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Basierend auf dem Lastenheft, welches wir im Kapitel 1 unseres umfangreichen Einbauberichts beschreiben, hat Thomas sich für eine Solaranlage der Fa. Prevent entschieden. Er möchte hierbei ganz bewusst keine umfangreichen Berechnungen anstellen, welchen Strom er verbraucht, oder welche Einbußen er mit bestimmten Winkeln oder Temperaturen hat. Die Anlage ist idealerweise so dimensioniert, dass sie neben einer sehr großzügigen und groben Bedarfsberechnung einen Leistungspuffer von 100% aufweist. Diese Vorgaben erfüllt die 200 Watt Premium- Anlage der Fa. Prevent, über dessen Einbau wir hier in einer kurzen Zusammenfassung berichten wollen. Die „lange Version“ mit sehr vielen Bildern und genaueren Beschreibungen findet ihr auf --> Link Lieferung, Unboxing und Vorbereitungen zum Einbau Die Lieferung besteht aus 2 Paketen. Ein langes mit zwei zusammengefassten Solarmodulen und ein weiteres dickes Paket mit sämtlichen Zubehör. Wir packen natürlich alles erstmal aus und streichen ab, ob auch wirklich alles dabei ist und kein Teil vom Transport einen Schaden genommen hat. Für den Einbau empfehlen wir übrigens 2 Mann! So lassen sich alle Arbeiten am Wohnmobil einfach besser durchführen. Egal, ob Werkzeug anreichen, Leiter halten, Kabel durchstecken, Module fixieren oder was auch immer. Nachdem wir geprüft haben, dass alle Bestandteile des Paketes vollständig bereitliegen, machen wir uns an den Einbau. Wichtig ist hierbei, dass ihr einen Tag mit gutem Wetter erwischt! Nicht nur trocken sollte es sein, sondern auch warm! Übrigens, noch ein wichtiger Hinweis: Plant eure Arbeiten möglichst so, dass ihr das Wohnmobil im Anschluss an die Montage der Solaranlage ein paar Tage an Ort und Stelle stehen lassen könnt! Dies ist wichtig, damit sich der Klebstoff optimal verteilen und aushärten kann! Mit den Kartons als Schablonen wird auf dem Dach die spätere Position der Solarmodule ausgerichtet. So verhindern wir, dass wir die neuen Solarmodule zerkratzen oder gar beschädigen. Ist die finale Stellung der Module auf dem Dach gefunden, wird mit Bleistift die Position der Halter eingezeichnet. Bevor aber die Module verklebt werden, folgt der Dachdurchbruch für das Kabel. Hierfür bohren wir ein Loch so, dass es im Wohnmobil im Schrank an der gewünschten Stelle auskommt. Durch das Loch führen wir das Kabel durch und lassen es auf dem Dach so lang, dass es später zum einen die Module erreicht, aber auch nicht zu lang ist, dass es unnötig lang auf dem Dach liegt. Idealerweise wird es unter einem der Module eingebaut, da der Dachdurchbruch so zusätzlich geschützt ist. Ist das Kabel durch das Dach gezogen, wird der Dachdurchbruch mit Dichtmittel abgedichtet. Danach wird das Kabel durch die Dachdurchführung geführt und mit dem Solarmodul verbunden. Achtung! Spätestens in dem Moment, wo die Module erstmals an Kabel angeschlossen werden, sollten sie abgedeckt werden! Denn sie produzieren bereits jetzt Strom. Sind die Kabel gelegt, werden die Module auf das Dach montiert. Hierfür werden die Halter mit Dekalin MS-5 verklebt. Vorher werden aber die Halter von unten angeschliffen und auch die Decke von Schmutz befreit. Dem Set liegen ferner Reinigungstuch und Primer bei, die hier zur Anwendung kommen. Ist der Primer getrocknet, wird der Klebstoff mit einer Ausdrückpistole auf die Halter aufgetragen. Die Dicke des Klebers sollte nach dem Auftragen etwa 2-3mm dick sein, damit Temperaturschwankungen optimal ausgeglichen werden. Die Module werden in die verklebten Halter gelegt und dann mit den dem Set beiliegenden Schrauben mit den Haltern verbunden. Hierbei schrauben wir die Schrauben über Kreuz fest, damit die Module nicht beim Einschrauben an der ersten Seite verrutschen. Nachdem alle Schrauben eingedreht sind und wir das Dach ein wenig sauber gemacht und von Kunststoffresten und Bröseln befreit haben, geht es nun an die Verkabelung im Innern und den Anschluss an die Bordelektrik! Achtung! Achtet darauf, dass die Solarmodule in jedem Fall abgedeckt bleiben! Kommt Wind auf, müsst ihr die Pappen ggf. ein wenig beschweren, bevor ihr im Fahrzeug seid und erst zu spät merkt, dass euch gerade die Pappen wegfliegen! ;-) Im Schrank wird das Kabel nun hinter der Verkleidung entlang geführt und am Übergang zur Fahrerkabine hinter den Fender gelegt. Wir führen hinter der Fenderverkleidung weiter bis in den Sitzkatzen der Dinette. Im Sitzkasten wird der Laderegler der Anlage verschraubt. Trennt die Stromverbindung zur Batterie und schließt daraufhin den Regler an die Batterie an. Beachtet hierbei unbedingt die Reihenfolge! So muss ZUERST der Laderegler an die Batterie angeschlossen werden, damit sich der Regler auf die Batteriespannung einstellt. Liefert das Modul gerade mehr Strom und wird zuerst angeschlossen, kocht es nach Anschluss der Batterie mit Pech die Batterie wegen Überspannung! Sind die Kabel der Batterie verbunden, könnt ihr die Kabel der Module anschließen. Auch den Bluetooth- Dongel für die App wird nun verbunden. Die passende App für den Laderegler aus dem Hause Prevent, bzw. Victron gibt es für z.B. für Android- Handys kostenlos (!) im App- Store von Google. Nach dem Download stehen euch sowohl zahlreiche Anzeigen, Historien aber auch Einstellmöglichkeiten für den Regler zur Verfügung. Ein tolles Video, wie die Bedienung der App vorgestellt wird, findet ihr hier auf youtube: [youtube]https://www.youtube.com/watch?v=9MVyMnExzx0[/youtube] Ist alles angeschlossen, kann die Solaranlage in Betrieb gehen! Schließt die Verkabelung der Batterie wieder an und es sollte laufen! Wer möchte, kann übrigens auch ein Trennrelais am Stromausgang des Ladereglers einbinden. Dieser kann dann den Strom aufteilen und erst die Aufbaubatterie und bei vollem Batteriezustand auch die Fahrzeugbatterie laden. Noch in paar Fakten zur hier verbauten Solaranlage: - Einbauzeit ca. 8 Stunden, bei uns auf 2 Tage verteilt - Neben etwas eigenem Werkzeug für die Montage wird nichts extra benötigt! Alle Komponenten liegen dem Set bei. Module, Regler, Dichtmitte, sogar das Reinigungsmittel ist enthalten - Ein erster Test unter Realbedingungen hat ergeben, dass die absichtlich großzügig verbaute Solaranlage auf jeden Fall tagsüber genügend Strom zur Verfügung stellt! Zusammenfassend kann man also sagen, dass der Einbau den gewünschten Effekt gebracht hat! Strom ist idealerweise einfach da, ohne sich Gedanken über die Größe oder Verbräuche machen zu müssen. Zumindest nicht in Detailberechnungen.
