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hallo zusammen
es gibt ja Womo hersteller bei denen man gegen aufpreis richtige glas fenster haben kann. macht das sinn? sollte ein womo das wintertauglich sein soll mit richtigen doppel-glas-fenstern ausgerüstet sein? oder reichen die plastik fenster? oder ist es vielleicht so, dass die plastik fenster gar nicht so schlecht isolieren und den glasfenstern ebenbürtig sind? vielen dank für eure antworten. Ich mag das Wort Plastik nicht, es ist so abwertend. Gute Kunststoffe können ein sehr edles Material sein. Gute WoMos haben Doppelfenster aus hochwertigem Kunststoff. Wärmetechnisch sind diese sehr gut. Glas hat den Vorteil höherer Kratzfestigkeit und den Nachteil des erheblich höheren Gewichtes. Und gute Kunststofffenster lassen sich schwerer einschlagen wie Glasfenster. Wieviel Gewichtsunterschiede gibt es da????
Wir denken, Glasfenster verkratzen nicht so schnell. also ich wollte nicht abwertend über plastik schreiben...
danke für die erklärungen :) also sind die fenster aus doppel kunststoff? das heisst, dass sie den glas fenstern in nichts nachstehen? einbruch bei kunststofffenstern ist schwieriger als bei glas? hmmm...ja, das könnte stimmen. ich weiss es nicht. aber könnte man die plastikfenster nicht einfach mit einem teppichmesser "aufschneiden"? ich muss bei der nächsten womo besichtigung mal die fenster genauer anschauen :razz: nein nein, ich schneide nichts rein :P an den "einbruch" aspekt habe ich bei meiner fragestellung gar nicht gedacht. Hallo,
für die Isolierung ist hauptsächlich - wenn man mal zusätzliche Beschichtungen ausser acht lässt - die Luftschicht zwischen den beiden Scheiben (egal ob Glas oder Kunststoff) wichtig. Wenn die Schicht nicht zu groß (Wirbel) und nicht zu klein (zu wenig Isolierung) ist, ist das schon eine ganz gute Isolierung....
Ca. Faktor 2,5-3, je nach Kunststoff und Glas. Glas hat ein spezifisches Gewicht von 2,8-3,5gr/cm³ Acryl hat ein spezifisches Gewicht von 1,19gr/cm³, Polyethylen sogar nur 1,14fr/cm³. Allerdings ist Glas um Faktoren härter und kratzfester. Schau dir mal die Echtglasfenster von KCT (--> Link) an. Leider habe ich es versäumt, mir diese Fenster bei Bau meines Gogolobils gleich einbauen zu lassen.
Habe die Ehre Gogolo --> Link
Wie man an diesem Modell erkennen kann sind Echtglasfenster in der Regel so klein, dass man sie zwar einschlagen, aber nicht einsteigen kann. So ein Fenster wiegt zwischen 12 und 15 kg, je nach Größe. So wird also bei der höheren Preisklasse die Zuladungsreserve schnell mal verringert.
Uns ärgert schon die Kratzanfälligkeit der Kunststofffenster, aber letzendlich ist es ein Hobby und keine Behausung für die tägliche Nutzung. Da würde man doch das beste Material wählen. danke für die erklärungen :)
wow, das sind ja ganz krasse fenster :eek: für extrem situationen gemacht. hmmm...das ist aber für den normal gebrauch fast schon übertrieben? Kleine Korrektur: Glas hat ein spezifisches Gewicht von 2,5- nicht 2,8. Sorry, zu spät für EDIT.
Aber Glas braucht auch eine Mindestdicke von 3mm in KFZ-Bereich, während Kunststofffenster oft nur 2mm haben. Es gibt übrigens Kunststoffe die kaum verkratzen, aber die sind leider extrem teuer und werden nur in der Optik eingesetzt. Ach, alle Wünsche verwirklichen,....seufz, da gehen dann die mühsm erworbenen Zuladungen durch Goldschmitt so dahin...... Servus,
wir haben im Womo, das wir gerade verkaufen Glasfenster. Finde ich genial. Die sind auch nach all den Jahren noch nicht verkratzt, werden nich gelblich usw. Ich bin jetzt auf Wohnkabine umgestiegen. Mit Kunststoff-Doppel.Fenster. Die haben wohl einen besseren Iso-Wert, aber sehen nach den paar wenigen Jahren der Nutzung schon deutlich schlechter aus, als die viel älteren Glasfenster! Wer in der Nähe ist: Aktuell kann ich noch einen 1:1 Vergleich bieten :D Man sollte sich eher die Frage stellen, warum nicht jeder Hersteller Galsfenster einbaut.
