Tag 1:
Nachdem unser Mobilos gepackt wurde, geht es um 10 Uhr los: wir bringen zuerst die Kinder zu Oma M., denn sie wollen ja zusammen mit den Großeltern nach Mallorca: 3 Wochen Faulurlaub, Sonne satt und keine Wanderungen.
Nachdem wir die kilometerlangen Staus umfahren haben (Herford bis Hannover, Landstraße durch die Lüneburger Heide, Lübeck, Fehmarn), entschließen wir uns die Vogelfluglinie weiterzufahren und setzen zuletzt um 23 Uhr nach Helsingborg (Schweden) über. Im Fährenbauch stehen wir übrigens neben einem ICE (Hamburg - Kopenhagen).
Auf der E6 geht es dann immer weiter 'gen Norden bis wir in Ulvesund (Schweden) auf einem Stellplatz, an dem wir schon mal mit den Kindern 2009 gerastet haben, unser müdes Haupt um 3 Uhr nachts betten können.
Tag 2:
Heute ist es nicht wie gestern sonnig - also gutes Fahrwetter.
Bei bedecktem Himmel geht es um 11 Uhr nach Oslo. Zu Mittag essen wir auf einem Rastplatz und machen Nudeln mit Ei.
Wir hoffen heute Abend das Dovre-Fjell zu erreichen. Hier liegt südlich von Oppdal "Smegarden-Camping".
Leider wird der Fahreraußenspiegel zwischen Otta und Dombås kaputtgefahren, weil uns ein entgegenkommendes Wohnmobil auf unserer Fahrbahn touchiert! Gott sei Dank können wir noch nach Hinten sehen und der Blinker vorn am Auto funktioniert noch: also entschließen wir uns für eine Reparatur zu Hause (wer weiß, wen wir noch im Verlauf der Reise unterwegs so "treffen"!).
"Smegarden-Camping" ist ein idyllischer kleiner Platz mit supergrünem Rasen und sauberen Sanitäranlagen.
Der Anschluss an das Wandernetz ins Dovre-Fjell ist gut und weil das Wetter morgen relativ regenarm werden soll, werden wir die Gegend fleißig zu Fuß erkunden.
Tag 3:
Um 10 Uhr geht es los: und um es gleich vorweg zu nehmen - wir werden um 17:30 als rosa Schweinchen nach sonniger Wanderung und 600 überwundenen Höhenmetern wieder am Wohnmobil eintrudeln.
Unser Ziel ist eigentlich die "Sissihøa" (1621m) - am Ende wird es zwar der Berg "Loslia", aber spannend wird es auch und die Panoramasicht einzigartig. Erst folgen wir einem einspurigen Weg, der sich nach urigen Hütten aufzweigt: wir gehen nach links. Nach einer Brotzeit entschließen wir uns querfeldein auf die Anhöhe zu wandern. Das geht nur mit Stöcken, weil es um Fjellmoore und Felsnasen aber auch über Schieferfelder geht. Wie so oft in Norwegen sind wir von der Stille, die nur manchmal durch aufgeregte Vögel unterbrochen wird, fasziniert. Am Ende gelangen wir wieder auf den Weg und eiern abwärts (K.´s Wanderschuhe sind neu und drücken nach 6 Stunden stark).
So auf halber Strecke werden wir von einem norwegischen tiefergelegten Mercedes überholt. Als ich noch so darüber nachdenke, warum wir nicht einen auf Anhalter gemacht haben, sehen wir den Fahrer und die Beifahrerin, wie sie versuchen, den festgefahrenen Wagen aus einem die ganze Fahrbahn einnehmenden Schotterhaufen zu buddeln. Den Straßenarbeitern war wohl irgendwie der Feierabend dazwischengekommen.
Wir versuchen noch zu schieben und legen Steine unter die Reifen - aber es hilft nichts: ein Trecker muss gerufen werden.
Ziemlich kaputt erreichen wir unseren Campingplatz, duschen, essen und legen uns nach einem schönen heißen Tee (mit Kniffeleinlage) in die Kojen.
Mal schauen, wenn das Wetter morgen gut ist, besuchen wir Oppdal (ein relativ großes Skizentrum mit allen Annehmlichkeiten - dort soll es sogar ein Hallenbad geben).
Tag 4:
Tja, dieser Tag beweist, dass wir nicht alt sind: wir haben uns nämlich spontan zur Weiterreise umentschlossen.
