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22.09.2005
Am Ziel? Angekommen? Gibt es so was für uns eigentlich wirklich? Schließlich ist doch der Weg das Ziel! Wir stehen heute Abend in St. Alexandre auf dem Weingut Vieux Manoir de Fougerais. Ein herrlicher Blick über das Rhone-Tal gewährt sich uns. Die N86 in zwischen Pont St.Esprit und Nimes rauscht in 2 km Entfernung an uns vorüber. Man hört nichts davon. Langsam bricht die Dämmerung herein und die Lichter der Städte gar nicht so fernen Rhonetal gewinnen an Kraft. Man kann, wenn man die Lage weiss, Orange finden. Auf den gegenüberliegenden Bergketten tauchen einzelne angestrahlte Burgen auf. Nur der Mont Ventoux ist im Dunst nicht zu erkennen. Wir sitzen vorm Womo und schauen ins Tal der Rhone, Fledermäuse umschwirren uns, der Cote Du Rhone tut ein übriges...Leute, das ist das Leben. Hätte ich Worte wie Farben, meine Palette würde nicht ausreichen für diese Empfindungen.... Der Tag hatte in Aubenas mit dem obligatorischen Baguette begonnen. Nach dem Frühstück und Abwasch ging es los in Richtung Gorges de l´Ardeche. Bei Vogue la Gare finden wir einen Campingplatz der V+E für Durchreisende bietet. Für 2 Euro komplette Entsorgung und Frischwasser. Auf dem Weg nach Vallon Pont d´Arc zeigt sich schon endrucksvollste Natur. Und bis zum Postkartenmotiv des Pont d´Arc hält sich auch Elkes Höhenangst im Rahmen. Doch dann frißt sich die Ardeche immer tiefer in den weichen Kalkstein und die Strasse, die oben entlang führt steigt auch noch an. Immer wieder kann man von Aussichtspunkten einen Blick auf das großartige Bild dieser Landschaft werfen. Und immer wieder halte ich an um Blicke auf die Felswände und den sich unten schlängelnden Fluss zu werfen. Und um ein paar Fotos zu schiessen. Elkes Höhenangst wuchs an manchen Stellen unbarmherzig an. Und ich genoss die Ausblicke, die sich mir boten. Die Erleichterung meiner Frau war spürbar als wir mit St. Martin de l´Ardeche den Endpunkt der Schlucht erreicht hatten.
Nun ging es gemähchlich ins Tal der Rhone hinein und über Pont St. esprit nach St. Alexandre, einem kleinen Dörfchen am Rande der N86. Wir hatten uns dort einen Winzer ausgesucht und hatten eine goldrichtige Wahl getroffen: die Weine waren vorzüglich, und der Stellplatz ruhig und zum geniessen. Wir beschliessen für morgen einen Ruhetag. 23.09.2005 Am Morgen geniessen wir den Sonnenaufgang über dem Rhonetal. Im Hintergrund etwas rechts neben der Sonne erkenne ich zum ersten Mal den Mont Ventoux. Er soll uns auf der Reise ein fast ständiger Begleiter sein... Ich radle die paar Kilometer nach Pont St. Esprit zurück und besorge unser Frühstück. Das nehmen wir denn auch im Freien ein. Und dann pflegen wir der Ruhe. Endlich komme ich mal wieder zum malen! Das Hobby liegt schon lange brach. Aber solch ein Ruhetag in solch inspirierender Landschaft motiviert schon ein wenig. Am späten Nachmittag gesellt sich ein zweites Womo zu uns: ein Ehepaar aus dem Elsass kennen den Winzer von einer Messe her und sind seiner Einladung zum Weinkauf gerne gefolgt. Wir schliessen uns an und besorgen uns neben einer weiteren Weinprobe (wir hatten ja schon am Vortag eine Degustation gehabt) unseren Dämmerschoppen und eine kleine Reserve für die Weiterfahrt. Dein Bericht macht mal wieder Lust auf Südfrankreich. Wie ich sehe seid ihr mit France Passion unterwegs gewesen da sind wir seit gut 10 Jahren Mitglied.