Denn Silikat-Glas ist billiger als Acryl-Glas. Der Umstand liegt wohl im Material und dessen Elastizität! Denn das der Kunststoff nicht so kratzfest wie "normales" Glas ist, ist wohl dem Vorteil dessen geschuldet eine höher Bruchfestigkeit und Elastizität zu haben. Denn um Silikat-Glas wirklich bruchfest zu machen , braucht man Kunststoff als Einlage :wink: . Ahnlich der Ftontscheibe von PKW´s aber eben als Doppelglas wie dei Seitenscheiben von Oberklasselimosienen. Das Fenster wird wohl locker um das 5 bis 8 fache schwerer sein, weil der Rahmen ja auch belastbarer sein muss. Bei der Anzahl der Fenster kommt da locker ein Mehrgewicht von 100 bis 200 kg mehr auf die Waage. Zusätzlich sind sie noch teurer, da dir Produktionsaufwand größer ist. (Schichtglas, stärkerer Rahmen und stabilere Verschließmechanismen, wenig Stückzahlen). Es gibt neben der Kratzfestigkeit und der durch die höhere notwendige Bruchsicherheit besseren Einbruchschutz noch den Vorteil, das das Womo insgesamt steifer wird. Aber das kann auch ein Nachteil sein, wenn das Wohnmobil bzw. dessen Wände nicht dafür ausgelegt sind. Denn wirkende Kräfte sind nicht einfach weg, sie wirken am massivsten an der schwächsten Stelle! Das heißt auch die Aufbauwand muss eine viel höhere Stabilität haben! Daher werden gleich oder annähernd große Silikat-glasfenster wie die Acryl-Glas-Fenster, eben nur in schwere Womos eingebaut werden können! (in der 3,5 to Klasse wären nur Seeschlitze möglich :D ) Daher stellt sich die Frage nicht nach Haben oder nicht Haben, sondern nach Möglich und Unmöglich. Und letztenendlich entscheidet dann der Gesamtpreis über den Nutzen bzw. der Preis/Leistung. Übrigens kann man Acryl-Glasfenster auch polieren um feine Kratzer zu enfernen. --> Link Und Wissen: Glas ist kein Stoff, sondern eine Eigenschaft! Es gibt auch metallische Gläser! (das ist die Zukunft mit noch ungehanten Möglichkeiten) --> Link Jörg @Cojo
Danke für den Link des Acryl Pflegemittels. Das werde ich dann gleich mal ausprobieren.
das kann man so pauschal nicht sagen. bei KCT gibt es auch fenster, die einen sichtbereich von 100x40cm bieten. andere größen sind auch möglich. diese individualanfertigungen kosten natürlich extra... Ich vermisse meine Glasfenster, habe mich dahinter wesentlich wohler und sicherer gefühlt als hinter den Plastikfenstern. Auch das reinigen war einfacher und Kratzer gab es auch nach 17 Jahren nicht.
Wenn ich die Wahl hätte..........
Du hast recht, ich möchte nicht wissen was die wiegen, aber vermutlich werden sie nur in Expeditions- oder sonstigen Sonderfahrzeugen eiingebaut, bei denen das Gewicht eh keine Rolle spielt.
