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Reisebericht 2011 - Normandie und Kathedralen Nordfrankreich 1, 2


owtoeging am 14 Sep 2011 15:47:44

Hallo liebe Reisemobil-Gemeinde :-)

Ein kleiner Reisebericht, der einen Überblick geben soll über unsere Erlebnisse in Frankreich im August/September 2011, gespickt mit vielen (wirklich vielen!) Bildern und Beschreibungen - ich hoffe, ich werde nicht zu ausführlich, lasst es mich wissen, wenn ich anstrengend werde:-)

Sommer 2011 in der Normandie - na ja, nicht ganz, denn viele unserer Ziele waren auch in anderen Regionen, Picardie, Champagne usw. Wir - das ist Alex, mein Partner und Freund und ich, Olli, 43 und Koch in einer kleinen Bar in Ostbayern. Fasziniert von dem Höhenflug der Gotik wollten wir viele gotische Kirchen und Kathedralen sehen (und fotografieren) und ansonsten uns einfach treiben lassen. Geplant war, am ersten Tag nach Bitburg in der Eifel zu fahren, wo wir einen sehr lieben Freund besuchen wollten, der uns unbedingt Luxembourg zeigen wollte, die Stadt in der er arbeitete. Danach sollte es über Amiens, nach Le Treport gehen, unserer ersten Station in der Normandie und vor allem am Meer. Wir hatten uns vor dem Urlaub noch einige andere Ziele gesteckt, die wir auf unserer Reise unbedingt besuchen wollten: Mont St. Michel, Cherbourg mit dem Cite de la Mer, die Landungsstrände, Lisieux, Rouen, Beauvais, Laon, Reims und das Cap de la Hague. Vorwegnehmen kann ich, das es mit Letzterem leider nicht geklappt hat - es sollte die einzige große Enttäuschung bleiben.

Keinen Plan hatten wir, wann und wie wir unsere Ziele erreichen - der Weg sollte das Ziel sein und wir nahmen uns vor, dort zu bleiben, wo es uns gefiel und wo es uns gerade hinführte, das grobe Raster stand schließlich.
Ausgestattet mit verschiedenen Reiseführern konnte doch eigentlich nichts schief gehen. Im Einzelnen:

- "Normandie" von Ralf Nestmeyer aus dem Michael-Müller-Verlag (extrem empfehlenswert!!),
- "Frankreich Norden" aus dem Baedeker-Verlag (nicht so ausführlich im Einzelnen, dafür umfangreicher, da er nicht nur die Normandie behandelt und mit toller Nordfrankreich-Karte),
- "Frankreich & Spanien im Reisemobil neu erleben" von pm (ganz nett, aber sehr undetailliert),
- "Normandie - weiße Klippen, quirlige Häfen" aus dem Dumont-Verlag (eigentlich ein Bildband, aber viele nützliche Informationen und Karten),
- ADAC-Stellplatzführer Deutschland/Europa 2011,
- "Reisemobil International Bord Atlas"
- DCC-Campingführer Europa von 2008,
- Karte "Normandie" von Michelin im Maßstab 1:200.000.

Den Rest erledigte mein Garmin Nüvifone.

Am Mittwoch ging es also los - Fahrräder, Klamotten, Schuhe, Geschirr, Besteck, Gasflaschen, Kameraausrüstung, Kanister, Betten, Kissen, Proviant, Getränke, Kaffee, Werkzeug, Taschenlampen, Kerzen, Laptop usw. mussten INS Wohnmobil, die Katzen AUS dem Wohnmobil. Auf gehts!

Tag 1: nach einer sehr herzlichen Begrüßung durch unseren Freund Dennis verbrachten wir einen interessanten Tag in Luxembourg, einer trotz schlechten Wetters quirligen Stadt mit unzähligen Sehenswürdigkeiten. Wir beschränkten uns auf einen ausführlichen Spaziergang durch die bunten Strassen und Gassen und die Besichtigung der Kathedrale Notre-Dame de Luxembourg. Das Wetter war einfach zu mies, um ein echtes Sightseeing-Programm zu absolvieren, stattdessen besuchten wir noch das riesige Einkaufszentrum Auchan Kirchberg und fragten uns, warum es so eine gigantische Auswahl und Frische nicht oder nur selten in Bayern zu finden gibt. Unglaublich.
Am Abend ging es wieder zurück nach Bitburg, wo wir noch zusammen essen gingen. Wir verabschiedeten uns von Dennis und fuhren los - unsere Reise begann. Fortsetzung folgt...

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owtoeging am 14 Sep 2011 15:53:18

Tag 2: Im nahe gelegenen Echternach in Luxembourg übernachteten wir zum ersten Mal in unserem WoMo, ein großer kostenloser Parkplatz etwas außerhalb diente als Stellplatz, es waren bereits einige andere Wohnmobile vor Ort und obwohl der Platz nicht als offizieller Stellplatz ausgeschildert war, gab es niemand, der sich daran störte. Eine ruhige Nacht und ein schöner Morgen folgten - und natürlich die Besichtigung des hübschen kleinen Ortes Echternach. Wir besuchten u.a. die kleine Pfarrkirche und die beeindruckende Basilika St. Willibrord. Noch schnell ein paar Fotos gemacht und weiter ging es, schließlich wollten wir so schnell wie möglich nach Frankreich. Noch einmal günstig vollgetankt (Diesel 1,14 €), dafür ist Luxembourg ja bekannt, und es ging wieder weiter.

Über die Autobahn A4 ging es über ein kleines Stück Belgien in Richtung Charleville-Meziere, danach über kleine Nebenstraßen an kleinen Flüsschen vorbei durch pittoreske Dörfchen. Vive la France - endlich da ! Ein kleines Pique Nique in Autreppes an der Oise und weiter ging es über St. Quentin (mit beeindruckender, hoch über der Stadt thronender Basilika St.Quentin) nach Amiens, unserem heutigen Tagesziel.

Eine kurze Recherche im Internet ergab keinen Treffer bei der Stellplatzsuche, aber die Information, daß eine Nacht auf dem Busparkplatz direkt am Ufer der Somme eine Übernachtung durchaus geduldet wird. Schon von weitem leuchtete das Ausgehviertel am Ufer der Somme und die Kathedrale von Amiens - wir blieben also am Busparkplatz und begannen noch am Abend mit der Erkundung der Stadt. Unser erstes Ziel war natürlich die Kathedrale Notre Dame. Der größte Sakralbau Frankreichs, ein wahnsinniges Bauwerk, das sprachlos macht, wenn man davor steht und sich der Dimensionen bewusst wird. U.a. war dieses Gotteshaus das Vorbild für den Kölner Dom !

Leider war die Kathedrale bereits geschlossen, aber im freundlichen Abendlicht wurde sie künstlich beleuchtet, ein erhabener Anblick und natürlich ein fantastisches Fotomotiv - ich wusste ja nicht, was noch passieren sollte.

Während ich also um die Kathedrale streifte und ein Bild nach dem anderen knipste, bauten junge Männer auf dem Vorplatz drei seltsame Boxen mit unterschiedlichen Flaggen auf (deutsch, französisch, englisch), ein älterer Herr unterhielt die auf den Stufen auf dem Vorplatz sitzenden Menschen mit einem Leierkasten. Je dunkler es wurde, desto mehr füllte sich der Vorplatz der Kathedrale mit Menschen, ein freundliches Stimmengewirr füllte den Platz und ich beobachtete die Szene fasziniert, bis plötzlich die seltsamen Boxen zum Leben erwachten und zu sprechen begannen.

In drei Sprachen wurde über die Stadt Amiens und seine fantastische Kathedrale informiert, untermalt von erhabener Musik und gregorianischen Chören - und dann ging es los: eine Illumination ! Ein Schauspiel, wie ich es noch nicht gesehen habe - und auch nie für möglich gehalten hätte, begann. Mit Strahlern wurde die Fassade der Kathedrale farbig ausgeleuchtet, jede einzelne der Figuren in den Portalen und an der Fassade erstrahlte in einer anderen Farbe, alles schien zum Leben zu erwachen und die ruhige Stimme des Sprechers und die sanfte Musik untermalte dieses unvergessliche Schauspiel auf wunderschöne Weise. Ich war einfach sprachlos und wie mir ging es auch den meisten anderen Menschen dort. Mittlerweile hielt es niemanden mehr auf seinem Platz auf den Stufen, die Leute versammelten sich vor den Portalen der Kathedrale und bewunderten den Augenblick, Tausende von Kamera-Blitzen ließen die Szene noch unwirklicher erscheinen und leises Stimmengewirr untermalte das Ganze. Fast eine Stunde dauerte das Schauspiel - traumhaft schöne Erinnerungen bleiben. Merci Amiens !

Nach einer kurzen Besichtigung der abendlich beleuchteten Stadt ging es zurück zum Busparkplatz, wo "Gerard" schon auf uns wartete. Bonne Nuit ! Fortsetzung folgt...

owtoeging am 14 Sep 2011 17:34:57

Weiter geht es !

Tag 3: Die Nacht ging schnell vorbei, der sowieso nicht offizielle Stellplatz erwies sich als etwas sehr laut, die Gendarmerie schien die ganze Nacht Großeinsätze zu fahren, es war sehr frisch und zu allem Übel begann es nach dem herrlichen Vorabend unerwartet auch noch zu regnen. Nur ein großer Bus stand noch auf dem Platz und es war kaum zu erwarten, daß wir ein Hindernis darstellen, ein weiteres WoMo gesellte sich noch zu uns und wir begannen unsere Besichtigung von Amiens bei Tageslicht. Auf dem Weg zur Kathedrale noch schnell ein Cafe au Lait und ein paar Croissants in einer kleinen Brasserie, danach betraten wir Notre Dame - und waren erneut beeindruckt.

