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Bauanleitung für einen LiFeYPO4 Akku mit EV Power Balancern


derwasserburger am 03 Mai 2016 09:40:26

Hallo zusammen,

wie in Beitrag --> Link angekündigt, habe ich für alle Interessierten eine reichlich bebilderte Bauanleitung für den Bau eines 200Ah Akkus und dessen Einbau in einen Carthago Chic e-line erstellt. Ich hoffe, dass sie dem einen oder anderen hilft, den Schritt zum Eigenbau zu gehen.

Hier geht es zum Artikel: --> Link

Schritt für Schritt wird der Weg vom Eintreffen über den Zusammenbau von Kiste und Akku bis hin zum Einbau bebildert dokumentiert. Ich würde mich über feedback freuen, auch und insbesondere um Hinweise zu Unklarheiten, um die Anleitung verständlicher zu machen, wenn es notwendig ist. Lasst uns das bitte hier diskutieren, um allen die Info zukommen zu lassen.

Es geht von der Lieferung in der stabilen Holzkiste

Bild

bis zum kompletten Einbau

Bild

Beste Grüsse
Frank

Anmerkung: Der Artikel war hier gestern schon mal eingestellt und da nun einige nachfragen, warum er denn verschwunden ist, habe ich ihn nochmals eingestellt. Hintergrund: Solche Hinweise auf externe Quellen müssen mit der Hälfte des TEXTES, der extern im Beitrag verlinkt ist, in diesem Forum eingestellt werden (Forumsregel). Auf explizite Nachfrage darf ich darauf verzichten, die über 50 Bilder hier einzustellen, die den Wert des Artikels eigentlich ausmachen. Eine sinnvolle Formatierung gibe es natürlich im verlinkten Beitrag.

Nun, habe ich das hier also gemacht und daher müsst Ihr nun über den recht langen Text scrollen, um zu den Kommentaren der anderen Foristi hier zu kommen. Ich hoffe, Ihr seht mir das nach. Regel ist Regel ;-)


Auszug aus dem Artikel:

Als Wohnmobilist suchen wir wohl alle nach dem bisschen "mehr" Freiheit. Dazu zählt auch, unabhängig, überall und zu jeder Zeit unsere fahrende Mobilie abstellen zu können und dort so lange zu bleiben, wie es uns gefällt. Überall meint für viele, mindestens für uns, auch ungebunden von Infrastruktur, also autark zu sein. Bisher war der Engpass für uns die Stromversorgung, denn die in unserem Mobil verbauten AGM Akkus - oder erst Recht bei anderen noch eingesetzte klassische Blei Akkus - hielten unserem täglichen Strombedarf nicht lange genug Stand. Lithium Ionen Akkus versprechen hingegen die Lösung des Problems, sind mittlerweile ausgereift und ihre Anwendung gut verstanden. Grösster Nachteil sind noch deren Kosten.

Wagt man den Selbstbau, so sind auch die Kosten mittlerweile darstellbar. Rechnet man alle Parameter mit ein, insbesondere die Lebenszeit eines solchen Akkus, wird daraus sogar ein lohnendes Investment. Viele trauen sich aber nicht, selbst Hand anzulegen, obwohl es mittlerweile recht einfach geworden ist. Fertig konfektionierte Bausätze locken, allerdings fehlt oft noch eine einfache Baubeschreibung.

Dieser Beitrag beschreibt den Bau eines LiFeYPo4 Akkus aus einem Bausatz von Nothnagel-Marine und den Einbau in einen Carthago Chic e-line ohne die vorhandene Elektroinstallation anzupassen und dient hoffentlich dazu, dem einen oder anderen zu helfen, seinen Weg in diese neue Energie-Technologie zu finden.

    Wichtige Hinweise
    Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass es lebensgefährlich sein kann, mit Hochstrom Akkus zu arbeiten. Jeder der mit und an diesen Akkus arbeitet, macht dies auf eigene Gefahr!
    Der hier dokumentierte Akku wurde mit grosser Sorgfalt erstellt, ebenso wie dieser Baubericht. Dennoch können Fehler nicht ausgeschlossen werden es wird keinerlei Gewähr für den jeweiligen individuellen Nachbau gegeben!
    Für einen Nachbau, ganz oder teilweise, übernimmt der jeweils Ausführende in jedem Fall selbst die Verantwortung!
    Die Erfahrung zeigt, dass jedes Fahrzeug eine jeweils individuell spezifische Einbausituation besitzt und daher auch andere Anforderungen hierfür stellen kann.
    Diese Anleitung stellt daher einen Ideengeber dar, der helfen soll, Fragestellungen zu beantworten, die sich beim Bau ergeben können.
    Einschlägige Erfahrung im sicheren Umgang mit Elektrizität wird vorausgesetzt und es ist unbedingt angeraten, sich damit vertraut zu machen.
    Die üblichen Vorsichtsmassnahmen bei Arbeiten mit Elekritzität müssen jederzeit erfüllt werden.


