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Lebensversicherung 1, 2, 3, 4, 5, 6


thomas56 am 27 Nov 2012 16:54:43

agent_no6 hat geschrieben:aber es steht ein Wert dagegen, der global aufgestellt ist und nicht nur von einem Markt abhängig ist, das ist der Punkt.


hört sich gut an. Aber wenn man dann Geld brauchen würde, wer kauft einem die Aktie ab, oder muss die Bank die zurückkaufen?

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Gast am 27 Nov 2012 17:25:09

thomas56 hat geschrieben:
agent_no6 hat geschrieben:aber es steht ein Wert dagegen, der global aufgestellt ist und nicht nur von einem Markt abhängig ist, das ist der Punkt.


hört sich gut an. Aber wenn man dann Geld brauchen würde, wer kauft einem die Aktie ab, oder muss die Bank die zurückkaufen?


Abkaufen muß dir keiner eine Aktie, das ist klar. Wenn die Firma/der Konzern kein Geld mehr verdient und das auch nicht absehbar ist, will die ja keiner mehr haben und der Kurs geht solange in den Keller bis man denkt, OK das ist jetzt der Wert den ich dafür ausgeben würde. Ist wie auf dem Markt, eine faule Banane kauft dir keiner mehr ab, es sei denn du schenkst sie her.
Aber bei den großen Firmen ist der Markt so liquide, daß die Aktien immer gehen und somit der Bid/Ask-Spread (Differenz zwischen Angebot und Nachfrage) auch gering ist.
Aber da spielt sicherlich auch eine ganze Menge Phantasie und Philosophie mit rein, siehe Apple-Aktie (und der ganze Hype da herum)

Ich für meinen Teil werd auch neben Immos auch in Aktien investiert bleiben, auch wenn ich in den letzten Jahren nicht immer gut damit gefahren bin.

Meine Schwägerin hat mittlerweile in Holzplantagen in Mittelamerika investiert, sprich sie hat dort ein Grundstück gekauft auf dem Edelhölzer angepflanzt wurden und nach x Jahren abgeholzt und verkauft werden. Danach kann sie es gegen (Aufforst-)Gebühren wieder aufforsten lassen, weil das Grundstück ja ihr gehört. Bin da etwas skeptisch, soll aber alles reell sein. Nun ja ..
Von der Theorie sicherlich auch sehr attraktiv. Das ganze hat ihr eine Agentur vermittelt die - naja - auch wieder ihre Provisionen einstreicht. Deswegen meine Skepsis.

Didier

Gast am 27 Nov 2012 19:44:52

Soeben kam in n-tv ein Bericht zu Kapitallebensversicherung:

Überschrift: "Lebensversicherungen in der Krise"

Wörtliche Zitate:
"Eine Kapitalbildende Lebensversicherung braucht heute niemand mehr weil 75% aller Versicherten sie schon vorher abbrechen...mit großen Verlusten verbunden."
"...die niedrigen Zinsen auf Staatsanleihen bedrohen sogar die Existenz einiger Anbieter"
"Ihren Kunden können sie im schlimmsten Fall nicht mal mehr den Garantiezins auszahlen"
"....von einem neuen Vertrag raten Experten jedoch dringend ab"
Jörgen Pflug/Ökotest:
"Verbraucherschützer würden nicht sagen LV sind Abzocke....sind aber in der Regel ein schlechtes Geschäft für die Kunden... und sind immer ein gutes Geschäft für die Versicherungen"

Ohne Bewertung, ich habe nur wörtlich wiedergegeben was gesagt wurde.
Dies deckt sich allerdings zu 99% mit meiner Meinung.

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BadHunter am 27 Nov 2012 20:40:03

raidy hat geschrieben:Soeben kam in n-tv ein Bericht zu Kapitallebensversicherung:

Überschrift: "Lebensversicherungen in der Krise"

Wörtliche Zitate:
"Eine Kapitalbildende Lebensversicherung braucht heute niemand mehr weil 75% aller Versicherten sie schon vorher abbrechen...mit großen Verlusten verbunden."


Tja, man schließt eine Lebens- oder Rentenversicherung ja eigentlich auch nicht ab um sie vorzeitig zu kündigen, dass dann alle Berechnungen nicht mehr passen ist ja klar....
Wobei 75% eine zu hohe Zahl ist, ich habe heute gerade aktuell etwas von 50% vorzeitiger Kündigungen gehört...
Das sollte mal jemand mit der gesetzlichen Rentenversicherung machen.... alle paar Jahre mal hingehen und sich irgendwelches Geld auszahlen lassen.
Mal abgesehen davon dass das nicht geht würde dann auch jeder rumschreien dass man da ja nur Geld verliert....

Der Garantiezins heißt deshalb so, weil die Gesellschaften den zahlen MÜSSEN und dafür auch rückversichert sind.
Abhängig sind die zusätzlichen Überschüsse auch von der Finanzkraft der einzelnen Gesellschaften, diese wird jedes Jahr neu bewertet, nachzulesen auch z.B. bei Finanztest oder den verschiedenen Ratingagenturen, es gibt genügend finanz- und Rücklagenstarke Versicherer, die auch heute noch über 4% Überschussbeteiligung zahlen, incl. der Schlussüberschüsse. Aber davon spricht ja niemand...
Ich kann diese "Verbraucherschützer" nicht mehr hören! Die raten von ALLEM ab, aber was man machen soll, dazu haben die keine Vorschläge...

Soll jetzt eigentlich mein Schlusswort hierzu sein, mal sehen, ob ich das durchhalte...

a.miertsch am 27 Nov 2012 20:58:53

raidy hat geschrieben:Soeben kam in n-tv ein Bericht zu Kapitallebensversicherung:

Überschrift: "Lebensversicherungen in der Krise"

Wörtliche Zitate:
"Eine Kapitalbildende Lebensversicherung braucht heute niemand mehr weil 75% aller Versicherten sie schon vorher abbrechen...mit großen Verlusten verbunden."
"...die niedrigen Zinsen auf Staatsanleihen bedrohen sogar die Existenz einiger Anbieter"
"Ihren Kunden können sie im schlimmsten Fall nicht mal mehr den Garantiezins auszahlen"
"....von einem neuen Vertrag raten Experten jedoch dringend ab"
Jörgen Pflug/Ökotest:
"Verbraucherschützer würden nicht sagen LV sind Abzocke....sind aber in der Regel ein schlechtes Geschäft für die Kunden... und sind immer ein gutes Geschäft für die Versicherungen"

Ohne Bewertung, ich habe nur wörtlich wiedergegeben was gesagt wurde.
Dies deckt sich allerdings zu 99% mit meiner Meinung.