Dieser unglaubliche Drang nach Licht und Höhe, wie er nur in gotischen Bauwerken dermaßen dargestellt wurde, ist unbeschreiblich. Interessant ist hier auch der Fußboden - für Pilger, die - aus welchen Gründen auch immer - den Jakobsweg oder die Reise nach Jerusalem nicht mehr auf sich nehmen konnten, wurde die Möglichkeit geschaffen, eine Art Labyrinth auf dem ornamental hell und dunkel gekachelten Boden kniend und betend zu bewältigen, bis man in der Mitte des Labyrinthes ankam - eine reife Leistung, die mit dem Erlass von Sünden belohnt wurde. Ich kann nur jedem einen Besuch dieser hübschen Stadt und vor allem der Kathedrale nahe legen.

Wir besuchten noch das alte Fischerviertel Quartier Saint Leu, das - bestückt mit kleinen Häuschen, viele mit herrlichem Fachwerk - von kleinen Kanälen durchzogen ist. Dann verließen wir Amiens in Richtung Le Treport, unserem heutigen Tagesziel.

Nach kleinen Pausen kamen wir dort am ausgeschilderten Stellplatz an und ergatterten auf dem gut besuchten Platz problemlos noch eine hübsche Nische. Ich erkundete das kleine Städtchen und den Nachbarort Mers-Les-Bains noch mit der Kamera - endlich Normandie, endlich der Geruch von Meer, kreischende Möwen, Fischerboote und der Duft der großen weiten Welt. Belohnt wurde ich durch eine umwerfende Lichtstimmung. Nach Einbruch der Dunkelheit fuhr ich mit der kostenlosen Zahnradbahn auf die Anhöhe oberhalb der Stadt auf den Steilklippen, auch hier soll es einen WoMo-Stellplatz geben, mich interessierte aber der Blick auf die Unterstadt und die Weitsicht aufs Meer, soweit das die Dunkelheit noch zuließ. Über eine lange Treppe kam ich wieder nach unten und marschierte wieder zum Stellplatz. Ein kleiner italienischer Abend mit Pasta Napoli und kleinen Campari-Soda-Fläschchen folgte - und eine ruhige, entspannte Nacht. Fortsetzung folgt...

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Gast am 14 Sep 2011 18:42:16

Hei Olli,

ist echt nicht anstrengend dein Bericht.
Freue mich sehr drüber, in Le Treport war ich erst im Juni.

Erinnerungen werden wach :razz:
Bin gespannt wie es weiter geht!

Bettina

al am 14 Sep 2011 21:12:02

bis hierhin echt schön. vor allem amiens. in le treport war ich noch vor drei wochen.

komm, bitte, mach weiter.

Maggie am 14 Sep 2011 21:44:01

Klasse, dein Einsteiger-Reisebericht! Glückwunsch! Bis jetzt ist's nicht langweilig. :D

Maggie

owtoeging am 14 Sep 2011 22:08:27

Hallo, guten Abend - danke für eure lieben Worte und das Lob !

Leider steht plötzlich die Möglichkeit, die Bilder wie bisher in meine Beiträge einzubinden, nicht mehr zur Verfügung - deshalb habe ich sie etwas verkleinert und lade sie jetzt mit dem Bilderdienst hoch. Das führt aber dazu, daß mein Reisebericht noch etwas ausladender wird, als er eh schon ist. Aber bitte :razz:

Weiter geht es:

Tag 4: Es begann der Tag, an dem sich unter uns etwas zusammenbraute. Nach dem Frühstück sollte es weiter gehen, als Tagesziel hatten wir Etretat anvisiert und so packten wir nach einem kurzen Spaziergang nach Le Treport unsere Siebensachen, ver- und entsorgten noch einmal und fuhren los - aber plötzlich: undefinierbare Geräusche kamen aus dem Getriebe unseres immerhin nun 24jährigen Gefährtes.

Gerard, wie wir ihn nannten, hatte scheinbar genug vom ständigen Auf und Ab an der Steilküste der Normandie, schon bevor es richtig losging. So ein Pech, aber was sollten wir machen? Da sich im Fahrbetrieb nichts geändert hatte - Gerard ließ sich nach wie vor tadellos schalten und kuppeln - beschlossen wir, unseren Urlaub nicht zu unterbrechen, sondern weiter zu fahren und uns im Notfall auf die Leistung unseres mit der KFZ-Versicherung abgeschlossenen Schutzbriefes zu verlassen. Lediglich steile Bergfahrten wollte ich wenn möglich vermeiden und auch so schnell wie möglich in flachere Gefilde. Also ließen wir Etretat aus und beschlossen Honfleur als neues Etappenziel.

An Criel-sur-Mer, Dieppe, St.Valery-en-Caux vorbei ging es nach Fecamp, wo wir auf einem großen Parkplatz am Hafen, auf dem schon mehrere Mobile standen, stoppten um uns die Stadt anzusehen. Der Platz war kostenlos, bot eine Entsorgungsmöglichkeit und war auch offiziell als Übernachtungsplatz ausgewiesen - aber sehr uneben, schmutzig und laut. Keine Alternative, zumal sich in Fecamp sicher schönere Plätze finden lassen. Auf dem Bild ein Leidensgenosse, selbes Basisfahrzeug, anderer Aufbau...



In der Stadt sahen wir uns die Kirche St. Etienne an, ein gotisch-romanisches Kleinod und erklommen dann die etwas bergauf gelegene Abtei St. Trinite. Die Abtei war nicht zu besichtigen, aber die Kirche stand offen - ein barockes Portal, hinter dem sich eine wunderschöne, hochgotische und in ihren Ausmaßen überraschend große Kirche auftat - der bedeutendste Sakralbau an der Coted`Albatre, mit 127 Metern Länge eine der größten Kirchen Frankreichs (selbst Notre Dame de Paris ist nur 3 Meter länger) wie wir unserem Reiseführer entnehmen konnten.



Weiter ging es zum Palais Benedictine, ein in mehreren Stilen erbauter Palast, der zum Komplex der Destillerie gehört, in dem der Kräuterlikör Dom Benedictine hergestellt wird. Man kann das Ganze besichtigen und den Likör vor Ort verköstigen. Wir als Gastronome - wir führen eine kleine Cocktailbar in der Gastischen Provinz - ließen uns letzteres nicht entgehen, obwohl wir das Tröpfchen selbst im Programm haben - schließlich ist der Dom Benedictine ein unverzichtbarer Bestandteil des weltberühmten Singapore Sling.



Noch ein kurzer Abstecher ans Meer, ein Crepe an der Strandpromenade von Fecamp und wir starteten wieder. Weiter ging es mit unserem laut rasselnden Gerard über die Pont de Normandie nach Honfleur.



Der riesige kostenpflichtige Stellplatz bietet eine gute Ausgangslage, um das bildhübsche Städtchen an der Seinemündung zu besichtigen. Trotz seiner Größe - bis zu 250 Mobile können hier stehen - konnten wir nur noch einen etwas glitschigen Platz ohne Strom ergattern, aber das war nicht schlimm - Honfleur leuchtete in der Dämmerung - ein kleiner Spaziergang und danach ging es eh ins Bett.



Fortsetzung folgt...

owtoeging am 14 Sep 2011 22:17:11

Tag 5: Honfleur gilt als berühmteste Künstlerkolonie der Normandie, ein Städtchen mit vielen alten Fachwerkhäusern und dem "Vieux Bassin", dem alten Hafenbecken, das sicher eines DER Fotomotive der Normandie ist - nicht zu Unrecht, wie ich bereits am Abend davor feststellen durfte.



Dazu steht in Honfleur noch die größte Holzkirche Frankreichs. Wir verbrachten den Vormittag mit dem Besuch der vielen Attraktionen und bewunderten die herrlichen Bauten.



Besonders schön auch hier die Kirche Saint-Catherine mit Ihrem seperat stehenden Glockenturm. 1468 wurde sie in Holzbauweise errichtet und immer wieder erweitert, was ihr heute etwas seltsam anmutendes Aussehen erklärt - die Kirche hat zwei nebeneinander liegende Kirchenschiffe.



Nach dem Genuss einiger Kugeln Eis (Lakritze!) ging es zum Stellplatz, unser Ziel heute - mal sehen, irgendwo ein schönes Plätzchen an den Sandstränden der Landungsküste, gerne auch mal ein Campingplatz. Klirrend und rasselnd setzten wir uns wieder in Bewegung, immer an der herrlichen Cote de Nacre entlang, bis wir am frühen Abend in Vierville-sur-Mer ankamen. Der dortige Campingplatz "Omaha Beach" wurde bereits in einem CP-Führer als besonders schön gepriesen, also steuerten wir ihn an - und wurden nicht enttäuscht! Ein unglaublich schöner Platz, direkt über dem herrlichen kilometerlangen Sandstrand wurde uns angeboten (d.h. wir konnten uns aussuchen, welchen Platz wir nehmen) - dazu noch umfassender Service eines 3-Sterne-Campingplatzes mit Pool und allem Drum und Dran für - ich glaube - so um die 15 € pro Tag - hier blieben wir erst mal, wir gönnten Gerard eine Pause und uns Erholung vom Damoklesschwert eines drohenden Getriebeschadens. Am Abend noch ein langer Spaziergang am Omaha Beach - kaum jemand spricht im Zusammenhang mit der tragischen Geschichte dieses Ortes von seiner Schönheit - uns kam dieser Umstand sehr gelegen, kaum Touristen Anfang September, herrliches Wetter - und Ruhe, Natur und Entspannung. Unsere Fahrräder sollten für die nächsten Tage unsere Fortbewegungsmittel sein. Gerard bleibt einfach mal stehen.



