Sinn: Erklärung der wichtigsten Parameter für einen guten Satellitenempfang. Tipps zur Einstellung einer SAT-Schüssel.
(Wie von einige Fories und dem Administrator erwünscht, mache ich jetzt doch eigene Kapitel. Um die Suche zu verbessern füge ich in Tiltel immer ein RDT=RaidyTechnik dazu)
Wer eine vollautomatische SAT-Antenne hat, kann dieses Kapitel überspringen. Außer er will etwas von der Technik dazu lesen.
Bitte öffnet zuerst diese Seite --> --> Link , blättert runter und klickt das Bild mit der Landkarte an. Das brauchen wir jetzt öfters. Am besten ihr druckt es aus und legt es ins WoMo. Es ist sehr hilfreich. (aus Copyrightgründen habe ich es hier nicht rein kopiert). Ich nenne das Bild ab jetzt immer "Bild Ausleuchtzone".
Satellitenfernsehen im WoMo ist heute schon sehr üblich. Viele haben Schüsseln, die sich automatisch einstellen. Aber viele haben noch "Handbetrieb". Ob im WoMo mittels Drehrädern oder einfachen Sat-Schüsseln außerhalb. Manche haben es im Blut, sie stellen das Teil auf und haben das Bild innerhalb einer Minute. Andere tun sich schwerer damit und suchen verzweifelt nach dem Bild.
Mit nur etwas Theorie und Wissen aber, sollte jeder problemlos die Schüssel einstellen können.
Die Längengrade der Erde (Longitude):
Quelle: Wikipedia-> --> --> Linkängengrad
Auf dem Bild sehen wir die offiziellen Längengrade der Erde. Greenwich in England liegt am Längengrad 0, Süditalien so ungefähr bei 15. Auf dem Längengrad 19,2 liegen unsere wichtigen ASTRA Satelliten. Er befindet sich also östlich von uns. Man kann auch sagen etwas links, wenn man gen Süden blickt. Und da wiederum genau über der Äquatorlinie. Wenn man also am Äquator bei 19,2° (Irgendwo in Zentralafrika) steht und 90Grad nach oben schaut könnte man sie sehen (hätte man denn so gute Augen).
Und da sie immer da stehen und sich scheinbar nicht bewegen nennt man diese Satelliten geostationär. In Wirklichkeit rasen sie mit einer irren Geschwindigkeit mit der Erddrehung, damit sie immer am gleichen Platz stehen.
Quelle: Raidy
Der Evelationswinkel - die Hoch-Runter-Einstellung
Hier sehen wir jetzt den Satellit und die Erde. Und wir sehen "Hans". Wenn er auf dem Äquator steht, müsste er 90° nach oben schauen um den Satellit sehen zu können. Wenn er in Finnland steht, müsste er sehr flach Richtung Äquator schauen. In Deutschland schon steiler, in Sizilien noch steiler.
Diesen Winkel nennt man Elevationswinkel.. Er gibt an, wie flach oder steil man schauen muss um den Satellit zu sehen. Man kann auch sagen wie sehr man die Schüssel nach oben oder unten neigen muss. Je weiter im Norden, desto flacher. Deshalb stören im Norden auch Bäume und Häuser viel mehr, während man in Süditalien schon wenige m vor einem Haus noch Empfang hat.
In unserem "Bild Ausleuchtzone" könnt ihr leicht den Elevationswinkel abhängig von eurem Standort ablesen. er ist rechts abgedruckt und bewegt sich so zwischen 15-45.
So jetzt wissen wir, wie steil die Schüssel eingestellt werden muss. Das können wir auch gleich tun. Hierzu hat jede Schüssel an der Halterung eine Evelationsskala. Also Winkel ablesen und einstellen. ABER: Das WoMo oder der Mast muss exakt gerade stehen!
Beispiel: Berlin knapp 30°, Zürich ca. 35°.
