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Das MoMo in der Bretagne 1, 2


Momoblog am 19 Okt 2016 11:00:45

Grandiose Küste und große und kleine Städte
Was ein Luxus! Im Osten die Sonne über den Klippen aufgehen und im Westen Meer, Ginster und Heide in sanftes Morgenlicht getaucht sehen. Viel besser kann ein Tag nicht beginnen.
Wir fahren die Küste entlang und wollen eigentlich bis Erquy fahren, um dort das Cap zu erwandern. Aber schon am ersten Traumstrand auf der Strecke werfen wir diesen Plan über Bord und genießen den Dank der Ebbe riesig breiten Strand, den wir, mal wieder, praktisch für uns alleine haben. Und Mia flitzt natürlich wie immer wie ein Dilldopp hin und her, vor und zurück. So viel Platz!
Auch am Cap d'Erquy sind wir die einzigen, die dort parken. Schade, dass Übernachten für Womos dort explizit verboten ist. Ansonsten wüssten wir schon unseren nächsten Stellplatz... Denn die Aussicht von hier ist noch ein Stückchen grandioser als an unserem Parkplatz am Cap Frehel! Da wir nun wissen, dass wir nicht ewig hier bleiben, schnüren wir halt die Wanderschuhe und nehmen so viel wie möglich von dieser Landschaft in uns auf. Allerdings gut eingepackt, denn der Wind hier oben pustet schon ganz ordentlich, so dass vom strahlenden Sonneschein nicht mehr viel Wärme übrig bleibt. Aber trotzdem ist es ein Genuss, sich unter diesen Bedingungen durchpusten zu lassen!
Auch hier führt der Weg uns wieder zu einem Traumstrand. Wenn dies überhaupt möglich ist: Noch breiter und noch einsamer! Da müssen wir runter und die ersten sein, die dort Spuren hinterlassen. Kaum vorstellbar, dass bei Flut anscheinend der ganze Strand unter Wasser liegt! Aber die Wasserlinie an den umliegenden Felsen und auch der makellos glatte Zustand des Sandes lässt kaum einen anderen Schluss zu.
Von diesem Highlight wandern wir zum Ort und der Bucht von Erquy. Dort liegen unter uns die Schiffe wahlweise im Schlick oder schon im Wasser und man hört das sanfte Klingeln der Wanten, die gegen den Mast der Segelboote schlagen. Ein friedliches Bild bietet sich uns da unten.
Wir wandern etwas oberhalb der Bucht an den 2 Lacs Bleu vorbei, die eine Laune der Natur oberhalb des Meeres in den Felsen hat entstehen lassen. Zwar nicht so spektakulär blau, wie ich insgeheim erhofft hatte, aber immerhin sehenswert.
Nach dieser Überdosis Natur sind wir bereit für etwas Abwechslung: In Saint Brieuc soll es einen Shop von "free" geben, wo wir hoffen, endlich mal an die Simkarte fürs Bloggen zu kommen. Was aber auch heißt: Großstadt. Und: Parkplatznot. Den im Womoführer empfohlenen Parkplatz steuern wir an, stellen aber fest, dass er gar nicht mehr existiert: Großbaustelle! Aber nach etlichem Umherkurven (unter anderem durch eine Fuzo....) finden wir schließlich einen gar nicht mal so schlechten Platz am Straßenrand. Vielleicht, weil gegenüber vom Sexshop so häufig Autos kommen und gehen?
Unsere Simkarte kriegen wir schließlich von einem erstaunlich engagierten und sogar englisch sprechenden Verkäufer: 50GB fr 30€ - nimm das, SFR! Wer diese Anspielung nicht versteht möge den Bericht vom vergangenen Jahr lesen...
Saint Brieuc reißt uns jetzt nicht so völlig vom Hocker, hat aber immerhin eine Kathedrale mit schön bunten Kirchenfenstern. Ansonsten sind wir aber froh, als wir uns wieder auf der Landstraße stadtauswärts befinden...
Ganz ohne Stadt geht es heute aber dann doch nicht. Denn um unsere mittlerweile doch recht leeren Akkublöcke aufzuladen müssen wir das MoMo mal wieder eine Nacht an den Strom hängen. Zu diesem Zwecke ist normalerweise ein Campingplatz das Mittel der Wahl. Dumm nur, wenn fast alle Campingplätze Ende September schon den Betrieb eingestellt haben! Wir finden aber einen vielversprechenden Platz in Moncontour, was aber nicht an unserer geliebten Küste liegt, sondern etwas landeinwärts. Aber wir finden, dass ein mittelalterliches Städtchen ja auch interessant sein kann.
Und tatsächlich ist der Campingplatz sehr gepflegt und schön angelegt. Die freundliche Platzwartin, die schon auf dem Absprung ist, nimmt sich noch die Zeit, uns mit Prospekten zu versorgen. Ansonsten, wenn's recht ist, würde sie gerne morgen früh ab 9 wieder für uns da sein. Wir sollten uns einfach einen Platz aussuchen. Und die Auswahl ist riesig: Wir sind nämlich die einzigen Gäste...
Nachdem die Stromversorgung geklärt ist und ein erster Abbau der aufgestauten Blogbeiträge zur Zufriedenheit erledigt ist, machen wir uns auf in die Stadt, von der wir nur wenig wissen, außer dass sie mittelalterlich urig sein soll und es ein Restaurant namens "Le Chaudron Magique" geben soll.Oh ja, Zauberkessel und Gallien hört sich gut an!
Im sehr überschaubaren Stadtkern finden wir dann auch die heilige Dreifaltigkeit von Boulangerie, Boucherie und Patisserie ergänzt mit Schuhgeschäft, Friseur und Optiker. Besonders gut gefallen uns die Schilder, die über jedem Geschäft prangen. Das ganze erinnert uns, vielleicht auch wegen des kalten Windes, sehr an die Szenerie aus dem Film "Chocolat", denn auch die Händler in ihren jeweiligen Geschäften sehen so unnachahmlich und typisch französisch aus, dass man sie für einen Film nicht besser casten könnte.
Der "Zauberkessel" hat geschlossen, so dass wir uns ein anderes Restaurant aussuchen müssen. Wir entscheiden uns für eine Creperie, die von außen sehr nett aussieht.
Jedoch herrscht drinnen eine eher bedrückende Stimmung. Die einzigen Gäste, ein älteres Ehepaar, sprechen kein Wort miteinander. Keine Hintergrundmusik. Und der seeehr reservierte Kellner drückt uns missmutig und stumm die Karte in die Hand. Haben wir da was falsch gemacht? Aber wir machen einfach das beste draus und sind nach dem köstlichen Galette/Crêpe-Menu so weit, dass wir sogar den sehr ungesprächigen Garcon in ein kleines Gespräch über seine Hunde verwickeln können. Manchmal braucht es nur ein bisschen Zeit...
Und wie es der Zufall will, ist der eisige Wind auf unserem Nachhauseweg komplett verschwunden und wir genießen die mondbeschienenen alten Gemäuer auf dem Weg zum MoMo.

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Momoblog am 19 Okt 2016 11:01:13

Verwirrende Flut
Fühlt sich ein bisschen unwirklich an. So als einzige Gäste auf einem Campingplatz. Aber wir genießen als Abwechslung zur engen MoMo-Dusche mal die geräumige Campingdusche. Und da die Waschräume nicht geheizt sind auch gleichzeitig sehr belebend.
Die nette Platzwartin überschüttet uns beim Bezahlen noch mit Tipps und Broschüren, was wir so alles machen könnten. Und tatsächlich sind wir geneigt, uns für diese Reise Lannion als Endpunkt zu wählen und schweren Herzens (und schon wieder) auf Finistere zu verzichten. Aber: Wir kommen bestimmt wieder - das steht schon mal fest.
Heute zieht es uns magisch wieder zur Küste zurück. Aber wir wählen nicht den kürzesten Weg, der uns wieder über Saint Brieuc führen würde, sondern peilen das Örtchen Quintin an, was quasi auf unserer gewählten Umgehungsroute liegt.
In der Stadt gibt es eine überproportionale Menge an öffentlichen Toilettenhäuschen. Alleine im ersten zähle ich 10 Pissoirs - da kann ja fast eine komplette Fußballmannschaft gleichzeitig pinkeln! Ansonsten bietet sich die übliche Auswahl an Geschäften, in denen wir fleißig Leckereien kaufen.
Das beste ist aber die Kirche. Zum einen wegen der (leider nicht ausgestellten) Reliquie: Teile eines Gürtels der heiligen Jungfrau Maria, den ein Kreuzritter mit nach Hause gebracht hat. Scheint garantiert als Heilmittel für und gegen so ziemlich alles zu wirken, denn im Eingangsbereich finden sich Dutzende von "Merci"-Tafeln (nein, nicht die Schokolade!) für das bewirkte Wunder.
Zum anderen aber wegen der leisen Beschallung mit andachtsvollen Chorgesängen über die Lautsprecher, die tatsächlich die Wirkung des Raumes verändern. Sehr friedvoll und beruhigend. Und für leuchtende Kirchenfenster und skurrile Riesenmuscheln aus Java als Weihwasserschalen bin ich auch immer zu haben.
Unser Weg führt uns weiter an die Küste nach Étables-sur-Mer. Und hier sind wir das erste Mal dann doch etwas enttäuscht. Ein eher schmaler und noch dazu veralgter Strand, der von großflächigen geschwungenen Felsbändern begrenzt werden. Naja. Wir begehen noch den Zöllnerpfad Richtung Süden, sind aber auch vom dortigen Plage des Godelins nicht all zu begeistert. Da fahren wir gerne weiter.
Eine Empfehlung soll der Stellplatz am Strand von Le Palus etwas weiter nördlich sein. Aber auch hier stellt sich Ernüchterung ein. Der Stellplatz scheint drastisch beschnitten und nicht gepflegt zu sein. Schön stehen ist anders. Und auch der grobe Kieselstrand, den wir vor uns haben, reißt uns nicht zu Begeisterungsstürmen hin.
Weiter nach Norden folgen wir jetzt der Route des Falaises durch eher schmale Sträßchen, wo mehr als einmal Äste über das Womodach streichen. Urig! Wir sind auf der Suche nach dem Plage Bonaparte, der aber zunächst gar nicht, dann nur ein einziges Mal wirklich ausgeschildert ist. Wir kommen schließlich an einem Plateau aus, wo eine Stele an die Rettungsaktion der französischen Résistance für amerikanische Soldaten erinnert. Man hat eine tolle Aussicht, darf aber mit dem Womo dort nicht stehen - schade!
Wir bleiben trotzdem kurz dort stehen, weil wir unter uns einen weiteren Parkplatz entdecken, an dessen Ende ein kurzer Tunnel Richtung Meer zu sehen ist. Genau so ist die Plage Bonaparte beschrieben! Wir gehen also auf dem Zöllnerpfad hinunter und gucken uns das ganze mal an. Am Ende des Tunnels geht eine kleine asphaltierte Rampe zum Meer hinunter, an deren Ende ein Angler auf seinen Fang wartet. Wieder kein Strand. Und endlich dämmert es mir: Es ist schlicht und einfach Flut! Unsere nette Campinglady von heute morgen hatte uns sogar noch extra darauf hingewiesen, dass speziell an diesem Wochenende zusammen mit dem Vollmond der Tidenhub wohl besonders extrem sei. Deshalb also überall so wenig Strand - Wahnsinn, wie sehr das die Wirkung der Landschaft verändert!
Auch wenn wir uns vorstellen können, auf dem Parkplatz am Bonaparte zu übernachten, zieht es uns noch etwas weiter. Denn der Parkplatz lag in einer kleinen Senke, von der aus man kaum eine Aussicht in die Weite hätte. Und da es im nur wenige Kilometer entfernten Bréhec einen Stellplatz mit Top-deluxe-Aussicht geben soll, beschließen wir, diese Option noch zu checken, bevor wir uns entscheiden, wo wir die nacht verbringen.
Als wir dann auf den letzten Metern die steile Corniche hinauffahren und dann diesen grandiosen Ausblick haben, ist die Entscheidung relativ leicht...

