Eine Reise ins Baltikum
Ich will keinen Reiseführer ersetzen, darum gehe ich auch bei Sehenswürdigkeiten nur auf die mir aufgefallenen Besonderheiten ein, die wenig oder gar nicht im Reiseführer erwähnt wurden. Reiseführer sind schon einige auf dem Markt. Ich habe die Befürchtung, dass einige Führer einfach Übersetzungen von ehemaligen „sozialistischen“ Führern sind. Fast immer soll man Superlative antreffen. Die letzte trostlose Ortschaft wird noch als reizend und romantisch beschrieben. Oft sind in allen Führern die Texte wortwörtlich gleich übersetzt. DuMont greift zusätzlich sozialkritische Themen, wie der Umgang der Letten mit ihren russischen Mitbürgern oder Umweltverschmutzung auf und weist bei bestimmten Orten auch auf die Hinterlassenschaften der Sowjets hin. Im Baedeker fanden wir die vorgeschlagenen Reiserouten ganz angenehm. Am Besten im Detail war der Führer vom Müller Verlag „Baltische Länder.“ Hier gab es auch immer Hinweise für Camping in der Nähe, die auch meistens noch aktuell waren. Vergessen kann man den Marco Polo Führer. Er war eigentlich nur Bla Bla Bla.
Sehr hilfreich waren die vor Ort erworbenen Straßenkarten in Form von Atlanten. Da waren wenigstens zum Teil die Campingplätze aufgezeichnet. Wichtig aber war uns die Rangordnung der Strassen war erkennbar und man wusste ob und wie lange man auf einer Schotterpiste fahren musste. (Das Gemeine an den Schotterpisten ist die Querrillung der Straßen, wie die Rippeln am Wattenmeer.) Und von diesen Pisten gibt es noch sehr viele! Sehr nützlich war auch die Angabe der Markthalle oder des Marktplatzes im Ort, angezeigt durch eine kleine Balkenwaage. Dort haben immer die Bauern der Umgebung ihre frischen Waren feilgeboten zu besonders günstigen Preisen und Obst und Gemüse sehr schmackhaft.
Essen und Trinken
Durch unsere Erfahrungen vom Reisen in ehemaligen Ostblockstaaten weiß ich, dass oft die Zeit und auch der Ankunftsort schlecht kalkulierbar sind. Unvorhersehbar sind Grenzaufenthalte, schlechte Strassen, lange Baustellen, nicht mehr vorhandene Campingplätze, keine Gastronomie vor Ort usw. Darauf haben wir uns gut vorbereitet. Wir haben reichlich Lebensmittel und Getränke gebunkert, die es uns ermöglichten an jedem Ort eine schmackhafte Mahlzeit schnell zuzubereiten. (Tütensuppen mögen wir nicht.) Wir haben unterwegs nie was eingekauft, was an dem Tag noch weg musste, wie z.B. Frischfisch, weil man dann unter Umständen damit nicht zu recht kommt wegen fehlender Gelegenheit und Zeit.
Unsere Vorräte haben wir, wie schon beschrieben in den örtlichen Markthallen aufgefüllt oder in kleine Tante Emma Läden oder in westlichen Supermärkten. Das Angebot ist natürlich nicht wie in Südfrankreich, sondern beschränkt sich auf die landesüblichen Lebensmittel. Es gab sehr gute Tomaten, Paprika und Gurken in jeder Form. Die Kartoffeln sind hervorragend. Wer Dill mag ist hier im Königreich. Die losen Gurken, die gerade erst mit Kräutern und Essig eingelegt sind schmecken hervorragend.
Pilimeni, eine Art Tortellini, gibt es auch im kleinsten Laden als Fertigprodukt, meistens tiefgekühlt, zu kaufen. Landesüblich wird es mit saurer Sahne genossen. Wir haben uns Tomatensoße dazu gemacht.
Soljanka, die Suppe, sollte man nicht versäumen zu essen. Anders wie in den neuen Bundesländern, wo sie mit Paprika zubereitet wird, wird sie in den baltischen Staaten mit frischen gehobelten Gurken zubereitet. Sie schmeckt wunderbar.
