebäude und gönnen uns einen Moment Auszeit, dabei staunen wir über Architektur und Geschichte des Hauses. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass die Kirche St. Gangolf für einen kurzen Zeitraum über einen höheren Kirchturm verfügte, als das zweite Wahrzeichen der Stadt, der Trierer Dom!

Wahrzeichen der Stadt ist übrigens ein tolles Thema, denn neben dem Dom steht in Trier eines der bekanntesten Gebäude Deutschlands! Es findet sich abgebildet auf den „typischen Kitsch- Klischees“ wie Postkarten, Kaffeemilchbechern, Bierkrügen, im Wappen des Landeskommandos Rheinland-Pfalz der Bundeswehr und sogar eine offizielle Briefmarke mit dem Wahrzeichen der Stadt, der Porta Nigra ist bereits erschienen.

Der Ruhm der Porta Nigra kommt spät, zweifelsohne!
Denn beim Besichtigen dieses alten ehrwürdigen Gemäuers erfahren wir, dass sich die Porta Nigra lange Zeit unter dem „Schutzdach“ der Kirche verstecken musste.
Der griechische Mönch Simeon war es, der hier in der Nigra Quartier bezog. Als dieser 1035 n. Chr. starb und in der Nigra bestattet wurde, erwirkte der Trierer Erzbischof Poppo noch im selben Jahr, dass der gute Simeon heilig gesprochen wurde.
Ihm wurde Ehren wurde das Simeonstift gegründet und die Porta Nigra kurzerhand in den neuen Kirchenkomplex integriert. Da eine Kirche bekanntermaßen nur einen Turm besitzt (von der Kölner Ausnahme mal abgesehen ;-) hat man in Trier kurzerhand einen Aufbau entfernt und den anderen zum Kirchturm umfunktioniert.
Erst Napoleon startete 1804 den Rückbau und die Rückwandlung in eine historische römische Stätte, die durch die Preußen 1815 abgeschlossen wurden.
Betrachtet man im Nachgang diese Aktion hat die Porta Nigra indes noch großes Glück gehabt, dass sie quasi im „Kirchenasyl“ untergekommen ist. Denn alle anderen Portale (immerhin gab es davon sogar 4 in Trier!) wurden im Mittelalter gnadenlos ausgebeutet (Steine, Eisenteile) oder sind zerfallen.

Doch dank der mehrjährigen Verwendung als kirchliche Einrichtung ist es uns heute möglich, die vielen verschiedenen Facetten der Porta Nigra einmal aus der Nähe zu betrachten.

Am besten geht dies übrigens mit einer der hier angebotenen sogenannten Erlebnisführungen!
Mit viel Witz und Charme erzählt ein mit einem römischen Rock bekleideter Fremdenführer die Geschichte der Porta Nigra. Römische Entstehung, Nutzung durch die Kirche, Wiederentdeckung durch Napoleon bzw. durch die Preußen und Übergang in ein antikes Geschichtsgut.
Wirklich farbenfroh und nie langweilig erzählt, absolut empfehlenswert!
(Durchführung der Erlebnisführungen immer Freitags 15Uhr, Samstags 13:15 und 15 Uhr, Sonn-/Feiertags 11:30 und 14 Uhr, Karten gleich nebenan in der Touristeninfo)

Wir erhaschen von der obersten Etage der Porta Nigra noch schnell einen schönen Blick über die Trierer Einkaufsmeile, danach geht es auch schon weiter.

Das nächste Ziel auf der Touristenroute ist der Dom von Trier!
Dieser trägt übrigens ebenfalls ein Privileg der Superlative! Denn der Dom zu Trier ist gleichzeitig die älteste Bischofskirche Deutschlands!
In seinen Mauern findet sich darüber hinaus eine der Heiligsten Reliquien der christlichen Geschichte, genauer ist dort der Heilige Rock, die Tunika von Jesus Christus zu finden.
Leider gibt es keine öffentliche Ausstellung, erst im Jahre 2012 ist zum 500sten Jubiläum mit einer öffentlichen Präsentation zu rechnen.
Wir beschränken uns daher auf ein paar Bilder der Kirche selbst, auch ohne Heiligen Rock.

