Es war wieder mal ein toller Urlaub, der auch unseren jugendlichen Kindern super gefallen hat.
Leider wurde er diesmal durch zwei Vorkommnisse überschattet. Aber dazu später!
Über Dresden sind wir angereist und haben unsere erste Nacht auf deutscher Seite im Feriendorf Finnhütte bei Niesky verbracht. Am nächsten Morgen ging es über Görlitz nach Polen.
Unsere erste Station war Szklarska Poreba, um dort den Zackenfall zu bewundern. Die Übernachtung auf dem 24h-Parkplatz war angenehm und am nächsten Morgen ging es über Stock und Stein zum Wasserfall.
Am darauf folgenden Tag ging es weiter nach Karpacz. Zunächst besichtigten wir die Wang-Kirche, die komplett aus Holz erbaut ist. Sie befand sich zunächst in Norwegen und wurde später original hier in Polen wieder aufgebaut.

Danach richteten wir uns mit WoMo und Motorrad-Anhänger auf dem dortigen Stadt-Campingplatz häuslich ein, um am nächsten Tag per Bus, teils mit Sessellift und überwiegend zu Fuß die Schneekoppe zu erklimmen.
Die letzten Höhenmeter hatten es ganz schön in sich. Der männliche Teil der Familie ging den teilweise recht steilen Aufstieg, die Damen die Light-Version! Schweißtreibend bei sommerlichen Temperaturen, aber doch herrlich war es für alle!
Oben wurden wir mit einem tollen Ausblick nach Polen, wie nach Tschechien belohnt! Die polnisch-tschechische Grenze verläuft auf der Bergkuppe. Mittendrauf befindet sich ein tschechisches Postamt!
Der Abstieg bescherte uns eine tolle Wanderung über ca. 20 km, die von weiteren herrlichen Ausblicken und Einkehrmöglichkeiten in den vorhandenen Bauden gekrönt war!
Zur Belohnung für die ganzen Strapazen gab es zum Abschluss eine reich belegte Gofri (Waffel).
Nach dem anstrengenden Tag ließen wir diesen bei Wein und Bier ausklingen.
Am nächsten Morgen, ca. 5.30 Uhr, ging ich nach draußen, um eine Zigarette zu rauchen. Diese hatte ich just angezündet, als schon der aufgeregte Campingplatzbesitzer hinter unserem WoMo herkam und mir auf Polnisch zu verstehen gab: Das Motorrad war weg! Als ich vor das WoMo ging, wo das Motorrad auf dem Anhänger gestanden hatte, war der Zaun durchtrennt, das Motorrad nebst Anhänger nicht mehr da und sogar schon die Polizei vor Ort! Vermutlich nachts, gegen 3.00 Uhr (wir hatten zwischendurch mal Stimmen gehört) müssen mehrere Personen das Moped mit Anhänger auf die Straße gehoben haben. Dieses dann in einen gegenüberliegenden Waldweg geschoben haben, um dort die Spanngurte zu durchtrennen, das Moped in einen Kastenwagen zu hieven und den Rest liegen zu lassen.
So schnell hat man kein Moped mehr! Nur schade, dass es erst der zweite Urlaubstag in Polen war!
Das Campingplatz-Ehepaar war so geschockt, dass sie nicht einmal die Übernachtungsgebühr von uns haben wollten. Dies kam natürlich gar nicht in Frage, schließlich konnte keiner was dafür. Der halbe Vormittag trug sich dann mit Beweis- und Protokollaufnahmen, teils auf dem Revier zu. Anschließend war sofortige Kontaktaufnahme mit der Versicherung in Deutschland angesagt.
(Bis jetzt hat die Versicherung noch nicht gezahlt. Aber seit drei Wochen habe ich ein neues Motorrad!)
Am selben Tag noch setzten wir unsere Fahrt (den Anhänger ließen wir auf dem CP in Karpacz) fort über Walbrzych, Schloss Fürstenstein, zum Sanctuarium Wambierzyce. Dort übernachteten wir frei stehend auf dem örtlichen Parkplatz.
Auf der Fahrt dorthin stellten wir fest, dass die polnischen Tunnel- und Unterführungsdurchfahrten großzügig bemessen sind. Die niedrigste Höhenangabe, die wir passierten, war 2,75 m, obwohl unsere Fahrzeughöhe mit 3,45 m angegeben ist!
Nach der Besichtigung des Sanctuariums am nächsten Morgen fuhren wir erst mal zu einem nahe gelegenen Badesee zur Erholung!
Hier konnte man gut parken, jedoch zur Übernachtung war es nicht gestattet!
Also setzten wir unsere Fahrt fort in Richtung des Großen Heuscheuer, an dessen Fuße in Karlow sich eine Übernachtungswiese für WoMos befindet.
Von dort hatte man einen herrlichen Ausblick auf die bevorstehende Wanderung am darauffolgenden Tag!
665 Stufen, teils in Fels gemeißelt, ging es hinauf und hinunter!
Vorbei am Affenkopf und anderen skurrilen Felsformationen, durch Schluchten und enge Felsspalten war es eine, nicht nur für uns, aufregende Wanderung, die wieder mal mit herrlichen Ausblicken, auch mit Blick auf den SP, belohnt wurde!
Nach leichtem Nieselregen ging es nun weiter nach Kudowa Zdroj zur berühmten Schädelkapelle.
An der, in Kudowa Zdroj angrenzenden, Europastraße war die Ent- und Versorgung an einer großen BP-Tankstelle problemlos und sogar kostenfrei!
Weiter ging es nach Nysa, polnische Partnerstadt einer unserer Nachbargemeinden. Die Stadt selbst haben wir nicht gesehen, wohl aber den Badesee. Nach der ganzen Kultur brauchten wir ein wenig Entspannung und auch die Pizza war wirklich gut!
