Wir fahren etwa 450km bis Dömitz an der Elbe. Der Stellplatz ist recht schön, direkt am Fluß, ruhig am Hafen gelegen. Eigentlich sollte er 5€ inkl. Strom kosten, aber es taucht niemand auf, der Geld haben möchte, auch kein Hinweis, wo man bezahlen soll. Im Sommer ist das vielleicht anders, obwohl der SP gut besucht ist heute. Das Wetter ist gut und wir verbringen den Abend an der Elbe mit schönem Sonnenuntergang.
Ein Aldi ist sofort daneben, auch ein Restaurant mit „Strand-Club“.
Lucy müde von der Fahrt:
Blick vom Stellplatz aus:
So 26.10
Das Wetter ist wenig gut, dennoch laufen wir nach Dömitz rein, eine nette kleine Altstadt mit Festung.
Auf Grund des Wetters machen wir nur einen kurzen Rundgang und fahren dann weiter zur Schmölener Wanderdüne, etwa 4km entfernt. Diese wandert mittlerweile nicht mehr, ist aber eine sehenswerte Binnenland-Düne mit Lehrpfad (den man allerdings nicht verlassen darf, da die Düne geschützt ist).
Anschließend überlegen wir ins Slawen-Freilichtmuseum zu fahren, aber das Wetter.... Wir fahren durch bis Beckerwitz, wo ein Stellplatz für WoMos vor einem CP sein soll. Der hat nur leider seit knapp 2 Wochen geschlossen... Wir laufen im nasskalten Wetter am einsamen Strand entlang und entschließen, erst mal weiter zu fahren.
Ein paar wirklich sehenswerte Großsteingräber aus der Jungsteinzeit (vor etwa 3-4 Tausend Jahren, da gab es woanders schon Hochkulturen!!!), treffen wir in der Nähe von Grevesmühlen. Die Gräber liegen recht versteckt, eine kleine Schnitzeljagd.
Anschließend fahren wir nach Wismar und übernachten dort auf einem WoMo-Stellplatz für 10€ nahe der Altstadt (5 Minuten zu Fuß). Es gibt einen Brötchen-Service und man kann ver- und entsorgen. Nicht billig, aber alleine die Lage ist wirklich gut. Die sanitären Anlagen sind sehr sauber, die Betreiber wirklich nett. Der erste Blick in die Innenstadt am Abend: wow!! Wunderschön.
Mo 25.10
Die Sonne scheint und wir erkunden die Wismarer Innenstadt, essen Fischbrötchen und trinken im „alten Schweden“ (etwa 630 Jahre alt) einen heißen Kakao. Die Altstadt ist absolut sehenswert! Sehr gut restauriert, kaum etwas „neues“ stört das Bild.
Die St. Georgen Kirche zwar völlig leer im Inneren, aber dennoch bezaubernd, von außen und von innen.
In der St. Marienkirche, von der nur noch ein Turm steht, ist eine Diskussions-Ausstellung mit bedeutenden Denkern und „Machern“ verschiedener Kulturrichtungen vergangener Jahrhunderte, die vom Tonband jeder auf seine Weise zum nachdenken anregen.
In der großen St. Nikolai-Kirche erwartet uns eine Überraschung: mein Mann wartet mit unserem Hund Grisu draußen, ich geh rein. Mit Hunden in die Kirche... geht ja nicht. Geht doch... Drinnen steht ein Hundewassernapf... Ich sage Frank, er könne wohl mit in den Eingangsbereich. Dort teilt uns ein Aufseher mit, wir können die Kirche auch mit Hund besichtigen, kein Problem... Willkommen in der Ex-DDR?! So wirklich wohl damit gefühlt haben wir uns aber nicht, bei uns in der Gegend wäre das so eine Art „Schändung“ der Kirche... , ist halt schon irgendwie verwurzelt...
alles nur Fassade
Am Nachmittag geht es weiter zum verlassenen, einsam gelegenen CP Beckerwitz vom Vortag. Übernachten in Einsamkeit (und umsonst) am Naturstrand. Dank des schönen Wetters auch ein wirklich schönes Erlebnis. Der CP macht aber (zumindest so verlassen) keinen so guten Eindruck, sehr einfach und wirklich nichts drumherum. Für umsonst und einsam am Strand: sehr schön!! Vor allem auch mit Hunden.
der Stellplatz:
die wilde Ostseeküste:
Absturzgefahr:
Lucy und Grisu:
Abendstimmung:
Di 26.10
Ein langer Morgenspaziergang am Strand bei tollem Wetter. Nach etwa 1,5km am Strand entlang Richtung Osten, kann man bis nach Wismar sehen.
