|
Hallo Andreas,
Du hast auf meine erste Anregung zum Nachdenken über den Bedeutungswandel des besagten Spruches nicht reagiert. Schade. Hätte das gerne ausführlicher mit Dir diskutiert. Nun legst Du nach und die entsprechenden Reaktionen folgen prompt. Erstens: Deine Ausführungen sind historisch korrekt. Zweitens: Jede Zensur in dieser Hinsicht wäre dümmlich. Das Gegenteil ist nötig. Man denke etwa an die Beteiligung ganzer Polizeieinheiten an Kriegsverbrechen. Drittens: Geflügelte Worte, Werbesprüche, einzelne Wörter erfahren im Laufe der Zeit einen Bedeutungswandel. So kennen wir ja auch vorübergehende Sinnentstellungen - man denke etwa an dem Missbrauch des "Muttertags" durch die Nazis. Viertens: Besagter Bedeutungswandel ist u.a. von der politischen Situation, den gesamtgesellschaftlichen Gegebenheiten etc. abhängig. Fünftens: Seit 1945 bzw. 1990 leben wir in einem Rechtsstaat. Sechstens: Der besagte Werbespruch hat einen Bedeutungswandel vollzogen, was unter anderem 67 Jahren Rechtsstaatlichkeit und dem Vergessen geschuldet ist. Siebtens: Polizeibrutalität wird, so mein Eindruck, bei uns staatsanwaltlich verfolgt. Beispiel: Juristisches Nachspiel des Wasserwerfereinsatzes in Stuttgart. Es wäre interessant, die Debatte sachlich weiterzuführen, auf Pöbeleien habe ich keine Lust. Mit freundlichen n, Ottomar Allein die Tatsache, dass du den Spruch im Polizeimuseum lesen konntest, zeigt doch, dass sich die Polizei mit ihrer Vergangenheit auch auseinandersetzt.
Darüberhinaus zeigen die jährlich durchgeführten Umfragen, welchen Berufsgruppen die Bevölkerung Vertrauen entgegenbringt, eine hohe Akzeptanz der Polizei , die immer weit vorne landet. Und obwohl die Polizei auch nur einen Querschnitt der Bevölkerung darstellt, ist es für viele nicht nur Beruf sondern Berufung. Bernhard Bitte in den entsprechenden Thread verschieben, in dem ich antworten wollte! Sorry! 1. Das Foto stammt aus dem Bundesarchiv.
2. Ich habe lediglich korrigiert, daß jemand vermutete es sei ein Nachkriegsspruch. Mit einer Wertung ist das nicht verbunden. 3. Wer dann argumentiert, so schlecht sei der ja gar nicht, der sollte mal den Hintergrund betrachten und über die Quelle nachdenken. 4. Jetzt daraus abzuleiten, ich würde angeblich Polizei VOR 1945 mit Polizei HEUTE gleichsetzen, fasse ich als böswillige Unterstellung auf. 5. Ich gehöre zu dieser Truppe. 6. Meine Familie hat vor 1945 aus "rassischen" Gründen vier Mitglieder verloren. So, wenn mir noch jemand bösen Willen unterstellen will, kann er sich gerne hier im Anschluß mit etwas Ersprochenem verbreiten. Soviel Mißverstehen-Wollen habe ich (selbst hier) nicht erwartet.
Muß mich korrigieren :oops: -> ich wusste bis heute nicht , das BRB sie nie eingeführt hat , war eine rege Disskussion im Gange .. Andere Bundesländer hatten es bei Pannen bzw. Bagatellen Testweise praktizieren wollen .... --> Link
Hallo Andreas, ich finde es bedauerlich, daß Du zu einer "Gegendarstellung" veranlaßt wirst. Allerdings glaube ich weniger, daß es "Mißverstehen-Wollen" war bei den von Dir angeführten Posts, sondern eher eine schlechte Mixtur aus festgefahrenen Meinungen, betonierten Vorurteilen und persönlichen Ängsten vor Veränderungen - vor allem, wenn es um jahrelang praktizierte Fehler geht. Gerne würde ich mich für Ignoranten entschuldigen wollen - halte es aber für sinnlos. , Volker Andreas, ich hatte deinen Beitrag schon verstanden. Ich wollte nur aufzeigen, dass er sehr schnell missverstanden werden kann und du und deine Kollegen noch mehr Vorurteilen ausgesetzt werden könnten. Speziell für Leser die nicht jeden einzelnen Beitrag zwischen dem Threadbeginn und deinem Posting gelesen haben. Darum habe ich ja "unbewusst" geschrieben.
