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Die Vogesenkammstraße - Route des Cretes


vadda am 26 Feb 2017 13:12:04

Ich beginne so, wie ich in meinem Bericht über unseren Besuch von Kaysersberg --> Link geendet hatte – mit meinem Zipperlein. Was sagt Friedrich von Logau dazu:
„Die Gicht bricht grob genug, bey wem sie ankümmt, ein,
Wil zart und höflich doch für sich gehandelt seyn.“

Vom Campingplatz in Orbey aus fuhren wir mit dem Wohnmobil hinauf zum Lac Noir.


Dass sich der zur Energieerzeugung notwendige Eingriff in die Natur in Grenzen halten kann, beweist das elsässische Pumpspeicherkraftwerk, gebildet aus den Seen Lac Noir und Lac Blanc. Es wurde im Jahr 1934 errichtet. Mit preisgünstigem Nachtstrom wird das Wasser in den höher gelegenen Lac Blanc gepumpt und bei Bedarf zur Stromerzeugung in den Lac Noir abgelassen.

Im Hintergrund erkennt man das Elektrizitätswerk am Lac Noir.


Im Moment wird wohl Strom erzeugt.


Der Lac Noir (Schwarze See) liegt in einem Felsenkessel. Die dunkle Farbe des Gletschersees entsteht durch seinen moorigen Grund.


Im Gegensatz dazu der Lac Blanc (Weiße See), der seinen Namen dem quarzhaltigen Sand auf seinem Grund verdankt und den Lac Blanc hell erscheinen lässt.


Auf der Felsspitze, dem „Rocher Hans“, …


… steht eine Muttergottesstatue.


Tja, ein Aufstieg war mir Dank meiner „Behinderung“ nicht möglich. Aber wozu hat man eine Bergziege dabei? Über den steilen, steinigen Weg stieg sie bergan.


Die Felsspitze hat Irmgard nicht erklommen, …




… nein, sie wollte höher hinaus. Vom Aussichtspunkt Belmont brachte sie mir dieses Foto mit, …


… während dessen ich mir am See gemütlich die Beine vertrat.


Wieder vereint treffen wir wenige Kilometer weiter auf die Route des Crêtes bei der Skistation „Lac Blanc“. Die 77 km lange Kammstraße der Hochvogesen von Sainte-Marie-aux-Mines nach Cernay wurde während des ersten Weltkrieges zur Truppen- und Materialbeförderung erbaut. Im Winter gesperrt, bietet die Panoramastraße im Sommer bei gutem Wetter (das gibt es hier nicht so oft, wie wir leider schon mehrfach erfahren durften) herrliche Ausblicke.
Der eiszeitlicher Gletschersee Lac de Longemer:


Vom Hohneck (1.363 m) aus - Irmgard durfte wieder alleine wandern – blickte sie auf den Lac de Schiessrothried, einem ehemaligen Hochmoor.


Leider konnten wir Dank meines Humpelfußes viele weitere Schönheiten entlang der Route des Crêtes, wie die vielen Hochmoore, den botanischen Garten mit den 3.000 Gebirgspflanzen in der Nähe des Col de la Schlucht - den wir vor rd. 30 Jahren schon einmal erwandert hatten – und, und, und, nicht erkunden.

An der Ferme-Auberge de Breitzhousen fanden wir einen Platz für die Nacht.


Während Irmgard noch den Kartelberg bestieg, sorgte ich für Energie fürs Wohnmobil und für mich. So ganz nebenbei genoss ich den Ausblick auf die Almwiesen (Haute-Chaumes) und den Lac de la Lande, einem von vielen künstlich geschaffenen Stauseen in den Vogesen.


In dem Berggasthof mit der Käserei …




… ließen wir uns mit Schinken, Käsefondue und einem leckeren Tröpfchen verwöhnen.


Mit einem letzten Blick ins Tal …


… verabschiedeten wir uns zu Nachtruhe.

Zzz…

Vorbei ist es mit der Nachtruhe, back on the road. Aber nicht, ohne noch ein ordentliches Stück Munster-Géromé und ein Stück Bergkäse zu erstehen und einen Blick auf die Lieferanten zu werfen.




Das Naturschutzzentrum Rothenbach bietet Hinweise auf das gleichnamige Naturschutzgebiet mit ihrer Flora und Fauna.


Neben den Almwiesen gehören auch dir Buchenwälder bis hinunter in das Gletscherkar mit dem Lac de Kruth-Wildenstein.


Nicht nur wir waren auf der Kammstraße unterwegs.


Sie ist auch ein Eldorado für Fahrad- und Motorradfahrer






Und natürlich auch für Wanderfreudige ohne Fußleiden.




Am Grand Ballon hatte ich die nächste Rast, …


… während Irmgard die Höhe erklomm und die Aussicht genießen konnte.




Der Lac du Ballon in Blickrichtung Schwarzwald.


Unsere letzte Station war der Hartmannswillerkopf mit seiner Gedenkstätte.




