Sonntag, 08. August 2010
ein riesiger Flohmarkt, der sich durch die Straßen von Sauzé-Vaussais zieht
Auf unserer Weiterfahrt am Morgen sehen wir ein großes Banner: Foire de
Brocante (Trödelmarkt) in Sauzé-Vaussais. Also muss Herbert, der ja seiner
Gattin nie einen Wunsch abschlagen kann, abbiegen und einen Parkplatz suchen.
Der ist um diese Uhrzeit noch leicht zu finden. Dann stürzen wir uns ins
Getümmel. Ein Flohmarktbesuch ist immer wie eine Zeitreise. Was sich nicht
alles so im Haushalt angesammelt hat.
Verschnaufpäuschen zwischendurch..
..bevor wir auch noch die letzten Flohmarktstände abklappern
In dieser Gegend muss es wohl eine große englische Enklave geben, denn wir
sehen kistenweise englischsprachige Bücher (und hören auch andauernd und
überall englisch). Würde man alle diese Kisten aufkaufen, könnte man damit
einen Bücherladen für gebrauchte Bücher irgendwo in Spanien aufmachen. Aber
ein Buch von Tom Wolfe ist hier für Annette nicht zu finden.
Ankunft in Angoulême - Blick auf die Charente
Dann geht unsere Fahrt auf der N10, die autobahnähnlich ist, weiter nach
Angoulême. Der erste Eindruck der Stadt ist sehr hübsch und auf unserer Suche
nach einem Parkplatz überqueren wir die Charente schon mehrmals. Zuerst parken
wir einfach irgendwo am Straßenrand, machen erste Fotos von den Brücken und
dem Comic-Museum und sehen dabei einen großen Parkplatz. Dorthin stellen wir
uns dann.
die Stadt ist bekannt für das Comic Museum ";Cité de la Bande dessinée et de l'image"
wir spazieren am Ufer der Charente
mehrere Brücken führen über die Charente
Eigentlich wollen wir hinauf zum Wahrzeichen der Stadt, der Kathedrale
St-Pierre, die hoch über der Stadt und dem Fluss thront. Aber es ist so
ungeheuerlich heiß, dass wir auf einen Aufstieg in die Oberstadt verzichten.
Der Herbert ist robust, ihm macht die Hitze nie etwas aus, aber Annette ist
nicht besonders hitzebeständig, ihr wird es dann schnell schwummerig.
Also bleiben wir am Ufer der Charente und lustwandeln ein wenig im Schatten
der Bäume. Die Figur des spitznasigen Hans-guck-in-die-Luft finden wir süß.
Sie steht auf der Holzbrücke, die direkt zum Comic-Museum führt. Zurück am
Wohnmobil glauben wir, dass es einfach zu heiß ist. Es ist nirgends Schatten
dort und der Abend ist noch lang.
Monsieur Spitznas steht auf der Holzbrücke
wir übernachten auf dem Rastplatz Aire du Pontaroux
Und so meint Herbert, dass wir noch ein Stück stadtauswärts fahren und wieder
einen Rastplatz entlang der Route für die Nacht nehmen sollten. Den finden wir
dann in Pontaroux, wo wir natürlich nicht die einzigen sind. Wir stellen
unsere Stühle heraus und hören das Rauschen eines kleinen Flusses, der an den
Platz grenzt. Jetzt kann die Nacht kommen.
unsere Tagesroute ca. 107km
Montag, 09. August 2010
wir erreichen den Ort Brantôme
Es geht an großen Sonnenblumenfeldern vorbei, doch sind die Sonnenblumen schon
verblüht und lassen die Köpfe hängen. Wir sind nun mitten im Périgord. Unsere
Fahrt dauert gar nicht lange, als kurz vor Brantôme ein Schild für einen
Carrefour Market gibt, wo wir nachtanken wollen. Immerhin geht der
Preisunterschied bei den Supermarkttankstellen für den Diesel auf bis zu 0,15
EUR pro Liter, verglichen mit den normalen Tankstellen.
Blick auf die Abbaye de Brantôme
Nach einem kurzen Einkauf, das Tanken fällt aufgrund der Höhenbegrenzung aus,
findet Herbert, dass wir doch mal durch den Ort Brantôme fahren und diesen
anschauen sollten. Aber dann führen uns die Beschilderungen auf einen
fabelhaften Wohnmobilstellplatz auf der grünen Wiese. Dort parken wir also und
machen uns auf in den Ort. Der Fußweg dauert keine 5 Minuten.
