Sven.st am 21 Jan 2013 02:19:40 Nachdem sich während des Kaufs unseres neuen Concorde herausstellte, das ein Wechselrichter mit 1500W und Sinusspannung eingebaut ist, stellt sich mir die Frage, was wohl dagegen spricht, sämtliche elektrische Verbarucher, die in Zukunft angeschafft werden in 230V zu kaufen? Bin elektrisch nicht allzu versiert. Aus meiner Sicht ergeben sich aber nur Vorteile. Zum einen sind die Geräte meist günstiger als 12V-Geräte und zum anderen habe ich eine viel größere Auswahl. Spricht etwas dagegen? Sven
OttoWalke am 21 Jan 2013 03:05:44 Nein, außer das man damit Strom (Aku-Kapazität) verschwendet, und das nicht mal wenig. :wink:
maniac am 21 Jan 2013 08:43:48 Die Umwandlung von 12 Volt auf 220 Volt kostet einiges an Strom. Das wirst du merken, wenn du deinen Wechselrichter im Betrieb berührst. Er wird heiß. D. h. elektrische Energie wird in Wärme umgewandelt. Wenn du im Sommer also mit einen 220 Volt Fernseher dir den Abend vetreibst, heizt du dir gleichzeitig die Bude.
Acki am 21 Jan 2013 09:01:17 Gerade bei Unterhaltungs-Elektronik-Geräten ist das Ganze natürlich paradox: Die funktionieren im "Innern" im Niedervoltbereich und haben ein 230V Netzgerät vorgeschaltet, und so werden sie im Haushalt betrieben. Nun nehmen wir im Womo aus den Batterien der 12V-Strom, wandeln ihn unter Energieverlust zum 230V-Strom und dann im Gerät wieder zum 12V (oder 10 oder 9 oder 5V Strom) ... Selbstverständlich gibt es auch 12V-Geräte, die nichts taugen und mit einem "echten" 230V Gerät nicht vergleichbar sind. Hier sprechen wir aber eher von Haushaltsgeräten (Mixer, Staubsauger, etc.), nicht von Elekronik.
pegasus1955 am 21 Jan 2013 09:12:02 Der Strom, der für den Betrieb eines Gerätes verbraucht wird, berechnet sich in Ampere. Die Amperezahl kannst Du ausrechnen. Beispiel Haarföhn. Angenommen, der hat eine Leistung von 1000 Watt und würde eine Stunde betrieben (nur Rechenbeispiel!). Beim Betrieb mit 220 V ergeben sich 1000W/220V = 4,55 A. Betreibst Du diesen über einen Wechselrichter aus Deinem Bordakku, dann gilt: 1000W/12V = 83 A. Da die Akkukapazität der Bordakkus begrenzt ist, machst Du also in Kürze Deinen Bordakku leer.
Die Dinger, die wir lieben, heißen Wohnmobil. Daraus folgt: Man sollte sich bewegen können, d.h. unabhängig vom 220V-Netz. Das erreicht man mit LED-Lampen statt Halogen, häufigerem Ortswechsel (Lichtmaschine lädt Akkus auf) und/oder Solaranlage.
thomas56 am 21 Jan 2013 11:35:16 Sven.st hat geschrieben:Zum einen sind die Geräte meist günstiger als 12V-Geräte und zum anderen habe ich eine viel größere Auswahl.
genau und ausserdem gibt es einige Geräte gar nicht auf 12V. Das Gesparte wird wieder in Batterien, Solar und Generatoren investiert. :ja:
Gast am 21 Jan 2013 11:47:56 thomas56 hat geschrieben:Sven.st hat geschrieben:Zum einen sind die Geräte meist günstiger als 12V-Geräte und zum anderen habe ich eine viel größere Auswahl.
genau und ausserdem gibt es einige Geräte gar nicht auf 12V. Das Gesparte wird wieder in Batterien, Solar und Generatoren investiert. :ja:
Genauer: Das gesparte Geld MUSS in Batteriekapazität, Solar und Generatoren investiert werden. Irgendwas muss man dem Wandler ja anbieten, damit er Leistung zur Verfügung stellen kann.
abenn am 21 Jan 2013 12:35:13 Sven.st hat geschrieben:Zum einen sind die Geräte meist günstiger als 12V-Geräte und zum anderen habe ich eine viel größere Auswahl. Spricht etwas dagegen?
