walti am 29 Mai 2014 19:05:20 Hallo, repariere gerade einen Wasserschaden an meinem Euramobil Bj. 1985. Bis auf die Tatsache, dass so eine Reaparatur im Alkoven, wenn alles Holz verfault war, mit Rundung und so, eine fürchterliche Fieselarbeit ist, klappt bisher alles ganz gut. Habe mir auch einige gute Tipps hier im Forum holen können. Hatte ja noch nie so ein Sandwich von innen gesehen. Heute habe ich die Holzlatten, die die Seitenwand des Alkovens tragen, fertig gesägt und eingepasst und dann mit Sika 221 ans Außenblech geklebt. Als nächstes kommt die Styropor-Isolierung dran. Nun meine Fragen: 1. Warum werden eigentlich die Styroporplatten ins "Sandwich" geklebt? Zur Stabilität tragen die ja nicht bei. Hat das einen tieferen Sinn oder dient das nur der Arbeitserleichterung? 2. Wenn ich sie kleben möchte, geht das mit Sika 221? Habe versuchshalber mal ein bisschen Sika aufs Styropor geschmiert. Das verbindet sich ganz gut, ich weiß aber nicht, was passiert, wenn das länger drauf ist. 3. Natürlich bin ich hier im Forum auf das Teufelszeug "Caravankleber" von Ruderer gestoßen, den man zu diesem Zweck verwenden kann. Nur leider gibt's den für Normalsterbliche anscheinend nicht zu kaufen. Oder doch? Fa. Ruderer verkauft ja nur an Gewerbetreibende. Gibt's einen anderen Kleber, mit dem ich das Styrobor auf das Alublech und auf Holz bekomme? Freue mich auf zahlreiche Antworten Walter
Bootskip am 29 Mai 2014 23:28:56 1. Als Isolierung. 2. Die Hersteller benutzen dafür PU Klebstoffe, 221 kommt eher zum Kleben und gleichzeitigen Abdichten wie z.B. dem zusammenfügen von Dach-/Wandelementen oder Windläufen zum Einsatz. Aber es muss immer der richtige Primer aufgetragen werden wenn es wirklich richtig gemacht wird. 3. 1K PU Kleber gibt es auch von anderen Herstellern wie BEKO Alcon 10.Du kannst mal nach PU Klebern googlen. Gerade für Anfänger oder recht großen Reparaturen ist eine möglichst lange s.g. klebeoffene Zeit von Bedeutung. Viele Produkte bieten da nur 10 Minuten und Ruderer bringt es auf ca. 30 Minuten. In 10 Minuten ist es schwer die Bauteile anzupassen und ordentlich mit Latten und zwingen zusammenzupressen.
emil77b am 30 Mai 2014 01:03:47 Hi Walter,
zu1: aber sicher tragen dei Styroporplatten zur Stabilität bei. Sandwich funktioniert 3-Dimensional! Beispiel Dach/Decke, da ist kaum holz drin, aber die Außenplatte (bei Dir Alu) und die innenplatte (i.d. R. Sperrholz), werden auf Abstand gehalten, werden so belastbar. Das wird in erster Linie aus Gewichtsgründen so gefertigt, die Isolation spielt auch eine Rolle.
zu2 : Sika als kleber in nicht anspruchsvollen Bereichen ist ok und ausreichend. Schau Dir meinen Thread, Rettet die Wohnmobile, an, da siehst Du wie Fachleute unfachgerecht, aber ausreichend im Alkoven zu Gange waren :)
zu3: Hydraulisch aushärtende Kleber, wie Pur-Kleber, sind nicht unbedingt die Nummer eins beim Verkleben unfeuchter Werkstoffe. Trotzdem bietet der Ruderer Caravankleber, offene Zeit 30 min., wie auch der von mir verwendete 2K PU-Kleber swiftbond 9622 + Härter 7, offene Zeit 60 min., ebenfalls über Fa. Ruderer für Gewerbetreibende zu erwerben, genügend Haftkraft an benannten Werstoffen.
Zur ggf. Herstellung von Sandwichplatten für den "tragenden Bereich" würde ich Dir dringend zu solchen Klebern raten. Wie Bootsskip richtig vermerkte, sind, für die Nutzbarkeit in Hobbywerkstätten, nur Kleber mit relativ langer offener Zeit nutzbar, da professionelle Kleberauftragsgräte, oder großflächige Pressen in der Regel nicht zur Verfügung stehen, diese Tatsache mit Zeiteinsatz erkauft werden muß.
A übrigens, auch Gewerbetreibende sterben normal :D
Hoffe fürs Erste geholfen zu haben. Viele weitere Hilfe findest Du mit ein bischen suchen :ja:
Emil
walti am 30 Mai 2014 07:48:11 Danke erstmal für die Antworten. Bin jetzt wieder schlauer und kann heute mal Kleber kaufen gehen.
walti am 30 Mai 2014 16:22:07 Habe heute halb Regensburg (wo ich in etwa wohne) abgeklappert, nach irgendeinem passenden 1K Pu-Kleber. War in Baumärkten, bei 2 Wohnmobil-Werkstätten und Händlern: Nix. Die schauen nur dumm, wenn man nach Caravonkleber fragt. Was ich bekommen hätte, waren entweder keine PU-Kleber oder es stand extra drauf: "nicht für Styropor geeignet."
Was passiert eigentlich, wenn ich den Sika 221 fürs Styropor-Einkleben nutze. Löst sich das Styropor auf? Wird das nicht fest genug? Oder geht's hier nur um Nuancen, dass man halt den besseren Kleber benutzen sollte, wenn man ihn denn hat?