Momoblog am 19 Okt 2016 11:01:37

Heute gehen wir mal getrennte Wege. Während Annette mit Mia den Weg hinunter zum Strand erkundet, nutze ich die Zeit zum Lesen. Es ist wider Erwarten sonnig freundlich - nicht schlecht bei einer Wettervorhersage, die fürs Wochenende eher mau aussah! Wir fotografieren die Aussicht von oben nach unten und von unten nach oben - schwer, zu sagen, was besser gefällt!
Wir folgen weiter der Route des falaises und finden schon auf den ersten Metern mehrere fast noch tollere (wenn auch inoffizielle) Stellplätze mit fantastischen Aussichten. Auch am Pointe Minard, wo wir einen Foto- und Landschaft-wegguck-Stop machen, darf man mit dem Womo über Nacht stehen. Empfehlung!
Am Pointe Bilfot, wo wir als nächstes stehen bleiben, hat man einen weiten Blick in die Bucht von Paimpol, in der gerade Muschelsucher und -züchter fleißig am Ernten sind. Wir stellen uns vor, wie das ganze wohl bei Sonnenschein aussehen mag, denn mittlerweile hat es sich ganz schön zugezogen und ein paar Tröpfchen fallen auch schon aus den Wolken.
Wir halten aber trotzdem noch an der Freiluftgalerie von Monsieur Kito. Irgendwie haben wir das Gefühl, dass das was für uns ist. Und in der Tat finden wir die riesigen Holzskulpturen wirklich sehenswert und originell. --> Link
An der Abbaye de Beauport machen wir nur kurz Station, da es sich mittlerweile ein bisschen eingeregnet hat und wir daher eine intensivere Besichtigung im Regen nicht all zu verlockend finden. Da reicht uns eigentlich der Blick durch die Gitter...
In Paimpol parken wir problemlos am Hafen und machen uns an einen kleinen Stadtrundgang. Paimpol ist eine wahre Künstlerkolonie! Gefühlt jedes zweite Geschäft ist eine Galerie oder etwas mit Kunstgewerbe. Und dankenswerterweise die meisten mit wirklich sehenswerten Schaufenstern. Und Leckereien shoppen lässt es sich auch ganz vorzüglich: In der Reihenfolge ihres Auftretens: Feigen-Balsamico-Aufstrich, Baguette, Fromage, Cidre und kleine Tartelets aus der Patisserie, kunstvoll verpackt in einem Karton mit der Aufschrift "Instant Gourmand" - genau so fühlen wir uns! Und mit großem Genuss verspeisen wir die Törtchen dann im MoMo zu einer Tasse Kaffee.
Unser Weg führt uns noch ein paar Kilometer weiter nach Norden zum Pointe de l'Arcouest. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf schärenähnliche kleine Inselchen und natürlich die Atrraktion in dieser Ecke: Die Isle de Bréhat. Aber die sparen wir uns für morgen auf...

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Momoblog am 19 Okt 2016 11:01:57

Très genial
Ungewohnt: Wegen der "frühen" Abfahrtszeit (9.45h...) der ersten Fähre rüber auf die Isle de Bréhat müssen wir heute tatsächlich mal vor Sonnenaufgang aufstehen. Dieser ist nämlich hier zu dieser Jahreszeit erst um halb neun...
Und auch, als wir zum Anleger gehen, liegen noch einige Inselchen aufgrund der tief stehenden Sonne im Schatten. Wir genießen aber das warme Licht und die kurze Überfahrt auf die Insel.
Das erste, was uns auffällt, als wir die Insel erkunden, sind die eher schmalen Wege. Kein Wunder: Autos sind auf der Insel nämlich Fehlanzeige. Und am Ende des Tages werden wir feststellen, wie gut uns die völlige Abwesenheit von Motorgeräuschen und Geschwindigkeit getan hat. Hier geht es gemächlich zu! Und noch ein bisschen mehr, da man auch hier das Saisonende in den spärlichen Touristenzahlen merken kann. Und wie immer ist uns das ausgesprochen recht so!
Wir erkunden ersten mal den südlichen Teil der Insel und finden im Südwesten ein ausgesprochen toll gelegenes Ferienhaus. Direkt am Meer zwischen den Klippen, links und rechts Strand. Ein Träumchen... Mit meinen geschätzten 1000€/Woche liege ich dann aber doch daneben. In der Hochsaison sind es sogar schlappe 1900€... Hm, wenn wir das MoMo wieder abschaffen, könnte das doch drin sein?
Aber es gibt ja noch andere schöne Häuschen. Denn die Isle de Bréhat ist nicht nur als Blumeninsel bekannt, sondern auch für ihre ausgesprochen hübschen bretonischen Häuschen. Können wir beides bestätigen! Und schnurrende Genießerkatzen gibt es noch on top.
Unterwegs finden wir noch einen Kasse-des-Vertrauens-Marktstände-deluxe vor. Reichhaltiges Angebot an diversem Obst und Gemüse, Konfitüren und sogar Pastasaucen. Wir werden schwach und shoppen ein bisschen. Auch wenn sich eine Tüte Tomaten nicht sooo super auf einer Wanderung transportieren lässt...
Unser persönlicher Höhepunkt ist die Nordostecke mit dem Phare du Paon als Zuckerstückchen on top in dieser roten Felsenlandschaft. Mein Auslöser steht nicht still! Die Inszenierung ist aber auch zu schön: Grünes Gras, rote Felsen, türkises Meer und ein Himmel mit genau der richtigen Menge an Wolken. Und das ganze in wunderbar klarer Luft beleuchtet vom selbst in der Mittagszeit eher sanften Sonnenschein.
Auch auf dem weiteren Weg entlang der Nordküste bieten sich noch genügend schöne Aussichten. Beeindruckend sind aber auch die mannshohen Farn- und Brombeerfelder, die sich über weite Strecken links und rechts neben uns erheben. Oder die Puschel der Strandgräser. Oder oder oder...
Voll von diesen Eindrücken kehren wir wieder in den dichter bebauten Teil der Insel zurück. Nicht, ohne mal wieder über die unglaubliche Entfernung zum weggeebbten Meer zu staunen: Das kommt wirklich bis zu uns, wenn Flut ist?
Im Zentrum des Inselortes Le Bourg herrscht so ziemlich tote Hose. Man kann sich nur schwer vorstellen, was im Sommer für ein Trubel hier herrschen mag, wenn all die Geschäfte und Restaurants geöffnet sind. Jetzt sind es nur 2 und wir entscheiden uns nicht für das "Shamrock", das als irischer Pub nicht einmal Guiness vom Fass anbietet. Gut so, denn der Nachbar ist kulinarisch ein Volltreffer für uns. Bei den "frittierten kleine Fischen", die auf der Tafel angepriesen werden, geht bei mir sofort das "Boquerones"-Lämpchen an: Bestellt! Und die Fischchen sind noch eine Spur "echter" (heißt: unummantelter) aber vor allem leckerer als ihre spanischen Kollegen. Da können sie mich noch so vorwurfsvoll angucken! Und auch das bretonische Bier vom Fass namens "dremmwel" mundet dazu ausgezeichnet. Muss ich mir merken!
Als wir die 17-Uhr-Fähre (und damit die vorletzte) nehmen, werden wir noch mit einer Brèhatschen Besonderheit konfrontiert: Je nach Gezeitenstand wandert der Ablegepunkt da hin, wo das Wasser ist. Im ungünstigsten Fall soll das einen 15 Minuten längeren Fußweg bedeuten! Wir schaffen es aber problemlos und freuen uns nach einem Tag voller Eindrücke darauf, diese im MoMo sacken zu lassen. Und Annettes selbst komponierte Quiche, zu der es einen Tomatensalat aus Inseltomaten und Cidre gibt, rundet den Tag dann so richtig ab. Très genial!

Momoblog am 19 Okt 2016 11:02:18

Sacken lassen
Den grandiosen Tag gestern müssen wir erst mal sacken lassen. Gelingt auch richtig gut, da wir im Gegensatz zu gestern heute einfach mal 'ne Stunde später aufstehen. Und da unsere Brotvorräte aufgebraucht sind, gibt es nur eine Schale Müsli bevor wir nach Paimpol aufbrechen. Dort wollen wir in der Patisserie, in der es die köstlichen Zitronentartelettes gab, noch einmal zuschlagen und auch Brot für ein zweites Spätstück kaufen. Aber leider ist heute Montag - der fleißige Blog-Leser weiß also, was das bedeutet: Boulangerie zu. Immerhin gibt es aber um die Ecke am Hafen eine geöffnete Bäckerei, so dass wir noch zu Croissants, Baguette und sogar einem Zitronentörtchen kommen.
Nachdem wir uns im MoMo das Spätstück haben munden lassen, mache ich fleißiges Bienchen die Blogbeiträge der vergangenen Tage veröffentlichungsfertig. Denn unsere SIM-Karte von "free" ist leider nicht so frei, wie der Name verspricht. In der Werbung werden die fetten 50GB hervorgehoben, die man natürlich in einer Woche fast unmöglich aufbrauchen kann. Was aber nur im kleingedruckten steht: Dieses riesige Datenvolumen gilt nur für das 4G-Netz. Dumm nur, dass wir die 3GB, die für das 3G-Netz zur Verfügung stehen, bereits aufgebraucht haben... Jetzt heißt es entweder auf 4G hoffen, oder aber im 3G-Netz gedrosselt zu surfen. Bei weitem nicht so doll wie ich mir das vorgestellt habe...
Unser Weg führt uns weiter Richtung Westen auf die Halbinsel mit dem klangvollen Namen Presqu'île Sauvage. Auf der Karte sieht die 3km lange Landzunge Sillon de Talbert sehr bizarr und sehenswert aus.
In der Realität haben wir wohl mal wieder Ebbe. Man ahnt zwar, wo der schmale Streifen bei Flut verlaufen wird. So aber steht man vor einer sandigen Steinwüste, die sich zwar beeindruckend weit vor einem erstreckt, aber so richtig sexy sieht das dann doch nicht aus.
Auch an dem Stellplatz "Port "Beni" an der Westküste sieht es völlig anders aus als auf dem Foto, was wir davon gesehen haben. An die krassen Unterschiede zwischen Ebbe und Flut werde ich mich nicht so schnell gewöhnen. Von einer Wilden Küste sind wir da von Quiberon im letzten Jahr doch ein paar Hausnummern beeindruckenderes gewohnt. Man könnte auch sagen: verwöhnt.
Wir fahren weiter auf die Presqu'île de Plougrescant. Denn hier habe ich einen der wenigen Campingplätze ausbaldowert, der um diese Zeit noch geöffnet hat, denn unsere Stromvorräte niegen sich bedenklich dem Ende zu. Es ist hier ähnlich wie schon in Moncontour. Wir sind nahezu die einzigen Gäste - was einem doppelt komisch vorkommt, wenn man weiß, wie viele Womos hier rumkurven und wie wenige Campingplätze noch auf haben! Aber solange wir dadurch so tolle Stellplätze wie heute kriegen soll uns das mehr als recht sein. Diesmal auf einer großzügigen Parzelle mit Blick aufs (immer noch abgeebbte) Meer und reichlich Platz in der Sonne, um unseren Tisch und die Stühle rauszuholen. Denn heute genießen wir einfach mal das prächtige Oktoberwetter und lassen es uns mit Kaffee und den Leckereien aus Paimpol und etwas zu Lesen einfach nur gut gehen.
Als die Sonne sich senkt und dann doch etwas an Kraft verliert, hebe ich den Blick und wirklich platt: Da ist ja auf einmal Meer! Wie ist das denn jetzt so schnell passiert? Irre, wie sehr das dann auch die Wirkung der Landschaft beeinflusst!
Wir machen noch einen kleinen Abendspaziergang und genießen die herrliche Ruhe, die hier überall herrscht. Alles wirkt schon ein bisschen so, als würden sich nicht nur die Menschen, sondern auch die Landschaft auf den Winter vorbereiten.

Momoblog am 19 Okt 2016 11:03:03

Schlund und Bier
Da unsere Brotvorräte erschöpft sind fahre ich mit dem Rad zur Boulangerie und versorge uns mit Baguette und Croissants. Zum Glück komme ich noch im Trockenen zurück, denn schon während wir frühstücken geht ein kräftiger Schauer nieder. Nach all den Schönwettertagen kann man da aber nun wirklich nicht meckern.
Wir fahren vom Campingplatz nur wenige hundert Meter zum Parkplatz an der Bucht von Porz Hir. Von hier wollen wir die Küstenwanderung Richtung "Le gouffre" machen, zu der Felsformation die "der Schlund" genannt wird.
Schon als wir losgehen sehen wir von Nordwesten her eine schwarze Wand aufziehen. Naja, wir haben ja wetterfeste Kleidung...
Unterwegs fängt es dann aber an stürmisch zu regnen. Nur sehr fein, aber trotzdem ungemütlich. Wir stellen uns auf halber Strecke kurz unter einer imposanten windgebeugten Strandkiefer unter, bevor wir den restlichen Weg in Angriff nehmen.
Kurz vor dem "gouffre" liegt noch das von vielen Fotos bekannte "Haus zwischen den Steinen", das es einem auch wirklich schwer macht, es _nicht_ zu fotografieren. Ist halt fotogen...
Am eigentlichen "Schlund" ist mehr oder weniger tote Hose, aber an den Felsen rundherum gibt es trotzdem genug Brandung. Das hat auch ohne blauen Himmel seinen Reiz!
Aber wir stellen auch hier fest, dass wohl offensichtlich starke Ebbe angesagt ist. Denn auf dem Rückweg sehen wir am Strand, dass das Meer in den knapp 2 Stunden schon sehr weit zurückgezogen hat.
Aufgrund des heute doch eher bescheidenen Wetters beschließen wir, den Nachmittag zu vergammeln. Auf dem Hinweg war uns schon der Stellplatz in Tréguier am Fluss aufgefallen, der unterhalb eines Parks am Flussufer ziemlich nett aussah. Also steuern wir ihn nach einem kurzen Shop-Stop im SuperU an, befinden ihn für gut und machen es uns erst mal gemütlich.
Am Nachmittag erkunden wir dann doch noch ein bisschen die Stadt. Oder besser: Das Städtchen. Auch Tréguier gefällt uns wieder richtig gut - im Vergleich mit Moncontour schon eine Hausnummer größer.
Annettes Trüfelnase für gute Entdeckungen führt uns dann zu einem absoluten Volltreffer. Nämlich zu Madame Mouss'tache --> Link
Schon von der originellen Einrichtung mit ollen Möbeln und der liebevollen Dekoration sind wir angetan. Bei der Lektüre der Karte fällt dann der Groschen, dass es sich um einen Bierspezialisten handelt, der Dutzende exotische Sorten auf Lager hat und auch zwei bretonische Biersorten vom Faß anbietet. Sowohl das Philomenn als auch das Skumenn Wheat India Pale Ale schmecken uns ausgezeichnet.
Und den eigentlichen Plan, heute noch mal in eine Creperie zu gehen, geben wir beim Anblick der Planche Apero gerne auf. Die üppige Aufschnittplatte mit Wurst, Käse und Brot schmeckt dann auch genau so lecker wie sie aussieht. Nur dem herzerweichenden Blick des Kneipenhundes muss man schon sehr beherzt ausweichen, damit man für ihn nicht doch etwas abfallen lässt...
Durch das abendliche Tréguier spazieren wir schließlich zum MoMo zurück und machen uns mit unserem 4G-Netz hier in der Stadt (ha!) einen Fernsehabend auf dem iPhone mit den verpassten heute-shows der letzten 2 Wochen.