Dieses Lied haben gestern bei "Hart aber fair" die 4 Chorsänger ihrem Dirigenten schon vorgesungen. Auch wenn sie unterschiedliche Texte hatten. Aber alle hatten Recht und keiner legte dafür die Hand ins Feuer. :irre: Manchmal frage ich mich schon: Wie kommt mit solchem Geplauder die arme Mutter Horn zurecht?
Albert

scholko1 am 27 Nov 2012 21:19:36

Na,
dann werden demnächst ja wieder viele Stricke gebraucht.
Ich glaube ich werde mir Aktien von einer Seilerei ins Depot legen.
:D :D :D

Gast am 27 Nov 2012 21:56:01

scholko1 hat geschrieben:Na,
dann werden demnächst ja wieder viele Stricke gebraucht.
Ich glaube ich werde mir Aktien von einer Seilerei ins Depot legen.
:D :D :D

Keine Aktien! Setze auf Whisky, da gibts 45% :D

cambodunum am 27 Nov 2012 22:02:42

bei bestimmten Abfüllungen kommt das hin Raidy..auch bei der Steigerung..hab einen Ardbeg hier..das ist mein Notgroschen :)

BadHunter am 28 Nov 2012 09:18:48

Nachdem hier ja so viel über Kosten, Provisionen, Verlust bei Versicherungen usw. gemeckert wird will ich mal versuchen, einige Gedankengänge durchzuspielen und den Einen oder Anderen mal auf den Boden der Realität zurückzuholen....

Wer sich darüber beschwert, dass bei einer Versicherung ja soviele Kosten berechnet werden und auch noch jemand dafür Provisionen bekommt sollte mal über seine eigene Arbeit nachdenken und wer diese bezahlt....
Wenn man eine Banane im Supermarkt kauft bekommt selbst die Kassiererin eine "Provision", diese zahlt der Supermarktbesitzer in Form eines Gehaltes. Man bezahlt mit seinem Geld also die Verkäuferin, den Supermarktbesitzer oder die Kette, sämtliche Kosten des Supermarktes, die der Spedition die die Waren dort hinbringt, die der Reederei die die Bananen per Schiff von irgendwo auf der Welt herbingt usw. Der Bauer, der sie angebaut hat, bekommt ein paar Cent, was letztendlich im Supermarkt für die Banane bezahlt wird ist in der Preissteigerung in Prozenten schon garnicht mehr auszudrücken... Und jeder Einzelne in der Kette hat "Provisionen", nämlich Geld, von UNS bekommen...

So ist es mit jeder Ware, vom T-Shirt oder der Hose, für die der Produzent ein paar Cent bekommt, und der Verkäufer letztendlich etliche Euro nimmt, bis zum Auto.
Da sind die Gewinnspannen bei jeder Ware sowas von riesig.
Und Beispiel Auto: sagt uns der Verkäufer, was er am Verkauf verdient? Welche Kosten für sein Personal und sein Autohaus wir im Einzelnen mit unserem Geld bezahlen? Nein....
Die Versicherungen müssen genau das tun.
Wobei wir beim Vertrag wären....
Wenn ich einen Kaufvertrag abschließe, für ein Auto, Möbel, was auch immer, dann verpflichte ich mich einerseits, diesen Vertrag einzuhalten, genau wie der Verkäufer. Ich muss bezahlen, der Verkäufer muss dafür etwas zugesagtes liefern!
Wenn nun die Ware da ist und ich sie doch nicht nehmen will, dann muss ich eine Vertragsstrafe zahlen, sagen wir mal so 10% vom Kaufpreis, denn der Verkäufer hat ja schon mit meinem Geld kalkuliert.
Nichts Anderes ist ein Versicherungsvertrag: ich habe einen Vertrag geschlossen, der besagt, dass ich über eine bestimmte Zeit einnen bestimmten Betrag zahle, dafür garantiert mir der Versicherer eine bestimmte Leistung. Ob eine Lebensversicherung mit einer Todesfallleistung ab Beginn, die ja ein Risiko darstellt, das Geld kostet und kalkuliert werden muss, aber trotzdem am Ende des Vertrages mehr rauskommt als ich eingezahlt habe, oder eine Rentenversicherung, bei der mir eine garantierte lebenslange Rente oder wahlweise vielleicht auch eine Einmalzahlung garantiert wird.
Dafür ist so ein Vertrag da. Wenn ich diesen nun nicht einhalte und nach wenigen Jahren kündige, dann ist es ganz logisch, dass ich nicht mein komplettes Geld wiederbekommen kann. Trotzdem gibt es eine Beteiligung an den bis dahin erzielten Gewinnen, was schonmal dafür sorgst, dass man schon Einiges zurückbekommt. Nach mind. 12 Jahren meist sogar schon mehr als man eingezahlt hat, aber eine hohe Rendite ist das natürlich noch nicht. Aber alles das ist ja nicht Sinn des Vertrages gewesen!
Wenn man nun mal die Kosten betrachtet: Die muss der Versicherer schon beim Vertragsabschluss offenlegen, wenn man das möchte, und zwar das, was der Vermittler bekommt, das, was die Verwaltung kostet usw... Wo gibt es das sonst, dass ein Unternehmen den Kunden die Kosten auflisten muss??
Rechne ich mal für meine eigene Person ein Beispiel: tatsächlich möchte ich keine etwas renditestärkere Rentenversicherung sondern eine klassische Lebensversicherung, weil ich möchte, das mein Sohn im Falle meines Todes zumindest die Beerdigung zahlen kann und noch ein paar Euro überhat und ich selbst, wenn ich den Ablauf mit 67 Jahren erlebe, von dem Geld noch etwas haben möchte...
Beitrag: 50€, Laufzeit bis 67, das sind 24 Jahre.
insgesamt zu zahlende Beiträge: 14.400 €
Todesfalleistung garantiert (zu Beginn, steigt ja durch die Zinsen): 13.850 €
Das heißt schonmal: wenn mir vorher was passiert muss die Versicherung bis kurz vor Ende des Vertrages auf jeden Fall mehr auszahlen als ich eingezahlt habe, erst am Ende deckt sich die Versicherungssumme langsam mit den Beiträgen..
Auszahlungssumme bei Ablauf zwischen 15.000 € (zugegebenermaßen wenig Zugewinn für mich, aber ich WOLLTE ja das Risiko Tod abdecken) und 19.850 € incl. Überschüssen (nicht garantiert, aber irgendwo dazwischen, möglicherweise sogar darüber, wenn die Überschüsse in den nächsten 24 Jahren mal wieder höher sind, das nicht unrealistisch ist!). Da wäre ich dann mit der Rendite wieder zufrieden!
Wenn man dann den Risikobeitrag, den eine entsprechende Risikoversicherung ja auch kosten würde, noch vom Sparbetrag abzieht sieht die Rendite noch besser aus!
Zu den Kosten des Vertrages: einmalig anfallende Abschlusskosten: 553,51 €, auf 5 Jahre verteilt, entspricht pro Monat 9,23 €. Übrige Kosten: jährlich 61,48 €, beinhaltet sämtliche Risiko-, Verwaltungs- und sonstigen Kosten.
Das entspricht dann also 1.475,52, plus Abschlusskosten ergibt das Gesamtkosten von 2.029,03 €. Das sieht erstmal viel aus, bedeutet aber: ich bin abgesichert. Die Kosten werden über die Jahre verteilt, sind somit nach wenigen Jahren nicht mehr spürbar, weil ja schon ab dem ersten Jahr Zinsen und Überschüsse dazukommen, und am Ende des Vertrages bekomme ich in jedem Fall mehr raus als eingezahlt wurde, und die Rendinte ist weit höher als bei jedem Sparbuch, wo überhaupt keine Risikoabsicherung besteht.
Je jünger jemand ist, umso geringer die Kosten, umso höher die Rendite, und wenn man dann noch den gleichen Betrag statt in eine klassische Lebensversicherung in eine Rentenversicherung zahlt ist die Rendite noch höher (immer unter dem Aspekt der Garantiezahlungen), wenn man dann noch individuell guckt, ob ein anderes Produkt wie Riester, Basisrente oder betriebliche Altersvorsorge steuerlich und mit staatlicher Förderung noch mehr Sinn macht, dann macht der Berater alles richtig. Und dafür hat man diesen Beruf ja schließlich gelernt und verdient damit sein Geld, wie jeder andere Arbeitnehmer auch, und ich weiß, dass man als Laie garnicht den Überblick darüber haben kann, was gerade in der persönlichen Situation das Beste wäre.