Bis bald A. Einfach nur schön....... die Landschaft ..... die Fotos....... und dein Bericht! :daumen2:
PS: oben, kurz vor der Passhöhe lässt es sich vorzüglich übernachten..... da sind noch Strassenreste von der alten Strasse vorhanden auf denen es sich ruhig übernachten lässt. Danke Leute! :oops:
Leider gehts nicht so schnell voran mit dem Bericht, wie ichs gern hätte. Aber es gibt halt auch noch ein Leben neben dem PC..... 24. Nach dem Ruhetag sind wir wieder "on the road again". Erst mal einkaufen in Pont St. Esprit. Bei "Champion" gibts Champignons, also steht unser Abendessen schon fest: Champignons mit Speck, Zwiebeln und Knoblauch in einer Wein-Sahne-Kräter-Sauce. Frühstück und Mittagessen werden kurzerhand zusammengelegt, denn wir sind spät dran und das Poulet Roti in der Theke lacht uns an und ruft "kauf mich, kauf mich"...
Auf unserer Route finden wir kurz vor Cairanne den passenden Parkplatz für unser "pique nique" im Freien. In Cairanne finden wir dann im Hof der Weincooperative auch die Möglichkeit zu V+E. Unser Ziel wird heute Vaison la Romaine sein. Eventuell dann weiter nach Carpentras. Als wir in Vaison ankommen finden wir auf Anhieb einen bereits um 14.00 Uhr gut gefüllten Platz mit Womos vor. Einige stehen auf Keilen und wir wissen sofort, auch wenn kein Schild ausdrücklich auf einen Stellplatz verweist: hier können wir übernachten. Wir beschliessen zu bleiben. Wir werden uns noch einmal die römischen Ausgrabungen und das Theater ansehen. Ist ja nun auch schon 8 Jahre her. Diesmal bummeln wir auch durch die Cite Medievale bis hoch zum Chateau.
Ein prächtiger Blick über Vaison bietet sich uns dort! Und auf den jetzt schon zum Greifen nahen Mont Ventoux. Wenns morgen klar ist gehts dort hinauf! Gestern schon sah ich den "Sturmumtosten" von St. Alexandre aus im Frühdunst als schemenhafte Silhouette. Hier in Vaison stehen wir direkt davor. Unsere Champignons schmecken vorzüglich und der Cote du Rhone aus St. Alexandre rundet den Abend ab. Mittlerweile ist der Platz gefüllt mit Womos. Eigentlich liebe ich solche Wagenburgen ja nicht besonders. Aber der Gedanke an den nahen Ventoux lässt mich alles lockerer sehen. Der Berg ist Magie. Und er ruft. Mich! Ich hab Probleme Bilder hochzuladen....??!! 25.09.2005 Carpentras-Serre 22.00 Uhr
Ein heftiges Gewitter erschüttert unser Womo und die Blitze erleuchten unsere Umgebung. Eines jener Gewitter, wie wir schon einmal eines am Mont Ventoux erlebt haben... Damals standen wir direkt am Berg bei Bedoin, heute sind wir etwas entfernt in Serres auf dem Weingut Mas des Oiseaux in der Nähe von Carpentras.
Aber man fühlt "seine" Nähe, die Nähe des Berges, der die Blitze anzuziehen scheint und der den Donner vervielfacht zurückgibt. Heute früh war er von Vaison la Romain aus nicht zu sehen. Frühdunst und Wolken verbargen den Riesen der Provence vor unsreren Blicken. Nach ausgiebeigem Frühstück machten wir uns auf den Weg über Malaucene nach Bedoin, um auf den Berg zu gelangen. Bei Elkes Höhenangst ist diese Seite die einzige Möglichkeit. Vor vier Jahren sind wir drüben hochgefahren. Die Folge waren Schweissausbrüche und Panik. Eigentlich spielt das Wetter auch mit. Das Mittelmeer werden wir zwar nicht sehen, aber es wird genügend Fernsicht sein. Es ist Sonntag und es sind wahnsinnig viele Radfahrer auf dem Anstieg nach oben. Manchmal weiss ich nicht ob ich sie beneiden, bewundern oser bedauern soll. Beneiden, weil ich das niemls mehr schaffen werde, diesen Berg mit dem Rad zu bezwingen, bedauern, weil einige in Selbstüberschätzung ihren Vorbildern nacheifern wollen, ohne jemals auch nur annähernd jene Summen zu verdienen, für die sich eine solche Schinderei lohnt. Trotzdem hat jeder, der es schafft meine vollste Bewunderung. 15 km lang eine Steigung zwischen 8 und 10 %! Meine Bremsen wissen seit der Abfahrt, was das heisst. Die haben gequalmt! Der Berg übt seinen Zauber aus und lässt seinen tiefen Eindruck erneut bei mir zurück.