Hier war auch für mich ein Fußmarsch Pflicht.
Im ersten Weltkrieg bekämpften sich hier Franzosen und Deutsche.








Es gab hier keinen Sieger. Mehrere Male wechselte der Hügel, der nicht umsonst auch „Menschenfresser“ genannt wird, den Besitzer. Dabei starben binnen kurzer Zeit 30.000 Soldaten einen sinnlosen Tod.




Damit verabschiedeten wir uns von der Route des Crêtes. Dieses Mal war es nicht das Wetter, dass und die Panoramastraße etwas verleidet hat, sondern mein Zipperlein. Was rät Friedrich von Logau:

Wer Gicht auffs Alter nicht wil leiden,
Der mag sich jung bald lassen schneiden.

Nein, nein, es war trotz allem wunderschön und vielleicht kommen wir zum Wandern einmal wieder.
Nun ging es für einige Tage auf einem Campingplatz, um auszuspannen. Dort wurden wir auch schon erwartet.


Aber das habe ich ja schon mit Bericht über Eguisheim --> Link beschrieben.

Herzliche Grüße,
Irmgard und Klaus

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Aretousa am 26 Feb 2017 13:23:26

Und wieder ein richtig schöner Bericht mit herrlichen Bildern von dir Klaus. Wie gut, dass wenigstens deine Berziege Irmgard ausgiebig wandern konnte. Hofentlich gibt es dann auch für dich ein nächstes Mal ohne Schmerzen.

Die Ferme-Auberge Breitzhousen besuchen wir seit Jahren immer wieder und schlafen da in himmlischer Ruhe, wenn endlich alle Motorräder vom Berg runter sind.

Die Blaubeer-Tarte ist neben dem Munster Fondue auch sehr zu empfehlen. :wink:

Danke euch beiden.

uschi-s am 02 Mär 2017 09:34:54

Sehr schöner Bericht und Fotos die rufen, diese Tour auch zu machen. Ich kenne zwar das Elsass ganz gut, aber der Grand Ballon wartet noch...

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mk9 am 02 Mär 2017 12:14:04

Wie bereits die vorherigen Berichte auch diesmal wieder eine Bereicherung von Reiseberichten aus Frankreich, insbs. Elsass.
DANKE für Euren Bericht und

Gruß vom schönen linken Niederrhein
Manfred

bernie8 am 02 Mär 2017 13:45:51

Hallo Klaus,

Danke für den schönen Bericht!
Macht mal wieder Lust auf Elsass.
Habs mir direkt abgespeichert!

PittiC am 02 Mär 2017 13:53:57

Tolle Berichte auch über die anderen Orte im Elsass. :top: :top:

Wir würden auch gerne in diese Ecke, leider sind meine Frankreich Erfahrungen (Nordfrankreich) immer negativ gewesen und meine Französisch kenntnisse beschränken sich auf wenige Worte eines Grundkurses von vor über 40 Jahren. :oops:
Kommt man im Elsass mit Deutsch und English über die runden oder wollen die Einwohner das dort nicht verstehen.

mk9 am 02 Mär 2017 14:48:10

Hallo Peter,

ich glaube, dass Du / Ihr im Elsass weniger Probleme mit der Verständigung ( in deutscher Sprache ) bekommen wirst als in Teilen von Lothringen.
Viele ältere Leute sprechen noch deutsch. So ist es mir zumindest in den 80iger Jahren ergangen. Heutzutage gibt es im Elsass sogar noch Schulen, wo bis zu 5. Klasse auch noch elsässisch gelernt wird. Grund: um die Identität / Historie des Elsass zu bewahren, genau so wie die Bretonen und Korsen dies auch mit Recht pflegen und sich von der Pariser Politik nicht alles nehmen lassen.

Mit jüngeren Leuten wirst Du mit englisch sicherlich besser zurechtkommen. Dennoch würde ich mich nicht darüber große Gedanken machen. Und da Du doch noch Grundkenntnisse hast, sollte das doch nicht davon abhalten mal Urlaub im Elsass oder Lothringen zu machen.

Ich glaube, Du wirst ( hier im Forum ) sicherlich weitere Erkenntnisse sammeln können. Vielleicht werden Dir die Themeneröffner ( Irmgard und Klaus )
diesbezüglich von ihren Erfahrungen etwas sagen können, oder auch andere Forenmitglieder, die häufig das Elsass aufsuchen.

Diese Region hat im Urlaub viel zu bieten.

Gruß
Manfred

RichyG am 02 Mär 2017 19:29:52

Danke für den schönen Bericht und die schönen Bilder!
Bin erst im Jahr 2015 die Route mit dem Motorrad gefahren. Das ist noch besser wie mit dem Wohnmobil :wink:

Avena am 22 Apr 2017 20:01:09

Dieser Bericht war der Anreiz für uns, die Vogesenkammstraße im Mai, bei unserer Kurzvisite im Elsass, auch nicht auszulassen.
Danke schön dafür :)

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