Nach dem Ausschlafen und Frühstücken entleeren wir das Brauchwasser, bunkern Frischwasser und fahren 12 Uhr los.
Um 15 Uhr wird in Verdal in einem Kro erstmal ein Riesenburger mit Pommes verspeist - und weiter geht's Richtung "Tor des Nordens".
Hier in Nordland erfordert die E6 besondere Vorsicht - man wird auch an einer großen Hinweistafel vor den Gefahren und Unfällen eindringlich gewarnt. Ehrlich gesagt habe ich vor diesem Streckenabschnitt auch größten Respekt, zumal wir vor 4 Jahren mit den Kindern an einem schweren Lasterunglück vorbeigekommen sind. Aber straßenbaulich hat sich in der Zwischenzeit sehr viel getan und mit K.´s Hilfe, Vorsicht und Glück schaffen wir es bis zu einem Rastplatz südlich von Finneidfjord bei Knutlia an einem See. Hier nächtigen wir nach gutem Abendbrot im Dämmerlicht um 24 Uhr zusammen mit einigen anderen Nordlandfahrern.
Der tollste Regenbogen, den ich je gesehen habe, endete übrigens auch auf der E6 hinter dem "Tor des Nordens" - ein Goldtopf war dort aber nicht vergraben!
Tag 5:
So heute geht es weiter Richtung Norden und Lofoten. Ersteinmal lockt das "Polarcircelencenter", hier wollen wir ein paar Ansichtskarten an unsere Freunde schreiben, weil es dort einen seltenen Sonderstempel auf die Briefmarke gibt. Wir werden auch eine Weihnachtskarte vom Christkind an L. B. schicken - sie wird dann pünktlich im Dezember von Weihnachtsmann zugestellt.
Bis zum Polarcircelencenter ist das Wetter gut, daher legen wir hier eine längere Pause ein, kaufen den Kindern original "Arctic Circle" - Sweatshirts und uns schöne Wollsoftshell - Jacken. Nach einem Stück Kuchen und 3 Tassen Kaffee geht es weiter.
Der Wettergott meint es jetzt auf der Fahrt über lange Strecken nicht gut mit uns. Die Straßen sind eng, die Tunnel häufig, die Bodenwellen stark und die Laster rasen wie verrückt. Überhaupt sind die Wohnmobilfahrer im Vergleich zu früher auch nicht mehr das, was sie mal waren: die in Reiseführern angegebenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 55 - 60 km/h in Nordnorge läßt sich nicht mehr einhalten - alle scheinen auf der Flucht oder Jagd und nicht im Urlaub zu sein.
Um 21:15 Uhr haben wir uns jedenfalls zur Fähre "Bognes - Lødingen" auf die Lofoten durchgeschlagen und campen wild auf einer Art Bauhof des staatlichen Straßenwesens zusammen mit Norwegern, Niederländern, Engländern und deutschen Wohnmobilisten.
Einen Zwischenstopp gab es gegen 17 Uhr im Junkerdalen Nationalpark. Vor 4 Jahren sind wir hier mit den Kindern in strömendem Regen in einer Klamm gewandert, heute haben wir Rentiergulasch verspeist (sehr lecker) und meinen Eltern zum Hochzeitstag gratuliert.
Tag 6:
So, unser primäres Ziel "Sandsletta - Camping" haben wir heute Morgen um 10 Uhr erreicht. Das Wetter wechselt zwischen sonnig und bewölkt, regnen tut es aber z.Zt. nicht. Die Temperaturen waren vor 4 Jahren wärmer - trotzdem ist es schön.
Beim Ausleeren unseres Toilettenbehälters werden wir ersteinmal von einem "netten" Norddeutschen aufgefordert, schneller zu spülen, er wolle jetzt weiterreisen. Wir weisen ihn darauf hin, daß Urlaub und keine Flucht ist, lassen ihn dann vor und fordern ihn auf, sich jetzt gefälligst zu beeilen.
Ich hoffe, wir treffen in den nächsten Tagen keine weiteren Besserwisser mehr.
Nach einem tollen Lachsmittagessen im Campingrestaurant (sehr geschmackvoller Holzanbau an die Rezeption) geht es auf einen kleinen Spaziergang in die Umgebung. Wir bekommen wieder sehr freundliche Auskunft über das Wandergebiet von der Chefin, die uns irgendwie wiedererkannt hat. Heute sehen wir neben der schönen Landschaft mit Bergen, Seen und Fjorden tolle Birkenpilze, Blaubeeren und Rennkühe auf dem Wanderweg.