Keinesfalls wollte ich Dir eine rechte Gesinnung unterstellen. Vielleicht belassen wir es dabei und kehren wieder zum Ursprung des Thema zurück. @brainless Du hast recht, es bringt nichts sich für Ignoranten zu entschuldigen..... Also meine persönliche Meinung ist, das die Außendienstler der Staatsmacht in den letzten Jahren einen gewaltigen Schritt nach vorn gemacht haben, in Sachen Höflichkeit und Bürgernähe. Dieses "Obrigkeitsverhalten" und die Darstellung als "Übermacht" hat sich zu vernünftigen höflichen Beamten gewandelt.
Allenfalls die Kradtruppe, die auch in eigenen Kreises wegen zweifelhaftem Sozialverhalten nicht unbedingt angesehen ist, verhält sich noch recht ruppig durch Ausdrucksweise und Fahrverhalten. Aber selbst hier habe ich schon wundersame Wandlungen bemerkt. Aber es ist wirklich nicht richtig, hier noch Erinnerungen an die braune Truppe zu wecken. Das waren andere Zeiten. Ich habe zwar keinen höherwertigen Respekt vor Polizei, sie sind gleichwertige Menschen wie wir alle. Aber ich habe sehr wohl Respekt vor der Berufswahl der Herren und Damen, einen solch kümmerlich bezahlten Beruf auszuüben, mit der Option abends mit einer Bleivergiftung oder gar nicht mehr heimzukommen. Bitte unterschätzt nicht, welche Inhalte des 1000jährigen Reiches nach 1945 transportiert wurden: Bei der Polizei gab es vom „kleinen“ Schutzmann bis zu Polizeipräsidenten Mörder in Uniform.
Diese bildeten die Generation der Nachkriegspolizisten aus. Oft hatte sich an den Inhalten und Überzeugungen der Altnazis nichts geändert. Hunderte Täter kamen z.B. bei der Bahnpolizei unter. Die Nachkriegsausbilder, oft infiziert mit dem Geist ihrer Ausbilder, bildeten ihrerseits Ausbilder aus. Die Kontinuität von strammen Nazis in führenden Positionen setzte ich auch bei den Juristen, Medizinern, Diplomaten, Lehrern, Historikern, Journalisten und anderen fest. Selbst Staatsekretäre Adenauers waren stramme Nazis. Es gab lange Zeit Netzwerke zur Unterstützung und zur Flucht. Die Polizei schaute sehr spät auf ihre Vergangenheit, das Auswärtige Amt erst vor ein paar Jahren. Nazisprüche haben ich bis in die 80er Jahre von auf unseren demokratischen Staat vereidigten Polizeibeamten gehört, ich war sehr oft – und manchmal längere Zeit mit Polizisten zusammen. Himmlers Perversität fand sogar in einer Funktionsbezeichnung für KZ-Gefangene Eingang. Mit „Kapo“ war nicht der Chef z.B. einer Baracke, einer Zwangsarbeitseinheit gemeint (Kapo = Haupt), sondern ein „Kameradschaftspolizist“. Stellt Euch mal so was in heutigen Gesangvereinen und Fußballclubs vor. Ein „Kamerad“ schnüffelt Kameraden aus. Die falsche Kameraderie ist bis heute Usus in Polizeirevieren. Da werden „Kameraden“, die schwerste Straftaten gedeckt es wird gelogen, weil man selber Dreck am Stecken hat und/oder von Kollegen bedroht wird. Der Großteil der heutigen Polizisten sind prima Kerle. Sie haben einen schweren Stand, werden angepöbelt, beleidigt und von Drecksäckchen schwer verletzt. Ich hoffe, ein wenig zur Aufklärung beigetragen zu haben und bin froh, dass wir hier auch so ein ernstes Thema behandeln können. Schöne Mover Hallo Mover,
du hast nicht zur Aufklärung beigetragen, sondern das Gegenteil erreicht. Zuerst diskriminierst du einen ganzen Berufsstand
und im folgenden Satz sprichst du wieder Positives.
Was denn nun? Du erhebst schwere Vorwürfe, die in Einzelfällen vielleicht vorgekommen sind, aber mit Sicherheit nicht an der Tagesordnung sind, wie aber aus deinem Text zu vermuten ist.
In Zeiten von Leasingfahrzeugen mit überschaubaren Laufzeiten sind "Werkstattfahrten" eigentlich ausgestorben. Und wenn dieser äußerst seltene Fall mal notwendig sein sollte, dann ist dieser ganz deutlich mit einer auffälligen Aufschrift zu kennzeichnen (früher schwarze Schrift auf neonrotem Magnetschild) Der Grund liegt in der Versicherung und evtl. "Bürgerbeschwerden".