Kopfsalat oder ähnliches scheint unbekannt zu sein. In mittelgroßen Supermärkten gab es teure Packungen mit einzelnen Blättern, die wohl eher zur Dekoration gedacht waren.
Eier waren für uns ein Problem was wir nicht erklären können. Fast jeden Tag hatten wir bei unseren Frühstückseiern ein faules Ei dabei, d.h. ein Viertel der gekauften Eier war faul. Wir haben sie im Supermarkt mit EU-Stempel, beim Bauern und im Tante Emma Laden gekauft und immer ein faules Ei dabei!!!
Brot war für uns das Beste, weil wir dunkles Brot lieben. Es gibt überall dunkles Brot mit Kümmel gewürzt. Es ist in der Regel gut ausgebacken, so dass es lange hält. Manchmal schmeckt es durch viel Malzanteile leicht süß. Weil wir aus Bequemlichkeit oft schon aufgeschnittenes Brot gekauft haben, mussten wir feststellen, dass es oft sehr dick aufgeschnitten war.
Wurst gibt es in Hülle und Fülle.
Schaschlik ist überall sehr beliebt. Dabei handelt es sich um gegrillte Fleischspieße. Man die Fleischstücke schon eingelegt in 1 kg Eimerchen kaufen und erhält auch überall Bambusstäbchen zum Aufspießen. Am Besten schmecken die traditionell eingelegten Schaschlik (Sie schwimmen in einer klaren Brühe.) Die Bambusstäbchen soll man vor Benutzung in Wasser einlegen.
Und Marmelade... Blaubeermarmelade, aber auch Johannisbeermarmelade von roten und schwarzen Johannisbeeren sind je kleiner der Laden umso besser zu haben. Im großen Laden gibt es dafür mehr die leeren Gläser und Dosen um die Marmelade selber einzukochen.
Getränke gibt es hauptsächlich in der Rangordnung Wasser, Bier und Wodka. Wasser gibt es nach französischem Vorbild in Plastikflaschen aller Größen, Bier in Flaschen und Dosen und Wodka von ½ l bis 2 l Flaschen. Man zahlt überall nach europäischem Vorbild enorm Pfand, wird aber nirgends sein Leergut wieder los. Es gibt keine Annahmestellen in den Supermärkten und die Mülleimer und die Natur zeigte es uns wie wir entsorgen müssen. Wir haben nach unserer Tradition gesammelt und nur Unverständnis erfahren.
In jeder Stadt gibt es eine Markthalle, auf der Bauern der umliegenden Orte ihre Ware verkaufen. Im Atlas sind sie als Balkenwaage angezeichnet.
Unsere Reiseroute
Quer durch Deutschland
Da wir ja im Westen von Deutschland losgefahren sind, bedeutet es erst einmal, dass wir quer durch Deutschland fahren müssen. Angenehm wahr natürlich, dass wir Freunde in Thüringen besuchen konnten.
Aus einer anderen Reise war uns Altwarp am Stettiner Haff so gut in Erinnerung, dass wir unbedingt dort wieder hin wollten. Es war wieder wunderbar.
Quer durch Polen
Unser erstes Etappenziel war Torun. Dort gibt es einen Stadtcampingplatz, der einem zuerst sehr laut vorkommt, weil an drei Seiten Straßen vorbeiführen und man in der Nähe des Bahnhofs ist. Aber am Abend und in der Nacht wird es ruhig.
