rump
motorradtraeger
hallo
Links zu ebay oder Amazon sind Werbelinks. Wenn Sie auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter Provision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.

Berlin - POLEN - Baltikum


shoe1 am 01 Okt 2012 09:55:18

Hallo,
unsere Sommerreise 2012 ging im August über Berlin nach Polen und anschließend nach Litauen, Lettland und Estland - um ein bisschen ins Baltikum zu schnuppern.

Gemäß den Forums-Statuten möchte ich darüber ein wenig berichten.
Den gesamten Reisebericht gibt es auf unserer Homepage: Reiseberichte der Familie Unterwurzacher zum nachlesen und nachschauen:

--> Link


Polen:

Berlin (D) - Slubice (PL) - Leba - Frische Nehrung - Marienburg - Oberlandkanal - Heiligelinde - Wolfsschanze - Irgendwo (LIT) (1271 km)

Bei Frankfurt an der Oder überfahren wir die Grenze nach Polen. Kein einziger, gestrenger Zollbeamter will uns bei der Einreise in das EU-Land kontrollieren. Nur eine verlassene Grenzstation erinnert noch an den Übergang zum ehemaligen Ostblock. Im Reiseratgeber "Mit dem Wohnmobil nach Polen" wird ein großer Bazar in Slubice empfohlen und genau dorthin wollen wir. Da es aber schon Abend wird, suchen wir uns zuerst einen Platz zum Übernachten ...
Am nächsten Morgen in der Früh besuche ich die hl. Messe und gemeinsam mit Sonja nach dem Frühstück den besagten Bazar. Ein Verkaufsstand nach dem anderen beherbergt hier Massen an Kleidern, Schuhen, Geschirr, Waffen, Souvenirs und gezählte 14 Friseurläden. Es gibt aber auch Obst, Gemüse und andere heimische Erzeugnisse. Für den, der ein bisschen handeln und feilschen will, ist dieser Bazar durchaus einen Besuch wert.


Uns aber zieht es weiter. Auf Grund der Wettervorhersage (dank Handy, Navi und Netbook sind wir fast immer bestens informiert ...) haben wir unsere Route geändert. Zuerst wollten wir in Richtung Warschau - jetzt geht es an die Ostsee.
Nach dem wir uns ein paar polnische Zloty (Währung) eingetauscht und getankt haben, lassen wir die gut 500 km lange Reise gemütlich angehen. Wir kaufen uns am Wegesrand ein halbes Hühnchen und verspeisen es an einem idyllischen See.
Das Straßenbild ändert sich, je mehr wir uns der Ostsee nähern: Zuerst über neue, gut ausgebaute Autobahnen, danach über die berühmt, berüchtigten Landstraßen, auf denen die LKW's, Traktoren und auch Wohnmobile ganz rechts auf den Pannenstreifen ausweichen, um eine unfallfreies Überholen der anderen Verkehrsteilnehmer zu ermöglichen. Teilweise befahren wir dann auch schon mal Schotterstraßen. Die letzten 40 Kilometer geht die Fahrt auf einer schmalen Landstraße, die wie ein Fleckerlteppich aussieht, dahin. Äußerst mühsam, mit höchstens 60 Stundenkilometer und sehr geräuschvoll sich hier so fort zu bewegen. 


Wir schaffen es trotzdem und erreichen Leba gegen 19:00 Uhr. Diese Kleinstadt an der Ostsee ist ein - in Polen - bekannter Badeort und berühmt für seine Wanderdünen, die wir morgen besuchen wollen.

Vorerst stellen wir unser Womo auf einem Parkplatz direkt neben dem Meer ab und genießen den Seeduft, das noch warme Wasser, den herrlichen Sonnenuntergang und ein köstliches, aber sehr günstiges Abendessen ...