Unsere nächste Station war Gliwice! Auch hier fanden wir zufällig einen netten Campingplatz für umgerechnet 2,50 € pro Nacht mit Badesee.
Nach den kulturfreien Tagen fuhren wir weiter nach Auschwitz! Direkt am ehemaligen KZ übernachteten wir auf dem nahegelegenen Stellplatz in internationaler Nachbarschaft zu Spaniern, Franzosen, Holländern und Italienern, usw.
Die Besichtigung der Lager Auschwitz Birkenau und Auschwitz I. war sehr beeindruckend. Und ebenso beeindruckend war, mit welcher Stille so viele Menschen sich auf einem Gelände bewegen.
Auch für unsere Kinder war es ein Erlebnis der besonderen Art.! Nicht zuletzt, da sie sich im vergangenen Schuljahr viel mit der Zeit des Nationalsozialismus während ihres Unterrichts beschäftigt hatten.
Unsere Weiterfahrt Richtung Krakau führte uns nun in den unbedeutenden Ort Wadowice, da unsere Tochter im Reiseführer die dort berühmten Papstschnitten entdeckt hatte!
Wadowice ist der Geburtsort von Karol Wojtila, auch bekannt als Papst Johannes Paul II. Die dort überall angebotenen Papstschnitten waren eine seiner Lieblings-Süßspeisen.
Und jetzt auch von uns!

Nun waren wir aber gespannt auf Krakau: Kultur, Shopping, Straßencafés, Großstadtfeeling….
Der CP dort verfügte über geräumige Stellflächen und eine fußläufige S-Bahn-Anbindung. Der CP war gut belegt (99% WoMos) und das Publikum international!
Am späten Nachmittag fuhren wir trotz 34° Grad Außentemperatur mit der S-Bahn in die City, um auf dem berühmten Marktplatz nett Essen zu gehen.
Direkt neben der ebenfalls berühmten Tuchhalle hatte die Feuerwehr einen wassersprengenden Schlauch verlegt, um den sich tummelnden Menschen Abkühlung zu verschaffen.
Wir bevorzugten die Abkühlung in einem Straßencafé bei einem kühlen Blonden und Cola.
Nachdem wir bereits bezahlt hatten, wurde ich von einer Wespe in die Kniekehle gestochen. Was ich bis dahin nicht wusste, war, dass ich hochallergisch darauf reagiere!
Binnen kürzester Zeit war ich bewusstlos und bekam kaum noch Luft! Meine Familie veranlasste sofort die Alarmierung eines Rettungswagens, der jedoch erst nach ca. 20 Min. eintraf. Dann ging alles sehr schnell, da meine Atmung fast schon aussetzte, und ich wurde nach ca. 1,5 Std. erst wieder auf der Intensivstation eines Krakauer Krankenhauses wach! Dort verbrachte ich dann die Nacht unter strenger Überwachung des Personals. Am nächsten Tag ging es mir aber wieder besser und mittags durfte meine Familie mich mit zum CP nehmen.
Nach ausgiebigem Schlaf konnten wir dann am darauf folgenden Tag eine City-Tour durch Krakau unternehmen. Dies allerdings im komfortablen Golf-Caddy, da ich noch etwas angeschlagen war! Wir besuchten die Sehenswürdigkeiten der Krakauer Innenstadt, ebenso wie das jüdische Viertel Kazimierz und Schindlers Fabrik.
Krakau war unser geplantes Endziel von der Entfernung her, sodass wir von dort über die Autobahn per ViaToll problemlos Richtung Deutschland fuhren. Mit einer Zwischenübernachtung am Badesee „Jezoro Turawskie“ nahe Opole und einem Einkauf von polnischen Pfifferlingen und Blaubeeren am Straßenrand von Zgorzelec erreichten wir nach fast drei Wochen wieder die deutsche Grenze.
(Auch den Moped-Anhänger holten wir noch schnell in Karpacz wieder ab.)
Da wir noch einige Tage zur Verfügung hatten, fuhren wir in die Lausitz, an den Senftenberger See.
Der SP dort war geräumig mit herrlichem Blick auf den See und in fußläufiger Entfernung zur Stadt.
Den Abschluss unseres Urlaubs bildete Leipzig! Der SP Melinenburg lag etwas außerhalb, aber wir konnten prima mit den Fahrrädern durch Wiesen, Wälder und Parkanlagen in die City radeln.
Bei den immer noch sommerlichen Temperaturen hatten wir keine Lust auf Bus und Bahn, was auch möglich gewesen wäre.
Nach der Radel- und City-Tour waren wir zu faul zum Kochen und ließen uns die Pizza per Lieferservice zum SP bringen. Sie schmeckte allen lecker!
Übrigens: Die Straßenverhältnisse waren im Gegensatz zur Ostseeküste und zu Masuren in 98% sehr gut. Man sollte allerdings mit aktuellem Kartenmaterial unterwegs sein, das nicht älter als sechs Monate ist. Dann geht man kein Risiko ein!
Es war wieder mal ein toller Polen-Sommer mit viel Kultur, Natur, Familienleben und bei durchweg Sommerwetter, der jederzeit wiederholt werden kann, trotz der beiden Zwischenfälle.
Darin sind sich alle Familienmitglieder einig!
Wir können wieder sagen: Polen, wir kommen wieder!
Reinhold und Familie
P.S. Wir finden, Polen ist ein wunderschönes WoMo-Land mit sehr liebenswerten Menschen! Wir bedauern es, dass uns der Moped-Diebstahl dort erwischt hat! Denn wir glauben, das hätte uns auch überall woanders passieren können!!