--> Link Wir würden uns über Feedback sehr freuen!
Toll, habe deinen Bericht noch nicht gelesen, aber freue mich schon drauf, denn du hast sicher wieder viele Bilder gemacht und es auch für Dummies, wie mich, geschrieben, daher gehe ich gleich los auf deine Seite. :ja:
Gast am 04 Mär 2017 04:05:45
Prima, hab den Bericht eben gelesen. Super geschrieben und sehr informativ. Das Schreiben war sicher ein recht großer Aufwand, aber das Ergebnis ist wie immer topp. Danke dafür !!
Gruß Micha
Anzeige vom Forum
T4Wohnmobil am 04 Mär 2017 10:55:03
LowCostDriver hat geschrieben:Aber auch dafür haben wir eine Lösung gefunden, wir haben einfach einen ausgewiesenen Experten gefragt, was er von der ausgesuchten Solaranlage hält und ob er ein paar gute Ratschläge zur Anlage und zum Einbau beisteuern mag.
Hallo,
Hab gerade den Einbaubericht durchgelesen. Der Solarregler wurde auf einer Holzplatte geschraubt. Nach den Installationshandbuch des Solarreglers ist die Montage auf einer nicht brennbaren Untergrund vorgeschrieben. In den ganzen Einbaubericht steht auch nichts wie das Anschlusskabel zur Batterie abgesichert wurde. Wenn da keine Sicherung eingebaut wurde und das bei der 180 Ah Batterie, kann es im Fehlerfall (Kurzschluss oder Überlast) zu einen Brand im Wohnmobil kommen. Auch im Experten-Bericht finde ich da keinen Hinweis.
Gruss
Erik
LowCostDriver am 04 Mär 2017 12:31:08
Hallo Micha und Michaela, freut mich, wenn euch der Bericht gefällt.
Hallo Erik, Danke für deine Kritik. Zum Untergrund: Finde mal in einem Wohnmobil etwas mit nicht brennbarem Untergrund... :wink: Zweites ist keine 180 Ah Batterie verbaut.
Gruß Björn
Fehnmobil am 04 Mär 2017 13:46:05
Hallo Björn,
Danke für den tollen Bericht. Bin auch gerade dabei meine Elektrik zu erneuern und Dein sehr gut beschriebener Beitrag hat mir bei Solar schon viel weiter geholfen und einige Fragen beantwortet.
So lässt sich die Wartezeit beim Tankreinigen gut verbringen :D
Kannst Du oder Thomas noch was zu der Entscheidung zwischen festen Modulen und Semiflexiblen Modulen sagen?
Das würde mich brennend interessieren, da ich mit meinen Überlegungen eigentlich schon so weit war, durch Deinen Bericht jetzt wieder am Schwanken bin.
Lg Jörg
toli269 am 04 Mär 2017 18:53:11
Hallo
es ist ja meine Anlage, die da beschrieben wird, daher antworte ich mal zu den Hinweisen, die ich unten zitiert habe. Zur Befestigung. Es gibt im ganzen Womo bei mir keine einzige Stelle, die unbrennbar wäre, zudem verfügt der Laderegler über einen Temperaturfühler mit Überhitzungsschutz. Dieser Überhitzungsschutz würde die Anlage stromlos schalten lange bevor die Wärmeentwicklung die Holzplatte entzünden kann. In der Anlage ist eine 20A Sicherung verbaut. Da diese ebenfalls in den Laderegler verbaut ist, ist sie nicht extra erwähnt.
VG
Thomas
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Duc1302 am 04 Mär 2017 22:32:08
Hallo Björn, den Solarregler auf nicht brennbares Material zu montieren, ist ein guter Tipp. Ansonsten kann ich alles ausnahmslos bestätigen, was du unter dem Link beschreibst. Auch ich hab ein vergleichbares "Sorglos-Paket" auf und im Womo. Seitdem interessiert mich das Thema Landstrom nicht mehr. Hab lediglich meine Module (200 Wp) direkt aus Dach geklebt und einen anderen Regler. Sonst aber vergleichbar. Ich hoffe, viele Wohnmobilisten lesen deinen Beitrag. Gruß Alwin
Avena am 05 Mär 2017 13:44:50
Hallo Björn und Thomas,
ein toller und sehr informativer Bericht von Euch. Er hat meinen Entschluss verfestigt, so bald als möglich auch eine Solaranlage ein- bzw. aufzubauen. Eine schöne Saison wünschen wir. :-)
andwein am 05 Mär 2017 14:58:28
LowCostDriver hat geschrieben:...Zum Untergrund: Finde mal in einem Wohnmobil etwas mit nicht brennbarem Untergrund... Gruß Björn
Das mit dem "nicht brennbaren Untergrund" hat seine Berechtigung bei sehr billigen Shunt-Reglern, die bei vollen Batterien ein Teil der Leistung über einen Kühlkörper vernichten. Bei PWS-Reglern kan man diskutieren, da hängt es von der Konstruktion ab. Bei einem MPP-Regler, wie dem der hier im Bericht verbaut wurde, wird bei Batt. voll der Mpp-Arbeitspunkt soweit verschoben bis der nachgeschaltete PWS-Regler keinen Strom mehr bekommt und damit auch keinen "verbrennen" muss. Bitte diese Erklärung nicht kommentieren, sie ist sehr vereinfacht dargestellt!!!!! Gruß Andreas
toli269 am 05 Mär 2017 16:40:21
Jjoerg hat geschrieben: So lässt sich die Wartezeit beim Tankreinigen gut verbringen :D
Kannst Du oder Thomas noch was zu der Entscheidung zwischen festen Modulen und Semiflexiblen Modulen sagen?