Am nächsten Tag waren wir in den Masuren, in Mikolaiki, genauer gesagt auf dem Wohnmobilstellplatz Vagabunda. Den Platz muss man nicht suchen, er wird vielfach auf großen Plakaten angeboten. Dort trafen wir schon die erste geführte Gruppe, die glaubten sie hätten den ganzen Platz reserviert und alles laufe nach ihrer Ordnung. Die Mülltonne in ihrer Nähe durften wir nicht benutzen, den Weg zwischen ihren Mobilen sollten wir nicht begehen und die Kinder anderer Touristen sollten gefälligst woanders spielen. Um halb zehn wurde zur Ruhe gemahnt, weil man am nächsten Tag einen anstrengenden Tag vor sich hat. Dafür war die Nacht um sieben Uhr zu Ende, weil sich die Reisgruppe laut startklar machte. Die georderten Campingplätze machen das mit, weil es eine regelmäßige gute Einnahmequelle ist. Auf anderen Plätzen im Baltikum waren sogar weiträumig die besten Plätze mit Bändern abgesperrt für geführte Gruppen und alle anderen Camper mussten sich mit den Randplätzen zufrieden geben. So standen wir einmal neben der Frischwasserzapfstelle mit Wasserschlauch. Ab sechs Uhr morgens fuhren uns die Mobile bis auf 20 cm ans Mobil ran, um Wasser zu bunkern. Auch an dem Tag brachen die Gruppen schon früh auf, weil die Zufahrtsstraße zum Platz ab acht Uhr frisch geteert wurde. Nur ihnen hatte man Bescheid gesagt, alle anderen Camper waren dann bis zwölf Uhr eingesperrt. Die Einheimischen nehmen das wie selbstverständlich hin.
Aufbruch nach Litauen
Die Grenze zur Einreise in der Nähe von Suwalki war in fünf Minuten passiert. Aber auf der anderen Seite warteten kilometerlang Hunderte von LKW s auf ihre Abfertigung.
Wir fuhren vor dem nächsten Ort von der Umgehung runter, um Geld zu tauschen. Dort fanden wir schnell eine Bank. In der Regel wird in allen Ländern nicht in der Bank getauscht, sondern man soll den Geldautomaten benutzen. (Kostet bei der Postbank 4,50 € pro Benutzung.) Wir fahren zu unserem ersten Campingplatz Viktoria nach Vistytis an einen See. Dort findet man die häufige Kombination Hotel und Camping vor. Früher bedeutete Camping ein Platz mit einfachen Holzhütten und höchstens mal ein Zelt. Hier konnte man mit der sanitären Einrichtung und dem Hygienestandard noch gut zufrieden sein. Der See war schön und auf der gegenüberliegenden Seite sah man die Menschen der russischen Enklave auch beim Campen.
Am nächsten Tag fuhren wir über Jurbarkas am ehemaligen Tilsit (Rus) vorbei über Silute nach Rusnè ans Memeldelta. Dann endlich an die Ostsee, besser gesagt ans Haff, Richtung Ventè zum Camping Ventaine, auch wieder ein Campinglatz mit Hotel direkt an der Küste etwa ein Kilometer vor dem Ort Ventè. Auch hier kann man sich ganz wohl fühlen.
Das Dorf Mingè in der Nähe von Ventè ist nur über Schotterpiste zu erreichen. Es liegt auch im Memeldelta auf zwei Seiten eines Memelarmes ohne Brücke.
Wir fahren nach Gesprächen mit anderen Campern nicht nach Nida. Viele Reisende waren enttäuscht über den hoch gelobten Landstreifen im Meer. Zuerst zahlt man ca. 30 € für die kurze Fährfahrt. Dann zahlt man Umweltgebühr je nach Fahrzeug bis 50 € für die Fahrt über den Landstreifen (48 km). Leider sieht man dort nicht auf beiden Seiten das Meer, sondern fährt nur durch den Wald. Der Campingplatz kostet für große Mobile noch mal 30 €. Der Strand soll dort genau so sein wie woanders.
Auf nach Memel, das gar nicht an der Memel liegt und heute Kleipeta heißt. Da Brummt der Bär. Ganz Memel und Umgebung ist eine Straßenbaustelle. Jeder Memeler scheint sich auch irgendwo in die Landschaft ein großzügiges Haus zu bauen. Wir sahen nur Staub und Dreck, rote Ampeln, Umleitung und schlecht abgesicherte provisorische Straßenführungen (Die gibt es aber überall im Baltikum. Man muss über 1 Meter hohen schlecht verteilten Schotter fahren, der an den Seiten nicht abgesichert ist und kaum über Wagenbreite hinausgeht.
