Rofalix am 17 Jul 2017 23:48:29

Sonja verarscht uns 16.7.2017

Wir können heute früher wie geplant wegfahren, das ist schon mal nicht schlecht. Punkt 16 starten wir Richtung Sardinien. Bevor wir auf die Autobahn abbiegen, noch schnell auf die Waage, 3640kg. Zuviel, aber mit vollem Dieseltank und der wird ja alle 100km mindestens 10kg leichter…

San Bernardino geht trotz ziemlich Verkehr flüssig, im Gegensatz zum Gotthard, woe sie noch immer 4km Stau haben. Chiasso passieren wir problemlos, Mailand auch. Was will man mehr? Unsere Sonja aus dem Navi zeigt 200km geradeaus an, also Hirn abschalten und Richtung Süden blochen. In Parma überholen wir einen LKW geladen mit Rohmaterial für den Parmaschinken, aber leider meldet der Fotoapparat beim Abdrücken: Keine Speicherkarte! Na ja, ein Foto von den noch lebenden Parmaschinken für der Stadt Parma wäre nur zu schön gewesen…

10 Minuten später wundere ich mich, warum wir nun erst um Mitternacht in Marina di Pisa sein sollen und wo wir jetzt diese Stunde plötzlich verloren haben. Mir schwant Böses! Jetzt hat doch unsere Sonja aus dem Navi einfach unsere Strecke ohne uns was zu sagen,umgeplant, und zwar über Florenz! Sonst meckert sie bei jedem kleinen Scheiss „Bitte umdrehen“ und heute ist sie einfach ruhig und sagt nichts. Wir sind ja nicht blöd und machen 100km mehr wie geplant! Also nächste Ausfahrt raus, und wieder zurück nach Parma, wo wir dieses Mal den Abzweiger nach La Spezia erwischen. Halbe Stunde verloren! Aber wir haben ja Urlaub!

Nach Carrara und bis Pisa nimmt der Verkehr plötzlich zu und zwischen Pisa und Marina di Pisa Kolonnen von entgegenkommenden Autos. Was ist denn hier los? Sie blenden, wir sehen fast nichts, links und rechts parkierte Autos mit Menschen dazwischen, die letzten 10km sind echt kein Schleck mehr. Trotzdem erreichen wir gegen 23 Uhr den von uns anvisierten Stellplatz. Sogar der Capo ist noch hier und will die 8 € Übernachtungsgebühr einziehen. Was denn hier los sei, frage ich ihn und er meint nur lapidar, dass die Italiener nun ihr Weekend fertig haben und nach Hause müssen, um morgen wieder zu arbeiten…

Wir müssen morgen auch weiter nach Livorno, um 10 geht unsere Fähre und ich will um 9 Uhr dort sein, also 8 Uhr Abfahrt für die letzten 22 km durch den Verkehr.

Rofalix am 18 Jul 2017 00:00:26

Sorry, ich bring da keine Bilder rein, obwohl ich Informatiker bin :-(

Rofalix am 18 Jul 2017 00:01:54

Fährüberfahrt Livorno - Olbia 17.7.2017
Wir geniessen einen Tag auf dem Meer und finden einen tollen Übernachtungsplatz.

Um 6:30 Uhr bin ich wach und geniesse die ersten Sonnenstrahlen auf dem Stellplatz. 10 Uhr fährt dann unsere Fähre los und es sind noch knapp 20 km zum Hafen. Da wir frühzeitig dort sein und nicht im Verkehr stecken wollen, fahren wir schon um 7:30 Uhr los Richtung Livorno.

