andwein hat geschrieben: Meine, jetzt 7 Jahre junge Wasserinstallation ist noch einwandfrei sichtbar sauber (ich sage nicht keimfrei). Aber mit den paar Keimen kann ich leben, auf meiner Haut tummeln sich weit mehr von den Viechern als in meinem Wassersystem!!
Andreas
Hallo,
da hast Du Glück, wenn Du noch keinen Biofilm hast. Es hängt, wie bereits gesagt, von einigen Randbedingungen ab.
Um ein Beispiel zu nennen:
ich bin mal auf die Idee gekommen, meinen 50 m langen Gartenschlauch, mit dem ich Zuhause auch den Womo-Tank befülle, innen zu reinigen. Dazu habe ich ein passend geschnittenes Stück geschlossenzelligen Schaumstoff per Wasserdruck durch den Schlauch geschickt. Was da für eine Brühe herauskam, kann man sich kaum vorstellen.
Die Ursache:
In dem Schlauch herrschen ähnliche Verhältnisse wie in vielen Womos (lange Verweildauer des Wassers, teilweise hohe Temperaturen und ein Material, das Nährstoffe an das Wasser abgibt). Unser Trinkwasser wird vom Versorger keimarm aus tiefem Grundwaser gefördert und über professionell unterhaltene Wasserversorgungsanlagen ohne Desinfektion an die Verbraucher abgegeben. Dieses Wasser trinke ich ohne Bedenken, weil die Wahrscheinlichkeit, daß pathogene Keime in dieses System hineingelangen, sehr gering ist. Insofern ist der Biofilm in dem Schlauch wahrscheinlich auch unproblematisch - und wie Du schon gesagt hast, eine gewisse Portion Keime muß der Mensch aushalten. Aber es hat sich in dem Wasser ohne Desinfektionsmittel immerhin ein sehr starker Biofilm gebildet, der allerdings im
Womo auch ganz andere Keime enthalten kann.
Problem Womo:
Das Hauptproblem, außer den vor schon genannten Bedingungen, die die Keimvermehrung begünstigen, ist die Nähe der Wasserzapfstellen zu den Entsorgungsanlagen und die Unbedarftheit, mit der manche Benutzer das Ver- und Entsorgen angehen. Um mal einen (zugegebenermaßen etwas drastischen) Vergleich zu ziehen:
Ich würde zuhause im Badezimmer mein Zahnputzwasser auch nicht aus einem Schlauch abzapfen wollen, den die Putzfrau vorher vielleicht mal in die Toilette gehängt hat.
Persönliche Schlußfolgerung:
Ich gebe über das Jahr gesehen weniger als 5,- € für das von mir präferierte Desinfektionsmittel aus und verbringe vielleicht eine Stunde damit, dieses aus den beiden Komponenten zusammenzumischen, zu portionieren und ein paar Konzentrationsmessungen zu machen. Damit habe ich ein gewisses, wenn auch nicht sehr großes Sonderrisiko beim Wohnmobilurlaub weitgehend ausgeschaltet. Auch wenn man sich, wenn überhaupt, meistens nur einen Durchfall (in Abhängigkeit von der persönlichen Empfindlichkeit) zuzieht, kann man sich über das Trinkwasser prinzipiell z. B. auch eine Hepatitis A einfangen, was dann schon eine andere Dimension hat. Also wende ich die 5,- € und die Stunde im Jahr auf, und die Sache ist damit für mich erledigt, zumindest solange ich nicht genötigt werde, hier im Forum wieder einen Beitrag zu schreiben :mrgreen: .
Aber wie ich öfter schon gesagt habe - muß jeder selbst entscheiden.