So, und jetzt ist der Kaffee fertig. Nachher werde ich versuchen, den Fernseher klar zu bekommen und morgen ist das Boot dran.
Tag 7:
Premiere, oho: unser Kanu ist spitze. Nach ausgiebigem Frühstück bauen wir "Sandsletta" (die offizielle Taufe kommt garantiert heute Abend bei der Restflasche Rotwein) ohne Probleme auf, pellen uns in unser "Ganzkörperkondom" - Rettungsweste noch drüber und los geht's auf dem "Sundlandsfjorden". Wir versuchen zwar Laukvik zu erreichen, verpaddeln uns aber zwischen den vielen kleinen Inselchen. K. steuert, ich brauche nur "Galerendienst" tun. Solch ein Team kommt natürlich gut voran: J. wäre stolz auf uns.
Beim Ablegen wurden wir übrigens von 2 kleinen Mädchen aus Winsen/Luhe beobachtet; sie fragten uns genau aus, ob das Boot neu sei etc. Ich glaube, sie hätten es gerne gesehen, wenn wir sie eingeladen hätten mitzufahren oder beim Einsteigen reingefallen wären.
20:00 Uhr - eine Jugendgruppe aus Frankreich fällt auf dem Campingplatz ein. Jetzt ist es mit der Ruhe vorüber. Die Mädels kommen aus der Herrendusche (die Frauendusche ist ja besetzt!), die Leutchen laufen einfach unter unserer Markise lang, lautes französisches Rumgequatsche überall - wir hoffen, dass sie morgen wieder abreisen!
Tag 8:
Sie reisen nicht ab - und sie fangen an, Fußball zwischen den Zelten zu spielen. Einer Familie aus Braunschweig wird das Geschirr vom Tisch geschossen.
Es gibt nur 2 Möglichkeiten für uns: entweder wir beschweren uns (mit zweifelhaftem Erfolg) oder wir fahren weiter.
Wir entscheiden uns nach einem leckeren Abschlussessen für das Letztere, packen unsere Sachen und starten 'gen Süden, um möglichst den "Kystriksveien" von Bodø nach Namsos über den RV 17 zu fahren. Zwar muss wieder über den Saltestraumen übergesetzt werden (hier droht echte Seekrankheit), aber der Weg soll sehenswert sein. Wir haben ja jetzt mehr Zeit und fahren langsam bzw. planen Zwischenstopps ein.
Der erste Zwischenstopp ist bereits auf den Lofoten der tolle Strand bei Utakleiv. Hier waren wir mit S. und J. bereits schwimmen und wir kennen das Terrain. Man kann auf einem Parkplatz umsonst campen, hat auch eine einfache aber saubere Toilette in der Nähe und wenn am nächsten Tag das Wetter gut ist, gäbe es Gelegenheit im kristallklaren, smaragdgrünen Wasser zu paddeln oder am weißen Strand zu faulenzen.
Heute jedenfalls gehen wir bei wechselhaftem Wetter (Regen bis Sonne, windig und frisch) vom Parkplatz am Strand auf einem Wanderweg über die alte Straße in das eigentliche Dorf "Utakleiv" um eine Landzunge herum in die nächste Bucht. Hier war früher ein El Dorado für Surfer und Wellenreiter; heute steht alles unter Naturschutz.
Der Tag endet mit mehreren Kniffelspielen und Rotweinchen. Ich gewinne zwar öfters, knacke aber immer noch nicht Kerstins Rekord mit 613 Punkten und 4 Kniffeln!
Tag 9:
Morgens werden wir von einem schabend-klopfendem Geräusch an unserem Womo geweckt - außerdem hören wir verräterisches "Mäh, Mäh..." Schnell raus, die Schafe knabbern an unserer Wäsche, die draußen trocknen sollte. Wir bekommen eins sogar auf ein Foto (wie es meine Schuhe inspiziert).
Das Wetter ist so, wie man es sich in Utakleiv vorstellt: wolkenlos und warm. Also schnell gefrokostert und das Boot klargemacht.
