Hallo,
bin relativ neu im Forum, bisher nur zum Rumstöbern und Infos zusammensuchen. Dies ist mein erster Beitrag, denn es hat uns voll erwischt mit einem kapitalen Wasserschaden. Jetzt sind wir am Hin- und Herschwanken, ob wir eine Komplettsanierung wagen sollen oder doch lieber verkaufen.
Zur Geschichte: Ein Kollege erzählte 2008, dass er seinen selbst ausgebauten Ford Transit LT verkaufen wollte. Damals waren die beiden Kinder noch relativ klein (Tochter 14, Sohn 7), ich wollte vor allem eine bequemere Schlafmöglichkeit auf den Reitturnieren meiner Tochter, und der Platz reichte fürs erste. Nach einigen langen Wochenende stellten wir aber schnell fest, dass uns das Leben als Wohnmobilist sehr gut gefällt. Nur, für 2 Erwachsene (47 und 53) und 2 immer größer werdende Kinder reichte der Platz nicht aus. Es musste also ein „richtiges“ WoMo her.
Ende 2009 fanden wir den für uns idealen Grundriss und eine vermeintlich günstige Gelegenheit, einen Fiat CI Granduca 68, Erstzulassung 08-2000, damals 79t km. Alles sah ganz gut in Schuss aus, Feuchtigkeit konnten wir vom Sehen her nicht feststellen, da Frost herrschte, waren natürlich auch keine weichen Stellen im Unterboden festzustellen. Blauäugig wie wir waren, wussten wir natürlich auch nicht, wie man so was angeht. Das WoMo kam draußen auf unsere Auffahrt.
2 Jahre lang hat uns der Granduca auch gute Dienste getan. In diesem Sommerurlaub kam dann das böse Erwachen. Als absolute Laien haben wir einen kapitalen Fehler gemacht und zum ersten Mal gründlich von außen gereinigt: und zwar mit dem Hochdruckreiniger. Jetzt sind wir schlauer: Moos und Dreck hatten die noch vorhandenen Dichtmittel wohl noch einigermaßen zusammengehalten. Nach 4 Sonnentagen kam spät abends im Breisgau das erste starke Gewitter und es fing an, aus einem der Hochschränke zu tröpfeln. Schüsseln aufgestellt, Lappen ausgelegt und gehofft, dass es bis zum Morgen aufhört zu regnen. Dann am nächsten Abend der nächste Platzregen, und da kam es dann schon im richtigen Schwall durch die Tür. Wir haben daraufhin den Urlaub abgebrochen.
Zuhause dann erst mal in einer Halle untergestellt und sämtliche Schränke ausgebaut. Und dann gegoogelt, was das Zeug hält. Inzwischen haben wir Dank der Tipps aus dem Forum das Voltcraft MF 100. Folgendes konnten wir im jetzt fast leeren Womo feststellen:
Das Dach hat Alufraß in unterschiedlich schwerem Stadium. Vereinzelt gibt’s kleine Löcher bis ca. 2 mm, vor allem parallel zu den Kederschienen. Es kommt sozusagen von überall oben Wasser rein, mit Sicherheit mehr als nur eine undichte Stelle oder Leiste. Sämtliche Leisten und Anbauteile (zum Glück nicht so viel, nur Gittergerüst zur Montage von 2 Dachkisten, 2 Dachluken, die Treppe und Fahrradträger) müssten komplett neu abgedichtet werden. Das Dach komplett erneuert oder beschichtet werden.
Von innen ist das Dach von hinten bis zur Mitte der vorderen Sitzecke ein einziger Schwamm, muss also komplett neu, alles raus und neu aufbauen. Auffällig ist, dass es mittig der vorderen Dachluke einen leichten Knick im Dach gibt, dort wo es zum Alkoven hin ansteigt, aber noch ca. 70 cm vor direktem Beginn des Alkoven. Die Messwerte wechseln hier abrupt von patschnass zu „alles im grünen Bereich“. Die Seitenwände sind laut Messungen nur an einigen wenigen Stellen bis zum max. 15-20 cm nach unten hin betroffen. Bis hierhin versuchte ich meinen Mann (Handwerker) von einer Sanierung zu überzeugen. Dann haben wir mal nur ganz kurz den Unterboden befühlt und auf Anhieb gleich 2 weiche Stellen in den hinteren Ecken ertastet. Heißt also, der muss wohl auch mehr oder weniger komplett neu.
Aktuelle Situation ist also Folgende: Das WoMo steht zumindest zur Überbrückung in einer trockenen Halle. Alle Oberschränke sind abgebaut, Badbereich steht aber noch zur Erhaltung der Stabilität. Wir haben noch nichts an den Wänden aufgerissen, nur die untere Verkleidung der hinteren Luke abgebaut. Dachboxen und Gitter sind abmontiert, ebenso ein Teil einer Kederschiene um mal zu gucken, wie das geht und aussieht.
Wir stehen jetzt vor der Wahl:
• Nach und nach den Komplettaufbau in Angriff nehmen: wenn wir in der Halle bleiben können, zuerst von innen alles stückchenweise rausreißen (immer max. 2-3 qm, damit es stabil bleibt) und erneuern. Ich würde mit der Decke beginnen, weil die die meiste Feuchtigkeit enthält und das Austrocknen der anderen Bereiche erschwert. Dann die Seitenwände, soweit sie betroffen sind (nach und nach schauen), dann erst den Unterboden, und zum Schluss von außen alles abdichten. Da ein komplett neues Dach aus Kostengründen eher nicht in Frage kommt, würde ich es hier erst mal mit der Dachbeschichtung Durexon CW 130 versuchen (Händler ist hier bei uns Nähe Hamburg). Im schlimmsten Fall wären das dann 100,- € Verlust, falls es nicht funktioniert. Und dann könnte man immer noch sehen. Die Materialkosten für den Wiederaufbau wären absehbar, die Arbeitsstunden aber wohl fast unendlich! Von innen ist kein Wasserschaden zu sehen, daher auch keine Fotos möglich, ohne die Tapeten abzureissen. Dann hätten wir aber nicht mehr die Möglichkeit, die mein Mann favorisiert:
• Alles wieder an- und einbauen und an Bastler verkaufen, den Ärger runterschlucken und den Verlust (immerhin sicherlich 5-stellig) abschreiben. Bezahlt haben wir damals an die 20.000. Was könnte man für so ein Teil noch bekommen? Wie und wo könnte man es „loswerden“? Alte Bilder existieren leider z.Zt. so gut wie keine, machen kann ich erst welche, wenn alles wieder zusammengebaut wäre.
Zu was ratet ihr mir? Mein Mann ist für den Verkauf, an ihm würde die meiste Arbeit ja auch hängen bleiben. Wenn er nur daran denkt, was er alles finden würde… ! Er hat aber auch nicht wie ich im Forum gesucht und die vielen hilfreichen Anleitungen gelesen. Für ihn gilt: lieber ein Ende mit Schrecken… Ich bin handwerklich nicht ganz ungeschickt, kann aber natürlich nicht alles allein machen. Jetzt aber… Wie gesagt, als es noch nur um die Decke ging, hätte ich es mir zugetraut. Wenn ihr meint, dass es Sinn macht, könnte ich meinen Mann wohl schon nach und nach überzeugen.
Hilfe!!! Bin für jeden ernstgemeinten Ratschlag dankbar!
Liebe
Katja