Morelo baut Glasfenster ein! Hallo,
ich hab 6 Jahre in der Flachglasentwicklung bei einem der beiden großen Flachglashersteller gearbeitet, ( ich weiß, es gibt inzwischen noch weitere Mitbewerber). Danach noch weitere 35 Jahre aktiv in der Glasherstellung eines Hohlglaserzeugers. Soviel Blödsinn, wie hier beschrieben, hab ich in meinem nun gewesenen Berufsleben als Dipl. Ing für technische Glaserzeugung nicht gehört/gelesen. Wer sagt mir bitte, dass ein sekuretisiertes Glas ( wärmebehandeltes Glas, welches nach Aufheizung mit Luftanströmung gezielt mit Restspannung versehen wird ) nicht genau so Bruchfest sein, wie es die ach so tollen Kunststoff-Fenster sein sollen. Vielleicht können sich noch einige Foris an Zeiten erinnern ( bis etwa 1975 um es genau zu sagen ), als PKW´s und LKW´s noch mit Einscheiben-Sekurit-Scheiben als Windschutzscheibe ausgerüstet waren. Damit meine ich die Scheiben, die in gleicher Qualität auch heute noch als Seiten- und Heckscheiben in normalen Fahrzeugen Verwendung finden. Die sollen nicht Bruchfest sein? :D :D :D Man kann sich auf eine hohl liegende Heckscheibe stellen ( auch mit einem Gewicht von > 120 Kilo) ohne dass dieser Scheibe auch nur das geringste passiert. Nur störend, und deshalb als Windschutzscheibe ausgemustert, war die Sekurit-Scheibe als Glaskrümel im Innenraum, wenn ein kleines Steinchen sie traf. Punktförmige Belastung mit hoher Intensität ( z.B. ein massiver Schlag mit einem Schweiß-/Schlackenhammer) bringen diese Scheiben zu Defekten. Während meiner Zeit in der Entwicklung wurden über gezielt geplante spannungsfreie Zonen WS-Scheiben gefertigt, die nach Aufprall bei 100 km/h nur im Bereich des Aufpralls zu Bruch gingen, die Seite neben der entspannten Zone blieb stehen, sodaß man auch weiterfahren konnte und Sicht nach vorn hatte. Glasgeländer z.B. bestehen ebenfalls aus Sekurit-Glas.Schaut euch so etwas mal genauer an, da sind so kleine Eindruckstellen der Transportzange drin, mit denen die Scheiben in den Sekuretisierungsofen tranportiert werden und bei annähernd 500° wärmebehandelt werden. Verbundscheiben als Windsschutzscheibe können aus zwei 1,8mm Scheiben gefertigt sein, die PVB-Folie zwischen den Scheiben ist 0,6-0,8mm stark. Glas ist durchaus sphärisch zu biegen, jede Windschutzscheibe beweist das. Also könnte selbst ein Sonnendach eines Womos aus Glas gefertigt sein. Hinderungsgrund, dies nicht zu tun ist einzig das hohe Gewicht einer solchen Scheibe. Mit der entsprechenden Beschichtung wäre sonst auch ein entsprechender Sonnenschutz möglich. Oder, ganz edel, man könnte,durch Zugabe entsprechender Oxide, wie von Brillen bekannt, fototrope Gläser, also sich selbst verdunkelnde und wieder hell werdende Scheiben als Glasdach einsetzen. Die einzig richtige Behaptung hier war die Feststellung des höheren Gewichtes. Da Glas in der Hauptsache aus Sand, Soda und Kalk besteht, ergibt sich für die eingefrorene Schmelze eine Dichte von <= 2,4 gr/cm³. Nachlesbar nicht unbedingt bei Wikipedia, wo jeder Hansel schreiben kann, was er für richtig hält. Auch die Verbundseitenscheiben ( auch noch als Doppelglas? ) bei Oberklasse-Limusinen, wie von cojo beschrieben, sind nur aufpreispflichtige Zusatzaustattungen, die oft in Fahrzeugen mit Sicherheitsausrüstung eingebaut werden. Da ist dan aber idR 3-4fach Verbund als Beschusssicherheitsglas verbaut. Aber auch in dem Fall ist Gewicht nicht die Frage, Die Autos sind wg. ihrer Panzerung ja ohnehin fast doppelt so schwer. Ironie an: Und zum Thema Wissen noch folgendes: Fensterscheiben sollten nach weniger als zwei Jahren gedreht werden, damit die sich nach unten fließende Glasmasse, die zu einer Verdickung der Scheiben am unteren Profil führt, sich nach dem Drehen wieder ausgleichen kann. Aber das macht natürlich jeder hier. Ist nebenbei ein normaler Vorgang bei Planlinsen, damit Fehlmessungen vermieden werden. Ironie aus. Glas ist eine amorphe Flüssigkeit, kein kristallinier Zustand, die ausschließlich wg. der bei uns herrschenden Temperaturen von ihrer Viskosität am Fließen gehindert wird. Glas bei Temperaturn um 1600° als Schmelze verhält sich wie Wasser, bei Raumtemperatur eben so, wie wir es kennen. Soviel, vermutlich zuviel, von mir zu diesem Thema. Wer das mit dem Sekuretisieren nicht glaubt, kann sich diese Technik und die dabei entstehenden Spannungverhälnisse in der Scheibe ja mal bei Wikipedia anlesen. :D Acryl-Glasfenster müssen auch nach Jahren keine Kratzer haben, wenn diese zum Reinigen immer mit viel Wasser gereinigt werden und regelmässig mit ganz normaler Autopolitur vor schneller verschmutzung geschützt werden.