fr-camper am 19 Okt 2016 16:11:07

Hallo Annette und Michael,
habe gerade Euren Reisebericht verschlungen, Chapeau :tach:
Wir waren dieses Jahr im März im Finisterre (Camaret sur Mer & Quiberon) und hatten was die Zahl der Touristen auf den CP und SP angeht, die gleichen Erlebnisse wie Ihr. Aber die Bilder von Euch sind einfach TOP! Am liebsten würde ich auch gleich losfahren. Ich wünsche Euch weiterhin noch schöne Erlebnisse und hoffentlich noch einige sonnige Tage. ;D
Ich werde gespannt sein was Ihr noch erlebt, denn ich bleibe am "Ball" :!:
Merci, Peter

Momoblog am 19 Okt 2016 20:15:29

Danke für die lieben Worte, Peter! Finistere haben wir dieses mal schweren Herzens schon wieder nach hinten verschoben - ich will da unbedingt noch hin! Momentan spricht viel für eine Fortsetzung im kommenden Frühjahr. :-)

Wettermäßig ist es im Augenblick eher so lala. Stark bewölkt, aber immerhin trocken. Trotzdem nicht das schönste Wetter für die Côte Granite Rose...

Liebe Grüße, Michael

Ganzalleinunterhalter am 19 Okt 2016 22:46:47

Hallo ihr beiden, schön daß wir wieder mit an Bord sein dürfen
- Danke für den informativen Bericht und die großartigen Fernwehbilder. Schade daß es mit dem Finestère auch diesmal nicht klappt - für mich mit das schönste was die Bretagne zu bieten hat.
Viele eurer diesmal auf der Tour beschriebenen Orte hab ich sofort wiedererkannt.( hab ich in ähnlicher weise 2014 bereist)
Nachdem ich 2014 und 2015 Solo ohne meine GG im Herbst die Bretagne besuchte war es diesen August möglich, dass ich meiner GG diesen wunderschönen Küstenabschnitt Frankreichs näherbringen konnte. Wir sind südlich Paris auf direktem Weg nach Camaret-sur-mer um von dort aus an der Küste zurück bis zum Mont Saint Michel.
Stationen unterwegs waren Landevénnec, Lampaul-Plouarzel, Lanildut, Argenton mit der Côte tourisique, Portsall, Meneham, Trégastel, Perros-Guirec, Plougrescant, Pointe de Traou Plat mit Blick auf die Île de Bréhat, Paimpol, Cap Fréhel und Beauvoir.

Bin schon gespannt auf die weitern Episoden und wünsche euch weiterhin allerbestes Reisewetter und schöne Erlebnisse.

MERCI !

eva b. am 20 Okt 2016 08:29:04

Einen schönen guten Morgen an die Crew,
das Wetter soll ja bei euch in den nächsten Tagen gar nicht so übel sein, da werdet ihr die rosa Küste bestimmt noch bei Sonnenschein erleben. Eine wunderschöne Ecke :ja: Ich könnte sofort wieder losfahren, wenn ich eure traumhaften Fotos anschaue.
Ein toller Reisebericht, so richtig aus dem Leben gegriffen. Und so amüsant geschrieben, da macht es Spaß mitzureisen.
Ich bin auf jeden Fall weiter mit dabei :)
Euch noch eine gute Weiterreise!

Momoblog am 20 Okt 2016 10:14:54

Danke für eure Wünsche, Eva und Horst - hat geholfen, heute scheint die Sonne und es gibt Blumenkohlwolken. Da wir wieder mal kein 4G haben, verzögert sich der Blog von gestern - Bildermäßig hat es sich gestern dann aber doch noch gelohnt, also dranbleiben... ;-)

Liebe Grüße, Michael

Momoblog am 20 Okt 2016 15:15:29

Graue Côte de Granit Rose
Heute ist Markttag in Tréguier. Also wollen wir den morgendlichen Einkauf in der Boulangerie mit einem Marktbesuch verbinden. Aber obwohl wir zur sehr zivilen Zeit von 8.30 Uhr dort sind, ist alles noch im Aufbau begriffen. Anscheinend machen die Franzosen es genau richtig und sind völlig zu Recht der Auffassung, dass niemand so früh schon so zurechnungsfähig ist, dass er weiß, was er auf dem Markt kaufen will. Denn wir stellen fest: Wir auch nicht... Also geht es nur mit den Backwaren zurück zum Frühstück ins MoMo. Übrigens hatten wir bei der Auswahl der Bäckerei die Qual der Wahl. Am zentralen Kirchplatz gibt es nämlich zwei. Wie also entscheiden? Ganz einfach: Nicht nach Optik, sondern genau wie bei Restaurants danach, wo die meisten Leute hingehen. Und so landen wir in der kleinen, unscheinbaren Boulangerie, wo es aber die üppigsten Croissants und die leckersten Zitronen-Tarteletts gibt. Mjam! Wer demnächst in Tréguier ist: Es ist von der Kirche aus gesehen die linke der beiden!
Wir starten heute ansonsten eher seeehr gemächlich in den Tag. Und staunen wieder mal über den Unterschied, den die Gezeiten hier ausmachen. So sah der "Fluß" gestern bei unserer Ankunft aus:
Und so sah es heute Vormittag aus:
Unser Weg führt uns wieder zurück an die Küste. Als Highlight der Reise haben wir uns heute die Côte de Granit Rose bei Ploumanac'h aufgehoben. Der Plan ist es, einen Parkplatz in Ploumanac'h anzusteuern und dann den natürlich auch hier vorhandenen Zöllnerpfad entlang zu laufen, um die rosa Granitfelsen zu bestaunen. Aber Pustekuchen: Auf der Aussichtskanzel über der Bucht von Perros-Guirec ist Womo-Parkverbot und ein sehr dringliches "Benutzen sie nur den offiziellen Parkplatz" weist uns den Weg auf einen fußballfeldgroßen Parkplatz. Bis auf 2 Womos gähnend leer. Könnte es daran liegen, dass man am Parkautomaten ohnehin einen Strafzettel kassiert? Oder an dem happigen Preis von 6€ ohne Übernachtung?
Wir kaufen uns auf jeden Fall keinen Strafzettel sondern fahren weiter nach Tregastel, wo es zumindest schon mal einen Stellplatz für den gleichen Preis geben soll. Und, heißer Tipp von anderen Womofahrern: Am gegenüberliegenden SuperU gibt es kostenlose Stellplätze für Kunden. Auch über Nacht. Bingo!
Wir machen uns bei frischen Temperaturen auf den Küstenweg und das Meer ist mal wieder unterwegs. Also irgendwo anders, nicht hier bei uns. Aber irgendwie hat ja auch diese entwässerte Landschaft ihren Reiz. Wir machen uns auf einen Trip, der, dramaturgisch geschickt aufgebaut, immer spektakulärere Felsformationen und Aussichten bietet. Und weil sich das in Worten nur schwer vermitteln lässt, gibt es diesmal wieder eine Bildergalerie --> Link mit ein paar Eindrücken von dieser schrägen Landschaft. Geradezu unglaublich, wie doll das bei Sonnenschein sein muss, wenn wir jetzt schon so begeistert sind! Wir kommen garantiert wieder.
Ziemlich erschöpft kommen wir am MoMo an, stärken uns mit unseren Patisserie-Feinbackwaren vom morgendlichen Bäckereibesuch und belohnen dann noch den SuperU für den feinen Stellplatz mit einem Einkauf von diversen Leckereien.

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

eva b. am 20 Okt 2016 17:05:40

moensters hat geschrieben:Ziemlich erschöpft kommen wir am MoMo an, stärken uns mit unseren Patisserie-Feinbackwaren vom morgendlichen Bäckereibesuch und belohnen dann noch den SuperU für den feinen Stellplatz mit einem Einkauf von diversen Leckereien.

Diese Fotos^^^^^^^^einfach fantastisch^^^^^^^^
Falls ihr noch ein paar Leckereien für's Hundi braucht - neben dem SuperU gibt es einen gut sortierten Tier/Garten-Markt.
Freu mich schon auf Morgen (wenn es denn euer Netz zulässt) :razz:

Aretousa am 20 Okt 2016 18:25:50

Oh :eek: da hätte ich ja beinahe was verpasst.
Hab' gedacht, da hat jemand den genialen Bericht vom letzten Jahr hochgeholt.........
Zum Glück habe ich dann doch mal reingeschaut und mich natürlich wieder festgelesen und festgeschaut. Die wunderschönen Bilder, dazu der so klasse geschriebene Bericht.
Ich bin ja ein wenig älter als ihr und wisst ihr was; ich habe mir schon ein Seniorenheim "maison de retraite" auf der Île de Brehat ausgesucht :lol:
Ich wünsche euch noch viele schöne, sonnige, erlebnisreiche Tage in der Bretagne und dass das Meer immer da ist, wo ihr es gerne hättet.

Momoblog am 21 Okt 2016 15:12:28

Kreis geschlossen
Hatte ich mich über den Platz beim SuperU gefreut? Nach dieser Nacht muss ich das noch mal überdenken... Denn mehrfach in der Nacht(!) sind wir hochgeschreckt, weil es sich anfühlte, als würde ein LKW mitten durchs MoMo fahren. Und zwar nicht gerade langsam...! Wieder was gelernt: Ich wusste bisher nicht, dass Supermärkte schon des Nachts beliefert werden.
Später als gedacht brechen wir heute auf und fahren die kurze Strecke zum Parkplatz in Tregastel, da wir heute auch noch die Felsen auf der Halbinsel Ile Renote bewundern wollen.
Das Wetter meint es besser als gestern mit uns. Blumenkohlwolken, Sonnenschein. Aber auch eine bedrohlich schwarze Wand, hinter der die Sonne manchmal eine Auszeit nimmt.
Auch heute sind wir wieder begeistert von der Vielzahl der Formen und Gesichter, die man in den Felsen zu erkennen glaubt.
Es macht einfach einen Riesenspaß, durch diesen gigantischen Skulpturenpark zu wandeln und eine Idee nach der anderen für ein Foto zu haben. Und dass heute ein deutlich höherer Wasserstand herrscht, lässt die Landschaft ohnehin wieder komplett anders aussehen.
Wir nehmen also mit einem lachenden und einem weinenden Auge Abschied vom Meer: Heute werden wir die ersten Kilometer Richtung Heimat antreten. Vorher allerdings wollen wir als letzten "Programmpunkt" in der Bretagne noch dem Wochenmarkt in Lannion einen Besuch abstatten. Aber unser gechillter Start in den Tag und das ausgiebige Fotografieren haben ihren Preis. Denn wir haben gestern zwar gelernt, dass Märkte durchaus zu zivilen Zeiten beginnen, aber das Ende ist wie bei uns gegen 13 Uhr. Als wir also gegen 13,30 Uhr in Lannion eintreffen, wird schon fleißig abgebaut und nur die wenigsten Stände, vorwiegend Kleidung und Nippes, haben gerne auch noch länger geöffnet. An leckere Spezialitäten der französischen Küche ist aber nicht mehr zu denken. Dumm gelaufen...
Wir halten aber fest, dass Lannion eine nette Stadt ist, in die es sich lohnt, noch einmal wiederzukommen. Ist für unsere nächste Bretagne-Tour fest eingeplant.
Jetzt heißt es aber endgültig in Richtung Westen fahren. Und da es a) auf halber Strecke unserer für heute angepeilten Route liegt, b) wir noch einmal ver- und entsorgen wollen und c) sich so der Kreis schließt, fahren wir nach Dol-de-Bretagne, was ja auch unsere erste Station in der Bretagne war.
Dort ist bereits ein älteres französisches Paar am Verentsorgen. Plötzlich kommt die Frau auf uns zu und redet freundlich auf uns ein. Bei Annette fällt zuerst der Groschen: Ob wir noch Wasser brauchen? Sie hätten doch ohnehin die 2€ bezahlt... Also kriegen wir unser Frischwasser zum Nulltarif und bedanken uns artig für die Freundlichkeit.
Unser Tagesziel soll eine France-Passion-Ferme hinter Caen in der Normandie sein, wo es hoffentlich leckeren Cidre zu kaufen geben wird. Und da der Tag schon fortgeschritten ist, wird das ein bisschen ein Wettlauf mit der Zeit, ob wir dort noch vor Einbruch der Dunkelheit eintreffen. Ein Wettlauf, den wir mit Pauken und Trompeten verlieren. Irre, wie früh es jetzt schon dunkel wird! Und so erleben wir noch ein bisschen Abenteuer beim Fahren auf engsten Sträßchen durch die provinziellste Normandie bei völliger Dunkelheit.
Als wir auf dem Bauernhof ankommen, begrüsst uns die Bäuerin freundlich, wir erfahren, wo wir stehen dürfen und man wünscht sich eine "Bonne Soirée". Geschafft!