Fortsetzung folgt...

al am 14 Sep 2011 22:31:24

die katze ist super.

zum glück hat jeder seine blickwinkel, mit der er die welt sieht.
wir sind diese strecke in den letzten jahren schon oft gefahren, trotzdem habe ich soeben neue einblicke erhalten.

weitermachen.

userone am 14 Sep 2011 22:38:57

Hammer die Fotos. Weitermachen!

owtoeging am 14 Sep 2011 22:44:52

Hallo al,

die Katze gehörte mit mehreren Tieren zu einem Bettlertrupp, der sich vor der Kirche von Honfleur aufgebaut hatte. Alle diese Katzen litten offensichtlich an Katzenschnupfen und waren generell eher in einem bedauerlichen Zustand, dazu noch kurz angebunden. Dennoch sind es Katzen, verspielt, neugierig, frech. Wenn man mit Katzen zusammenlebt, wie ich, dann erweitert das immer die Sichtweise und den Blickwinkel - egal, wie sie auf den Bildern aussehen :wink: Ich liebe diese Tiere.

Es geht weiter :!:

Tag 6: Es gibt kaum etwas schöneres, als einen Morgen am Meer, blauer Himmel, kreischende Möwen, ein wunderschöner Ausblick, ein leckeres Frühstück mit Blick auf den ewig langen Sandstrand - herrlich.



Wir erkundeten das Hinterland, entdeckten Museen, die sich dem Tag der Landung der Alliierten verschrieben haben - ein, wenn nicht DAS Thema der Touristikbranche in diesem Landstrich - für mich durchaus interessant, aber in erster Linie genoss ich die Landschaft, die Ruhe, die Kühe, Pferde, Esel, Ziegen, die vielen kleinen asphaltierten Strasse, die Rennradfahren zum Genuss machten, das herrliche Wetter (22-24 Grad, blauer Himmel) und das etwas frische Meer. Ein einziges Mal stürzte ich mich in die Fluten - brrr.



Am Nachmittag besuchten wir den Amerikanischen Soldatenfriedhof bei Colleville-sur-Mer. Weltberühmt, nicht nur wegen der Eröffnungssequenz aus dem Hollywoodstreifen "Der Soldat James Ryan". Ein bedrückendes Symbol für die Grausamkeit des Krieges. 9238 weiße Marmorkreuze und 149 weiße Marmor-Davidsterne, akkurat in Reih und Glied, versehen mit den Namen der gefallenen Soldaten stehen im penibel gestutzten Rasen. Hier wird einem bewusst, was an diesem Ort 1944 passierte. Und heute ist es dieser Landstrich an Idylle kaum mehr zu übertreffen. Etwas surreal.



Fortsetzung folgt...

owtoeging am 14 Sep 2011 22:50:36

Hallo Valerie, danke für Dein Lob :P

Morgen geht es weiter, ich wünsche Euch eine gute Nacht ! Viel Spaß beim schmökern,

lg

Olli

uschi-s am 14 Sep 2011 23:52:17

Sehr schön geschrieben und tolle Fotos. Auch wir waren vor 3 Jahren an diese Küstenabschnitt und haben beschlossen, dass es nicht der letzte Besuch war. Ich warte auf die Fortsetzung, bin gespannt, ob Gerard durchgehalten hat.

fluilus am 15 Sep 2011 00:51:18

Ein prima Bericht und klasse Bilder - bitte weitermachen!!

Danke & viele ,
Harald

al am 15 Sep 2011 10:30:33

tust du uns auch noch verraten, mit welcher kamera du arbeitest?

al am 15 Sep 2011 10:32:44

owtoeging hat geschrieben:...Tag 6: Es gibt kaum etwas schöneres, als einen Morgen am Meer, blauer Himmel, kreischende Möwen, ein wunderschöner Ausblick, ein leckeres Frühstück mit Blick auf den ewig langen Sandstrand - herrlich..


genau! baguette mit gesalzener butter und ein petit noir.


berichte weiter :!:

owtoeging am 15 Sep 2011 11:15:15

Hallo, freut mich, daß es Euch gefällt eben solche Reiseberichte waren es, die in mir selbst die Vorfreude auf meinen Urlaub in Frankreich weckten. Da kann man schon mal ein wenig zurückgeben :)

Meine Kamera ist eine Pentax K20D Spiegelreflexkamera. Dazu hab ich noch einen Schwung Objektive, am häufigsten benutze ich ein 10-24 mm Weitwinkel von Tamron und mein 70-300 mm Telezoom, für schattige Momente habe ich noch ein lichtstarkes 17-70 mm Standartzoom von Sigma - und natürlich ein Stativ. Es beruhigt, daß der Vorbesitzer in unser WoMo gleich zwei Safes einbauen ließ :wink:

Tag 7: Heute stand ein Fahrradausflug nach Arromanches-les-Bains an. In dem kleinen Küstenort entstand nach der alliierten Landung der vorerst größte Hafen der Streitkräfte. Da es keine Hafenanlage gab, schuf man mit ausrangierten Schiffen und sogenannten Mulberrys, riesigen Betonkörpern, einen künstlichen Hafen von gigantischen Ausmaßen (Mulberry B). Dadurch wurde Arromanches zu einem der wichtigsten Orte für die Alliierten, die über die Hafenanlagen hunderttausende von Soldaten und Tonnen von Material ins Land brachten. Als später der zerstörte Hafen von Cherbourg von den Alliierten wieder nutzbar gemacht wurde, wurde der künstliche Hafen von Arromanches nicht mehr benötigt und man beließ die Mulberrys an Ort und Stelle. Heute sind sie eine Attraktion, schon von weitem sichtbar liegen sie vor dem Strand, einige sogar am Strand, viele sind verfallen und im Meer versunken, aber etliche sind noch da und bei Ebbe sogar zu betreten - vor allem für Kinder ein Riesenspaß. Das herumklettern auf den Mulberrys ist allerdings verboten und wird von der aufmerksamen Strandwacht mit sofortigen Lautsprecher-Ansagen unterbunden.



Im Ort gibt es ein unvermeidliches Musee du Debarquement und ein 360-Grad-Kino zum Thema.



Auf der Rückfahrt nach Vierville besuchten wir noch die kleine Kirche von Fontenailles nahe Longues-sur-Mer, die im Krieg komplett zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde - nur der Turm steht noch inmitten von Gräbern.



Danach statteten wir noch der Batterie Longues sur Mer einen Besuch ab, der einzigen Küstenbatterie des Atlantikwalles mit noch erhaltenen Kanonen in der Normandie.



Gruselig - ab nach Hause - zu Gerard. Fortsetzung folgt...

owtoeging am 15 Sep 2011 15:05:31

Und weiter :french:

Tag 8: Auch heute war das Wetter unglaublich schön und angenehm - wir kletterten auf die Bikes und fuhren im Hinterland spazieren.



Nachdem wir einen meckernden Ziegenbock aus einer misslichen Situation befreit hatten - er hatte sich mit seinen Hörnern in einem Zaun verfangen - fuhren wir - leicht muffelnd (unglaublich wie man nach dem Kontakt mit Ziegenböcken stinkt...) weiter nach La Cambe.



Wir besuchten die hübsche kleine Stadtpfarrkirche und den Friedenspark mit dem angrenzenden deutschen Soldatenfriedhof. Hier liegen fast 60.000 deutsche Soldaten, die Inschriften der Grabplatten und Kreuze jagen einem Schauer über den Rücken. Viele der Gefallenen waren Kinder, 16-, 17-Jährige, missbraucht von einem menschenverachtenden System, in einem sinnlosen Krieg verheizt. Schrecklich. Bloß weg hier.



Weiter ging es an einen der Orte, an dem die Landung der Alliierten besonders tragisch verlief - der Pointe du Hoc, ein 500 Meter langer und 30 Meter hoher Strandabschnitt, landschaftlich herrlich - aber übersät mit Granatentrichtern, durchzogen von Bunkern und Geschützstellungen. Ein Mahnmal erinnert an den Einsatz der Ranger, die dort unter Lebensgefahr versuchten, die deutschen Stellungen auszuschalten. Wieder so ein schöner, tragischer Ort.



Den Linsendreck auf einigen Bildern bitte ich zu entschuldigen - zum Bearbeiten bin ich noch gar nicht gekommen...

Fortsetzung folgt...

owtoeging am 15 Sep 2011 15:08:01

Tag 9: Heute stand nur Erholung auf dem Plan, keine Kriegsschauplätze (abgesehen vom Omaha Beach an dem wir uns befanden), stattdessen morgens joggen am menschenleeren Strand und nach dem Frühstück Rennradeln und Cidre & Calvados testen.



Gesagt getan, in Englesqueville la Percee besuchten wir ein Landgut mit Destillerie, probierten uns durch die verschiedenen Köstlichkeiten und erstanden ein paar Flaschen Cidre, Calvados und Pommeaux.



Ein Spaziergang am Strand und eine kleine Fototour am Abend rundeten den Tag ab.



Fortsetzung folgt...

owtoeging am 15 Sep 2011 15:19:07

Tag 10: Irgendwann musste es ja weiter gehen - so schön es am Omaha Beach war - die Halbinsel Cotentin war das erklärte Ziel unserer Reise, darum packten wir Gerard wieder voll, beglichen unsere Rechnung und machten uns auf den Weg.

