da ich immer mit viel Freude die Reiseberichte von anderen Leuten lese, lasse ich Euch mal an unserem Sommerurlaub in Portugal teilhaben.
Da ich hier nicht einfach einen Link reinsetzen darf, gibt es also den Text zum lesen auch im Forum. In hübsch habe ich es auf meiner Homepage.
Ich hoffe, dass ein wenig vom Reisegefühl rüberkommt:
----------
Portugalreise - Sommer 2010 - Vorbereitung
Eigentlich sollte es ein kurzer Sommer werden, aber im Juni zeigte sich, dass wir diesmal über 3 Wochen Zeit haben würden, da bot sich doch an, etwas weiter weg zu fahren - Portugal.
Die nötigen Vorbereitungen waren:
1. Reiseführer kaufen
die guten aus dem Womo-Verlag die uns auch erlauben, Stellplätze noch nachts anzufahren.
2. Landkarten kaufen
Michelin für die Übersicht (734 National, Spanien, Portugal, 1:1 000 000) und die aus dem World Mapping Project für die Details: Portugal und Spanien Nort je 1: 350 000
Die Karten für das TomTom haben wir nicht aktualisiert, die 70€ erschienen mir etwas viel.
3. Wohnmobil reservieren
denn wenn wir es selbst benutzen wollen, dann darf es nicht vermietet werden.
Zu den Karten und dem Navigationsgerät einige Anmerkungen:
Das Reisen erscheint uns mit Landkarte angenehmer, aber die Punktlandung auf dem Stellplatz, die klappt natürlich mit einem Navi genauer. Aber zu den Leistungen des Tomtom Navis in Portugal wird es noch mehr zu erzählen geben.
Dann haben wir eine grobe Reiseroute ausgesucht, dann sollte es am 28. oder 29. Juli losgehen.
-------------------------
28.7. 2010 lezter Schultag, Wohnmobil beladen
Heute war es soweit, die Arbeit war soweit aufgeräumt, dass sie uns 3 und eine halbe Woche entbehren konnte, und morgens um 10 Uhr rolle ich auf den Hof von wvd, um Moby Blue abzuholen.
Da Moby Geld verdienen muss, müssen wir ihn vor jeder Reise neu beladen, aber wir sind inzwischen reichlich routiniert, die Kisten liegen fertig gerichtet, und im Wesentlichen haben wir unsere Packlisten im Kopf. Aber für die lange Reise wollten wir es ganz sorgfältig und ruhig angehen lassen, daher hatten wir uns einen ganzen Tag zum packen reserviert.
Ich war da, aber wer nicht da war, war unser Wohnmobil. Das war am Wochenende mit einer Warnmeldung zurückgekommen - aus Norwegen - und stand nun beim Spezialisten zur Überprüfung.
Satt frohgemut vom Hof zu fahren bin ich nun Moby Blue hinterher gefahren. Aber die Leute bei der Werkstatt haben uns dann - das mit dem Urlaub haben die wirklich vertanden - bevorzugt behandelt. An dieser Stelle die --> Link ein riesiges Dankeschön. Da hatte jemand echt mitgedacht und nicht darauf gewartet, dass wvd oder ich die Reperatur wirklich beauftragt.
So wurde dann statt vormittags erst am Nachmittag das Auto fertig, Zeit genug, dass man auch noch die Unterlagen zusammensuchen lassen konnte für einen Kulanzantrag an Fiat. Der wurde später dann auch wirklich angenommen, so dass schließlich die Reperatur nur halb so teuer geworden ist.
Als wir das Wohnmobil vom Hof fuhren stellten wir fest - was mich masslos geärgert hatte - dass uns jemand aus den Unterlagen das Übernachtungsverzeichnis von France Passion weggenommen und den Aufkleber von der Scheibe gezogen hatte. Ich finde das so eine nette und praktische Idee und hatte für unsere Mieter die Unterlagen im Wagen gelassen. Was ein Mieter ohne eigenes Wohnmobil mit Verzeichnis und Aufkleber anfangen will, ist mir nicht klar. Wir jedenfalls hatten vorgehabt schon am nächsten Abend in Zentralfrankreich den ersten Bauernhof zu suchen. Das ging nun nicht mehr.