Wir fahren weiter an der Ostsee zu dem beliebten Ferienort Palanga. Dort macht ganz Litauen Urlaub. Großer Rummel ist angesagt mit Buden Karussell und Disko. Wir fahren weiter nach Sventoji. Auch hier wird mit viel Rummel Urlaub gemacht. Die Campingplätze im Ort liegen an der Durchgangsstraße aus Schotter und Sand ohne Schutz zur Straße. Jedes Auto, dass vorbeifährt hüllt den Campingplatz in eine Staubwolke. Ein angepriesener Campingplatz „Akropolis“ haben wir nicht gefunden. Stattdessen fanden wir am äußersten Ende von Sventoji einen kleinen privaten Platz mit Plumsklo, ohne Duschen und ohne Strom etwa 100 mangelhaft von einem wunderschönen Strand entfernt.
Einreise nach Lettland
Der Grenzübertritt geht ohne Aufenthalt von statten. Wir suchen in Rucava eine Bank, weil wir ja wieder eine andere Währung haben.
Inzwischen fragen wir jeden Camper, den wir treffen, wo schöne Stellplätze sind. So kommen wir zum Gaili Camping.in der Nähe von Bernati. Ein wunderschön, gepflegter Privatplatz mit sehr netten Wirtsleuten. Dort kann man selbstgebackenes Brot kaufen. Der Strand dahinter ist breit mit tollem feinem, weißen Sand. Ein Wermutstropfen hat das ganze: Hier hat die sowjetische Armee in der Ostsee Phosphorbomben gezündet, um sie zu vernichten. Die Phosphorklümpchen können heute noch gefunden werden am Strand und sehen aus wie Bernstein. Da sie schon bei Körpertemperatur zünden, haben sich viele Urlauber schon schlimme Verbrennungen zugezogen.
Wir fahren weiter über Liepaja nach Ventspils. Der Campingplatz wurde uns unterwegs empfohlen. Rein optisch ist er wohl sehr schön, hat neue sanitäre Anlagen. Aber vier Damenduschen sind für ca. 250 Frauen einfach zu wenig. Als ich nach einer Stunde anstehen an die Reihe kam, war das warme Wasser alle. Der Platz ist ausgerichtet auf Jugendliche, die dort ihr Mallorca erleben wollen. Es gibt dort am Wochenende Disko und sonstige Vergnügungen. Für geführte Gruppen gibt’s einen extra großen Platz umgeben von Jubel, Trubel, Heiterkeit. Die wollten am nächsten Morgen ihren Reiseführer um die Ecke bringen. Wir stellten uns weit abseits in den Wald und hatten unsere Ruhe. Nur während der Tagstunden müssen alle Einheimischen ständig ihre Autotüren auf- und zuschließen. Dabei ertönt immer ein kurzer Pfeifton. Auch wenn sie im Lokal sitzen, ist die Lust groß durch die Fensterscheibe oder auf der Terrasse mal kurz das Auto auf- und wieder zuzuschließen. Jetzt haben alle gesehen mit welchem Wagen man da ist, oder sollte nur die Fernbedienung mal ausprobiert werden?
In Richtung Riga kommen wir am Campingplatz Laipas vorbei. Er ist gut ausgestattet, liegt aber direkt an der Hauptverkehrsstraße nach Riga. Wir fahren weiter zum Camping Nemo in Jumela. Es ist kein Platz zum Ausruhen. Zum Platz gehört eine riesige Wasserrutsche, die extra Eintritt kostet. Als Restaurant ist ein großes Zelt aufgebaut, aber das Essen dort schmeckt. Am Wochenende gibt’s Disko. Nachts ist es ruhig und ein Wachmann läuft die ganze Nacht herum.
In Riga gibt es nur einen Campingplatz. Er ist schon rechtzeitig ausgezeichnet, aber das letzte Schild ist irreführend. Es steht dort 700m und ein Pfeil mit einem Winkel. 80 % der deutschen Fahrer, versuchten nach 700 m rechts abzubiegen. Und dann muss man ewig kurven durch eine Stadt mit viel Einbahnstraßen, weil man wieder über eine bestimmte Brücke muss, um wieder an dieses Schild zu gelangen. Man muss gleich rechts abbiegen und nach 700 m einfach um die Ecke fahren. Der Platz ist hässlich, hat aber ordentliche Waschanlagen. Besser stellt man sich im hinteren Teil auf den Kies, denn die normalen Standplätze haben einen schwarzen Sand oder Erde als Untergrund, der alles eindreckt.
