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Friaul - Dolos und das Penser Joch


pitb am 01 Sep 2011 10:45:02

Der Vollständigkeit wegen setze ich den hier

--> Link

unterbrochenen Bericht meiner Bergreise durch verschiedene Länder fort. Also weiter:


Das Wetter zeigt sich sonnig – es wird wohl wie die letzten Tage ein warmer Tag, der dann
gegen die Mittagszeit die ersten Wolken bringt. Ich mache mich kurz startklar und fahre los.
Über diesen nicht besonders hübschen Wintersportort Sella Neva. Doch dort hat es ein schönes
Plätzchen, welches ich für eine Frühstücksrast nutze. Tisch, Stuhl, Futter raus – die
Aussicht genießend erfolgt die Stärkung für den Tag. Neben der Bergwelt studiere ich in
meinen Karten, wohin es heute gehen soll. Hmm – hier wieder runter, dann geht es so grob
in Richtung Tolmezzo, klar, da hat man keine andere Wahl. Also was solls – einfach
mal los – schaun mer mal – wie der Kaiser sagt.

Der Tag entwickelt sich wie erwartet – gegen Mittag schwült es sich heftigst. Entsprechend
die Wolkenentwicklung. Berge in der Höhe über 2000Meter verschleiern sich. Bin froh, dass ich
fahre – jedes Stehenbleiben – Hitze. Dann kurzer Stop hinter Tolmezzo – Supermarkt. Nutze
den klimatisierten Markt zur Abkühlung. Und natürlich zum Einkaufen. Und zum Nachdenken, was
dann im Ergebnis den Monte Zoncolan als Tagesziel bringt. Gute Idee. Der ist so umme 1800 Meter
– das verspricht weniger Hitze und mitm Womo kann man auch hoch. Hoffe ich. Denn mein letzter
Besuch war dort noch mit Motorrad.

Von Suitro führen einige Kehren auf sehr komfortabler Straße in die Höhe. Dann – so in
1300Meter – großer Parking – auch was für Wohnmobile – riesig. Und Mülleimer – in wirklich
ausreichender Zahl. Die Chance nutze ich. Doch ich will weiter hoch – ganz nach oben. Meine
Erinnerung trügt nicht – die Straße ist sehr schmal und steil. Der Motor hat ordentlich zu tun
– die Kühlung ebenso. Ohne Probleme – und auch ohne Gegenverkehr erreiche ich den Pass. Hier hat
es einen kleinen Platz zum Stehen – auf der anderen Seite geht es wieder runter. Bis zu einem
Giro d’Italia in der Vergangenheit war die Straße ab der Passhöhe in Natur – sprich ohne Asphalt.
Wolkennebel beginnt mich zu einzuhüllen – immer wieder die Aussicht freigebend. Schöne, interessante
Stimmung und ich verentscheide mich für eine kleine Wanderung. Und so steige ich um 3e los in Richtung
Monte Arvensis – zunächst eine öde Skipiste lang und dann durch Wiesen und Botanik hoch auf einen
netten Gipfel, der sich schüchtern in die Wolken versteckt.





Aber auch Nebel und Wolken haben ihre Reize bzw. vermögen eine Landschaft und ihren Charakter noch
zu unterstreichen






Irgendwann so um 8te bin ich daheim – also wieder am Womo. Nun ist es doch voll neblig – mit Aussicht ist
gar nix mehr. Der hier so berühmte Sonnenuntergang – wird wohl nix. Egal – ich werde bleiben – ist ein
guter Nachtplatz. Ein tschechischer Kleinbus mit Papi, drei Töchters zwischen 5 und 12 sowie einer Mutti
mit Haaren bis untern Po stoßen zu mir vor – parkieren am anderen Ende des Platzes. Die Mädels spielen
– Mutti stapft zögerlich durch das Nebelgras – Papi rennt mit Knipse bewaffnet von einem möglichen
Aussichtspunkt zu nächsten. Doch außer Donnergrollen eines unsichtbaren Gewitters gibt’s erst mal keine
Naturgewalten. Doch dann – immer wieder Wolkenlöcher – Blick auf riesige, von der tief stehenden Sonne
dramatisch beleuchtete Kumuluse – so Riesenwolken halt. Großes Kino – wahrlich! Ich beschaue mir dieses
Spektakel von meinem gedrehten Beifahrersitz aus. Denn es ist auch kühl geworden da draußen.