Hintergründe zum Bau dieser Art Akkus finden sich vor allem im Deutschen Wohnmobilforum in der Sektion LiFeYPo4 und LifePo4 und spezifisch in den Beiträgen Umrüstung auf LiFeYPo4 und Variante EV-Power mit Sonderprogrammierung. Die zuletzt genannte Quelle bezieht sich speziell auf das in diesem Baubericht verwendete Batteriemanagement-System und wird als gelesen vorausgesetzt! Alle grundlegenden Infomrationen werden dort dargestellt und beschrieben. Ohne diese Kenntnisse wird sich der nachfolgende Artikel bewusst auch nicht vollständig in seinem Inhalt erschliessen lassen!

Weitere Informationen und Bauberichte liefert z.B. mein Akku-Baubericht für meinen Concorde Charisma, für den ein anderes Konzept eines Batteriemanagements umgesetzt wurde. Andere veständliche Literatur in z.B. Büchern ist noch relativ selten zu erhalten. Ich denke, es ist nicht falsch zu sagen, dass die recht lebhafte "Szene" im deutschen Wohnmobilforum die derzeit wohl beste Quelle für diese Akkus anbietet.

Es ist dringend angeraten, sich mit der Materie vertraut zu machen, BEVOR darüber nachgedacht wird, diesen Akku selbst zu bauen. Wer bis hierher durchgehalten hat, der findet in diesem Beitrag eine Menge nützliche Informationen und illustrative Bilder zum schrittweisen Zusammenbau :-) Ich rate dringend dazu, den gesamten Bericht zu lesen, bevor die ersten Schritte ausgeführt werden! Und noch etwas in eigener Sache: Ich bin selbst kein ausgebildeter Elektriker und formuliere vielleicht - nicht auch zuletzt deswegen - wie ein Laie... es soll aber auch eine Anleitung für andere Laien sein. Also nur Mut, ich habe schon delbst mehrere so gebaut und schreibe immer noch... ;-)

Der Bericht bezieht sich auf den Zusammenbau eines speziell zusammengestellten Bausatz der Firma Nothnagel Marine in Berlin. Für Anfänger macht es dieser Bausatz recht einfach. Es ist im Wesentlichen alles vorbereitet. Die Anpassung an die eigene Einbausituation muss allerdings selbst vorgenommen und bedacht werden. Das gilt im Übrigen auch für andere Fahrzeuge desselben Modells, das hier die Grundlage für den Bericht bildete. Es ist durchaus üblich, dass Hersteller von Wohnmobilen Details von Fahrzeug zu Fahrzeug anders lösen... ist eben eben nur eine halbautomatisierte Manufaktur! Hier ist dringend empfohlen, die Einbausituation vorab zu studieren und ein Plan zu erstellen.

Ausgangssituation und Bau-Anleitung
PastedGraphic 5
In diesem Fall ist das Fahrzeug ein Carthago Chic e-line mit etwa 8m Länge und 3 achsigem Fahrgestell. Letzteres ist nicht unwichtig zu erwähnen, weil diese Bauform ein paar spzielle Einschränkungen im Batteriefach mitbringt, die wohl der 3. Achse geschuldet sind.

Platz ist also nicht so viel im Fach, weil es wegen der dritten Achse sehr zerklüftet ist. Wir entscheiden uns nach längerer Diskussion für einen Akku mit 200Ah Leistung. Ein Cell Log von Junsi soll die Spannung von Einzelzellen sowie vom Gesamt-Akku überwachen.

Ein zusätzlicher Batterie-Monitor von Vctron überwacht und historisiert die wesentlicheren Messwerte. Der Platz für den neuen Akku soll gefunden werden, wo zuvor die drei 80Ah Blei-Battierien standen.

