elwoko am 20 Sep 2013 15:02:34 Nach unserer ersten Tour 2010 über Polen ins Baltikum stand für uns fest, dass wir diese Länder auf jeden Fall wieder besuchen würden. Allerdings sollte das erst dann erfolgen, wenn wir beide nicht mehr im Beruf sind, damit wir auch angemessen Zeit für diese wundervollen Länder haben. Aber wie auch sonst manchmal, kam es anders als gedacht: der Wunsch, die ursprüngliche Natur, die Stille, die Einsamkeit, die Dörfer und die Menschen dort wieder zu sehen und zu erleben, wurde immer stärker. Irgendwann im späten Frühjahr wurden dann die ursprünglichen Pläne für den Sommer zu Gunsten einer erneuten Baltikumfahrt gekippt. Zwar wieder nur drei Wochen, aber mit dem Hintergrund: besser als warten zu müssen. Juhu! Jetzt also Teil 1: Polen Am Straßenrand in Polen 2010 waren wir über Stettin, die Kaschubei, Malbork, Elblag und die Masurischen Seen nach Litauen und Lettland gefahren – bis Estland war es uns zu weit. Diesmal wollten wir die Anreise über das südöstliche Polen legen: ich wollte endlich mal die Gegend kennenlernen, wo mein Vater geboren wurde. Da das aber doch sehr privater Natur ist, übergehe ich diesen Teil der Reise hier. Erste Station war der Stellplatz in D-09399 Niederwürschnitz, Nach den Steegen. --> Link. Trotz Autobahnnähe relativ ruhig, die direkte Umgebung sowieso. Über Dresden und Görlitz ging es weiter nach Breslau, nächste Übernachtung dann in Gora Swietej Anny (50.457801N, 18.169696O), das alte St. Annaberg, ein immer noch beliebter Wallfahrtsort. Der nächste ins Auge gefasste Übernachtungsplatz – der Campingplatz in Sandomierz – liegt direkt neben einer stark befahrenen Straße. Da Sandomierz Zentrum der dortigen Obst- und Gemüseverarbeitung ist, herrscht entsprechend auch reger Betrieb. Hier wollten wir dann doch nicht bleiben und sind ins wirklich schöne Städtchen Kazimierz Dolny (51.326402N, 21.950977O) weitergefahren. Eine gute Entscheidung. Am nächsten Tag haben wir dann das Gebiet südlich Lublin mit dem „Geburtsörtchen“ meines Vaters erkundet. Alte Gebäude sind kaum mehr zu finden, man merkt, dass die Bevölkerung im Zuge geschichtlicher Ereignisse mehrfach „umgeschichtet“ wurde. Eine alte, zerfallende Mühle aus Holz stammt vermutlich aus der Kinderzeit meines Vaters.   (Wie üblich: ein Klick auf das Vorschaubild bringt dann das vergrößerte Bild) (Übernachtungs-)Probleme gab es in Lublin: der am See schön gelegene Campingplatz war geschlossen, drei der vom Navi ausgewiesenen Stellplätze waren überhaupt keine – so haben wir auf weitere Experimente verzichtet und sind über die sehr gut ausgebaute Straße 19 nach Bielsk Podlaski und Hajnowka nach Bialwieza im gleichnamigen Nationalpark gefahren. Hajnowka (und Umgebung) sind stark russisch-orthodox geprägt, Friedhöfe und Kirchen lassen das deutlich erkennen. Den Campingplatz in Bialowieza kannten wir schon, eine große Wiese hinter dem Haus der Betreiber mitten im Ort. Eigentlich sehr schön, wenn er aber schon ziemlich voll ist und abends noch eine geführte Gruppe mit 18 spanischen Wohnmobilen eintrifft, dann wird es doch schon sehr, sehr eng und bei je 2 Toiletten und Duschen m/w auch wartepflichtig. Wie schön, wenn man dann seine eigene Dusche dabei hat. Deshalb ging es dann auch über die 687 über Narewka und Bondary wieder weiter zu einem wunderschönen Platz bei Rybaki am See Zalew Simianowka (52.949129N, 23.767889O). Ein herrlicher Sandstrand und lockerer Kiefernbestand schaffen einen tollen Stellplatz. Das wissen auch einige Polen, die hier auch mit Wohnwagen oder Zelt logieren.   