Die tschechische Damenwelt hat sich ebenfalls zum Schutze vor Kalt und dem nieseligem Nass in das Auto
verzogen. Papi rennt wie gedopt von Aussicht zu Aussicht und nutzt die sich immer wieder ergebenden
Blicke in die Welt aus Licht, Luft und Wasser zu wohl interessanten Fotos. Er knippst wie im Blutrausch.
Ich habe schon zwei Licher im Hirn, bin entsprechend mattiert und hab keinen Bock nun die DSLR zu starten
um auf Bilderjagd zu gehen. Doch ein kurze Gang hinaus und ein sich ergebendes Wolkenloch zeigen mir, dass
der Papi wohl gute Beute machen wird. Obwohl das Auge live anders sieht als so nen Foto.


Nun ist die Sonne weg – dunkel wird’s und tatsächlich – die Tschechen bleiben über Nacht. Fünf Menschen
in einem Mercedes-Bus – find ich klasse diese Naturvölker – bin ich hier oben auch nicht so allein und
stören tun die eh nicht. Und Papi hofft wie ich auf einen Sunset der Extraklasse. Na denne – guts Nächtle
oder wie auch immer das östlich von Bayern so heißen mag!

Halb 5 – bin wach – lunse aus dem Fenster – passe einen geeigneten Moment zum Aufstehen ab. Käffchen zum
munter werden. Foto präpariert - raus in die sich hellende Nacht. Papi gegenüber hat ein ähnliches
Zeitmanagement. Kriecht aus seinem Daimler – wir grüßen uns anerkennend wie Jäger auf der Pirsch. Warten
– probieren – so gut 50 Schüsse gehen durch die Linse – mal mit kurzer, mal mit langer Brennweite. Und
wirklich – das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Wirklich!!! Doch später mehr...


Ach ja – damit der ideale Schlafplatz nicht ohne Dank verlassen wird und um auch zu zeigen, dass das Licht
eines frühen Tages nicht nur lange Schatten macht:







Nach den Tschechen mache ich mich auf den Weg. Im 2ten Gang den Berg herunter – kurzes Stück sogar der
erste – und der Duc schiebt wie dolle. Aber runter geht’s doch immer. Ab Suitro – also wieder ganz unten
– kurze Zielfindung. Wohin? Plöckenpass – dort dann doch den Klettersteig oder wie oder was? Ich entscheide
kurzfristig wieder ganz anders und drive weiter nach Westen Richtung Kreuzpasssattel. Irgendwo aufm Weg
werde ich mir was für die Beine suchen – vielleicht sogar auch nen Schlafplatz – schaun mer mal – und auch
das hatten wir ja schon.

Vor Sappada werde ich fündig – Ortseingang – Parkplatz – Belag Natur plus Holzabfall. Wagen steht gut – nur
für die Nacht – Straße in Hörweite – nö. Rotherführer sagt jedoch: schöne Tour zum Siera Dingsda hoch. Kein
Gipfel aber nen Sattel. Mit Seilsicherung – soll einsam sein. Meine Welt! Esse Nudels mit Bolognese – und
mitm vollen Bauch geht’s los. Unendlich steil durch den Wald. Dann Geröll, dann wieder Wald – bis in ein
Hochtal in so 2000Meters.





Und es bewahrheitet sich mal wieder die alte Weißheit:

gehste stundenlang und triffst außer deinem Schatten nix anderes mit zwei
Beinen und nem doofen Maul,
dann, ja dann bist du im Friaul!






Der Nachteil einsamer Wege ist, dass sie oft auch ein wenig verlassen sind – so was den Zustand betrifft.
Was das Seil da noch hätte fixen können, Kraft mehrerer Durchrostungen - keine Ahnung - testen tut mans
besser nicht.




Wenigstens isses mautfrei und gelasert wird auch nicht - also eigentlich doch alles ok!


Für die letzten 2 km zum Womo brauch ich leider ne dreiviertel Stunde. Einem Bach, mehreren Zäunen und sich im Nix
verlierenden Wegen sei Dank. Egal – schön war die Qual. Meckern ist eh nur eine Form von Undank – und die Tour
war wirklich klasse – echt!