Die Skizze dokumentiert Platzverhältnisse und die sich daraus ergebenden Konfiguratioinsmöglichkeiten. Sollte passen, wenn nicht im hintern Teil des gefundenen Stellplatzes noch Rohre und Kabel wären. Das zwingt bei der Planung zum Einbezug der dritten Dimension im hinteren Drittel des neuen Akkus und damit zu Kompromissen in der Höhe.
PastedGraphic 7
Die Bedienteile des BMS müssen von vorne erreichbar sein. Andere bereits verbaute Komponenten (und ggf. neue) sollen an einem Verteiler sauber und gut erreichbar gebündelt werden. Daher benötigen wir die Frontplatte des Akkus als Aufnahme für Elektronik und Kabelführung.

Auch der Batteriemonitor soll seinen Platz im hinteren Abteil finden. Da der gewählte Victron BMV 700 eine Bluetooth Schnittstelle hat, sollen ggf. benötigte Werte im Innenraum per Smartphone empfangen werden.

Ziel ist, die Anschlüsse so zu legen, dass der LiFeYPo4 Akku jederzeit entnommen und ohne weitere Änderungen schnell und unkompliziert z.B. während einer Urlaubsreise durch einen Blei- oder AGM Akku ausgetauscht werden kann (Backup im Fehlerfall). Dazu müssen Plus- und Minuspol nach vorne verlegt werden.
LiFeYPo4 Bau 1
Wer diese Akkus benötigt, muss rechtzeitig bestellen... es kann 6-12 Wochen dauern, bis man die ausgewählten bekommen hat.

Nothnagel verpackt ausgezeichnet. Die Ware kommt in einer stabilen Holzkiste und die Zellen sind durch dicke Polster einfach aber gut und effizient geschützt.

Die Zellen sind mit einem stabilen Paketband verbunden und eine Trageschlaufe wurde aus dem gleichen Material auch erzeugt. Das sollte man so belassen, denn die Bänder helfen beim Bau und beim Transport.
LiFeYPo4 Bau 2
Alles, was man für den Aufbau des Akkus benötigt, ist dabei und ordentlich konfektioniert. Da ist kein Löten oder sonstige Bearbeitung notwendig.

Das Pluskabel ist mit 50qmm ordentlch dimensioniert, allerdings viel zu lang für die vorliegende Einbausituation - dazu später mehr.

Wir wollen aber noch einen Cell-Log von Junsi an die Zellen anschliessen und brauchen daher ohnehin noch zusätzliches Material. Es empfiehlt sich im Generellen folgende Kleinteile immer vorrätig zu haben:

Kabelschuhe (rund, gabel) in unterschiedlichen Grössen (die Pole sind hier für M12 ausgelegt, 400Ah Zellen haben sogar M14 Schrauben). Am besten ist eine sortierte Box von 4-14mm, die man sicher im Online Warenhaus findet.
Aderendhülsen für die kleineren Kabel bis max. 4qmm. Sollte man zusätzliche Kabel mit grösseren Querschnitten brauchen, dann bitte bei einem Profi bestellen, wenn man selbst keiner ist. Dazu braucht es passende Hydraulik Werkzeuge, die man idR. nicht hat. Solche Kabel werden z.B. von Yachtbauern cm-genau konfektioniert (z.B. SVB); für die kleineren Kabel gibt es gute Spezialzangen, die man sich durchaus bei dieser Gelegenheit mal zulegen sollte!
Lüsterklemmen, Schrumpfschlauch, Isolierband, Kabelbinder mit Befestigungstellern usw.
Litze in verschiedenen Dimensionen (KEINE Vollmetall-Leiter wie im Haus, die sind nicht zulässig im Wohnmobil, weil sie leicht brechen können!!!)
ev power 35d2
Die Teile in der Tüte sind hier übersichtlich zusammengefasst.

Der Philippi Schalter mit Sonderprogrammierung (bitte nicht irgendwo anders besorgen, sonst funktioniert die Sicherheitsschaltung im Extrem-Fall nicht richtig!!)
Pluspol mit Sicherung
Polschrauben (können auch einteilg sein wie in diesem Bericht)
EV Power Balancer
Polverbinder
Temperaturschalter
Pluskabel mit Sicherung für die Schutzschaltung
Minuskabel für die Schutzschaltung
Anti-Oxidationspaste
Kabelschutzrohr
LiFeYPo4 Bau 3
Wer kann und die richtigen Gerätschaften hat, der sollte versuchen, die Zellen vor dem Zusammenbau zu initiatlisieren. Manche Shops bieten das auch als Service an.