Es geht problemlos und schon kurze Zeit später stehen wir am Hafen Calata Carrara, so wie es auf unserer Buchungsbestätigung angegeben ist. Einfach immer den Wegweisern Olbia nach. Allerdings gucke ich dann etwas ratlos aus der Wäsche, als die Dame hinter dem Schalter ziemlich hässig erklärt, dass wir falsch sind. Unsere Fähre der Linie Grimaldi fahre vom Hafen Darsena Toscana weg. Wo dieser ist, erklärt sie mir dann nicht mehr. Also zum Womo, Sonja vom Navi gefragt und irgendwo 7km entfernt sehe ich den Namen Darsena Toscana. Also los dorthin. Es ist eine ziemliche Chaosrunde, so gut wie nichts mehr angeschrieben, aber immerhin sehen wir von weitem zwei grosse Fähren. Also die Richtung eingeschlagen und plötzlich eine Abzweigung vor uns mit Dorsana Toscana Ouest und Dorsana Toscana Est. Welche jetzt? Schnell entschieden, dass wir Ouest nehmen, da wir die Fähren eher in diese Richtung sahen. Als wir dort sind, sind das normale Frachtschiffe der Grimaldi Linie und ein Zöllner erklärt uns, wir müssen zum Est. Mist, schon wieder falsch. Irgendwie zurück und vor der Schranke drehen, aber zum Glück sehen das die Italiener nicht so eng, und so drehen wir nochmals zwei Runden, bis wir wieder vor der besagten Abzweigung stehen und diesesmal die richtige Ausfahrt nehmen. Jetzt sieht es auch aus wie Fähren und wartende Autos und Womos. Einchecken geht ganz schnell, nur die Bestätigung hinhalten, die Codenummer wird abgetippt und schon werden wir eingewiesen und können auf die Fähre fahren. So schnell und ohne warten ging es noch bei keiner anderen Fährverbindung. Trotz den Ehrenrunden sind wir also schon 90 Minuten vor Abfahrt auf dem Schiff am richtigen Ort.

Also, wenn man den richtigen Hafen erwischt, geht es ganz schnell. Calata Carrara ist für Mobylines und Corsie Ferries, Dorsana Est für Grimaldi Lines.

Die Fährüberfahrt dauert etwa 8 Stunden, man sieht immer irgendwo Land, Korsika, Sardinien, Festland oder andere kleinere Inseln. Von daher ziemlich schön, auch sind viele andere Fähren und Containerschiffe unterwegs. Es wäre gut gewesen, hätten wir einen Feldstecher dabei gehabt, denn sonst ist es ziemlich langweilig in diesen acht Stunden. Es hat zwar einen kleinen Pool, der etwa eine Stunde nach Abfahrt erst gefüllt wird, und den Kindern eine schöne Abwechslung gibt. Badehosen also mitnehmen, denn während der Fahrt darf man nicht mehr zum Fahrzeug.

Jetzt Mitte Juli die Tagesfahrt am Montag war die Fähre keinesfalls voll, so öffneten die drei Shops auf der Fähre erst gar nicht, und auch die Restaurant sind nur kurz offen. Es gibt aber zwei Bars, wo man Getränke, Gelatis und Brötchen bekommt. Die Liegestühle auf dem Sonnendeck sind schnell vergriffen und von einzelnen Leuten für die ganze Fahrt reserviert, also schnell sein.

Es hat im Innern der Fähre aber viele bequeme Sitzgruppen, wenn es da nur nicht so kalt wäre wegen den Klimaanlagen. Will man drinnen sitzen, also einen Pulli mitnehmen. Auf dem Oberdeck hat man dafür schön Platz an der Sonne, sehr wenig Leute, keine Sitzgelegenheit und nur sehr wenig Schatten. Da sind Ideen gefragt, oder wenigstens Badetücher oder sonst was Weiches, wo man draufliegen kann, denn acht Stunden Fahrt kann ganz schön lange sein.
Wir waren im Selbstbedienungsrestaurant wo das Essen na ja, für italienische Verhältnisse eher enttäuschend ist. Da hat es uns auf den englischen Fähren viel besser gemundet. Das à la Carte Restaurant haben wir nicht ausprobiert.

Nach achteinhalb Stunden Fahrt treffen wir in Olbia ein, die Fähre ist schnell auf Italienisch geleert und wir stellen einen Rekord für uns auf: wir sind das zweitletzte Fahrzeug, das von der Fähre kann!

Danach geht es aber schnell, unser Navi will ins Zentrum von Olbia wo es einen ziemliches Verkehrschaos hat, das man schon von weitem sieht. Also einmal ganz um den Kreisel und zuerst für ganz wenige Kilometer Richtung Norden, wo wir dann auf die Schnellstrasse kommen und Olbia so bequem umfahren können. Das ging ja mal richtig gut, auch wenn wir nicht auf unsere Sonja aus dem Navi gehört haben.