Die Nacht verläuft ruhig - wir fühlen uns sicher. Wir stehen neben einem Zaun der ein militärisches Sperrgebiet umschließt. Am Morgen führe ich wieder ein Gespräch mit Igor, den wir schon am Vorabend kennen gelernt haben. Er ist Wachsoldat und spricht dank seiner deutschen Großmutter ein bisschen unsere Sprache. Igor ist ein muskelbepackter junger Pole mit Glatze. Er redet wie ein Wasserfall und erzählt mir von früher, von den Deutschen, von den Russen, von den Polen und von jetzt. Unser, mit Betonplatten befestigter, Parkplatz befindet sich auf einer riesigen Bunker-Anlage aus der NS-Zeit. Hier wurden während des Krieges Raketen produziert. Jetzt dient das abgesperrte Gelände als Feriendorf für Militärangehörige. Ganz in der Nähe befindet sich die Ruine der alten Nikolaikirche und die großen Düne, die wir nun besuchen wollen ...  


Bei unserem Womo wieder angekommen, genießen wir nach einem weiteren Gespräch mit Igor, dem Wachesoldaten; noch einmal das Meerwasser, um uns nach der anstrengenden Tour, etwas ab zu kühlen. Im Gegensatz zu den südlichen Ländern schmeckt hier das Wasser fast gar nicht salzig. 
Frisch gebraust und wieder fit geht es weiter. Vorbei an Danzig der Küste entlang in Richtung "Frische Nehrung". Dies ist eine 70 km lange, aber sehr schmale Landzunge von einigen hundert Metern Breite, die das "Frische Half" von der Ostsee abtrennt. In diesem Naturpark wurde durch die Aufforstung mit Kiefern die Versandung gestoppt. Die größte Siedlung heißt Krynica Morska, sie ist ein beliebter Badeort. Ansonsten gibt es nur wenige Dörfer und wir fahren weiter bis kurz vor Piaski. Auf einem Waldparkplatz lassen wir uns gemütlich nieder, um den relativ einsamen Strand in ca. 100 Meter Entfernung zu erkunden. Auch wollen wir in diesem lauschigen Kiefernwald - ein paar Kilometer vor der russischen Grenze (Oblast Kalinigrad) - die Nacht verbringen.

Fortsetzung folgt ...
lg
Rupert

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: Artikel auf eBay oder versuchs hier bei Amazon

pipo am 01 Okt 2012 10:18:40

upertnterwurzacher hat geschrieben:Fortsetzung folgt ...

..biiiiiiittte :klatschen:


peter

SteffenBerlin am 01 Okt 2012 10:56:29

Habt Ihr in Piaski die Wildschweine gefüttert?

Anzeige vom Forum


shoe1 am 01 Okt 2012 12:10:40

SteffenBerlin hat geschrieben:Habt Ihr in Piaski die Wildschweine gefüttert?


Hallo Steffen,
nein - leider nicht mal welche gesehen ...
mfg
Rupert

shoe1 am 01 Okt 2012 15:54:09

So nun geht es weiter:

Den nächsten Tag nützen wir nach einem herrlichen Frühstück zum Faulenzen, Baden und zum Bernstein suchen, wenn wir schon an der gleichnamigen Küste sind. Nach dem Sonja sogar kleine Bernsteine findet, ist die Welt in Ordnung und einfach nur schön.

Am Nachmittag verabschieden wir uns vorerst einmal, entspannt vom Meer und fahren weiter in Richtung Masuren.

Ständiger Begleiter auf unserer Fahrt durch den Norden Polens sind die unterschiedlich geschmückten Kreuze in den Dörfern. Wir machen dutzende Fotos davon und auch von den vielen Störchen, die uns begleiten. Nächstes Ziel ist Marienburg - die höchste Ziegelburg nördlich der Alpen, das weltweit größte Backsteinschloss usw. Die Burg war früher Sitz der Hochmeister des Deutschen Ordens in Ostpreußen und gilt unter Kennern als die schönste Ritterburg Europas. Wir können nach unserem kurzen Besuch diese Superlativen - soweit es unseren diesbezüglichen fachlichen Kenntnissen entspricht - bestätigen.