Gerard rasselte und pfiff leise vor sich hin, ich meinte sogar, eine leichte Eindämmung der Geräuschkulisse vernehmen zu können. Über Grandcamp-Maisy und Isigny-sur-Mer erreichten wir die Stadt Carentan, die sich gerne als Tor zum Cotentin darstellt. Ein kleines hübsches Städtchen, das sogar mit einem Arkaden-gesäumten Platz aufwarten kann - untypisch für die Region, aber sehenswert.



Wir besuchten die gotische Kirche Notre Dame und fuhren dann weiter Richtung Utah-Beach. Vorher wollten wir noch Saint-Mere Eglise besuchen, der Ort, an dessen Kirchturm der amerikanische Fallschirmspringer John Steele während der Befreiungsaktion am D-Day unglücklicherweise hängen blieb und dadurch unfreiwillig zu Ruhm kam. Der Ort erinnert an John Steele mit der Plastik eines Fallschirmspringers, die an der Stelle hängt, an der John Steele über Stunden um sein Leben bangen musste.



In der Kirche selbst erinnern mehrere Kirchenfenster an die Szene, die dort verewigt wurde. Im Ort selbst gibt es zwei Museen, eines davon in Form eines Fallschirmes, und unzählige Andenkenläden. Man lebt vom Missgeschick des Soldaten scheinbar recht gut. Immerhin wurde es auch verfilmt: "Der längste Tag" heißt der Hollywood-Klassiker mit einem riesigen Starensemble. Darin geht es um den D-Day und die damit verbundenen Dramen.

Gegenüber der Kirche, mitten im Zentrum von Saint-Mere Eglise ist ein großer Busparkplatz, der auch von Wohnmobilen genutzt werden darf. Kosten: 5 Euro pro Tag/Nacht, Ver- und Entsorgung Fehlanzeige.

Mittlerweile eher singend setzte sich Gerard wieder in Bewegung, jetzt Richtung Meer. Wir erreichten eine Kreuzung an der es rechts zum kleinen Ort Ravenoville-Bourg ging, wir entschieden uns aber doch für die andere Richtung, wollten den Utah-Beach über Foucarville und Audouville anfahren. Leider bekam ich aber an besagter Kreuzung den ersten Gang nicht mehr rein - es war soweit. Ich fuhr also im zweiten Gang an, der jedoch nach wenigen Metern auch wieder heraussprang. Nach weiteren 100 Metern ausrollen war die Reise vorerst vorbei - rien ne va plus.

Oje. Tausend Gedanken schwirren durch den Kopf. Man steht relativ hilflos an einer kleinen einsamen Landstraße und weiß nicht weiter. Unsere Französischkenntnisse reichen ja bei Weitem nicht aus, um den Menschen in dieser dünn besiedelten Gegend mitzuteilen, was wir benötigen. Menschen? Lediglich ein alter Mann war zu sehen, er lief auf der Landstraße spazieren und grüßte nur kurz, lief dann weiter. Ich suchte inzwischen nach meinen Versicherungsunterlagen und telefonierte mit meinem Freund Wolfi aus Deutschland, dem ein Abschleppunternehmen bei Mühldorf am Inn gehört. Er gab mir Tipps, was zu tun sei, wollte mir aber auch gleich etwas abnehmen und versprach, sich mit der Versicherung wegen des Schutzbriefes in Verbindung zu setzen. Eventuell muss er uns schließlich samt Gerard aus der tiefsten normannischen Provinz abholen.

Inzwischen war der alte Mann wieder zurückgekommen und unterhielt sich mit Alex, mit Händen und Füßen wurde gesprochen, erzählt, geredet. Der Herr lief um das WoMo herum, öffnete ein Gatter zu einem Maisfeld und deutete an, wir sollen das WoMo erst mal da hineinschieben, was wir auch taten. Dann lud er uns zu sich nach Hause ein, nach Ravenoville-Bourg, wo er alleine in einem putzigen alten Haus wohnte. Sein Name war Duchemin und Monsieur Duchemin begann auch gleich, seine Unterlagen zu durchforsten und präsentierte uns schließlich einen Kalender von 2010, ein altes Werbegeschenk einer örtlichen Werkstatt mit Abschleppdienst namens "Christophe Auto". Er stellte uns Limonade vor die Nase, erzählte von einer lange vergangenen Zeit in Deutschland, die er am Bodensee verbrachte, daß er nur zwei Wörter Deutsch könne, nämlich "Grüß Gott" und "Bier" und redete ohne Unterlass mit uns, wohl wissend, daß wir ihm nicht immer folgen konnten - das beruhte auf Gegenseitigkeit, ich war aber fasziniert von so viel Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit. Unglaublich. Monsieur Duchemin telefonierte schließlich mit der "Christophe Auto" und gab uns zu verstehen, daß man sich um uns kümmern wird.

Ich telefonierte unterdessen mit meiner Werkstatt aus Deutschland und meiner Versicherung, der HUK24. Die wiederrum versprachen, daß mich schnellstmöglich ein Mitarbeiter anrufen wird, der der französischen Sprache mächtig ist, der sich dann um uns kümmern wird. Tatsächlich dauerte es keine 15 Minuten und ich wurde von der Versicherung zurückgerufen - leider (oder gottseidank) parkte justament auch der Abschleppwagen von "Christophe Auto" vor der Türe, deshalb bat ich die HUK, mich später noch einmal zurückzurufen. Der Fahrer des Schleppers war ein untersetzter, wortkarger Mann. Er bat uns in seinen Wagen, wir verabschiedeten uns von Monsieur Duchemin, der nur sagte (sinngemäß)": "Kein Problem, wir sind schließlich alle Europäer und sollten zusammenhalten. Bonne Chance !". Uff - das saß. Gab es im Vorfeld der Reise nicht warnende Stimmen, die Franzosen könnten nicht so recht mit uns Deutschen? Monsieur Duchemin war ein Paradebeispiel für die Völkerverständigung, ein hilfsbereiter, gastfreundlicher und liebenswerter Mann, der uns aus einer ganz tiefen Patsche geholt hat. Merci beaucoup !

Der wortkarge Mechaniker fuhr mit uns derweil zu Gerard, überzeugte sich vom Defekt, murmelte etwas von "Vitesse" und begann höchst professionell (ich komme darauf ca. am Tag 20 noch mal zurück!) unser WoMo auf seinen Schlepper zu laden. Ich schloß das Gatter zum Maisfeld und wir fuhren in die Werkstatt von "Christophe Auto" nach St. Marcouf, ca. 4 Kilometer weiter.



Dort erwartete uns der Patron, Monsieur Christophe, ein kräftiger Mann Anfang 40 mit Krücken. Auch er sprach kein Wort in einer anderen Sprache als Französich, machte uns aber klar, daß er den Wagen problemlos reparieren könne. Inzwischen könnte er uns auf einem nahe gelegenen Campingplatz in einem Mobile-Home unterbringen. Inzwischen wurde ich wieder von meiner Versicherung angerufen. Mein Mechaniker Wolfi hat sich inzwischen mit ihnen in Verbindung gesetzt und schon mal verhandelt. Die HUK24 erklärte sich dazu bereit, Gerard aus Deutschland nach Hause zu bringen und unsere Rückreise mit dem Zug zu organisieren. Ebenfalls denkbar: sie bezahlen uns eine Unterkunft bis 200 Euro und einen Leihwagen für die Dauer einer Reparatur vor Ort bis 80 Euro pro Tag. Vorher muss sich aber "Christophe Auto" das Auto ansehen, um zu klären, ob er überhaupt repariert werden kann. Ich bevorzugte letztere Variante, auch weil Monsieur Christophe bereits versprach, daß er das Getriebe problemlos und günstig reparieren könnte.



Monsieur Christophe stellte erst mal einen Lieferwagen vor unser WoMo, wir luden die wichtigsten Sachen aus Gerard in den Wagen und der wortkarge Mechaniker fuhr uns zu dem angesprochenen Campingplatz, der nun unser Zuhause für die nächsten 6 Tage werden sollte - ein Glücksfall! 3 Kilometer von der Werkstatt entfernt, direkt an einem 20 Kilometer-Sandstrand mit allem Komfort, bezogen wir ein gemütliches kleines Mobile-Home mit deutschem TV, Küche, Dusche und Terrasse - ums Eck der überdachte Pool - der Campingplatz Le Cormoran in Ravenoville-Plage war schon recht schick.



Für heute hatte ich aber genug - inzwischen war es Abend und ich wollte nur noch ins Bett. Das Schöne aber ist:

Fortsetzung folgt :wink:

owtoeging am 15 Sep 2011 19:24:22

Tag 11: Der Tag begann mit einem guten Frühstück und einem kleinen Strandausflug, dann meldete sich auch schon der Herr von der Versicherung. Er hat mit "Christophe Auto" telefoniert, die Gerard binnen 5 Tagen (heute war Freitag, also bis Mittwoch) für einen Festpreis reparieren können, inkl. neuer Kupplung mit 1 Jahr Garantie und einem komplett überholtem Austauschgetriebe mit 3 Monaten Garantie. Ich telefonierte mit meiner Werkstatt in Deutschland, Wolfi meinte gleich, daß der von Monsieur Christophe angegebene Preis sehr günstig sei und er es auch nicht billiger machen könnte. Jetzt machte es sich also doch noch bezahlt, daß wir mit einem französischem Basisfahrzeug unterwegs waren. Also willigten wir ein und handelten mit der Versicherung die Übernahme der Mobile-Home-Kosten, Abschleppkosten und eines Mietwagens für die Dauer der Reparatur aus - der Urlaub war gerettet ! An der Information des Camping-Platzes konnte man uns auch gleich einen Kleinwagen zur Verfügung stellen - alles lief reibungslos. Wir machten einen ausgiebigen Strandspaziergang, entdeckten wieder Bunker und Kriegsgerät, aber auch Unmengen an Muscheln und Getier.