Um halb acht sind wir schon auf dem grossen Strandparkplatz von Budoni, wo Wohnmobile ab 20 Uhr nichts mehr zu suchen haben. War wohl nix, also machen wir rechtsumkehrt und fahren die Strasse dem Meer entlang und warten auf ein Schild, dass irgend einen Campingplatz anzeigt. Das erste verpassen wir, ist etwas gar kurzfristig gesehen worden, also fahren wir zum nächsten. So landen wir auf dem kleinen Campingplatz Ermosa in der Nähe von Posada. Und da haben wir eine richtig gute Wahl gemacht. Freundliche Besitzer, kleiner Platz, nicht mal halbvoll und nicht mal 200m bis zum langen, öffentlichen Naturstrand. Absolut zu empfehlen und echt genial.

Da wir übrigens heute nichts mehr kochen wollen, gehen wir gleich noch die Pizzeria testen, bei der es nichts, aber auch gar nichts, auszusetzen gibt.

Rofalix am 18 Jul 2017 00:02:47

Sorry, das mit den Bildern klappt immer noch nicht, die müsst ihr halt auf meiner Website anschauen...

Birdman am 18 Jul 2017 08:25:10

Na dann mal viel Spaß auf Sardinien, Ermosa war vor 4 Wochen unsere letzte Station. Wenn ihr dort noch ein wenig bleibt, auf jeden Fall auch Posada und das Castello besuchen. Kurz vor dem Castello ist auch das Hotel Sa Rocca mit empfehlenswertem Restaurant und tollem Ausblick, gehört angeblich dem Besitzer des Ermosa.
Noch ein Tipp für den Campingplatz: Bei Windstille kommen dort gerne frühmorgens und abends kleine Minifliegen, zur Sicherheit lange Hose anziehen oder mit Insektenmittel einsprühen. Die Viecher beissen, was im ersten Moment kaum spürbar ist, nur minimales Jucken. Allerdings scheint man unterschiedlich darauf zu reagieren, meine Familie hatte nach ein paar Tagen nur ein paar kleinere rote Stellen, ich selber habe nach 4 Wochen dagegen noch ziemliche Hubbel. Bei Wind sind die Biester allerdings weg.

pipo am 18 Jul 2017 09:58:55

Toller Beginn, wunderschön geschrieben, da fahre Ich gerne mit :mrgreen: Die Bilder sind auch toll. Hellblauer Himmel, dunkelblaues Wasser :ja:

pepe20 am 18 Jul 2017 16:48:21

Schöner Bericht, danke!
Vielleicht fallen für uns noch ein paar Tipps ab :-), denn wir fahren euch quasi gerade entgegen.
Allerdings sind wir nach West- und Südküste erst am untersten Zipfel der Ostküste am Capo Carbonara bei Villasimius. Übrigens absolut empfehlenswert!
Also, vielleicht begegnet man sich noch... Ansonsten freuen wir uns auf weitere Berichte!

Rofalix am 18 Jul 2017 20:06:18

Von Posada nach Gala Canone 18.7.2017

Wir fahren an der Ostküste weiter Richtung Süden

Allerdings kommen wir nicht richtig vorwärts, es ist einfach zu schön. Es fing schon morgens an, da mussten wir den naturbelassenen Strand vor dem Campingplatz ausprobieren. Einfach nur herrlich und das Wasser so richtig schön warm nach meinem Geschmack. Ich werde noch eine richtige Wasserratte, was ich auf meine alten Tage nie und nimmer gedacht habe. Trotz Sandstrand ist das Wasser glasklar! Auch muss ich da keine Angst für Haifischen, Seeungeheuern und Quallen haben, es sieht alles nämlich ganz friedlich aus…