Danach fahren wir weiter zum Oberländer Kanal, wo eine besondere Besonderheit auf uns wartet ...
Nein - mir ist unverständlich, wie Sie jetzt auf einen herrlichen Sonnenuntergang kommen? Ja - den erleben wir zwar am Kanal bei Jelonki auch, aber den meine ich nicht.
Die Besonderheit, die ich meine, ist der um 1860 erbaute Oberlandkanal. Dieser verbindet einige Seen von Ilawa über Ostróda bis nach Elblag. Nach dem wir heuer schon das Wunderwerk der Technik des (fast einzigartigen) Schiffskanals in Briare (F) über die Loire (Reisebericht: Durch das Loiretal nach Paris - 2012) bewundert haben, reizte uns natürlich auch dieser 129,8 km lange Kanal in Polen, der unter Denkmalschutz steht.
Das Besondere an dieser Besonderheit sind die fünf Rollberge - schiefe Ebenen, an denen die durchfahrenden Schiffe auf den Hang über Wiesen hinauf bzw. hinunter gezogen werden, um die Höhenunterschiede zwischen den Seen zu überwinden. Genau an so einer Anlage schlagen wir in der "Pampas" unser Nachtlager auf.  


Damit die Schiffe über die Wiesen gezogen werden können, gibt es diese Anlagen, die wie eine Standseilbahn funktionieren. Sie werden durch Wasserkraft seit über 100 Jahren so angetrieben. Bei meiner morgendlichen Nordic-Walking-Tour finde ich unter dem Schienenwagen einen Arbeiter liegend, der mit der Wartung beschäftigt ist. Er erklärt mir auf meine Frage in einwandfreiem Polnisch - oder ist es Russisch - dass die nächsten Schiffe laut Fahrplan erst am Nachmittag gegen 16:30 Uhr erscheinen werden. Schade, denk ich mir und bin mehr als erfreut, als Sonja während des Frühstücks ein Boot erspäht. So kommen wir in den Genuss, dieses Wunderwerk live miterleben zu dürfen ... 


Weiter geht es auf unserer Reise durch die Masuren, der größten Seenlandschaft Polens. Am Wegesrand begleiten uns - wie schon erwähnt - viele Störche und die verschiedenen Wegkreuze. Unterwegs kommen wir in ein so heftiges Gewitter, dass ich unser Womo neben einer Holzkirche abstelle. Alles Schleusen des Himmels haben sich geöffnet und der Sturm geht so stark, dass er dicke Äste von den Bäumen reißt. Danach dauert es nicht lange und die Sonne lacht uns wieder zu. Nach gut 125 Kilometer erreichen wir Heiligelinde. Die Wallfahrtskirche im gleichnamigen Ort ist ein barockes Juwel und beherbergt einen sehr bekannten polnischen Marien-Schrein. Die dreischiffige Basilika leuchtet uns nach dem Gewitter im neu gefärbelten Rosa entgegen. Durch ein Schmiedeeisenes Tor aus dem 18. Jahrhundert betreten wir den Vorhof, um in die Basilika zu gelangen. Hier empfängt uns die Orgel mit den Klängen von Schuberts Ave Maria. Dazu bewegen sich die Figuren auf der imposanten Orgel (1719 - 1721).


Nach dem Besuch der Wolfsschanze müssen wir aber eine andere Entscheidung treffen: Nämlich - in welche Richtung soll es weiter gehen? Auf der einen Seite befinden wir uns in den Masuren und da gibt es sicherlich genug schöne Plätze, die man besuchen kann. Allerdings sagt der Wetterbericht für diesen Teil Polens in den nächsten Tagen nicht besonders gut an. Auf der anderen Seite liegt die Grenze nach Litauen in greifbarer Nähe. Das Wetter wäre laut Vorhersage dort auch etwas besser und mich reizt das unbekannte Baltikum doch sehr ....
Also - auf nach Litauen, Lettland und Estland. Wir sind uns bewusst, dass es in der verbleibenden Zeit unmöglich ist, viel von diesen Ländern zu sehen. Aber wir wollen ein bisschen schnuppern, erkunden, schauen, einen kleinen Eindruck von Land und Leute gewinnen, um irgendwann diesen östlichen Teil Europas näher kennen zu lernen ...



Wie schon gesagt, den Rest des Berichts und viele weitere Bilder und "Zwischengschichtln" kann man auf unserer Homepage nachlesen:
--> Link

Wir wünschen viel Spaß dabei
lg
Sonja und Rupert

Anzeige

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Polen, wir kommen wieder! Wie versprochen im letzten Jahr!
Polenurlauber, wer hat Klaus diesen Sommer in Polen gesehen
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2026 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt