Die leider wahre Geschichte:
Am 02.05. stehen wir bereits den 4. Tag auf dem Felsplateau oberhalb des Strandes Spiaggia di Randello in Punta Bracetto. Die Tage vorher waren mehrere deutsche und italienische Camper da, die Italiener versorgten uns sogar mit Kuchen. Heute sind wir allein, alles absolut leer, kein Angler, niemand. Übersichtliches Gelände. Wir sitzen max. 15m neben dem Fahrzeug auf der der Aufbautür abgewandten Seite, genau so wie auf dem Dachfoto zu sehen.
Um 16:00 Uhr kochen wir Kaffee, das Fahrzeug wird mit dem Standardschloss an der Aufbautür abgeschlossen, alle Fenster sind zu, wir flegeln uns mit unserem Cappu wieder in die Liegestühle. 2 Fahrzeuge fahren vorbei, drehen am Ende der Straße, fahren zurück. Um 16:45 Uhr bringe ich die Kaffeetassen zurück. Die Aufbautür klafft eine Hand breit auf, der Sperrriegel des Schlosses ist zugeschnappt. Womo aufgebrochen und alle Wertsachen ausgeräumt: Computer, Mobiltelefone, Kamera, ein Wechselrichter für medizinisches Gerät. Alle Schränke geöffnet. Der Geldbeutel mit Checkkarte wurde übersehen.
An der Aufbautür ist ein nur minimaler Lackschaden am Rahmen zu sehen, direkt neben dem Sperrriegel, als wenn dort mit einem spitzen Gegenstand eingestochen und kurz gehebelt wurde. Offensichtlich hat der Sperrriegel sofort nachgegeben oder wurde genau getroffen und ist aufgesprungen.
Zufällig kommt ein Deutscher, der mit einer Italienerin verheiratet ist und in P.B. wohnt, mit seinen Hunden vorbei. Bei Ihnen darf ich online sofort alle Karten sperren und auf ihrem Grundstück dürfen wir auch stehen. Der 03.05. ist mit Beschaffung eines neuen Mobiltelefons und einem Besuch bei den Carabinieris gefüllt.
1. Epilog: Wir sind doch etwas geschockt, mit welcher Chuzpe hier eingebrochen wurde. Wir haben so etwas bisher mehr für ein Gerücht gehalten, dass jemand ins Fahrzeug geht (und hier sogar knackt), während man daneben sitzt. Wir vermuten, dass
- Wir gezielt ausgespäht wurden
- Wir Profis zum Opfer gefallen sind
- Die Täter in einem der vorbeigefahrenen Fahrzeuge waren. Einer oder zwei beim Vorbeifahren das Fahrzeug verließen, unser WOMO knackten, ausräumten und dann sofort mit dem inzwischen vom Fahrer gewendeten Fahrzeug verschwanden.
2. Epilog: Wir haben unser Verhalten stark verändert und sind extrem misstrauisch geworden. Vorsichtig waren wir vorher auch, z.B. wurde in Städten stets der Rucksack mit einem Vorhängeschlösschen gesichert. Dass Computer, etc. in guten Verstecken waren, wenn wir unterwegs waren, ist selbstverständlich. Aber jetzt sitzen wir nur noch auf der Türseite, das WOMO wird auch am zusätzlichen Sicherheitsschloss abgeschlossen, die Alarmanlage eingeschaltet, obwohl wir daneben sitzen – auch auf CPs, SPs, nachts. Irgendwie verrückt.
3. Epilog: Viel Freude werden die Diebe nicht haben. Das Equipment war nicht nagelneu, der Rechner schon beim Start biometrisch gesichert, und hatte 3 Tastaturdefekte, das Ladegerät und die Batterien der Kamera wurden übersehen. Der materielle Schaden hält sich also in Grenzen. Viel schlimmer ist der erhebliche Aufwand und Zeitverlust, den wir treiben mussten, um uns wieder in einen kommunikationsfähigen Zustand zu versetzen. Die letzte Datensicherung auf eine 32 GB Karte ist 14 Tage alt, der Datenverlust – vor allem Fotos – verkraftbar. Aber beinahe wäre es bei Diebstahl des Portemonnaies auch schiefgegangen. Die SDHC Karte ist jetzt im .....
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4. Epilog: Über das Schicksal der Schildkröte und des Adlers ist nichts bekannt.
5. Epilog: Das mit den Motorradhelmen haben wir dann sein lassen. Offensichtlich trifft es uns doch immer wieder irgendwie überall in Europa, wenn auch sehr variantenreich. Langsam kommt so etwas wie Verfolgungswahn auf.
Frank

