Hallo Zusammen,
Nachdem es ja hier ein paar negative Einträge über Carthago Mobilen gekommen ist, und ich mir mit wenigen Anderen dieses WE (viele waren wohl weiter weg oder doch in München wegen des Fussballspiels) am Wank in Garmisch/P. eine Presentation des neuen Liners von Carthago anseehn durfte, einige Eindrücke von mir.
1. Die Zukunft einer Wohnmobilkabiene und eines Wohnwagens wird wohl generell in der verpressten Sandwichkonstruktion liegen und die Ständerkonstruktion ob mit Holz oder Alu, ob mit Styropur oder Styrodur ablösen. Denn die Vorteile sind nicht nur in der besseren Dammung und stabileren Konstruktion zu suchen, sondern ich denke auch, das die Produktion der Wände einfacher und mit höherer Qualtität und geringeren Produktionsrisiken hergestellt werden können. Die Grundlage bilden die sehr teuren Maschienen, die sich aber in Zukunft wohl immer mehr Reisemobilhersteller leisten müssen und können oder dieser die fertigen Wände einfach zukauft.
Der Unterschied der Kabienen wird wohl dann nur noch in der Materialstärke und Beplankung und der Nachbehandlung und aufwendigeren Montage liegen.
2. Die Stauraumklappen des neuen Liners von Carthago sind wirklich ein Hit.
Die Konstruktion bedingt nicht nur ein besseres Aussehen sondern auch einen besseren Schutz vor eindringendes Wasser (nahezu perfekt gegen Spritzwasser, auch Hochdruckreiniger!) und eine absolut geringe Wärmebrücke!
Auch sieht die Konstuktion dauerhaft stabil aus, was bei solchen Klappen nicht leicht zu bewerkstelligen ist. (daher hat laut des Presentateurs, Charthago da ein Patent drauf)
3. Der Alu-Ringanker oben und unten soll (laut des Presentateurs) besser sein als, eine verklebte Kabiene wie das andere Hersteller mit ihren Sandwichwänden machen!
Hier sehe ich persönlich aber nur den Vorteil der einfacheren Produktion. Zwar hat man die Kältebrücke durch eine zusätzliche schräge Dammschicht weitestgehend eliminiert, aber meines Wissens sind ordenlich verklebte Sachen besser gegen Verwindung und verleihen bessere Stabilität.
Der berüchigte Alufraß bei den Ringankern soll eher ein Mythos (was sich auf Zulieferer-Ausreißer bezieht)sein als der Wahrheit entsprechen! :nixweiss:
4. Der Innenraum geht zumindest in der gehobenen Klasse weg, von hoher Praktikabiliät und beste Verarbeitung (nicht das die Verarbeitung schlecht ist :!: )hin zu Disgn und Kaschierung. Hier werden die Wände im Wohnraum verkleidet um die nicht so schönen Serien-Fensterrahmen zu kaschieren. Das macht den Wohnraum aber nicht nur optisch kleiner, vermittelt auch einen Flugzeugkabienencharakter.
Auch die Küchenzeile wied so kaschiert, das es eher nach was anderes aussieht als nach Kochen und abwaschen. Eine Abtropffläche fehlt ganz. Naja, wenn man Geschirrspülmaschiene für Kaffeegeschirr hat und ansonsten ins Restaurant geht braucht man die ja auch nicht :!: :D
5. Die Liner auf Daily Basis sind 2,35 m breit und 3,30 m hoch. Gegenüber eines Concorde, Morelo und Phönix sind das 5 cm weniger in der Breite und mindestens 10 cm in der Höhe. Das macht das Fahren etwas entspannter und senkt den Verbrauch, aber man merkt das auch im Innenraum deutlich. Zwar ist die Kopfreiheit ausreichend aber eben nicht ?g, und ein aneinander vorbeikommen ist auch schwieriger
6. Was mir bei Carthago besonders gut in der gehobenen Klasse gefällt ist, das der komplette Doppelboden und die Garage inklusive aller Klappen mit Nadelfilz beklebt ist. Das mache ein schonendes Beladen einfacher, verhindert Kratzer, besorgt einen besseren Schallschutz und ein besseres Raumklima. Aber auch das sie sich von Holz nicht gänzlich verabschieden und den Zwischenboden bewußt mit einer dampfresistenten Tischlerplatte bauen, die eine hohe Stabilität und dauerhafte Festigkeit verspricht, und den Doppelboden nicht zu sehr abisoliert.
Fazit:
Ein schönes Mobil für nicht jeden Geldbeutel :D mindestens 200 große Steine sollte man da übrig haben. (aber das ist ja auch bei den vergleichbaren anderen Herstellern so!) Der Konkurenzkampf ist in dieser Klasse stärker geworden, was man nun auch noch deutlicher spürt.
Wenn man sich den Gebrauchtmarkt für Charthagomobile anschaut (ist irgendwie wie leergeräumt) und hier ließt das die Wartezeiten für einen Neuen so lang sind, kann man auch nicht behaupten, das Carthago ein nicht erfolgreiches Unternehmen ist.
Jörg
Dessen Frau immer noch ein Concorde-Fan ist 8)

