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Kurzurlaub Korsika


fantom am 01 Okt 2010 11:11:57

Reisebericht Kurzurlaub Korsika 08-09/20

Nachdem unser großer Sommerurlaub nicht die erwünschten Temperaturen und somit Badetage beinhaltete und eher eine Art Flucht vor schlechtem Wetter war, drängte es uns Ende August noch einmal ans Meer. Weil wir keine Lust hatten, das heißt ich schon, wieder endlose Kilometer mit dem Auto zu fahren, entschieden wir uns, wieder und bloß an unseren Traumstrand auf Korsika zu fahren. Dazu hatten wir uns ab Freitag freigenommen und mussten erst am Mittwoch der übernächsten Woche wieder arbeiten. Wie es bei uns schon üblich ist, wenn es mit der Fähre Richtung Süden geht, starten wir am gleich nach der Arbeit um nach einer 12-stündigen Nachtfahrt die Überfahrt von Livorno oder Ancona zu schaffen.
Gebucht wird die Fähre bei uns nicht, da wir bisher immer mitgekommen sind und in der Regel auch mehrere Überfahrten an einem Tag stattfinden. Die Rückfahrttickets haben wir aber diesmal gleich mit gekauft, da wir nicht wussten, ob nicht doch einige ihren Urlaub über die Hauptsaison hin ausdehnen und dann zurück zu kein Platz mehr frei wäre. So haben wir für beide Passagen für zwei Personen und unseren Duc 195,-€ bezahlt. Die Masse lies ich die nette Dame dem Fahrzeugschein entnehmen und sie stufte unser Gefährt in die Kategorie 2+ ein. Dabei ist unsere Dachhaube leider noch nicht mit dabei, was aber ziemlich egal ist, weil + über 2,5m Höhe bedeutet. Hier versuchen einige zu schummeln oder wissen es echt nicht besser und geben die Fahrräder oder dessen Träger nicht mit an. Im besten Fall passiert nicht, wir haben aber auch schon erlebt, dass ein polnischer(tut nichts zur Sache) Pkw-Fahrer seine Fahrräder auf den Dach transportierte und vom Fährpersonal vermessen wurde. Er wurde zurückgeschickt mit der Anweisung, entweder sein Ticket zu ändern oder die Räder liegend zu verstauen, sodass er unter die für Pkw übliche 2m Grenze fällt. Wutentbrannt und unter lautem Schimpfen schnallte er die Räder vom Dach ab und legte sie mit Schwung auf den Träger. Blöd war nur, dass seine Pedale länger waren als der Träger hoch und er dadurch eine schöne Delle im Dach hatte. Ich lach heute noch darüber.
Wir hatten also pünktlich unsere Fähre erreicht und reihten uns in die Schlange der Wartenden ein. Der Rucksack wurde mit Luftmatratzen, Decken, Wasser und Frühstück gefüllt. Einige Bücher nahmen wir auch mit, aber ich wollte eigentlich, wie auch sonst immer, den entgangenen Schlaf nachholen. Ich kann ja prima auf einer Fähre schlafen. Das monotone Brummen und das Schaukeln - einfach herrlich. Was stört sind dann Kinder, die Fangen spielen und Hunde, die an einem herumschnüffeln. Nein, ich bin kein LecGast.