Es ist aber kein Muss, denn schliesslich regeln das die Balancer über die Zeit selbst.

Wer es machen will, bastelt sich ein paar Kabel mit passend dimensionierten Ring-Kabelschuhen, in diesem Fall sind das welche mit 12mm Durchmesser.

Die Zellen müssen parallel (!!) geschaltet werden, d.h. alle Minuspole werden miteinander verbunden und alle Pluspole. Unbedingt aufpassen, das man nicht irgendwo etwas verwechselt...! Aber wer nicht Farbenblind ist, wird das hinbekommen.

Man erhält also einen Akku mit der Maximalspannung von 4V und 800 Ah Kapazität... brauchen wir natürlich nachher nicht mehr aber auf diese Weise werden alle Zellen gleich geladen ohne Balancer.

An einer äusseren Zelle wird das für diese Übung PASSENDE Ladegerät angeschlossen.
LiFeYPo4 Bau 4
Am besten verwendet man ein Labor-Ladegerät, dass sich im gewünschten Bereich einstellen lässt. Wir wollen alle Zellen auf 3.9V aufladen.

Mein Ladegerät leistet maximal 5A und die Spannung lässt sich entsprechend einstellen. Rechts sieht man die eingestellten 3.9V. Der Strom verändert sich je nach Ladezustand und nimmt mit der Zeit ab, bis er ganz versiegt. Nun sind die Zellen voll.

ACHTUNG: Es darf nie mit mehr als 4V geladen werden. Das muss sichergestellt sein! Die Spannung kann während des Ladens leicht schwanken, daher habe ich etwas Reserve vorgesehen. 3.8V als Ziel reicht auch aus.

Die 200Ah Zellen waren in ein paar Stunden gleichmässig geladen.

Nacheinander einzeln laden geht gar nicht und führt zu grösseren Unterschieden als geliefert und dann lässt man lieber die Spannung wie von Nothnagel initiiert. Sie lagen mit maximal 0.1V ohnehin nicht weit auseinander und man hätte sich das Initialisieren sparen können.
LiFeYPo4 Bau 6 9
Es lohnt übrigens auch das Ladegerät vor dem Laden nochmal mit dem Messgerät zu kontrollieren... Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Nach dem Laden flugs gemessen...

Jede einzelne Zelle weist die gleiche Spannung auf und der vielleicht noch vorhandene Unterschied ist zu vernachlässigen.
LiFeYPo4 Bau 10
So, die Zellen sind vorbereitet, es geht an die "Kiste".

Wer kann, baut sie aus Metall. Muss man aber nicht, denn man kann sie auch aus Holz anfertigen. Nimmt man wie empfohlen Siebdruckplatten, dann ist auch eine im Notfall ausreichende Feuerhemmung gegeben. Dies auch deswegen, weil die LiFeYPo4 Zellen beim potentiellen Durchgehen auch nicht so heiss werden und nach bisherigen Erkenntnissen auch nicht brennen können.

Für die Einbausituation im Carthago brauche ich zwei unterschiedlich hohe Stirnseiten (wegen der Rohre hinten, s.o.). Wer kann, macht natürlich beide Seiten gleich hoch. Dabei ist wichtig, dass die Pole um ca. mindestens 40 mm überschritten werden. Dabei wird das Höchstmass vom Gesamtminus vorgegeben, da hierfür einen längere Gewindestange benötigt wird.
LiFeYPo4 Bau 11
Ich möchte die Siebdruckplatten - auch aufgrund der Enge im Zielmobil - auf Vorder und Rückseite beschränken. Die Breite darf hier nicht zu üppig werden. Ich verwende in diesem Fall 18mm dicke Holzplatten, die im Baumarkt exakt zugeschnitten werden. Die Breite messe ich einfach vorab am gelieferten Akkublock an der breitesten Stellen und gebe 2mm Luft. Ja, die Zellen sind nicht exakt gleich...