Es wird eine wunderbare Fahrt: wir erkunden die gesamte Bucht, legen auch 2 mal an, finden "Paulchens" und fotografieren vom Wasser aus. Vielleicht wird ja ein Foto bei Seaeagle-Boats für einen Kalender genommen.
Der Tag klingt bei selbstgegrillten Pølsern mit Bier und Glutkartoffeln harmonisch aus. Nachher noch ein Kniffelchen (vielleicht fällt ja der Rekord heute?).
Tag 10:
Über Nacht hat Dauerregen eingesetzt, daher entschließen wir uns, heute die Lofoten über die Fähre Moskenes - Bodø zu verlassen. Wir machen in Leknes Zwischenstopp, um Proviant aufzufüllen und genehmigen uns noch eine "American Pizza". Dann geht es über die engen, kurvigen Straßen weiter, bis wir den Anleger erreichen.
Hier erfahren wir, dass die nächste Fähre ausfällt und wir wahrscheinlich erst morgen um 6:00 Uhr weiterkönnen - also bereiten wir uns auf "Parkplatzcamping" vor.
Bereits vor 4 Jahren ging es uns mit den Kindern ähnlich: ich weiß noch wie wir uns bei frischgekochten Spagetti die Wartezeit verkürzt haben und die PKW - Fahrer bedauerten, die in ihren engen Karren sitzen mussten.
Hoffentlich wird die Überfahrt nicht wieder so stürmisch, wie letztes Mal. Damals haben wir nur deswegen nicht so sehr unter der Seekrankheit gelitten, weil wir wetterfeste Klamotten mit hatten und schnell an Deck gehen konnten. Um die knapp 4 Stunden gut zu überstehen, werden wir es diesmal sicherlich genauso machen - für gutes Wetter kommt noch ein Buch mit an Bord.
Tag 11:
Alle Vorsichtsmaßnahmen waren überflüssig. Wir haben noch um 22:30 Uhr eine kleine Zwischenfähre bekommen und das Übersetzen war bei ruhigem Wetter völlig problemlos. Auch der Campingplatz in Bodøsjøen war schnell gefunden und noch offen, so dass wir unser müdes Haupt um 3:00 Uhr frisch geduscht betten konnten.
Am späten Vormittag geht es dann bei strahlendem Sonnenschein weiter. Wir erreichen bald den "Saltestraumen" und legen ein Fotostop ein. Vormittags ist es hier richtig leer - das wäre was für die Kinder gewesen: durch die Gezeiten werden in 6 Stunden 400 Millionen Kubikmeter Wasser durch einen 150 m breiten "Fjordkanal" gepresst, so dass sich der stärkste Malstrom der Welt mit sich drehenden "Whirlpools" ergibt.
Am Nachmittag gibt es eine kleine Kaffeepause bei Storvik - schnell noch ein paar Fotos und weiter geht's auf der schönen Touristenstraße, die besser als gedacht ist, so dass wir unsere Reise heute bis zum Zwischenziel "Holand" fortsetzten.
Hier erkennt man schon auf der anderen Fjordseite die blauen Ausläufer des Svartisengletschers. Auf einem Parkplatz an der Touristeninfo wird campiert; dort starten auch die Boote zur anderen Fjordseite.
Wenn das Wetter morgen schön ist, werden wir zum Gletscher übersetzten und versuchen, an seinen Rand zu wandern.
Tag 12:
Über Nacht hat es geregnet und am Morgen ist der Gletscher vollkommen wolkenverhangen - doch K. ist zuversichtlich: "Pass auf H., die Sonne kommt noch. Der Gletscher hat seine eigenen Regeln."
Wie setzen also um 10:00 Uhr pünktlich mit der kleinen roten Fjordfähre über und beginnen unsere Wanderung an den Rand des Svartisen.
Leider drücken K.´s neue Meindlwanderschuhe schon wieder, aber Sie (und ich) möchte unbedingt zum Eisrand.
In einem Restaurant am Gletschersee lernen wir, dass bereits der norwegenbegeisterte Kaiser Wilhelm II. mit seinem Schiff "Hohenzollern" hier war und die Eismassen bestaunt hat (ob der wohl auch Fußschmerzen hatte?). Ein Zimmer im Restaurant war noch originalgetreu eingerichtet: man reiste früher doch deutlich feudaler - obwohl, im Fjord liegt so eine richtig protzige, 4-stöckige Luxusjacht (Utopia) aus George Town, Cayman - Island. Die Edeltussi von Bord wird übrigens zum Joggen von ein paar uniformierten Bediensteten an Land gebracht, damit sie ihre Figur wieder in Takt bringen kann - tja, so hat jeder seine Alltagsproblemchen zu bewältigen!