Vom Dom führt uns der Touristenweg weiter zum nächsten römischen Highlight, der Basilika von Trier.
Hier regierte einst Kaiser Konstatin und verschaffte sich mit diesem Gebäude sicherlich ordentlich Eindruck bei allen Gästen, Diplomaten, Unterworfenen und sonstigen Besuchern.
Eindrucksvoll ist in jedem Fall die holzvertäfelte Decke, die durch eine kassenartige Struktur noch zusätzlich an Ausdruck gewinnt. Die Basilika ist heute übrigens eine kirchliche Einrichtung, genauer trifft sich hier die evangelische Gemeinde Trier.

Ein weiteres Bauwerk aus der Ära der römischen Kaiser findet sich unmittelbar angrenzend, von der Basilika folgen wir dem Touristenweg vorbei am kurfürstlichen Palais bis zur Kaisertherme.
Diese hat allerdings ein kleines Manko, denn sie wurde nie fertig gestellt! Final diente die Anlage dann der Leibgarde als Kastell.
Nun gut, wenn die Anlage nur „fast“ fertig gestellt wurde, genügt uns auch ein „fast“ durchgeführter Besuch!
Wir klettern einfach auf eine Säule am Eingang und schauen über die natürlichen Buschbegrenzung inmitten eines archäologischen Parks.

Nach der Geschichtstour empfehlen wir noch ein Eis, eine gute Eisdiele liegt zwischen Karstadt und Porta Nigra in der Fußgängerzone (dänisches Eis, Waffeln werden frisch gebacken!).
Guten Mittagstisch für kleines Geld (empfehlenswert: Die Porta Nigra Platte!) kann man im „historischen Keller“, einem Kellergewölbe gleich unterhalb des Karstadt- Gebäudes bekommen.

Und wer von Trubel, Wusel, Geschichte und Abenteuer Kopfschmerzen bekommt, findet am Hauptmarkt übrigens auch gleich die nächste Superlative!
Denn hier steht die älteste Apotheke Deutschlands.
Gegen Kopfschmerzen werden die also in jedem Fall was haben, oder? ;-)

An alles ist also gedacht, ein Besuch von Trier lohnt sich wirklich!


**********

Übrigens: Bester Ausgangspunkt für Trier ist der Stellplatz / Campingplatz Treviris, der natürlich auch in unserer Datenbank enthalten ist.
Eine umfangreiche Bewertung mit vielen Bildern findet sich dort nicht nur von mir... :wink:
SP Trier: --> Link

Vielen Dank fürs Lesen

Björn

P.S.: Hier steht natürlich nichts darüber, warum wir auch dieses Mal ausgerechnet wieder an einen Holländer geraten sind... :?
Zugegeben, dieses Mal waren wir nicht direkt beteiligt, sondern haben uns "nur" eingemischt, aber ungewöhnlich ist es trotzdem.
:gruebel:
Wer neugierig ist, findet mehr darüber in unserem Reisetagebuch :D

Anbei habe ich noch ein paar schöne Bilder von Trier mitgebracht:

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: Artikel auf eBay oder versuchs hier bei Amazon

Gast am 16 Aug 2010 11:07:01

Immer wieder schön eure Reiseberichte... :razz:

zeus am 16 Aug 2010 11:08:23

Da will ich hin!!! Ich war noch nie in Trier. Der Bericht animiert.
Liebe , Hildegunde

Anzeige vom Forum


klink_bks am 16 Aug 2010 11:42:08

:D Und abends ! :D

Dann nach" Zur Lauben", das ist eine kleine Gasse mit mehreren Lokalen direkt am Moselufer, wo man recht rustikal und preiswert essen und trinken kann, kleiner Geheimtip von mir

aus Bernkastel-Kues an der schoenen Mittelmosel
Achim

LowCostDriver am 16 Aug 2010 11:49:25

klink_bks hat geschrieben::D Und abends ! :D

Dann nach" Zur Lauben", das ist eine kleine Gasse mit mehreren Lokalen direkt am Moselufer, wo man recht rustikal und preiswert essen und trinken kann, kleiner Geheimtip von mir

aus Bernkastel-Kues an der schoenen Mittelmosel
Achim


Sch*** zu spät
:cry:
Das wäre mir anstelle der japanischen Tütensuppe am Freitag Abend deutlich lieber gewesen :D

Aber beim nächsten Mal! :ja:

uschi-s am 16 Aug 2010 12:06:15

Zur Lauben kann ich nur empfehlen, ist für uns immer wieder ein Muss, wenn wir in Trier sind.

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