Blick auf Sappada - noch vor den zielpunktnahen Verirrungen:








Da mein Parkplatz zwar schön liegt mir aber doch zu exponiert scheint, fahre ich nach einer Duschung nebst
Umziehung weiter Richtung Kreuzbergsattel. Und ab Sappada erlebe ich auch die Welt der Womo-Verbote, jedenfalls
hat es in jedem Ort nen Schild mit Parkverbot für unsereins von 0-24Uhr. Aha! Also fahre ich, suchend, schon in
die Dämerung kommend bis Auronzo di Cadore – richtig erkannt – übern Kreuzberg wollt ich nämlich gar nicht.

Im besagten Auronzo di Cadore wähle ich einen Stellplatz für läppische 12 Öhre die Nacht – immerhin darf ich
hier bis 21.12 Uhr am nächsten Tag bleiben. Müsst ich nur noch wollen tun. Schon das Einparken in eine mir
genehme Position besagt mir, warum ich so gerne frei stehe. Das Publikum – Klische hoch drei. Zwei Womos – mich
nahen sehen und um ihre Intimität fürchtend rücken zusammen, Errichten zusätzlich einen Sichtvorhang – immerhin
hätte ich denen in so 6 m Entfernung locker den Wein ausm Glas gucken können. Aber ich trink liebern Bier – eines
– Tag war lang – ich penne rasch.

Den nächsten Tag beginne ich mit einem ausführlichen Frühstück – meine Nachbarschafft und ihr morgentliches Treiben
beobachtend. Dann wird mir das zu fad – ich werde noch Wasser holen und fortmachen. Kurzer Besuch an der V/E und
ich verzichte auf das Wasser – wäre wegen dem Preis eh viel zu teuer. Los geht’s!

Der Tag ist mal sonnig, gegen Mittag bewölkt und einen kurzen Moment nieselt es auch. Vor Cortina – oben aufm
Tre crocce mach ich Mittag. Seilbahnparkplatz. Riesig. Pause. Aber ich mache dann doch weiter gen Falzarego. Mein
Versuch in Cortina noch zu Schoppen scheitert mangels Parkraum für meinereiner. Also Geld gespart und gleich hoch
zum Falzarego. Den erreiche ich am späten Nachmittag. Dort ist der Teufel los – Militär hat Ausgang – plus der übliche
Touriauflauf mit 2, 3 und 4 Rädern – es lärmt und trubelt – ich mache zum Valparola rüber – da finde ich nen netten Platz –
in Straßennähe zwar aber mit schöner Aussicht. Und das es da oben nachts ruhig ist, dass weiß ich aus eigener Erfahrung
von vor zwei Jahren. Und meine positive Erfahrung wird auch um diese eine Nacht erweitert.






Am nächsten Morgen mache ich sehr früh los – per Kaiserjägersteig zum Lagazuoi – da wos vom Falzarego mit der Seilbahn
kühn hoch geht. Mein Weg ist steil, trotz morgentlicher Frische sehr schweißtreibend aber an Erlebniswert nicht zu überbieten!










Die zahlreichen Wege hier herauf wurden nicht zur Erbauung errichtet, leider nein! Im und zum Krieg! Dem ersten der Welt,
wo sich in ganz Europa die Völker maßen und hier in schönster Umgebung eine Donaumonarchie und das Reich Italiens
ein Frontduell grausamster Prägung austrugen. Ein Soldat vor knapp hundert Jahren durfte den gleichen Blick gehabt haben.
Ob er‘s genossen hat – seine Gedanken waren garantiert ganz andere.














Oben zeigt sich die Pracht der Fanis – und saukalt ists in derer 2700ungrad auch schon.







Über Stollen, Gräben und Pfade wieder runter tauche ich am Falzarego wieder in eine lärmende, trubelnde und doch so
friedliche Welt. Am ValParola nutze ich die letzte dreiviertel Stunde Öffnung für das Museum dort…




Ich hänge noch ne Nacht hier oben dran und fahre dann am Samstag in der Frühe runter. Ich muss hier weg. Nicht die
Geschichte treibt mich sondern ein für den morgentlichen Sonntag angesetztes Radrennen oder eine sonstige
Veranstaltung, welche die Sperrung der Pässe hier zur Folge haben wird. In San Martino di Badia großes Vorbereiten für
den morgigen Sonntag. Ich nutze einen Supermarkt für nen Einkauf und verlasse diese TouriBurg sofort wieder. Ätzend!
Und das schon um Neune in der Frühe.