Der Azimuthwinkel - die Rechts-Links-Einstellung
Der Satellit ist immer auf Längengrad 19,2°. Wie weit östlich(links) von uns sich der Satellit befindet, hängt davon ab, wo wir uns gerade befinden. Je weiter wir Richtung Atlantik fahren, desto östlicher ist er. Hans müsste am Atlantik also weit nach links schauen. Je weiter wir Richtung Polen fahren, desto weniger östlich ist er. Hans müsste also nur wenig nach links schauen.
Wir sind gerade mal in Berlin. Und unser "Bild ausleuchtzone" zeigt, dass er von Berlin aus ungefähr bei 173° Kompasswinkel liegt.
Quelle: Raidy
Überhaupt, warum stehen da jetzt 173°, wo sind die 0° Grad Greenwich in der Tabelle?
Die 0° sind Längengrade, Kompasse haben Kompassgrade. Ich sage jetzt einfach mal, das ist der Kompasswinkel, basta. 180° ist Süden egal wo du bist, 0° ist Norden, Wir richten unseren Kompass so aus, dass die Nadel, die nach Süden zeigt, genau bei 180° liegt. Dann liegt der Satellit bei 173 Kompassgraden.
Wie ihr seht, ist es eigentlich ganz einfach, die Position des ASTRA zu finden. Ihr braucht nur einen Kompass und das Bild Ausleuchtzone.
Und so stellt ihr die Schüssel ein:
1) In Bild Ausleuchtzone den Elevationswinkel auslesen.
2) Elevationswinkel an der Schüssel einstellen. (Das WoMO oder die Halterung muss natürlich gerade stehen!)
3) In Bild Ausleuchtzone den Azimuthwinkel auslesen.
3b) An den Randzonen (Portugal/Griechenland) evtl. noch den Skew-Winkel einstellen (siehe weiter unten)
4) Mit Kompass den Süden suchen und die Südnadel mit der Skala auf 180° bringen.
5) Vor oder besser hinter die Schüssel stellen und Schüssel genau in den Azimuthwinkel (links drehen) bringen. Die Metallstange des LNB muss genau in die Richtung des Winkels wie auf dem Kompass zeigen.
6) Jetzt prüfen, ob in diesem Blickfeld auch keine Äste im Weg sind. Wenn doch müsst ihr mit der Schüssel wo anders hin, da hilft kein hin und her oder auf und ab mehr.
Oft habt ihr jetzt schon ein Bild.
Und jetzt noch das Feintuning:
Damit das Bild auch Regenstabil bleibt, solltet ihr es jetzt noch feintunen.
Azimuth-Feintuning:
Schüssel nach links, bis Bild stört. Position merken.
Schüssel nach rechts, bis Bild stört. Jetzt davon die Mitte.
Elevations-Feintuning:
Schüssel nach oben neigen, bis Bild stört. Position merken.
Schüssel nach unten bis Bild stört. Jetzt auch davon die Mitte.
Ihr werdet staunen, wie schnell man mit dem Bild und einem Kompass den Satelliten findet.
Jetzt noch was für technisch Interessierte:
Ein ASTRA Satellit sendet hunderte Sender gleichzeitig aus. Versorgt wird er von Photovoltaikpanels. Und weil der Strom nicht beliebig zur Verfügung steht, muss man extrem sparsam mit dem Strom umgehen. Dies gelingt hauptsächlich dadurch, dass er nicht die ganze Erdkugel anstrahlt, sondern nur ganz bestimmte Gebiete. Dies nennt man dann Ausleuchtzone. Im "Bild Ausleuchtzone seht ihr diesen Bereich. Innen für 40cm Schüsseln, außen für 55cm Schüsseln. Es ist die helle "Nebelwand" auf dem Bild.
Und um noch weiter Strom zu sparen, sendet er mit einer recht geringen Leistung von nur 100Watt pro Kanal. Wenn man bedenkt, dass SWR3 (UKW) mit 80.000Watt sendet und doch nur 150km weit zu hören ist, ist diese Leistung winzig. Damit wir sie überhaupt empfangen können, brauchen wir Antennen mit einer unglaublich hohen Verstärkung. Eine SAT-Antenne ist so aufgebaut, dass sie wie ein großes Brennglas wirkt. Sie bündelt die extrem schwachen Signale wie ein Brennglas auf einen kleinen Punkt, den LNB. Und weil sie so extrem bündelt, muss sie auch exakt ausgerichtet werden.
Würde ASTRA mit 1 Million Watt senden, bräuchten wir keine Schüssel, ein kleiner Draht als Antenne würde genügen.
Das ist auch der Grund, warum große Schüsseln besser empfangen und auch in Griechenland noch empfangen. Sie sind halt ein noch viel größeres Brennglas, das die Signale noch mehr verstärken kann.
Empfang im Grenzbereich
In Deutschland einen ASTRA Satellit zu finden ist relativ einfach, da hier die Kernzone der Ausleuchtung liegt. In Portugal kann es echt zum Problem werden, denn hier versauen uns gleich zwei Faktoren den guten Empfang:
1) Die noch ankommende Sendeleistung ist wesentlich geringer, da wir im äußeren Empfangsbereich der Ausleuchtung liegen. Kurz gesagt, die SAT-Schüssel "hört" nicht mehr viel.
2) Das Signal trifft schräg auf einen LNB, der es aber gerne gerade empfangen würde. Dies nennt man auch Polarisationsfehler. Die Ursache hierfür ist der Skew-Winkel, den ich weiter unten erkläre.
Bevor wir jedoch darauf eingehen, sollten wir erst mal prüfen, ob unsere eingesetzten Komponenten auch gut sind um im Grenzbereich zu empfangen.
Die hierfür wichtigen Teile sind:
1) die Größe der Schüssel
2) die Qualität des LNB (ganz wichtig!)
3) die Qualität des Kabels (auch ganz wichtig!)
4) die Empfindlichkeit des Empfängers (sind aber fast alle schon sehr gut)
1) Die Größe der Schüssel
Die Schüssel ist ja wie ein Fernglas. Je größer der Durchmesser der Eingangslinse ist, desto mehr Licht kann sie einfangen, desto heller wird das Bild. Die SAT-Schüssel ist da nicht anders. Je größer der Durchmesser der Schüssel ist, desto mehr Signal kann sie bündeln und desto stärker wird das Nutzsignal. Trotzdem kann man mit einer 60cm Schüssel durchaus auch in Portugal noch Empfang haben, wenn alle anderen Parameter gut sind(!). Es gibt sogar Systeme, die selbst mit 40cm in Portugal noch empfangen. Aber das ist dann schon grenzwertig!
2) Die Qualität des LNB
Statt langer Theorie lieber gleich einen Tipp: Geht in ein Fachgeschäft, nicht in einen BLÖDIA Markt. Nehmt euer altes LNB mit. Sagt dem Verkäufer, dass ihr ein richtig gutes Single-LNB mit geringer Rauschzahl wollt. Denn mit einem guten LNB kann man extrem viel Antennengewinn, sprich Reichweite raus holen. Nichts ist schlimmer als ein billiges LNB! Wer kleine Schüsseln hat, sollte kein DUO- oder QUADRO LNB nehmen. Bei einem SINGLE-LNB bekommt die Innenantenne die gesamte Empfangsleistung ab, andere müssen es sich etwas teilen.
3) Das Kabel
Grauenhaft, was so an Schrottkabeln verkauft wird. Hauptsache billig. Kauft ein gutes Kabel, kauft das Beste. Kauft es aber bitte kurz! In Portugal braucht man keine 10m SAT-Kabel. Es ist schade um den Verlust, der im Kabel entsteht. Der Fachmann nennt es Dämpfung und es wird in db/m angegeben. Viele Billigkabel verlieren locker 50% auf 10m. Prozente, die ihr in Portugal oder Griechenland aber unbedingt braucht. Am besten ist es, wenn er euch das Kabel als Meterware schneidet und zwei Stecker drauf macht. Denn Fertigkabel sind meist Schrott!
