4 gut belastete Hinterräder erzeugen garantiert mehr und besseren Vortrieb
als zwei stark entlastete Vorderräder z.B. beim
Anfahren an Steigungen oder bei Anfahren bei Nässe oder bei Beidem usw.
Das ist absolut richtig! Spricht das aber jetzt für oder gegen Zwillingsreifen? ... besser ein stark belasteter Vorderradantrieb als eine gering belastete angetriebene Hinterachse ...
Ich habe beides zur Verfügung: Einen Dreiachser auf Fiat Ducato und einen Teilintegrierten auf IVECO Daily mit Zwillingsachse.
Der Dreiachser hat um Welten den besseren Fahrkomfort und die bessere Kurvenlage.
Einen großen Wendekreis hat er auch, dies liegt aber nicht an der Tandemachse, sondern am Frontantrieb.
Einen höheren Reifenverschleiß an der HA hat der auch, das hängt aber sehr von den verwendeten Reifen ab und ob man oft wendet und rangiert und durch kleine Gassen fährt oder immer nur geradeaus auf der Autobahn. Die hintere Achse lenkt halt bei diesem fahrzeug nicht mit.
Im Winter habe ich bisher wenig Probleme gehabt. Jedes Konzept hat halt seine Eigenheiten, Probleme ist das falsche Wort.
Im Winter ist die Heckgarage leer, Schneeketten und einige schwere Sachen packe ich ins Fahrerhaus oder in den Alkoven. Klar sind dabei die zulässigen Grenzen zu beachten. Ich erhalte eine besser belastete Vorderachse und zusammen mit guten Winterreifen komme ich auf den üblichen Wegen gut zurecht. Ins Gelände fahre ich mit so einem Fahrzeug nicht, geländefahren ist ein eigenes Thema.
Drehen bei Schneeglätte die Antriebsräder durch (vorne :-)), bleibt das Fahrzeug dabei relativ ruhig und ich kann mit dem Lenkwinkel bestimmen, in welche Richtung die restliche Antriebskraft wirken soll.
Der Daily dagegen, zwillingsbereift:
Dieser hat genau die einfache Starrachse an Blattfedern mit Stabilisator. Die Federung ist gefühlt härter, beim überfahren von großen Bodenwellen oder Absätzen hebt sich mit der Hinterachse der gesamte Aufbau auf einen Schlag oder fällt die Stufe hinunter. Eine Tandemachse bügelt soetwas einfach weg. Bei groben Unebenheiten trampelt und poltert die Hinterachse - das ist bei einer Starrachse ganz normal.
Das Kurvenverhalten ist ebenfalls gut, kommt aber gefühlt nicht an die Tandemachse ran. Die Spurbreite ist aber auch geringer als bei der Tandemachse. Außerdem haben die beiden Fahrzeuge völlig verschiedene Achsaufhängungen.
Komme ich auf Schneeglatter Fahrbahn - auf zugegeben hohem Niveau - ins Rutschen, schwenkt gleich das ganze Heck umher, da muß man beim Beschleunigen entsprechend aufpassen.
usw . usw. . Man muß sich halt für seinen speziellen Einsatzzweck das passende Fahrgestell heraussuchen mit allen Vor- und Nachteilen.
Um auf die eingangs gestellte Frage zurück zu kommen: Wir müssen genau abgrenzen, was wir vergleichen wollen: Zwillingsreifen gegen gleichbreite Singlereifen, oder schmale gegen breite Reifen, oder Frontantrieb gegen Heckantrieb ...