Blick auf die Brücke Pont Coudé
Auf einem ausgehängten Stadtplan sehen wir, dass Brantôme eine Insel ist, von
der Dronne umschlossen. Später lesen wir dann, dass Brantôme auch das Venedig
des Périgord genannt wird. Und das ist keineswegs übertrieben, so sehr
überraschen uns die vielen Brücken und engen Gassen. Die Insel ist fast
kreisrund.
es braucht viel Schwung, um diese Stufe zu meistern
Amüsant ist es, den Kanuten zuzuschauen, denn ein jedes Kanu bleibt bei dieser
Stufe im ersten Moment stecken. Egal, wie leicht oder schwer die Leute, es
muss kräftig gewippt und geschaukelt (auch aufgestanden) werden, um mit einem
Ruck weiterzukommen. Die Zuschauer auf der Brücke feuern die Kanuten an und
klatschen, wenn sich das Boot losmacht.
ein jedes Kanu bleibt hier stecken
ein weiterer Blick auf die Abtei
so schaut man vom Boulevard Charlemagne auf die Dronne (den Fluss)
wir stehen auf der Brücke Pont Coudé
hier noch einmal die Abtei mit dem Glockenturm
Im 8. Jahrhundert zogen Benediktinermönche in die Höhlen am Fuße des Felsens,
bevor sie die Abtei gründeten. In Brantôme gibt es den ältesten Glockenturm
Frankreichs, der seit dem 11. Jahrhundert intakt ist und auch heute noch
läutet, während die Besucher sich in den alten Gassen tummeln oder im
Mönchgarten wandeln.
Gibt es ein idyllischeres Hotel als dieses?
Zurück am Wohnmobil entschließen wir uns jedenfalls, auch morgen noch
hierzubleiben. Was wir so über das Périgord lesen, gefällt uns sehr gut.
Vielleicht können wir ja mit dem Motorroller kleine Ausflüge machen, dann sind
wir beweglicher. Abends füllt sich der Wohnmobilplatz sehr, aber wir sind die
einzigen Deutschen unter den vielen Franzosen und Engländern hier.
unsere Tagesroute ca. 36km
Dienstag, 10. August 2010
dies ist der Wohnmobilstellplatz in Brantôme
Es ist nach sieben, als Annette ihren Fotografen am Ohr zupft, damit er doch
aufstehe. Denn wir wollen heute früh in der Stadt sein, den Touristen und der
Sonne voraus. Als wir dann in Hut und Mantel (sozusagen) sind, kommt noch der
Platzwart und kassiert die 3 Euros der Stellplatzgebühren.
es ist Markttag in Brantôme
Aber dann stellen wir fest, dass heute Markttag ist und schon viele Leute in
den Straßen sind. Der kleine Marktplatz ist eine hübsche Kulisse für den
Markt, wo viel Foie Gras (das ist die Stopfleberpastete von der Gans) in der
Dose oder im Glas angeboten wird. Und auch andere Produkte der Region.
die Rue Gambetta führt auf diese Brücke
Dann spazieren wir weiter, während die Idylle von einem rechten Lärm gestört
wird. Dieser kommt von einem alten Boot, das das Unterwassergras im Fluss
schneidet. Vorn am Boot ist eine Art Heckenschere angebracht. Man muss
staunen, wie grün das geschnittene Gras ist. Die Photosynthese funktioniert
also auch unter Wasser.
dies Boot macht einen ziemlichen Lärm
ein Steinmetz bei seiner Arbeit
Gestern hatten wir diesen Steinmetz gesehen (und schon das Foto gemacht), der
dieses absolut detailgetreue Sofa aus Stein meißelt. Heute ist es also fertig,
es ist noch ein Kissen am Fußende hinzugekommen, und Annette könnte sich
hineinkuscheln, wenn es nicht so hart wäre.
Puh, die Polster sind ja steinhart
Blick in die Rue Puyjoli de Meyjounissas
Auf der Rue Puyjoli de Meyjounissas kaufen wir dann noch ein großes Brot und
schlendern noch etwas weiter. Die Sonne blendet aber schon ziemlich auf dem
weißen Stein der Hausfassaden.
auf dem Boulevard Charlemagne
der Pavillon Renaissance, worin sich eine Kunstausstellung befindet
der Frühstückstisch wird gedeckt
Wieder daheim parken wir das Wohnmobil um, sodass wir jetzt direkt am Ufer der
Dronne stehen. Dann fährt Herbert die Markise aus und wir setzen uns zu einem
späten Frühstück hin. Den Nachmittag verbringen wir mit dem Lesen der Welt am
Sonntag, die wir gestern gekauft hatten. Auf dem Platz ist ein Kommen und
Gehen, aber die schönen Plätze, wie wir einen haben, sind längst besetzt.
