
Herr Urmel jun. nutzte das schöne Wetter und schaute nach dem Rechten. Immerhin waren wir ja schon über Silvester auf dem CP Bon-Repos und es könnten sich ja einige Dinge verändert haben. Allerdings war dem nicht so und Junior gab sein O.K.
In den folgenden Tagen stand ein Besuch von Barcelona auf dem Programm. Mit der Renfe um € 9,10 für 3 Personen hin und zurück kann man nicht meckern, zumal die Zugfahrt von 1 Std. 09 Min. auch noch erträglich ist. Was soll man über Barcelona viel schreiben? Deshalb nur ein paar Bilder.



Nach einem Besuch im Aquarium staunte unser kleiner Urmel, wie groß doch Haifische werden können

Im gotischen Viertel statteten wir der Kathedrale einen kurzen Besuch ab

Nach einigen Tagen ging es weiter in Richtung Tarragona. Hier war es ein paar Grad wärmer und wir genossen bei gut 20 C die letzten Urlaubstage auf dem wunderschönen Campingplatz Tamarit Park Resort --> Link , wieder mit einem Stellplatz am Meer. Allerdings
lies der starke Wind gleich mal die Alden-Sat-Anlage nach hinten klappen. Nix war´s mit der deutschen Tagesschau. Gott sei Dank war nichts kaputt und Herr Urmel sen. stieg die Leiter hinauf und richtete kurz den Schaden.

Nach wenigen Tagen, ging die Fahrt wieder nach Barcelona, denn Herr Urmel hatte keinen Bock mehr darauf, an den zahlreichen französischen Mautstationen "Halt" zu machen und sich wieder eine Schulterzerrung zuzuziehen. Die Franzosen verstehen nicht viel von Mautstationen, weil man mit einem Ducato schlecht an den Stationen zahlen kann. Entweder ist der Schalter zu hoch, oder zu tief. Man möchte auch nicht nur auf das Rausgeld verzichten, nur weil man um an den Ausgabeschacht ranzukommen, immer aussteigen muss. Frau Urmel sah sich auch nicht mehr in der Lage, Herrn Urmel sen. immer an den Beinen festzuhalten, während dieser das Wechselgeld durch das Fahrerfenster versucht hat, aus dem Schacht zu krusteln. Gebucht wurde die Fähre "Excellent" über Grandi Navi Veloci --> Link um € 427,-- inklusive 3-Bett-Aussenkabine. Wir hatten keinen Luxusliner erwartet, aber man kann doch davon ausgehen, dass ein Schiff, Baujahr 1998 zumindest nicht schlechter in Schuss ist, als die Seelenverkäufer aus den 60ern von Corsica-Ferries und Mobylines.
Den Hafen zu finden ist in Barcelona recht einfach, allerdings das Terminal 3 erforderte schon mehrere Fahrten um das Kolumbusdenkmal :-) Bei der Einfahrt wurde auch gleich mal die Höhe kontrolliert. Bei der Buchung geht über- oder unter 2,90m. Das Urmelmobil ist mit 2,95m angegeben, dann noch 20 cm für die Schüssel drauf und schon hätten wir ein Problem. Herr Urmel ist aber ein ehrlicher Zeitgenosse und buchte gleich über 2,90m. Dafür fand er den Button 7,5m länge nicht und klickte dafür 7,0m an :-)

Bis dahin lief alles wie geschmiert, der Kahn lag schon im Hafen, nachdem dieser wohl pünktlich aus Tanger eingetroffen ist. Ein Großteil der Reisenden verweilte auch noch auf dem Schiff, weil der Zoll wohl recht pienzig mit "Nicht-EU-Bürgern" sein soll. Das Schiff ist riesig und noch etwas länger und breiter als die üblichen Fähren zwischen Sardinien, Korsika und Livorno. Ein Fitness-Center wurde eigenst zur Moschee umfunktioniert und vermeldete großen Andrang. Viele hatten einen kleinen Perser unter dem Arm auf welchem sie wohl schliefen und beteten. Der angepriesene Swimming-und Whirl-Pool diente als Mülleimer. Der Kinderspielbereich "Alladin" (klar, dass man den nicht einfach nur Max & Moritz nennen darf) war an Lieblosigkeit keinesfalls zu überbieten. Er bestand aus einer kaputten Plastikrutsche für 2 jährige und einem Schaukeltier, welches eigentlich das Wort "Schaukel" gar nicht verdient hatte. In den verschiedenen Bars und Cafeterias roch und stank es. Alles klebte und war verdreckt. Hier ein paar Eindrücke


Nun ist es ja nicht so, dass die Urmels ein 6-Sterne-Schiff erwartet hätten, aber eine 3-Bett-Aussenkabine sollte auch über das nötige Equipment verfügen. So kam es, dass Frau Urmel statt 3 nur 1 Frottee-Handtuch im Bad entdeckte. Toilettenpapier musste man sich denken und überhaupt habe ich als alter "Fährenfahrer" noch nie in so einer dreckigen und gammeligen Kabine übernachten müssen. Alles klebte, war verstaubt, Spinnweben, Bettlaken voller Schamhaare. (Würg) Herr Urmel ist ja als geduldiger Zeitgenosse bekannt, aber hier war auch ihm es zuviel und der marschierte zur Reception. Die Bitte einer neuen Kabine, war leider eine Fehlbitte. Meinem Wunsch nach Toilettenpapier und Handtücher kam man noch an der Reception nach. Statt Frotteehandtücher gab es Papierhandtücher, und eine Rolle Klopapier. Mit der Rolle unter dem Arm und den Zewa-Handtüchern bewaffnet schlappte Herr Urmel zurück in die gefühlt 2 km entfernte Kabine.




Am Abend trank Herr Urmel wohl noch ein Bier zuviel und rutschte in der Dusche aus. Im letzten Moment fand er noch etwas Halt am
Duschvorhang. In diesen wickelte er sich etwa 24mal ein, bevor er dann auf dem dreckigen Boden, auf dem Rücken liegend wie ein Maikäfer, ohne weitere Blessuren zum erliegen kam.
Alles in allem war es ein schöner Osterurlaub, doch die Fährüberfahrt mit GNV werden wir uns in Zukunft sparen, weil wirklich alles schauderlich gewesen ist. Habe an die Reederei geschrieben und um Stellungnahme gebeten, erwarte da aber nicht viel.

