alterschalter am 29 Mär 2012 08:03:37 Habe versucht mir die Frage selber zu beantworten, bin aber leider zu keinem Ergebnis gekommen :(
Wer kann mir als WoMo-Neuling die Frage beantworten, wieso einige WoMos 2 Hinterachsen haben :?:
Die großen Busse mit hohem Gesamtgewicht --- ist schon klar, aber ich sehe zunehmend auch WoMos, die kleiner sind als mein 1-achsiges und die haben hinten 2 Achsen :roll:
Liegt das am zulässigen Gesamtgewicht?
Kann ein 6-Meter-WoMo über 3,8 Tonnen Gesamtgewicht haben??
Wieso fahre ich mit knapp 8 Metern nur mit einer Hinterachse rum??
Fragen über Fragen.........
mueckenstuermer am 29 Mär 2012 08:08:21 Popometer ist der beste Ratgeber! Fahr mal beide Varianten Probe. Dann berichte. Und achte mal auf "Schaukeln" und "Wanken" sowohl im Stand als auch bei Fahrt.
wombat1 am 29 Mär 2012 08:28:09 @alterschalter
Die Traglast der Achsen und der Reifen ist begrenzt.
Man ordnet dann im Fahzeugbau ein 2., 3. Achse an. Diese sind bei Lkws z.T auch lenkbar je nach Funktion Vorlauf- oder Nachlaufachse genannt.
Dadurch erhöht sich die Traglast hinten. Es muss dabei sicher gestellt werden, dass auf der Vorderache in keinem Beladungszustand weniger als 22% der Gesamtlast ist. Dies ist z.B. bei großen Hecküberhängen häufig der problematisch. Eine Regel die von viele Wohnmobilherstellern verletzt wird.
Der Unterschied zu einr Achse mit Zwillingsreifen liegt darin, dass sich der theorietische Achpunkt nach hinten verschiebt. Dadurch verringert sich der theoretische Hecküberhang.
Solche Fahrzeuge fühlen sich beladen bei Seitenwind etwas angenehmer an.
Wombat
mueckenstuermer am 29 Mär 2012 08:43:03 wombat1 hat geschrieben:@Es muss dabei sicher gestellt werden, dass auf der Vorderache in keinem Beladungszustand weniger als 22% der Gesamtlast ist. Dies ist z.B. bei großen Hecküberhängen häufig der problematisch. Eine Regel die von viele Wohnmobilherstellern verletzt wird.
Wombat
Das Maß der Dinge liegt bei 40% der Gesamtlast auf der Vorderachse. Mit 22 % wäre jedes Fahrzeug unfahrbar!! Egeal ob Front- Heck- oder Allradantrieb, egal ob zwei oder drei Achsen.
Noch was für unseren Newcomer:
Die Spurtreue ist wesentlich höher, die Seitenwindempfindlichkeit extrem gering und hohe Lasten in der Heckgarage oder auf dem Heckträger werden über die zweite Hinterachse gut abgefangen, vorausgesetzt die Vorderachse läßt diese Entlastung überhaupt zu.
Ich habe inzwischen den 3. Tandemachser und dazwischen 7 Zweiachser, davopn 3 mit Heckantrieb. In 98 % aller Fahrsituationen sehe und spüre ich Vorteile des Tandemachsers, sonst hätte ich mir wieder einen Hecktriebler gekauft. Ab einem bestimmten Gewicht geht das halt nicht anders. Die Krückenlösung, die z.B. Frankia mit Heckantrieb und Tandemachse (die zweite Achse ist nicht angetrieben) versuchte, dürfte zum Scheitern verurteilt sein. Wurde hier auch schon eingehend diskutiert. Einfach mal ausgiebig die Suchfunktion benutzen.
Die Hecktriebler mit zwei Achsen sind zwingend bei Gewichten ab ca. 4,5 bis 5 Tonnen. Außerdem bieten sie durch den Leiterrahmen statt Alko-Leichtbauchassis höhere Anhängelasten und bei manchen Situationen die bessere Traktion. Das muss man für sich abwägen. Jeder nutzt seine Fahrzeuge anders.
Ich liebäugel demnächst auch mit einem "Dickschiff". Da werde ich auch auf Heckantrieb auf MAN oder IVECO Eurocargo wechseln müssen. In der Klasse der "Hasen- oder Bretterkisten", wie ich eines habe, sehe ich Vorteile für die Doppelachse.
wombat1 am 29 Mär 2012 08:50:08 @Mückenstürmer
Es tut mir leid 40 % sind ideal - die StVZO sagt 22 % bei jedem Beladungszustand.