Wir fahren hinunter und suchen unserer Stellplatz auf dem France-Passion Weingut Mas des Oiseaux auf. Wir lernten an diesem Abend etwas über die Funktionsweise der Lesemaschine (odenwälderisch: Trauweroppmaschin) als der Hausherr mit umgehangener Schrotflinte aus den Reben zurückkam. Gerne erklärte er uns das Teil. Wir erfuhren, das ab und an Wildschweine vom Berg herabkommen und Schäden in den Weinbergen anrichten und er deshalb unterwegs war und nicht, wie ich ihn gefragt hatte, um Karnickel zu schiessen.
Und jetzt beobachten wir das Gewitter. Und hören dem Zürnen des Ventoux zu. es muss ja nicht uns gelten.... Suuuuuuper.....
A. Hallo Kater58,
vielen Dank für Deinen tollen Bericht und die Fotos! Ich glaub da müssen wir mal wieder in diese Richtung fahren..... :daumen2: ... und wieder soviele anregungen, klasse ! Hi Kater,
dein Bericht ist klasse. Wir waren auch vor einigen Jahren (Aretousa weiß das Jahr besser als ich; ich fahre, sie schreibt) am Ventoux, aber nicht drauf. Ich hätte schon Lust. Mal sehn. Es gibt so viele Ziele. Wie war das am Samstag Abend mit Irland? oder doch Frankreich oder Skandinavien oder .... ? Packen wir es an ! Hans-Werner Irland bleibt wohl vorerst ein Traum!
26.09.2005 Der Zorn des Taranis ist verebbt! Ein windstiller, frischer, mit hoher Bewölkung gesegneter Morgen beginnt über den Weinlagen des Cotes du Ventoux. Man kann ihn sehen, den bestimmenden Berg mit seiner weissen kalksteinkuppe, die im Sonnenlicht immer wie Schnee wirkt. Jetzt aber im fahlen Gegenlicht nur grau in grau. Er hat am vergangenen Abend sein mächtiges Wort gesprochen, nun thront er wiedr majestätisch über seiner Region.- Ich radle nach Carpentras und besorge uns ein Baguette zum Frühstück. Welche Ruhe am Morgen noch über den Reben liegt! Nach dem Frühstück bedanken wir uns bei unserem Gastgeber, nicht ohne uns mit Wein für die nächsten Tage einzudecken. Unsere Reise führt uns weiter nach Isle sur la Sorgue und an die Fontaine de Vaucluse. So trocken habe ich die Fontaine noch nicht gesehen. Beim letzten Mal konnte man das Wasser immerhin vom Geländer aus sehen. Diesmal musste man schon ein Stück in die Höhle steigen Auf dem Parkplatz vor dem Ort Fontaine de Vaucluse befindet sich ein Grossparkplatz, auf dem es Entsorgungsmöglichkeit gibt und auf dem man, zumindest um diese Jahreszeit, auch übernachten kann. es stehen einige Womos auf Keilen, was uns beweisst, das die auch mehrere Tage hier zubringen.