Insgesamt kann man sagen, dass eine vorzeitige Kündigung immer die Rendite schmälert, aber das ist überall so, ob bei Bankprodukten oder bei Aktien, weil man gerade dann Geld braucht, wenn die Kurse im Keller sind. Wirklich Verlust hat man nur in den ersten 10 bis 12 Jahren, danach kommt erfahrungsgemäß immer zuindest das wieder raus, was man eingezahlt hat, wenn wirklich mal die finanzielle Not da sein sollte. Kündigung ist nur der allerletzte Ausweg, man kann jeden Vertrag auch beitragsfrei stellen, wenn man die Beiträge mal nicht mehr zahlen kann, dann geht nichts Verloren und man bekommt für das Guthaben weiter Zinsen und Überschüsse.

Fazit insgesamt: unser gesamtes Leben, unsere gesamte Wirtschaft, funktioniert auf dem Prinzip, dann man mit seiner Arbeit Geld verdient, die der Verbraucher dann wieder bezahlt. Problem ist, dass man bei einer Versicherung keine Ware in der Hand hält, sondern nur ein Stück Papier. Dei Gewinnspannen sind bei anderen Waren um ein Vielfaches höher, wie oben beschrieben. Und die meisten Gewinne werden nicht mit der handwerklichen Arbeit gemacht, sondern mit den Dienstleistungen zwischen Herstellung und Verbraucher. Und diese zahlen wir alle in Form von "Provisionen", nämlich Geld.

BadHunter am 28 Nov 2012 09:21:39

Beim Fazit vergessen: wer seine Verträge einhält, egal in welchem Bereich, wird immer damit besser fahren als der, der sie nicht einhält. Das kostet nämlich anderswo noch viel mehr Geld als bei einer Versicherung... :D

pipo am 28 Nov 2012 09:52:21

Sehr schöne Erklärung :ja:


peter

haballes am 28 Nov 2012 10:46:29

Alles nachvollziehbar, aber bei Abschlüssen waren nie die sicheren Fakten Argumente der damaligen "Berater".
Es wurde immer mit den erreichbaren Summen "geworben".

Dazu hat auch der Gesetzgeber einfach Regeln nach Abschluß geändert und einfach mal zusätzliche Abzüge für die eigene Kasse angefordert.
Und der garantierte Zins wird nun auch mal nach und nach gesenkt.
Wo ich sicher bin, wenn die ersten Versicherer ins Straucheln geraten, wird da mit dem Gesetzgeber im Rücken noch rabiater vorgegangen.

Das hat in meinen Augen nichts mehr mit Fairnis zu tun. Als erstes war schon die Krankenversicherungspflicht eine üble Vertragsverletzung. Die große Lobby der Versicherer hätte dagegen alles unternehmen müssen. Und es soll uns doch zu denken geben, daß viele Versicherer den "Klassiker" nun gar nicht mehr anbieten.

ganderker am 28 Nov 2012 11:01:54

BadHunter hat geschrieben:Nachdem hier ja so viel über Kosten, Provisionen, Verlust bei Versicherungen usw. gemeckert wird will ich mal versuchen, einige Gedankengänge durchzuspielen und den Einen oder Anderen mal auf den Boden der Realität zurückzuholen.....


auch, wenn ich nicht mit allem total einverstanden bin (aber schon weitüberwiegend :D ): vielen Dank für deine Ausarbeitung!

ganderker

brainless am 28 Nov 2012 11:54:20

BadHunter hat geschrieben:Nachdem hier ja so viel über Kosten, Provisionen, Verlust bei Versicherungen usw. gemeckert wird will ich mal versuchen, einige Gedankengänge durchzuspielen und den Einen oder Anderen mal auf den Boden der Realität zurückzuholen....

Wer sich darüber beschwert, dass bei einer Versicherung ja soviele Kosten berechnet werden und auch noch jemand dafür Provisionen bekommt sollte mal über seine eigene Arbeit nachdenken und wer diese bezahlt....
Wenn man eine Banane im Supermarkt kauft bekommt selbst die Kassiererin eine "Provision", diese zahlt der Supermarktbesitzer in Form eines Gehaltes. Man bezahlt mit seinem Geld also die Verkäuferin, den Supermarktbesitzer oder die Kette, sämtliche Kosten des Supermarktes, die der Spedition die die Waren dort hinbringt, die der Reederei die die Bananen per Schiff von irgendwo auf der Welt herbingt usw. Der Bauer, der sie angebaut hat, bekommt ein paar Cent, was letztendlich im Supermarkt für die Banane bezahlt wird ist in der Preissteigerung in Prozenten schon garnicht mehr auszudrücken... Und jeder Einzelne in der Kette hat "Provisionen", nämlich Geld, von UNS bekommen...