g
Hallo Jörg Ich bin natürlich kein Fachmann. Aber ich würde immer starre Panele nehmen. Die flexiblen werden in der Regel direkt aufs Dach geklebt und werden heisser, weil sie nicht unterlüftet sind. Jedoch verringert die hohe Temperatur die Leistung des Panels. Dazu noch ein Punkt. Normalerweise geht eine Solarzelle nie kaputt. Aber was wenn doch?. Eine starre schraube ich vom Halter ab und tausch sie aus. aber die flächig verklebte bekomme ich nicht mehr vom Dach runter.
Viele Grüße Thomas
Duc1302 am 05 Mär 2017 21:21:57
Hallo Thomas,
wie du schon selbst eingestehst, bist du kein Fachmann. Daher solltest vorsichtig mit Aussagen zu Wirkungsgrad und Entfernbarkeit semiflexibler, aufgeklebter Module sein. Die sind, falls entsprechend konstruiert, längst unempfindlich, was Wärmeentwicklung anbelangt und haben einen Wirkungsgrad von > 20%. Und sie sind auch ganz leicht entfernbar, wenn man sie richtig aufgeklebt hat und weiß, wie man sie fachmännisch entfernt.
Gruß Alwin
brainless am 05 Mär 2017 22:14:21
...selbst wenn man das teilflexible Panel nicht entfernen will, wär's kein Problem, das Ersatzpanel einfach darüber zu kleben. Erst so beim 5. oder 6. Ersatzpanel wird das Gewicht eines starren Panels erreicht,
Volker ;-)
webengel am 05 Mär 2017 22:50:47
Duc1302 hat geschrieben:Hallo Thomas,
wie du schon selbst eingestehst, bist du kein Fachmann. Daher solltest vorsichtig mit Aussagen zu Wirkungsgrad und Entfernbarkeit semiflexibler, aufgeklebter Module sein. Die sind, falls entsprechend konstruiert, längst unempfindlich, was Wärmeentwicklung anbelangt....
Gruß Alwin
HAllo Alwin, das ist ja mal nicht ganz richtig, in beiden Modulen sind kristalline Siliziumzellen verschaltet, meist je 36 Stück und je nach Modul meist als 5Zoll Wafer ausgeführt. Dem Wafer (Zelle) ist es jetzt egal ob es nur in einem Laminat liegt oder in einem Laminat mit einer Glasplatte abgedeckt und einem Alurahmen umgeben wurde, der Wirkungsgrad und der Temperaturkoeffizient beim Testflash ändert sich dadurch nicht! Also sind die Module genauso un/empfindlich was Temperaturänderungen angeht. Wenn man jetzt aber seine Anlage ordentlich plant und einen mppt Laderegler nimmt, dann schaltet man die Module einfach in Reihe, hat dann die doppelte Spannung (die vom mppt-Laderegler entsprechend gewandelt wird) zur Ladung zur Verfügung, dadurch hat man immer mind. seine 14,8V zum laden eines 12V Systems zur Verfügung. Das gilt auch für den Fall das es auf dem Dach mal so warm werden sollte das die Spannung eines einzelnen Moduls unter die 15V abfällt!! Was vermutlich aufgrund der schlechteren Entlüftung ein paar Minuten vor dem gerahmten Modul passiert...da man aber die doppelte Spannung hat ist das egal....die 2-3% weniger Leistung machen den Braten auch nicht fett, da man in Summe mehr Leistung zur Akkuladung zur Verfügung hat wie beim PWM Regler!!
gruß
Jjoerg am 05 Mär 2017 22:53:58
Danke Thomas, für Deine Antwort!
Den anderen beiden danke für eure Kommentare aber mich haben Thomas Beweggründe interessiert.
Lg Jörg
geralds am 06 Mär 2017 12:21:18
Hallo,
ich wundere mich immer wieder über die Hinweise, dass man wegen der hohen Temperaturen lieber Reihenschaltungen (Betriebsspannung lieber 36V als 18V) verwenden sollte. Nicht dass ich etwas gegen eine Betriebsspannung von 36V Volt habe, aber wenn dann Module mit 72 Zellen. Bei der Reihenschaltung von 2 Modulen sehe ich die Nachteile einer Verschattung als gravierender als die niedrigere Spannung an. Hier mal ein Praxistest was bereits eine geringe Verschattung ausmacht. --> Link Bei einer Reihenschaltung wird auch das 2. Panel keinen höheren Strom liefern wie das Modul im Schatten.
Eigene Versuche mit Reihen- bzw. Parallelschaltung von Modulen haben ergeben, dass mit abnehmender Beleuchtung zunächst die Reihenschaltung etwas bessere Werte liefert, nimmt die Beleuchtung jedoch noch weiter ab, liefert die Parallelschaltung die besseren Werte.
Mal ein paar Fakten zu warmen Modulen: Die Module haben eine Leistungsreduktion von 4 - 4,5% je 10 Grad Temperaturanstieg. Dies betrifft natürlich sowohl parallel geschaltete Module genauso wie in Reihe geschaltete Module. Module haben meist eine zulässige Betriebstemperatur von 85Grad. D.h. die Hersteller gehen davon aus, dass auch bei hoher Sonneneinstrahlung die Temperatur nicht höher steigt. Victron hat in Versuchen gezeigt, dass ein Modul mit einer Betriebstemperatur von 75Grad noch Nennstrom bringt.