Direkt am Strand verlief eine endlos lange, wenig befahrene Straße, die D 421, die bis an den legendären Strandabschnitt Utah Beach führte. Am Nachmittag fuhr ich mit dem Rad dorthin und sah mir das an. Neben mehreren Memorials, teils mit Panzern versehen, erinnert auch ein großes Museum an die Landung der Amerikaner an dieser Stelle am D-Day. Ich wollte mir das ersparen, ging lieber an den endlosen Sandstrand und genoss den frischen Wind, die (sehr dezente) Brandung und das herrliche Wetter.



Nach all der Aufregung fiel die Anspannung der letzten Stunden komplett ab , ich glaubte an die Fortdauer eines wunderschönen Urlaubes - ich sollte nicht enttäuscht werden !


al am 15 Sep 2011 21:01:55

welch ein gefühl für schärfe. unschärfe im richtigen augenblick und farben...

owtoeging am 15 Sep 2011 22:25:45

al, ich sehe viel Schönes in meinen Bildern - aber niemals kann ich die Schönheit der Realität vollkommen abbilden. Ich halte auch wenig von Inszenierungen beim Fotografieren - alles ergibt sich, alles basiert auf dem Augenblick - wenn es nicht nur mir gefällt, macht mich das richtig froh - danke !

Weiter gehts !

Tag 12: Das Wetter schien schlechter zu werden. Obwohl es Samstag war, beschlossen wir, heute einen Ausflug zu machen - zum Mont Saint Michel. Uns war schon klar, daß es dort gerade am Wochenende voll sein wird, aber unsere Überlegung war, daß es dort eigentlich IMMER voll ist und es deshalb egal war, wann wir dort sein werden. Wir packten Kameras und Regenjacken ins Leihauto und fuhren los.

Unser Weg führte uns quer durch die Halbinsel Cotentin, vorbei an saftigen Wiesen, auf denen allerlei Getier graste. Immer wieder kamen Schauer herunter, wechselten sich ab mit Wolken und Sonne. Dicht bewachsene Hecken durchziehen die Weide- und Ackerflächen, der Wind in der Küstenregion kann schon mal recht heftig werden, da bieten die Hecken seit jeher Schutz und Schatten für die Tiere. Durch kleine und größere Orte erreichten wir schließlich die alte Bischofsstadt Coutances. Wir parkten unseren Wagen zentral und bestaunten die beachtliche Kathedrale Notre Dame de Coutances. Neben der imposanten Fassade mit ihren zwei 78 Meter hohen Türmen fällt vor allem der gewaltige Vierungsturm ins Auge - nicht umsonst gilt die Kathedrale von Coutances als eines der Meisterwerke der damaligen Zeit, das sich hinter bekannteren Bauwerken aus der Epoche wahrlich nicht zu verstecken braucht. Im Inneren fällt die Ausgewogenheit und Klarheit auf - Licht durchströmt das Kirchenschiff auch an diesem eher trüben Tag, ein wunderbarer Anblick !



Unsere Fahrt ging weiter. Es dauerte nicht mehr lange und in der Bucht konnte man erste Blicke auf den "Mont" erhaschen. Ein unvergesslicher Anblick - kein Vergleich zu dem Getümmel, das uns bald erwarten sollte. Schon der Parkplatz quoll schier über, Menschenmassen schoben sich in Richtung des Nationalheiligtums - und wir mitten drin.



Nach dem Betreten der Insel waren wir dennoch von der Ausstrahlung des Ortes angetan - aber wir ließen es dann doch lieber bleiben, uns in eines der Lokale zu setzen, in denen man sowieso nur touristisch seichte Kost vorgesetzt bekommt. Wir gönnten uns lieber das:



Für alle Ungläubigen: ja, das ist ein Baguette - gefüllt mit Pommes Frites und einer Wurst. War gar nicht mal so gut...

Wir besuchten das Kloster, die Kirche, den Kreuzgang - alles, was man besichtigen kann eben - Einzelheiten dazu hieße Eulen nach Athen tragen - Millionenfach lassen sich Beschreibungen zu diesem Ort im Internet nachlesen, Detaillierter, als ich je zu beschreiben vermag. Dazu kommt noch, daß ich die Hälfte inzwischen eh wieder vergessen habe.



Zu viel prasselte da auf uns ein. Wir liefen anschließend noch ein Wenig durchs Watt, beobachten Menschengruppen, die mit hochgekrempelten Hosen durch den Schlick stiefelten und hatten Spaß dabei, Kinder und Hunde beim Planschen in den wenigen tieferen Stellen zu beobachten. Die Wolken gaben inzwischen auch etwas mehr her, ich schoss Fotos und genoss den Augenblick. Unter meinen Füßen bemerkte ich eine immer stärker werdende Strömung, nicht beängstigend, aber man merkte schon einen raschen Anstieg des Pegels und spürte, wie die Flut den Sand unter den Füßen wegspülte, so daß man immer tiefer sank, je länger wir stehen blieben. Offensichtlich wurde wir Zeugen der künstlichen Flutung der Bucht, deren Zweck es ist, Ablagerungen ins offene Meer zu spülen und den Mont St. Michel in Jahren wieder zu einer echten Insel zu machen.



Wir beide waren etwas müde, deshalb ließen wir die Chance außer Acht, den Berg bei Nacht zu bewundern. Mir ist klar, daß ich die Möglichkeit stimmungsvoller Fotos zur blauen Stunde platzen ließ - aber wir hatten noch ein gutes Stück bis Ravenoville-Plage zurückzulegen. Wir machten uns wieder auf den Weg, linkerhand lag der Berg in der Bucht wie ein riesiges Kreuzfahrtschiff, das im Dunst des Meeres langsam verschwand.



Auf der Rückfahrt wählten wir aber eine andere Route und besuchten noch Saint-Lo. Das zentral im Cotentin gelegene Städtchen wurde im Krieg arg gebeutelt - 95 % der Stadt waren zerstört und den Wiederaufbau der ehemals schmucken Stadt nach dem Krieg kann man leider nicht als sehr gelungen bezeichnen. Viel grau in grau, viel Trostlosigkeit und eine Kirche, die wie ein Sinnbild für die Tragik des Ortes mehr schlecht als recht rekonstruiert auf einem kleinen schmucklosen Platz im Zentrum steht. Einer der Türme war eingestürzt - und wurde nie wieder aufgebaut. Ein weiteres Mahnmal für die Sinnlosigkeit des Krieges, nicht umsonst nannte der berühmte irische Schriftsteller Samuel Beckett Saint-Lo seinerzeit "The Capital of the Ruins". Trotz Wiederaufbau kann man dem heute noch beipflichten. Wie zum Trotz verhalf das milde Abendlicht der - leider verschlossenen - Kirche jedoch noch zu ein wenig Glanz.



Wieder am Campingplatz angekommen stand das Abendessen an. Unterwegs kauften wir in einem Intermarche verschiedene Würste und eine Packung Tartiflette. Es lief darauf hinaus, daß wir die Würste mit Resten von Baguette vom Frühstück gegessen haben - das Tartiflette-Experiment endete für das Produkt in der Mülltonne. Was zur Hölle ist das? Es sah so wohlschmeckend aus - entpuppte sich aber als unsägliche Nickligkeit - kein vernünftiger Mensch kriegt das runter ?!?

:ooo:

Fortsetzung folgt !

owtoeging am 16 Sep 2011 00:40:56

Tag 13: Heute wollten wir nach Cherbourg-Octeville. Unser Reiseführer preiste die größte Stadt auf der Halbinsel Cotentin selbst als wenig sehenswert, lobte aber das Meeresmuseum "Cite de la Mer" in Cherbourg als Riesen-Attraktion die man unbedingt gesehen haben muss. Neben einem der größten Aquarien Europas wartete auf uns ein komplett begehbares U-Boot, das stillgelegte Atom-U-Boot "Le Redoutable".

Über die Austernhochburgen Quineville und St. Vaast-la-Hogue führte uns der Weg nach Barfleur. Mehrfach wurde dieses Örtchen als schönstes Dorf Frankreichs ausgezeichnet - das konnten wir uns nicht entgehen lassen. Nach einem Spaziergang am Hafenbecken liefen wir durch die Straßen der Altstadt zur kleinen, aber sehr wehrhaft wirkenden Dorfkirche St. Nicolas. Im gedrungenen Inneren ertönten aus Lautsprechern gregorianische Chöre, eine angenehme und warme Atmosphäre umgab uns - wir wollten dennoch weiter und verließen Barfleur.



Weiter ging es immer an der Küste entlang, vorbei an Leuchttürmen und Granitfelsen, hier im Norden des Cotentin wirkt die Normandie schon recht bretonisch, vieles erinnert an Schottland oder Irland. Cherbourg erreichten wir gegen Mittag, die Cite de la Mer fanden wir problemlos, komfortable Parkplätze gab es noch zur Genüge. Die Eingangshalle ist ein umgebautes, ehemaliges Bahnhofsgebäude, viele kleine U-Boote und Unterwasserfahrzeuge wurden hier aufgestellt und an die Decke gehängt.



Nach dem Bezahlen betritt man den Außenbereich des Museums und kann sich entscheiden, ob man zuerst den Museumsbereich betritt oder den Besuch des Atom-U-Bootes "Le Redoutable" vorzieht. Wir entschieden uns für das U-Boot.