So ist es mit jeder Ware, vom T-Shirt oder der Hose, für die der Produzent ein paar Cent bekommt, und der Verkäufer letztendlich etliche Euro nimmt, bis zum Auto.
Da sind die Gewinnspannen bei jeder Ware sowas von riesig.
Und Beispiel Auto: sagt uns der Verkäufer, was er am Verkauf verdient? Welche Kosten für sein Personal und sein Autohaus wir im Einzelnen mit unserem Geld bezahlen? Nein....
Die Versicherungen müssen genau das tun.
Wobei wir beim Vertrag wären....
Wenn ich einen Kaufvertrag abschließe, für ein Auto, Möbel, was auch immer, dann verpflichte ich mich einerseits, diesen Vertrag einzuhalten, genau wie der Verkäufer. Ich muss bezahlen, der Verkäufer muss dafür etwas zugesagtes liefern!
Wenn nun die Ware da ist und ich sie doch nicht nehmen will, dann muss ich eine Vertragsstrafe zahlen, sagen wir mal so 10% vom Kaufpreis, denn der Verkäufer hat ja schon mit meinem Geld kalkuliert.
Nichts Anderes ist ein Versicherungsvertrag: ich habe einen Vertrag geschlossen, der besagt, dass ich über eine bestimmte Zeit einnen bestimmten Betrag zahle, dafür garantiert mir der Versicherer eine bestimmte Leistung. Ob eine Lebensversicherung mit einer Todesfallleistung ab Beginn, die ja ein Risiko darstellt, das Geld kostet und kalkuliert werden muss, aber trotzdem am Ende des Vertrages mehr rauskommt als ich eingezahlt habe, oder eine Rentenversicherung, bei der mir eine garantierte lebenslange Rente oder wahlweise vielleicht auch eine Einmalzahlung garantiert wird.
Dafür ist so ein Vertrag da. Wenn ich diesen nun nicht einhalte und nach wenigen Jahren kündige, dann ist es ganz logisch, dass ich nicht mein komplettes Geld wiederbekommen kann. Trotzdem gibt es eine Beteiligung an den bis dahin erzielten Gewinnen, was schonmal dafür sorgst, dass man schon Einiges zurückbekommt. Nach mind. 12 Jahren meist sogar schon mehr als man eingezahlt hat, aber eine hohe Rendite ist das natürlich noch nicht. Aber alles das ist ja nicht Sinn des Vertrages gewesen!
Wenn man nun mal die Kosten betrachtet: Die muss der Versicherer schon beim Vertragsabschluss offenlegen, wenn man das möchte, und zwar das, was der Vermittler bekommt, das, was die Verwaltung kostet usw... Wo gibt es das sonst, dass ein Unternehmen den Kunden die Kosten auflisten muss??
Rechne ich mal für meine eigene Person ein Beispiel: tatsächlich möchte ich keine etwas renditestärkere Rentenversicherung sondern eine klassische Lebensversicherung, weil ich möchte, das mein Sohn im Falle meines Todes zumindest die Beerdigung zahlen kann und noch ein paar Euro überhat und ich selbst, wenn ich den Ablauf mit 67 Jahren erlebe, von dem Geld noch etwas haben möchte...
Beitrag: 50€, Laufzeit bis 67, das sind 24 Jahre.
insgesamt zu zahlende Beiträge: 14.400 €
Todesfalleistung garantiert (zu Beginn, steigt ja durch die Zinsen): 13.850 €
Das heißt schonmal: wenn mir vorher was passiert muss die Versicherung bis kurz vor Ende des Vertrages auf jeden Fall mehr auszahlen als ich eingezahlt habe, erst am Ende deckt sich die Versicherungssumme langsam mit den Beiträgen..
Auszahlungssumme bei Ablauf zwischen 15.000 € (zugegebenermaßen wenig Zugewinn für mich, aber ich WOLLTE ja das Risiko Tod abdecken) und 19.850 € incl. Überschüssen (nicht garantiert, aber irgendwo dazwischen, möglicherweise sogar darüber, wenn die Überschüsse in den nächsten 24 Jahren mal wieder höher sind, das nicht unrealistisch ist!). Da wäre ich dann mit der Rendite wieder zufrieden!
Wenn man dann den Risikobeitrag, den eine entsprechende Risikoversicherung ja auch kosten würde, noch vom Sparbetrag abzieht sieht die Rendite noch besser aus!
Zu den Kosten des Vertrages: einmalig anfallende Abschlusskosten: 553,51 €, auf 5 Jahre verteilt, entspricht pro Monat 9,23 €. Übrige Kosten: jährlich 61,48 €, beinhaltet sämtliche Risiko-, Verwaltungs- und sonstigen Kosten.
Das entspricht dann also 1.475,52, plus Abschlusskosten ergibt das Gesamtkosten von 2.029,03 €. Das sieht erstmal viel aus, bedeutet aber: ich bin abgesichert. Die Kosten werden über die Jahre verteilt, sind somit nach wenigen Jahren nicht mehr spürbar, weil ja schon ab dem ersten Jahr Zinsen und Überschüsse dazukommen, und am Ende des Vertrages bekomme ich in jedem Fall mehr raus als eingezahlt wurde, und die Rendinte ist weit höher als bei jedem Sparbuch, wo überhaupt keine Risikoabsicherung besteht.
Je jünger jemand ist, umso geringer die Kosten, umso höher die Rendite, und wenn man dann noch den gleichen Betrag statt in eine klassische Lebensversicherung in eine Rentenversicherung zahlt ist die Rendite noch höher (immer unter dem Aspekt der Garantiezahlungen), wenn man dann noch individuell guckt, ob ein anderes Produkt wie Riester, Basisrente oder betriebliche Altersvorsorge steuerlich und mit staatlicher Förderung noch mehr Sinn macht, dann macht der Berater alles richtig. Und dafür hat man diesen Beruf ja schließlich gelernt und verdient damit sein Geld, wie jeder andere Arbeitnehmer auch, und ich weiß, dass man als Laie garnicht den Überblick darüber haben kann, was gerade in der persönlichen Situation das Beste wäre.

Insgesamt kann man sagen, dass eine vorzeitige Kündigung immer die Rendite schmälert, aber das ist überall so, ob bei Bankprodukten oder bei Aktien, weil man gerade dann Geld braucht, wenn die Kurse im Keller sind. Wirklich Verlust hat man nur in den ersten 10 bis 12 Jahren, danach kommt erfahrungsgemäß immer zuindest das wieder raus, was man eingezahlt hat, wenn wirklich mal die finanzielle Not da sein sollte. Kündigung ist nur der allerletzte Ausweg, man kann jeden Vertrag auch beitragsfrei stellen, wenn man die Beiträge mal nicht mehr zahlen kann, dann geht nichts Verloren und man bekommt für das Guthaben weiter Zinsen und Überschüsse.

Fazit insgesamt: unser gesamtes Leben, unsere gesamte Wirtschaft, funktioniert auf dem Prinzip, dann man mit seiner Arbeit Geld verdient, die der Verbraucher dann wieder bezahlt. Problem ist, dass man bei einer Versicherung keine Ware in der Hand hält, sondern nur ein Stück Papier. Dei Gewinnspannen sind bei anderen Waren um ein Vielfaches höher, wie oben beschrieben. Und die meisten Gewinne werden nicht mit der handwerklichen Arbeit gemacht, sondern mit den Dienstleistungen zwischen Herstellung und Verbraucher. Und diese zahlen wir alle in Form von "Provisionen", nämlich Geld.