Es wäre hilfreich zu wissen WELCHE Geräte du genau meinst. Denn wie die Vorredner schon beschrieben haben, viele Geräte haben eh ein Netzteil wo aus 230V 12V o.ä. gemacht wird, z.B,s Fernseher, Ladegeräte ... Alf
willi_chic am 21 Jan 2013 14:54:33 Hallo Sven,
wir sind mit unserem Morelo in der gleichen Situation, nur noch 2 x 12V Steckdoesen im Armaturenbrett (fürs Navi) und rund ein Dutzend mit 220V im Fahrzeug verteilt, versorgt mit 2,5 kW Sinus-Wechselrichter
das heißt Umstellung aller "Haushaltsverbraucher" auf 220V
damit kann man gut leben wenn einige Voraussetzungen erfüllt sind - ausreichend Batteriekapazität (z.B. 400Ah AGM) - WR mit energiesparendem Stand-By und intelligenter Umgang mit dessen 16 DIP-Schaltern - ausreichend Solar - hohe Ladespannung der Lima (im Stand 60 A ohne Booster)
grüße klaus
mawogu am 21 Jan 2013 23:14:45 Hallo Sven,
ich habe meinen Bus vor 5 Jahren ausgebaut und dabei ganz konsequent auf 220V Versorgung gesetzt. Es sind 15 Steckdosen und 14 Lampen installiert. Hauptgründe waren: Verwendung von Sparlampen, grosse Auswahl an Lampen, billigere 220V Geräte (z.B TV) und bessere Angebote... Schöner Nebeneffekt: 2012 konnten alle Sparlampen (durchschnittlich je 7W) durch baugleiche LED Leuchtmittel ersetzt werden (2-4W).
Zur Technik, es sind zwei festinstallierte quasi Sinus-Wandler im Einsatz: - ein 1200W Teil für fette Kurzzeit-Verbraucher im wesentlichen Kaffeemaschine, Fön, dazu muss der Wandler manuell eingeschaltet werden. Während der Fahrt wird der Wandler automatisch eingeschaltet und versorgt das Ladegerät für die AGM-Aufbaubatterie (120Ah), dh eine Dauer(über)ladung über die Lichtmaschine (180A) bei direktem Anschluss wird vermieden. Ferner läuft der Absorber über 220V (thermostatgesteuert), bei Bedarf kann auch der 600W Elektroboiler zugeschaltet werden. - ein 150W Teil versorgt alle Kleinverbraucher wie Lampen, Ladegeräte für Handy, Laptop und TV. Im Standbetrieb reicht der kleine Wandler fast immer aus. Wird doch mehr Leistung benötigt, wird der dicke Wandler ein- und der kleine manuell ausgeschaltet. Der Wirkungsgrad des Wandlers liegt bei 90%, der Ruhestrom beträgt 40mA.
Selbstverständlich ist eine 220V Vorrangschaltung, Batterie Unterspannungsabschaltung usw eingebaut.
Manfred
gespeert am 22 Jan 2013 00:43:06 Es muß gerade andersherum lauten: 12 statt 230V !! Alle Verbraucher abklopfen und optimieren. Erstelle eine Verbrauchs-Bilanz (welches Gerät mit welcher Stromaufnahme wie lange im EInsatz). Raus mit dem alten Glühobst und rein mit LED.
Wie wäre es mit einer Umrüstung auf LI-Akkus (siehe der Umrüstungs-Thread, Platz und Gewicht gespart!!)??
Wenn DU mal einige Tage frei stehen möchtest, mußt DU alle Verbräuceh minimieren, und zwar ohne Komforteinbußen.
Gast am 22 Jan 2013 01:47:37 pegasus1955 hat geschrieben:Der Strom, der für den Betrieb eines Gerätes verbraucht wird, berechnet sich in Ampere. Die Amperezahl kannst Du ausrechnen. Beispiel Haarföhn. Angenommen, der hat eine Leistung von 1000 Watt und würde eine Stunde betrieben (nur Rechenbeispiel!). Beim Betrieb mit 220 V ergeben sich 1000W/220V = 4,55 A. Betreibst Du diesen über einen Wechselrichter aus Deinem Bordakku, dann gilt: 1000W/12V = 83 A. Da die Akkukapazität der Bordakkus begrenzt ist, machst Du also in Kürze Deinen Bordakku leer.
Die Dinger, die wir lieben, heißen Wohnmobil. Daraus folgt: Man sollte sich bewegen können, d.h. unabhängig vom 220V-Netz. Das erreicht man mit LED-Lampen statt Halogen, häufigerem Ortswechsel (Lichtmaschine lädt Akkus auf) und/oder Solaranlage.
Wohnmobil interpretieren wir als mobile Kleinstwohnung und eine Steckdose ist in der Regel zu 50 % aller Tage in der Nähe verfügbar. Deutliche Unterschiede ergeben sich in der Nutzung, denn es gab und gibt sogenannte "Freisteher" also offen und ehrlich Wildcamper. Wildcampern wird aber in Zukunft das Leben immer schwerer gemacht, da dies in der Regel nicht erlaubt ist und immer weniger toleriert wird, hohe Bußgelder bis 1.000 € verhängt werden. Die Frage ist natürlich will ich ohne Strom stehen können oder nicht. Hier gehen die Ansichten massiv auseinander. Wir haben zwei 95 Ah Batterien und die waren noch nie leer, als Wechselrichter nutzen wir einen 3.000 W Effekta mit 6.000 W kurzfristige Spitzenlast. Wenn die Frau mal für 10 Minuten nach dem Duschen in freier Wildbahn sich die Haare föhnt und einen 1.000 W Föhn nutzt, werden bei ca. 95 % Wirkungsgrad ca. 88 A ( Leistung / Spannung / Wirkungsgrad = 1.000 W / 12 V / 0,95 % ) aus den Akkus entnommen. Theoretisch kann Frau also bei 50 % Entladung locker eine Stunde die Haare föhnen, dass sollte reichen. mawogu hat geschrieben:.. Während der Fahrt wird der Wandler automatisch eingeschaltet und versorgt das Ladegerät für die AGM-Aufbaubatterie (120Ah), dh eine Dauer(über)ladung über die Lichtmaschine (180A) bei direktem Anschluss wird vermieden. Ferner läuft der Absorber über 220V (thermostatgesteuert), bei Bedarf kann auch der 600W Elektroboiler zugeschaltet werden.
Bis Du der Ansicht das dies sinnvoll ist ? Da gibt es so etwas wie den "Energieerhaltungsatz" ..... Aus DIeselkraftstoff mechanische Energie machen, dann wieder in elektrische Energie ( 12 V ) umwandeln, dann wieder in 230 V umwandeln und dann in Wärme verwandeln um den Absorberkühlschrank betreiben. Also ein sinnvoller Einsatz sieht anders aus, nimm`s mir nicht übel. Da macht man den Kühlschrank auf Flüssiggas an und gut ist`s, schont auch Motor und Lichtmaschine. Alles vorstehende ist aber nur meine Meinung, jeder kann machen was er will und sollte sich nicht angegriffen fühlen.
daffi2222 am 22 Jan 2013 06:36:32 Manchmal wird auch lebenslange Haft angedroht. :roll:
daffi2222 am 22 Jan 2013 07:57:10 Am Anfang :lach: hatte ich den gleichen Gedanken. Wäre ja schön einfach. Vergiss aber nicht die Kosten für Solar, Akkus und Regler mit Deine Berechnung einzubeziehen. Dann sieht alles etwas anders aus. Eine Padmaschine wird Deinen Regler schon so ziemlich auslasten. Dann mal einen Tag keine Sonne und es wird eng. Also wenn Du Solar hast. Ich habe mich jetzt soweit entschieden, als dass ich zu 12Volt zurückkehre.
Was mache ich mit230 V? Ich habe keinen Fernseher dabei. Kaffee kochen wir wieder wie früher auf dem Herd. Frischgebrüht statt Frischgepresst. Der Föhn ist das einzige was ich bisher nicht auf 12 V betreibe.
Du liest, jeder macht es anders. Und, jeder macht es besser :lach: all Deinen Überlegungen sollten Deine Art zu Urlauben zugrundeliegen. Wenn Du nur Stellplätze und Campingplätze ansteuerst, sind 230 V kein Problem. Willst Du aber FREI stehen, dann besser 12 V.
Leider verwechseln hier einige noch Wildes Campen mit frei stehen. Denn Unterschied lernt man aber schnell.
thomas56 am 22 Jan 2013 11:05:23 ich interessierte mich mal für einen Volkner. Der Wagen hatte gar keine 12V, da gab es ausschliesslich 24V u. 230V. Der Kühlschrank war ein Liebherr mit 230V. Bei den heutigen Solarpreisen von ca. 1,-€/Wp ist es doch kein Problem mehr, im Sommer 200Ah/Tag einzufangen und da sind mir dann die ev. 30% Verluste auch egal.
RaiWo am 22 Jan 2013 11:17:08 Guude! Es gibt gerade in Frankreich sehr viele Stellplätz, die gar keinen Stromanschluss oder gerade mal an der Versorgungssäule 2 Steckdosen (2 Euro/1 Std.) bieten. Wir haben gerade mal Kaffeemaschine und Fön als 230-Volt-Geräte. Wasserkocher kann zwar auch benutzt werden, aber nur in Ausnahmefällen. Ach so, 400 Ah-Batterien, 380 Ah Solar und einen Honda für den Notfall. Gefrierschrank und Kühlschrank, TV und sonstiges läuft alles auf 12 V. CU Vutschko
Gast am 22 Jan 2013 11:29:31 Wenn ich Volkner richtig lese und verstehe, betreiben sie fast alles mit 230V unter der Ausnutzung der HPR-Regelung ( Lichtmaschinenregelung ) für ihre 24 V Anlage. Die meisten Womos aus Wuppertal sind zudem mit mehr als 1000 Ah-Batterieleistung und um die 600 Wp PV anlage bestückt.
Man sollte also nicht unbedingt versuchen "Leberwurst mit Wagenschmiere" zu vergleichen. Wer hat schon so große Batteriekapazitäten. Der übliche Nutzer ist doch eher in der Größe der Batterie mit 75-200 Ah bestückt. In dem Fall würd ich auch eher auf 230V Geräte zurückgreifen, dann für den Betrieb aber die zwischengeschalteten Trafos für die Umsetzung von 230 V auf 12V nicht nutzen, sondern direkt an die Bordspannung anschließen.
daffi2222 am 22 Jan 2013 11:51:07 Die Platte ist nicht das Problem.
Der Akkupreis ist mir zu hoch. Ich müsste jetzt einen neuen haben mit 240 Ah. Das kostet viel, bringt mir aber wenig.
rolfblock am 22 Jan 2013 11:54:01 Nimm mal meinen Fernseher für 12 V. Der braucht 2 A. Mein Wechselrichter braucht im Leelauf (nicht im ausgeschalteten Zustand) bereits 2 A. Wenn also dein 230 V Fernseher auch nur 24 W zieht, brauchst du bereits 48 W. Also das Doppelte. Wenn du dafür dann nur halb so lange TV schaust, brauchst du nicht mehr Energie und es kommt sogar noch ein Zeitgewinn für andere stromsparende Vergnügungen im Dunkeln dabei raus.
rainer2 am 22 Jan 2013 11:57:11 Stromsparende Vergnügungen im Dunkeln :lol: :lol: :lol: :D :D :D guter Spruch
daffi2222 am 22 Jan 2013 13:07:08 Das ist es ja, ich will keinen Fernseher. Weg von dem ganzen Kram. Abends kurz ne SMS und gut.
Zum Thema 12V:
Man merkt schon an den Beiträgen, das jeder ein anderes Verhalten hat. Der eine braucht seine gewohnte Umgebung, während der andere mit Messer zwischen Zähnen das Abenteuer sucht. :twisted: Es gibt auch den Mittelweg. :ja: Genauso verhält es sich mit dem Strom.
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