Am See bei Rybaki Hier lassen wir es uns gut gehen. Ab jetzt sollen auch die Tagesetappen deutlich kürzer werden (und werden es auch). Unsere nächste Etappe führt uns dann an die masurischen Seen, genauer zum Campingpark Sonata (54.14444,21.753223) bei Harsz. Von dort ist es nicht mehr weit nach Sztynort (deutsch Steinort), einem Dorf in der Gemeinde Wegorzewo (Angerburg). Dort liegt das bekannte, aber in ziemlich marodem Zustand befindliche Schloss Steinort der Familie Lehndorff.    Nach zwei schönen Tagen, die – wie auch vorher schon – herrliches Badewetter und eine unglaublich milde Nacht gebracht hatten, verlassen wir diesen empfehlenswerten Platz (schön gelegen, großzügig, preiswert, gute Küche) und auch Polen und fahren über eine nicht wirklich empfehlenswerte Strecke nach Goldap (vielleicht wird das ja mal besser, wenn denn die Straße mal fertig ausgebaut sein sollte?) Diesmal war es jedenfalls über weite Strecken recht abenteuerlich: einspurige, kilometerlange Baustellen mit Ampelregelungen, die nur einen Zustand kannten: rot (Lag es daran, dass Sonntag war?). Zum Glück ist man fast allein unterwegs, ich hätte nicht gewusst wohin, wenn ein Fahrzeug entgegengekommen wäre – die im Bau befindliche Spur lag meist 40 – 50 cm tiefer. Na ja, irgendwann (ja, es hat gedauert) konnten wir dann doch etwas flotter nach Suwalki und weiter nach Litauen fahren. Vorher noch: nicht mehr benötigte Zloty in On (=Diesel) umtauschen . . .
elwoko am 20 Sep 2013 15:18:13 Teil 2: LitauenWie schon 2010 muss Litauen sich von uns eigentlich stiefmütterlich behandelt fühlen: es kam – gemessen an den Aufenthaltstagen – wieder deutlich schlechter weg. Dabei hat es das wirklich nicht verdient. Jedenfalls wollten wir diesmal von Kaunas aus die/den (?) Nemunas (deutsch: die Memel) entlang fahren und dann das Memeldelta mit dem Kurischen Haff erkunden. Das lohnt sich auch, zeitweise fährt man an diesem großen, schönen Fluss entlang, zeitweise auf seinem Hochufer. Eine sehr gelungene Zwischenübernachtung hatten wir in Skirsnemune (55.091877N, 22.944837O) bei einem Imker, der einen sehr schönen Campingplatz angelegt hat. Dann ging es weiter ins Delta, wo wir schließlich in Ventaine Station machten. Ein sehr schöner Campingplatz (55.356349N, 21.205388O), gegenüber dem Haff liegt herrlich die Nehrung. (Auch hier wieder: ein Klick auf das Vorschaubild bringt die Vergrößerung)     Wie üblich ist auch auf diesem Platz wenig los, wenngleich im Laufe des Tages noch einige eintreffen. In den Masuren hatten wir von Wohnmobilnachbarn erfahren, dass von unserem Platz täglich morgens (außer montags) ein Boot nach Nidda fährt und abends zurück. Das hat uns gefallen, denn auf den Campingplatz in Nidda wollten wir mit unserem großen Womo nicht unbedingt (wir waren da schon mal, und Mitte August ist der noch sehr sehr voll). Außerdem klang es doch recht attraktiv, die teure Fähre von Klaipeda auf die Nehrung einzusparen und den Eintritt in den Nationalpark dazu. Da ist die Fahrt über's Haff doch eine schöne Alternative. Den ganzen Tag in Nidda und Umgebung . . . klingt (zu?) gut. Der Mensch denkt (plant) – aber Petrus mischt auch mit. Drei Wochen hatten wir wirklich wunderbares Wetter. Mit einer Ausnahme. Und die kam in dieser Nacht. Die Kurische Nehrung im (heftigen) Dauerregen – das wollten wir nicht. Warten wollten wir auch nicht, denn die Prognosen waren nicht so toll. Also: schweren Herzens Verzicht auf die Nehrung. Unsere Überlegung: lieber einen Fahrtag im Regen als hier auf Besserung warten. Gesagt, getan. Also Weiterfahrt. Vorher haben wir den Spaziergang vom Vortag, der uns bis zur Landzunge geführt hatte, wiederholt, um die Einrichtungen zur Vogelbeobachtung dort genauer anzusehen. Das geht sehr gut von dem alten Leuchtturm dort, von dem man auch noch mal einen herrlichen Blick auf das Delta hat.     