Anschließend fahren wir am Meer entlang Richtung Osten. Erster Stopp in Stove bei der historischen Windmühle, die man nach Anmeldung im Dorfzentrum auch hätte besichtigen können.
Dann ging es weiter nach Kühlungsborn. Das erinnert an Nordsee-Ferienorte. Recht „mondän“, recht reglementiert... An gewissen Strand-Zugängen darf auch der Hund mit ans Meer, nach Zahlung der Kurtaxe auch die Menschen... Aber es sieht schon recht schick aus und bietet sicher alles, was das Touri-Herz begehrt.
Heiligendamm lassen wir nach der Erfahrung aus und fahren durch bis zum SP Saal-Neuendorf zwischen Ribnitz-Damgarten und Barth gelegen. Der sollte 10€ kosten inkl. Strom, Ver- und Entsorgung. Wir sind die einzigen, die auf der großen Wiese am Hafen stehen. Es gibt einen kleinen Strand, viel Ruhe, ja, und Ruhe. Wir fanden es perfekt. Bezahlt haben wir nichts. Der Hafenmeister kam Abends, guckte kurz, fuhr wieder, am nächsten Morgen war er zu den angegebenen Zeiten nicht da. Wir haben bis 10 Uhr gewartet (er sollte von 9 – 10 anwesend sein), aber nichts. Strom war aber da und Ver- und Entsorgung war auch möglich. Aber kein Parkscheinautomat und keine andere Möglichkeit „zu spenden“. Wäre es uns wert gewesen...
der Platz am kleinen Hafen:
Mi 27.10.
Der Tag beginnt mit einem schönen Sonnenaufgang, danach ziehen Wolken auf.
Wir fahren durch schöne Landschaft nach Barth und sind positiv überrascht. Schöne Altstadt, nette Lage, sogar ein WoMo-Übernachtungsplatz am Hafen für 7€/24h, Strom möglich, kostet aber extra. Wir parken in einer Parkscheibenzone und zahlen so nichts. Auffallend sind die bunten Häuser. Jeder scheint nach eigenem Gusto sein Haus eingefärbt zu haben, nichts mit Einheitsbrei... Sehenswert.
Am frühen Nachmittag erreichen wir Stralsund und übernachten am offiziellen WoMo-Stellplatz am Camping-Center Dahnke. Nicht allzu ruhig, da an der Brücke nach Rügen gelegen, und etwa 20 Minuten Fußmarsch von der Altstadt entfernt. Daneben liegen park and ride Parkplätze, für WoMos (eigentlich) nicht erlaubt.... An einem Parkplatz steht es dran, am hinteren, am Ende der Straße nicht. So lange keine Horden da parken...?! Die Parkplätze waren jedenfalls groß, ruhig und sehr leer... Und umsonst.
Die Stralsunder Innenstadt gefällt uns weniger, als Wismar. Das mag aber auch am Wetter liegen, mittlerweile haben wir etwa 7 Grad und Nieselregen. Der Unterschied ist: in Stralsund ist weniger restauriert, man hat Baustellen neben schmucken Altbauten neben Neubauten... Und viel mehr Autos, als in Wismar.
Do 28.10.
Es regnet immer noch. Wir besuchen das Ozeaneum und das Meeresmuseum, die Eintrittskarte gibt es günstiger im Doppelpack. Das Ozeaneum ist ein modernes Museum mit einigen schönen Momenten. Ostsee und auch Nordsee stehen im Mittelpunkt, auch mit entsprechenden Aquarien. Das Meeresmuseum ist dagegen ein recht altmodisches Museum mit vielen ausgestopften Tieren, Bildern und Modellen. Daneben gibt es aber auch eine Reihe von bunten Tropenaquarien und ein großes Schildkröten-Becken.