Nach einer ereignislosen Fahrt kamen wir so gegen 13 Uhr in Bastia an und los ging die übliche Rallye. Jeder will der Erste sein. Ob beim Schiff verlassen oder zum Hafen raus oder durch Bastia durch. Hier muss man aufpassen, die richtige Spur zu finden, der Tunnel ist mit 2,4m für normale Mobile zu klein.
Am nächsten Supermarkt wollten wir uns mit Vorräten eindecken und günstig tanken. Das gestaltete sich schwieriger als letztes Jahr, wo wir noch mit dem T4 California meiner Eltern hier lang fuhren. Wir waren jetzt einen halben Meter höher und die Parkhäuser und Balken vor den Parkplätzen immer noch so flach. Irgendwann hat es dann geklappt. Beim Aussteigen bemerkten wir erst mal, wie warm es war. Hier hatte es so um die 30 Grad und zu Hause in Sachsen klapperte man bei 10 Grad und Regen, die ersten Schneefälle auf den Fichtelberg soll es auch während unseres Urlaubs gegeben haben. Uns war's egal - bei uns war's warm.
Nach dem Zwischenstopp ging's weiter Richtung Porto Vecchio die große Nationalstraße entlang. Schön fährt es sich hier nicht, aber es ist die schnellste Verbindung von Norden und Süden. Wir wollten bloß ankommen, nichts unterwegs anschauen, also schnell sich der ortsüblichen Fahrweise angepasst(da fällt das Überholen in den Kurven nicht so schwer) und pünktlich um 15 Uhr passierten wir das Tor des Campingplatzes am Plage de Palombaggia. Hier waren wir schon 2004 mit dem Motorrad und voriges Jahr mit schon erwähntem VW. Der Platz ist zwar nicht preiswert und überzeugt auch nicht mit besonderer Ausstattung, gefiel uns aber schon die Jahre zuvor, weil er fest in der Hand einer älteren Dame ist, die ihren jungen Angestellten schon mal lautstark zeigt, wie man putzt. So ist alles schön sauber und jeder Platz wird nach Verlassen ordentlich abgeharkt. Fast schon unangenehm, da wieder drüber zufahren. Der junge Mann an der Rezeption wollte uns auch gleich einen Platz im „Deutschen Eck“ geben, worauf wir ihn baten, uns erst mal umschauen zu dürfen. Nicht dass wir was gegen Landsleute im Urlaub haben, aber wozu fahre wir den ins Ausland? Wir wählten die Parzelle in der äußersten Ecke des Platzes, die uns aber nicht gegeben wurde sonder die daneben, auch gut. Zu dieser Zeit war der Platz noch zu 80% mit Italienern belegt. Die sind laut und gesellig (also lange laut) aber es klingt wenigstens wie Urlaub. Am Sonntag sollte sich alles ändern: alle Italiener weg, Platz war kurz leer, dann schwärmte die deutsche Klappdachfraktion ein, alles wieder voll. Noch nie so viele T4 mit Klappdach auf einen Haufen gesehen. Aber das war alles später, wir sind immer noch bei Freitag und unserer Ankunft.
Wir unser Mobil in die Parzelle rangiert, Keile drunter, Strom dran, ab an den Strand. 15.45Uhr, Füße im Salzwasser, die Frisur hält. So war's geplant, so hat's geklappt. Bis so gegen halb acht sind wir am Strand geblieben und schon allein das war die anstrengende Anfahrt wert.