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Momoblog am 21 Okt 2016 20:39:14

Wahrlich majestätisch
Nach dem Frühstück gehen wir shoppen. Im Hofladen bei Madame. Denn wenn die Ferme schon auf der Route de Cidre liegt, können wir da auch gleich mal unsere Vorräte für die frankreichlose Zeit anlegen. Haben wir letztes Jahr auf unserem letzten France-Passion-Stop auch gemacht und war eine schöne Erinnerung an den Urlaub. Und als Dankeschön für den Übernachtungsplatz ist es ja auch nicht verkehrt...
Auf der Heimfahrt liegt Rouen quasi auf der Strecke. Wollten wir schon immer hin, haben es aber irgendwie nie hingekriegt. Heute schon. Und es gibt sogar einen kostenlosen Womo-Stellplatz direkt an der Seine! Allerdings in einem Umfeld, wo es einen nun so gar nicht wundern würde, wenn das Fahrzeug bei der Rückkehr ausgeräumt ist... Wir sind aber mutig und lassen zusätzlich Mia als Wachhund zurück. Wird schon schiefgehen!
Über die Seine spazieren wir mitten in die Stadt und sind schon nach wenigen Minuten an der Kathedrale. Mit ihren 151,5m nur unwesentlich kleiner als der Kölner Dom - von der Wirkung aber genau so mächtig. Auch von innen gefällt uns die Kirche wirklich gut. Wahrlich majestätisch!
Besonders gefallen uns die vielen Kleinigkeiten, die es zu entdecken gibt, wie zum Beispiel das Herz von Richard Löwenherz, dass dankenswerterweise von einem Steinsarkophag verborgen vor sich hin schimmelt. Oder die vielen Statuen mit wirklichen Charakterköpfen. Oder die elegante Buchhändlertreppe. Oder die Jungfrau-Maria-Kerzen, die einen Jungfrauenaufschlag von 1€ extra kosten. Oder, oder, oder... Es lässt sich prächtig schlendern und staunen in dieser Kirche.
Aber auch der Rest von Rouen gefällt uns wirklich gut. Auch wenn wir eher im Schnelldurchlauf nur die nähere Umgebung der Kathedrale sondieren. Was auffällt sind die vielen alten Fachwerkhäuser - aber auch, dass mehrere davon vor sich hin gammeln. Die überwiegende Anzahl ist aber sehr sehenswert.
Besonders gefällt uns die Rue Damiette mit ihren vielen Galerien, Antiquitätenläden und Musikalienhandlungen. Zusammen mit den alten Häusern und dem Kopfsteinpflaster eine absolut passende Mischung!
Und auch die Kirche St. Maclou an der Place Barthélemy sieht mit ihren schweren, mit Schnitzereien reich verzierten Holztüren absolut großartig aus.
Wir würden gerne noch länger bleiben, aber da wir noch etwas weiter Richtung Heimat fahren wollen, notieren wir für Rouen ein "unbedingt wiederkommen" und machen uns auf den Rückweg zum MoMo, das wir beruhigenderweise auch unversehrt vorfinden.
Für die große Strecke bis zur Grenze gönnen wir uns dann gerne die mautpflichtigen Autobahnstrecken, auf denen es sich so vortrefflich cruisen lässt. Nach einem Tankstop bei Cambrai entscheiden wir uns Last-Minute noch einmal um, was die Wahl des Stellplatzes betrifft. Den eigentlich anvisierten Platz nahe der belgischen Grenze verwerfen wir zugunsten eines Platzes im Örtchen mit dem lustigen Namen Marcoing. Anscheinend las sich die Stellplatzbeschreibung für andere Wohnmobilisten aber genau so vielversprechend wie für uns. Denn auf den eigentlich vorgesehenen 6 Stellplätzen tummeln sich schon 8 Womos und kurz nach uns trudelt noch Nummer 9 ein. Wir sind aber mit unserer Etappenlänge für heute zufrieden und bleiben dann einfach auch. Wird heute halt mal gekuschelcampt.

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Momoblog am 04 Apr 2017 20:01:07

Am Freitag geht es wieder los!

Diesmal ist Finistère endlich, endlich dran. Irgendwelche Tipps oder NoGos für diese Ecke? Das es schön wird, steht ja außer Frage...

Lieben Gruß,
Michael

uschi-s am 06 Apr 2017 08:56:23

Das kommt gerade zur rechten Zeit für mich. Wir starten im Mai für 4 Wochen in die Bretagne, ich freue mich schon riiieeesig.

Ganzalleinunterhalter am 06 Apr 2017 10:00:07

Dann wünsche ich Euch allen mal viel Freude und tolle Erlebnisse in meiner Lieblingsecke - Ihr wisst ja - Bretagne kann süchtig machen - Ruckzuck ist man von dem Virus infiziert :lol:
( Muß dieses Jahr leider aussetzen - meine GG meinte es gäbe noch weitere schöne Ecken in EU zu sehen )

Momoblog am 07 Apr 2017 22:05:19

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Der Start in unseren dritten Bretagneurlaub beginnt vorbildlich. Das größtenteils gestern gepackte MoMo wartet nur darauf, dass wir die letzten paar Kleinigkeiten einräumen. Und so geht es am späten Mittag los. Wegen der Sperrung der Leverkusener Brücke weichen wir wieder über die Route über Roermond aus. Das klappt auch alles sehr fein, bis wir nach Belgien kommen.

Liebes Belgien, ich weiß nicht warum, aber ich werde mit dir einfach nicht warm. Du begrüßt uns mit einem Mörderstau bei Lüttich, der Zustand deiner Straßen ist unbeschreiblich schlecht und alles sieht einfach immer einen Hauch dreckiger aus, als es auf einer ungepflegten Autobahn ohnehin aussehen müsste.
Und wir haben sogar Glück: Denn bei Namur ist im Gegenverkehr ein LKW spektakulär in die Mittelleitplanke gekracht. Mein Tipp ist ja, dass er in eines der zahllosen gigantischen Schlaglöcher gefahren ist und danach die Kontrolle verloren hat. Bei uns gibt es nur Gaffer-Stau (schlimm genug), aber für den Gegenverkehr ist daher Vollsperrung.

Wir sind also entsprechend glücklich als wir hinter Mons endlich das Schild "France" entdecken... Endlich Frankreich! Das Navi lotst uns quer durch Valenciennes, weil auf der Autobahn auch dort ein heftiger Stau sein soll. Und ich fühle mich an die Brüsseldurchfahrt im letzten Herbst erinnert. Zu allem Überfluss ist dann noch die Brücke gesperrt, über die wir eigentlich gelotst werden sollten und eine Umleitung nicht ausgeschildert. Also fahren wir zurück und kommen wieder am "Show Frites" vorbei, dass uns schon bei ersten Vorbeifahren aufgefallen war. "Show" und "Pommes" habe ich auch noch nicht miteinander verknüpft gesehen. Kurzentschlossen beschließen wir, dass eine Pommes zum Abendessen eine super Idee ist. Ich besorge uns also zwei Grand Frites und kriege verdutzt alsbald eine richtig schwere Tüte a emporter in die Hand gedrückt. Haben die meine Bestellung falsch ausgeführt? Ist da noch ein Schnitzel dabei? 4 Hamburger?

Da es schon kurz vor Sonnenuntergang ist, müssen die Pommes noch etwas warten und wir fahren zum Étang du Vignoble, einem Naherholungsgebiet nahe des Zentrums von Valenciennes. Wir fahren über eine hauchdünne Landzunge und finden vorbildliche Parkplätze ganz für uns alleine vor. Fast zu schön, um wahr zu sein!
Als wir endlich unsere Pommestüte auspacken, trifft uns fast der Schlag. Grande heißt hier wirklich groß! Hätte man mir auch sagen können, dass man von einer Portion eine mittlere Kleinstadt ernähren könnte!

Momoblog am 08 Apr 2017 22:48:59

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Sommer in Honfleur
Das geht ja gut los! Wir verbringen eine ruhige Nacht auf diesem schönen Stellplatz am See. Und als Annette den Frühstückstisch gedeckt hat, fängt der Urlaub erst mal so richtig an. Morgens ist es verwunschen neblig-sonnig, so dass wir erst mal gemütlich frühstücken und die Hunde nachher in der Morgensonne spielen lassen.
Da wir gerne diesmal etwas gradliniger in die Bretagne kommen möchten, beschließen wir, dem Navi das Befahren von Mautstraßen zu erlauben und machen es uns gemütlich. Und bis auf die Staus an den Mautstationen merkt man nicht, dass heute sicherlich erhöhtes Reiseaufkommen ist. Ich liebe dieses entspannte Cruisen auf den französischen Autobahnen!
Bei unserer ersten Pause legen wir uns fest, dass es ein bisschen zu hektisch wäre, in einem Rutsch durchzufahren, auch wenn die Straßen prima sind. Dann doch lieber bei diesem Prachtwetter einen Zwischenstopp in Honfleur einlegen, was wir im letzten Herbst ja noch verschmäht hatten. Der Stau vor der Pont Du Normandie ist beachtlich – hier merkt man wirklich, dass viel Verkehr ist!
Honfleur hat nur einen echten Stellplatz – alle anderen Varianten sind angeblich eher nicht zu empfehlen. Also begeben wir uns auf diesen kurz vor dem Ort auf einem Landzipfel angelegten Platz für 200 Womos. Wir sind zunächst mal so ungefähr gar nicht begeistert: Dicht an dicht stehen hier die Womos, manche Leute haben es sich auf dem geschotterten Platz „gemütlich“ gemacht – eigentlich so gar nicht unseres… Wir beschließen aber, nachdem wir um 14 Uhr einen der letzten(!) Plätze belegt haben, erst mal für einen Kaffee dort anzuhalten und die Lage zu sondieren. Und die stellt sich als gar nicht mal so schlecht heraus.
Sonne und im T-Shirt rumlaufen? Check!
Nette Aussicht? Zumindest nach vorne…
Ein Wetter, bei dem sich ein Stadtbummel lohnt? Auf jeden Fall!
Lust zum Kilometerfressen? Heute nicht mehr!
Wir bereiten uns also für einen Stadtnachmittag vor, zahlen die recht ordentliche Stellplatzgebühr von 11€ und stiefeln los. Das Städtchen brummt vor Leben - an diesem sonnigen Samstag wollen anscheinend alle irgendwo am Hafenquai sitzen und sehen oder gesehen werden. Und für uns zeigt sich der große Vorteil dieses Stellplatzes: Man ist quasi in 5 Minuten zu Fuß in der Stadt. Wo hat man das schon? Und da das Wetter dazu einlädt, gönnen wir uns erst mal ein Eis, setzen uns auf eine Bank und saugen die Atmosphäre in uns auf.
So richtig was los ist dann am Hafenbecken am Quai. Das ganze Programm mit Straßenmusiker, voll besetzten Cafés, Segelbooten und natürlich jeder Menge Leute. Wir setzen uns auf die Quaimauer und reihen uns ein. Hiermit hat der Urlaub dann auch offfiziell begonnen!
Nachdem wir durch die netten Gassen von Honfleur gestreift sind, gönnen wir uns noch ein Päuschen in einem nett aussehenden Cafe in einem Innenhof. Während Annette mit ihrem Rosé ganz zufrieden ist, kriege ich den stillosesten Cappucino, den ich in Frankreich je bekommen habe: Pappbecher, Sprühsahne und vor allem übelschmeckend. Nunja, geschmacklos können also nicht nur die Deutschen… Ich entschädige mich mit ein paar Fotos am schön altmodischen Karrussel, das am Hafenbecken steht.
Auf dem Weg zum MoMo gehen wir diesmal über eine kleine Brücke und entlang an alten Fischernetzen, verrosteten Ketten und ollen Bojen. Auch hier kann ich mich fotografisch austoben.
Und nach dem Abendessen können wir noch unseren mitgebrachten Wein (jaja, Eulen und Athen und so…) vom letzten Wochenende genießen. Und das im wahrsten Wortsinn: Dieser leckere Rotwein muss sich vor den Franzosen wahrlich nicht verstecken!

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Momoblog am 09 Apr 2017 22:49:40

Arrivée
Wider Erwarten haben wir auf diesem pickepackevollen, riesigen Platz paradiesisch geschlafen. Und als der Bäcker um halb zehn hupend über den Stellplatz fährt, haben wir das Frühstück schon beendet. Offensichtlich sind wir für französische Verhältnisse immer noch reichlich früh unterwegs, denn auch an der Ver-/Entsorgung ist nur ein einziges Fahrzeug vor uns. Gut so, denn das Wasserbunkern dauert seine Zeit!

