Für Interessierte hier nun ein paar Reisedetails:
Start: 13. Juli (WM-Finaltag), 10.30 Uhr
Rückkehr: 12. August, 18.00 Uhr
Hinroute:
Leipzig – München – Achenpass – Brennerstraße – B12 (Nebenstrecke) – B49 (Pustertal) – B51 (Höhlensteintal) – Lido de Jesolo – Venedig – Ancona (Schiff) – Santorin (Schiff) – Mykonos (Schiff) – Kotor (Schiff) – Splitt (Schiff) – Venedig (Schiff) – B14 (Italien)/B7 (Slowenien)/B8 und B66 (Kroatien) – Moscenicka Draga (Istrien) – Novalja (Insel Pag)
Rückroute:
Novalja – Küstenstraße bis Rijeka – A7 bis Grenze Slowenien – B6 bis Postojna – Autobahn bis Ljubljana/Villach – Abfahrt Spittal auf die B100 bis Lienz – Felbertauernstrasse – Pass Thurn - Kitzbühel – Leipzig
Also, der Plan war: Abfahrt am späten Vormittag und gemütlich bis zu unserem ersten Etappenziel nach München fahren. Dort bei Verwandtschaft Kaffeetrinken, Grillen und am Abend Fußball gucken. Nach 3 (!) gefahrenen KM brauchten wir einen neuen Plan …

… und das bei unserer ersten Tour! Ein Reserverad ist nicht vorhanden. Der ADAC konnte uns nur zum nächsten Parkplatz schleppen und könnte ggfs. ein Ersatzrad montieren – wenn vorhanden. Reifennotdienste hatten keine Reifen dieser Größe vorrätig. Über Freunde örtliche Reifenhändler (es war Sonntag) kontaktiert. Leider auch ohne Erfolg – ist Bestellware, frühestens in 2 Tagen da. Und nun? Während ich mit den Reifenhändler diskutierte, verfolgte meine Frau eine andere Idee: Im Internet bei einem bekannten Auktionshaus in der Rubrik ‚Kleinanzeigen‘ gesucht! Und tatsächlich – sie fand einen Anbieter mit genau den richtigen Reifen für den Ford Transit: 4 Reifen auf Felgen in Top Zustand für €250 (hätte ich beim Notdienst für einen Reifen bezahlt). Auch der Wohnort des Verkäufers war noch erreichbar – 80 Autobahnkilometer hin und wieder zurück. Inzwischen war es kurz nach 14.00 Uhr. Mit dem ADAC haben wir vereinbart, dass wir uns wieder um 15.30 Uhr am Parkplatz beim Wohnmobil treffen. In 90 Minuten müsste ich die 160 KM incl. ein- und ausladen der Reifen schaffen. Wenn alles klappt, starten wir um 16.00 Uhr. Kaffeetrinken und Grillen fällt aus, aber zum Anpfiff sind wir in München. Es ist 15.35 Uhr als ich vollbeladen auf den Parkplatz einbiege. Meine Familie wartet am Wohnmobil, aber weit und breit kein ADAC-Auto. Es fängt an zu regnen. Es ist 16.00 Uhr und wir sind noch immer allein – dafür regnet es deutlich stärker. Unser Zeitplan schwimmt davon. 16.15 Uhr kommt er endlich – der gelbe Engel. Es gießt in Strömen. Entsprechend ist seine Laune und Lust. Nach 3 vergeblichen Versuchen den Wagenheber zielführend anzusetzen, gibt er auf. Er braucht einen zweiten Wagenheber und einen weiteren Kollegen. Gegen 17.30 Uhr ist das Team (2 gelbe Engel und 2 Wagenheber) dann endlich komplett und 5 Minuten später ist das Rad gewechselt. Mit einem ebenso schnellen wie aufrichtigem Dankeschön verabschiedeten wir uns und waren 3 Minuten später auf der Autobahn. Mit der trostlosen Erkenntnis, es bis zum Anpfiff nicht mehr rechtzeitig zu schaffen war es auch nicht weiter schlimm, dass wir eine halbe Stunde später auf der A9 in einem Megastau standen. Wir waren endlich unterwegs – und das allein zählt :ja:
Campingplatz Giesser: Im Pustertal kurz vor Kiens. Schön gelegener CP zwischen B49 und dem Fluß Rienz. Sonnige Plätze auf der Wiese und am Fluss, oder ganz romantisch mitten im Wald. Sehr sauber und sehr freundliches Personal. Echte Empfehlung als Zwischenübernachtung. Auch für Kinder toll: Wald, Fluss, Spielplatz –wiese, Schwimmbad

Auch für Womo-Anfänger wie wir es sind, war die Dolomitentour kein Problem. Die einzige kleine Herausforderung war das 12 %-tige Gefälle kurz vor Cortina d’Ampezzo.


[img]https://www.wohnmobilforum.de/bilderdienst/wohnmobil-bilder/Dolomiten-III_1c50.jpeg[/img
Lido di Jesolo – endlich Sonne und Wärme! Der Campingplatz Parco Capraro war für 3 Tage unser Zuhause. CP mit großen Pool und 5 Minuten durch ein Pinienwäldchen und einer Straße vom Meer entfernt. Schönes Freiluftrestaurant mit tollen Pizzen und Nudelgerichten.
Tipp: Kein Mindestaufenthalt auch in der Hochsaison!