Über Palanga und Siauliai fahren wir bei strömendem Regen (im Nachhinein lässt sich feststellen: der gesamte Regen, den es in diesen drei Wochen gegeben hat, fällt heute) ins östliche Litauen und finden nördlich von Pasvalys einen Stellplatz (56.109552N, 24.489291O) bei einem sehr rührigen Ehepaar, das sich fast überschlägt, mögliche Womofahrerwünsche zu erfüllen. Toilette, Dusche, Müll(trennung), Entsorgung . . . Unser Hinweis, dass wir keinen Strom benötigen, wird schlicht ignoriert. Und das liegt nicht an sprachlichen Unzulänglichkeiten (die auf unserer ja schon vorhanden sind), denn sie spricht ein ausgezeichnetes Englisch – er vielleicht auch, aber das erfahren wir nicht, denn mit uns spricht er deutsch. Er ist Holländer. Jedenfalls setzen wir am nächsten Morgen gut ausgeruht und herzlich verabschiedet unsere Fahrt fort und unsere restlichen Litas in Diesel um und fahren die paar Kilometer nach Lettland. In Bauska sorgen wir dafür, dass wir wieder flüssig sind (nicht mit Diesel und nicht mit Wasser, beides gut vorhanden), sondern diesmal Lat. Wieder umstellen beim Währungsrechnen, aber mit Lat habe ich mehr Übung. So, jetzt sind wir also in Lettland. Zeit für Teil 3.
elwoko am 20 Sep 2013 15:53:41 Teil 3: LettlandVidzeme und Riga Unser heimliches Ziel. Da wir nicht zum ersten Mal hier sind, wissen wir, was wir wollen. Wir haben Riga, Liepaja, Ventspils besucht, wir waren in Sigulda, Cesis und Valmiera, wir kennen Aglona und Kuldiga und etliche ziemlich unbekannte Kleinodien abseits der touristischen Rennstrecken. Diesmal wollen wir einfach die Natur auf uns wirken lassen. Und Natur heißt in diesem Fall in erster Linie: die Landschaften am Meer. Wir wissen, dass wir hier keinen Rummel erleben werden. Ein Traum. Erstes Ziel: Tuja Tuja nimmt für sich in Anspruch, in einer 3 – 5 m hohen Steilküste rote Sandsteine und damit auch roten Sand zu haben. Stimmt auch. Außerdem eben auch eine herrliche, meist leere Küste. Wir fahren am Ort vorbei, vorbei auch an den mittlerweile entstandenen Ferienhäusern, vorbei am bescheidenen Stellplatz (Campingplatz?). Kurz danach begrüßt uns „unser Bauer“ wieder mit „Guten Tag, meine Damen und Herren“, gefolgt von einem längeren Gedicht auf Deutsch, das ich nicht kenne und der Ansage besten Wetters für die nächsten beiden Tage (Das macht er immer. Er will, dass man mindestens zwei Tage bleibt). 5 Lat (~7 €) will er pro Nacht, die zahlen wir gern für diesen traumhaften Platz (57.512129N, 24.380716O). Auch wenn es hier nur ein Plumpsklo gibt. Wir sind ja autark.    Nicht nur uns scheint es hier gut zu gefallen. Während wir uns einrichten, können wir beobachten, wie am Strand Vorbereitungen für eine Hochzeit getroffen werden, die dann am Nachmittag dort stattfindet.   Mit Sonne, Baden, Lesen, Schauen . . . genießen wir diese schönen drei Tage.       Zwei späte Kanus scheinen in flüssigem Silber zu fahren, wenig später werden am Strand die Zelte aufgebaut. Wird ja jetzt auch Zeit.     