Mittwoch, 11. August 2010
heute ist alles grau in grau
Heute passiert nicht viel. Der Himmel ist ganz grau; immer wieder kommt
Nieselregen herunter. Und im Gegensatz zur Bretagne, wo das Wetter ständig
wechselte und der Wind die Regenwolken fortgeschoben hat, kleben sie hier
direkt über uns.
So gegen halb zwei machen wir uns trotzdem auf und wollen im Carrefour Market
etwas Gemüse kaufen. Aber ach, wir sind ja hier auf dem Lande. Der kleine
Supermarkt ist über Mittag geschlossen. Gehen wir also später noch einmal los,
wenn um 14:30 Uhr wieder geöffnet ist. Es sind ja nur 15 Minuten zu Fuß
dorthin. Und trocken bleiben wir auf beiden Wegen auch. Den Rest des Tages
sitzen wir entweder am Laptop oder mit einem Buch in der Hand.
hier stehen wir
Donnerstag, 12. August 2010
diese 7 Leute machen tolle Musik
Zuerst wissen wir gar nicht, was wir heute tun sollen. Der Himmel ist grau und
einen Ausflug mit der Yamaha zu machen lohnt nicht. Wir sitzen also bis zum
späten Nachmittag, als endlich der Himmel aufreißt. Schnell sind wir stadtfein
und laufen noch einmal los.
Blick auf die Felsenhöhlen von Brantôme
An der Kirche ist einiger Trubel, so als würden Vorbereitungen für eine
Hochzeit stattfinden. Doch dann löst sich die Menschentraube. Wir steigen im
alten Gemäuer der Touristinformation ins dritte Obergeschoss, um einen letzten
schönen Blick auf den Fluss und die Stadt zu haben. Morgen wollen wir mal
wieder weiterziehen.
friedlich liegt uns die Stadt zu Füßen
Freitag, 13. August 2010
Blick auf das Château L'Évéque auf unserer Weiterfahrt
Freitag, der 13. beginnt mit einem wirklich kalten Morgen. Brr, es sind nur
17°C auf dem Thermometer, so als würde schon jetzt der Herbst beginnen.
Annette ist in dicken Socken, als wir uns gegen halb acht auf die Weiterfahrt
machen. Auf unserem Weg Richtung Süden wollen wir uns die beiden Städte
Périgueux und Bergerac anschauen. Aber dann haben wir in beiden Städten keine
Lust auszusteigen.
in Bergerac geht es über die Dordogne
gleich ist der Campingplatz erreicht
Stattdessen schalten wir unser Navi ein, das uns den Weg zum
?-Camp Terme d'Astor zeigen soll. Mei, ist die Anreise kompliziert. Der kleine Ort
St-Avit-Riviére ist auch nicht auf unserer Karte. Die Überlandstraßen werden
immer enger, und die Stichstraße zum Camp hin erst. Gottlob kommt kein
Gegenverkehr.
Blick auf die Poolanlage unddas Restaurant dahinter
Der Campingplatz gefällt uns dann auf den ersten Blick so gut wie auf deren
Website. Er ist unter holländischer Führung und wir sind komplett von
Holländern umgeben. Nachdem wir auf dem Platz eingerichtet sind, gefrühstückt
haben und im Pool geschwommen sind, merken wir, dass wir hier gar keinen
Telefonempfang - geschweige denn Internet - haben. Oh weh, da sind wir ja so
richtig in der Pampa. An der Rezeption können wir einen zweistündigen
Internetzugang kaufen. Hoffentlich kommen wir damit zurecht, sodass sich
niemand wundern muss, wenn gar kein Lebenszeichen mehr von uns kommt.
unsere Tagesroute ca. 89km
Samstag, 14. August 2010
hier stehen wir..
Bei einem Gang übers Gelände merken wir erst mal, wie leer der Campingplatz
ist. Das hätten wir für Mitte August nicht gedacht. Als wir später mit einem
der Bediensteten reden, sagt er uns, dass die Leute immer ganz schnell
abreisen, wenn das Wetter nicht perfekt mitspielt.
mit schönem Blick auf Rezeption und Restaurant
hier wird für die Gäste gegrillt
Na gut, das Wetter ist nicht das beste heute, aber wir können zumindest schön
am Pool liegen. Und wenn die Sonne nicht gerade von Wolken bedeckt ist, ist es
richtig heiß hier. Wenn man den Kindern hier so zuhört, kann man ganz schnell
holländisch lernen. Nach etwa einer Stunde gibt es einen kurzen Regenhusch,
sodass wir schnell zurück an Bord eilen. Aber dann können wir uns wieder an
den Pool legen. Wir gehen auch ins Wasser.
