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Winterreifen-Pflicht, das unbekannte Wesen


Beduin am 29 Dez 2005 15:08:52

Hallo ihrs

das habe ich heute gefunden und gedacht, für uns auch intressant zu wissen. :)

Hallo Campers!

In den nächsten Tagen wird voraussichtlich die Straßenverkehrsordnung in § 2 dahingehend geändert, dass es zukünftig heißt: "Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine "geeignete Bereifung" und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage."

Der gemeinhin in den Medien zu lesende Hinweis, Winterreifen seien nunmehr vorgeschrieben, ergibt sich also nur sehr verklausuliert aus dem zukünftigen Gesetzestext. Von "Winterreifen" steht in dem Entwurf nämlich nichts.

Kernproblem ist aber, was ist ein Winterreifen bzw. ein für die Witterung "geeigneter Reifen"? Die Kennung M+S gibt keine Gewähr dafür, dass es sich um einen für winterliche Straßenverhältnisse geeigneten Reifen handelt. M+S ist weder gesetzlich geschützt, noch in irgendeiner Art und Weise konkret definiert. Viele Geländewagen haben Reifen mit M+S Profil, ohne dass diese Reifen besonders wintertauglich sind.

Anders ist es mit dem Schneeflockensymbol, welches auf wintertauglichen Reifen zu finden ist. Das Schneeflockensymbol ist rechtlich geschützt und orientiert sich an einem Referenzreifen, dessen Werte erreicht oder überschritten werden müssen, damit der Reifen als geeigneter Winterreifen gilt und dann auch das Schneeflockensymbol tragen darf.

Wer also zukünftig sicher gehen will, fährt Winterreifen nicht nur mit M+S-Kennung, sondern mit dem Schneeflockensymbol.

Problematischer als ein "kleines" Bußgeld wegen eines Verstoßes gegen diese zukünftige Verpflichtung wiegt das Risiko, dass die Kaskoversicherer mit Sicherheit von "grober Fahrlässigkeit" ausgehen werden, wenn keine Winterreifen aufgezogen sind und dies mit ursächlich für den Unfall war. Dann ist der Kaskoschutz weg. Teures Vergnügen.

Theoretisch kann hinsichtlich des Fremdschadens, den man anrichtet, auch die eigene Haftpflichtversicherung Regress nehmen, weil man grob fahrlässig eine "Risikoerhöhung" vorgenommen hat. Dann darf man also den angerichteten Fremdschaden auch noch selber zahlen, was durchaus ruinös sein könnte. Da wird es in den nächsten Jahren also viel Streitstoff geben.

Selbst der Staatsanwalt wird gelegentlich grüßen: Wer ohne geeignete Reifen zukünftig fährt, dabei Leib und Leben anderer verletzt, handelt womöglich mit bedingtem Vorsatz, fahrlässig sowieso. Bedingt vorsätzlich handelt derjenige, der sich sagt, naja, es wird schon nichts passieren, wenn doch, nehme ich das halt in Kauf. Sowohl bei ahrlässiger Körperverletzung oder gar Tötung als auch erst recht bei bedingt vorsätzlicher Begehung winken empfindliche Strafen bis hin zu Freieheitsstrafen und Führerscheinentzug.

Ausserdem fuhr auch bisher kein vernünftiger Autofahrer ohne diese Reifen in der kalte Witterung. Spargesichtspunkte lasse ich nicht gelten, weil es ziemlich egal ist, ob ich das Profil eines Sommerreifens oder eines Winterreifens abnutze. Wenn man Fahrzeuge nicht gerade jährlich wechselt kostet die Umrüstung im Winter auf entsprechende Reifen also höchsten die Montage und zusätzliche Felgen, mehr aber nicht.

Allzeit gute Fahrt wünscht

rantanplan


Mit freundlichen n von Ulrich Daehn, Bad Hersfeld

und von Ina, die seit heute Winterreifen mit Schneeflocken hat :D

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soul am 29 Dez 2005 17:18:50

m+s sagt auch nichts über einen winterreifen aus.
das schneeflockensymbol oder 'Three Peak Mountain Symbol' kommt, wie war es anders zu erwarten, aus den usa, da dort alle gängigen reifen m+s sind, aber über keine wintergriff-eigenschaften verfügen. nun wird das symbol auch in europa verwendet.

lg

bert am 29 Dez 2005 18:21:48

Ist zwar schon oft darüber geschrieben worden,
auch die Allwetterreifen haben keine wirkliche
Wintereigenschaft.

Eines unserer Firmenauto hat komplett neue Reifen drauf,
wir hatten extreme Probleme trotz Vorderradantrieb
in unseren Bergen. Das Auto war ein Peugeot Partner, somit
auch nicht das schlechteste im Winter- Zuladung war gleich null!
Auch auf diesen Reifen war die Schneeflocke.
Wurden dann gleich durch richtige Winterreifen ersetzt.

Bert

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PeterDD am 30 Dez 2005 11:25:03

Hallo,

ich will mal ganz verquer denken. Der Witterung angepasste Reifen; das könnte doch auch bedeuten, dass Winterreifen wirklich nur bei winterlichen Verhältnissen der Vorgabe entsprechen. Wie wäre es z. B. wenn es bei einer Temperatur von 5 Grad plus und Wolkenbruch zu Aquaplaning kommt, weil die Winterreifen eben nicht so gut das Wasser verkraften und die Sommerreifen in diesem Fall die bessere Wahl gewesen wären?


Peter

Rudi Roehrich am 30 Dez 2005 11:41:49

bert hat geschrieben:Eines unserer Firmenauto hat komplett neue Reifen drauf,
wir hatten extreme Probleme trotz Vorderradantrieb
in unseren Bergen.
Bert


Vorderradantrieb im Winter in den Bergen ist nicht so ideal .
Grund : Bei Bergfahrten geht der Anpressdruck von den
Vorderrädern mehr auf die Hinterräder . Die Vorderräder
werden sozusagen "entlastet" . Das merke ich mit unserem
Audi auch , wenn wir in damit in die Berge fahren .
Allerdings haben manche "heckangetriebenen PKW´s" auch
im Winter Ihre Tücke , wenn Sie im Winter ins Gebirge
fahren . Dann benötigen diese Fahrzeuge auf der Hinterachse
mehr Gewicht um vorwärts zu kommen .
Bei den Mobis verhält es sich genauso . Hier ist Heckantrieb
die bessere Alternative . Grund : Auf der Hinterachse liegt die
meiste Last vom Fahrzeug und deshalb haben diese Mobis im
Winter weniger Probleme bei Bergfahrten .
Das können wir aus eigener Erfahrung sagen , weil unser
erstes Mobi ein Hymer mit Ducato war .

und guten Rutsch
:lenker:

bert am 30 Dez 2005 19:58:18

Mit dem Womo ist es bestimmt so, denn für meinen Duc ist eine
nasse Wiese schon eine Hürde.

Aber in den Bergen ist mir ein Vorderradantrieb lieber als ein Hecktriebler.
Mein Firmenwagen hat auch Heckantrieb, da ist ohne Ketten ( trotz Zusatzgewicht) schnell Schluß.

Lediglich wenn der Hinterradler mal ausbricht ist es besser
als ein Vorderradantriebler der über die Räder schiebt.

Bert

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