Unser Bauer rät uns ab, nach Riga zu fahren: „Viel Maschin“. Wir tun's trotzdem, obwohl wir Riga schon gut kennen (deshalb gibt es auch kaum neue Bilder, die sind alle schon gemacht). Zwei Tage wollen wir uns Zeit nehmen. Der „Riga City Camping“ (56.955939N ,24.078596O) ist diesmal ganz gut gefüllt. Neben den üblichen Einzelfahrern sind, wie sich heraus stellt, zwei geführte Gruppen unabhängig voneinander unterwegs, die einen auf einem Trip Baltikum – St. Petersburg, die anderen – fast nur Wohnwagengespanne – im Baltikum. Beide Gruppen bleiben mehrere Tage auf dem Platz und werden mit Bussen zu ihren Besichtigungszielen gebracht. Hmmmh. Nicht unbedingt mein Ding. Als wir am ersten Tag gegen Abend zurückkommen, wird’s „lustig“: der Platz hat sich weiter gefüllt, und jetzt rauscht ein Womo nach dem anderen um die Ecke: geschätzte dreißig bis vierzig Fahrzeuge aus Italien fallen ein. Da wird jede noch so kleine Lücke genutzt und es nutzt gar nichts, dass ich zu unserem österreichischen Nachbarn genügend Abstand gehalten hatte: ein Italiener füllt sie. Jetzt hat der Österreicher noch einen Meter vor seiner Tür, zwischen der Tür des Italieners und unserem Fenster ist es ein Dreiviertelmeter. So richtig gemütlich. Was ist schon gewöhnliches Kuschelcamping dagegen. Natürlich öffnen sich fast gleichzeitig viele Wohnmobiltüren und Menschen in Bademänteln und -schlappen quellen heraus. Was die wohl wollen? Wir duschen zu Hause. Morgen wird entsorgt. Den nächsten Tag, es ist ein Samstag, verbringen wir noch einmal gemütlich in Riga, bestaunen in den Markthallen und um sie herum wieder das unglaublich umfangreiche Angebot und stellen fest, dass viele Rigaer hier wohl ihre Einkäufe für die ganze Woche erledigen. Reisemitbringsel (vor allem für die Enkel) finden wir auch in der Stadt. Vom Turm der Petrikirche genießen wir das Panorama, erfreuen uns an der Ausstellung in der Kirche und nehmen uns diesmal auch deutlich mehr Zeit für den Rigaer Dom. Von dem gibt es auch die einzigen Bilder aus Riga in diesem Jahr, allerdings auch nur mit der kleinen Schnappschusskamera.     Auf dem folgenden Bild kann man "Gebr. Bachert in" [Kochendorf] lesen. Das ist bei uns um die Ecke. Die Glockengießerei Bachert gibt es immer noch, wenn auch nicht mehr in Kochendorf.   Morgen fahren wir wieder weiter.
elwoko am 20 Sep 2013 16:29:38 Kurzeme Jetzt beginnt unser „Kurland“-Abschnitt der Reise. Jurmala kennen wir auch schon. Es ist Sonntag, das muss nicht sein. Die Fahrt gen Westen, dann Nordwesten ist schön, die Dörfchen werden „fischerhafter“. Einen zauberhaften kleinen Platz bei Kaltene (57.484311N, 22.853267O) finden wir bei einer Familie, die mit viel Liebe ihr Grundstück für wenige Gäste hergerichtet hat (eine Ferienwohnung und ein paar Stellplätze eben). 10 Lat investieren wir gern.        Obwohl Elisabeth auch heute morgen wieder vor der Abfahrt gebadet hat, kann sie es sich nicht verkneifen, wenige Kilometer weiter wieder in den Badeanzug zu steigen, „weil der Strand doch so wunderschön ist“. Das ist er auch wirklich (57.509449N, 22.804171O). Reichlich weit entfernt entdecken wir eine zweite Badegästin.    Bis zum Kap Kolka ist es nicht mehr weit. Wir fahren dort am Kreisverkehr nicht zum großen Parkplatz beim Kiosk, sondern zu einem kleinen Platz, weil wir hier auch übernachten wollen. Mittlerweile ist dort ein neuer Aussichtsturm entstanden. Kap Kolka ist immer noch genau so schön wie wir es in der Erinnerung haben, Faszinierend sind die Wellen, die – da sie einerseits aus der Ostsee kommen und andererseits aus der Rigaer Bucht – gegenläufig sind und immer wieder kleine, vergängliche Vierecke bilden.        