Diese mindestens 22 % werden von einigen Herstellern nicht erreicht.
Der Hersteller muss dabei auch falsche Teilbeladungen berücksichtigen.
Ein 250 kg Motorrad hinten auf einem Heckträger kann vorne ganz schön entlasten. Ein fehlender Smart in der Garage kann vorne ganz schön belasten.
Wombat
Gast am 29 Mär 2012 08:51:01 mueckenstuermer hat geschrieben:wombat1 hat geschrieben:@Es muss dabei sicher gestellt werden, dass auf der Vorderache in keinem Beladungszustand weniger als 22% der Gesamtlast ist. Dies ist z.B. bei großen Hecküberhängen häufig der problematisch. Eine Regel die von viele Wohnmobilherstellern verletzt wird.
Wombat
Das Maß der Dinge liegt bei 40% der Gesamtlast auf der Vorderachse. Mit 22 % wäre jedes Fahrzeug unfahrbar!! Egeal ob Front- Heck- oder Allradantrieb, egal ob zwei oder drei Achsen. Noch was für unseren Newcomer: Die Spurtreue ist wesentlich höher, die Seitenwindempfindlichkeit extrem gering und hohe Lasten in der Heckgarage oder auf dem Heckträger werden über die zweite Hinterachse gut abgefangen, vorausgesetzt die Vorderachse läßt diese Entlastung überhaupt zu. Ich habe inzwischen den 3. Tandemachser und dazwischen 7 Zweiachser, davopn 3 mit Heckantrieb. In 98 % aller Fahrsituationen sehe und spüre ich Vorteile des Tandemachsers, sonst hätte ich mir wieder einen Hecktriebler gekauft. Ab einem bestimmten Gewicht geht das halt nicht anders. Die Krückenlösung, die z.B. Frankia mit Heckantrieb und Tandemachse (die zweite Achse ist nicht angetrieben) versuchte, dürfte zum Scheitern verurteilt sein. Wurde hier auch schon eingehend diskutiert. Einfach mal ausgiebig die Suchfunktion benutzen. Die Hecktriebler mit zwei Achsen sind zwingend bei Gewichten ab ca. 4,5 bis 5 Tonnen.
Außerdem bieten sie durch den Leiterrahmen statt Alko-Leichtbauchassis höhere Anhängelasten und bei manchen Situationen die bessere Traktion. Das muss man für sich abwägen. Jeder nutzt seine Fahrzeuge anders. Ich liebäugel demnächst auch mit einem "Dickschiff".
Da werde ich auch auf Heckantrieb auf MAN oder IVECO Eurocargo wechseln müssen. In der Klasse der "Hasen- oder Bretterkisten", wie ich eines habe, sehe ich Vorteile für die Doppelachse.
WOMOs als Hecktriebler mit zwei HA sind aber doch relativ selten :D
Da steht wohl sowas ins Haus ?
--> Link :D
woslomo am 29 Mär 2012 09:06:42 Nachdem die Hinterachse bei Kurven nicht mitgelenkt wird vermute ich einen nicht unerheblich erhöhten Reifenabrieb. Dies besonders dann, wenn man viel auf kurvigen Strassen unterwegs ist.
Als Langstrecken-Autobahnrenner kann ich mir die beschriebenen Vorteile gut vorstellen.
Wie sieht das in der Praxis aus?
punky am 29 Mär 2012 09:18:07 woslomo hat geschrieben:Nachdem die Hinterachse bei Kurven nicht mitgelenkt wird vermute ich einen nicht unerheblich erhöhten Reifenabrieb. Dies besonders dann, wenn man viel auf kurvigen Strassen unterwegs ist. Als Langstrecken-Autobahnrenner kann ich mir die beschriebenen Vorteile gut vorstellen. Wie sieht das in der Praxis aus?
Ich habe im letzten Herbst einen Hymer 694 Bj. 2002 gekauft.
Dieser hat eine Doppelachse hinten.
Die Reifen sind noch Original! Das heißt, es ist immer noch die Erstbestückung auf dem Fahrzeug. :D
So kann ich Dir also mitteilen, nach fast 10 Jahren und nicht ganz 90.000km, sehen alle 6 Reifen gleich gut/schlecht aus.
Die Befürchtung, das die hinteren Reifen über des Asphalt rubbeln und einer übermäßigen Abnutzung unterliegen kann ich, dank der Langzeitstudie meiner Vorgänger, nicht bestätigen.