Vor dem Betreten erhielten wir einen Audio-Guide, der uns auf Deutsch über die einzelnen Bereiche des stillgelegten Riesen informieren sollte. Ich für meinen Teil verzichtete ziemlich schnell auf das gut gemeinte Stück moderne Technik, erstens, weil ich bereits meine Kamera nebst Stativ bei mir trug und keine Hand mehr frei hatte, zweitens, weil der Sprecher, ein gewisser Capitaine Preud´homme, mit seinem nicht unsympathischen Akzent nur sehr schwer zu verstehen war - dazu sprach er noch viel zu leise. Monsieur Preud´homme wanderte in meine Hosentasche und erzählte einem Kugelschreiber und meinem Fernauslöser von den technischen Feinheiten des Ozeanriesen - auch ein Grund, warum ich nicht genau erklären kann, was ich da eigentlich fotografiert habe. Aber auch mir Unwissendem fällt ein signifikanter Unterschied in Punkto Komfort und Ausstattung auf - vergleicht man die Kabinen und Aufenthaltsbereiche von Capitaine Preud`homme mit denen der schnöden Besatzung.



Die weiteren Bereiche des Museums lagen überwiegend im Dunkeln, punktuell be- und erleuchtet beeindruckten vor allem die Aquarien, allen voran das riesige "Abysal", in dem sich mehr als 3000 tropische Fische tummeln sollen. Dazu gab es noch ein Streichelbecken, das besonders bei Kindern großen Anklang fand - wer immer schon einmal einen Hai berühren möchte, dem sei ein Besuch nahe gelegt (auch wenn man nur harmlose Katzenhaie streicheln darf). Als weitere Attraktionen bietet die Cite de la Mer unzählige interaktive- und Mitmach-Stationen und überall flimmern Filme zu den unterschiedlichsten Themen - jedoch alles ausschließlich in französischer und englischer Sprache - das sollte man bedenken, wenn man seinem Filius hier keinen langweiligen Aufenthalt bereiten möchte.



Wir hatten genug und vertraten uns noch die Beine in der netten Altstadt. So garstig, wie Cherbourg in unserem Reiseführer beschrieben wurde, war es definitiv nicht - im Gegenteil. Eine verkehrsberuhigte Zone mit schönen alten Häusern, vielen Geschäften und interessanten Plätzen, dazu noch der Hafen, die im Wind schaukelnden Boote - Cherbourg war eine echte kleine Entdeckung.



Auch die gotische Eglise Sainte-Trinite wusste zu gefallen, vor allem durch die reich verzierten Säulen im Kirchenschiff erhielt das Gotteshaus eine überaus lebendige und freundliche Ausstrahlung, zu der auch eine warme Innenbeleuchtung beitrug. Sehenswert auch die Weihwasserbecken , die aus riesigen Muscheln bestanden.



Eine weitere große Kirche in Cherbourg konnten wir lediglich von außen bewundern - die Ausmaße lassen auf eine große Bedeutung schließen, aber Informationen über das Bauwerk konnte ich keine finden. Schade.



Es war bereits früher Abend, also machten wir uns auf den Heimweg. Wieder führte uns unser Weg an der Küste entlang - am Cap Levy machten wir Halt und sahen uns dort etwas genauer um. Von einem wunderschön platzierten Leuchtturm geht ein kleiner Weg zu einem Fort aus napoleonischen Zeiten, ein Weg, den wir uns ersparten, da bereits von Weitem zu erkennen war, daß das Bauwerk verriegelt und nicht zu besichtigen war.



Mehrere Wohnmobile tummelten sich auf dem kleinen Parkplatz vor dem Leuchtturm, aber in unmittelbarer Nähe befindet sich auch ein offizieller, sehr schön und ruhig gelegener Stellplatz, der einem kleinen Bauernhof zuzuordnen ist.



Für steinreiche Romantiker auf der Suche nach einer pittoresken Immobile: der Leuchtturm steht zum Verkauf !

Wir setzten uns wieder in unseren kleinen Mietwagen und fuhren weiter. Nach meinen Berechnungen musste eigentlich jetzt Ebbe sein, daher machten wir erneut einen kleinen Abstecher nach Barfleur. Die am Vormittag im Hafenbecken schaukelnden Schiffe sollten jetzt eigentlich alle am Boden des Beckens liegen - das wäre ein Fotomotiv par excellence ! Genau so war es - jetzt war auch klar, wie Barfleur zu seinem Titel als schönstes Dorf Frankreichs kam - die Schiffe im Schlick des Hafens boten ein Anblick, bei dem jedem hoffnungslosen Romantiker eigentlich das Herz aufgehen müsste. Einfach nur schön...



Fortsetzung folgt - morgen :wink:

al am 16 Sep 2011 08:21:08

wunderbare bilder.

und du hast recht, vieles erinnert an schottland. wir waren 2008 auf dieser halbinsel, an der westküste, sind das cotentin rauf und runter gefahren, eines der schönsten flecken der normandie.

und in der fortsetzung: die besteigung eines leuchtturms? sind ja nur noch ein paar meter?

uschi-s am 16 Sep 2011 09:00:54

Oh, der arme Gerard, jetzt hat es ihn doch erwischt. Hoffentlich nimmt alles ein gute Ende. Der Bericht ist super.

al am 16 Sep 2011 13:26:00

stimmt, die jungs haben es doch gut gertroffen. fahrräder, leohauto etc. und gerard? er hat nur ein kunststoffpferd zum quatschen.

gary32 am 16 Sep 2011 14:11:04

hallo,

a propos " Baguette mit pommes-frites ":
dies wird auch als " Mitraillette "( Maschinenpistole ) genannt, warum konnte ich bis jetzt nicht erfahren... 8)

gary32

owtoeging am 16 Sep 2011 23:01:16

Hallo zusammen ! Ich schaff es gerade nicht weiter - wir haben eine etwas ausufernde Veranstaltung (Karaoke!) - nur so viel: der Leuchtturm war leider geschlossen, Gerard hat sich in Gesellschaft der Plastikpferdchen schnell wieder erholt - es folgen noch viele schöne Orte - Bayeux, Lisieux, Rouen, Beauvais, Soissons, Laon, Reims....

Ich freu mich schon aufs weiterschreiben 8)


uschi-s am 16 Sep 2011 23:51:32

Und ich freue mich auf neue Bilder vom Teppich in Bayeux. Der hat es mir besonders angetan. Ansonsten: vieles wiedererkannt, viel Neues gesehen.

zeus am 17 Sep 2011 12:47:04

Einfach toll. Ich wollte den Bericht mal eben überfliegen :roll: Das ging aber nicht. So fesselnd beschrieben, so supertolle Bilder.
Vielen Vielen Dank.

Aretousa am 17 Sep 2011 15:31:51

Wow, mir fällt gerade nichts besseres ein als- wow. Der Bericht, die Bilder.....ich muss mal wieder in die Normandie.
Euer 1. Abend in Amiens, wie klasse
Ich liebe Lakritz- aber Lakritzeis, noch nie gegessen, vielleicht ein kulinarischer Hochgenuss?
Und dann das " Paradebeispiel für die Völkerverständigung". Solche Beispiele erleben wir nun seit 38 Jahren in Frankreich immer wieder - dabei warnte mich meine Oma doch eindringlich vor dem Erzfeind :D :wink: :roll:
Ich hoffe die Karaokeveranstaltung geht spurlos an dir vorbei und du kannst den Bericht bald fortsetzen.......
Sagte ich schon Danke???????

al am 17 Sep 2011 20:17:07

owtoeging hat geschrieben:....Ich freu mich schon aufs weiterschreiben 8)...


und ich erst, aufs lesen und gucken :!:

owtoeging am 18 Sep 2011 01:55:23

Hallo, da bin ich wieder - nach einem lauten und anstrengendem Karaoke gestern liegt auch heute ein arbeitsreicher Tag hinter mir - und ein Berg schmutziges Geschirr noch vor mir - aber ich konnte mich eben ein wenig zurückziehen und meinen Bericht um einen weiteren Reisetag ergänzen. Vielen Dank für euer tolles Feedback, dieses Forum macht wirklich Spaß ! Liebe Uschi - leider habe ich für Dich eine Enttäuschung - Bilder vom Teppich von Bayeux habe ich keine zu bieten - das Fotografieren des guten Stücks ist leider verboten - ich war aber scheinbar der Einzige, der sich daran gehalten hat. :oops:

Aber dazu später mehr !

Tag 14: Dank des Leihwagens war es uns möglich, den Urlaub, zwar nicht ganz wie geplant, aber ohne auf irgendwelche Ziele verzichten zu müssen, fortzusetzen. Lediglich die Rückfahrt zum Campingplatz an der Ostküste des Cotentin war etwas lästig - eine Übernachtung vor Ort, wo es uns gefiel - das ging uns schon ganz schön ab. Heute wollten wir nur an die Westküste, egal wo, einfach mal umsehen - und vielleicht mal schauen, ob und wie ein Ausflug nach Jersey möglich wäre. Wir fuhren deshalb einmal quer über die Halbinsel nach Carteret. Dort suchten und fanden wir den Hafen, von dem die Schiffe nach Jersey und Guernsey starteten, mussten aber unverrichteter Dinge wieder abziehen - wir hatten das letzte Schiff knapp verpasst, und wollten auch keine 60 Euro pro Nase ausgeben für einen kurzen Ausflug in unbekannte Gefilde - wir blieben also auf dem Festland - da weiß man was man hat :-) Wir entschieden uns für einen Strandtag - nur relaxen, wandern, Natur genießen. Unsere Fahrt führte uns durch Carteret,nach Portbail. Am Ortseingang des kleinen Örtchens befindet sich ein offizieller Wohnmobilstellplatz - jedoch stand dort zu unserem großen Erstaunen neben ein paar wunderschönen "Enten" ein ganze Flotte alter Militärfahrzeuge - LKW´s, Motorräder, Kettenfahrzeuge, Jeeps usw. Dazwischen tummelten sich zeitgenössisch gekleidete Männer, alle in alten Uniformen, teilweise sogar bewaffnet - nach den Erkundungen der letzten Tage am Omaha und Utah Beach ein geradezu absurdes Bild!