Unsere dritte Etappe soll uns heute dann wirklich in die Bretagne führen. Also werden heute die restlichen 400 Kilometer gefressen. Aber auch heute ist uns das Wetter wohl gesonnen, so dass wir bei strahlendem Sonnenschein entspannt cruisen können. Ich erkläre Annette zunächst für verrückt, dass sie schon Shorts anzieht, aber bei unserer ersten Pause werde ich eines Besseren belehrt: Meine Jeans fühlen sich auf einmal schrecklich unpassend warm an! Und im weiteren Verlauf des Tages erreichen wir stattliche 25° - hier ist Sommer!

Als wir in Dol de Bretagne abbiegen, kommen dann schon fast Heimatgefühle auf, weil wir hier ja schon im letzten Jahr zweimal waren. Heute geht es aber nicht zum Stellplatz, sondern zum Roche aux Fées im Forêt du Mesnil. Zu diesem Goßsteingrab führt ein kurzer Weg und wir stellen uns vor, wie lauschig das hier sein muss, wenn die Bäume rundum kräftiger belaubt sind. Aber mit dem frischen Frühlingsgrün hat das auch was.

Von hier führt uns der Weg nach Plestin-les-Grèves, welches an der Corniche de l'Armorique liegt. Wir nehmen also quasi den Faden wieder auf, den wir im letzten Herbst hier haben liegen lassen. Einen urigen Stellplatz finden wir oberhalb vom Plage de Porz Mellec. Und er wird uns sicherlich immer in Erinnerung bleiben. Weniger, weil er so spektakulär ist (eher nicht), sondern, weil Elli hier das erste Mal auf Sand und Meer trifft. Und es ist wirklich zu drollig, zu sehen, wie die Kleine Löcher in den Sand buddelt, sich in den Sand drückt und vorwärts robbt oder wilde Tobespiele mit Mia macht.
Da die Bucht in nordöstlicher Richtung liegt, ist hier aber um 18 Uhr schnell die Sonne weg, so dass es doch empfindlich frisch wird. Hier am Meer ist nicht mehr viel von der Wärme des Tages übrig und man empfindet die 14° plötzlich als regelrecht kalt.

Wir ziehen uns also erst mal ins MoMo zurück und stellen zu allem Überfluss fest, dass wir den ganzen Tag über noch nicht wirklich viel gegessen haben: Hunger! Erst, nachdem wir uns gestärkt haben, machen wir uns dann noch einmal auf den altvertrauten Zöllnerpfad auf, der natürlich auch hier wieder an der Küste entlang führt. Wir genießen es, dass so weit im Westen der Sonnenuntergang erst um 21 Uhr ist - auch das fühlt sich nach Sommer an!

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Momoblog am 10 Apr 2017 23:13:42

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Vom sommerlichen Wetter ist nichts übrig geblieben. Der Tag beginnt grau und trüb und kühl. So haben wir das aber nicht bestellt! Naja, ist ja schließlich kein Wunschkonzert. Aber ein bisschen Licht würde dem Tag schon gut tun. Unsere erste Etappe führt uns nach Primel-Tregastel mit dem Pointe de Primel, der bei uns fortan nur noch Primelpunkt genannt wird.

Der Ort präsentiert sich zunächst sehr womounfreundlich. Überall eindeutige Verbotsschilder für Womos obwohl sowas von tote Hose ist. Frustrierend. An einem kleinen Parkplatz am Strandboulevard werden wir schließlich fündig. Zwar Pylone für eine Womolatte, aber eben keine Latte. Nehmen wir. Aber als ich gerade abschließen will kommt ein erboster älterer Herr und macht mir sehr eindeutig klar, dass das hier ja wohl mal gar nicht geht. Auch wenn ich kein Wort verstehe: Die Botschaft ist angekommen. Und erst als er merkt, dass ich ja gar nicht so böse bin, gibt er mir den Hinweis, dass es einen offiziellen Parkplatz am Primelpunkt gibt, wo auch Womos stehen dürfen. Und den steuere ich dann auch brav an. Und siehe da, es gibt sogar einen Camping Municipal, der aber noch nicht geöffnet ist.

Wir stiefeln also los um den mit Stechginster bewachsenen Primelpunkt zu erkunden. Es ist ein netter kurzer Spaziergang um die Küstenspitze. Alldieweil: Es fehlt das Licht, um in Begeisterung auszubrechen.

Also fahren wir weiter nach Carantec, das sich in den Reiseführern wie ein lohnendes Ziel anhört.
Für uns ist es aber nur ein Zwischenstopp, denn ein Wattstrand mit Hundeverbot und ein weitestgehend toter Ort erscheinen uns nicht attraktiv genug, um dort unsere Zelte aufzuschlagen. Wir hatten uns zwar vorgenommen, nach der langen Anreise erst mal kleinere Brötchen zu backen, aber wir haben ja den Vorteil, dass wir weiter fahren können, wenn irgendwas nicht stimmt. Und hier stimmt für uns nicht genug.
Wir nutzen in Saint Pol de Leon die Gelegenheit, im SuperU unsere Vorrräte an französischen Leckereien aufzufüllen und stellen fest, dass unser Bedarf an Städtchen gerade mal nicht so groß ist. Wir hätten gerne Meer. Und Sandstrand. Und kein Wattschlick oder umgekippte Schiffe. Und ein Crêpe wäre auch nicht schlecht. Also steuern wir einen Stellplatz in Santec an, der all dies vereinen soll.

Hört sich auch erst mal alles gut an. Für Gäste der Crêperie gratis. Und mit Strom. Und Ver-/Entsorgungsstation. Und ein großes Plakat kündigt einen dollen Sandstrand an. Très bien! Okay, als ich mich brav in der Crêperie als Womogast anmelde, werden mir erst mal 10€ für den Strom abgeknöpft. Sportlich! Wohl doch nicht so ganz gratuit... Aber was soll's.
Immerhin ist der Strand wirklich toll. Absolut feinsandig, karibikgrün schimmerndes Wasser und kein Hundeverbot. Elli kann ihr Glück gar nicht fassen und tobt wüst mit Mia über den Strand.

Als plötzlich ein herrenloser Hund zu uns kommt, der zwar freundlich wedelt, aber größer als unsere beiden ist und noch einen Tacken wüster spielen will, kriegt es Elli doch mit der Angst zu tun und flüchtet zu Frauchen. Auf dem Arm ist es dann schon sicherer! Ein paar Augenblicke später erfahren wir, dass Max nur einen Monat älter als Elli ist und seinem Frauchen ausgebüchst war. Ich will gar nicht wissen, wie groß der wird, wenn er jetzt schon größer als Mia ist!
Da mittlerweile mit jeder Minute die Sonne stärker rauskommt, suchen wir uns einen netten Platz in den Felsen und gucken Elli zu, wie sie wie ein Weltmeister buddelt. Ich glaube, unser Baby mag Strände sehr...

Irgendwann wird es uns aber dann doch zu kalt, denn trotz Sonne und Jacken bleibt es heute eher frisch. Egal, ein Tässchen Kaffee ist ja nicht die schlechteste Alternative. Und so kann ich schon mal die Bilder vom Tage sichten und sortieren. Es könnte sein, dass dieser Urlaub sehr hundebilderlastig wird...
Abends freuen wir uns dann auf den Crêperiebesuch. Bisher gehörten die Crêpes immer zu den Highlights unserer Bretagnereisen (s. hier und hier). Heute ist das etwas, hm, anders. Es ist zwar nicht so, dass es so gar nicht schmeckt, aber weder vom Ambiente noch von der Kochkunst sind wir besonders angetan. Man könnte das alles mit liebevoll-geschmacklos beschreiben. Es wirkt so, als hätten Leute ohne wirklichen Sinn für Geschmack oder Schönheit das ganze eingerichtet, sich dabei aber wirklich Mühe gegeben. Und für die Crêpes gilt das gleiche. Nicht wirklich schlecht, aber wenn ich Tiefkühl-Rahmspinat auf meinem Crêpe haben will, muss ich dafür nicht in eine Crêperie gehen. Und als uns beim Bezahlen für den obligatorischen Jeton für die Ver-/Entsorgung noch einmal 2€ für den Gratuit-Stellplatz abgenommen werden, komme ich mir schon ein bisschen verschaukelt vor. Nunja, Lehrgeld nennt man das wohl...

Da es nun kurz vor Sonneuntergang ist, beschließen wir, noch ienmal zum Strand zu gehen. Ich packe Stativ und Graufilter ein und versuche mich mal wieder an Langzeitbelichtungen. Gar nicht so einfach, wenn die Hunde um einen herum toben! Uns treibt die Kälte dann aber doch alsbald wieder zum MoMo zurück. Morgen dann bitte noch mal das gleiche mit Handschuhen und dickeren Anziehsachen!

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Ganzalleinunterhalter am 11 Apr 2017 00:01:49

Danke fürs mitnehmen - hab mich mal wieder von Anfang an an Bord geschmuggelt :lol:
falls es auf Eurem Weg liegt > Meneham - ganz toller Sandstrand und wahnsinns Felsen- Fotomotive. --> Link
Aus dem SP raus und dann rechts am Strand entlang bis zum Leuchtturm - da haben auch eure Fellnasen viel Freude

Bin schon gespannt...

Momoblog am 11 Apr 2017 14:28:28

Danke für den Tipp, Horst!
Wir sind einen Ort vorher in Brignogan Plage hängengeblieben... ;-) Aber Meneham werden wir auf jeden Fall noch besuchen!

Momoblog am 11 Apr 2017 23:48:10

Heute mal kein Blog, sondern nur ein Bild, weil ich gerade erst mit dem Sichten der Bilder von heute abend fertig bin. Mann, ist das schön hier! Kracher!

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Momoblog am 12 Apr 2017 11:43:43

Lost Campingplatz mit Aussicht
In aller Ruhe bereiten wir bei schönstem Frühlingswetter die Abfahrt vor. Annette feudelt durch und wir wollen mit unserem gestern erworbenen Jeton noch einmal ver- und entsorgen, bevor es in die Einsamkeit von Finistère gehen soll. Aber trotz Jeton tut sich nichts - da muss erst mal Madame aus der Crêperie kommen und das für uns richten. Und zu allem Überfluss knalle ich mir noch die schwere Toilettenkassette zielgenau vor die Kniescheibe- aua! Sternchen inklusive...

Wir lassen uns die Laune aber nicht verderben. Dafür ist es einfach zu schön, durch die sonnenbestrahlte Landschaft zu fahren. Es geht weiter Richtung Westen! In Cleder machen wir kurz Halt, um uns ein Baguette zu kaufen. Und wie es der Bäckergott will, landen auch noch ein Brioche und Kouign Amman in der Einkaufstasche. Wenn die uns auch so anlachen...?

Aus dem Womoforum erhalte ich den Tipp, einen empfehlenswerten Stellplatz in Meneham anzusteuern. Wir behalten ihn im Hinterkopf, steuern aber erst mal Brignogan Plage an, da ich von der dortigen Küste schon so schöne Fotos gesehen habe, dass ich dort unbedingt hin will. Es soll auch einen No-thrills-Campingplatz für kleines Geld direkt in der Nähe geben. Den wollen wir uns auf jeden Fall mal angucken.

Der erste Blick sieht eher verheerend aus. Annette bemerkt sehr treffend, dass es eher wie ein Lost Place aussieht - eine Folge Walking Dead könnte man dort sicherlich drehen. Das Sanitärhäuschen ist schon recht zugewuchert und die Wohnwagen, die auf vereinzelten Parzellen stehen, sehen auch eher wie seit Jahren nicht benutzt aus. Wir haben eigentlich schon beschlossen, wieder zu fahren, als wir den Weg zum Strandaufgang finden. Na gut, die direkt Lage an Strand und Leuchtturm Pontusval ist schon mal nicht schlecht. Und ein riesiges von Hecken abgetrenntes Areal mit 8 Parzellen ganz für uns und die Hunde alleine? Auch nicht schlecht. Und die Sonne scheint! Und überhaupt? Wollten wir nicht noch entschleunigter reisen und uns einfach mal Zeit an schönen Orten nehmen?

Also wird das Womo geholt, auf dem schönsten Platz abgestellt, Stühle und Tisch aufgebaut, Kaffee und Brioche serviert und plötzlich haben wir so richtig Urlaub. Bang! Und eine Frau, die anscheinend eine Parzelle weiter campiert, teilt uns mit, dass im Sanitärgebäude sogar eine Toilette geöffnet sei: Die graue Tür! Und abends käme jemand vorbei, der einen nur registrieren, aber kein Geld haben wolle. Crazy!

Nachmittags machen wir uns dann Richtung Städtchen auf. Denn das hatte ganz nett ausgesehen. Auf dem Weg nehmen wir noch die pittoreske Chapelle Sant Pol und den Menhir Men Marz gerne als touristische Attraktionen mit. Schön hier!

In Brignogan Plage machen wir zusammen mit so einigen anderen Gästen Station im Cafe de Port, braten(!) in der Sonne und gucken Leute. Unter anderem sehen wir auch einen Hund, der so aussieht wie Elli in ganz groß. Nett, aber wir hätten es gerne eine Nummer kleiner.

Am Strand herrscht schon eher sommerliches Treiben. Badehose und Kindergekreisch und Sandburgen. Gibt es eigentlich auch das Wort Frühlingsfrische? Nur was das Schild bedeutet, dass Hunde keine laute Musik hören dürfen, verstehen wir nicht. Was soll das...?