Eine der Einstellungsvorrausetzungen für den mittleren Polizeivollzugsdienst ist der Besitz "einer Fahrerlaubnis für Personenkraftwagen mit Schaltgetriebe" ;-)
Der Spruch ist keine Erfindung von Heinrich Himmler, sondern vom preußischen Innenminister Albert Grzesinski aus dem Jahre 1926 --> Link
Dies beweist zweierlei: Erstens haben wir hier ein weiteres Beispiel für den Missbrauch, den die Nazis mit ursprünglich positiv besetzten Begriffen, Bräuchen, Symbolen etc. trieben. Und zweitens, dass wir hier in Teilen eine recht dusselige Diskussion führten. Danke Batchman! Mit freundlichen n, Ottomar :D :daumen2:
GENAU! Sorry, meine Zeit ist mir zu kostbar, um die vielen Prozesse, in denen Kameradie eine Rollen spielte, rauszusuchen. Deshalb nur ein Beispiel: Der im Osten Deutschlands in einer Arrestzelle umgekommene Mann.
Leider bin ich sehr in das Thema eingebunden. Es gibt Kameraderie und es gibt prima Polizeibeamte. Schönen Mover
Einzelfälle gab und gibt es immer wieder, es darf auf gar keinen Fall verallgemeinert werden und so viele Prozesse gibt es mit Sicherheit nicht. Weshalb gibt es so viele Prozesse nicht? Weil die Kameraderie, die Lüge, die Erpressung und das Mobbing genau dies verhindern.
Entschuldige bitte, aber das ist in meinen Augen Blödsinn.
Holla die Waldfeh! Da ist aber einer verschnupft.
;-) Leider scheint das Thema schon wieder langsam zu entgleisen :-( Vielleicht läßt es sich ja wieder dahin lenken.... Um auf den Eingangsbeitrag zurück zu kommen: Ich habe durch verschiedene Möglichkeiten und Freunde etwas "Einblick" in die Logistik des Streifendienstes. Es gehört zum Job eines Polizeibeamten, ein "Helfer" zu sein wenn es dazu dient, die "öffentliche Ordnung und Sicherheit" wieder her zu stellen. Und normalerweise macht er das auch, das hat bestimmt schon jeder einmal erleben dürfen. Leider hat ein Streifenwagen kein "Taxi-Lämpchen", das er an und aus machen kann, wenn er zu einem "Einsatz ohne Signal" unterwegs ist, z.B. Streit-Schlichtung, Ermittlungen oder Verkehrsregelungen nach einem Unfall oder Ampelausfall. Wenn er auf dem Weg zum Einsatz eine weitere "öffentliche Unordnung" in Form eines liegen gebliebenen Fahrzeugs sieht, dann muß er nach der Verhältnissmäßigkeit blitzschnell Prioritäten setzen. Alle Streifeneinsätze sind protokolliert, eine "eigenmächtige Änderung" muß auf Rückfrage auch erklärbar sein. Liegt das Fahrzeug ungesichert oder im Dunkeln hinter einer Kurve oder steht es gut einsehbar am Strassenrand bei nicht zu viel Verkehr? Ist die gemeldete Streitigkeit wichtiger/näher oder soll er ein zweites Fahrzeug dort hin schicken? Und vor allem: Ist überhaupt noch ein Fahrzeug frei oder sind gerade etliche Fahrzeuge an einer Fahrerflucht, einer Kerwe-Schlägerei oder einem flüchtigen Einbrecher beteiligt? Ich finde, man sollte auch mal an solche Sachen denken, wenn mal der "Helfer" nicht ganz so hilft, wie man es sich gerade wünscht... Achim @ batchman99
:daumen2: :daumen2: Ich wünsche und gönne es all den Nörglern, Beserwisser, Kumpanei-Schreiber usw. die Teilnahme an einer oder zwei Schichtumläufen oder an einem Friedensfest wie gerade ganz aktuell in Mannheim. Danach wären sie geheilt und würden ihren Unsinn nicht mehr verbreiten. Heiinjoy
:bindafür: Heiinjoy:
Was glaubst Du, wie viele Schichten ich geschoben habe? Hm,
entgleitet das Thema gerade ?? eisbaerchen :dance2: :dance2: :dance2: helmut @ mover,
ich seit 40 Jahren und habe noch zwei mir. Heiinjoy Die Zeit 1938 - 1945 hier hervor zuholen ist abwägig, weil eine einseitige
Betrachtungsweise anvisiert zu Mißverständnissen führt. All den Polizeibeamten/innen die jeden Tag bei nicht üpigen Gehältern (im Gegensatz zu den Politikern mit ihren Diäten unabhängig der Parteienzugehörigkeit) ob in damals Brokdorf,Stuttgart,Schanzenviertel Hamburg, Berliner Demos, jüngst in Mannheim,sowie bei jedem Bundesligaspiel und oder im normalen Streifendienst ihre Gesundheit und teilweise auch ihr Leben für die Bürger/innen aufs Spiel setzen, sollte mehr Achtung und Respekt entgegengebacht werden. Vielmehr sollte mehr Zivilcourage der Bürger dazu führen, die Beamten bei ihrer Arbeit zu unterstützen und sich nicht wegducken. Herold 1920 |
Anzeige
|