Kurz vor unserem Urlaub führte ich eine Diskussion in einem Forum über den Fehlglaube an einen gewonnenen Tag Urlaub, wenn man abends losfahren würde. Ich hatte damals eine Rechnung anhand unseres Beispiels gemacht und glaube, nicht verstanden worden zu sein. Wenn wir morgens gestartet wären, stünden wir jetzt im Hafen von Livorno, würden auf die Fähre warten und morgen erst hier ankommen. Nun lag ich aber schon am Strand und musste über diese Diskussion lachen. Gut gemacht, Großer.
Am nächsten Tag, es war Samstag, wollten wir ins 10 Kilometer entfernte Porto Vecchio zum Einkaufen, natürlich mit Fahrrad und passendem Anhänger dazu. Schon voriges Jahr haben wir uns so versorgt und gleichzeitig etwas für unsere Fitness getan. Meine bessere Hälfte wollte „unten Rum“ fahren, also gut, nochmal 10 Km extra. Dazu muss man sagen, dass wir uns auf einer Art Halbinsel befinden und es drei Möglichkeiten gibt, nach P.V. Zu gelangen. Die kurze Route ist ca 10 Km lang mit recht viel Bergauf und -ab. Die lange Version misst ca. 20 Km mit noch mehr auf und ab. Die kürzeste(nach der Karte, nicht wirklich) Verbindung geht Quer durch die Halbinsel und hat mit auf und ab nichts mehr zu tun. Korsika eben.
Weil mir am Strand ziemlich schnell langweilig wird, hab ich mit meiner Guten so eine Art stilles Abkommen. Entweder wird der halbe Tag gefahren und der andere am Strand verbracht oder Tageweise der Wechsel vollzogen. Ob wir da mit dem Auto,mit den Rädern oder zu Fuß unterwegs sind, spielt dabei keine Rolle. Wir kommen damit recht gut hin, immerhin wollen wir ja nicht kugelrund mit Übergewicht wieder nach Hause kommen. Neuerdings hab ich auch mein Angelzeug mit am Strand, da geht’s mit der Langeweile erheblich besser.
Zurück vom Einkauf, bereichert um die Einsicht, doch nicht mehr die alte Kondition zu haben, wird sich gestärkt, Kaffee getrunken und das Strandzeug gepackt, während alle um die Mittagszeit den Strand verließen und die heißen Mittagsstunden im Schatten oder wenigstens im Mobil verbringen – Ha, Weicheier. Wenn ihr alle hier seid, ist am Wasser Platz, stimmt auch.
Bei uns sieht das Strandzeug auch etwas anders aus als bei den Anderen. Ich trage einen Bundeswehr-Tarndruck-Rucksack mit dem Angelzeug in der Gewehrhalterung und NVA-Zeltbahn als Tornister. Damit hebe ich mich deutlich vom Durchschnitt mit Aufblasdelphinen und Kühlboxen ab. Auch gehen wir nicht an den Strand, an den alle wollen, nein. Wir suchen uns eine stille Bucht und regen uns fürchterlich auf, wenn sie besetzt ist. Hier brauchen wir nicht mehr suchen, wir kennen uns aus und sind fast schon zu dem geworden, wovor wir die meiste Angst hatten: JedesJahrWiederHierherKommer. 2004 lernten wir Motorradfahrer auf diesem Platz kennen, die uns auch noch stolz erzählten, dass sie doch das 17.!!! Mal hier wären. Nein, so wollten wir nie werden und befinden uns schon auf dem Weg dahin mit unserem 3. Besuch.
Der weitere Samstag verlief ohne Vorfälle, wenn man einen kapitalen Fang nicht mit zählt.