Viele Buchstaben, wenig gesagt, nix davon Neues.
Daß der Verbraucher letztlich alles bezahlt ist klar - wer sonst??

Ich tue mich verdammt schwer damit, deine flammenden Appelle "pro Assekuranz" akzeptieren zu können.
Nämlich aus einem Grund:
- ein gelernter Versicherungskaufmann, tätig im Verkaufsaußendienst, Anfang bis Mitte vierzig, verheiratet, ein Sohn und dann mit einem Monatsnettoeinkommen von € 1800,- bis 2.000,- ?????????????????????????????????

Das entspricht, bei Steuerklasse III/1, einem Bruttoeinkommen von unter € 3.000,-.

Entweder willst Du uns hier "bekrücken" oder Du solltest dir einen Arbeitgeber suchen, der dich fair bezahlt.

Ein qualifizierter und fleissiger, also "guter" Aussendienstverkäufer, in deiner Altersklasse muß mindestens € 35.000,- bis 40.000,- p.a. netto haben.
Das sage ich nicht, weil ich irgendwas irgendwo gehört habe, sondern weil ich als Vertriebschef der deutschen Gesellschaft eines global tätigen Unternehmens bis September tätig war. Alle unsere VerkäuferInnen waren/sind festangestellt, bekamen/bekommen Fixum, Provisionen und Prämien - und Niemand lag/liegt in der von Dir genannten Gehaltsgruppe.

Eines deiner Argumente aus einem vorherigen Post ist mir besonders aufgestoßen: Du schreibst, daß Du deine Kunden so behandelst, wie Du selbst behandelt werden willst. Okay, bin ich mit einverstanden.
Weiter schreibst Du, daß Du sie fair und gemäß ihrer individuellen Situation berätst und ihnen das für sie optimale Produkt verkaufst - nööö, das glaube ich dir nicht:Du kannst ja nur die Produkte beraten und verkaufen, die Dir deine Firma zur Verfügung stellt.
Sollten diese tatsächlich allein das Optimum am Markt darstellen, wären die Produkte aller Mitbewerber Mist und taugen nix.................das glaubst Du doch wohl selbst nicht. :roll:


Volker :wink:

BadHunter am 28 Nov 2012 12:17:18

Zum Einkommen: ich bin nicht verheiratet, bin geschieden! Habe Steuerklasse I, somit liegt mein Jahreseinkommen schon im normalen Rahmen, also auch dem, den Du genannt hast.

Natürlich kann ich nur die Produkte anbieten die mein Arbeitgeber zur Verfügung stellt, aber die sind glücklicherweise am Markt super, nachzuvollziehen anhand von Ratings, Tests (Finanztest usw), und da eines der 4 größten Unternehmen der Branche in Europa dahintersteht auch etnsprechend finanzstark. Ich bin jedenfalls bis auf ganz wenige Ausnahmen (z.B. Pferdehalterhaftpflichtversicherung, da sind wir zu teuer, da empfehle ich auch andere Anbieter, aber bitte nicht weitersagen... ;D ) von unseren Produkten absolut überzeugt im Marktvergleich und biete die guten Gewissens an. Habe ich ja selbst schließlich auch..

Hmm, Du schreibst "35.000 bis 40.000 € netto" müsste jemand wie ich dann verdienen... Gern, wo soll ich zukünftig arbeiten? Naja, es gehört ja auch noch Anderes dazu, wir haben ein super tolles Team, super Chef, super Kollegen, tolles Arbeitsklima und tolle Kunden, und Spaß bei der Arbeit ist mindestens genauso wichtig oder sogar wichtiger als der eine oder andere Euro mehr...

Gast am 28 Nov 2012 12:31:46

Hallo,

seit meinem letzten Posting zu diesem Thema sind nun zwei Tage vergangen und sehr viele Beiträge geschrieben worden; da ich mich heute definitiv entscheiden möchte, ob ich vorzeitig kündige oder bis April 2013 den regulären Ablauf meiner Versicherung abwarten soll, hätte ich noch eine Frage -
zumal ich den Eindruck habe, dass hier tatsächlich Versicherungsfachleute beteiligt sind:

Wenn auf meiner lezten Versicherungs-Information steht:

Leistung bei Ablauf am 01.04.2013:
1. garantierte Leistung xxxxxxxxx €
2. zum 31.03.2012 erreichte Überschussanteile xxxxxxxxx €
Damit erreichte garantierte Leistung zum Ablauf xxxxxxxxx € (= 1 + 2)
(die Anzahl der x sagt nixxx aus über die Höhe der Beträge) :)

dann muss ich davon ausgehen, dass bei vorzeitiger Kündigung die deklarierten Überschussanteile nicht oder nur teilweise ausgezahlt werden ??
und somit möglicherweise nur die garantierte Leistung zur Auszahlung kommt (entspricht Rückkaufswert) ?!
Auf die sich ändernden Modalitäten zur Bewertungs-Beteiligung möchte ich dabei nicht näher eingehen.

Leider hat sich die Versicherung zu diesen Fragen nicht so ganz eindeutig und nur mit einer geschätzten Gesamtsumme geäußert. Wäre wirklich schön, wenn mir jemand, der sich damit auskennt, eine aufklärende Antwort geben kann.

Vielen Dank schon mal !

haballes am 28 Nov 2012 12:42:58

gerhard_sr hat geschrieben: ....dann muss ich davon ausgehen, dass bei vorzeitiger Kündigung die deklarierten Überschussanteile nicht oder nur teilweise ausgezahlt werden ?



:wink: Du brauchst nicht kündigen...
Guggel mal, es gibt lukrative Aufkäufer.

BadHunter am 28 Nov 2012 12:47:36

Das wäre ja noch bescheuerter... Die kaufen doch sowas nicht auf um mehr zu zahlen als die nachher von der Versicherung bekommen...

Also: bei vorzeitiger Kündigung wird der dann aktuelle Rückkaufswert ausgezahlt, es werden die Schlussüberschussanteile entsprechend der fehlenden Monate gekürzt, ebenso natürlich die Überschüsse für die fehlenden Monate.
Jetzt einen Vertrag zu kündigen der in wenigen Monaten sowieso abläuft macht absolut keinen Sinn.

Um sicher zu gehen: aktuellen Rückkaufswert per 01.12.2012 anfordern, dann vergleichen mit der voraussichtlichen Ablaufleistung zum 01.04.2013, nachrechnen was man noch bis dahin einzahlt und wieviel mehr rauskommt, dann kann es nur ein Ergebnis geben: bis zum Ende ganz klassisch laufen lassen...