Für uns ist es noch etwas früh und wir beschliessen weiterzufahren. Über Cavaillon geht es nach St. Remy. In der Geburtsstadt des Nostradamus herrscht Hektik: eine Art Kirmes mit angeschlossenem Boule-Tournier oder umgekehrt findet hier statt. Wir fahren mit offenen Fenstern und können das aneinander klacken der Metallkugeln hören. Die Champs stehen offenbar Schlange um sich für den Wettbewerb einzuschreiben. uch St. remy hatten wir auf einer früheren Tour schon mal besucht, das antike Glanum, vor den Toren von St. Remy gelegen jedoch noch nicht. Auf dem Parkplatz neben dem ältesten Stadtgründungtor Frankreichs begrüssen uns schon Horden von Moustiqes. Eigentlich wollten wir hier im Olivenwäldchen übernachten und morgen früh Glanum ansehen, aber der Insektenschwarm ist denn doch zu arg. Wir machen noch einen kurzen Spaziergang nach der auf der anderen Strassenseite gelegenen Irrenanstalt St. Paul in der VanGogh behandelt worden war, und wo man heute für teures Geld sein restauriertes Zimmer besichtigen kann, wenn man will. Wir wollen nicht. Seine Bilder im Musee d´Orsay oder auch die "Sonnenblumen" in der Münchener Pinakothek sind uns lieber.
Wir fahren weiter nach Les Baux. Auch hier kann man das Womo kaum verlassen vor lauter Moustiques, aber es ist etwas erträglicher als in St. Remy. Ein toller Blick auf die unserem Parkplatz gegenüberliegende Stadt-Festung, zuerst im Licht der untergehenden Sonne und dann beleuchtet ist Entschädigung für die zahlreichen Insektenstiche, die wir uns eingehandelt haben. Ausserdem gibts heute Abend Muscheln! In Weissweinsud. Und das können uns auch Schnaken nicht vermiesen! Und noch eine Flasche Cotes du Ventoux zum einschlafen
27.09.2005 Ein ruhiger tag geht zur Neige. Aus dem CD-Player klingt "Kind of Blue" von Miles Davis. Wir stehen in der Camargue. Heute Morgen sind wir von Les Baux aus, nach kurzem Besuch einer Ölmühle, um einen Liter Olivenöl schwerer, nach Arles gefahren. Wir waren schon öfter in Arles. Ich mag Arles und seine Gassen und Plätze. Es gibt nichts zu besichtigen, das wir noch nicht kennen, also lassen wir beim Bummel einfach die Athmosphäre auf uns wirken. Arles ist trotz allem Tourismus einer jener Plätze, die Seele haben. Parken (und vielleicht auch übernachten ?) kann man am geschicktesten am Gare de Routieres. Dort, bei den Busparkplätzen, sind einige Womos abgestellt und wir gesellen uns für die Dauér unseres Besuches dazu. V+E gibt es etwas ausserhalb am Camping City. Man muss nicht auf den Platz um die Entsorgungsstation zu benutzen. 17 € für eine Übenachtung sind wohl auch etwas übertrieben... Das Mittagessen nehmen wir im "Cafe de la Nuit" ein. Nichts besonderes, aber auch nicht schlecht. Das kulinarische Highlight des Tages ist der Thunfisch, den wir im Womo heute Abend selbst zubereiten. 28.09.2005 Wir verlassen die Camargue wieder nach einem Einkauf bei unserer France-Passion-Gastgeberin. In diesem Laden fanden wir alles vor, was wir für zu Hause mitzunehmen gedachten: Olivenöl und Camargue-Reis, Nougat und natürlich auch Wein. Der schaffte allerdings die Heimreise nicht :wein:
An diesem Tag fahren wir mal wieder eine etwas weitere Strecke. Die insgesamt 224 km führen uns aus der Camargue heraus über Arles nach Aix en Provence und von dort nach La Ciotat. In Cassis fanden wir keinen Parkplatz und La Ciotat lädt uns ein zum Hafenbummel unter Palmen. Die "Calenques" können wir in der Ferne sehen. Für die nacht beschliessen wir zum Mt. Sain Victoire zu fahren. Wir sind gespannt ob wir den Parkplatz wieder finden, auf dem wir vor 8 Jahren schon einmal übernachtet hatten. Es ist nicht ganz leicht und beim ersten Mal fahren wir prompt an der Einfahrt vorbei. Er ist nicht beschildert als Parkplatz. Aber im 2. Versuch klappts dann. In der Abgeschiedenheit der Gebirgslandschaft des St. Victoire verbringen wir zum zweiten Mal einen Nacht. Weit ab von jeglicher künstlicher Lichtquelle ist hier der Sternenhimmel besonders klar. Nur in der Ferne lassen sich die Lichter von Aix en Provence ahnen. 29.09.2005 Wir verlassen "unseren" Parkplatz wieder. Nicht ohne dass ich noch einen Morgenspaziergang gemacht habe! Wir folgen der Route Cezanne um das Massif des St. Victoire, das der Maler so oft als Motiv gewählt hatte, herum.
Hier in der vorgelagerten Ebene muß die Schlacht stattgefunden haben, in der der römische Feldherr Marius die vereinigten Cimbern und Teutonen vernichtend geschlagen hat. Und zu unserer Linken die herrliche Kulisse des St. Victoire. Wir kommen an Vauvenargues vorbei, dem Ort an dem der alternde Picasso ein Schloss als Ruhesitz gekauft hatte und auf dessen Friedhof er ruht. Hier, im Gedenken an Paul Cezanne wollte er begraben sein. In Aix en Provence kann man das Atelier von Cezanne besichtigen. Es wirkt, als habe der Künstler gerade mal das Haus verlassen um sich ein Baguette zu holen. Dort waren wir vor 8 Jahren auch gewesen. Diesmal lassen wir es aus. Unsere Fahrt geht weiter von Aix aus in Richtung Norden. Jetzt ist der Luberon unser nächstes Ziel. In lourmarin legen wir eine kurze Pause ein und bummeln zum Chateau und durch die Gassen der Altstadt. Hier liegt Albert Camus begraben. Eigentlich lädt der Parkplatz auf dem wir stehen zum Übernachten ein, aber wir beschliessen weiter zu fahren. Wir müssen entsorgen! Durch den Luberon geht es auf kurvenreicher Strecke durch bizarre Felslandschaft nach Bonnieux. Welch ein Anblick bietet sich uns da. das Städtchen schmiegt sich malerisch an einen Hügel und vor uns liegt die Ebene zwischen dem Luberon und den Monts de Vaucluse. Über Lacoste fahren wir zunächst in Richtung Cavaillon und dann ein weiters mal zur Fontaine de Vaucluse. Dort wollen wir die Nacht verbringen und unserem Entsorgungsgeschäft nachkommen. Für 3 € "all inclusive" stehen wir mit gut 30 anderen Womos auf dem Parkplatz an der Sorgue. 30.09.2005 Wer von der Fontaine de Vaucluse in den Luberon fahren will sollte mal die Route Touristique in Richtung Gordes wählen.
Sicher, die Straße reicht an manchen Stellen kaum für Gegenverkehr, dafür hat man landschaftlich die herrlichsten Eindrücke. Nachdem ich am Morgen eine kleine Radwanderung von Fontaine nach Isle sur la Sorgue unternommen hatte um mir dort noch einmal den Ort und die "Partage des Eaux", die Teilung der Wasser anzusehen brachen wir nach dem Frühstück auf und fuhren besagte Route. Auf die Besichtigung der Orte verzichten wir. Wir kenn sie ja alle von früheren Reisen.
Vorbei an der "Village de Bories" geht es nach Gordes, dann zur Abbay de Sananque. Einen kurzen Halt machen wir dort nur um mal zu sehen wie es aussieht, wenn der Lavendel nicht blüht. Auf Postkarten und wohl auf den meisten Urlaubsfotos sieht man nur blühenden Lavendel. Die Abbaye büsst nichts von Ihrer Attraktivität ein. Weiter gehts nach Roussillon, dem Ockerdorf und anschliessend zur Pont Julien. Die Brücke aus der Zeit Julius Caesars ist mittlerweile im Ruhestand. Sind wir vor vier Jahren noch drüber gefahren, wurde sie mittlerweile von einer modernen Brücke gleich daneben von ihren Pflichten entbunden. Wir besuchen Lacoste mit dem Schloß des Marquis de Sade, an dem fleissig restauriert wird und das den Ort überragt. Anschliessend geht es weiter nach Menerbes. Dort machen wir einen kleinen Ortsbummel und geniessen die Aussicht auf den Luberon und das gegenüberliegende Plateau Vaucluse. Überall hat man einen wunderbaren Blick. Herrlich blauer Himmel begleitet uns. Wir schaun ins "Maison de la Truffe et du Vin" und staunen über die Bemühungen, Trüffeln zu züchten. Es wird da tatsächlich mühsam einiges vesucht.