Ozeaneum:
Meeresmuseum:
Mittags geht es weiter nach Rügen, unser Ziel ist das Kap Arkona ganz im Norden. Wir machen einen Zwischenstopp am langen Strand der „Schaabe“. Das Parken kostet über den gesamten Strandabschnitt hinweg, obwohl es einige Kilometer zwischen den Orten Glowe und Juliusruh sind. Wohnmobile dürfen auf den Parkplätzen eigentlich überhaupt nicht stehen... Hm, willkommen auf Rügen.
Lucy mit Beute:
Am Kap Arkona muss man etwa 2km entfernt vom eigentlichen Ort mit den Leuchttürmen parken, alles was näher dran ist, ist für nicht-Anlieger-Autos gesperrt. Der Parkplatz ist recht groß, es gibt einen extra-Bereich für WoMos. Die Übernachtung kostet 5€, Strom oder andere Infrastruktur gibt es nicht.
Freitag 29.10.
Wir wandern im Nieselregen zum Kap. Die Leuchttürme kann man besichtigen, dazu Bunkeranlagen der Wehrmacht und der NVA. Alles kostet Eintritt, klar.
Wir laufen unten am Strand der Steilküste entlang, was wirklich schön ist, selbst bei schlechtem Wetter. Etwa 2km weiter stößt man auf das kleine Fischer-Örtchen Vitt, das tagtäglich von Touristen wie uns überrollt wird… Als wir am späten Vormittag wieder am Parkplatz ankommen, platzt der zu unserer Überraschung aus allen Nähten, inkl. Reisebusse. Was mag hier erst im Sommer, bzw. bei gutem Wetter los sein?!?
Versuch eines Bildes von mir mit den Hunden:
die Steilküste:
Mittags geht es weiter zur „Wohnmobiloase“ bei Prora in der Nähe von Binz. Dieser „Wohnmobil-Campingplatz“ hat nur noch 2 Tage geöffnet, entsprechend wenig ist los, auch der Brötchen-Service und anderes wurde bereits eingestellt. Der Platz ist aber wirklich schön und die Besitzer sehr nett. Die Übernachtung kostet in der Nebensaison 10€, in der Hauptsaison 13€. Strom, Duschen, WC, Ver- und Entsorgung kostet alles extra. Wir bleiben 2 Nächte.
Vom Platz aus läuft man etwa 5 Minuten bis zum Bodden, wo man Vögel beobachten kann, und etwa 10 Minuten bis zum tollen Sandstrand vor dem Prora-Gebäude. Der Strand ist alles in allem über 10km lang und führt von Mukran (Hafen Sassnitz) bis nach Binz. Der Strandabschnitt in der Nähe der WoMo-Oase liegt ziemlich genau in der Mitte und damit weit genug von Binz weg, um viel Ruhe und Platz zu haben. Hunde dürfen hier auch im Sommer mit an den Strand.
Das Wetter ist richtig toll geworden.
Das Prora-Gebäude wurde ursprünglich von den Nazis erbaut, um bis zu 20.000 Gefolgstreuen gleichzeitig Urlaub am Meer zu ermöglichen. Es wurde nie fertig gestellt. Zur Zeit wird ein Teil zu Eigentumswohnungen ausgebaut, ein Teil ist Museum, ein Teil wartet noch auf seine endgültige Bestimmung…
das wäre ein Ferienzimmer gewesen:
Abends genießen wir den Sonnenuntergang am Bodden.
2. Versuch eines Bildes von mir mit den Hunden…
Samstag 30.10.
Ich laufe früh am Morgen mit den Hunden ans Meer, um den Sonnenaufgang zu erleben. Das hat sich gelohnt.
Frühsport:
die Sonne
Der restliche Tag vergeht mit Prora-Besichtigung und am Meer
Sontag 31.10
Wir laufen an der wunderschönen Heide entlang zu den Feuersteinfeldern. Leider ist das Wetter wieder schlechter geworden.
ein letztes mal das Meer
Später geht es weiter zum Slawen-Freilichtmuseum bei Sternberg (Nähe Schwerin), das wir auf der Hin-Tour ausgelassen haben. Das Museum ist durchaus sehenswert, liegt aber nun auch schon im Winterschlaf. Der Eintritt ist mit 2,50€ sehr bezahlbar. Wir übernachten in der Nähe sehr ruhig vor einer Gaststätte.
Montag ging es dann leider schon wieder nach Hause.