Wir fahren hinter Riga die Hauptverbindungsstrasse schnurgerade an der Küste entlang und fahren zum Campingplatz Meleki. Der biegt nach lnks ab und liegt ein paar hundert Meter von der Straße. Dort hat man Plätze direkt am unberührten Sandstrand. Auf dem Platz gibt es keine Abwasserentsorgung. Jegliches Wasser läuft so in die Erde. Die Abwasserleitungen der Waschbecken enden kurz vor dem Boden und alles plätschert einem auf die Füße. Die Duschen erreichen die Schmerzgrenze des Benutzbaren. Ein Holzschuppen, der innen mit den verschiedensten inzwischen sehr vergammelten Materialien ausgestattet ist dient als Dusche. Auf dem Boden liegt ein fauliger Lattenrost und darunter sieht man Matsch. Die Plumsklos sind vollgesch... und eigentlich nicht benutzbar.
Reise nach Estland
Wir fahren weiter die schnurgerade Straße Richtung Tallin. Nervig waren die vielen Baustellen, da die Straße gerade mit EU-Mitteln ausgebaut wird. Die Grenze ist wieder unproblematisch zu überfahren. In Pärnu versorgen wir uns wieder mit der neuen Währung.
Wir fahren Richtung Pirita. Dort ist der Seglerhafen für die olympischen Spiele. Hier gibt es einen Stellplatz direkt im Hafen. Uns wurde von mehreren Campern abgeraten vom Stadtcampingplatz. Er liegt zwischen Schrott und Dreck und soll auch selber sehr ungepflegt sein. Außerdem fahren die geführten Gruppen alle dort hin. Wenn man das erste Schild Camping nach rechts entdeckt, steht direkt 50 mangelhaft dahinter das Schild Camping Marina Sadam. Für die Toilettenanlagen kriegt man einen Zahlencode. Die Duschen, ehemals Mannschaftsduschen für Olympiateilnehmer, liegen in einem großen Gebäude. Sie haben eine eigene Rezeption. Dort erhält man einen Schlüssel für ein Schließfach. Man kann sich in einem großen Mannschaftsraum umziehen und dann die Gemeinschaftssauna und Gemeinschaftsdusche benutzen. Alles ist sehr gepflegt.
In Cèsis suchen wir unseren nächsten Campingplatz. Es gibt mehrere Platzhinweise im und hinter dem Ort. Das sind offentsichtlich Zeltplätze. Zwei hatten eine ganz steile Abfahrt vor und hinter dem Fluß, zu einem Dritten fuhren wir, der mit zwei Kilometer ausgezeichnet war, drei Kilometer durch dichten niedrigen Wald bis zu einer kleinen brüchigen Brüche. Dann drehten wir zwischen den Bäumen. Wir nahmen eden Platz am Ungura See, der wenig nehben der Hauptstrasse liegt und nicht verfehlt werden kann. Hier gibt’s auf Anmeldung warme Duschen und Dixiklos. Dafür ist der Platz gepflegt und man kann direkt im Seee baden oder Tretboot fahren. Der Straßenlärm hört abends auf.
Auf dem Weg nach Bauska sollte man nicht versäumen auf den Campingplatz Labirinti, 18 km vor Bauska anzufahren. Er liegt auf einem Bauernhof und wird von einem Bauern betrieben, der sehr gut deutsch kann. Mit Kindern kommt man vor drei Tagen da nicht mehr weg, weil es alles zum Spielen gibt, was das Herz begehrt. Es gibt ein Gemeinschaftshaus, da kann man kochen, Essen, Klavierspielen,. Die Sauna ist immer beheizt. Der Platz ist sehr gepflegt und lässt keine Wünsche offen. Na guckt selbst: --> Link
In Vilnius haben wir einen bewachten Parkplatz angefahren. Er liegt fast direkt an der Mündung der Vilna in die Neris am Beginn des Parks vor dem Burgberg. Man fährt auf der Altstadtseite an der Neris entlang bis man über eine Brücke über die Vilna kommt und biegt dann die erst rechts ab und steht direkt vor dem Parkplatz. Dort kann man 24 Stunden parken. Es scheinen dort viele Wohnmobile zu übernachten. Der Parkplatz liegt ruhig und günstig zur Altstadt.