Wir jedenfalls nehmen uns Zeit und steigen bei inzwischen aufgerissenem Himmel und Sonnenschein zum Gletscherrand auf. Der Weg geht über tolles glattgeschliffenes Gestein. Wir genießen die schöne Aussicht.
Nach ca. 2-stündigem Aufstieg können wir endlich das blaue Eis, welches sich täglich 2 Meter vorwärtsbewegt, anfassen. Wir denken an unsere beiden Jungs: J. hätte die Klettertour bestimmt gefallen und für S. hätten sich super Fotomotive ergeben.
Auch wir schießen Erinnerungsbilder und machen uns dann wieder auf den Heimweg.
Heute Nachmittag soll es schließlich noch über den Kystriksveien und 3 Fähren zu den "7 Schwestern" gehen. Hier liegt südlich von Sandnessjøen ein schöner Campingplatz.
Werden wir ihn heute noch erreichen?
Tag 13:
Um 00:30 Uhr sind wir so müde, dass wir die Fahrt kurz vor dem Campingplatz für ein Nickerchen unterbrechen müssen. Die Straße bot zwischenzeitlich nur für ein Wohnmobil Platz, aber wir haben uns einfach hinter einen norwegischen breiten Carthago, der für uns den Weg "freischaufelte", geklemmt.
Der Polarcircelen wurde diesmal mit der Fähre "Jektvik - Kilboghamn" auf dem Fjord nach Süden gekreuzt.
Als wir endlich an unserem anvisierten Zwischenziel ankommen, entpuppt sich der Campingplatz als heruntergekommen, außerdem liegen die "7 Schwestern" zu weit weg.
Wir entschließen uns kurzfristig, über Mosjøen die E6 nach Süden zu erreichen, müssen dafür aber eine kleine Verbindungsstraße in Kauf nehmen (echt schei...: Kurven, Schlaglöcher, supereng, viel Fluchen - nie wieder!).
K. schlägt vor, den Campingplatz Føllingstua bei Steinkjer anzusteuern. Er liegt nur 200 m von der E6 entfernt direkt am Snåsavatnet, ist nicht überlaufen, hat einen Badeanleger und ist von den Sanitärbedingungen her gut bewertet.
Die Entscheidung ist Gold wert. Wir finden einen schönen Stellplatz mit Blick auf der riesigen See (über 50 km lang) und gehen nach dem Essen ersteinmal am Anleger schwimmen. Das Wasser ist angenehm erfrischend, überraschenderweise ist es aber ganz flach und der Boden lehmig. Gut das wir unsere Surfschuhe anhaben. K. meint: "Da sieht man es mal wieder: der See ist zwar groß, aber viel Wasser hat er nicht!"
Den Abend lassen wir bei einem guten Buch, einem Weinchen und bei Kniffel (der Rekord ist immer noch nicht geknackt!) ausklingen.
Tag 14 und 15:
Eigentlich wollen wir heute ja bei Sonnenschein paddeln, da aber das Wetter über Nacht umgeschlagen ist, fahren wir einfach weiter der Heimat entgegen und machen erneut Halt in "Smegarden". Hier hatte es uns ja am 2./3. Tag so gut gefallen.
Der Campingplatz soll uns am Folgetag als Ausgangspunkt für eine Wanderung bei "Kongsvoll" auf dem Dovrefjell dienen.
"Kongsvoll ist toll" könnte ein echter Slogan sein - die uralten Holzgebäude (insgesamt 29) beherbergen ein Hotel, Wirtschaftsgebäude und einen"Kro". Ein großer Kräutergarten, in dem man die Pflanzenwelt des umgebenden Nationalparks kennenlernen kann, ist angeschlossen.
Im Kro trinken wir Kaffee und machen uns dann bei Sonnenschein und wenig Wolken auf eine 4-stündige Fjellwanderung - v.a. K. ist begeistert, denn bei solchen Wetterbedingungen auf dem Dovrefjell zu sein, hatte sie sich schon ganz lange gewünscht!