Einen nachteil habe fast alle Acryl-Glasfenster. Bei hohen Temperaturen blasen sie sich auf und bei niedrigen Temperaturen ziehen sie sich zusammen. Schön zu beobachten, vor allem bei größeren Scheiben. Durch diese Wechselwirkungen kann es schon nach wenigen Jahren zur undichtigkeiten kommen. Gut zu erkennne, wenn sich morgens im Scheibenzwischenraum eine Kondeswasserfläche gebildet hat. MfG Wolfgang wow, vielen dank für die ausführlichen antworten.
also wenn ich wählen könnte und das gewicht keine rolle spielt (was es bei meiner womo suche nicht tut) würde ich mir glasfenster wünschen :) aber ich bin nun auch mit plastikfenster zufrieden, weil die ja auch nicht schlecht sind. nochmals danke für die informativen beiträge und die links. Guude!
Da will ich auch mal meinen Senf dazugeben: Vor etlichen Jahren hat mein Sohn sein WoMo in einer Seitenstrasse für wenige Stunden abgestellt. Als er es wieder abgeholt hatte, mußte er feststellen, dass das große Seitenfenster einen großen Riss hatte, der den Austausch des Fensters notwendig machte. Als ich in der Werkstatt mal fragte, wie so etwas passieren kann, entgegnete mir der Monteur, dass es ein Leichtes sei, mit einem Schlag der FLACHEN Hand die Scheibe so zu beschädigen, dass diese springt und man "einsteigen" kann. CU Vutschko[/b] Du könntest nur dann einsteigen, wenn es ein sehr grosses Glasfenster wäre. Wenn das Fenster geöffnet wird, reduziert sich die Öffnung noch mal auf die Haelfte, da kommt noch nicht mal ein Kind rein. Werner Dein Betrag war zwar von feiner fachlicher Natur, aber der Angriff auf uns "Nichtfachleute" unnötig :!: :)
Es stimmt das ein Silikat-Glasfenster auch flexibel und bruchfest sein kann. Aber jeder Dieb weiß, wo die Schwachstellen eines Schaufensters oder einer Autoseitenscheibe liegen. Sie liegt in der Punktbelastung :!: Man nehme einen Schraubenzieher, gehe in dei Dichtung an einer Ecke und hebele ohne große Kraftanstrengung gegen das Glas. Es macht peng und die Scheibe implodiert förmlich (das liegt aber dann auch am Eingebauten "Sicherheitsfeature" des Autoglases, in nur kleine runde Bruchstücken zu fallen). Aber man schlägt eine Kaufhausscheibe auch nicht in der Mitte ein, sondern am Rand besser an der Ecke aus dem selben Grund! Daher kann man sich auch auf eine behandelte Silikat-Glasscheibe mit vollem Gewicht stellen, weil die die von Werner beschriebene "Restspannung" durch Wärmebehandlung den prinipiell gleichen Effekt hat wie die Oberflächenspannung von Wasser. (Ein flacher Stein gleitet ab, ein spitzer Stein schlägt ein!) Sie ist bis zu einem Bruchreiz elastisch. Zu meinen Ausführungen passen, dann die gerissenen Windschutzscheiben (obwohl noch mit Folieneinlagen und Oberfläche-Restspannungs-Behandlung :!: :wink: ) wenn der Aufbau einseitige Spannungsspitzen an die Scheibe abgibt. Nun noch O.T. Das Fensterglas gedreht werden muss, weil es im Laufe der Zeit von oben nach unten fließt, ist ein Mythos :!: Glas fließt zwar wirklich, nur braucht es auch bei sommerlichen Temperaturen Millionen von Jahre um den Effekt bei Siligat-Glas-Fenstern zu beobachten. Das die Bleiglasfenster in Kirchen dien Effekt haben, das sie oben dünner als unten sind, ist dem alten Herstellung-und Verarbeitungssprozess geschuldet. Aber wie jeder Mythos, ist auch dieser nicht totzukriegen. :D Jörg @ maxima:
Das war ein Knaus mit einem seeehr großen Fenster an der Dinette. Wenn Fenster kaputt, käme sogar ich rein. CU Vutschko @cojo, alles folgende ist eigentlich OT
Ich hatte meine Bemerkung mit dem Fließen der Fenstersscheiben ja auch in die Fassung Ironie an/Ironie aus geschrieben. Damit will ich sagen, dass mir sowohl der Scherz der dicker werdenden Scheibe als auch die fertigungsbedingten Unterschiede von Glas, speziell bei alten Bleiverglasungen, bekannt ist, wobei die alten Kirchengläser auch nicht oben dünner als unten sind. Vor Erfindung des Float-Glas ( Schmelze breitet sich auf flüssigem Zinn aus und wird von der Oberseite durch Feuerpolitur planparallel) wurden unterschiedliche Ziehverfahren eingesetzt, die, je nach Temperaturschwankung im Ziehprozess, zu wellenförmigem Anstieg der Dicke des Glases führten. Wenn Du also unterschiede der Glasstärke messen konntest, ist bei der Scherbe der Schnitt eben direkt von Dick nach dünner beim Farbglas gelaufen. Nachdem ich technische Glaserzeugung studiert habe, kann ich sogar noch beschreiben, das ganz früher die Fensterscheiben aus mundgelasenen Glaszylindern gefertigt wurden,die nach Ausblasen des Zylindes aufgeschnitten, bei etwa 560° "gekühlt und abschließend, noch formbar, glatt "gebügelt" wurden. Als die Technik dann soweit war, wurden die Ziehverfahren von Libbey-Owens bzw. Fourcault zur Herstellung von Flachglas eingesetzt. Für Fenstescheiben nicht notwendig, für Spiegel unbedingt erforderlich, dann noch die beidseitige Politur des Glases. Während meiner Zeit in der Entwicklungsabteilung haben wir neben dem beheizbaren Autospiegel (Entwicklung 1972 für Porsche) eine Frontscheibe für Autos entwickelt, die nur aus einer 4,65mm starken Scheibe und einer Grobmolekülfolie bestand. Die Folie sollte die Glaskrümel binden und die Verteilung im Innenraum verhindern. Leider war die Zeit 1972 für die Entwicklung von Sekurit-Frontscheiben abgeschlossen. Damit aber wirklich Schluss. :D @Rundefan
OT: Du kennst Dich gut mit Glas aus. Folgendes Ich besitze einen Tisch mit schwebend aufgelegter Glasplatte ziemlich dick. (Allein kaum zu tragen) Nun habe ich da einige Kratzer drauf, einer sogar ziemlich heftig. Bisher konnte mir da noch keiner eine ausreichende Lösung anbieten. Schleifen ginge, aber das müsste poliert etc. Dann kann ich mir eigentlich gleiche eine neue Platte kaufen. :D Gibt es da noch eine andere Lösung? Hallo Werner (Rundfan)
Da du ja vom Fach bist, mal eine Frage. Läßt sich eine normale Auto Seitenscheibe nachträglich mechanisch bearbeiten ?? z.B. ein Loch von 60mm Durchmesser reinschneiden ???? Unser Glaser meint, das sowas nicht geht, weil das Glas unter Vorspannung hergestellt wird ???? Was das auch immer heißen mag. Danke schon mal. @ Timberjack,
bei einer Autoverglasung (Seiten - und Heckscheibe) ist ein nachträgliches Bearbeiten nicht möglich. Dein Fachmann hat das fast ganz richtig gesagt, Seitenscheiben aus Sekurit ( ist Produktname ) werden mit Schrumpfzugabe aus planem Glas geschnitten, dann in einem Ofen auf Temperaturen um den Littelton-Punkt = ca. 580° erhitzt und mit Blaskästen, die der Form der zukünftigen Scheibe entsprechen, auf etwa 80° Kaltgelasen. Dadurch entsteht in dem äußeren Viertel der Scheibe eine Zugspannung, in der inneren Hälfte Druckspannung. Das führt bei nachträglicher Bearbeitung unweigerlich zum Spannungsausgleich, d.h., die Scheibe birst mit einem lauten Knall in viele kleine Glaskrümel. Also, nicht bohren, wenn Du Deine Scheibe am Stück erhalten willst. @ jukeles, leider wirst Du um die Neubschaffung nicht herum kommen, Originalscheibe mit zum Glaser, der kann die Konturen aufnehmen und aus entsprechend dickem Glas nachfertigen. Kanten versäumen, damit der Kunde sich nicht scchneiden kann, ggf. Kanten polieren. Eine von Dir angedachte Nachbearbeitung ( Schleifen, Polieren ggf Motiv einstrahlen) ginge, ist aber in keinem Verhältnis zum Neukauf, zumindest nach meiner Meinung. Hallo Werner,