Gegen Mittag räumen wir dann zusammen und verlassen unseren Campingplatz Ermosa, aber nicht ohne noch vorher zu Ent- und Versorgen. Man weiss ja nie, was kommt.
Der SS125 folgen wir dem Meer Richtung Süden. Die Strecke ist wunderschön, berghoch und bergrunter und ohne viel Verkehr. Allerdings sehen wir das Meer relativ selten, hat es doch vielfach noch einen Hügelzug zwischen der Strasse und dem Meer. Die Insel ist hier viel bergiger, wie ich mir das vorgestellt habe. Auch etwas schade finden wir, dass es praktisch entlang der Strasse nirgends Haltebuchten gibt, wo man sich die Gegend in Ruhe anschauen kann. Der Zustand der Strasse ist sehr gut nur bei der Passage eines riesigen Marmorsteinbruchs wird es etwas staubig. Aber gewaltig, wie dort die schönsten Steinbrocken aus dem Fels gehauen werden. Aber auch dort finden wir keinen Platz um anzuhalten, ohne dass wir von einem riesigen Trax aufgeladen werden…
Entlang der Strecke gibt es viele Hinweise zu Agriturismo, die einen Wohnmobilstellplatz anbieten oder auch Tafeln zu einem Camperservice zum Entsorgen. Die Auswahl finde ich nun hier wesentlich grösser, als ich sie auf dem Web recherchiert haben.
Unser Tagesziel erscheint nach einer Tunneldurchfahrt in der Höhe, wor wir endlich eine Haltebucht und einen schönen Überblick über das Meer mit der Ortschaft Gala Canone geniessen.



Die steile Abfahrt ans Meer wird noch eine Belastungsprobe für die Bremsen bei dieser Hitze, aber alles geht gut und wir sehen eine Tafel zum Stellplatz Palmasera.
Das Tor ist noch wegen Siesta zwischen 12:30 und 14:30 Uhr geschlossen, aber diese 10 Minuten Wartezeit benützen wir, um den Platz zu inspizieren. Auch hier gibt es noch genügend freie Stellplätze und wir bekommen pünktlich zur Öffnungszeit einen nach Campingwart „Premiumplatz“ am Schatten. Wie wenn wir das nötig hätten, ist es doch nur knapp 30 Grad.


Nach unserer Siesta machen wir uns zu Fuss auf den Weg ins Städtchen. Das einzig sehenswerte ist der Hafen, wenn ein Touristenschiff am anderen, ein Schlauchbot nach dem anderen, von den Ausflügen zur Grotte Bue Marino und dem Strand Cala Luna zurückkommen. Es ist sonst wirklich nicht wahnsinnig sehenswert.
Aber da wir morgen auch diese Grotte besichtigen wollen, holen wir noch verschiedenste Informationen ein und beschliessen bei einem Drink, dass wir morgen eher zuerst mit dem Fahrrad 4km bis nach Cala Fuili und danach in einem 40 Minütigen Fussmarsch zur Grotte gelangen. Man könnte auch mit dem Womo bis zu diesem Strand Cala Fuili fahren, allerdings habe ich Angst, dass es dort für unser grosses Womo keinen Parkplatz hat.
Auf dem Rückweg vom Städtchen kaufen wir noch ein und liegen jetzt in unseren Campingstühlen vor dem Womo. Selber kochen oder das Ristorante auf dem Stellplatz besuchen?

frankjasper8 am 18 Jul 2017 22:33:02

Hallooo "Rofalix"!

Vielen Dank auch von mir für diesen so lebensfroh geschriebenen Reisebericht. Ihr bringt uns damit eine Gegend ins heimische Wohnzimmer, in die ich wohl mein Lebtag nicht kommen werde. Und jetzt mit den Bildern ist es noch viiiel schöner. :eek:

Ein ganz, ganz dickes "Dankeschööön!" und ich wünsche noch viele schöne Erlebnisse für Euch auf dieser Reise. :)

pipo am 19 Jul 2017 09:25:03

Oha, dieser leere Strand, das Wasser, hammer :!: :!:
Ich wäre garantiert nicht weiter gefahren ;D

Und die schönen Bilder :mrgreen: Klappt ja doch mit dem Bilderupload.. :wink:

Schöne Weiterfahrt..

Rofalix am 20 Jul 2017 09:06:24

danke für die Komplimente und weiter geht es....