Heute Abend gibt es etwas Unterhaltung - ein Spectacle Magnifique - an der
Bar. Es ist aber mehr für die Kinder, die sich im Tellerdrehen auf einem
langen Stock üben und auch sonst allerlei Gaukelei zum besten geben. Unter
Anleitung von zwei Clowns. Abends sind das Restaurant und die Terrasse schön
beleuchtet.
Sonntag, 15. August 2010
rechts von hier befindet sich das Restaurant - links der Pool..
Schade, dass das Wetter nicht so mitspielt. Denn bis zum Nachmittag sitzen wir
an Bord, während draußen ein Regenschauer nach dem anderen herunterkommt. Na
wenigstens führen die nicht gleich zu Überschwemmungen. Und egal wie bedeckt
der Himmel, uns ist dank Solar auf dem Dach noch nie der Bordstrom
ausgegangen. Und dabei fahren wir seit Mitte Mai, als die eine Gelbatterie
gekocht hatte, nur auf der einen anderen. Hier auf dem Platz jedenfalls, wo
man 5 Euros (pro Tag!) für den Strom verlangt, haben dankend darauf
verzichtet.
..und Annette im Whirlpool
So gegen 16 Uhr endlich reißt der Himmel auf, sodass wir uns doch noch an den
Pool legen können. Und die Liegen sind nicht mal mehr nass vom Regen. Immer
wieder schalten die umherspringenden Kinder den Whirlpool an, tauchen kurz ein
und sind dann weg. Und weil der Whirlpool erst nach 15 Minuten wieder
ausschaltet, setzen wir uns zwischendurch selbst hinein.
es wird Abend auf dem Platz
die Band Dusty Bottoms spielt auf
Für heute Abend ist die Band Dusty Bottoms engagiert. Sie machen tolle Musik,
aber weil gestern schon so viele abgereist sind, ist das Publikum nun ziemlich
klein. Und wer wie wir so ausschließlich unter Holländern steckt, ist auch
nicht recht froh. Die Leute auf dem Platz hätten ruhig etwas mehr gemischt
sein können.
Sonntag, 16. August 2010
hier beginnt unser Spaziergang durch die Wehrstadt Monpazier
Wir rätseln hin und her, was wir tun sollen. Denn irgendwie wird es uns auf
dem Camp langweilig, es ist so wenig los und ruckzuck hat man den gesamten
Platz umrundet. Der Blick in den Himmel verspricht im ersten Moment auch
nichts gutes. Und so tun wir es den anderen Campern nach und reisen ab. Obwohl
der Campingplatz, insbesondere das Restaurant usw. hübsch und charmant
angelegt sind. Schnell tauscht Annette noch ein paar ausgelesene Bücher.
die Mairie (das Rathaus) von Monpazier
Unsere Fahrt geht immer weiter südwärts, bis wir Monpazier erreichen. Bleiben
wollen wir eigentlich nicht, aber dann sehen wir ein Schild für einen
Wohnmobilstellplatz. Gut, denken wir, da können wir Wasser nachtanken, denn
auf dem Camp war das Wasser extrem kalkig, richtig weiß wie Wandfarbe. Der
Parkplatz ist vollbesetzt und so setzen wir unsere Fahrt fort.
wir schauen uns die Auslagen an
Dann aber sehen wir einen alten Torbogen, der in die Gassen führt. Auch lesen
wir am Straßenrand La Cité Mediévale und Bastide und sind mittlerweile
neugierig auf diese mittelalterliche und Wehrstadt. Am Ortsende biegen wir
also in die letzte Straße ab und stellen uns auf einen großen Parkplatz auf
der Wiese. Direkt unterhalb der alten Stadtmauer.
die Restaurants sind gut besucht
Ob es hier wohl eine Elefantenschule gibt?
Es ist 14 Uhr, die Restaurants sind gut besucht. Wir wollen uns aber nur auf
Kaffee und Kuchen niederlassen; ein Café suchen wir aber vergeblich. Also
bummeln wir durch die alten Gassen, die sehr schnuckelig sind. Es gibt viele
kunsthandwerkliche kleine Geschäfte im Ort. Überhaupt verlieben wir uns
langsam in den Périgord.
auf der Rue Notre Dame
alles ist sehr lieblich hier
es gibt viel Kunsthandwerk in den Geschäften
Geranien schmücken die Fassaden
solcher Torbögen gibt es mehrere
Im Zeitungsladen kaufen wir uns wieder eine Sonntagszeitung, gehen zurück ans
Wohnmobil, lesen, trinken uns einen Kaffee& und versuchen uns im
Nichtstun. Zum Abend hin kommen noch zwei andere Wohnmobile zu uns auf die
Wiese.
auf dem Place des Cornières
auf der Rue Saint Jacques
hier stehen wir für die Nacht
unsere Tagesroute ca. 13km
Fortsetzung aus dem Perigord folgt.