Tags drauf, wieder Einkaufstour, diesmal kurze Strecke. Alles schön ruhig. Kaum Verkehr. Richtig schön hier. Nur dass auch die Läden geschlossen hatten, sonntags. Daran konnten wir uns nicht erinnern, dass die hier auch sonntags zu haben. Hm, na gut, halb so schlimm. So dringend brauchen wir nichts. Schöne Radtour trotzdem. Den Rest des Tages verbrachten wir damit, unsere Hautfarbe denen der Einheimischen anzupassen.
Montag, die Läden haben auf. Also einkaufen fahren, wieder über die kurze Strecke. Im Supermarkt herrschte Ausnahmezustand. Menschenmassen stopften Einkaufskörbe voll, die Einen drängeln, die Anderen stehen im Weg rum und quatschen. So voll war's hier noch nie. Es war wohl doch nicht normal, dass sie gestern alle geschlossen hatten. Mit einiger Verspätung kamen wir wieder zurück und es trat ein, was ich schon befürchtet hatte: unsere Stelle war belegt. Mit einem plötzlichem Wintereinbruch wären wir ja noch klargekommen, aber DAS!!! Notgedrungen suchten wir uns eine anderen Platz, wir sind ja flexibel, aber nicht ohne den „Besetzern“ alle möglichen Krankheiten an den Hals zu wünschen. Wir suchten uns einen Fleck auf der anderen Seite der Landzunge. Hier war man auch schön ungestört und ich konnte viel besser angeln, weil diese Seite besser vom Wind geschützt war. Kurz und gut: mir gefiel es hier. Nachdem Wir die Luftmatratzen aufgeblasen und ich meine Ruten fertig gemacht hatte, bemerkte die Gute jedoch, dass doch die Sonne gedreht hatte und sie keine Stelle finden konnte, an der sie sich bräunen konnte. So etwas lange zu ignorieren wirkt sich bei ihr nicht gut aus. Also alles wieder zusammengepackt, ich schon mal rüber auf die andere Seite gespäht, ob nun endlich frei wäre. Nein, die Widerlinge waren zwischenzeitlich noch nicht verstorben. Aber egal, hier war Sonne, also hier rüber. Ich bin dann auch die etwa 5 Meter wieder ganz gut abgestiegen, ich musste ja eine neue Route suchen, nachdem der einzig freie Zugang durch Urlauber versperrt war – Sch... Touristen!!! Der neuerliche Aufstieg gelang mit Gepäck aber nur teilweise, kurz vorm Gipfel rutschte ich auf den Piniennadel aus und konnte auch mit meinen Outdoor-Badelatschen keinen rechten Halt mehr finden, sodass ich halt die Abkürzung abwärts nahm - Luftlinie. Als ich unten angekommen erst mal beobachtete, ob und wenn wie mich das letzte Essen verlassen will, waren die ersten lieben Worte meiner Liebsten: „Willste 'ne erst mal den Rucksack abnehmen?“. Ich rang mit dem Tode und sie macht sich Sorgen um meine Bandscheiben. Mario Barth hätte es nicht besser bringen können. Zumindest hatte ich wieder Blutdruck.
Irgendwie mach ich bei so „großen Sachen“ wie Unfällen oder Verletzungen immer erst mal eine Art Selbsttest, wie einen Neustart des Rechners. Also rechte Hand -gut, linke Hand -gut, rechter Fuß -gut, linker Fuß – AUA. Bewegen geht noch, nichts schaut raus, nichts blutet, tut eben nur dolle weh. Selbstdiagnose: verdreht, vielleicht ein Band gezerrt. Therapie: Kühlen. Schnell den Fuß ins Wasser gesteckt, das war ja jetzt zum Glück nicht mehr weit weg. Und nun??? Ich dachte: „solang es noch geht, so schnell wie möglich hoch und ab zum Campingplatz. Wenn das erst anschwillt oder noch schlimmer wird, müssen die dich hier mit dem Hubschrauber rausholen“ und das wäre mir peinlich. Im Sitzen eine neue neue Route gesucht, die uns dann auch ohne weitere Zwischenfälle nach oben auf die Landzunge brachte. Oben angekommen sahen wir, dass nun unsere Stelle frei war. Nun auch nicht mehr!!! Zurückzu brauchten wir für die Strecke eine knappe Stunde, sonst nur 10-15 Minuten. Am Mobil angekommen untersuchte ich erst einmal den Fuß. Bewegen ging fast gar nicht mehr, aber so gut wie keine Schwellung, was einen Bruch ausschließt. Kein Bluterguss, nix, was auf irgendwas Dramatisches hinweist. Wozu dann also ins Krankenhaus? Damit die mir bei einer gespannten Röntgenaufnahme erst recht noch die Bänder verreisen? Quacksalber!!! Ich bin ein Mann und das Bein ist ja noch dran. „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ und weitere Durchhalteparolen beendeten den Tag.