Grotte Bue Marino und Inseldurchquerung

Wir sehen an diesem Tag ziemlich viel und sind immer beeindruckter von Sardinien

Pünktlich um 8 stehen wir auf, machen unsere Fahrräder bereit und fahren eine halbe Stunde später verlassen wir den Stellplatz Richtung Cala Fuili, einem anscheinend schönen Strand. Man könnte die vier Kilometer auch mit dem Womo fahren, aber da es eine Sackgasse ist, habe ich angst, dass ich mit dem Womo nirgends parkieren kann. Allerdings ist dann diese Angst unbegründet und wir sehen sogar zwei italienische Womos, die hier an der Strasse mit Meerblick übernachtet haben.


Parkplatz an der Strasse (auf der Rückfahrt)

Allerdings soll es durch die Carabinieri während der Touristensaison rigoros kontrolliert werden, aber ausserhalb der Saisons sicher eine Möglichkeit.
Schnell kommen wir am Ende der Sackgasse an, parken unsere Fahrräder und marschieren die Treppe Richtung Flussbett hinunter. Unten am ausgetrockeneten Fluss haben wir die Möglichkeit geradeaus weiter Wandern zur Grotte Bue Marion und Cala Luna oder links zum Meer und zur Cala Fuili.

Unser Ziel ist die Grotte und darum geht es auf der anderen Seite steil berghoch. Nach dem ersten Aufstieg kommt die Verzweigung zwischen Grotte und Cala Luna. Zum Mondstrand geht es ab hier noch ca. 90 Minuten Fussmarsch.

Vom Ende der Sackgasse bis zur Grotte benötigen wir genau 40 Minuten ohne Pause. Der Weg ist recht steinig und wir sind mit den Turnschuhen unterwegs, Trekkingschuhe wären eindeutig die besser Wahl gewesen. Badelatschen oder Adiletten gehen auf keinen Fall. Wir sind eine Stunde zu Früh beim Eingang der Grotte, die jetzt in der Vorsaison um 10:30 Uhr und 12Uhr für eine Führung öffnet (bitte vorher im TouristOffice im Zentrum von Cala Ganone abklären).


kurz vor der Grotte

Es gibt eine Nord- und eine Südgrotte, die Südgrotte kann man nur mit einem der (tausenden) von Touristenbooten besuchen, die fahren knapp einen Kilometer in die Grotte und dann wieder zurück. Zu Fuss kann man dafür die Nordgrotte besichtigen, aber nur mit Führung, da man sich leicht verlaufen kann.
Beim Eingang bezahlt man die 10€ Eintritt und kann dann wählen, welcher Führung man sich anschliessen kann. Bei uns war französisch (ca. 10 Personen) und italienisch (4 Personen mit uns) wählen. Da ich französisch und italienisch verstehe, wählten wir die kleinere Gruppe. Englisch wäre auch zur Auswahl gewesen und deutsch glaub ich auch, dann hätte der Guide einfach immer beides erzählt.

Der ganze Rundgang in der Grotte dauerte 90 Minuten und war absolut interessant und sehr zu empfehlen. Je länger der Rundgang dauerte, desto interessanter und schöner wurde er. Der nördliche Teil ist nur wenigen Personen zugänglich, da man zu Fuss hinlaufen muss, dafür ist dieser Teil auch im Winter offen. Der südliche Teil ist voll Touristenboote, haben wir aber nicht besucht und kann auch nicht besucht werden, wenn man zu Fuss hin wandert.


Auf dem Rückweg machten wir dann halt in der Cala Fuili, um noch zu baden und uns abzukühlen. Der Strand ist steinig und ziemlich voll, von daher war er nicht unsere erste Wahl und nach der Abkühlung machten wir uns zu den Fahrrädern und zum Stellplatz.


Cala Fiuli

Auf dieser Wanderung unbedingt Trinken mitnehmen, gute Schuhe, Sonnenhut und Fotoapparat. Die Aussicht ist fantastisch, aber Höhenangst sollte man keine haben.

Wieder beim Womo packen wir zusammen und entscheiden schweren Herzens, dass dies nun für uns die Ostküste war und wir an die Westküste und etwas mehr südlich fahren wollen, denn dort soll es weniger Leute haben und schöner sein, wie uns Italiener erzählen. Wir fahren also 200km quer durch die Insel über zum Teil die Schnellstrasse. Im Innenland halten wir an einer Tankstelle (41 Grad) kaufen kalte Getränke und fahren schwitzend weiter, aber mit der Gewissheit, dass unsere Klimaanlage doch funktioniert und im Womo drin es fast schön kühl ist.

