„Da es in Europa immer noch ca. 300 verschiedene Anschlusssysteme gibt, stellt sich eine einheitliche Gasversorgung im Campingbereich als sehr schwierig dar.“ (ADAC)
Da wir zukünftig auf mehrmonatigen Reisen in Ländern Europas und Asiens unterwegs sein wollen, haben wir uns zur Installation von Gastankflaschen entschieden. Anfangs hatte ich auch in Erwägung gezogen, einen Gastank unterflur zu montieren; der höhere Aufwand wäre aus meiner Sicht aber nur gerechtfertigt gewesen, wenn auch eine deutlich höhere Kapazität als 44l möglich wäre – dazu reichte aber der Platz nicht. Als ich dann noch eine fast neue Tankflasche in der Bucht ersteigern konnte, war die Entscheidung endgültig gefallen. Eine zweite Flasche mit Füllschlauch habe ich noch direkt bei Wynen bestellt. Um „Nägel mit Köpfen“ zu machen, habe ich auch noch eine Fernanzeige installiert.
Der Austausch der Flaschen ist relativ einfach durchzuführen: grau raus –grün rein!
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(Foto: Wynen)Die Tankflaschen müssen allerdings fest installiert sein, um als Gastank zu gelten, denn nur dann dürfen sie auch selbst an der LPG-Säule betankt werden. Dazu musste ich zunächst eine 40mm dicke Holzleiste an der Seitenwand anbringen, an der dann die massiven Edelstahlwinkel mit durchgehenden Schlossschrauben befestigt wurden.

Für den Flaschenfuß gibt es noch einen Haken, der am Boden verschraubt wird. In die vordere Flasche wird ein T-Stück eingeschraubt, an das auf der einen Seite der Einfüllstutzen und auf der anderen Seite der Füllschlauch zur zweiten Flasche geschraubt wird. Die Abdichtung der Schraubverbindungen erfolgte mit Teflonband. Zum Schluss wurden noch –wie bei den grauen Flaschen- die Schlauchverbindungen zum Regler angeschraubt.
Wesentlich aufwendiger/zeitintensiver war die Installation der Fernanzeige. Zunächst wird die vorhandene Anzeige an der Flasche durch einen Rochester-Geber ersetzt: (ACHTUNG: der günstigere Livello-Geber passt nicht auf die grünen Tankflaschen!)
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Die Geber haben eine Masse- und eine SignalLeitung. Mit einem 3-adrigen Kabel habe ich die beiden Signale sowie die Masse quer und längs durchs Womo zur Kontroll- und AnzeigeSäule geführt. Außerdem benötigt die Anzeige noch 12V +/-; diese habe ich von freien Steckplätzen der abgesicherten Verteilerbox genommen, sodass ich auch über das Kontrollboard den Stromkreis unterbrechen kann. Der größte Aufwand war das Öffnen (und Schließen) des Kabelkanals über der Aufbautür (wie schon bei der Installation der Solaranlage (--> Link)).
Die Aussparrungen für Schalter und Anzeige waren dagegen schnell gemacht:

Fertig sieht das Ganze dann so aus:

Da jede Flasche ein Füllstandssignal liefert, werden diese über einen Zweifachschalter mit Neutralstellung (=Anzeige aus) auf die LED-Anzeige geschaltet.
Die Schaltung dazu :

Eine Abnahme ist übrigens nicht erforderlich. Eine Dichteprüfung des Füllanschlusses durch „abdrücken“ war auch nicht möglich, da die normale Gasprüfung mit 150mBar erfolgt, der Fülldruck an der Tanksäule aber bei ca. 10 Bar liegt. Empfehlung der Werkstatt: beim ersten Betanken den Füllanschluß mit Leckagespray bespühen und schauen ob alles dicht ist. Gesagt – getan und: es war alles dicht!
Alles in allem habe ich für den Einbau etwa einen Tag benötigt, wobei etwa ¾ der Zeit auf die Installation der Fernanzeige entfiel. Trotzdem: die Mühe hat sich gelohnt!
Technisch ist das alles nicht schwierig; wenn man auf die Fernanzeige verzichtet sogar 'nen Klacks.
Otone

