Vorwort:
Nein, dieses wird kein neuer "Lüfterfred" :D
Die Kühlleistung unseres Absorberkühlschrankes (RM 7655 L) war bei Temperaturen um die 30°C eher suboptimal.
Egal, ob über Gas, 230 oder 12 V. Von 7°C Innentemp. war tw. nur zu träumen.
Bei unserem Womo ist die Belüftung des Kühli zwar optisch elegant gelöst, jedoch lässt das Ergebnis eher zu wünschen übrig.
Sie erfolgt durch zwei 70 mm Rohre, die durch die Bodenplatte gehen & am Dach ist ein kleiner "Kaminaufsatz. Keine Seitengitter oder sonstiges.
Etlichen Versuche, mit Lüftern das Problem zu minimieren, waren mehr oder weniger erfolgreich.
Ein Absorberkühlschrank besitzt systembedingt zwei Wärmequellen, wovon eine gewollt & die andere nicht gewollt ist.
Also: Die Ursache bekämpfen & nicht die Folgen. :wink:
Punkt 1: bei 12 V Betrieb lagen an der Heizpatrone grade mal 10,5 V an. Die Batt.-spannung betrug jedoch 13,8 V. Ergo: 3 V werden irgendwo verheizt. 1 V gönnte sich das EBL Kühlirelais & der Rest wurde in den ~6 m Leitung in Wärme verbraten. Die original Leitung hatte 6 mm².
Also zusätzlich 6 mm² von der Heizpatrone zu den Batt. gezogen & das Kühli-Trenrelais im EBL totgelegt & "outgesorced" :D
Heisst, die Umschaltung Starter- / Aufbaubatt. erfolgt jetzt durch ein externes (kräftigeres) Relais.
Problem Nr.1 behoben:

Um der Be-/ Entlüftung etwas auf die Sprünge zu helfen, installierte ich in einem der beiden schwarzen Belüftungsrohre (die vom Unterboden Luft "ansaugen") einen 60 mm Rohrlüfter & legte den Auslass so, das er ca. 25 cm unter den Kühlrippen des Kondensators endet. Der 80 mm Lüfter im Dachkamin war noch von den ersten Versuchen über.
Den Ventilator habe ich zur Geräuschdämmung etwas eingepackt :wink:
Gesteuert werden die Lüfter über eine Temp-Differenzschaltung, sobald die Kühli-Rückseite um xx°C höher liegt (einstellbar) als unterm Fahrzeug, springen die Lüfter an.



Da ich öfters von dem Luftleitblech gelesen hatte....was lag näher, als so etwas auch noch zu montieren. Der Kühli war eh draussen & strömungstechnisch gesehen macht dieses Teil viel Sinn (schwarzes SIKA & ich werden nie Freunde).
Dieses Blech sitzt über dem Luftauslass & ca. 5 cm unter dem Kondensator (Foto mit Handy gemacht :( )

Ok.....die Abfuhr der "gewollten" Wärme war somit geklärt.
Problem Nr.2
Das Funktionsprinzip eines Absorberkühlschrankes beruht darauf, das ein Ammoniak/Wasser Gemisch erhitzt wird & diese dann, vereinfacht gesagt, dem Kühli-Innenraum die Wärme entzieht. Im o.g. Kondensator ist die Hitze somit gewollt, um das Ammoniak vom Wasserdampf zu trennen. Was absolut nicht optimal gelöst ist, ist die Tatsache, das der Ofen bei Betrieb extremst heiss wird. Nicht nur im Innern, wo es ja gewollt ist, sondern auch an der äusseren Hülle. Nach einigen Stunden Betrieb konnte man den Ofen definitiv nicht mehr mit den Händen berühren.
Den Ofen isolierte ich auf gesamter Länge mit 12 mm straker hitzebeständiger Isoliermatte. Mehr war nicht möglich.
Ich nutzte dazu THERMATEX 500. Das Material ist beständig bis +500°C & unbrennbar. Die Matte wurde mit Metallbindern fest um den Ofen gewickelt & zusätzlich an den Stoßstellen mit Metallfolie beklebt.
Nach ca. 4 Std. Betrieb kann man den Ofen noch anfassen, er ist handwarm & die Wärme geht dahin, wo sie soll, nämlich in's Medium & nicht an meine Womo-Innenwand.
Der Ofen ist die senkrechte Röhre am rechten Rand.

Zusätzlich demontierte ich den Alu-Kühlkörper im Kühliinnern, befreite die Kühlleitung von übermässiger Wärmeleitpaste & stellte somit einen direkten Kontakt zum dem Alu-Kühlkörper her.
Alles wieder eingebaut & GSD bot der nächste Tag optimale Voraussetzungen. Ok, die 40°C...liegt daran, das der Aussensensor direkt der Sonne ausgesetzt war.

Anfangs-Kühlitemperatur, sämtl. Fenster & Luken im Womo blieben geschlossen, um einen heissen Sommertag simulieren

Da mir die Leistung im 12 V Betrieb wichtig war, lief der Kühli kpl. über 12 V.
Kühli-Temp. nach 8 Std.

max. Endwert, nach ca. 12 Std.

TK-Fach, nach 12 Std.

Der Testlauf lief ohne Zuschaltung der Lüfter. Um etwas realistisch zu bleiben, öffnete ich 4x die Tür für ca. 30 sec.
Und nun das, was mich absolut in Erstaunen versetzt: Ein Zuschalten der Lüfter brachte keinerlei Verbesserung!
Deshalb hatte ich die Lüfter so umgebaut, das sie bei Bedarf in Reihe geschaltet werden & somit nur mit halber Leistung laufen. Dann sind sie absolut nicht mehr zu hören.
Am nächsten Tag den Testlauf nochmals gestartet, jedoch über Gas: Nach ca. 3 Std. wurden die gewünschten 6°C erreicht.
Aufgrund der höheren Abgastemp. durch den Brenner, wird eine aktive Lüftung hier wohl sinnvoll sein.
Problem ist, man sieht nicht, ob der Gasbrenner arbeitet oder nicht. :|
Im 12 V Betrieb ist m.E. nach keine Temp.-regelung möglich. Obwohl der Temp.-regler bei -2°C auf "Minimum" gedreht wurde, zog der Kühli weiterhin seine ~14 A.
Somit habe ich u.U. ein Problem: Mein Kühli kühlt zu gut :?
Was DOMETIC dazu sagt ....keine Ahnung. Sie antworten seit Tagen nicht.
Daher alles auf eigene Gefahr! :D
Ich wusste was ich tat, habe damit fast tagtäglich zu tun.
Um auch mal ein wenig zu jammern: Wieso konstruiert DOMETIC den Ofen nicht von vornherein vernünftig?
Bei mir ist er jetzt insgesamt 5 Tage ununterbrochen durchgelaufen.....absolut keine Probleme. Selbst bei den heutigen Temperaturen.
So denn....ist doch länger geworden wie gedacht.