Gast am 28 Nov 2012 12:56:40

Es geht mir ja nicht darum, dass ich das Geld jetzt unbedingt brauche !
Wäre denn eine Betragsfreistellung nicht auch eine Lösung oder schmälert das dann wieder die zum Ablauf garantierten Auszahlungen um mehr als die Summe, die ich noch einzuzahlen habe ?

haballes am 28 Nov 2012 13:00:18

BadHunter hat geschrieben:Das wäre ja noch bescheuerter... Die kaufen doch sowas nicht auf um mehr zu zahlen als die nachher von der Versicherung bekommen...



:D Das System geht anders, denn sie führen den Vertrag im Gegensatz zur Kündigung fort und arbeiten halt mit dem gebundenen Kapital.

Auch hier muß man natürlich vergleichen, bekommt aber schon ein paar Prozent mehr als beim klassischen Rückkauf.
Den Versicherern kocht es natürlich gründlich auf.

BadHunter am 28 Nov 2012 13:07:27

gerhard_sr hat geschrieben:Es geht mir ja nicht darum, dass ich das Geld jetzt unbedingt brauche !
Wäre denn eine Betragsfreistellung nicht auch eine Lösung oder schmälert das dann wieder die zum Ablauf garantierten Auszahlungen um mehr als die Summe, die ich noch einzuzahlen habe ?


So habe ich das auch nicht gemeint und verstanden, also dass das Geld gebraucht würde...
Beitragsfrei stellen geht ja jederzeit, wirkt sich so kurz vor Ende des Vertrages auch nur um die nicht mehr eingehenden Beiträge und die wenigen Euros auf diese Beiträge aus, aber warum? Wenn der Beitrag nicht wehtut verstehe ich nicht, warum man den Vertrag nicht bis zum Ende erfüllen sollte...

Gast am 28 Nov 2012 13:10:10

Wenn ich nun also die Beiträge von Sven und Jens richtig interpretierte, dann kommt bei der vorzeitigen Kündigung bestenfalls etwas mehr als der Rückkaufswert bei raus; bedeutet, dass ich in jedem Fall besser damit fahre, bis zum regulären Ende abzuwarten; selbst, wenn die künftig laufenden Überschussanteile, die Schlussüberschussanteile sowie die Anteile aus Bewertungsreserven gleich null wären, wovon ja nicht auszugehen ist.
Aber selbst in diesem Falle, den ich als "worstcase" bezeichnen müsste, wäre die gesamte Verzinsung noch bei 4% (habe ich mal mit Excel nachgerechnet) und entspricht somit einerseits derm Garantiezins und würde damit immer noch über dem statistischen Zinsmittelwert aus dem Zeitraum zwischen 1981 und 2012 liegen; wenn ich hier richtig recherchiert habe, dürfte der wohl bei ca. 2,7 bis 2,8% Zins liegen.
Danke euch beiden schon mal.

BadHunter am 28 Nov 2012 13:11:09

haballes hat geschrieben: :D Das System geht anders, denn sie führen den Vertrag im Gegensatz zur Kündigung fort und arbeiten halt mit dem gebundenen Kapital.

Auch hier muß man natürlich vergleichen, bekommt aber schon ein paar Prozent mehr als beim klassischen Rückkauf.
Den Versicherern kocht es natürlich gründlich auf.


Also ich habe schon bei Kunden gesessen weil deren Versicherung abläuft, diese aber mal verkauft wurde... Die Kunden haben zum Zeitpunkt des Verkaufes vielleicht mehr bekommen als den Rückkaufswert, ärgern sich aber im Nachhinein, wieviel mehr sie bekommen hätten, wenn sie selbst den Vertrag behalten hätten...

Zudem geht es in diesem Fall ja darum, dass die Versicherung schon im April 2013 abläuft, also nichtmal mehr ein halbes Jahr...

null550 am 28 Nov 2012 16:17:47

BadHunter hat geschrieben:Also: bei vorzeitiger Kündigung wird der dann aktuelle Rückkaufwert ausgezahlt, es werden die Schlussüberschussanteile entsprechend der fehlenden Monate gekürzt, ebenso natürlich die Überschüsse für die fehlenden Monate.
Jetzt einen Vertrag zu kündigen der in wenigen Monaten sowieso abläuft macht absolut keinen Sinn.

Ich bin kein Fachmann, stehe aber vor der gleichen Entscheidung wie gerhard-sr. Eine entsprechende Anfrage bei meiner Versicherung wurde wie von BadHunter beantwortet, und dies ist so in früheren Jahresbescheiden auch nachlesbar.
Außerdem meinte meine Versicherung: 'Eine Änderung des VVG ist noch nicht beschlossen, sondern geplant.'

Also ich warte das Vertragsende 4/13 ab.

, Helmut

Gast am 28 Nov 2012 17:12:23

Ihr solltet unbedingt immer das Kleingedruckte lesen, bevor ihr irgend etwas unterschreibt. Und wenn ihr es nicht richtig versteht, dann geht zu einem Profi und lasse es euch erklären. Selbst wenn es 200€ kostet, denn letztlich macht ihr sonst tausende Euros kaputt. Also immer daran denken: Das Kleingesruckte lesen" :mrgreen:

thomas56 am 28 Nov 2012 17:14:53

raidy hat geschrieben: Ihr solltet unbedingt immer das Kleingedruckte lesen, bevor ihr irgend etwas unterschreibt. Und wenn ihr es nicht richtig versteht, dann geht zu einem Profi und lasse es euch erklären. Selbst wenn es 200€ kostet, denn letztlich macht ihr sonst tausende Euros kaputt. Also immer daran denken: Das Kleingesruckte lesen" :mrgreen:

das macht doch eigentlich Jeder. :D Weil da steht viel mehr drin. :lol:

Gast am 28 Nov 2012 17:52:02

raidy hat geschrieben: Ihr solltet unbedingt immer das Kleingedruckte lesen, bevor ihr irgend etwas unterschreibt. Und wenn ihr es nicht richtig versteht, dann geht zu einem Profi und lasse es euch erklären. Selbst wenn es 200€ kostet, denn letztlich macht ihr sonst tausende Euros kaputt. Also immer daran denken: Das Kleingesruckte lesen" :mrgreen:


Ja, das ist schon klar; aber darum geht es ja nicht unbedingt bei der Frage, ob man aufgrund der diskutierten Änderung bei der Berechnung der Anteile aus den Bewertungsreserven nun vorzeitig kündigen sollte.
Ich denke, dies war der Ausgangspunkt für dieses Thema ... und auch der Grund für meine Nachfrage.