danke für Deine fachlichen Ausführungen, damit kann ich mein Allgemeinwissen weiter aufpolieren. :)
ich antworte erst mal, Werner kann das ja dann noch berichtigen. Wie Werner beschrieb, wird Glas unter Vorspannung gebracht in dem die Oberfläche des Glases nach der Produktion kurz auf über 500 Grad erhitzt wird. Vermutlich ist das ein sehr ähnlicher Prozess den man bei der Stahlerzeugung auch bewerkstelligt, nur das sich das bei Metall nicht auf die Oberfläche beschränkt, es verliert die Sprödigkeit und gewinnt Elastizität Aber, bohrt man in die Scheibe ein Loch dann kommt es zu Spannungspitzen (gleiche Effekt wenn man in Wasser Spülmittel reinschüttet die Opberflächenspannung kollabiert) Da die Scheiben so behandelt sind, das sie bei Bruch (radikal bei einer bestimmten Belastung) in kleine Bruchstücken zerfallen, wird dir wahrscheinlich die Scheibe zerbrösseln. Jörg @Rundefan
Danke für die Antwort, habe es mir gedacht Hallo Jörg,
zuviel um die Ecke gedacht :) . Also mal einfach gesagt, in die nicht vorgespannte Scheibe ein Loch bohren, dann erhitzen und schnell abkühlen = kein Problem. In die vorgespannte Scheibe bohren= großes Problem, weil keine Scheibe mehr. Klartext: Es entstehen die von mir beschriebenen Spannungen, weil durch das sehr schnelle Abkühlen die Außenhaut der Scheibe einfach schneller erstarrt ( Glas ist ja eigentlich eine eingefrorene Flüssigkeit). Im Scheibeninneren kann aber die Wärme nicht weg, daher entsteht in der Grenzschicht "Kalter Aussenbereich" zu "warmen Innenbereich" der Scheibe eine spannungneutrale Zonen. Wenn D'u dann zu einem Zeitpunkt X, wenn die Scheibe z.B. schon einige Jahre alt ist, mit einem Bohrer durch diese Zone bohrst, kommt es zum Spannungsausgleich und damit zum zerbröseln der Scheibe, natürlich, weil das ja stets überall gleichzeitig stattfinden will. Aber, wie Du schon sagst, es ist vergleichbar mit dem Härten von Stahl. Aber genug OT, gibt ja auch Fories mit anderen Sorgen.
Danke für die Ausführliche Info. Moin,
nach vielen Jahren "Seitz" (Kunststoff) hat unser jetziger mini Ami Glasfenster (wie wohl die meisten Amis). Die Fenster aus Glas sind wesentlich schöner.Leichter zu reinigen,besserer Durchblick,auch nach 20zig Jahren ohne Kratzer,bessere (nur eine Vermutung von uns - kann einer mit Ahnung vielleicht was dazu schreiben) Geräuschdämmung,wertigere Anmutung usw. Aber obacht :!: Unser kleiner ist ein "Sommermodel" (soll heißen,nicht Winterfest).Als solches hat er "nur" eine Einfachverglasung.Hier liegt in unseren Breiten ein Nachteil.Unter entsprechenden Bedingungen (z.B. in der Übergangszeit morgens nach dem Aufstehen) beschlagen die Scheiben :( . Also: in unseren Breiten Doppelverglasung nehmen. Fred
richtig :P ich konnte letzte woche zwei fahrzeuge mit plastikfenster und glasfenster nebeneinander anschauen. ich muss schon sagen, dass fenster aus glas eindeutig mehr hermachen. das glas-fenster-womo hatte leider nur einzelglas. dann doch lieber plastik. möchte kein kondenswasser an den scheiben :D Schade, dass Werner nicht mehr im Forum dabei ist. Soviel fundierte Informationen habe ich noch nie über Glas in einem Forum gelesen. Grandios. Echt. |
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