Von unten schraube ich passend abgelängte 30x30 mm rechtwinklige Alu-Profile an (3mm stark). Dafür werden 5 Löcher wie im Bild sichtbar exzentrisch erzeugt. Ich nutze 4x30mm rostreie Spax-Schrauben zum befestigen. Die 30er Aluprofile sind knapp reichen aber aus. Wer sich mit mehr wohler fühlt, nimt 50x50 mm.
LiFeYPo4 Bau 13
Die so vorbereiteten Holzplatten stelle ich mit dem Aluwinkel nach innen unter den Akku, jeweils für die vordere und hintere Stirnseite. Die Holzplatte wird "auf Tuchfühlung" gegen den Akku geschoben.

Man wird feststellen, dass die Platte oben am Akku mit leichtem Druck durch eine leichte Hebelwirkung automatisch angedrückt wird. Das ist gut so und wir machen uns das zu Nutze...
LiFeYPo4 Bau 12
... von oben schiebe ich 0.5 mm Abstandsplatten rein. In meinem Fall sind sie aus Messing aus der Bastelkiste. Zu empfehlen ist freilich eher etwas aus nicht leitendem Material, z.B. Polystirol.

Auf diese Weise lässt die Kiste ein kleines bisschen Luft für den Fall, dass man irgendwann mal gezwungen wäre, den Akku aus der Kiste holen zu müssen. Man kann freilich auch alles wieder in Einzelteile zerlegen in einem solchen Fall.

Nach der Fertigstellung der Kiste sollen diese Abstandshalter wieder entfernt werden, also lang genug wählen, dass sie nicht nach unten durchrutschen können!
LiFeYPo4 Bau 15
Die Seitenwangen werden aus 50 mm breiten Flach-Aluprofilen erzeugt (3 mm stark).

Das Mass kann einfach und genau durch Anlegen gegen die Stirnseiten erfolgen, denn die werden durch das Gewicht des Akkus in Position gehalten. Nach dem Ablängen noch Löcher so anbringen, dass die Schrauben in die Siebdruckplatte gehen.

Ein Spannwerkzeug entspannt das Arbeiten, in dem das Aluprofil an Ort und Stelle gehalten wird. Auf die Pole achten!! Die ungewollte Verbindung von Plus und Minus würden einen erheblichen Kurzschluss erzeugen. So wie hier in der Mitte kann nichts passieren. Ausserdem ist meine Spannzange aus Kunststoff (gibt's im gleichfarbigen Baumarkt)! Bitte so und nicht anders!
LiFeYPo4 Bau 16
Das untere Flach-Profil wird auf die gleiche Weise erzeugt.

Um es beim Befestigen nicht halten zu müssen, lege ich ein Brett drunter.

Hier muss man etwas aufpassen... die untere Schraube des Seiten-Profils muss an der Schraube vorbei kommen, die von unten das rechtwinklige Profil hält. Das Brett zum Halten muss also einfach nur dick genug sein, damit sich die beiden Schrauben nicht in die Quere kommen.

Die Prozedur wird für beide Seiten asugeführt, wobei es ratsam ist, dabei die noch unfertige Kiste nicht zu bewegen, um eine Herausfallen des schweren Akkus zu vermeiden.

Danach kann man sie aber bereits problemlos anheben. Diese Variante der Kiste hat auch gleichzeitig den Vorteil, dass eine Belüftung nicht extra erzeugt werden muss, denn sie ist baubedingt automatisch erzeugt worden.
LiFeYPo4 Bau 17
Als nächstes muss der Akku daran gehindert werden, nach oben die Kiste zu verlassen.

Auch hier hilft uns uns ein einfaches, rechtwinkliges Aluprofil. Es reicht 20x20 mm oder 15x20 mm wie hier verwendet. Drei kurze 16mm Spax Schrauben sichern das Profil (Pilzkopf wäre natürlich schöner ... )

Abschliessend Bohre ich noch ein 12 mm Loch in die vordere (höhere) Stirnseite, damit Kabel, die für den Cell-Log usw. nach aussen müssen, einen Weg haben. Oben drüber wird es nachher nicht gehen, weil ein weiterer Aluwinkel den Akku nach oben hin zur Decke sichern wird (s.u.). Zur Seite ist kein Platz und eine vernünftige Kabelführung wollen wir auch erreichen.

Damit ist die Kiste um den Akkublock entstanden und bereits fertig gestellt. Es folgt der elektrische Aufbau des Akkus und des Batterie-Managements.

chon beim ersten Blick in die Kiste nach der Lieferung fällt auf, dass die Pole reichlich verschmutzt sind.