Als wir hinter der ersten Landzunge den Leuchtturm sehen, bin ich schon überrascht. So schnell sollen wir wieder zu Hause sein? Es dauert ein bisschen, bis mir dämmert, dass es wohl zwei Leuchttürme in Brignogan Plage gibt... "Unserer" namens Pontusval sieht aber deutlich fotogener aus. Dafür lädt die mit Steinen vollgeschmissene Küstenlinie immer wieder zum Gucken und Fotografieren ein.

Wieder zurück am MoMo wird erst mal gechillt und gegessen, bevor es zum Sonnenuntergang noch mal zurück an den Strand geht. Und hier werden wir wirklich mit einem Naturschauspiel erster Klasse verwöhnt. Die ganze Stimmung, das Meeresrauschen, die Klarheit der Luft und der Farben und zu allem Überfluss dann auch noch ein aufgehender Vollmond neben dem Leuchtturm. Da kann man wahrlich nicht meckern!

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Ganzalleinunterhalter am 12 Apr 2017 13:11:32

Bei den Bildern in Eurem Blog merke ich gerade, wie das Fernweh wieder zuschlägt :cry: Einfach traumhafte Küstenlandschaft :lupe:

weiterhin schöne Erlebnisse !

Momoblog am 12 Apr 2017 13:35:57

Wir sind gerade an deinem Stellplatz in Memeham. Der öffnet leider erst im Juni. Ansonsten aber sicher eine Top Empfehlung!

Momoblog am 12 Apr 2017 13:40:34

Kommando zurück. Der Stellplatz ist geöffnet. Das andere war dann wohl ein echter Campingplatz...

Ganzalleinunterhalter am 12 Apr 2017 14:00:00

Jepp, CP ist rechts davon.
Aus den SP links am Strand geht es zu dem Museumdorf

Momoblog am 13 Apr 2017 23:36:02

Obwohl der Wetterbericht etwas anderes sagt, gibt es erst mal ein sonniges Guten-Morgen. Und auch im Verlauf des Vormittags ist es eher freundlich. Für uns Gelegenheit, weiter zu relaxen und für mich, den Blogeintrag für gestern fertig zu schreiben. Denn unseren schönen Solo-Platz unter dem Baum wollen wir noch für eine weitere Nacht genießen und bleiben einfach hier.

Am späten Mittag brechen wir dann aber doch zu einem Strandspaziergang Richtung Westen nach Meneham auf. Wir sind ja nicht zum Vergnügen hier!
Wir gehen den Sentier Cotier entlang und sind mal wieder beeindruckt davon, wie unterschiedlich die gleiche Landschaft je nach Wasserstand und Licht aussehen kann.

An einem Parkplatz stehen ein paar Womos direkt an den Dünen und in Meneham sehen wir uns den ebenfalls sehr schönen Stellplatz an. Da könnte man dann also auch gut stehen. Gut zu wissen!

Meneham ist ein frei zugängliches Freilichtmuseum mit netten Reetdachhäuschen, Restaurant und Künstlerateliers. Wir gönnen uns erst mal Crêpe bzw. Moules Frites, bevor wir den Rest erkunden.

Insbesondere Elli zieht die Aufmerksamkeit auf sich, denn sie hat eine neue Fortbewegungsart für sich entdeckt: Bäuchlings robbend kriecht sie über den Boden und hinterlässt rätselhafte Spuren – so sind bestimmt auch die Kornkreise entstanden!


Wir sind froh, dass wir zwiebelschalenmäßig gekleidet sind – denn mittlerweile ist die Sonne weg und ein frischer Wind lässt es kühler wirken als das Thermometer uns weis machen will. Gänsehautwetter!

Den Rückweg nehmen wir dann klassisch über den Strand und genießen die Weite, den Ausblick und die wie verrückt über den Sand rasenden Hunde. Auch bei bewölktem Wetter schön!

Am Abend gehe ich dann pflichtschuldigst noch mal gucken, ob jemand im Büro ist, um brav den Platz zu bezahlen. Es sollen ja nur 4,50€/Tag sein. Naja, nicht ganz… Denn in der tatsächlich geöffneten Rezeption sitzt eine Omi mit den 2 Enkelinnen und knüpft mir den vollen Tagessatz von 17,44€ ab. Und da ich ja ehrlich bin, auch gleich noch zweimal…
Im Prospekt, den sie mir strahlend überreicht, steht etwas von “vollem Service”. Nunja, für einen “lost place” ist das schon eine sehr sportliche Preisansage!

Wir denken etwas wehmütig an den tollen Parkplatz in den Dünen, den wir mittags gesehen haben und buchen auch diese Erfahrung unter “Lehrgeld” ab. Immerhin gibt es abends dann noch mal kurz feines Licht. Uns gefällt’s hier!

Momoblog am 13 Apr 2017 23:49:40

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Von Küste zu Küste
Da wir gestern unser letztes Baguette aufgegessen haben machen wir heute ein Alternativprogramm: Erst losfahren, dann in der Boulangerie einkaufen und am nächsten Strand dann gemütlich frühstücken.

Losfahren klappt routiniert, den Bäcker gibts im nächsten Ort Kerlouan und den Strand in Vougot. Auf einem großen Parkplatz steht lediglich ein anderes Womo. Wir gesellen uns dazu und freuen uns anschließend über den Spaziergang am feinen, weißen Sandstrand.

Weiter geht es nach Lilia, wo man einen tollen Ausblick auf den Leuchtturm auf der Île Vierge hat. Und auch wenn das Wetter heute eher so mittel ist lassen sich trotzdem gute Fotos machen. Denn zum einen tritt man sich nicht vor Leuten tot (die Womo-Verbotsschilder lassen hier für den Sommer Schlimmes befürchten) und zum anderen kann man bei diesem sanftem Licht schöne Makroaufnahmen machen. Rost kann auch schön sein!

Nun machen wir einen richtig großen Sprung von satten 30 Kilometern bis zum Aussichtpunkt Trémazan oberhalb von Portsall. Man hat hier einen tollen Rundumblick über die Bucht von Portsall und die Riffe, die damals der Amoco Cadiz zum Veerhängnis wurden. Wir stärken uns mit einem Far Breton mit Pflaumen, der so ein bisschen wie kalter Pfannkuchen schmeckt. Aber lecker. Und während Annette es sich mit den Hunden auf einer Bank bequem macht, erkunde ich den Zöllnerpfad und knipse Blümchen.

Die Route Touristique führt nun weiter unmittelbar an der Küste entlang. In Irland würde man sagen "scenic drive". Zurecht!

Wir steuern auf unser Tagesziel zu. Den Stellplatz in Lampaul-Plouarzel. Über den hatte ich schon so viel Gutes gehört, dass ich in ungern auslassen wollte. Und tatsächlich ist der terrassenförmig angelegte Platz wirklich top gelegen. Blick auf die Bucht mit der Île d'Ouessant in der Ferne und einem ausgesprochen schönen Strand vor der Haustür. Viel besser geht das nicht!

Wir genießen den Nachmittag und nach dem Abendessen gehen wir mal wieder getrennte Wege: Annette mit den Hunden und ich mit dem Stativ. Gelohnt hat sich beides!

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Momoblog am 15 Apr 2017 11:04:03

Kreuz und quer und wieder zurück
Heute sind wir mit bei den letzten, die aufbrechen. Voll im Entspannungsmodus. Was vielleicht auch am grauen Himmel liegt. Das motiviert einen nicht gerade zum frühen Losfahren. Auf der hübschen grünen Bank am Strand schmieden wir unsere Weiterfahrpläne.
Die Gemeinde Plouarzel hat sich wirklich Mühe gegeben, schöne Womo-Stellplätze bereitzustellen. Auch deren zweiter Platz in Ruscumunoc liegt schön umgeben von Hecken in der Nähe des Pointe de Corsen, den wir als nächstes Ziel ansteuern. Durch Zufall landen wir oberhalb einer (mal wieder) traumhaft schönen Bucht, da uns das Navi über einen Weg lotsen will, der bald nur noch fußwegbreit ist. Da der Pointe schon in Sichtweite ist, stellen wir das MoMo ab und beschließen, den Rest einfach zu Fuß zu machen. Gute Entscheidung!

Denn der Weg führt immer schön an den Klippen entlang und so erreichen wir mit schöner Aussicht verwöhnt den westlichsten Punkt Frankreichs. Der ist nämlich hier und nicht am wesentlich bekannteren Pointe du Raz. Nur mit dem Unterschied, dass hier so gut wie nichts los ist. Nette Idee der Franzosen: An diesem Punkt gibt es in jeder Himmelsrichtung die jeweils am weitesten in diese Richtung gelegenen Punkt Frankreichs und Europas.
Als wir auf dem Rückweg noch einen Blick in die Bucht auf den prächtigen Sandstrand werfen, beschließen wir, die steilen Treppen doch noch hinunter zu steigen. Zu verlockend sieht es für Annette zum Relaxen, für die Hunde zum Toben und für mich zum Fotografieren aus.

Und eigentlich kommt auch jeder voll auf seine Kosten. Also so was von! Das Krachererlebnis bleibt jedoch Annette vorbehalten. Denn eine Gruppe von Delfinen(!) zieht an der Bucht vorbei, ein Delfin springt schon mal wie auf einer kitschigen Postkarte in die Luft und... Micha kriegt davon nichts, aber auch gar nichts mit. Denn ich bin so vertieft in meine Langzeitbelichtungen, dass ich nur das Wasser vor mir sehe. Es dauert ein Weilchen, bis ich wirklich glaube, dass ich nicht kräftig verspätet in den April geschickt werde. Aber als ich später dann zumindest in der Ferne eine Delfinfinne sehe, bin ich überzeugt. Naja, man kann nicht alles haben...

Etwas wehmütig verlassen wir diesen schönen Ort, denn es zieht uns weiter. Denn die Landspitze von Kermorvan soll ja auch ganz schön sein. Unterwegs stockt uns kurz der Atem, als wir oberhalb des Plage de Blancs Sablons rauskommen: So ein breiter Strand- boah! Bei der nächsten Parkmöglichkeit für Womos halten wir an und machen auch hier Station. Also, schöne Strände können die in der Bretagne ja!

Ganz anders dann Kermorvan. Hier ist wirklich auch steilere Küste und offensichtlich ein beliebter Spazierweg. So viel Betrieb hatten wir ja noch nie! Also, gemessen an unseren anderen Erfahrungen bisher. Ein fast voller Parkplatz gehörte bisher nie dazu.

Der Leuchtturm von Kermorvan versteckt sich fast bis zum Schluss vor unseren Blicken, lohnt dann aber doch den Weg. Und wie bestellt schippert dann auch noch ein Schiff durch mein Bild. Sehr freundlich!

Man glaubt es kaum, aber uns beiden ist trotz des bedeckten Wetters ganz schön warm und unsere Wangen glühen. Müde sind wir auch. Ein bisschen. Also ist der Plan, jetzt schon, am früheren Nachmittag einen Platz fürs MoMo zu finden und den Tag gechillt ausklingen zu lassen. Unser Weg führt uns daher zum Stellplatz in Plougonvelin. Das sieht auch soweit alles ganz okay aus, aber auf einen Bezahlplatz mit Schranke und hinter einer Hecke stehen haben wir beide keine rechte Lust. Also schmieden wir Plan B: Wir fahren zur tollen Klosterruine-Leuchtturm-Kombi am Pointe Saint-Mathieu und suchen uns dort einen Platz für die Nacht, um dort dann am nächsten Morgen mit der Besichtigung zu starten.

Einen Parkplatz mit Top-Aussicht und Strand haben wir ein paar Kilometer nördlich des Leuchtturms bald darauf auch gefunden. Aber: Straße=laut! Wehmütig denken wir an die friedliche Stille am Pointe de Corsen. Und plötzlich ist ein PLan C entworfen: Abendessen im nahe gelegenen Le Conquet und danach einfach wieder an den Pointe de Corsen zurück. Gebongt!

Vom Städtchen Le Conquet sind wir ganz angetan. Ein nettes französisches Hafenstädtchen. Die erste Crêperie, die Annette uns rausgesucht hatte, ist jedoch für den Abend komplett ausgebucht. Eieiei... sollten die Franzosen etwa alle am Karfreitag essen gehen wollen? Aber wir haben wirklich wieder mal Glück. Nach einem Pastis im Café Le Vieux Logis stehen wir zur Öffnungszeit des Laer-Mor um Punkt 19 Uhr in der Tür und kriegen tatsächlich noch einen Platz. Später sehen wir so einige Leute enttäuscht wieder umkehren, als sie hören, dass der Laden voll ist. Die Crêpes schmecken gottseidank deutlich besser als in Santec. Das und die urige Einrichtung, stilecht mit kaltem Gemäuer und bretonischem Jazz-Folk sorgen für einen schönen Abschluss des Tages. Und als wir nach kurzer Fahrt anschließend wieder einsam und allein an "unserer" Bucht stehen, denken wir wieder mal "Alles richtig gemacht!".