Vermutlich wird sehr zu Recht davor gewarnt, im Bereich des Kaps zu baden. Denn die Wellen werden nicht immer so niedlich sein wie an diesem Tag und die Strömung unberechenbar. Aber warum sollte man auch unbedingt hier baden müssen? Es gibt dafür Hunderte Kilometer.  Da drüben ist übrigens Estland (Küste von Saaremaa). Es ist wirklich sehr schön hier, aber der Platz gefällt uns trotzdem nicht so recht zum Übernachten. Hier kann man ja nur stehen. Da wir noch nicht so recht weiter wollen in Richtung Ventspils – das erinnert einfach zu sehr daran, dass alle Dinge endlich sind, denn dort wird auch dieser Urlaub (fast) zu Ende sein, weil wir dort per Schiff die Heimreise antreten (und so ein paar eingesparte Fahrtage haben, die wir lieber hier verbringen wollen), fahren wir auf der Buchtseite Kurzemes wieder ein paar Kilometer – es sind ja nicht viele – zurück. Bei Gipka gibt es wieder einen schönen Zugang zum Strand (57.564411N, 22.6671O) mit einem kleinen Parkplatz. Tagesgäste sind irgendwann weg, dann gehört der Platz uns. Ein langer Strandspaziergang am Abend rundet den Tag ab. Der nächste Morgen beginnt so schön, dass wir nicht beim Womo frühstücken möchten. Also werden zwei Teller gerichtet und das ganze zum wenige Meter entfernten Strand transportiert.   Dann muss ja mal doch der Weg vom Kap Richtung Ventspils unter die Räder genommen werden. Große Überraschung: die Straße ist jetzt auch asphaltiert (und sehr gut befahrbar). Lohnt sich das wirklich? Wir schaffen es auch diesmal kaum, im Verlauf einer Stunde 10 Fahrzeuge zu zählen (in beiden Richtungen). Fortsetzung folgt . . .
elwoko am 20 Sep 2013 16:47:57 Kurzeme - Nordwestlicher Teil Der Ort Mazirbe gilt als das Zentrum der wenigen noch lebenden Liven. Der Campingplatz ist mitten im Ort und sieht einladend aus. Aber das ist nicht unbedingt das, was wir wollen. Daher folgen wir einem Schild mit einem P und dem Zusatz „Jura“. Wir wissen mittlerweile, dass „Jura“ Meer bedeutet. Schöner kann man kaum stehen (57.69236N, 22.326706O) Okay, wenn man davon absieht, dass hier noch zwei scheußliche Gebäude und ein stählerner Überwachungsturm aus der Sowjet-Militärzeit stehen. Da aber jeden Abend (nach Feierabend) zwei, drei Pkw-Besatzungen hier werkeln (an einer neuen Toilette, an Hinweisschildern, an Erweiterungen zum Parken …) gehe ich mal davon aus, dass die auch bald verschwunden sein werden. Der Rest des Tages ähnelt so einigen anderen vorher: baden, . . Mit einer Ausnahme: beim Rumstrolchen in den Dünen und dem angrenzenden Wald entdecke ich Pilze. Mit geweckter Sammellust wird gründlicher nachgesehen. Das Ergebnis sind schöne Pfifferlinge, die abends hervorragend als Beilage schmecken. Am Abend füllt sich der Platz. Es sind Angler, die ihren Arbeitstag am Strand ausklingen lassen. Mit einem davon kommen wir ins Gespräch (auf deutsch). Es ist ein Hobby und hilft auch ein wenig, das „kleine Geld“ aufzubessern – genauso wie die Pilze und Beeren, die im Wald gesammelt werden.           Bei einem solchen Sonnenuntergang mag man eigentlich gar nicht wieder vom Strand weggehen. Am Morgen wird noch einmal in der Düne gefrühstückt, dann geht es wieder ein Stück weiter. Mal sehen, ob die Straße auch im weiteren Verlauf asphaltiert ist. Sie ist. Und genauso "stark" befahren wie am Vortag. Wir haben reichlich Zeit, das zu überprüfen, denn hier streifen auch wir durch den Wald: die Pfifferlinge vom Vortag rufen nach Wiederholung. Und das gelingt auch: heute sind es noch mehr, so dass es reichlich für gerollte Pfannkuchen mit Pilzfüllung reicht. Mmmmmh. Mikeltornis hat auch einen „extrem belebten“ Campingplatz (ich will ja mal nicht untertreiben: es waren drei Wohnmobile da, eine Campinghütte war auch belegt). Das ist schön für uns, für die Betreiber eher schade, denn auch das ist ein sehr schöner Platz (57.596955N, 21.965572O). Außerdem gibt es in Mikeltornis einen Leuchtturm. Nicht irgendeinen, sondern den höchsten im Baltikum. Mit 0,50 Lat pro Person und 276 Stufen ist man dabei. Natürlich hat man eine tolle Sicht, nur kaum auf Menschen. Strand, Wald, Wasser, Himmel. Das war's. Wenn man der Wärterin nach dem Abstieg noch Räucherfisch abkauft, freut sie sich natürlich. Geschmeckt hat er uns sehr gut.      Auch Ovisi hat einen Leuchtturm, auch Ovisi hat einen Strand, auch hier könnte man bleiben – wenn nicht in der Nacht ab 00.00 Uhr Einschiffung wäre. Also geht’s jetzt halt doch nach Ventspils. Zeit genug bleibt noch für einen ausgedehnten Bummel auf der Hafenmole und einen letzten Strandspaziergang, diesmal eben auf Ventspils' Stadtstrand. Es ist ein bisschen mehr los hier, auch Animationsartikel finden sich auf dem Sand. Sogar Kühe (aus Plastik). Aber das kennt man ja aus Ventspils. Tja, das Schiff der Stenaline fährt uns unbeirrt Richtung Travemünde. Auch wenn es sich offensichtlich kaum zu lohnen scheint. Wie auf dem Freideck sah es auch unter Deck aus. Die meisten Trucker fahren wohl andere Strecken (oder selbst?).  Ach, was war es schön. Hilft aber nix. Ab nach Hause. Wenn auch mit einem kleinen Umweg über Potsdam zu unserem Sohn. Kleines finanzielles Resumee (wir haben nicht exakt Buch geführt, so könnte ich nicht Urlaub genießen, wenn alles auf Heller und Pfennig dokumentiert würde): - Tanken ist ähnlich teuer wie bei uns, die Zeiten, in denen man deutlich gespart hat, sind wohl vorbei; - Lebensmittel sind meist günstiger, sehr günstig sind Obst und Gemüse (Verblüffenderweise auch die, die eingeführt werden, z.B. Trauben oder Tomaten usw. Die kosten viel weniger als bei uns, v.a. In Riga bei den Markthallen, aber auch in den Supermärkten.); - Frei zu stehen ist an vielen Stellen möglich, auf Parkplätzen am Meer muss man vielleicht in der Hochsaison einen kleinen Obulus entrichten, im August kam deswegen niemand auf uns zu; - auf Campingplätzen haben wir nie mehr als umgerechnet 15 € bezahlt, meist nur 10 – 11 €. Allerdings haben wir auch keinen Strom benötigt.
Julia10 am 20 Sep 2013 17:51:05 Superschöner Bericht, gelungene Fotos.
Plane demnächst auch einmal nach Litauen zu fahren und werde einige Anregungen gerne nutzen.
Danke Julia
Flatus am 20 Sep 2013 18:10:23 ... wunderschön da oben. Und tolle Bilder - vielen Dank
Flatus .
kusipo am 20 Sep 2013 18:37:56 Sehr schöner Reisebericht. Da müssen wir auch hin. Der nächste Sommer kommt bestimmt.... :lol:
litauenurlauber am 11 Nov 2013 17:44:17 Toller Bericht mit schönen Fotos! Was für viele nur "Ostblock" oder "ehemalige Sowjetunion" ist, sind in Wirklichkeit wunderschöne Länder mit einer bezaubernden Natur und gewltigen Gegensätzen...
Aš myliu Lietuv?!
Säcker am 11 Nov 2013 18:13:59 Sehr schöner Bericht mit tollen Anregungen. Schaun wir mal!
ottomar am 11 Nov 2013 18:24:57 Danke für den sehr anregenden Bericht.
Lancelot am 11 Nov 2013 18:38:54 Hab den Bericht eben erst entdeckt ..
Sehr schöner Trip .. :gut: .
litauenurlauber am 12 Nov 2013 11:46:49 Als "Camping-Laie" interessiert mich noch folgendes:
1.) Wie findet man diese zum Teil doch kleinen und oft privat geführten Camping- bzw. Stellplätze!? Ich gehe davon aus, dass viele davon in keinen Reiseführern oder sonstigem zu finden sind...