Unterwegs kommen wir an, wie sich am Abend herausstellen wird, sehr guten Birkenpilzen vorbei. Wir sind gut vorbereitet, denn Taschenmesser und Pilzbeutel gehören zur Ausrüstung.
Beim Betreten des Naturschutzgebietes wird man ersteinmal davor gewarnt, sich den hier wild lebenden Moschusochsen weniger als 200 m zu nähern - wenn sie sich bedrängt fühlen, gehen sie zum Angiff über. Leider können wir die an sich scheuen Tiere heute nicht beobachten oder fotografieren, obwohl sogar ein Fernglas im Rucksack steckt.
Wir laufen in Richtung "Reinheimhytta" bis es anfängt zu tröpfeln und stellen am Ende fest, daß wir ca. 15 km gegangen sind.
Jetzt bei leichtem Regen kommen übrigens viele Lemminge aus ihren Verstecken - doch bis zum Abschuss mit der Kamera sind die meisten schon wieder verschwunden. Zu Hause am Computer schaue ich mal nach, ob die zwei Bilder von den possierlichen kleinen Freunden gelungen sind.
Am Abend beim Grillen in Smegarden stellen wir übrigens fest, dass wir bislang selten so schöne Pilze gefunden haben – K. zaubert mit Butter, Zwiebeln und Thymian ein leckeres Essen (ich steure die Würstchen und die Grillkartoffeln dazu bei).
... und dann haben wir noch ein Schlüsselerlebnis: er hat sich wohl in Luft aufgelöst, der Autoschlüssel! Ganz klar, eben noch in meiner Tasche, hab' ich ihn verlegt - aber wo könnte er sein? Alle Schubladen werden durchsucht, der ganze Kofferraum wird ausgeräumt, selbst die Mülltonnen des Campingplatzes werden durchwühlt. Er bleibt verschwunden. Die Nachbarn aus den Niederlanden werden schon auf uns aufmerksam und helfen beim Suchen - da plötzlich bemerke ich eine Ausbeulung in K.´s gebrauchter Wanderhose - ich bin nicht Schuld, die Welt ist wieder in Ordnung, die Holländer freuen sich mit uns und laden uns auf ein Schnäpschen ein. Es stellt sich heraus, dass die Leute aus Emmen kommen und schon seit 30 Jahren nach Norwegen reisen. Smegarden wird regelmäßig von ihnen angesteuert.
Tag 16:
Da das Wetter heute wieder prächtig ist, fahren wir in Richtung Gjevilvatnet. Es ist ein großer Bergsee (660 m hoch) vor den Toren von Oppdal. Auf ihm kann man sogar per Schiff zur "Oppdalsriviera", einem Sandstrand, zum Baden fahren.
Wir parken etwas außerhalb und spazieren ca. 3.5 km zum Bootsanleger. Es wird eine kleine Pause eingelegt, um auf die Abfahrt des Schiffes um 13:00 Uhr zu warten. Das kennen die Schafe hier wohl sehr genau, kommen prompt an (und auf unseren Tisch) und betteln um Essbares. Sie sind echte Profis: wenn Autos ankommen, schauen sie schon hinein - man muss also schnell aussteigen und auf jeden Fall die Türen schließen.
Letztendlich ist uns die Fahrt zum Strand aber zu teuer (75 €), daher wird aus unseren Spaziergang eine ausgewachsene Wanderung (beide Wege zusammen 20 km), wir finden zwar die "Riviera" nicht, dafür aber einen sehr schönen Badeplatz. Das Wasser ist klar und erfrischend - schnell die Badesachen an und rein ins Vergnügen - es entstehen sogar die ersten Unterwasseraufnahmen mit der Olympuskamera.
Tag 17:
Heute ist schönes Wetter und da ich mir gestern eine Blase am Kleinzeh eingefangen habe, machen wir mal auf faul. Zum Urlaub gehört eben auch mal Lesen und Relaxen.