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Momoblog am 16 Apr 2017 16:35:31

Von Turm zu Turm

Unser Stellplatz am Pointe de Corsen ist auch für die Nacht ein Volltreffer. Bis auf die drei Pferde auf der Weide neben uns gibt es niemanden, der sich dafür interessiert, dass wir hier stehen. Und entsprechend lang zögern wir auch den Abschied hinaus. Wir sind uns sicher: Hierhin wollen wir beim nächsten Besuch wiederkommen!
Nach einem äußerst gesunden Einkauf in Plougonvelin (das Ü-Ei ist ein Geschenk des Hauses!) nähern wir uns das zweite Mal dem Pointe de Saint-Mathieu. Diesmal wissen wir als alte Hasen ja schon, dass wir vor dem Leuchtturm links auf den Parkplatz fahren müssen. Auch hier ein Lob an die Franzosen für den großen und kostenlosen Parkplatz. So einfach! Und auch die nun wirklich ungewöhnliche Kombi aus Leuchtturm, Klosterruine und Kriegsdenkmal kostet keinen Eintritt.
Das Wetter wechselt beständig zwischen einem Hauch Sonne und ein paar Tröpfchen Regen hin und her. Uns soll es soweit aber recht sein, denn es hat ja schon was für sich, so eine Attraktion weitestgehend für sich allein zu haben.
Wider Erwarten besonders berührend ist das Kriegsdenkmal mit den ganzen Fotografien in einer Katakombe. Es ist halt etwas anderes, Bilder der Gefallenen zu sehen, als nur eine Liste derer zu lesen, die für das Vaterland gefallen sind. Die Vorstellung, wie viele Männer wie diejenigen auf den Fotografien in den großen Kriegen ohne Sinn und Verstand gestorben sind, ist wirklich herzzerreißend, wenn man das Bild mit der Frau, dem Kind, dem Hund betrachtet.
Nach diesem lohnenswerten Stopp machen wir einen kleinen Hüpfer zum Pointe du Petit Minou. Dieser Leuchtturm an der Meerenge zur Hafeneinfahrt von Brest hört sich für uns nach einem lohnenswerten Ziel an. Und tatsächlich: Schon beim Hinabfahren zum Parkplatz bietet sich ein selten schöner Blick hinüber zur Halbinsel Crozon mit dem Leuchtturm als schönem Vordergrund. Sehr schön!
Nach einem Kaffeeklatsch mit den leckeren Plätzchen vom Supermarkt gehen wir hinunter und haben den Fall von "sieht von Ferne besser als aus der Nähe aus." Aber die Aussicht ist wirklich toll. Fehlt halt auch ein bisschen Wind - für den Fall eines Sturms stehen hier überall Warnschilder. Und man kann sich gut vorstellen, was für ein Spektakel das bei rauhem Meer sein dürfte.

Als nächstes steht ein regelrechter Fahrtag auf dem Programm: Um zum auf der anderen Seite des Wassers liegenden Kerviniou zu gelangen (Luftlinie vielleicht 3km) muss man fast 1 1/2 Stunden fahren. Wobei die Umfahrung von Brest, was uns vergleichsweise riesig vorkommt, dank der sehr guten Umgehungsstraße kein Problem darstellt. Aber so langes Fahren bin ich ja schon gar nicht mehr gewöhnt!Tag der Türme-060-Bearbeitet.jpg
An der Pointe des Espagnols machen wir einen kurzen Abstecher zum Aussichtspunkt, der zwar tatsächlich ein großes Panorama auf Brest und seine Bucht bietet, aber es gibt halt schönere Anblicke als eine Marinehafenstadt... Wieder mal ein ärgerlicher Tipp aus dem Womoführer vom Womoverlag, der strunzt, man könne hier stundenlang stehen und staunen. Wir haben nach 2 Minuten an diesem zudem auch nicht besonders schön angelegten Platz genug gestanden und mäßig gestaunt.

Macht aber nix, denn unser Stellplatz für die Nacht an den Klippen von Kerviniou ist wieder mal ein Top-Deluxe-Einsamkeitsplatz wie wir ihn lieben. Auf einem hubbeligen Parkplatz völlig alleine und mit Ausblick auf Bucht und den nun gegenüber liegenden Pointe du Petit Minou.

Abends glüht dann noch einmal ein schmaler Sonnenuntergangsstreifen am Himmel und wir reisen in Gedanken noch mal zurück zum Megasonnenuntergang in Brignogan Plage.

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Momoblog am 23 Apr 2017 10:54:00

Wegen Internetmangels hier die restlichen Einträge im Schnelldurchgang. Das ganze mit Bildern gibt es wie immer in unserem Womo-Blog: --> Link

Ostern in Camaret
Heute bewegen wir das MoMo nur wenige Kilometer weiter. Zum Stromtanken muss mal wieder ein Campingplatz her und da scheint der Camping Municipal uns attraktiver als der Womo-Stellplatz.

Zumindest ist es hier deutlich leerer... Was sich auch mal wieder in der französischen Nonchalance zeigt, für eingeschränkte Services den vollen Preis zu nehmen. Hier ist es das Sanitärgebäude, bei dem man der Einfachheit halber die Herrenwaschräume geschlossen lässt und alle in die Damentoilette/-dusche schickt. Einer bei meinem Anblick dann doch verwunderten Frau werfe ich ein fragendes "Toilette unisex?" zu, was sie mit einem amüsierten "Bienvenue!" kontert. Geht doch!

Wie es sich für einen Ostersonntag gehört, schmeissen wir uns in Schale und erkunden den Ort. Also, vielmehr die Promenade am Hafen, wo sich ein Restaurant an die nächste Crêperie an die nächste Bar reiht. Und eine Boulangerie finden wir auch noch, wo wir so gerade noch das letzte Brioche für unser Kaffetrinken kriegen können.

In den hinteren Sträßchen und Gässchen gibt es jede Menge Ateliers und Galerien. Sieht alles sehr malerisch und atmosphärisch aus. Wobei man aber auch sehr merkt: Eigentlich liegt der Ort immer noch im Winterschlaf - den Verkehr an der Promenade im Sommer mag ich mir nicht vorstellen!

An einigen Restaurants hängt schon ein Schild "complet!" vor der Speisekarte. Als ich in einem empfohlenen Restaurant für den Abend einen Tisch reservieren möchte, weiß ich auch warum: Das bedeutet nämlich voll, ausgebucht, nix zu machen. Hm. Wir kriegen schließlich noch eine Reservierung für den Abend im Kraken an einem 8er-Tisch.

Den Nachmittag verbringen wir dann mal wieder faulenzenderweise auf dem Campingplatz. Im Hintergrund hört man von Zeit zu Zeit das Gejubel vom nahen Fußballplatz, wenn bei den Jugendspielen mal wieder ein Tor fällt. Ansonsten hat sich die Sonne wieder ein bisschen stärker durchgesetzt, so dass wir teilweise tatsächlich mal wieder im T-Shirt in der Sonne sitzen. Herrlich!

Abends kommt dann, was kommen muss: Wo gehen die ganzen Kids nach ihrem Fußballturnier hin? Natürlich auf den Campingplatz. Und wem gehören die 4 Zelte auf der anderen Seite der Hecke? Genau... Mal gucken, was das für die Nachtruhe bedeutet.

In der Abendsonne geht es noch mal eben zu den Alignements mégalithiques de Lagatjar. Zu deutsch: Hinkelsteine. Auch hier wieder tolle Steinklopse, aber leider nicht so scenic wie in Carnac oder im schwedischen Ales Stenar. Aber immerhin haben die Hunde noch mal ein Ründchen gemacht, denn in den Kraken dürfen sie leider nicht mit.
Wir machen uns also einen schönen Abend zu zweit. Auch mal nett. Mit unserer Reservierung für 19 Uhr sind wir die ersten Gäste und können zugucken wie sich der Laden weiter füllt und auch jede Menge armer Tröpfe, die nicht reserviert haben und wieder weggeschickt werden.

Vom Preis-Leistungsverhältnis ist das ganze schon mal unschlagbar. Ein 3-Gänge-Menü für 16,50€ ist mal ne Ansage. Da machen wir uns mal einen leckeren Abend!

Als wir zum Campingplatz zurück kommen ist das erwartete Ich-kann-aber-lauter-als-du-kreischen schon im Gange. Was also tun? Simpel. Ins MoMo zurückziehen, Musik so laut aufdrehen, dass die Außenwelt verschwindet und Blog schreiben. Geht doch.

Momoblog am 23 Apr 2017 10:57:44

Der Stellplatzwechsel kurz vor Mitternacht hat sich zwar insofern ausgezahlt, dass es danach deutlich ruhiger war, aber gut geschlafen haben ist was anderes. Nach einer Dusche in der Unisex-Toilette bin ich aber trotzdem so erfrischt, dass es für einen Gang zum Bäcker reicht. Wir müssen allerdings feststellen, dass das die mit Abstand schlechtesten Croissaints und Pain au chocolat sind, die wir bisher in Frankreich bekommen haben. Und das ausgerechnet auf der Croissant-Halbinsel!
Wir machen nach dem Frühstück noch eine ausgiebige Hunderunde hinunter zum Plage den Pen Hat und haben jede Menge Spaß mit den wüst und begeistert spielenden Hunden.
Als nächster Stop steht Pointe de Pen Hir auf dem Programm. Allen Reiseführern nach das Highlight auf der Halbinsel. Und tatsächlich ist die Aussicht hier schon reichlich toll. Steil abfallende helle Granitklippen, die auch gerne als Kletterfelsen genutzt werden.
Der einzige Wermutstropfen ist, dass der Wetterbericht uns eindeutig mehr Sonne versprochen hat. Es ist eigentlich durchgängig grau in grau und dazu bläst auch ein durchaus frischer Wind. Natürlich immer noch 100x besser als der Schnee, der wohl heute zuhause tatsächlich zu Ostern gefallen ist.
Wir tun uns schwer mit unseren Plänen für den Tag. Letztendlich entscheiden wir uns zunächst mal für den Schiffsfriedhof in Camaret. Mittlerweile kennen wir uns ja schon gut aus, parken das MoMo am oberen Kreisverkehr und gehen die paar letzten Meter hinunter zum Hafen. Und hier ist heute mal richtig was los. Die Leute spazieren auf dem schmalen Stück zum Tour Vauban als würden sie dafür Geld kriegen.
Ist mir aber relativ egal, denn mein Augenmerk gilt den Schiffswracks, die hier offensichtlich als Hingucker geparkt wurden. Denn es hat schon was, dem Verfall zuzugucken. Rost, abblätternde Farbe, Löcher und nicht zuletzt die freiliegenden Ruder und Schiffsschrauben. Da lacht das Fotografenherz!
Auf unserem Weg Richtung Cap de la Chevre kommen wir am gigantischen Plage de Goulien vorbei. Geradezu unwirklich wirkt dieser riesig breite Strand mit seinen vorgelagerten Klippen, der auf einmal im schönsten Sonnenschein strahlt. Wir biegen kurzentschlossen zum Parkplatz ab und wollen uns diesen Strand genauer angucken. Also, eigentlich nur ich, denn Annette ist der Meinung, dass Elli vom bisherigen Tag schon fertig und erschöpft sei, trägt sie fürsorglich hinunter und sucht sich einen warmen Platz am steinigen Strandrand. Elli hat aber noch nicht mitbekommen, dass sie erschöpft ist und läuft fröhlich auf und ab, rangelt mit Mia und kommt auf jedes Kind, was vorbeikommt, enthusiastisch zugelaufen. Nach diesem Programm macht sie allerdings auch auf mich den Eindruck, dass es jetzt mal genug Action für den Tag war.
Wir lassen daher am Pointe de Dinan die Hunde im Auto und machen uns alleine zur Spitze dieser kleinen Halbinsel auf. Die Besonderheit hier (neben dem fast schon selbstverständlichen grandiosen Meerblick): Es gibt das Chateau de Dinan, einen Felsklumpen am äußersten Ende der Halbinsel, der wirklich mit ein bisschen Fantasie aussieht wie eine Burg aus Game of Thrones.
Leider ist der Parkplatz hier sehr uneben, so dass wir beschließen weiter zu fahren. Und es lohnt sich. Der Weg zum Cap de la Chevre führt uns durch noch einsamere Gegenden der Insel. Uns erinnert die Strecke teilweise an den Weg zum Cap de Barbaria auf Formentera, denn auch das Abendlicht ist ähnlich orangig warm. Unterwegs kommen wir noch an einem Strandparkplatz vorbei, den wir aber erst mal für den kommenden Abend zurückstellen. Auch die kleinen Hausansammlungen, für die das Wort Dorf noch eine Übertreibung wäre, sehen teilweise herzallerliebst aus. Eine tolle Ecke ist das hier!
Auf dem großen Parkplatz am Cap stehen zwar schon einige Womos, aber es ist nicht weiter schwer, einen schönen Platz für uns zu finden.
Kurz vor Sonnenuntergang machen wir uns Richtung Klippen auf. Diesmal gibt es „nur“ einen schönen Sonnenuntergang und kein Himmelsfeuerwerk wie in Brignogan Plages. Und Annette rügt mich zurecht als ich ein bisschen maule, dass ich da besseres gewohnt bin…