An dem Abzweig zum Würzjoch hoch verlasse ich die Straße zum Pass und mache hoch nach Campil – einem kleinen Seitental
– im scheinbaren Nichts endend. Ich finde einen traumhaften Platz in einer Einsamkeit, die man nur ein paar Kilometer
von den Hauptmassen der Dolos nicht für möglich halten würde.






Frühstück, Landschaft genießen, dann um 12e auf zum Zwischenkofel – wasn Name. Nach ner dreivertel Stunde Aufstieg
Blutsturz. Mein Autoschlüssel hängt nicht an der üblichen Stelle vom Rucksack. Rasch hinab – was man doch so in ner
dreiviertel Stunde an Weg macht. Und tatsächlich – der steckt noch im Zündschloss. Die Wohnraumtüre mache ich ja
immer mit dem Schlüssel an der Hosenkette zu. Tja – Glück gehabt – aber bei der Einsamkeit hier, was soll da passieren.

Wieder hoch – diesmal 5 Minuten schneller – kenne den Weg ja schon – dann schier unendlich steil hoch in das Hochtal
der aufgelassenen Zwischenkofelalm. Ferne Kuhglocken. Ruhe. Drüben am Peitlerkofel treten sich die Leut auf den
Compatschwiesen grad die Füße platt – gegenseitig. Tja – wohl ne gute Wahl getroffen.






Oben am Zwischenkofel die ganze Pracht höchstselbigst. Die Kreuzkofelgruppe im Rücken, Blick auf den Peitler,
die Geißlerspitzen, die Puezgruppe – was ne Pracht.








Mein Frühstücksplatz unten ist leider völligst nachtuntauglich. Wildbach in direkter Nachbarschaft. Und überhaupt
wollt ich vor dem sonntaglichen Allesistunterwegsverkehr noch weiter nach Sterzing. Penser Joch – Weißhorn – das
steckt mir noch als eine Schuld in der Seele.

In Sterzing steuere ich gezielt meinen Platz von vor 2 Jahren an – ohne Verbotstaferl - und ich bin auch der einzige
hier. Mein Radl raus – ab in den Ort Pizzaria suchen. Bierchen, Espresso zum Finale – schön. Aufm Weg zum Womo noch
Rast in nem Park – lausche einem Open Air - die Jugend rockt - ich döse fast – schön. Die Nacht vergeht wie im Fluge.


Oben am Penser bin ich trotz meiner frühen Stunde nicht der erste. Aber einer derer. Und nach dem Parkieren und
einem Frühstück geht’s schon auf zum Matterhorn der Sarntaler Alpen, wie der markante Zahn doch so schön hochtrabend heißt.









Unendlich glücklich erreiche ich mein Fahrhütte wieder und begebe mich nach ner KaffemitKuchenpause runter nach Sterzing
und dann übern Brenner nach Österreich. Hinter Insbruck – bis hier ists bewölkt und schwül wie in den Tropen – haut es
ein Unwetter vom Himmel wie selten. Regen aufm Dach erzeugt nen Lärm wie in einer Maschinenhalle. Und bei sich wieder
klarenden Vderhältnissen beschließe ich: das wars! Der Abzweig zum Fernpass ist nicht mehr fern – den nehme ich und
sage Tschüss ihr lieben Berge. Bis zum nächsten Mal. Bis denne!






Ach ja - bevor ich es vergesse und was schuldig bleibe. Meine Beute von der frühen Jagd einst am Monte Zoncolan:














Falls es wen interessiert: schee wars! :wink:

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Lancelot am 01 Sep 2011 10:54:05

(Wieder einmal) ein sehr schöner Bericht mit grandiosen Fotos :!:

:dankeschoen:

uschi-s am 01 Sep 2011 11:30:42

Wunderschön, die Fanes-Wanderung haben wir auch vor ein paar Jahren gemacht. Ich war von dieser Mondlandschaft total beeindruckt. Aber so spektakuläre Wanderungen, wie Du sie gemacht hast, standen noch nicht auf unserem Programm.

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