Ich habe mal in einem Beitrag eine Rechnung gemacht, welche Modultemperatur erreicht werden muss, damit eine GEL-Batterie nicht mehr geladen wird. Wiederholung: Aber was macht die Spannung. Bei der Uni Kassel bin ich fündig geworden. Die geben 0,38% Spannungsreduktion pro Grad an. Rechnen wir mal: Eine Solarzelle hat etwa 0,6V (Leerlaufspannung). 38% davon sind 0,0023V. (Ich lag also mit meinen oben genannten 0,0022 V pro Grad schon richtig )
Bei 36 Zellen heißt das 0,083V pro Grad. Bei der Leerlaufspannung (22V bei 36 Zellen) erzeugt das Modul keinen Strom mehr. Geht man davon aus, dass der Regler 1V Spannungsverlust hat, brauche ich also für eine GEL-Batterie (14,4V Ladeschlussspannung) 15,4 V am Reglereingang. 22V-15,4V= 6,6V. 6,6V / 0,083V pro Grad --> ca. 79 Grad Temperaturdifferenz. Da die Werte bei 25 Grad angegeben werden, bedeutet das 25°+79°= ca. 104 Grad. Ab 104 Grad wird also das Modul keinen Strom mehr liefern um eine Gel-Batterie mit 14,4V zu laden. Bei niedrigerer Batteriespannung wird also noch geladen, halt nicht bis zur Ladeschlussspannung.
Man sieht, dass eine Temperatur von über 100Grad erreicht werden muss, damit die Ladeschlussspannung nicht mehr erreicht wird. Da liegt man längst außerhalb der von den Herstellern angegebenen zulässigen Höchsttemperatur.
Zu geklebten Modulen versus Rahmenmodulen. Bei Untersuchungen mit auf dem Dach montieren Modulen (hinterlüftet) und in die Dachhaut integrierten Modulen (nicht hinterlüftet) hat man Leistungsdifferenzen von 5%-7% festgestellt. Dies würde auf eine 10 - 15 Grad höhere Modultemperatur schließen lassen. Dies deckt sich auch hinreichend genau mit Messungen, die ein Kollege hier im Forum bei seinen Untersuchungen gemacht hat. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass diese Leistungsreduktion nur auftritt wenn die Strahlungsintensität so hoch ist, dass diese Temperaturen erzeugt werden. Dann bin ich aber sicher in der Nähe der Maximalleistung der Solaranlage. Da sollten die Differenzen für den Womo-Einsatz keine maßgebliche Rolle mehr spielen.
Meine Empfehlung aus den Erkenntnissen: Entweder Module mit 72 Zellen (36V) oder wenn Module mit 36 Zellen (18V) diese parallel schalten (wegen Verschattung). Natürlich in beiden Fällen mit MPPT Solarreglern. In der Sahara mag man dann ja umstöpseln auf Reihenschaltung. ;D
Gruß Gerald
Duc1302 am 06 Mär 2017 21:52:19
Kompliment für den kompetenten Beitrag. Hab nur den Büttner MPP-Regler, die Module parallel geschaltet, aufgeklebt und bin dennoch wunschlos glücklich. Seit Juni 2014 hing ich nicht mehr am Landstrom. Und wir betreiben zwei TVs, Kaffeevollautomat über 1500 W Wechselrichter und fönen auch.
Gruß Alwin
andwein am 07 Mär 2017 15:08:10
So ganz einig bin ich mit der Betrachtung von "geralds" nicht. Er geht von 0,6V pro Zelle aus, fast alle Unterlagen gehen von 0,5V pro Zelle aus. Aber wir sprechen hier nicht von Labormodellen, sondern von relativ preisgünstig zu fertigenden Modulen. Diese typabhängigkeit gilt für alle Strom/Spannungswerte Ich rechne deshalb bei 36 Zellen mit 18V offene Klemmenspannung (open circuit), also 18Voc. Die Spannung des maximum Arbeitspunktes liegt so ca. um 5-8% tiefer, so ca. 0,9V-1,4V . Damit ergibt sich eine Spannung von ca. 16,6Vmpp. Und nur die Vmpp zählt, bei ihr fließt Strom! Rechnen wir davon 0,0022V pro Grad und Zelle ab heißt das bei 36 Zellen und bei einer Temperaturdifferenz von 40K (Modultemperatur von 75°C verglichen mit der STC-Temperatur von 25°C = 40°K) 0,0022V x 36 Zellen x 40°K = 3,17V 16,6Vmpp - 3,17V = 13,41V am Eingang Laderegler. Geht man davon aus, dass der Regler 0,5V Spannungsverlust im durchgeschalteten Zustand hat (FET-Schalter) bleiben 12,91V am Ausgang des Reglers, reicht das bei weitem nicht für eine Volladung!!!! Die 3,17V weniger bei 75°C sind also genau der Punkt, der entscheidet ob die Batterie mit 16,1V max (16,6Vmpp - 0,5V Durchschaltverlust) noch geladen werden kann mit 12,91V eher weniger geladen wird. In meinen Augen ist egal, wie sich das Panel über 75°C verhält, wichtig ist, dass man mit der Vmpp rechnet, die oft angegebene Spannung bei offenen Anschlüssen ist für die Regelung nur verwirrend. Wichtig ist eine Vmpp über 20V (>40 Zellen) , denn hier wird die Temperaturminderung egalisiert. Erst wenn diese Spannung mindestens erreicht wird kann der MPP-Regler richtig loslegen. Eines ist allerdings immer zu beachten, die Werte von geralds als auch meine sind nicht direkt auf einen Typ von Panel bezogen, es sind Forschungs/Untersuchungswerte, die oft nicht angegeben werden. Fertigungstechnologien gibt es viele unschiedliche, es fängt an bei poly/monokristallin, geht über Dünnfilmodule bis hin zu nackten Zellen ohne Oberflächenschutz, und alle werden nach STD gemessen und bewertet. STD gibt es aber auf dem Womodach leider nicht, deshalb fallen auch alle Aussagen z.T. weit auseinander. Gruß Andreas
PittiC am 07 Mär 2017 15:21:50
Duc1302 hat geschrieben:Kompliment für den kompetenten Beitrag. Hab nur den Büttner MPP-Regler, die Module parallel geschaltet, aufgeklebt und bin dennoch wunschlos glücklich. Seit Juni 2014 hing ich nicht mehr am Landstrom. Und wir betreiben zwei TVs, Kaffeevollautomat über 1500 W Wechselrichter und fönen auch. Gruß Alwin
Welche Leistung Solar und welche Kapazität der/die Akkus?