Aus dem gemütlichen Packen ist dann auch nichts geworden, aber - wir haben es ja schon so oft geübt, abends stand das Womo fertig gepackt vor der Tür. Eine letzte Nacht im Haus, das Reisefieber prickelte. Oft schaffen wir es ja nicht, dann noch zu bleiben und wenn wir nur wenige Kilomenter fahren...
--------------------
29.7. Fahr'n, Fahr'n, Fahr'n: Frankreich für Eilige
Ein kurzer Überschlag brachte es an den Tag, wir wollten unseren Urlaub in Portugal verbringen, wenn wir dort zügig ankommen wollten, dann sollten es an den ersten Reisetage jeweils mindestens 700 km werden. Das ist mit vollbesetztem Wohnmobil schon eine Herausforderung.
Da unser Schiff aus Kostengründen ohnehin nicht schneller als 100 km auf der Langstrecke fahren sollte - wir wollen ja nicht alle 400 km tanken - haben wir uns entschieden, Mautstrecken zu meiden. Gemeinsame Anstrengung von dem jeweiligen Navigator und dem Tomtom haben uns auch wirklich durch den ganzen Urlaub vor Maut verschont.
Nunja, so fuhren wir im wesentlichen der Empfehlung zur Anreise des Ehepaars Schulz folgend durch Frankreich. Mittagspause am Doubs, Kaffeetrinken an der Loire und Nachtrast an einer alten Strassenbrücke über die Gartempe auf einer Schleife der offen gelassenen ehemaligen Route National.
Blick von der Brücke
-----------------------------------
30.7.2010 Rund um Bordeaux, das erstmal am Meer, Spanien
Heute sollte es nach Spanien gehen,
so brachen wir in aller Frühe an der Gartempe auf und fuhren die Route National weiter. Diese ist zwischen Bellac und Angoulême für LKW gesperrt,was man am besonders hohen LKW Aufkommen erkennen konnte.
Nachdem es am Vortag noch bei Nieselregen losging, erwartete uns heute reiner Sonneschein, der uns für den Rest des Urlaubs nicht verlassen sollte. Erst viel später haben wir gehört, welch schauerlichem Sommerwetter wir in Deutschland entflohen waren.
Nach dem obligatorischen Stau um Bordeaux herum erreichten wir endlich den Atlantik bei Seignosse. Mühsam war es eine Zufahrt zu finden, die nicht bereits viele hundert Meter vom Strand entfernt für Womos gesperrt war, aber letztlich standen wir gegenüber des Campingplatzes unter Pinien. Übernachten war hier auf grossen Schildern verboten, aber wir wollten ja nur ins Wasser - wir hatten noch weiteres vor.
Hier war der Stand voller Leben und wir haben das erstmal das kühle Atlantikwasser gespürt. Ich habe meine Uhr verloren, und hatte nach dem Rückweg zum Womo keine Lust mehr, sie am Strand suchen zu gehen.
Nach erquickendem Bad und richtigem Urlaubsrummel ging es weiter rund um Bayonne in Richtung St. Jean Pied de Port. Hier sind wir vor 15 Jahren bereits mit dem Fahrrad gefahren und damals im Regen vollständig durchweicht worden. Heute war es entspannender und wir haben erstmals die Pyrenäen hier gesehen, die das letztemal vollständing in Wolken versteckt waren.
Abends erreichten wir die Passhöhe bei Ibaneta - hier wo das Denkmal an den Tod Rolands gemahnt und konnten den Bergabend geniessen.