Der nächste Morgen begann mit Schrecken. Über Nacht ist mein Knöchel auf das Doppelte angeschwollen und hatte sich zudem ins Bläuliche verfärbt, aber das nur stellenweise. Die Beweglichkeit wurde auch nicht besser und so richtige Lust hatte ich irgendwie nicht, mit dem Fahrrad einkaufen zu fahren. Insgesamt war mir heute nicht nach Sport. Schnell zwei Baguettes an der Rezeption geholt, so war der Tag gesichert. Aber den auf dem Platz vor dem Mobil zu verbringen wollte ich auch nicht. So bandagierte ich den Knöchel so lange, bis ich auftreten konnte und er gerade noch so in den Trekkingschuh passte. Der kurze Gedanke ans Krankenhaus wurde schnell wieder verworfen, bei der Schwellung können die eh' nichts machen und wenn ich ihn nicht bewegte, tat's auch fast nicht weh. Nach einer Stunde(ich dachte, bergab ginge es schneller) richteten wir uns an unserer Stelle häuslich ein. Den ganzen Tag verbrachten wir am Strand. Meinem Mädel gefiel es, so hatte sie es sich vorgestellt. Mir war trotz der Angelei langweilig, ließ mir das aber nicht anmerken. Erst abends kehrten wir zum Mobil zurück.
Krisensitzung. So ging es ja nicht weiter. Irgendwann wären die Vorräte verbraucht und wir mussten ja einen Notfallplan erstellen, wenn es nicht besser werden würde. Also beschloss ich, am nächsten Morgen die Einkaufstour mit dem Mobil zu machen, uns mit allem einzudecken, was wir für den restlichen Urlaub benötigten und dabei zu testen, ob ich damit fahren kann. „Ist ja nur der Kupplungsfuß“ sagte ich, „den brauch ich eh' nur hier. Ab der Fähre kommt der 5. Gang rein und es wird bis nach Hause nicht mehr geschaltet.“ Dabei vergaß ich die Brenner Landstraße, aber meine Gute war beruhigt oder tat so. Tatsächlich ging das mit dem Fahren besser als gedacht und auch hier war ich heilfroh, meinen Motor richtig eingestellt zu haben(ESP-Einstellung). Sonst hätte ich erheblich mehr schalten müssen.
Im Supermarkt das Übliche: Drängeln und Tratschen. Ich stützte mich am Einkaufswagen ab, aber das langsame Gelaufe, Geschiebe und Gewarte war wohl zu viel. Schnell noch in die Apotheke, dort gab's auch Bandagen. Leider nur in kleinen Größen oder Made in Germany als sinnlose Plastikvariante für 75€, nein Danke. Da half auch die fachlich erstklassige Beratung der Angestellten nichts, es hörte sich traumhaft an, aber ich verstand kein Wort, obwohl ich alle Sprachen fehlerfrei hören kann. Als ich dann noch mit lateinischen Fachausdrücken imponieren wollte, ging gar nichts mehr.
Wieder zurück auf dem Campingplatz konnte ich nach dem Hinstellen und ausbalancieren des Mobils noch die Stühle raus stellen und das Sonnendach aufbauen – dann war Schluss. Keinen Meter mehr. Finito, oder so. Wir beschlossen, heute nicht an den Strand zu gehen, da ich nicht versprechen konnte, vor Sonnenuntergang unten anzukommen. Die Gute hat das Essen gemacht und ich mir Gedanken, was da drin nun alles kaputt gegangen sein könnte. An meiner Diagnose Kapselriss halte ich heute noch fest. Ich stellte mir vor, wie ich umgeknickt bin, in welche Richtung die Gelenke, Knochen und Bänder ihre Lage veränderten und schloss daraus, wie ich den Fuß verbiegen und einrenken müsste. Nun kann ich das bei anderen, nur bei sich selbst ist das fast unmöglich. Mit einem Dreieckstuch baute ich eine Schlinge und band sie am Türschloss der Schiebetür fest. Fuß in die Schlinge, ausgerichtet, fixiert und vorsichtig gezogen. Wie geplant machte es plötzlich „Knack“ und ich konnte den Fuß wieder einigermaßen bewegen. Nun noch aus dem Tuch eine Bandage gebaut und ich konnte wieder freihändig laufen. Das wurde auch von den Besatzungen der Klappdachmobile zur Kenntnis genommen, die mich vorher beim Humpeln beäugten. Hier auch noch mal Dank an den unbekannten Nachbarn, der Kühlpackungen und Tape anbot.