T4Wohnmobil am 07 Mär 2017 16:45:11
andwein hat geschrieben: der Betrachtung von "geralds" nicht. Er geht von 0,6V pro Zelle aus, fast alle Unterlagen gehen von 0,5V pro Zelle aus. Ich rechne deshalb bei 36 Zellen mit 18V offene Klemmenspannung (open circuit), also 18Voc. Die Spannung des maximum Arbeitspunktes liegt so ca. um 5-8% tiefer, so ca. 0,9V-1,4V .. Gruß Andreas
Da die Fa. prevent anscheinend kein Datenblatt zu den Solarmodulen mitliefert ist jede Berechnung der Modulspannung bei unterschiedlichen Temperaturen nicht aussagekräftig. Bei Lieferanten von Qualitätsmodulen wird ein umfangreiches Datenblatt mitgeliefert. z.B. --> Link bei Technischen Details schauen. Solarmodule ohne Datenblatt würde ich nicht kaufen.
Da kauft man ja die „Katze im Sack“ !!!
Gruss
Erik
andwein am 07 Mär 2017 16:51:51
T4Wohnmobil hat geschrieben:....Da die Fa. prevent anscheinend kein Datenblatt zu den Solarmodulen mitliefert ist jede Berechnung der Modulspannung bei unterschiedlichen Temperaturen nicht aussagekräftig. Solarmodule ohne Datenblatt würde ich nicht kaufen. Da kauft man ja die „Katze im Sack“ !!! Gruss Erik
Sorry, das war aber nicht das Thema auf das ich geantwortet habe und das du zietiert hast. Sowohl geralds als auch ich haben zur Temperaturthematik eines 36-Zellen-Moduls gepostet und nicht zu Modulen einer bestimmten Firma. Wenn du die Module aus dem Einbaubericht meinst: das sind 72 Zellen Module mit mindestens 36Voc und einem Mpp-Regler. Bei dieser Spannung spielt der Temperaturverlust zur Batterieladung AGM keine bedeutende Rolle. Andreas
T4Wohnmobil am 07 Mär 2017 17:33:17
andwein hat geschrieben: Wenn du die Module aus dem Einbaubericht meinst: das sind 72 Zellen Module mit mindestens 36Voc und einem Mpp-Regler. Bei dieser Spannung spielt der Temperaturverlust zur Batterieladung AGM keine bedeutende Rolle. Andreas
Hat jetzt ein Modul von prevent aus den Einbaubericht 36 oder 72 Zellen ?
Gruss
Erik
Gast am 07 Mär 2017 18:54:39
Hallo Erik,
72.
Steht aber auch in dem Bericht.
Du schreibst:
Da die Fa. prevent anscheinend kein Datenblatt zu den Solarmodulen mitliefert ist jede Berechnung der Modulspannung bei unterschiedlichen Temperaturen nicht aussagekräftig. Solarmodule ohne Datenblatt würde ich nicht kaufen
Papier ist geduldig. Was nutzt Dir ein Datenblatt das unter Laborbedingungen für einen Modultypen und nicht für jedes Modul individuell gemessen und erstellt wurde?
Ich wiederhole mich : Papier ist Geduldig.
Gruß, René
T4Wohnmobil am 07 Mär 2017 19:58:45
halsbonbon hat geschrieben:72.
Steht aber auch in dem Bericht.
Papier ist geduldig. Was nutzt Dir ein Datenblatt das unter Laborbedingungen für einen Modultypen und nicht für jedes Modul individuell gemessen und erstellt wurde?
Ich wiederhole mich : Papier ist Geduldig
Auf den Anlageschaltbild von der Ausarbeitung Projekt Transitfrei auf Seite 8 ist als Modulspannung 18 Volt und ein Solarregler der Fa. Büttner eingezeichnet. 18 Volt Modulspannung sind 36 Zellen.
Ich frag mich halt ob jemand ein Auto ohne Datenblatt kaufen würde. Man bracht doch auch Datenblätter um Module unterschiedlicher Hersteller bei der Kaufentscheidung zu vergleichen. Gruss
Erik
elhaki am 07 Mär 2017 21:05:43
Hallo Björn, sehr ausführlicher Bericht. Habe meine Solaranlage nach langer Zeit jetzt auch installiert, Dank solch Berichten mit Fotos, wie von Dir und vielen anderen. :respekt: :daumen2:
toli269 am 07 Mär 2017 21:31:38
T4Wohnmobil hat geschrieben:
Auf den Anlageschaltbild von der Ausarbeitung Projekt Transitfrei auf Seite 8 ist als Modulspannung 18 Volt und ein Solarregler der Fa. Büttner eingezeichnet. 18 Volt Modulspannung sind 36 Zellen.
Erik
Vorsicht! Bei dem im Bericht verlinkten Bericht "Projekt Transitfrei" ist sowohl eine Anmerkung zu unserem speziellen Projekt enthalten, als auch allgemeine Infos des Experten. Die dort im Schaubild dargestellte Anlage ist NICHT die eingebaute Anlage. Diese hat Module mit 72 Zellen und den Victron-MPPT-Laderegler
toli269 am 07 Mär 2017 21:37:16
Duc1302 hat geschrieben: wie du schon selbst eingestehst, bist du kein Fachmann. Daher solltest vorsichtig mit Aussagen zu Wirkungsgrad und Entfernbarkeit semiflexibler, aufgeklebter Module sein.
Hallo Alwin,
in der Frage war meine persönliche Meinung gefragt, die ich auch so gekennzeichnet habe und wie ich zu dieser Meinung gelangt bin. Dabei mag es sein, dass jemand anders auch anders geurteilt hätte. Das darf jeder gern tun.
VG
Duc1302 am 07 Mär 2017 21:52:47
PittiC hat geschrieben:Welche Leistung Solar und welche Kapazität der/die Akkus?
Hallo, 200 Wp Die beiden Akkus haben zusammen 187 Ah Gruß Alwin
Duc1302 am 07 Mär 2017 21:55:07
toli269 hat geschrieben: Hallo Alwin,
in der Frage war meine persönliche Meinung gefragt, die ich auch so gekennzeichnet habe und wie ich zu dieser Meinung gelangt bin. Dabei mag es sein, dass jemand anders auch anders geurteilt hätte. Das darf jeder gern tun.