Rolandsdenkmal - Details finden sich im --> Link
Der Abend in den Bergen:
-----------------------------
31.7.2010 Spanien für Eilige
Schönes Baskenland,
die grünen Berge und eine kühle klare Morgenluft liessen uns fröhlich starten. Die Strasse kreuzt allenthalben den Jakobsweg und zahrleiche Pilger sind zu sehen. Hier laden nete Pfade und Wege zum Wandern ein und die Pilger wirkten entspannt und frohgemut.
Doch bald passierten wir Pamplona (Iruña) und die Umgebung wurde deutlich flacher und heisser. Immer noch kreuzten wir Fusswege mit der Jakobsmuschel, Pilger sahen wir kaum noch, hier brannte die Sonne unbarmherzig und kein Baum spendete Schatten.
So mussten wir für die Mittagspause auch Schatten erst finden, ein Heuhaufen bot uns dann eine wohlduftende Rast:
Zentralspanien war so heiss, dass wir uns kaum trauten irgendwo die Türe zu öffnen, also fuhren wir unverdrossen weiter, bis wir am frühen Abend die Grenze von Portugal bei --> Link erreichten.
Die berühmten gelben Felsen blickten über den See und über unseren Köpfen kreiste ein Geier/Adler (leider war ich nicht schnell genug, das Tele zu montieren).
Durch bergiges einsames Land, darin mit zahlreichen Mäuerchen geschützte winzige Parzellen auf denen tapfere Landwirte Mais und Getreide anbauen, ging es zu unserem Nachtplatz am Rio Tuelo. Hier wurde der Bergfluss ein wenig aufgestaut ein kleiner, kühler und glasklarer Bergsee lädt zum Baden ein. Einige portigiesische Camper haben sich häuslich - wohl auch für länger - eingerichtet und für uns war auch noch ein Plätzchen frei.
Hier blieben wir für die Nacht
------------------------------
1.8.2010 Quer durch Portugal - ans Meer
Heute war von den Kindern das Meer bestellt worden, also wurde der Familienvater, der gerne noch ein wenig Berge gesehen hätte überstimmt und wir fuhren durch eine absolut faszinierende Bergwelt weiter.
Aaaber, wir waren ja nun im Zielgebiet eingetroffen, das Tempo wurde deutlich gedrosselt, und der Tag mit ausgedehntem Baden im Bergsee begonnen. Während wir den Tag geruhsam angehen liessen und im klaren, kühlen See badeten,
endete für eine Ziege der Tag auf dem Grill:
So ging es spät weiter, die Abfahrt vom Stellplatz am See war ähnlich aufregend wie die Anfahrt und wir mussten beherzt den steilen Hang fahren.
Kurz nach Mittag besuchten wir unseren ersten portugisischen Supermarkt - immer wieder interessiert es uns, zu sehen, was die Leute einkaufen in fremden Ländern. Und hier haben wir ihn gefunden: Den Stockfisch, den wir vor Jahren in Norwegen kennenlernten und dort hatten wir auch unseren ersten Bacalhau gegessen. Es ist also wirklich so, dass in Portugal der Trockenfisch aus Norwegen gegessen wird:
Die im Reiseführer empfohlene Pause zum Baden am Barragem do Alto Rabagao fand zwar statt. Der befahrbare Strand war auch ganz nett - die Anfahrt wild und mit tiefem Sand nicht ganz ungefährlich, aber eigenartige schwarze Algen liessen das Wasser wenig einladend erscheinen. So ging es nach kurzer Kaffeepause weiter.
Die Fahrt über die Staumauer war dann erneut eindrucksvoll:
Irgendwann ging es dann aber wirklich nicht mehr weiter nach Westen. Am Praia do Rodanho erreichen wir einen Parkplatz, die erste grössere Wohnmobilansammlung (ca. 15) und einen endlosen weissen Sandstrand. Hier bezogen wir Quartier und entschieden, erst einmal nicht wieder weg zu fahren.