Der Urlaub war gerettet. Den Weg zur Badestelle meisterten wir in immer kürzerer Zeit. Die Fangquote wurde deutlich angehoben. Insgesamt habe ich 18 Fische gefangen, die alle zusammen vielleicht eine leckere Suppe ergeben hätten, aber wieder in die Freiheit entlassen wurden. Einen von ihnen befreite ich von einer Art Zecke. Das Biest sah aus wie eine Kellerassel, hatte viele hakenförmige Beine, mit denen es sich an den Schuppen festhielt und saugte Blut aus dem Fisch.
So verbrachten wir die restlichen Tage bis am letzten Abend ein bekanntes Geräusch die Küstenstraße entlangfuhr. Udo und sein Schorschl aus „Go-Trabi-Go“ kam auf den Platz und war natürlich am nächsten Morgen Blickfang. Es war Montag und wir packten zusammen und verabschiedeten uns mit wehleidigen Blicken von unserem Traumstrand. Gegen Zehn Uhr verließen wir den Platz, kauften noch mal im Supermarkt und beim Bäcker ein und fuhren gemütlich die Nationalstraße wieder nordwärts gen Bastia. Als wir am Hafen vorbeifuhren wurde schon die Fähre beladen und mich wunderte, dass gar nicht mehr viele Fahrzeuge in der Schlange standen. Brav wollte ich mich an der Schlange zur 15.15 Uhr Fähre anstellen, da ruft meine Copilotin „Nein, 13.30 fährt unsere. Das weißt Du doch.“. Ja, jetzt schon. Schnell die Spur gewechselt und ohne noch einmal anzuhalten auf die Fähre gefahren. Hinter mir schoben sie noch einen Lkw-Anhänger rein und los ging's. Keine 5 Minuten später wäre die Fähre fort gewesen und ob auf der anderen noch Platz gewesen wäre, weiß ich nicht. Schreck zur Mittagsstunde. Jetzt wusste ich auch, was die nette Dame vom Schalter in Livorno meinte als sie sagte: „fiftien fiftie or sörtien sörtie?“. Oben auf dem Deck angekommen richteten wir uns neben der Brücke ein, wieder mit Luftmatratze und Armeeplane. Proviant und Lektüre waren auch dabei und ich schlief auf Vorrat und das sehr gut. Als dann Land in Sicht kam, wurde es ungemütlich, weil die Leute wohl noch nie Land vom Wasser aus gesehen hatten oder dachten, wer vorn auf dem Schiff steht, ist eher da. An Schlaf war da nicht mehr zu denken; so packten wir zusammen und überließen den Hobbyfilmern und Feldstecherausschauhaltern das Revier. Hier werden Männerträume wahr. Nicht dagegen in den Treppenhäusern zu den Autodecks. Dicht gedrängt warten hier genervte Männer, hysterische Frauen, schreiende Kinder samt Kinderwagen und verängstigt bellende Hunde darauf, dass das Personal die Tür zu den Fahrzeugen freigibt. Das es keinen Zusammenhang zwischen weiter vorn auf dem Schiff stehen oder zuerst am Auto sein und der Reihenfolge des Entladens gibt, scheint offenbar nicht bekannt zu sein. Alles drängt zu den Fahrzeugen, um sich zu verlaufen, Alarmanlagen auszulösen, schon zeitig den Motor zu starten, damit die Klimaanlage läuft, im Auto zu schwitzen, weil man keine Klima hat oder zu Husten, weil die Abgase nicht abziehen können. Mittlerweile fährerfahren amüsieren wir uns darüber köstlich. Und auch hier gab es wieder die Fahrradträgerfalschbucher. Mit lautem Scheppern verkeilten sich die Räder mit der Decke des Pkw-Decks. Erstaunlich, mit welcher Gelassenheit das Fährpersonal darauf reagiert, scheint öfter vorzukommen.