Damit hast dubselbstverständlich recht. Gruß Alwin
T4Wohnmobil am 07 Mär 2017 22:16:31
toli269 hat geschrieben: Vorsicht! Bei dem im Bericht verlinkten Bericht "Projekt Transitfrei" ist sowohl eine Anmerkung zu unserem speziellen Projekt enthalten, als auch allgemeine Infos des Experten. Die dort im Schaubild dargestellte Anlage ist NICHT die eingebaute Anlage. Diese hat Module mit 72 Zellen und den Victron-MPPT-Laderegler
Also ich finde da solle der Experte auch den Schaltplan zu den Projekt richtig darstellen mit Klemmenbezeichnungen, Sicherungswerten, Drahtquerschnitt u.s.w. wie es halt bei Elektro Plänen üblich ist. Dann kann man auch die Zusammenhänge richtig verstehen.
Gruss
Erik
geralds am 07 Mär 2017 22:48:53
Hallo Andreas,
theoretisch richtige Überlegungen. Ich denke Du hast da was verwechselt. 36 Zellen haben in der Regel ca. 0,6V / Zelle Leerlaufspannung (Voc) 36 Zellen haben in der Regel ca. 0,5V / Zelle am Punkt der max. Leistung (Vmp) da braucht nix mehr abgezogen werden.
Und ich glaube wie haben schon mal diskutiert: Wenn die Ausgangsspannung vom Regler nicht mehr gesenkt werden kann, weil der Regler eine Spannung von Batteriespannung + eigene Spannungsverluste erreicht hat, ist nichts mehr mit regeln. Dann schaltet er nur noch durch. D.h. aber nicht, dass jetzt der Strom abbricht, sondern er wird reduziert. Wir haben hier eine Kennlinie vorliegen, die bei Voc keinen Strom mehr liefert, bei Vmp den max. Strom. Dazwischen liegen bei einem Modul mit 36 Zellen so ca. 36 x 0,1V. Im Beispiel unten 22,32V - 18V = 4,32V. In diesem Bereich kann das Modul noch Strom liefern, halt entsprechend weniger. Das kann man sehr schön sehen wenn am Nachmittag / Abend die Beleuchtung abnimmt. Dabei ist es völlig egal ob die Spannung wegen hoher Temperatur abnimmt oder weil die Sonne untergeht.
Ich habe mal das Datenblatt eines (auch meines) Moduls von solarxxl.com kopiert:
Damit ergibt sich eine Spannung von ca. 16,6Vmpp. Nein wir haben 18V Vmmp
Und nur die Vmpp zählt, bei ihr fließt Strom Nur teilweise richtig. Und nur die Vmpp zählt, bei ihr fließt der maximale Strom Auch bei niedrigen Spannungen fließt Strom, solange nur die oben beschriebene Bedingung (Spannung höher als Batteriespannung + Reglerverluste) gegeben ist.
Rechnen wir davon 0,0022V pro Grad und Zelle ab heißt das bei 36 Zellen und bei einer Temperaturdifferenz von 40K (Modultemperatur von 75°C verglichen mit der STC-Temperatur von 25°C = 40°K) 0,0022V x 36 Zellen x 40°K = 3,17V 16,6Vmpp - 3,17V = 13,41V am Eingang Laderegler.
Es muss 18Vmpp - 3,17V = 14,83V am Eingang Laderegler heißen. Gilt aber auch nur wenn der maximale Strom zum fließen kommt (Imp) Bei einer Durchbruchspannung von 0,5V (Dein Wert) liegen an der Batterie immer noch 14,33V an. Prima - man erreicht die Ladeschlussspannung bei immer noch max. Strom. (Und genau das schreibt auch Victron, bis zu 75Grad kommt der Nennstrom noch zum fließen.)
Wenn Du die Eingangsspannung des Mppt-Reglers bei fast voller Batterie beobachtest, siehst Du das der Strom abnimmt, die Eingangspannung des Reglers steigt. Und genau diese Spannungsreserve hast Du, wenn die Temperatur über 75Grad steigt. Halt mit reduziertem Strom.
Gruß Gerald
toli269 am 08 Mär 2017 10:03:35
Wenn ich mir den Verlauf des Themas so anschaue, dann weiß ich, warum ich ganz bewusst auf die theoretische Rechnerei verzichtet habe und stattdessen mehr auf Einschätzen mit gesundem Menschenverstand gesetzt habe :mrgreen:
andwein am 08 Mär 2017 11:11:37
Hallo "geralds" Kurzer Kommentar von mir. theoretisch richtige Überlegungen. Ich denke Du hast da was verwechselt. 36 Zellen haben in der Regel ca. 0,6V / Zelle Leerlaufspannung (Voc) 36 Zellen haben in der Regel ca. 0,5V / Zelle am Punkt der max. Leistung (Vmp) da braucht nix mehr abgezogen werden. Da hast du vollkommen recht, ein Fehler meinerseits. Nach Absenden habe ich nochmal richtig gegraben und den Fehler selbst gesehen. Fast alle Unterlagen sagen pro Zelle 0,5V, meinen aber 0,5Vmpp. Die meisten Kurven zeigen auch, dass die Spannung Vmpp leicht über 0,5Vmpp, also bei ca. 0,54Vmpp liegt.
Und ich glaube wie haben schon mal diskutiert: Wenn die Ausgangsspannung vom Regler nicht mehr gesenkt werden kann, weil der Regler eine Spannung von Batteriespannung + eigene Spannungsverluste erreicht hat, ist nichts mehr mit regeln. Zu der Spannung, die am Regler verloren geht (Durchschaltspannung) habe ich allerdings nicht mit 1V sondern mit 0,5V gerechnet. Die Unterlagen geben aber darüber nichts her, dazu müsste man die Schaltbilder haben.
Nein wir haben 18V Vmmp Ich habe meine Berechnung korrigiert Die Arbeitspannung liegt 10-15% tiefer, also bei ca. 18Vmpp. Davon müssen wir noch den Reglerverlust von ca. 0,5V abziehen. Wir haben dann ca. 17,5V zur Batterieladeregelung zur Verfügung, das passt auch für eine AMG-Batterie! Jetzt gehen wir von einer Modultemperatur von 75°C aus. Wir haben weiterhin 36 Zellen x 0,6V = 22Voc bzw. 18Vmpp. Pro Grad Celsius, ausgehend von 25°C STD) veringert sich die Spannung pro Zelle um 0,0022V!. Bei 36 Zellen und 40°K Temperaturdifferenz ergibt dies 0,0022V x 36 Z x 40K = 3,17V. Ziehen wir den Temperaturverlust von 3,17V und den Reglerverlust von 0,5V ab, erhalten wir eine Batterieladespannung von maximal 14,3V! Das reicht das bei weitem nicht für eine Volladung einer AGM2-Batterie!!!! Die 3,17V weniger bei 75°C sind also genau der Punkt, der entscheidet ob eine Batterie mit 14,7V Ladeschlussspannung (AGM/Calzium/Bleikristall) noch voll geladen werden kann.