Wir finden ein klassisches Trüffel-Spezialitäten-Restaurant und denken an Peter Mayle, der hier sicher auch schon mal gegessen hat. Neben dem stahlblauen Himmel begleitet uns aber auch seit zwei Tagen der Mistral. Er kühlt die Luft ab und lässt keine allzu grosse Hitze aufkommen.
Und überall auf unsere Route durch den Luberon sehen wir in der Ferne den Riesen der Provence, den Mont Ventoux. Er lässte einen nicht mehr los, wenn man einmal in seinen Bann geraten ist. So klar wie heute hätte es wohl sein müssen, als wir dort oben waren! Welch eine Fernsicht hätte sich uns geboten! Am Abend stehen wir in Apt auf dem Campingplatz. Morgen ist hier einer der bekanntesten Märkte der Provence, und den besuchen wir traditionell, wenn wir hier sind. Und heute Abend gibts Muscheln in Weißweinsud. Sehr delikat. ---- wir haben viel zu wenig Urlaub!!!!!!! Deinen Bericht könnte ich immer, immer wieder lesen....und nachfahren.....aber im Moment bleibt nur eine Möglichkeit.....davon träumen.......
Danke Lena 01.10.2005 Der Markt in Apt ist vorüber. Ich denke ich muss ihn nicht beschreiben. Wer die Märkte der Provence kennt, weiss was wir an diesem Tag sehen und erleben durften. Das Flair, das diese Märkte ausstrahlen zieht einem einfach in seinen Bann.
Wir kaufen noch ein paar Kleinigkeiten ein. Knoblauch und Lavendelhonig nehmen wir immer mit wenn wir hier sind. Zum Abschluss gibts noch das obligatorische Poulet roti, das wir mit Genuss und einer Flasche Rose auf dem Campingplatz verspeisen. Wir beschliessen noch eine Nacht hier zu bleiben. Morgen beginnt die Heimreise. Aber heute hat sich der Mistral gelegt und es ist richtig warm. Wir sitzen noch lang vorm Womo. Ein herrlicher Sonnenuntergang lässt ein paar wolken in allen Rottönen leuchten. Die Fledermäuse schwirren um die Zedern, die dem Campingplatz seinen Namen gegeben haben. Wir sind in Abschiedsstimmung. 02.10.2005 Der Mistral ist wieder da! Aber der Himmel ist immer noch blau. Unserer heutige Etappe beträgt nur 67 km. Wir fahren nach Chateuneuf du Pape. Es ist als würde ich zögern die Provence zu verlassen. Wir wollen den Nachmittag noch einmal ein wenig vorm Womo sitzen und im Windschatten ist es sogar noch einmal warm. Tragen wir heute zum letzen Mal Shorts und Tops? Bis um fünf Uhr blieb es schön und wir genossen die Sonne und den Wein. Dann bewölkte sich der Himmel und zwang uns ins Womo. 03.10.2005 Der Sonnenaufgang am alten Papstpalast in Chateauneuf du Pape ist trotz der Bewölkung und des tobenden Mistrals sehenswert. Noch einmal erhebt sich vor mir der Mont Ventoux, mit verschleiertem Gipfel, aber majestätisch. Er hat diese Reise durch die Provence begleitet und war fast immer, mit Ausnahme der Gegend von Arles bis Aix en provence, sichtbar und präsent.