Die Herren waren alles Engländer, auch wenn die meisten ihrer Fahrzeuge US-Symbole aufwiesen. Wenigstens benahmen sie sich friedlich, ein paar holländische Touristen wurden sogar in den Jeeps umhergefahren, sie gaben neugierigen Einwohnern bereitwillig Auskunft über die technischen Feinheiten Ihrer Fahrzeuge, saßen friedlich in den Restaurants und Brasserien, standen brav Schlange in der Patisserie oder lagen genüsslich im Rasen vor der Kirche. Schrulliges Völkchen, die Briten - zumindest die Truppe in Portbail. Den genauen Grund ihrer Zusammenkunft habe ich nicht herausgefunden - wohl so eine Art "Retro"-Gedenkfahrt - nun ja, Jedem das Seine...



Nachdem wir uns in Portbail noch ein wenig umsahen ging es weiter in Richtung Lessay, immer ziemlich nah am Meer entlang. In St.Germain-Plage stiegen wir wieder aus dem Auto - der herrliche Sandstrand breitete sich vor uns aus, kaum ein Mensch war zu sehen, Möwen suchten den Strand nach Verwertbarem ab, andere ließen sich im kräftigen Wind treiben, die Wellen brandeten tosend an den Strand - so stellt man sich das Meer vor, mir ging das Herz auf. Dazu waren die Temperaturen auch noch absolut erträglich - ein herrlicher Spätsommertag am Meer! Wir wanderten los, einfach immer am kilometerlangen Strand entlang. An der Mündung des kleinen Flüsschens Ay schließlich kehrten wir wieder um. Für alle Interessierten: an dieser Stelle befindet sich auch einer der wenigen Naturistenstrände der Normandie, die Lage an der Flussmündung ist einfach einzigartig, herrliche Dünen und der schier endlose Strand laden hier zum Baden ein. Auch wir konnten nicht wiederstehen und wagten uns in die kühlen Fluten, dem Beispiel einiger anderer Mutigen folgend - erfrischende 17 Grad waren das vielleicht - aber einfach ein traumhaftes Erlebnis. Wir saßen noch eine ganze Weile mehr schlecht als recht windgeschützt in den Dünen, der feine Sand prasselte uns ins Gesicht, sobald wir aufstanden und uns dem Wind aussetzten - so ähnlich muss sich sandstrahlen anfühlen. Einige Kitesurfer jagten über das Wasser der Flußmündung, eine kleine Familie spazierte mit ihrem Hund am Strand entlang - ein Bild des Friedens, ein Tag zum Kraftschöpfen und genießen. Einfach herrlich.



Fortsetzung folgt - so schnell wie möglich :wink:

Aretousa am 18 Sep 2011 08:00:42

Mit den Militärs kann ich ja nicht so viel anfangen- aber die Enten!!!!! Ich glaube die vorne im Bild war unsere, gekauft 1973, Baujahr vermutlich 72 unser erstes gemeinsames Auto- heißgeliebt und bestens für Campingurlaube mit dem Zelt geeignet- einfach Rückbank raus und das ganze Gepäck rein. Und dann der allererste Urlaub in Südfrankreich und einen wahnsinnigen Sonnenbrand- weil wir ja im Cabriolet fuhren.........
Danke für die Fortsetzung

al am 18 Sep 2011 09:25:25

die zweite ente war meine. rostrotes rollverdeck. bj. mitte der siebziger.

und die westküste des cotentin hat wunderbare lange strände.

hast du keine sklaven für den abwasch und so? hier hast du was zu leisten, also ran an die tasten. :wink:

Anne42 am 18 Sep 2011 10:11:56

Vielen, vielen Dank für diesen Bericht. Da sind viele Orte und Kirchen, die ich noch nicht kenne und wo ich nun unbedingt noch hin muss.

uschi-s am 18 Sep 2011 14:37:34

Wieder sehr schön und informativ geschildert.
Wir haben in Bayeux leider auch keine Fotos gemacht. Ich war aber nahe dran, mir ein Stück Teppich zum Selbersticken für zuhause zu kaufen :D

Den Strandabschnitt Omaha Beach haben wir auch besucht, ich war am Anfang sehr irritiert, ich in meiner blonden Einfachheit habe doch tatsächlich geblaubt, da findet ein Militärmanöver statt. Bis wir dann dieses Arsenal am Strand entdeckten :oops:

owtoeging am 19 Sep 2011 00:14:41

Guten Abend ! Natürlich habe ich einen Sklaven, einen ganz lieben und fleißigen sogar - aber der hat mich heute versetzen müssen, da er auch noch in einem Pflegeheim arbeitet - und die haben Dauer-Personalmangel. Also muss ich ran - ich muss eure Geduld daher etwas strapazieren...

Weiter geht es !

Tag 15: Heute goss es bereits am frühen Morgen in Strömen - unsere eigentliche Planung, eine Wanderung am Nez de Jobourg und am Cap de la Hague, mussten wir begraben. Im Vorfeld der Reise schenkte mir meine Schwester den kleinen Wanderführer "Normandie" von Thomas Rettstatt aus dem "Bergverlag Rother". 50 verschiedene Touren vom Mont Saint-Michel bis zur Cote d´Albatre sind darin zu finden - keine einzige haben wir wie darin empfohlen auch durchgeführt - dennoch erwies sich das Büchlein als nützlicher Begleiter, denn viele unserer Spaziergänge und Wanderungen überschnitten sich mit darin vorgestellten Touren. Karten, Bilder, Informationen und das handliche Packmaß waren der Grund, warum wir es immer in der Tasche hatten. Die Tour Nr.16 zum Nez de Jobourg hatten wir uns schon vor dem Urlaub fest vorgenommen - und mussten sie heute unverrichtet ad acta legen. Schade. Als Ersatzprogramm bot sich ein entspannter Tag auf dem Campingplatz an, einfach mal nichts tun oder im überdachten Pool liegen. Aber das wollte keiner von uns - zu langweilig. Deshalb nutzen wir mal wieder ausgiebig unseren Leihwagen - dieses Mal sollte es nach Bayeux gehen. Uns reizte die Aussicht auf eine im 2. Weltkrieg nahezu unzerstörte Altstadt, natürlich der berühmte Teppich von Bayeux in der Tapisserie de la Reine Mathilde und die gotische Kathedrale Notre Dame mit Ihrem 80 Meter hohen Vierungsturm, die auch gleich unser erstes Anlaufziel war. Auch nach der Ankunft in Bayeux regnete es noch heftig, die herrliche Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern bot einen eher tristen Anblick.



Das Regenwetter sorgte für wenig Licht, die Menschen eilten unter bunten Regenschirmen über die Straßen, überall plätscherte und tropfte es und obwohl meine Kamera spritzwassergeschützt ist, wagte ich es nicht so recht, diese Eigenschaft ausgiebig zu testen - es macht sowieso keinen Sinn, wenn ständig Wassertropfen auf das Objektiv prasseln - ab in die beeindruckende Kathedrale. Was für ein Anblick! Trotz der beinahe herbstlichen Witterung zeigte sich das helle Kirchenschiff lichtdurchflutet, unglaublich auch hier der Drang nach oben - es ist mir unbegreiflich, wie die Baumeister dieser Epoche mit ihren bescheiden anmutenden Mitteln diese Meisterleistung bewerkstelligen konnten - sagenhaft !



Der Regen wurde stärker, dennoch machten wir uns auf den Weg zur ca. 500 Meter entfernten Tapisserie de la Reine Mathilde. In einem großzügigen Gebäude ist ein Museum untergebracht, das sich verschiedenen Themen widmet, zum Beispiel der Normannischen Kultur im Allgemeinen, aber auch die Geschichte von Wilhelm, dem Eroberer wird hier nachvollzogen, die Schlacht von Hastings im Jahr 1066 wird thematisiert - und natürlich gibt es eine ausführliche Einleitung - inklusive detaillierter Beschreibung - für die anstehende Besichtigung des wichtigsten Exponates: dem Teppich von Bayeux. Das 2007 von der Unesco zum "Memory of the World - Weltdokumentenerbe" erklärte Textil zeigt auf umwerfend anschauliche Weise in 58 Episoden - einem mittelalterlichem Comicstrip gleich - die Eroberung Englands durch Wilhelm dem Eroberer. Ein deutscher Audioguide ist auch hier wieder mit von der Partie - in diesem Fall unverzichtbar, denn die fundierte Beschreibung während man an dem in einem dunklen Raum ausgestellten, 70 Meter langen Teppich vorbeiläuft, läßt die Darstellungen darauf förmlich zum Leben erwachen. Sehr unterhaltsam und informativ wird dieser Teil der normannischen Historie präsentiert - unbedingt sehenswert und jeden Cent des Eintrittsgeldes wert! Das fotografieren des guten Stückes ist leider nicht erlaubt und eigentlich wird dieses Verbot auch durch moderne Technik streng überwacht - was viele Besucher dennoch nicht davon abhielt, mit ihren Fotohandys und Kompaktkameras heimlich zu knipsen. In Anbetracht der vielen detaillierten Beschreibungen, die man im Internet findet, habe ich auf diesen Nervenkitzel verzichtet - zumal meine Kamera eine Hausnummer größer ausfällt. Gegenüber der Tapisserie, direkt am Ufer der Aure, entdeckten wir eine kleine gemütliche Creperie, in der wir es uns bequem machten.