Es gilt sie zu reinigen. Angefeuchtetes Nass-Schleifpapier der Körnung 800 hat sich bewährt. Mit einem weichen Tuch trocken reiben und den angelösten Schmutz penibel entfernen.
LiFeYPo4 Bau 19 Das untere Bild zeigt fast fertig gereinigte Pole.
LiFeYPo4 Bau 20 Als Modellbauer habe ich immer die blauben Proxxon Scheiben in der Werkstatt. Damit erhalten die Pole ihre finale Reinigung.
LiFeYPo4 Bau 22
Es lohnt, Schaltungen pragmatscih zu betrachten und quasi als Landkarte zu nutzen. Dafür braucht man die passende und in guter Qualität.

Der Nothagel Bausatz enthält eine sehr knappe Anleitung in Form einer Schaltungszeichnung... sie ist SW und äusserst schwach zu lesen. Das geht besser! Wer die oben genannten Quellen liest, wird die Grundschaltung im Wohnmobilforum in einfacher und gut lesbarer Darstellung finden, farbig und mit realen Symbolen der verwendeten Produkte.

Dummerweise ist der Akku aber in einer anderen Reihenfolge zusammengesetzt worden. Ich brauche also eine gespiegelte Ausführung... Die Spiegelung ist mit Powerpoint schnell erzeugt und ausgedruckt. Am besten legt man sich dann den Schaltplan auf den Akku und macht sich mit der Verlegung der Kabel und dem Aufbau der Bauteile in einer Trockenübung erstmal vertraut.
LiFeYPo4 Bau 23
Die erste Aktion gilt den gerade gesäuberten Polen (nicht ein paar Tage stehen lassen sondern nach dem Reinigen zügig weiter arbeiten!).

Das Anti-Oxidationsmittel wird auf alle 8 Pole gleichmässig verteilt. Es ist genug in der kleinen Tube, auch wenn man anfangs etwas skeptisch sein mag...
LiFeYPo4 Bau 24
Die Zellen werden nun - im Gegensatz zur Initialiserung - seriell verdrahtet, d.h. der Minuspol der einen Zelle wird mit dem Pluspol der folgenden Zelle verbunden (oder erst Plus mit Minus, je nachdem, wie sie von Nothnagel gebündelt wurden). Aber es sind bei jedem Übergang die beiden unterschiedlichen Pole zu verbinden!!

Nothnagel macht das natürlich gut und setzt den Akku passend mit dem Paketband zusammen, so dass man zügig weiter arbeiten kann.

Dabei kann eigentlch nichts passieren. Das machen wir ohne Nachdenken, wenn wir 2 oder 3 Batterien in eine Stabtaschenlampe schieben - da passiert im Prinzip das gleiche.

Das Bild zeigt an einer exemplarischen Verbindung, wie die Bauteile zu verwenden sind. Die Polverbinder werden auf die beiden Pole gelegt und festgeschraubt. Auf dem beteiligten Minuspol wird der Balancer mit angeschraubt.
LiFeYPo4 Bau 25
Ich habe die Unterlegscheiben am Pol mit dem Balancer wie auf dem Bild verwendet:

Der Sprengring liegt zwischen Balancer und Pol und die Unterlegscheibe auf dem Balancer.

Dabei gilt es mit Gefühl fest (!) zu ziehen, damit der Balancer nicht gleich zerquetscht wird. Trotzdem muss die Verbindung fest sein! Ich schraube einfach langsam und vorsichtig bis der Sprengring platt ist und ziehe dann mit etwas mehr Kraft noch fest. Wer einen Drehmomentschlüssel hat, stellt ihn für M12/M14 Pol-Schrauben auf 55-60 Nm ein (5-6Kg). M8 Schrauben sollten in etwa mit der Hälfte der Kraft festgeschraubt werden.

Besser sind Polschrauben, die ein kleineres metrisches Gewinde im Kopf haben. Damit kann man die Schraube mit entsprechen Kraft am Pol festdrehen, ohne den Balancer zu quetschen. Der wird dann etwas feinfühliger mit der kleineren Schraube auf der Polschraube befestigt.