(Anmerkung, die neuen Reifen sind schon bestellt :!:)
Ach so,
das Fahrverhalten ist genial. Ich hatte vorher einen Transit mit Zwillingsreifen. Der war deutlich windanfälliger als der Doppelachser.
Der Doppelachser fährt wirklich fast wie auf Schienen.
Gast am 29 Mär 2012 09:28:31 punky hat geschrieben:
Ach so, das Fahrverhalten ist genial. Ich hatte vorher einen Transit mit Zwillingsreifen. Der war deutlich windanfälliger als der Doppelachser. Der Doppelachser fährt wirklich fast wie auf Schienen.
hallo,
wird dieses gute Fahrverhalten nicht auch erreicht durch die Alkotiefrahmen?
Mein vorheriges Womo war schon wenig windanfällig und im Kreisverkehr gut zu handeln, aber das jetzige, also das fährt sich wie ein PKW.
Doppelachser kann ich mir bei Schwergewichten schon vorstellen, aber ansonsten eher die Tiefrahmen. Oder liege ich falsch?
wombat1 am 29 Mär 2012 09:34:10 Entschuldigung !
Die Mindestvorderachslast kommt nicht aus der StVZO
sondern BGV D29. Hier 20%.
Leider habe ich keine entsprechende passage in der StVO ode StVZO gefunden.
konkretus am 29 Mär 2012 09:47:33 alterschalter hat geschrieben:Habe versucht mir die Frage selber zu beantworten, bin aber leider zu keinem Ergebnis gekommen :(
diese frage stellte ich mir auch oft und bin noch zu keiner abschliessenden antwort gekommen.
geil sieht es schon aus, wenn man mit 3 achsen daher kommt 8)
Gast am 29 Mär 2012 09:54:17 inpraxi hat geschrieben:punky hat geschrieben:
Ach so, das Fahrverhalten ist genial. Ich hatte vorher einen Transit mit Zwillingsreifen. Der war deutlich windanfälliger als der Doppelachser. Der Doppelachser fährt wirklich fast wie auf Schienen.
hallo, wird dieses gute Fahrverhalten nicht auch erreicht durch die Alkotiefrahmen? Mein vorheriges womo war schon wenig windanfällig und im Kreisverkehr gut zu handeln, aber das jetzige, also das fährt sich wie ein PKW. Doppelachser kann ich mir bei Schwergewichten schon vorstellen, aber ansonsten eher die Tiefrahmen. Oder liege ich falsch?
Nein, da liegst Du Richtig :wink:
Die Aufnahmen für den Aufbau befinden sich nun mal zwischen den Reifen 8)
Un da ist ein Zwilling erst mal im Nachteil, da die Fuhre instabiler wird. Dies muss mit aufwändigen Stabilisatoren ausgeglichen werden. (manche haben darauf verzichtet z.B. alte DB und da fährt sich das Womo wie ein Segelkahn)
Der Alko-Tiefrahmen bringt den Schwerpunkt mehr zur Achse und auch die Aufnahme des Aufbaus ist weit draußen. Damit kann auf Stabilistoren die auch noch etwas wiegen verzichtet werden. Der Vorteil von 2 Achsen ist auch bei der Federung gegeben, da die Federn viel besser abgestimmt werden können da 4 Achspunkte!
Der Nachteil des Tiefrahmens liegt dann aber wider bei Tief (wenig Bodenfreiheit und damit Rampenprobleme), was natürlich auch zulgleich wieder einen Vorteil beinhaltet, nämlich niedrige Aufbauhöhe!
Ein weitere Vorteil von 4 statt zwei Reifen ist natürlich der niedrigere Luftdruck in diesen zum Gesammtgewicht. Das gilt aber dann auch für den Zwilling oder für Breitreifen (extra breit :D )
Jörg
mueckenstuermer am 29 Mär 2012 10:42:51 punky hat geschrieben:Die Befürchtung, das die hinteren Reifen über des Asphalt rubbeln und einer übermäßigen Abnutzung unterliegen kann ich, dank der Langzeitstudie meiner Vorgänger, nicht bestätigen. .
Das ist auch meine Erfahrung. Vorne immer mal wieder zwei neue drauf, schön weich und frisch mit viel Grip, dann hinten abfahren. Dauert sehr sehr lange, wenn man nur 10tsd km im Jahr fährt. Dann sind sie irgendwann so alt, dass man man sie eh wegschmeissen sollte.
mueckenstuermer am 29 Mär 2012 10:53:04 wombat1 hat geschrieben:Entschuldigung !