ät Emil habe mir grade deinen ellenlangen Fred über's Restaurieren angeschaut. Hut ab! Da lernt man dabei. Ich bin noch am Anfang. Aber womit ich das Styropor außer mit Ruderers Wundermittel reinkleben soll, steht da auch nicht. Oder hab ich was übersehen?
Gast am 30 Mai 2014 18:39:34 Hallo walti, es passiert eigentlich nix wenn du mit Sika klebst, aber Sika hat gegenüber den anderen Klebern den Nachteil dass du um eine vernünftige Verteilung zu erreichen, wesentlich mehr Anpressdruck aufbauen musst. Bei kleinen Stellen ist das kein Problem aber bei ganzen Styroporplatten wirds halt richtig schwierig, und wenn du dann Stellen hast wo kein Verbund stattfindet mangels Anpressdruck dann ist hinterher auch der Sandwich nicht so stabil. Die anderen Kleber, die dir Emil genannt hat, lassen sich auf großen Flächen besser, gleichmäßiger auftragen. Außerdem haben sie die Eigenschaft kleine Spalten und Risse zwischen den Materialien die du verbinden willst zu schließen, da sie beim Aushärten leicht aufschäumen. Den Kleber mit dem Namen Swift r Bond den Emil dir genannt hat ist z.B. bei Knaus-Händlern und Werkstätten zu bekommen. Kann sein dass du den extra bestellen musst, war bei mir auch so. Noch ein kleiner Tipp, bevor du richtig anfängst mach ein paar kleine Klebeproben um den Umgang mit dem Kleber zu testen, das hilft dir später die Schichtdicke des Klebers besser einzuschätzen.
emil77b am 30 Mai 2014 19:00:37 Hi Walter,
auf Seite 13 meiner Story, sieht man die teilzerlegte Altreparatur im Alkoven. Die rechts und links erneuerten Dekorplatten waren mit Sica angeklebt (Bilder vom 26.04.14). Verlebt wurden Aluminium, Holz, Styropor (das Styropor wird vom Sica nicht angelöst, schrieb ich auch bereits oben). Leider haben die Jungs bei der Rep. die teilweise völlig verrotteten Hölzer im Dachbereich, Anschluß nach hinten (siehe Bild 2 oben rechts) nicht mit erneuert. Links siehts fast genauso schlimm aus. Darum habe ich den Zauber wieder abgerissen. Im Alkovenbereich meines Fahrzeugs, ist nicht mit großen Verwindungen, etc. zu rechnen. Somit hätte das sicher 100 Jahre gehalten. Selbst in anderen Bereichen, hätte ich keine Bedenken damit zu arbeiten. Allein die Verarbeitung der Kartuschenware ist wohl etwas schwierig, wenns schnell gehen soll. So wie die Altrep. im Alkoven ausgefürt wurde, kann man nicht wirklich von Vollflächiger Verklebung sprechen. Kleben tut das Sika außerordentlich stark.
Emil
walti am 30 Mai 2014 19:56:20 Danke, wirklich toll, wie einem hier geholfen wird.
Ich hab mir das jetzt folgendermaßen gedacht: Ich kleb das Styropor mit Sika rein, den Anpressdruck bekomm ich, indem das Styropor etws dicker ist, als nötig. Und die Sperrholzplatte, die ich auf die Latten mit herkömmlichem Holzleim kleben möchte, drück ich mit ein paar Schrauben fest. Dann ist das hoffentlich gut. Es handelst sich um die rechte Seite des Alkovens und ca einen halben Meter Boden daneben, die ich erneuern muss. Das müsste dann stabil genug sein, weil so groß ist die Fläche ja nicht. Und vorher, mit dem ganzen morschen Holz drin, hat auch nichts nachgegeben.
emil77b am 30 Mai 2014 20:31:12 Hi Walter,
lass das mit dem Holzkaltleim sein. Gerade wenns Unterschiedliche Stärken gibt, besser mit was arbeiten, was ausgleicht (Sika). Die Styroporplatten wirste nicht flächig dünner pressen. Gleiche Stärke oder Styropor etwas dünner, würde ich bevorzugen. Vielleicht hast Du die Möglichkeit durch ein Fenster im Alkoven Bretter, zum Andrücken der innenplatten, mit Schraubzwingen zu befestigen- Wenn schon innen mit Schrauben pressen, dann auch dort Bretter oder Platten unterlegen verwenden, wäre mein Rat :ja:
Emil
walti am 01 Jun 2014 09:28:11 Danke, Emil für die Tipps. Hört sich logisch an. Ich werde das mal vorher austesten, wie's am besten funktioniert. Und dann hoffentlich von einer erfolgreichen Reparatur berichten.
emil77b am 01 Jun 2014 11:07:22 walti hat geschrieben:Danke, Emil für die Tipps. Hört sich logisch an. Ich werde das mal vorher austesten, wie's am besten funktioniert. Und dann hoffentlich von einer erfolgreichen Reparatur berichten.
Wird schon schief gehen 8) Emil
walti am 02 Aug 2014 16:55:11 So, nun ist alles wieder gut. War auch schon mit dem reparierten Womo unterwegs. Hat alles dichtgehalten. Einziger Schwachpunkt ist die Verleimung der Hartfaserplatte an der Seitenwand innen. Da wollte mein Holzleim nicht richtig halten. Insgesamt dürfte aber die Festigkeit reichen. Denn vorher war die Außenwand gar nicht mit der Isolierung verleimt. Und die Verleimung von Hartfaser und Styropor hat auch funktioniert. Aber das nächste Mal (wovon ich hoffentlich verschont bleibe) gibt's Caravankleber. Danke für die vielen Tipps Walter
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