4) Der Receiver
Ja, es gibt ein paar wenige Schrottreceiver, aber es sind Ausnahmen. Die meisten empfangen schon ganz ordentlich. Die paar Prozent besser oder schlechter machen den Kohl nicht fett. Dann lieber ein besseres Kabel und ein guter LNB.
5) Der Skew-Winkel
Seid ihr an den Randzonen (Portugal/Griechenland) müsst ihr evtl. noch den Skew-Winkel einstellen (siehe unten)
Mit guten Equipment seid ihr dann auch in der Lage, im Grenzbereich gut zu empfangen, wäre da nicht der gemeine Skew-Winkel?
Der Skew-Winkel
ASTRA sendet Horizontal und vertikal. Das heißt, dass dein LNB zwei Antennen hat. Eine die genau horizontal montiert ist, und eine die exakt vertikal montiert ist. In Deutschland treffen die Horizontal-Signale von ASTRA auch genau horizontal auf die Antenne.
In Spanien, Griechenland, Portugal..... aber treffen sie schief auf die Antenne. Etwas schief ist völlig egal, aber wenn es über 10Grad schief wird, geht unnötig Leistung verloren. Um dem entgegen zu wirken, stellt man einfach auch das LNB genau so schief, wie die Wellen kommen.
Meist ist an der LNB-Halterung sogar eine Winkelskala für Skew angebracht. Wenn man jetzt weiß, um wie viel der Winkel falsch ist, braucht man bloß das LNB genau so schief einstellen.
Eine tolle Tabelle mit Winkeln und wie herum man drehen muss findet ihr hier: --> --> Link . Die Arbeit kann mich mir sparen.
Hier nur drei wichtige Werte: Portugal +23, Griechenland -12, Kanaren +36 (und eine große Schüssel)
Portugal: Vor das LNB stehen und +23° im Uhrzeigersinn nach rechts drehen! auf +/- 5° kommt es gar nicht an. Gutes schätzen reicht also.
Bei entsprechender Halterung kann man auch auf einer Flachantenne den Skew-Winkel anpassen.
EasyFind - die praktische Hilfe bei der Sat-Suche
Ich habe es nur kurz angeschnitten, möchte es jetzt etwas genauer erklären.
EasyFind ist eine "Vorrichtung" zum einfachen Auffinden eines Satelliten.
Damit es funtioniert, benötigt man:
1) Einen EasyFind fähigen SAT-Receiver
2) Ein EasyFind fähiges LNB
Uns so geht es:
1) Man ruft das Auswahlmenü am Receiver auf und gibt an, welchen Satelliten man empfangen will (z.Bsp. Astra 19,2), oder stellt gleich ein Programm ein (z.Bsp Astra 19,2 ZDF HD) *)
2) Dann geht zur Schüssel und richtet sie grob aus. Der LNB hat zumeist 3 LED's. Rot=kein Satellit, gelb=gefunden, aber Signal schlecht grün=Signal optimal. Jetzt "rührt" man an der Schüssel (bewegt diese auf/ab links/rechts), bis das Signal gefunden ist und die grüne LED leuchtet.
*) Die Vorgehensweise des Menüs kann je nach Hersteller etwas anders sein
Der Receiver UND der Sat-LNB arbeiten zusammen. Zum Einstellen braucht man also nicht mehr der Bildschirm zu sehen und kann die Ausrichtung alleine an der Schüssel stehend vornehmen.
Aber es braucht (wenn auch nur in geringem Maße) etwas mehr Strom wie ein LNB ohne EasyFind und die Hersteller lassen sich die Funktion bezahlen. Letztlich ganz praktisch, aber reine Geschmackssache ob man das (bezahlen) will.
Suchworte: SAT Satellit Sat-Einstellung Elevation Skew Azimuth Sat-Empfang LNB