Dann nur noch eine kurze Fahrt nach Venedig. Das Wohnmobil im Hafengelände geparkt und auf der MSC Armonia eingecheckt.

Abfahrt Venedig
Ancona

Seetag

Santorin

Mykonos

Kotor

Splitt
Ankunft Venedig
So, das Wohnmobil stand noch da. Schnell alles eingepackt und weiter geht es Richtung Kroatien…
Campingplatz Moscenicka Draga (Istrien): Den Ferienort kannten wir aus einem Hotelurlaub im letzten Jahr. Unser Sohn Luca wollte unbedingt noch mal hierher. Der CP hat uns angenehm überrascht – schön legen, klein und übersichtlich, sehr sauber! Unser Zwischenstopp für 3 Tage.


[img]https://www.wohnmobilforum.de/bilderdienst/wohnmobil-bilder/MD_4a84.jpeg[/img
Weiter geht’s über Rijeka entlang der Küstenstraße bis zum Fährhafen Prizna. Wir haben Glück und insgesamt nur ca. 30 Minuten Wartezeit.

20 Minuten später legen wir in Zigljen auf der Insel Pag an. Weitere 15 Minuten erreichen wir Camping Strasko in der Nähe der Hafenstadt Novalja. Dieser CP ist unser Haupturlaubsziel – hier bleiben wir 2 Wochen. Eine kurze CP-Bewertung gewünscht - bitte schön:
Top Campingplatz für einen perfekten Familienurlaub! Große und schön angelegte Parzellen (>100 qm), alle mit mehr oder weniger Baumbestand (Dalmatinische Eichen) – spenden Schatten und bieten reichlich Befestigungsmöglichkeiten, alle mit Wasser-, Strom- und Abwasseranschlüssen (nicht Toilettenabwasser), mehr als genügend Dusch- und Toilettenräume, eigener sanitärer Kinderbereich, die Sanitäreinrichtungen sind absolut sauber – sauberer als manche Hotels, viele Spielmöglichkeiten für Kinder, tolle Lage – direkt am Meer und mit einer Besonderheit: die ersten 20 – 30 Meter im glasklaren Wasser geht/schwimmt man über Kies und Steine. Dann kommt eine vorgelagerte Sandbank (Wassertiefe ca. 1,50 Meter). Luftmatratze oder Schlauchboot ankern lassen und der Badespaß kann losgehen. Beide Restaurants sind klasse – Preis/Leistung kaum zu schlagen! So, genug geschwärmt 8) ....




Für die Rückreise hatten wir eigentlich 4 Tage geplant. Um 08.00 Uhr sind wir vom Camping Strasko aufgebrochen. Nach der Fährüberfahrt ging es wieder die Küstenstraße hinauf. Ab Rijeka dann ein Stück Autobahn bis Jelsane. Wir wechselten auf die B6. In Postojna wieder auf die Autobahn. Durch den Karawankentunnel und nach Villach verließen wir bei Spittal wieder die Autobahn. Die Forum-Empfehlung ‚Familiencamping Oberdrauburg‘ war leider ausgebucht. So landeten wir schließlich in Lienz, auf dem sehr schön gelegenen CP ‚Seewiesen‘.

[img]https://www.wohnmobilforum.de/bilderdienst/wohnmobil-bilder/CP-Seewiesen-II_103a.jpeg[/img
Leider wurde gegen Abend das Wetter immer schlechter. Es regnete die ganze Nacht durch. Auch die Aussichten für die nächsten Tage blieben schlecht. So viel uns die Entscheidung auch nicht schwer, nach 4 Wochen Sonne 2 Tage früher nach Hause zu fahren. Auch jetzt war ein Forum-Tipp wieder sehr hilfreich: Möglichst früh am Felbertauerntunnel zu stehen! Kurz vor 09.00 Uhr standen wir an der Ampel vor den Spitzkehren der Auffahrt. Es goss in Strömen, aber nur 5 Autos waren vor uns . Auch nach der Tunnelausfahrt regnete es weiter, ebenso am Pass Thurn, Kitzbühel und Elmau. Je näher wir nach Deutschland kamen, wurde es dann aber immer schöner. Mit Pausen und einigen Stauungen zwischen München und Nürnberg sind wir dann gegen 18.00 Uhr in Leipzig angekommen. Obwohl wir über 10 Stunden mehr oder weniger am Stück unterwegs waren, hat die Fahrt nicht wirklich angestrengt. Neben den anderen vielen schönen Erlebnissen, die man so auch nur als Wohnmobilurlauber erleben kann, war dies eine ganz besondere Erkenntnis.
So, in 6 Wochen folgt das nächste Abenteuer . So bald der Reisebericht fertig und eingestellt ist, beginnt die Planung für die nächste Tour. Am 4. Oktober geht es nach Griechenland….
Liebe
Volker
P.S.: Ich hätte 3 Räder für einen Ford Transit in gutem Zustand zu verkaufen ;D