Momoblog am 23 Apr 2017 11:08:21

Das schöne Wetter ist da! Bisher hatte es der Wetterbericht immer einen Tag weiter vor sich her geschoben, aber heute konnte er nicht mehr anders: Die Sonne strahlt schon morgens und so bleibt es auch den ganzen Tag. Wundervoll!
Unser Weg entlang des Caps führt über noch nicht blühende Heide und leuchtend gelb strahlenden Ginster. Wenn man den angenehm frischen Wind außer Acht lässt könnte das hier auch eine Mittelmeeraussicht sein. Traumhaft schön, auch wenn hier lange nicht so beeindruckende Klippen wie vielleicht an anderen Aussichtspunkten zu sehen sind.
Unser nächster Stop führt uns zum Vorräte auffüllen nach Crozon. Also: in die Stadt, die der Halbinsel ihren Namen gibt. Der Einfachheit halber in den Lidl, weil der so praktisch an der Straße liegt und einen großen Parkplatz hat. Aber irgendwie ist das dann abtörnend. Zwar gibt es genügend bretonische/französische Spezialitäten im Sortiment, aber es fühlt sich halt trotzdem nach dem bekannten Discounter um die Ecke an. Und den muss ich Urlaub nicht auch noch haben. Da ist die urige, irgendwie improvisiert wirkende Backstube gegenüber mit den bärtigen Hipsterbäckern schon was Anderes. Lange Schlange vor dem Laden, als wir reinkommen fast alles außer regulärem Brot ausverkauft. Scheint zu laufen der Laden! Wir schlagen beim noch warmen Kouign Amann zu und nehmen noch ein Brot mit. Leider kein Croissant mehr da…
Da das Wetter so super ist und die Hunde entspannt im MoMo warten, machen wir noch einen Mini-Stadtrundgang, um zumindest mal Crozonluft geschnuppert zu haben. Und sind angenehm überrascht – wenn man mal davon absieht, dass wir wieder reichlich spät dran sind und alle „normalen“ Geschäfte ihre Mittagspause gerade einläuten.
Aber ein Supermarkt geht ja immer. Und im Leclerc am Marktplatz werden wir mit Sachen fündig, die wir abends auf den Grill schmeißen wollen. Im Lidl gab es da nur wenig Attraktives – an der Fleischtheke hier dafür um so mehr! Und auf der Jagd nach einem Croissant (das kann doch in Frankreich nicht so schwer sein!) gehen wir noch in die Boulangerie nebenan: Wieder nix! Dann müssen wir halt als Ersatz ein Pain au chocolat und 2 Quiches fürs Mittagessen kaufen.
Nun geht es wieder zurück Richtung Cap de la Chevre. Aber nicht ganz, denn auf dem Weg von dort hat Annette an einem Strand mehrere Womos in aussichtsreicher Lage gesichtet. Also auf zum Plage de la Palue. Und wir trauen unseren Augen kaum, als wir dort ankommen: Eine weite Bucht mit tollen Sandstrand, vor einer Womolatte mehrere Parkmöglichkeiten für Womos und das ganze absolut friedlich, da nicht besonders zentral oder groß. Wir kriegen sogar noch den Top-Deluxe-Platz in erster Reihe. Besser wird es in diesem Urlaub nicht mehr werden!
Wir legen also eine Vollbremsung in der Reiseplanung hin, stellen das Womo ab und wollen es bis zur Abreise nach Deutschland auch nicht mehr bewegen. Hier lässt es sich aushalten!
Den Nachmittag verbringen wir dann an diesem gigantisch breiten und endlos langen Strand, den wir quasi für uns alleine haben – lediglich unsere Wusel-Elli sorgt für Action und ist ständig auf der Suche nach neuen Freunden, dreht unermüdlich eine Runde nach der anderen oder buddelt Löcher. Wenn sie nicht mal eben über unsere Decke gespritzt kommt und überall Sand verteilt. Danke, Elli!
Aber ansonsten fühlt sich das alles sehr nach sonnigem Strandurlaub und vor allem sehr richtig an.
Abends schmeißen wir dann tatsächlich noch unseren Grill an, sitzen mit bretonischem Bier und Dauergrinsen in der Abendsonne und lassen uns die Würstchen und leckere Pintades, Spießchen, aus Crozon schmecken.

Momoblog am 23 Apr 2017 11:30:55

Kurz vor Schluss

Nach dem grandiosen Tag gestern steht unser Plan für heute fest: Einfach hierbleiben und das ganze nochmal von vorne. Simpel. Zumindest so lange, bis es beim Frühstück an die Tür klopft. Und vor uns ein ausgesprochen gutaussehender junger Mann mit Locken und Sonnenbrille steht. Und mit einer Polizeiuniform. Und uns informiert, dass Campen hier nicht gestattet sei. Auf Annettes Einwand hin, dass wir hier ja nur stehen würden, deutet er wortlos auf unsere gelben Auffahrkeile. Ups! Ansonsten bleibt er aber sehr entspannt, was uns ja schon mal beruhigt und das Frühstück erst mal in Ruhe beenden lässt. Aber die Überlegung, wie es weitergeht, steht jetzt erst mal im Raum. Wir entscheiden uns für den Weg des geringsten Widerstands: Den Tag erst mal noch genießen und dann nachmittags weiterfahren.
Das Genießen fällt heute auch etwas schwerer, weil es zwar sonnig ist, aber gleichzeitig ein wirklich kalter Nordostwind bläst. Dabei sieht es doch so nach Karibik aus! Und so machen wir uns dann auch dick bejackt an den Strand auf – kein T-Shirt-Wetter heute.
Außer man kennt sich schon ein bisschen aus. Denn am südlichen Ende des Strandes gibt es eine Felsbucht, die in der Sonne liegt und perfekt vor dem Wind schützt. Hier machen wir es uns gemütlich und machen eine ausgedehnte Sonn- und Lesepause. Und danach fällt uns auch der heutige Abschied vom Meer nicht mehr ganz so schwer.
Wir sagen also mit nur mittelschwerem Herzen diesem tollen Stellplatz Auf Wiedersehen und machen uns Richtung Crozon auf, wo es im Touri-Vorort Morgat eine V/E-Station gibt. Denn die haben wir dringend nötig! Dumm nur, wenn der Automat dann meine Kreditkarte auch nach dem x-ten Versuch nicht akzeptieren mag. Toll, wenn der junge Franzose, der gerade die Station wartet, einfach seine Kreditkarte einführt und von mir nicht mal Cash als Ausgleich verlangt. Merci beaucoup!
Jetzt aber auf nach Locronan. Im Reiseführer liest es sich toll: Der urige Ort ohne Autoverkehr im Zentrum, der so authentisch ist, dass dort häufiger Filmszenen gedreht werden, weil man mit wenigen Handgriffen den Eindruck erwecken kann, sich in der Vergangenheit zu befinden. Nichts wie hin!
Auf dem Stellplatz direkt am Ortseingang (löblich!) tun wir uns schwer damit, einen guten Platz zu finden. Wahrscheinlich, weil es zu viele gibt… Der erste ist uns selbst mit Keilen zu schräg. Der zweite Platz erscheint mir deutlich ebener, aber Annette ist sich sicher: Der ist ja mega-schief! Also werden gleich zwei Keile unter die Reifen gelegt. Bevor ich auffahre, checkt Annette mit der Wasserwaage: Mensch, wir stehen ja schon gerade! Ich rolle dann noch einen Zentimeter auf unsere Doppelkeile, damit die Mühe nicht umsonst war…
Das urige Locronan entpuppt sich dann als Kunstgewerbe-Touristen-Outlet-Kulisse. Ja, es stehen wirklich viele alte Häuser herum, aber wirklich außergewöhnliches, besonderes Flair hat das für uns nicht. Da kann unsere Heimat Lennep aber locker mithalten…
Immerhin finde ich im Haus der 199 bretonischen Biere das leckere Philomenn aus dem letzten Bretagneurlaub und kaufe für einen Freudenhauspreis eine Flasche des leckeren Gesöffs.
Nachdem wir die Hunde ins MoMo zurückgebracht haben, geht es für unseren voraussichtlich letzten Abend in der Bretagne noch mal in eine Crêperie. Wir haben uns das „Le Temps Passe“ ausgesucht und werden nicht enttäuscht. Und als wir kurz vor Sonnenuntergang wieder vor die Tür treten, leuchtet der Himmel mal wieder in diesem besonderen bretonischen Licht. Und wirklich nur kurz denken wir daran, wie toll das jetzt wohl an „unserem“ Plage Palue aussehen mag.

Momoblog am 23 Apr 2017 11:47:15

Heimreise mit Umwegen
Letzter Tag in der Bretagne. Wir wollen/müssen heute die Rückreise antreten, damit das Ganze nicht in Arbeit ausartet.
Zunächst aber machen wir nach dem Frühstück noch eine Hundepipirunde und entdecken dabei die wirklich schön-schlichte Chapelle mit den wunderbar im Sonnenlicht leuchtenden Fenstern. Und auf dem Rückweg decken wir uns noch mit weiteren Flaschen des gestern Abend immer noch für äußerst lecker befundenen Philomenn.
Als wir uns dann auf den Weg machen steht das Standardprogramm auf dem Tagesplan: Vorräte im SuperU kaufen und tanken. Aber als wir dann sehen, dass das Navi uns eh an unserer Partnerstadt Quimper vorbeilotst, die wir gedanklich schon wieder auf die nächste Bretagnetour verschoben hatten, sind wir ganz spontan und entscheiden uns um. Statt dem 200km entfernten Rennes wird dann halt Quimper besucht.
Und wir finden, dass das eine gute Wahl war. Zum einen, um das schlechte Gewissen zu beruhigen, weil man jedes Mal die Partnerstadt links liegen gelassen hat. Zum anderen, weil Quimper einen wirklich sehr hübschen Stadtkern hat. Viele alte Gemäuer und nette Lädchen. Und so etwas wie die überdachte Markthalle hätte ich zuhause auch gerne! Besonders schräg finden wir die übertrieben vielen Brücken über die L’Odet. Praktisch alle 10 Meter gibt es eine von den Dingern. Wirkt so ein bisschen, als hätten die Stadtväter damals Papa-ante-Portas-mäßig einen Großeinkauf getätigt…
Jetzt soll es aber wirklich Richtung Osten gehen. Also ab auf die Schnellstraße Richtung Lorient. Da wir die Hunde in Quimper nicht mitgenommen hatten, ist der Plan, am nächsten Rastplatz anzuhalten und ihnen ein bisschen Auslauf zu verschaffen. Nur: Es kommt keiner. Und an der Tanke, die wir in unserer Not ansteuern, ist es auch so ungemütlich, dass man nicht wirklich raus will. Da habe ich die rettende Idee: Nur 10km von hier ist doch der Strand von Guidel Plages, wo wir im Herbst vor 2 Jahren standen. Also kurz das Navi umprogrammiert und abgebogen!
Es ist schon ein etwas anderes Gefühl, wenn man genau weiß, was einen erwartet. Wir steuern „unseren“ Stellplatz am Strand an und nach einer Kaffeepause mit der leckeren Brioche aus Locronan dürfen die Hunde sich ein letztes Mal am Strand austoben. Insbesondere Elli hat das Buddeln zu einer neuen Kunstform weiterentwickelt. Sie wartet brav damit, bis wir uns hingesetzt/-legt haben, um uns dann zielsicher mit dem schwungvoll nach hinten gebuddeltem Sand zu beglücken. So ein kluger Hund!
Wir stellen fest, dass der Strand deutlich windgeschützter ist als der auf Crozon, so dass wir alle schützenden Jackenhüllen fallen lassen, um noch mal Sonne zu tanken. Die Wetteraussichten für Zuhause sehen grausig aus – wir wollen hier nicht weg!
Aber die Vernunft siegt dann doch. Den kurzfristigen Plan, einfach zu bleiben und dann entsprechend längere Etappen für die Rückfahrt in Kauf zu nehmen, verwerfen wir dann doch wieder, steigen ein, winken dem Meer ein letztes Adieu zu und befinden uns alsbald auf der Autobahn Richtung Rennes und Caen.
Als nicht sehr anspruchsvolles Etappenziel haben wir eine France-Passion-Farm ca. 25km südlich vom Mt. Saint Michel auserkoren. Sah auf der Karte noch recht nah an der Autobahn aus, entpuppt sich aber dann doch als ein Trip über die Dörfer. Aber schöne Dörfer! Es wirkt wirklich alles sehr friedlich, urig und irgendwie aus der Zeit gefallen.
Auf dem Hof melden wir uns brav an, was vom Sohn des Hauses aber nur mit einem freundlichen Achselzucken quittiert wird. Er muss sich mehr darum kümmern, den immensen Berner Sennenhund festzuhalten, der uns freundlich begrüßt, aber nur aufgrund seiner enormen Ausmaße auch ein bisschen bedrohlich wirkt. Der muss nur einmal auf Elli draufspringen, dann ist sie platt wie eine Flunder! Entsprechend vorsichtig fällt dann auch die abendliche Hunderunde aus…

uschi-s am 24 Apr 2017 09:13:15

Vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Wir starten in der 2. Maihälfte in die Bretagne, da werde ich mir den einen oder anderen Tag von deinem Bericht mal wieder anschauen.

Momoblog am 24 Apr 2017 21:10:09

Dafür ist das Ganze ja schließlich auch gedacht! :top:

Wir sind seit Samstag wieder im Lande, aber ich könnte sofort wieder losfahren. Ich glaube, nächstes Jahr müssen wir wieder hin - es wird einfach nicht langweilig...

Lieben Gruß,
Michael

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