Und das steht letztlich kaum im Kleingedruckten von Verträgen, die vor ca. 30 Jahren abgeschlossen wurden - zumindest hab ich zu diesem Punkt nichts gefunden. Eine Änderung hierzu erfolgte ja meines Wissens nach mit der 50%-Regelung ab - ich glaube - 2008, wonach Versicherungsgesellschaften dazu verpflichtet wurden, den Versicherungsnehmer bei der regulärem Auszahlungstermin zum genannten Prozentsatz zu beteiligen.

Gast am 28 Nov 2012 18:00:32

Bei jeder Änderung der AGB oder Vertragsinhalte wurdet ihr angeschrieben. Mit jeder Änderung besteht ein Kündigungsrecht zu den alten Konditionen.
Allerdings kann man diese Änderungsschreiben als Normalsterblicher gar nicht verstehen. Und so kommt es dann, dass die Bedingungen schleichend schlechter und schlechter für den Vertragsnehmer
werden.
Was mich wirklich beunruhigt: Dass "Spezialisten" und die Presse schon vom bevorstehenden Kollaps mancher Versicherung reden, dass plötzlich Garantiezinsen nicht mehr als garantiert gelten, dass manche sogar ausdrücklich vor LV warnen. das sollte zu denken geben. Aber ich kann nicht beurteilen, was besser ist: Sofort ans Geld mit Abschlag, oder das Risiko einer Versicherungspleite.
Nur sollte diese kommen, dann fällt das Kartenhaus über Nacht zusammen, wie die Vergangenheit ja schon oft zeigte. Ich will damit aber keine Panik machen. Nur ein "alles wird gut, die Renten sind sicher" halte ich auch für falsch. Eigentlich hilft nur genau ausrechnen und selbst abwägen, was besser ist. Ich würde keinem anderen trauen. Also traut auch mir bitte nicht.

Gast am 28 Nov 2012 20:55:41

ich habe nicht alle Kommentare gelesen. Kann auch sein, dass der Hinweis bereis bekannt ist.
Ich habe mich bisher auch noch nicht näher damit beschäftigt. Es könnte aber evtl. relevant sein.

--> Link

Gast am 28 Nov 2012 21:00:38

lukashig hat geschrieben:ich habe nicht alle Kommentare gelesen. Kann auch sein, dass der Hinweis bereis bekannt ist.
Ich habe mich bisher auch noch nicht näher damit beschäftigt. Es könnte aber evtl. relevant sein.

--> Link

Dein Link ist Post #1 und der Grund dieses Threads.

brainless am 29 Nov 2012 01:37:25

Hallo gerhard_sr:

Ich befinde mich in ähnlicher Situation wie Du:
- Kapital-LV (Direktversicherung) seit mehr als 30 Jahren
- Auszahlung zum 1.11.2013

Nach Information der Versicherungsgesellschaft, daß, nach heutiger Kalkulation zum 1.11.2013eine Auszahlungssumme von XX € ansteht, aber, falls ich den Vertrag für 2013 beitragsfrei stellen lasse, diese Summe sich nur um 1.300,- € vermindert (bei normalerweise 1540,- € Prämie) - habe ich natürlich den Vertrag für's letzte Versicherungsjahr beitragsfrei stellen lassen: Warum soll ich im Januar 1540,- € zahlen , um am 1.11.2013 davon nur 1.300,- € wieder rauszukriegen??

Ob diese Vorgehensweise auch für dich richtig wäre - weiß ich nicht.
Bei mir hat das Kleingedruckte das empfohlen......

Ist ja auch nicht so schlimm, wenn man die falsche Entscheidung trifft: Kann man mit Geld alles wieder gutmachen! :lol:


Volker :wink:

elektrotechnikzrenner am 29 Nov 2012 13:30:03

@raidy

ich denke da ganz ähnlich wie du.
Alles was ich anlangen kann behält immer einen Wert.
Mag der vielleicht weniger werden-oder auch mehr, aber er ist immer vorhanden...
Und nach Möglichkeit in Werte anlegen, auf die der Staat keinen Zugriff hat :-)

Selbst auf meinem Girokonto sind nur sehr begrenzte Geldmengen vorhanden.
Weil viele wissen nicht, daß "Giro" von "Giral" kommt und was das eigentlich genau bedeutet!
Wen es interessiert:

--> Link

Also das ist kurz gesagt Geld, das physisch gar nicht vorhanden ist sondern von der Bank produziert wird :D
Und wer das genauer liest stolpert über diesen Satz:
"Giralgeld ist Bestandteil der Geldmenge eines Landes, es stellt im Gegensatz zum Bargeld kein gesetzliches Zahlungsmittel dar, wird aber allgemein als Zahlungsmittel anerkannt"

Also: Es besteht nicht einmal ein Rechtsanspruch darauf! Wenn heute die Bank pleite macht, dann ist das einfach weg-Ende!
Irgendwie ist an dem Spruch:"Nur bares ist Wahres" doch was dran

Und eine Lebensversicherung ist nichts anderes.
Ein Blatt Papier mit einer Zahl, die da jemand hingeschrieben hat.

Wie mit Wertpapieren. Sagt ja schon der Name:
Wenn es blöd läuft, sind sie das Papier wert, das man in der Hand hält :D

Aber natürlich muß jeder selber wissen, wo er sein Geld "investiert"
Dieses spiegelt nur meine ganz persönliche Meinung wieder.

null550 am 29 Nov 2012 14:48:33

an gerhard-sr und brainless (ich darf leider keine KNs):

Ich habe es jetzt schriftlich von meiner Versicherung aus Wuppertal:
Der Auszahlbetrag meiner Kapital-LV (Direktversicherung) beträgt die bereits im Januar 2012 prognostizierte 'Mögliche Gesamtleistung bei Ablauf mit derzeit gültigen Überschussanteilsätzen'.
Es hat sich also im Vergleich zum Jahresanfang 2012 nichts verändert. Allerdings ist bereits in den 7 Jahren zuvor dieser Betrag sukzessive um insgesamt 2,6% reduziert worden; die Höchstprognose war 2005.

Damit gibt es für mich keinen Handlungsbedarf. Mag bei Anderen aber anders sein, einfach auch nachfragen.

, Helmut

Gast am 30 Nov 2012 10:22:45

Hallo,

letztlich verhält es sich bei mir wie bei Helmut (null550); ich sehe ebenfalls keinen Handlungsbedarf, auch nach nochmaligem Studium des "Kleingedruckten".
Das Resumée meines Versicherungsverlaufs ist: das ursprünglich prophezeite Endergebnis wurde in den Versicherungsinformationen seit etwa 16 bis 18 Jahren nach und nach "runtergefahren" und wird somit letztlich nicht erreicht werden; aber: unterm Strich bin ich mit der Gesamtrendite im Vergleich zu anderen Anlageformen dieser Zeit dennoch zufrieden.