2.) Wie muss man vorgehen um die angegebenen Plätze anhand der Koordinaten mit einem Navi zu finden, wenn ich dort keine Koordinaten eingeben kann? Welche anderen Geräte kann man hier zur Hilfe nehmen? Oder benötige ich ein spezielles Navigationsgerät dafür!? Mein PKW hat ein fest verbautes Navi... aber ich verfüge auch noch über ein TomTom IQ-Routes... (Sorry für die Frage, aber damit kenne ich mich gar nicht aus. Ich lass mir die Plätze immer nur bei Google Maps anzeigen um zu sehen wo diese sind.)
Den Stell- bzw. Campingplatz bei "Ventes ragas" in Litauen kannte ich vom vorbeifahren... aber über den Tipp, dass man von dort mit einem Boot nach Nida rüber fahren kann, bin ich sehr dankbar! Gibt es da feste Abfahrtszeiten oder Informationen drüber im Internet!?
elwoko am 12 Nov 2013 12:35:49 Hallo Litauenliebhaber (-urlauber),
zu 1): es gibt vom Dolde Medien Verlag einen "Bordatlas" mit Stellplätzen in ganz Europa. Ich habe einen von 2013 und einen von 2009 (oder 2010?). Auf den könnte ich verzichten, geändert hat sich darin an den Plätzen in Polen/Baltikum so gut wie nichts. Die Plätze in Kurzeme haben wir von der Straße aus "entdeckt" bzw. anhand der Angaben im Wohnmobilführer Baltikum.
zu 2): Die Geo-Koordinaten, die ich angegeben habe, stammen von Google Maps. Ich habe sie etwas lesbarer gemacht, indem ich das N für Nord und das O für Ost zugefügt habe. Wenn man sie kopiert, in Maps einfügt, die Buchstaben entfernt und eventuell noch je ein + vor den Zahlen einfügt (bedeutet eben auch wieder Nord bzw. Ost) hat man in Google Maps den genauen Punkt. Kann man ins Navi-Programm tatsächlich gar keine Daten eingeben? Eventuell passt ja nur die Schreibweise nicht. Es gibt im Internet Umrechnungsprogramme (online, aber auch zur Installation auf dem PC/Notebook), mit denen man die Koordinaten in die benötigte Form umrechnen lassen kann.
zu 3): Ob es im Internet Infos gibt, weiß ich jetzt nicht, das Boot (ich schätze mal für 20-30 Personen, mit Dach) fährt (zumindest während der Saison) aber täglich außer Montag um 8 oder 9 Uhr ab und ist abends um 18 oder 19 Uhr wieder zurück.
Wohnmobil mit Kindern lohnt sich, die Kinder (das war bei unseren eigenen vier so und ist bei unseren Enkeln ["Opa, fahren wir mal wieder in Urlaub?"] nicht anders.
ganderker am 12 Nov 2013 12:45:04 hallo, habs mal diagonal angesehen, muss erst Zeit finden, dann aber gerne gründlicher.
Was ich jetzt schon als supertoll empfinde, ist, dass deine Bilder schön klein sind, das macht den Bericht so gut lesbar. Das Foto, das mich besonders interessiert kann ich dann groß ansehen. Super.
Vielen Dank für deine Arbeit, sehr informativ auch für mich -zumindest als Erinnerung- der letztes Jahr von Polen bis St. Petersburg fuhr.
Ihr kommt aus Mosbach? schönes Städtchen, da wohnt unser Junior :)
connie am 25 Nov 2013 15:12:42 Hallo, habe Deinen Bericht, der sehr gut dargestellt ist, nun schon paar mal in mich reingezogen. :D habe über Deine Angaben über die Stellplätze mir entsprechende Notizen gemacht und bei Bedarf bei meiner Reise im Mai 2014 verwenden. Herzlichen Dank :klatschen: connie
Helmchen am 19 Dez 2013 16:51:08 Auch ich bedanke mich für den Bericht. Sehr angenehm zu lesen. Das wird mit Sicherheit demnächst ein Teil unserer geplanten "Ostseeumrundung". Wir waren bereits in den Masuren, also dort bis zur russischen Grenze, hatten dann aber keine Zeit mehr, weiter zu fahren.
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