Wir fahren nach Trakai. Auzf dem dortigen Campingplatz wird alles getan für organisierte Reisgruppen. Die kriegten Bescheid, dass die Ausfahrt für Stunden gesperrt wird und werden zuerst im Restaurant bedient. Wir mussten erst auf die Bedienung ewig warten, weil die erst die Gruppen bedienen mussten. Dann mussten wir auf unser Essen ewig warten, weil die Gruppen den nächsten Gang erhielten und davor noch Reden gehalten wurden und Bier gab es nur für die Gruppen, weil nicht genug für alle da war. Die meisten Plätze waren reserviert und mit Absperrbändern gesichert. Am Morgen ging der Hochbetrieb ab sechs Uhr los, Wasser bunkern von ca. 40 Mobilen, Duschen gehen mit lauten Absprachen und Laufen lassen der Motoren, während man sich sortierte. Der Grund des frühen Aufbruchs war wohl die spätere stundenlange Sperrung der Zufahrtsstrasse zum Platz, weil sie neu geteert wurde. Am nächsten Tag war unser Platz auch von der Absperrung betroffen, d. h. wenn wir hätten bleiben wollen, hätten wir uns außerhalb der Absperrbänder ein neues Plätzchen suchen müssen.
Die Ausreise nach Polen war ziemlich schlimm. Schon ca. 12 Kilometer vor der Grenze begann der Stau der LKW´s. Wir machten es den Einheimischen nach und fuhren auf einer zweispurigen Strasse in der Mitte vorbei. Entgegenkommende mussten auf den Randstreifen ausweichen. Manchen war dort das Fortkommen noch zu schlecht und sie fuhren in einer dritten Spur vorbei. Es kam wie es kommen musste, es ging nichts mehr. Es wurde Meterweise vor- und zurückgesetzt um eine Spur für Gegenverkehr wieder frei zu kriegen. An der Grenze wurden ständig zwischen einer und drei Durchlässen gependelt. Mal wurden drei Stellen geöffnet und einige Fahrzeuge durchgelassen ohne Kontrolle. Dann wurden zwei Durchgänge plötzlich gesperrt und alle Fahrzeuge mussten sich auf eine Ausfahrt einfädeln. Nach wenigen Fahrzeugen waren, wie im Supermarkt, wieder drei Kassen geöffnet. Dabei kam es zu gefährlichen Situationen, weil bei einigen Fahrern die Nerven blank lagen. Der gesamte „Spaß“ dauerte knapp drei Stunden.
Zurück in Polen, gibt es in der Innenstadt von Suvalki einen kleinen, privaten Campingplatz, der gut ausgeschildert ist. Man kann dort Dusche und Toilette einer Wohnung benutzen. Der Stellplatz ist mit groben Kieselsteinen ausgelegt. Es gibt Rasenfläche daneben mit Tischen und Sonnenschirmen ausgestattet und einen Spielplatz.
Die zwischendurch benutzten freien Plätze kann ich nicht beschreiben. Wir haben halt bei Bauern gefragt und nie ein „Nein“ gehört. Es gab sogar Wasser aus dem Brunnen und kostenlos Strom. Man wollte auch keine Geschenke annehmen. Die Leute auf dem Land sind sehr hilfsbereit, aber es ist schwierig sich zu verständigen. Sie kamen auf uns zu, wenn sie uns halten sahen und versuchten uns zu verstehen und uns Rat zu geben. Wir haben immer eifrig genickt, aber wenig verstanden.
Vieles hat sich bestimmt schon wieder verändert, aber vielleicht ist es teilweise doch noch nützlich.