Für die Zukunft halte ich aber auch, wie andere hier, die LV nicht mehr unbedingt für eine gute Form der Zukunfts- und Altersvorsorge; für mich kommt sie in Anbetracht meiner "Restlaufzeit" sowieso nicht mehr in Frage. Aber derzeit beschäftige ich mich mit diesem Thema im Hinblick auf die Situation meiner beiden Kinder (27 und 25), die sich in den ersten Jahren der Berufstätigkeit befinden und bei denen sich z.Zt. verschiedenste Berater fast schon die Türklinke gegenseitig in die Hand geben (Thema "Uni?").
Wenn ich mir allerdings die garantierten Renditen und Endsummen der Auszahlungen nach ca. 40 Jahren ansehe, dann bekomme ich heftigste Zweifel, ob man einer Versicherungsgesellschaft sein Geld über solch einen langen Zeitraum überhaupt anvertrauen sollte. Schuld ist natürlich der derzeitige Garantiezins von 1,75%; und wenn der wieder mal steigt, bin ich mehr oder weniger auf die Gnade der Versicherungsgesellschaft angewiesen, wie hoch sie mich mit Überschüssen daran wirklich beteiligt.
Riester halte ich ebenfalls für uninteressant, bei den hohen Verwaltungskosten sowohl in Anspar- als auch Auszahlphase, zumal für meine Kinder zumindest zur Zeit das Thema "Familienplanung" noch völlig im Hintergrund steht - somit also auch von den Zulagen her wenig interessant.
Ich suche also gerade nach Zukunftsalternativen, wobei ich leider auch kein Fachmann in diesen Dingen bin; hab aufgrund Krankenstand nur momentan ein bisschen mehr Zeit, mich damit zu beschäftigen und mir dabei wenigstens so ein paar "Basics" anzueignen.
Der eigene Nachwuchs hat es in Sachen Altersvorsorge halt doch m. E. erheblich schwerer als es "meine Generation" hatte ! Aber nun will ich diesen Thread nicht weiter überstrapazieren.

jimmi am 30 Nov 2012 15:20:32

Der nächste Schritt von unserer Regierung das Geld der kleinen Leute zu vernichten!

Stichpunkt: Bewertungsreserven....

--> Link

Es lebe die Korruption und der Lobbyismus in unserem Land.

PS: übrigens die Seite von Captain-Huk ist lesenswert. Sie beschreibt und erklärt das teilweise skrupelose Vorgehen von Versicherungen

trebla am 30 Nov 2012 16:39:55

Habe bei der Allianz eine Lebensversicherung, die Mitte 2014 vertragsmässig auszuzahlen ist.
Ob da noch was zu retten ist? :(

trebla am 30 Nov 2012 17:47:50

Hab gerade mal bei der Allianz nachgefragt.
Garantierte Auszahlung in 2014 = ca. 103 000,00 Euro.
Bei Nichtanwendung der geplanten Gesetzteslage wären es ca. 118 000,00 Euro.
Wenn ich vorher kündige dann erhalte ich ca. 72 000,00 Euro.
Dafür habe ich über 30 Jahre eingezahlt, zum kotzen!

Ich kann jedem raten, keine Kapitallebensversicherung in Zukunft abzuschließen!
Der Beschiss ist schon vorprogrammiert!

travelrebell am 30 Nov 2012 19:27:00

nee glaub ich nicht, das muß erheblich mehr sein wie die 72000, laß dich genaustens beraten, du bist einer der Fälle die sich lohnen...

trebla am 30 Nov 2012 19:42:05

travelrebell hat geschrieben:nee glaub ich nicht, das muß erheblich mehr sein wie die 72000, laß dich genaustens beraten, du bist einer der Fälle die sich lohnen...


Wer kann mich da genaustens beraten?
Die besagte Versicherungsgesellschaft wird das wohl nicht richtig machen, da Interessenkonflikt.
Habe es ja versucht mit der Allianzhotline : 0800/4100104

trebla

Gast am 30 Nov 2012 22:25:41

trebla schrieb:
Hab gerade mal bei der Allianz nachgefragt.
Garantierte Auszahlung in 2014 = ca. 103 000,00 Euro.
Bei Nichtanwendung der geplanten Gesetzteslage wären es ca. 118 000,00 Euro.
Wenn ich vorher kündige dann erhalte ich ca. 72 000,00 Euro.


Die Anwendung der geplanten Gesetzeslage hat m.E. nichts mit der garantieren Auszahlung zu tun, da die Ausweisung der Bewertungsreserven zumindest bei den jährlichen Informationen meiner Versicherung separat von den garantierten Summen ausgewiesen ist.
Und wenn bei vorzeitiger Kündigung nur der Rückkaufswert erstattet wird, dann kann das mit den 72.000 € schon hinkommen.

trebla am 14 Dez 2012 20:11:41

Die von der schwarz-gelben Koalition geplanten Abschläge bei Lebensversicherungen liegen vorerst auf Eis. Der Bundesrat rief heute wegen des entsprechenden Begleitgesetzes für einen einheitlichen bargeldlosen Zahlungsverkehr in Europa (SEPA), in dem diese Änderungen bei Versicherungen geregelt werden, den Vermittlungsausschuss an. Das Gesetz soll die Beteiligung der Versicherten an den zurzeit besonders hohen Bewertungsreserven für festverzinsliche Wertpapiere künftig begrenzen.

rolf51 am 15 Dez 2012 11:02:03

Hallo,
ist doch eine gute Nachricht. Wenn das Gesetz nicht in Kraft tritt können die Verträge, da wo möglich, ohne Abschläge gekündigt werden. Werde nächste Woche das mal in Angriff nehmen.

chrisk am 15 Dez 2012 11:34:31

trebla hat geschrieben:Ich kann jedem raten, keine Kapitallebensversicherung in Zukunft abzuschließen!
Der Beschiss ist schon vorprogrammiert!


In erster Linie ist eine Lebensversicherung doch eine Absicherung für die Hinterbliebenen und keine primäre Geldvermehrmaschine.
Insofern ist sir für Egomanen natürlich nicht mehr so rentabel, für Familienernährer aber fast ein muss.

Mondmann am 15 Dez 2012 15:19:16

Hallo chrisk,-

der Abschluss wird dir aber fast immer mit beiden Argumenten verkauft.

Liebe

Mondmann

Gast am 15 Dez 2012 15:23:20

chrisk hat geschrieben:In erster Linie ist eine Lebensversicherung doch eine Absicherung für die Hinterbliebenen und keine primäre Geldvermehrmaschine.
Insofern ist sir für Egomanen natürlich nicht mehr so rentabel, für Familienernährer aber fast ein muss.

Wenn du deine Hinterbliebenen absichern willst, dann solltest du eine Risikolebensversicherung abschließen.
Sie kostet nur einen Bruchteil einer LV und dient ausschließlich der Absicherung und nicht der Geldvermehrung.

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