Variofahrer hat geschrieben:herzlichen dank für die guten wünsche und die komplimente - das hört man ja gern :) :) :)
bzgl. des adblue sehe ich mehrere möglichkeiten:
- man nimmt einen ausreichenden vorrat mit (bei uns wäre in der heckgarage ausreichend platz für einen oder zwei 200l-tanks, wenn wir die fahrräder nicht mitnehmen)
- man ordert vorher an den glücklicherweise weltweit vergleichsweise zahlreich vorhandenen MB-servicepunkten jew. ein fäßchen; nachteilig ist die dann eingeschränkte flexibilität bzgl. nachträglichen änderungen der reiseroute
- die zusammensetzung von ad blue ist öffentlich, man müsste das zeugs also auch in pulverform bekommen können (jedenfalls sagte das ein befreundeter chemiker) und sich dann das zeugs unterwegs nach bedarf mit sauberem (entmineralisertem) wasser anrühren können. ich kenne allerdings niemanden, der das schon gemacht hat. ob das mit dem pulver tatsächlich so einfach ist, weiß ich nicht.
- weitere möglichkeit ist, sich außerhalb europas die elektronik so ändern zu lassen, dass die leistungsminderung bei fahrt ohne ad blue nicht eintritt (bei behörden- und armeefahrzeugen ist das so eingestellt; hätten wir auch haben können, aber eben unter verzicht auf die grüne plakette). vor wiedereinreise dann retour wegen steuer und umwelt etc. - zweckmäßigerweise verbunden mit löschung entsprechender speicherinhalte. 8)
- und schließlich rechne ich damit, dass sich die abgasreinigungstechnik mit ad blue durchsetzt. irgendwann wird es das zeugs auch in amerika geben.
wir haben über diese frage lange nachgedacht, uns dann aber doch für ein fahrzeug von MB entschieden.
Da kann ich ein Paar Dinge dazu beisteuern:
AdBlu gibt es in Paste-Form, aber nicht in Pulver-Form. Grund: Das Pulver würde auf Feuchtigkeit explosiv reagieren. In Pasteform ist es Gefahrgut unter der Gefahrguttransportklasse "Ätzende Säuren und Laugen".
Es war am Anfang das Problem der Techniker, bis man Entdeckte, das Additiv mit dest. Wasser zu vermischen und in geringer, unschädlicher Lösung am Fahrzeug mitzuführen.
Einen E5 kann man nicht ändern. Hintergrund ist die Gemischaufbereitung nach Harnstoffqualität und nicht nach Diesel oder Dieselqualität. D. h. erst wird der Harnstoff qualitätsgeprüft und dann darf erst die Einspritzanlage arbeiten. Daher hat man auch keinen Einfluß auf die Steuerungselektronik weil dies der Grundgedanke des Motorkonzeptes ist.
Heeresfahrzeuge haben eine komplett "andere" Elektronik. Sie muß zwischen ALLEN Fahrzeugen ohne Umcodierung funktionieren. In dem Fall wäre ein AdBlue unfug, liegt ein Fahrzeug brach, wenn der AdBlue-Tank leer ist.
Alles in Allem ist AdBlu die beste Lösung um Abgase zu reduzieren. Doch was und wie wir es machen, werden wir, wollen wir einfache, leistungsstarke und funktionierende Fahrzeuge haben, einen anderen, den Motorformen angepassten Treibstoff brauchen.
Die Amerikaner sind "Bauernschlau". Sie werden nie AdBlue verwenden, solange sie nicht mehr Bewusstsein für die Umwelt entwickeln. Man sieht dies auch daran, dass Amerika selbst die Erdölrecourcen in ihrem Land schonen, wurde 1974 die letzte Ölbohrung genehmigt. Den Amerikanern geht es nur um die Normen und die Macht. Alles andere können wir immer noch besser.
lg
ruptech