Die Rückreise über die italienische Autobahn beinhaltete einen Stau bei Bologna und ein Dauergrinsen meinerseits auf der Brennerautobahn. Während man beim T4 und dessen 68 Ps penibel darauf achten musste, nicht den Schwung zu verlieren, um dann mit 100 Km/h im 4.Gang zu enden, war es nun egal. Gelassen konnte man die Überholspur freimachen oder Fahrzeuge vor sich hereinlassen, einfach schön.
Nach kurzer Rast auf den Brenner freute ich mich auf die Brenner Landstraße und auf den Zirler Berg. Im Dunkeln hat die Strecke nur halb so viele Kurven, man sieht viel eher, ob was entgegenkommt und ich ließ es diesmal auch ruhiger angehen, sodass sich auch die Beifahrerin nicht über Übelkeit beklagte wie auf der Hinfahrt. Schnell getankt in Innsbruck und dabei verfahren. Ich glaube, das hat System. So gut ausgeschildert die Strecke südwärts ist, so schlecht ist sie es gen Norden. Hier wird man fast Schon penetrant auf die Autobahnen geschickt. Schnell haben wir die richtige Route wieder gefunden und gehen den Zirler Berg an. Kurz und knapp: Traumhaft. Mit 50 Km/h bei voll bepackter Kiste kann ich da nicht meckern.
Bei Mittenwald wollte ich ein paar Stunden schlafen. Auf den Parkplätzen an der Straße wollte ich das aber nicht tun. So sind wir vorbei an den Kasernen auf einen ausgeschilderten Wanderparkplatz gefahren, haben die Betten aufgeklappt und mussten die Schlafsäcke herausholen. Draußen waren 5 Grad und es begann zu schütten. Ich versuchte also 2 Stunden zu schlafen, was nicht ging, aber ein wenig ausruhen war auch gut. Gegen fünf Aufbruch zur letzten Etappe. Nachdem ich an einer Baustellenampel das erste Fahrzeug war und Grün bekam, stand ich erst mal vor einer unbeleuchteten Teermaschine, um danach von einem diagonal über die Straße verlaufenden abgefrästen Absatz das Heck weggezogen zu bekommen. Als ich aber dann von 2 nebeneinander stehenden Bau-Lkw's mit aufgeblendeten Scheinwerfern dezent zur nicht ausgeschilderten Umleitung gezwungen wurde, war meine Restmüdigkeit wie weggeblasen. Mit dem Motorrad wäre hier ein Unfall nicht zu verhindern gewesen. Nun durfte ich also über Kochel am See eine bestimmt sehr schöne Strecke fahren, nur war es stockdunkel und es regnete in Strömen. Das Navi zeigte ein Bild wie beim Kontrastmittelröntgen des Dünndarms, das blaue Gekringel war allerdings die Straße.
Müchnen im Berufsverkehr hätte schlimmer sein können und der Rest über A9, A93, A72 und A4 war Routine.
Alles in Allem hat es sich gelohnt. Im Vorfeld gab ich zu Bedenken, ob es sich lohne, für 10 Tage erst nach Korsika zu fahren. Um nur Badeurlaub zu machen, Ja. Um etwas vom Land und den Leuten mitzubekommen sicher nicht. Mich enttäuschte, dass man auch auf Korsika wild die Gegend zubetoniert um Touristen anzulocken. Hier hoffe ich auf ein Eingreifen der EU und der korsischen Mentalität.
Korsika sieht uns bestimmt wieder, wenn auch keine 17 Mal.
Frank

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fantom am 01 Okt 2010 11:13:08

War ja klar, die Bilder in anderer Reihenfolge, Sorry.
Frank

Haikumsai am 01 Okt 2010 11:25:46

fantom hat geschrieben: Was stört sind dann Kinder, die Fangen spielen und Hunde, die an einem herumschnüffeln.


Und wieder, zum 1.000.000 mal......

Muß sowas immer und immer wieder sein und extra betont werden?
Wenn euch das stört, dass Kinder oder Hunde da sind, dann bleibt halt zuhause, denn auf Kinder und Hunde werdet ihr überall treffen. :runningdog: :musik:

Anzeige vom Forum


TurboElse am 01 Okt 2010 21:32:13

zu Hause bleiben? Und was ist dann mit den Nachbarskindern die gerade mit Bello gassi gehen?

Besser wäre antsatt Korsika eine einsame Insel mit one-way-ticket. :D :D :D

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