Nach dem Frühstück gehts noch einmal über Orange und Pont St. Esprit zu unserem Winzer in St. Alexandre. es liegt ja am Weg. Die Weinvorräte werden noch einmal ergänzt und dann kehren wir der Provence und dem Ventoux endgültig den Rücken. Über die N86 fahren wir Richtung Lyon. In Valence ist noch einmal Tank- und Einkaufsstop und dann geht es durch die Aussenbezirke von Lyon hindurch ins Tal der Saone. In Villeneuve sur Saone finden wir am Flussufer einen Platz für die Nacht. 04.10.05 Die Heimreise steht an und wir stehen heute Abend noch mal in Baume les Dames auf dem Stellplatz, wie schon auf dem weg in den Süden. Von Villeneuve sur Saone aus sind wir über Bourg en Bresse, Lons le Saunier und besancon gekommen. Die zarten Rindersteaks lassen unsere durch das nahe Urlaubsende angekratzte Laune wieder etwas ansteigen. 05.10.2005 Wir folgen der N89 über Belfort bis Colmar. Dann fahren wir noch ein bisschen auf der Route de Vins d´alsace. Wir wollen eigentlich in Nothalten bei einem Winzer übernachten, wo eir schon mal standen. Áber durch die Lese bedingt gibt es keinen Platz in seinem Hof. Wir nehmen allerdings noch eine Kiste Tokaj Pinot Gris mit nach Hause (Eine Flasche davon hab ich noch! Die werd ich an meinem Geburtstag trinken...) Übernachten können wir dann in Obernai. 06.10.2005 In Obernai ist Markt! Das verhindert eine schnelle Abfahrt nach Hause. Das zwingt uns zu einem letzten Bummel durch die mit Ständen gesäumten Gassen. Noch einmal geniessen wir die Athmosphäre französischer Märkte. Ein frischer Ziegenkäse hier, ein Elsässer Brot noch dort... wir können uns kaum trennen, aber irgendwann ists halt vorbei und so treten wir die Heimreise an. In Illkirch geht es noch einmal in einen Supermarkt und dann über Strassbourg, Lauterbourg, Speyer und Heidelberg ins Neckartal und zurück in den Odenwald. 206 km lang ist diese letzte Etappe. Ich habe fertig! Ganz herzlichen Dank für deinen schönen und für alle hier nützlichen Bericht .
TOLLLLLLLLLL[/b] Super Bericht und ebenso tolle Fotos :gut:
Udo mein gott in frankreich ... ist das ein land ! je mehr man hört, desto "süchtiger" wird man; ich glaub dich hats auch erwischt, dein bericht und die schönen bilder verraten dich :) ...da will ich auch mal hin 8)
Also bis ins Elsaß und in die Vorgesen haben wir uns ja schon gewagt, die Normandie und Bretagne haben wir auch gesehen, aber ich weiß jetzt wo wir dringend noch hin müssen :D Ja, erwischt hats mich schon lange, das Frankreich-Fieber. Es zieht mich (uns) immer wieder hin. Nächstes Jahr wirds wohl mal wieder etwas nördlicher werden. So ab La Rochelle die Küste nach Norden, über St. Nazaire in die Bretagne, könnte ich mir vorstellen. Und dann? Mal sehen wo es uns hin verschlägt. Wir sind ja überall zuhause, wo wir uns wohl fühlen und wo wir willkommen sind.
Nachzutragen bliebe noch, daß wir eine Gesamtstrecke von 2804 km zurückgelegt haben, ca. 20 Baguettes, ca. 34 Flaschen Wein, etliche Kilo Muscheln , 2 Poulet Roti und 3-4 Putenkeulen (neben vielen anderen Delikatessen) konsumiert haben. Wir standen an 15 verschiedenen Orten und bis auf die 2 Nächte auf dem Campinglatz in Apt immer frei oder bei France-Passion Leuten. Unser Streckenprofil ging von 1m (La Ciotat und Camargue) bis 1912 m (Mont Ventoux). Hallo Lothar, ich habe mir soeben diesen Bericht ausgedruckt- werde ihn mir dann abends im Womobett mal wieder zu Gemüte führen. Ich grüße den Mt Ventoux gerne von dir und werde dann zusammen mit Hans- Werner eine gute Flasche Rotwein auf dich und Elke leeren.
Bis bald Lena |
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