„Die Gicht bricht grob genug, bey wem sie ankümmt, ein,
Wil zart und höflich doch für sich gehandelt seyn.“
Vom Campingplatz in Orbey aus fuhren wir mit dem Wohnmobil hinauf zum Lac Noir.

Dass sich der zur Energieerzeugung notwendige Eingriff in die Natur in Grenzen halten kann, beweist das elsässische Pumpspeicherkraftwerk, gebildet aus den Seen Lac Noir und Lac Blanc. Es wurde im Jahr 1934 errichtet. Mit preisgünstigem Nachtstrom wird das Wasser in den höher gelegenen Lac Blanc gepumpt und bei Bedarf zur Stromerzeugung in den Lac Noir abgelassen.
Im Hintergrund erkennt man das Elektrizitätswerk am Lac Noir.
Im Moment wird wohl Strom erzeugt.

Der Lac Noir (Schwarze See) liegt in einem Felsenkessel. Die dunkle Farbe des Gletschersees entsteht durch seinen moorigen Grund.

Im Gegensatz dazu der Lac Blanc (Weiße See), der seinen Namen dem quarzhaltigen Sand auf seinem Grund verdankt und den Lac Blanc hell erscheinen lässt.

Auf der Felsspitze, dem „Rocher Hans“, …

… steht eine Muttergottesstatue.

Tja, ein Aufstieg war mir Dank meiner „Behinderung“ nicht möglich. Aber wozu hat man eine Bergziege dabei? Über den steilen, steinigen Weg stieg sie bergan.

Die Felsspitze hat Irmgard nicht erklommen, …


… nein, sie wollte höher hinaus. Vom Aussichtspunkt Belmont brachte sie mir dieses Foto mit, …

… während dessen ich mir am See gemütlich die Beine vertrat.

Wieder vereint treffen wir wenige Kilometer weiter auf die Route des Crêtes bei der Skistation „Lac Blanc“. Die 77 km lange Kammstraße der Hochvogesen von Sainte-Marie-aux-Mines nach Cernay wurde während des ersten Weltkrieges zur Truppen- und Materialbeförderung erbaut. Im Winter gesperrt, bietet die Panoramastraße im Sommer bei gutem Wetter (das gibt es hier nicht so oft, wie wir leider schon mehrfach erfahren durften) herrliche Ausblicke.
Der eiszeitlicher Gletschersee Lac de Longemer:

Vom Hohneck (1.363 m) aus - Irmgard durfte wieder alleine wandern – blickte sie auf den Lac de Schiessrothried, einem ehemaligen Hochmoor.

Leider konnten wir Dank meines Humpelfußes viele weitere Schönheiten entlang der Route des Crêtes, wie die vielen Hochmoore, den botanischen Garten mit den 3.000 Gebirgspflanzen in der Nähe des Col de la Schlucht - den wir vor rd. 30 Jahren schon einmal erwandert hatten – und, und, und, nicht erkunden.
An der Ferme-Auberge de Breitzhousen fanden wir einen Platz für die Nacht.

Während Irmgard noch den Kartelberg bestieg, sorgte ich für Energie fürs Wohnmobil und für mich. So ganz nebenbei genoss ich den Ausblick auf die Almwiesen (Haute-Chaumes) und den Lac de la Lande, einem von vielen künstlich geschaffenen Stauseen in den Vogesen.

In dem Berggasthof mit der Käserei …


… ließen wir uns mit Schinken, Käsefondue und einem leckeren Tröpfchen verwöhnen.

Mit einem letzten Blick ins Tal …

… verabschiedeten wir uns zu Nachtruhe.
Zzz…
Vorbei ist es mit der Nachtruhe, back on the road. Aber nicht, ohne noch ein ordentliches Stück Munster-Géromé und ein Stück Bergkäse zu erstehen und einen Blick auf die Lieferanten zu werfen.


Das Naturschutzzentrum Rothenbach bietet Hinweise auf das gleichnamige Naturschutzgebiet mit ihrer Flora und Fauna.

Neben den Almwiesen gehören auch dir Buchenwälder bis hinunter in das Gletscherkar mit dem Lac de Kruth-Wildenstein.

Nicht nur wir waren auf der Kammstraße unterwegs.

Sie ist auch ein Eldorado für Fahrad- und Motorradfahrer



Und natürlich auch für Wanderfreudige ohne Fußleiden.


Am Grand Ballon hatte ich die nächste Rast, …

… während Irmgard die Höhe erklomm und die Aussicht genießen konnte.


Der Lac du Ballon in Blickrichtung Schwarzwald.

Unsere letzte Station war der Hartmannswillerkopf mit seiner Gedenkstätte.


Hier war auch für mich ein Fußmarsch Pflicht.
Im ersten Weltkrieg bekämpften sich hier Franzosen und Deutsche.




Es gab hier keinen Sieger. Mehrere Male wechselte der Hügel, der nicht umsonst auch „Menschenfresser“ genannt wird, den Besitzer. Dabei starben binnen kurzer Zeit 30.000 Soldaten einen sinnlosen Tod.


Damit verabschiedeten wir uns von der Route des Crêtes. Dieses Mal war es nicht das Wetter, dass und die Panoramastraße etwas verleidet hat, sondern mein Zipperlein. Was rät Friedrich von Logau:
Wer Gicht auffs Alter nicht wil leiden,
Der mag sich jung bald lassen schneiden.
Nein, nein, es war trotz allem wunderschön und vielleicht kommen wir zum Wandern einmal wieder.
Nun ging es für einige Tage auf einem Campingplatz, um auszuspannen. Dort wurden wir auch schon erwartet.
Aber das habe ich ja schon mit Bericht über Eguisheim --> Link beschrieben.
Herzliche Grüße,
Irmgard und Klaus