Es muss 18Vmpp - 3,17V = 14,83V am Eingang Laderegler heißen. Ja, richtig! Das finde ich in diesem Forum gut, eine fachliche Diskussion, die einem auch manchen Fehler in der eigenen Darstellung aufzeigt, die man dann korrigieren kann. Danke dafür Gruß Andreas
webengel am 08 Mär 2017 11:30:55
Hallo andreas, hallo geralds. Tolle erklärung! aber ihr habt beide einen Fehler, bzw. diesen kopiert. STC sagt 25°C Zelltemperatur, bis zur angenommen Temperatur von 75°C sind es aber 50K Differenz und nicht wie ihr geschrieben/kopiert habt nur 40K. Also demnach müsste man so rechnen: Wir haben weiterhin 36 Zellen x 0,6V = 22Voc bzw. 18Vmpp. Pro Grad Celsius, ausgehend von 25°C STD) veringert sich die Spannung pro Zelle um 0,0022V!. Bei 36 Zellen und 50K Temperaturdifferenz ergibt dies 0,0022V x 36 Z x 50K = 3,96V. Ziehen wir den Temperaturverlust von 3,96V und den Reglerverlust von 0,5V ab, erhalten wir eine Batterieladespannung von maximal 13,5V! (Habe jetzt den Text von andreas kopiert und nur die Zahlen geändert!!)
Zudem müsste es mWn STC und nicht STD heissen (Nur zum besseren finden für den Fall das man im Netz danach suchen möchte).
Das ist der Grund warum Büttner z.b. Module mit >36 Zellen ohne mppt Laderegler anbietet und ich meist dafür plädiere lieber 2 identische Module in Reihe an einem mppt-Laderegler zu betreiben, dabei bleibt immer eine ausreichend große Spannung um die Batterie zu laden.
grüße
andwein am 08 Mär 2017 11:36:02
Hey, Danke. Man kann den eigenen Senf fünfmal durchlesen/rechnen. Ein Fehler bleibt bestimmt unendeckt Gruß Andreas
geralds am 08 Mär 2017 11:38:17
Hallo,
ich habe mal 2 Abbildungen aus: White-paper-Which-solar-charge-controller-PWM-or-MPPT-DE.pdf der Fa. Victron kopiert.
Es wurde ein 100W Solarpanel mit Vmp von 18V (Voc 21,6V) untersucht. Hier erkennt man, wie die Spannung steigt, wenn die Batterie nicht mehr den vollen Modulstrom aufnehmen kann.
Spannung und Leistung (Ladestrom) bei verschiedenen Batteriespannungen
Man muss immer einen Kompromiss eingehen: - Reihenschaltung von 18V Modulen ist bei hohen (sehr hohen) Temperaturen besser, schlecht bei Verschattung. Ist eine Verschattung von einem Modul vorhanden, sinkt auch der Strom des freien Moduls. - Parallelschaltung gut wenn nur ein Modul von der Verschattung betroffen ist, das freie liefert noch volle Leistung. Schlechter bei sehr hohen Temperaturen. - Module mit höherer Spannung bedeutet fast immer auch höhere Kosten, zumindest dann wenn es die Geometrie nicht zulässt Module für Hausdächer zu verwenden.
Gruß Gerald
geralds am 08 Mär 2017 13:00:51
Hallo Webengel,
ja Du hast natürlich recht mir Deinen 50Grad Differenz. Habe ich einfach kopiert und nicht nachgerechnet. Man muss natürlich 2 Dinge berücksichtigen. Ziehe ich den Spannungsverlust der durch die Temperatur verursacht wird, von den 18 Vmp ab, erhalte ich die Spannung, bis zu der noch der max. Strom fließen kann. Ziehe ich den Spannungsverlust der durch die Temperatur verursacht wird, von den 22 Voc ab, erhalte ich die Spannung, bis zu der noch Strom fließen kann. Also 22V-ca. 4V (Temperaturverlust) - 0,5V Reglerverlust =17,5V. Damit lässt sich bei den 75Grad noch laden. Angenommen ich brauche 15,5V am Reglereingang um eine Batterie auf 14,8V zu laden, dann würde die Batterie mit ca. 50% des Imp geladen werden können. (Im Beispiel 13,5V = Imp, 17,5V = 0A; 15,5 V ist genau die Mitte; Kurve mal linear angenommen. Da die Spannung real aber bei abnehmendem Strom zunächst etwas steiler ist, werden die Verhältnisse sogar noch etwas günstiger)
Resümee: Steigt die Modultemperatur über ca. 75 Grad an, erhalte ich nicht mehr die volle Modulleistung. Aber erst bei über ca. 100 Grad muss ich befürchten nicht mehr die Ladeschlussspannung zu erreichen.
Sinn meiner Ausführungen ist alleine, Lesern die Angst zu nehmen, dass bei heißen Modulen ihre Batterien nicht mehr geladen werden. Sie werden geladen, je nach Temperatur halt mit einem geringeren Strom.
Auf Seite 13 Abb. 17 ist der Temperaturverlauf von Modulen bei 800W/m² Strahlung und verschiedenen Windstärken angegeben. Mag sich jeder selbst ein Bild machen. --> Link
Gruß Gerald
ToniPETER am 08 Mär 2017 13:44:01
Servus!
Wieder sehr interessante Berichte. Danke dafür. Ich habe 4 Module zu je 100W. Wenn ich jetzt 2 in Reihe schalte und diese 2 x 2 dann parallel schalte, wären dann die Probleme gelöst (Beschattung und hoher Temperatur). Oder bin ich mit meiner Laienhafte Meinung voll daneben.
geralds am 08 Mär 2017 14:06:41
Hallo,
ja ist eine gute Alternative.