Hatte ich hier leider nicht bekommen.... und ausserdem ist das Loch der EV-Power Strips sogar noch etwas grösser als die M12 Schrauben. Da wäre eine kleinere Schraube ohnehin nicht gegangen. Keine Sorge, die recht dicken Platinen halten eine Menge aus, wenn man nicht mit roher Gewalt arbeitet.
LiFeYPo4 Bau 26
Die Verbindung des Balancers zum Pluspol erfolgt mit dem Kabel des Balancers, an dem ein passender Kabelschuh bereits angequetscht ist.

Im Moment der Verbindung beginnt der Balancer zu leben! Erkennbar an einer grünen LED auf der Platine unter der Epoxid Haube. Ausserdem kann er für eine gewisse Zeit warm werden - handwarm, nicht mehr. Würde er heiss werden, würde ich ihn abbauen und mit dem Lieferanten reden...

Damit ist das Prinzip der Verbindungen erklärt. Es gilt nun, die 4 Zellen mit den drei Zellverbindern und den 4 Balancern zu verbinden.

Eine alternative oder ergänzende Baubeschreibung gibt es mehrfach zitierten Wohnmobilforum, vor allem eingängig für die nun folgende Verkabelung beschrieben und bebildert.
LiFeYPo4 Bau 27
In diesem Beispiel sollte auch noch ein Cell-Log mit verbaut werden, also ein Messgerät, dass die Spannung jeder einzelnen Zelle wie auch des Gesamtakkus ständig messen kann.

Dafür braucht man 5 weitere Kabel, die am besten beim Aufbau des BMS auf dem Akku gleich mit angeschlossen werden. Es werden etwa ein Meter lange Kabel vorbereitet. Sie erhalten einen runden 12mm Kabelschuh an einem Ende und am anderen bleiben sie zunächst isoliert! (die stehen mit ihrem Anschluss unter Spannung und müssen daher geschützt bleiben. Der Vorsichtige nimmt etwas Isolierband zur Hand und wickelt das Ende ein! Andere Mittel wie Wago Klemmem oder Lüsterklemmen wären andere Möglichkeiten, um nach dem Durchziehen durch das strinseitige Loch die Isolation zu sichern.
LiFeYPo4 Bau 28
Jede Zelle wird an ihrem Pluspol mit dem Cell-Log verbunden. Zusätzlich gibt es ein weiteres Kabel am gemeinsamen Minuspol des Akkus, also insgesamt 5 Kabel.

Die müssen nicht so dick sein wie die von mir verwendeten. 0.5qmm Kabel würden im Prinzip schon reichen, da der Strom zum Cell Log extrem gering und die Länge des Kabels kurz ist. Aber ich hatte die Kabel noch in der Werkstatt liegen...
LiFeYPo4 Bau 29
Am Gesamt Pluspol wird der Winkel mit angeschraubt, an dem das Akku Plus herausgeführt wird.

Am äusseren Ende des Winkels ist eine 250A Sicherung angebaut, also sehr nahe und damit optimal zum Akku. Sollte der GAU eintreten, wirft diese Sicherung die Last vom Akku sehr nahe dort schon ab.

Es gilt hier mit den Alu-Profilen auf der Seite aufzupassen. Die Kabel der Balancer dürfen nicht dran stossen, sonst droht ggf. ein Kurzschluss!


Der Rest des Beitrags findet sich unter dem oben angegebenen Link ;-)

lisunenergy am 03 Mai 2016 14:02:46

Das ist eine sehr umfangreiche Berichterstattung! Folgendes würde ich gern dazu sagen :
Die Federinge dürfen nur oberhalb der Balancer mittels U Scheibe sitzen!! Bei den inizialgeladen Packs wird eine Referenzspannung von 3,6 volt pro Zelle angesetzt. In der Ruhephase fallen die Spannungen unterschiedlich ab. Als Winkel zur Befestigung würde ich ein Kunstoffwinkel benutzen. Wichtig sind wie Frank schon schrieb ordentliche hochwertige Kabel. Hier fließt jetzt richtig Strom !!

Gast am 03 Mai 2016 15:02:20

Excellent!

Vielen Dank fürs verlinken.

Liebe Grüße, Alf

eposoft am 03 Mai 2016 22:19:35

Nach dem Studium der ausführlichen und bebilderten Anleitung, weiss ich jetzt, warum ich das nicht machen soll. Aufwändig, teuer und heikel. Da warte ich schön, bis sowas ab Stange fixfertig zu vernünftigem Preis verfügbar ist.