Die Mindestvorderachslast kommt nicht aus der StVZO sondern BGV D29. Hier 20%.
Leider habe ich keine entsprechende passage in der StVO ode StVZO gefunden.
Hier geht´s nicht um Besserwisserei! Das sehe ich wie Du, sondern um Aufklärung.
Ducato schreibt min. 40 % vor. Das ergibt sich aus den Aufbaurichtlinien. Wenn sich 20% irgendwo in einem gesetz finden sollten, ist dieses meilenweit von jeder praktischen Erfahrung entfernt.
Meine Erfahrung:
2 x Frankia A 800 auf Alko-Tiefrahmen mit Tandem. Also identisch zum momentanen Eura. Frankia baut die Tanks auf die Hinterachse. Resultat, schwere Hinterachse, leichte Vorderachse somit schlechtere Traktion. Der Eura hat die Tanks hinter den Sitzen zwischen den Vorder-Hinter-Achsen. Dort auch die Batterien und der Kühlschränk. Dadurch deutlich bessere Traktion auf der Vorderachse. Selbst mein 250er Roller in der Heckgarage bringt den Vorderradantrieb nicht aus der Fassung (Heckantrieb wäre da natürlich noch besser, aber wieder mit allen anderen Nachteilen).
Alleine der Unterschied des Grundrisses und die Verteilung der Gewichte ist zu "erfahren" gewesen.
Bei meine Hecktrieblern auf VW LT (Baugleich zum Sprinter damals), rüstete ich zum Verringern der Schaukelei Stabis nach. Das brachte schon was, aber längst nicht die Ruhe, wie der Tandem. Also im Bereich 3,5 bis 5 Tonnen kann ich dem System überwiegend nur Vorteile zusprechen.
Vorteil der Tandem im Vergleich zum Heckantrieb mit Zwilling: Geringe ungefederte Massen, keine Blattfedern, sondern Einzelradfederung mit Stoßdämpfern. Drehstabfederung muss einmal im Jahr abgeschmiert werden, dann unauffällig. Da tropft dann wenigstens auch kein Diffrential ;-)
wombat1 am 29 Mär 2012 11:40:46 Natürlich sind 40% gut. Es ist immer die Beladung die hier zu Verschiebungen führt.
Es gibt viele Fahrzeuge die an diesen Grenzen fahren.
Abfallsammelfahrzeuge (VA)
Tanklastwagen leer (HA)
Abschleppwagen leer (HA)
Alledings werden diese Fahrzeuge in der Regel auch von Berufskraftfahrern bewegt.
fuzzy am 29 Mär 2012 16:43:25
mueckenstuermer am 29 Mär 2012 16:52:39 fuzzy hat geschrieben:guckst Du : --> Link
:daumen2:
alterschalter am 30 Mär 2012 08:03:00 mueckenstuermer hat geschrieben:Popometer ist der beste Ratgeber! Fahr mal beide Varianten Probe. Dann berichte. Und achte mal auf "Schaukeln" und "Wanken" sowohl im Stand als auch bei Fahrt.
Na mit dem "Probefahren" ist das ja so eine Sache bei den Womos......
Da spielt a) nicht jeder Händler mit und b) ich auch nicht, denn wenn es das WoMo meiner Träume nur so beachst gibt, dann nützt es halt nichts.
Ich denke der Hersteller wird sich schon was bei der entsprechenden Beachsung gedacht haben :roll: - oder?
Bei der Abholung unseres WoMos stand ein Eura genau daneben, als Vollintegrierter, ohne Hubbett, somit weniger kopflastig. Optisch die gleiche Länge wie unserer, aber halt mit Doppelachse.
Das Argument mit der Windanfälligkeit und dem besseren Stand, also weniger Schaukeln leuchtet mir schon ein, denn Traglast würde wie bei den Transportern ja ansonsten vorerst mit Zwillingsreifen ausgeglichen werden.
@ fuzzy:
Danke für den Link.
:!: Der Hinweis auf die Suchfunktion ist ja immer ganz nett - aber wenn ich z.B. "Doppelachse" als Suchwort eingebe, bekomme ich nicht die Beiträge zu "Tandenachse"...... :wink:
Ich muss also für die Suche immer das "richtige" Vokabular parat haben - und das gelingt mir halt nicht immer 8)
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