Gruß Gerald
T4Wohnmobil am 08 Mär 2017 14:18:06
geralds hat geschrieben: Resümee: Steigt die Modultemperatur über ca. 75 Grad an, erhalte ich nicht mehr die volle Modulleistung. Aber erst bei über ca. 100 Grad muss ich befürchten nicht mehr die Ladeschlussspannung zu erreichen.
Gruß Gerald
Hallo Gerald,
Was man noch zu berücksichtigen muß: Auszug aus Anleitung für Victron Solarregler MPPT 100/15:
3.2 PV-Konfiguration Der Regler ist nur dann in Betrieb, wenn die PV-Spannung größer ist als die Batteriespannung (Vbat). ● Die PV-Spannung muss mindestens die Höhe von Vbat + 5 V erreichen damit der Regler den Betrieb aufnimmt. Danach liegt der Mindestwert der PV-Spannung bei Vbat + 1 V.
Gruss
Erik
webengel am 08 Mär 2017 14:28:43
Hallo,
ja, ist eine gute Idee, aber nur wenn man einen mppt Laderegler nutzt, denn ein PWM kann aus der höheren Spannung keinen höheren Ladestrom machen, also diese Spannung nicht nutzen.
Aber mal ne Frage von einem halbwissenden. Die 22V sind doch in dem Fall die kurzschlussspannung, also ein bei angegebener Temperatur Lichtintensität und Stärke erreichbarer Wert. Wenn ich jetzt aber ein solches Modul direkt ohne Verbraucher messe (+/- direkt ans Voltmeter) bekomme ich doch nur den niedrigeren Wert angezeigt....zumindest war es bei dem Modul welches ich letztens so gemessen habe der Fall. Wobei die genannte Spannung ja schon bei recht wenig Licht in den angegeben Bereich geht. Oder habe ich da einen Denkfehler?? Zumindest sehe ich bei meiner HausPV am SolarLog bzw. dem SMA-Tool ebenfalls das die Spannung mit zunehmender Temperatur immer mehr einbricht, entsprechend auch die Einspeisung weniger wird (bei identischem Sonnenstand) Wenn es z.b. im Frühjahr sehr schnelle Wechsel von Sonne und Wolken gibt sieht man recht gut das die Spannung relativ konstant bleibt, kommt jetzt kurz ein Regenschauer dazu sieht man das die Spannung und die Einspeisung danach kurz ansteigen, bevor sie wieder durch die höhere Temperatur abfallen, was oftmals relativ schnell geht. Das genannte Modul erreicht dabei die angegebene Leistung in etwa, ist also nicht defekt.
grüße
PS: erik, ja genau, wobei das bei einem mppt ja kein Problem sein sollte, denn den nimmt man ja nicht um mit einem 18V Modul eine 12V Batterie zu laden, sondern um mit einer wesentlich höheren Spannung mit möglichst wenig Verlust nutzen zu können....also habe ich eher 36V Modulspannung für 12V Batteriespannung....da bleibt immer eine ausreichend höhere Spannung um über den Werten zu liegen. Wobei man die Spannung ja erreicht sobald die Sonne aufgeht, da sind die Zellen aber noch reltiv kalt, haben also Lufttemperatur, die Erwärmung und damit der Spannungsabfall kommen ja erst später dazu.
Gast am 08 Mär 2017 15:18:04
Ich hoffe es ist erlaubt hier eine Zwischenfrage zu stellen. Ich plane meine alte Solaranlage zu ergänzen durch neue Module + eigenem MPPT Regler. Da ich bei starker Sonne weniger Stromprobleme habe geht es mir mehr darum, dass die Anlage auch in der Nebensaison noch einigermaßen Strom liefert. Ich habe mir gedacht, dass 140W Module (44Zellen, 24,2V) im Vergleich zu den gängigen 100W (36Zellen, 18V) Modulen in der Nebensaison mehr Strom liefern, so dass der MPPT Regler damit noch etwas anfangen kann. Oder würden bei diesigem Wetter auch die 44 Zeller sofort bis auf unter 14 Volt einbrechen so dass sie praktisch keinen Strom mehr liefern? Also zur Debatte steht 3x100W oder 2x140W? Die Module die angedacht habe wären diese flexiblen auf Aludach. --> Link
Andreas
webengel am 08 Mär 2017 16:01:17
Hallo,
die Spannung die eine Solarzelle liefern kann ist nahezu nur von der Temperatur abhängig!! Sobald es hell (Tageslicht selbst bei Wolken) wird liegt nahezu die genannte Spannung an, diese wird auch nicht viel höher wenn es noch heller wird. Einzig die Stromausbeute, also der Strom A wird wesentlich mehr.
Vergiss die Module mit der höheren Spannung, das sind Sonderformate die unnötig teuer sind (oft MT/Büttner) zwei normale Module mit 100Wp/18V kosten in Summe unter 200€ das mit 44 Zellen kostet vermutlich um 450€?? Das 44 Zeller hätte nur einen Vorteil, du könntest es noch mit einem PWM Regler zum vollständigen laden von 12V Akkus bei großer Hitze nutzen....Da du aber einen mppt Laderegler hast kannst du direkt 36V Systemspannung von der PV nutzen, also entweder normale "Industriemodule" oder 2x18V Module.
grüße
Gast am 08 Mär 2017 21:53:36
webengel hat geschrieben:Vergiss die Module mit der höheren Spannung, das sind Sonderformate die unnötig teuer sind (oft MT/Büttner) zwei normale Module mit 100Wp/18V kosten in Summe unter 200€ das mit 44 Zellen kostet vermutlich um 450€??
Wandelt der MPPT-Regler nicht die höhere Spannung in niedrigere Spannung mit höherem Strom um? Ansonsten müsste der Regler ja die überschüssige Energie vernichten. Oder steht mir da mein physikalisches Verständnis im Weg? Wo bekomme ich 100W Flex-Module für €100? Die 44er Flexmodule aus der gleichen Serie sind auf je Watt-Nennleistung bezogen sogar günstiger. 2,12€/W vs. 2,50€/W Mit den 44 Zeller könnte ich den Platz besser ausnutzen. Ansonsten bekomme ich dort wo das 1x140W Modul hin passt auch nur 1x100W hin.
Ist das mit den 140Watt Modulen wirklich Quatsch? Ich hätte da gerne mehr Meinungen zu.
Man merkt sicher, ich bin gerade erst dabei die Solartechnik zu verstehen. Bitte helft mir dabei.