Aber eine echt tolle Leistung diese Anleitung. Hut ab und Gratulation.

Gruss Ernst

rolf51 am 03 Mai 2016 22:33:13

Hallo,
gut beschrieben, so kann sich jeder ein Bild machen und entscheiden ob man es sich zutraut nachzubauen.
Einen dicken Daumen hoch!

partliner am 04 Mai 2016 07:52:06

Moin Wasserburger,

besten Dank für den sehr ausführlichen Baubericht, zu dem bei mir nur noch eine Frage offen bleibt:
Du hast im Bericht explizit darauf hingewiesen, dass die vorhandene Fahrzeugelektrik ab Akku unverändert bleibt. Ist das nachteilig für den neuen gelben? Oder anders gefragt: was würdest Du ändern und aus welchem Grund?

derwasserburger am 04 Mai 2016 08:54:02

Du hast im Bericht explizit darauf hingewiesen, dass die vorhandene Fahrzeugelektrik ab Akku unverändert bleibt. Ist das nachteilig für den neuen gelben? Oder anders gefragt: was würdest Du ändern und aus welchem Grund?


Hallo partliner,

Das ist hier schon sehr ausführlich diskutiert worden... - nein es gibt keine Nachteile! Es gehört gerade zu den Stärken / Vorteilen dieses Konzepts, dass die vorhandene Elektrik bleiben kann wie sie ist. Habe das in meinem Mobil seit 18 Monaten so ohne jegliche Problem im Einsatz.

Vielleicht ein eher extremes Beispiel: Wenn Du vorher ein kleines Ladegerät hättest (z.b. 15A) und Du stellst um von einem 80Ah Gel-Akku auf eine 400Ah LiFePOY4 Akku, dann würde ich über ein neues / weiteres Ladegerät nachdenken, um schneller die Kapazität zu füllen. Das spricht aber eher für eine andere Nutzung des Mobils und ist aus dem Grund überdankenswert, nicht wegen Austausch der Akkutechnik. Schaden würde das 15A LG nämlich auch nicht, es dauert nur recht lange... Wohl zeigt es aber, dass es (Nutzungs-) Situationen geben könnte, die für's Anpassen sprechen könnten. Für solche Situationen hast Du ja das Forum, um hier Ideen zu bekommen.

Was habe ich angepasst in meinem Mobil (andere Balancer Technik als im Baubericht!)? Meinen Mastervolt Combi habe ich so eingestellt, dass er mit konstanter Spannung von 13.8V lädt, wenn er denn mal am Strom hängt. Passiert eigentlich nur im Winter in der Garage und dort lade ich dann 2 mal in der Woche für jeweils 5 Stunden (Zeitschaltuhr). Ich bilde mir ein, das sei besser; Beweise habe ich freilich nicht.

Beste Grüsse,
Frank

p.s. Danke an alle für die netten Kommentare :-)

Acki am 04 Mai 2016 15:23:28

Hallo Frank

Einmal mehr eine perfekte Leistung in Hinsicht auf Bau und Beschrieb!
Wobei er Bericht ohne die Bilder natürlich witzlos ist - aber dies scheint ja ein anderes Thema zu sein ...

Also wer es jetzt noch nicht wagt umzusteigen ... ;D

blacky9999 am 20 Jun 2019 19:30:05

derwasserburger hat geschrieben:Hallo zusammen,

wie in Beitrag --> Link angekündigt, habe ich für alle Interessierten eine reichlich bebilderte Bauanleitung für den Bau eines 200Ah Akkus und dessen Einbau in einen Carthago Chic e-line erstellt. Ich hoffe, dass sie dem einen oder anderen hilft, den Schritt zum Eigenbau zu gehen.

Hier geht es zum Artikel: --> Link


Hallo wasserburger.

Leider funktioniert der Link zu Deiner Bauanleitung nicht. Könntest Du mir mal was schicken als private Nachricht, oder auch gerne hier im Forum.

Grüße.
blacky9999

Knaus17 am 28 Jun 2019 21:00:06

Hallo, nach dem Tod meiner Banner AGM habe ich mich mit Winston beschäftigt und bin auf den Wasserburger gestoßen. Leider funktioniert der Link nicht mehr. Ist es möglich den Link nochmals einzustellen oder mir zukommen zu lassen. Der schriftliche Bericht ist super aber ohne Bilder nicht leicht nachvollziehbar. Karsten

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