Hier in Smegarden ist Internet umsonst und deshalb nutze ich die Zeit, mich mit Hilfe des Wohnmobilforums bzgl. des kaputten Außenspiegels schlau zu machen: da der Einbau komplizierter werden kann, entschließen wir uns letztlich für die leider teurere Werkstattvariante. Immerhin zeigt sich beim genauen Hinsehen (im Zusammenhang mit dem neu erworbenen Wissen, wie beim Fiat Ducato Multijet 130 so ein Spiegel ausgewechselt wird), dass dies bei unserem Gebrauchten bereits einmal nachträglich gemacht worden sein muss: die Abdeckung des Bedienfeldes für die elektrische Außenspiegelverstellung wurde nämlich schon einmal herausgehebelt. Im Nachhinein wurde uns auch klar, warum das Aufbaufenster der Fahrerseite beim Kauf kaputt war und ausgetauscht werden musste. Ärgerlich ist, dass diese Erklärung beim Kauf nicht gegeben wurde. Man sagte uns lediglich, dass das Mobil aus dem Verleih stamme und man nicht wisse, warum das Fenster kaputt sei, der Schaden aber mit Neuteilen repariert werde.
Ab spätem Nachmittag gibt es ein kräftiges Gewitter, so dass wir erstens froh sind, nicht irgendwo auf dem Fjell überrascht worden zu sein und zweitens entscheiden, morgen weiter 'gen Süden zu fahren.
Tag 18:
In Südnorwegen ist Sonne angesagt, also suchen wir uns im NAF - Führer auf Höhe Lillehammer einige Campingplätze am See aus und starten los.
Die Fahrt läuft problemlos, aber zusammenfassend können wir sagen, dass uns kein Campingplatz südlich von Lillehammer richtig zusagt: Sanitär dreckig, insgesamt überfüllt und viele Dauercamper - das ist für und nicht gleichbedeutend mit Norwegenurlaub.
Bleibt nur noch eine Akternative: Oslo.
Die Vorfreude auf die interessante und schöne Stadt treibt uns an, den Kampf mit der Verkehrsführung in Oslo und den Baustellen an der E6 aufzunehmen. Endlich erreichen wir Ekeberg - Camping; von unserem Aufenthalt mit S. und J. vor 4 Jahren wissen wir, dass man von hier aus mit dem Bus alle Sehenswürdigkeiten und die Innenstadt problemlos erreichen kann.
Aber - flötepiepen, auf dem Campingplatz ist alles besetzt: ein Jugend - Fußballturnier auf der Nebenwiese und eine Kirmes steuern Einiges zum allgemeinen Verkehrschaos bei, in dem wir auch noch wenden dürfen...
Wir überlegen, dass wir in den letzten Wochen doch viel gesehen und erlebt haben, daher geben wir einfach "nach Hause" ins Navi ein, verlassen "Norge" und fahren wieder bis zu dem Stellplatz in Ulvesund, Schweden.
Tag 19:
Auf der Fähre Helsingborg - Helsingør überlegen wir uns angesichts des sonnigen Wetters und des schönen Wassers noch ein paar Seetage einzulegen.
Südlich von Kopenhagen liegt ein vom ADAC gut bewerteter Campingplatz (Topcamp Feddet) an einem Naturschutzgebiet zwischen der Fakse und Præstø Bugt.
Wir bekommen den vorletzten freien Platz direkt an der Düne zum Meer unter 2 Kiefern.
Hier würde es J. und S. auch gefallen, denn man kann natürlich alle Wasser- und Strandsportarten machen (Paddeln, Beachvolleyball etc. bis hin zum Bananenbootfahren), aber auch Minigolf spielen und im Pool schwimmen. Nur ein gutes Restaurant fehlt, daher wird selbst gekocht.
Tag 20:
Nach ausgiebigem Ausschlafen gehen wir ersteinmal an den Strand. Hier wird gesonnt und gelesen. Dann erkunden wir die Spitze der Halbinsel. Ins Wasser schaffen wir es nur bis zu den Unterschenkeln bei unserer Wanderung, obwohl es eigentlich nicht sehr kalt ist.
Am nächsten Tag wollen wir uns früh wecken lassen - je nach Wetter bleiben wir, oder es geht nach Hause.
Tag 21:
Nach dem Frühstück entscheiden wir uns spontan für die Abreise - irgendwie will die Sonne nicht so recht, der Wind flaut ab und es wird schwüler. Unterwegs kommt auch Regen auf: es war also die richtige Entscheidung.
Nach langer Überlandfahrt (wie am 1. Reisetag war mal wieder ganz Deutschland auf der Autobahn) kommen wir wohlbehalten nach knapp 6000 km zu Hause an.
Fazit: toller Urlaub - wir haben viel gesehen und erlebt, waren sehr oft an der frischen Luft aktiv (und trotzdem wir nicht im Süden waren sind wir braun geworden)!