Ein paar Galettes (pikant gefüllte Crepes), zwei Cafe, eine Cola und ein Wasser - um 40 Euro ärmer wagten wir uns wieder in die verregnete Stadt. Auf dem Rückweg zum Auto machten wir noch Halt in einer putzigen Patisserie und gönnten uns Süßes. Sehr sehr Süßes...



Ich kann nicht verstehen, warum nicht alle Franzosen Diabetiker sind ? Auch in Deutschland gibt es Süßes - aber dermaßen süß? Unfassbar...

Fortsetzung folgt !

fetzi am 19 Sep 2011 08:52:39

Vielen Dank auch von mir für diesen Bericht. Tolle Bilder und auch sehr schön geschrieben. Es macht Spaß "mitzufahren".

al am 19 Sep 2011 10:46:24

der franzose ist deshalb kein diabetiker, denn da gibt es calvados u. ä. um den verbrennungsprozess zu beschleunigen :twisted:


und bitte bitte, sag zu einer galette nie "crepe", denn der teig ist ein ganz anderer. und so eine galette complete ist was wunderbares. dazu gehört aber eine oder zwei bolée cidre brut. und kein kaffee oder das andere zeugs da auf dem bild. :wink:

owtoeging am 23 Sep 2011 22:47:28

Hallo zusammen - bitte noch etwas Geduld, es geht bald weiter ! Gestern hatte ich meinen freien Tag, aber ich musste das schöne Wetter einfach nutzen, um einen Ausflug nach München zu machen - die Wiesn lockte ! Allerdings war nichts mit Feiern (ist eh nicht mein Ding) - hab nur ein paar schöne Bilder gemacht :wink:

CKgroupie am 23 Sep 2011 23:32:51

Was für ein toller Reisebericht! Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Und ich hoffe Gerard hat alles gut überstanden und ihr konntet dann gemeinsam noch die Reise fortsetzen!

owtoeging am 25 Sep 2011 03:18:56

Wer sagts denn - ich hab mal wieder einen Reisetag geschafft ! Bitte sehr :P

Tag 16: Noch zwei, drei Tage Frankreich lagen vor uns. Ich wusste nicht genau, wann wir Gerard wieder in Empfang nehmen konnten – nur die etwas vage Information lag uns vor, daß er am Mittwoch – also heute – wieder fertig werden sollte. Nach dem Frühstück wollten wir daher versuchen, direkt bei Christophe Auto genaueres herauszufinden und machten uns auf den Weg. Zu unserer großen Überraschung stand unser Wohnmobil bereits vor der Werkstatt, Monsieur Christophe begrüßte uns freundlich und bat mich sofort, zu einer kurzen Probefahrt aufzubrechen. Gesagt getan, ich fuhr ein wenig hin und her und hatte nicht das Geringste auszusetzen – Gerard als Neuwagen hätte sich nicht besser – und vor allem geräuschloser – schalten lassen können, die Franzosen scheinen die Reparaturen ihrer Fahrzeuge tatsächlich zu beherrschen. Der Mechaniker erklärte uns noch mit Händen und Füßen, aber durchaus verständlich, daß neben Kupplung und Getriebe auch gleich noch der Anlasser erneuert wurde, da der alte bereits laute Geräusche von sich gab und die Lebenserwartung des Teiles vermutlich nicht mehr allzu lange betrug, was er uns auch gleich an dem ausgebauten alten Bauteil mittels einer Starterbatterie vorführte. Mir waren die Geräusche schon vor unserem Urlaub aufgefallen, ich hatte sie nur nicht mit einem defekten Anlasser in Verbindung gebracht – wieder etwas gelernt. Gerade mal 50 Euro Aufpreis wollte Monsieur Christophe dafür haben, gut angelegtes Geld ! Sehr zufrieden beglichen wir die Rechnung und verabschiedeten uns. Schnurstracks fuhren wir zum Campingplatz, putzen das Mobile Home und räumten unseren „Hausrat“ wieder ins Wohnmobil. Dann gaben wir an der Information unsere Schlüssel und das Leihauto zurück und versuchten zu zahlen – gar nicht so einfach, da zwar das Mobile Home per Karte bezahlt werden konnte, nicht jedoch der Leihwagen – hier galt das Motto „Nur Bares ist Wahres“ – schlecht, denn da hatten wir nicht genug einstecken und der nächste Geldautomat befand sich 10 Kilometer weiter – in Saint-Mere Eglise. Es blieb bei diesem kleinen Ärgernis, die sehr freundlichen Damen am Empfang des Campingplatzes verabschiedeten uns sehr lieb mit einem netten Präsent – wir waren „on the Road again“!
Natürlich führte uns unser erster Weg nach dem Abschied vom Meer nach Ravenoville-Bourg. Hier suchten wir nochmals das Haus von Monsieur Duchemin auf, der gerade den Vorplatz seiner Garage fegte. Sichtlich überrascht nahm er uns zur Kenntnis. Er versuchte zwar, uns daran zu hindern, ihm als Dank für seine Hilfe ein paar Tage zuvor ein Fläschchen Pommeaux zu schenken – erfolglos. Sichtlich gerührt lud er uns noch auf einen kleinen Cognac ein, den wir aber dankend ablehnten. Wir verabschiedeten uns von ihm, was für ein liebenswerter alter Herr – au Revoir !

Bayeux hatten wir ja bereits besucht, daher sollte uns unser Weg heute über Lisieux nach Jumieges führen.



Mitten in Lisieux fanden wir auch gleich einen Parkplatz und gingen zur Kathedrale Saint-Pierre. Eine äußerlich zwar große, aber relativ schlicht wirkende gotische Kirche baute sich vor uns auf, zwei Türme ragten in den Himmel, einer mit einem imposanten Spitzgiebel – ich war schon sehr neugierig, wie es denn im Inneren aussieht.



Ehrfürchtig betrat ich das Bauwerk, meine Blicke schweiften über das säulendurchzogene Kirchenschiff. Diese Kirche war nicht ganz so üppig ausgeschmückt wie andere gotische Kathedralen, denen wir auf dieser Reise bereits einen Besuch abstatteten, auch hatte man unweigerlich den Eindruck, daß hier schon seit längerem nicht mehr renoviert wurde, die ganze Kirche machte einen eher dunklen und trägen Eindruck – keinesfalls trostlos, aber doch eher mühselig instandgehalten, wozu auch das riesige grüne Netz beitrug, das unter der Vierung gespannt war, um abfallende Gesteinsbrocken nicht zur Gefahr für Besucher werden zu lassen.



Dennoch, auch diese Kathedrale war schön und hat viele wertvolle Kunstschätze zu bieten. Aber sie war auch nicht wirklich die Hauptattraktion in Lisieux. Der Ort hat seine Berühmtheit der Tatsache zu verdanken, daß hier die Ordensfrau Therese-Martin lebte, die 1923 selig- und 1925 heiliggesprochen wurde. Ihr zu Ehren wurde 1929 mit dem Bau der gigantischen Basilika Sainte Therese begonnen. Im Jahr 1954 wurde der Bau feierlich eingeweiht – bis dato das größte Sakralgebäude des 20. Jahrhunderts. Nicht zu vergessen auch die Tatsache, daß Lisieux nach Lourdes der zweitgrößte Wallfahrtsort Frankreichs ist, mehr als 1,5 Millionen Pilger, Wallfahrer und Besucher strömen jedes Jahr auf den Berg, auf dem die Basilika steht.



Auch wir ließen uns das nicht entgehen. Die imposante Kirche im byzantinisch-romanischen Stil ist alles andere als schlicht, prunkvoll und breit thront sie förmlich über der Stadt, ein beeindruckendes Bauwerk das vor allem im Inneren reich geschmückt ist und keinen Zweifel an der großen Verehrung für das Lebenswerk von Therese von Lisieux läßt. In warmen Farben und mit wunderschönen Mosaiken ausgestattet, fast schon an der Grenze zum Kitsch, ist die Basilika eine Sehenswürdigkeit, die man sich nicht entgehen lassen darf.



Unsere Fahrt ging weiter, über die imposante Pont de Tancarville querten wir die Seine, auf der gerade ein riesiges Kreuzfahrtschiff landeinwärts schipperte. Das machte mir bewusst, daß Rouen, das wir morgen zum Ziel haben sollten, immerhin der fünftgrößte Hafen Frankreichs ist, obwohl das Meer weit weg scheint. Auch Jumieges liegt an der Seine. Berühmt ist der kleine Ort aber für sein Kloster, ehemals eines der bedeutendsten in der Normandie – heute nur noch eine Ruine – aber was für eine ! Leider war das Gelände bei unserer Ankunft bereits verschlossen, wir steuerten den nahen kostenlosen Wohnmobilstellplatz an und machten es uns gemütlich.



Ein Spaziergang in den Ort und ans Ufer der Seine rundete den Tag ab, ich beobachtete noch fasziniert riesige Containerschiffe, die den Fluss auf und ab fuhren und dazwischen das kleine Fährschiff, das im Abendlicht von einem Ufer ans andere wechselte.



Fortsetzung folgt (hoffentlich bald) :wink:

al am 26 Sep 2011 15:59:16

jumieges lohnt sich, findest du auch in einem meiner berichte.
ps. die nächstgelegene brücke, immer noch als mautpflichtig eingetragen, ist mautfrei.

und hat der esel euch auch geweckt?

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