Am Schluss geht es über eine Gebirgskette, wo unsere Sonja uns über so enge Strässchen schicken will, dass wir die Rückspiegel einzuklappen haben. Das ist zu viel des guten, wir drehen um und fahren der breiteren Strasse Richtung Süden und warten dann auf eine Abzweigung Richtung Westen. Vor uns zweigt dann ein Sattelschlepper ab und wir finden, wenn der durchkommt, dann ist das die richtige Strasse wo wir auch über die Berge kommen.



So kommen wir um 19 Uhr an einem super Stellplatz über einem Strand mit Meersicht an der Westküste an. Natürlich noch schnell einen Schwumm im Meer und dann morgen mehr zum Stellplatz. Ich denke, wir werden hier zwei Tage bleiben und uns wieder mal erholen…

shoe1 am 20 Jul 2017 10:11:10

Hallo Rolf,
es ist nicht nur die wundervolle Insel Sardinien, die schönen Bilder, die Erinnerungen, die wach werden - es ist vor allem auch dein Schreibstil, der mir an euren Reiseberichten so gut gefällt und ich freue mich schon auf die Fortsetzung ...
Ideal dazu geeignet, um die Vorfreude auf unsere bald beginnende Spanienreise noch zu steigern. Übrigens bin ich auch mit einer Sonja (Ehefrau ...) und mit einer Susi (Navi ...) unterwegs. Hoffe nur, beide nicht zu verwechseln ...
Alle zusammen wünschen wir euch weiterhin so schöne Reisen.
lg
Rupert mit Anhang

Friedhelm19 am 20 Jul 2017 10:25:11

Hallo,

danke für den tollen Bericht und die schönen Bilder - ihr habt mir trotzdem ich bereits viermal auf Sardinien war, neue Impulse für neue Ziele geliefert.

Mfg

Friedhelm

Rofalix am 20 Jul 2017 22:43:08

Wir geniessen den Stellplatz San Nicolo

Wir stehen auf dem Stellplatz, ca. 50m über dem Meer und dem feinen Sandstrand. Das Wasser schimmert blau, blauer geht es einfach nicht, und der Sandstrand in schönem Gelb. Vom Wohnmobil sind es vielleicht etwa 150m bis zum Strand und der Pizzeria mit Strandbar. Leute am Strand?


nicht allzuviel los am Strand

Klar hat es welche, aber die sind so verteilt, dass man unterhalb unseres Wohnmobils sicher auf 150m breite ganze zwei Familien mit Badetücher und Sonnenschirm verteilt sonnenbaden. Und es ist Juli! Klar, nach Platzwart geht es nächste Woche so richtig los, ab dann sei der Stellplatz immer voll bis Ende August. Gestern war der Stellplatz vielleicht zu 50% voll, er ist terrassenförmig angelegt und auf jeder Terrasse haben etwa drei Wohnmobile platz, mit ausgefahrenen Storen und Campingequipement. Da wir gestern ziemlich spät ankamen, durften wir zu einem Italiener auf der selben Terrasse.


So stehen wir noch immer

Heute Morgen waren dann vier Terrassen völlig leer und dann verhielten wir uns wie richtige Wohnmobilisten. Zuerst alle Plätze inspizieren, schauen, wo gibt es die schönste Aussicht, dann abchecken, wo die Sat-Anlage empfang hat (auf allen Plätzen), berechnen wo man möglichst weit vom nächsten Wohnmobil steht, wo setzt sich keiner mehr zu uns und als der Entscheid gefällt ist, geht’s ratzfatz: alles im Stress zusammenpacken, Markise rein, Motor laufen lassen, und schon fährt ein anderes Womo in den Stellplatz. Mist, das schnappt uns sicher nun diesen fantastischen aller Plätze genau vor der Nase weg! Nein, Glück gehabt, es fährt etwas weiter, dreht wieder und verlässt den Platz! Hä, gefällt es diesem hier nicht? Na egal, sofort rückwärts vom Platz, und 40m weiter in die Höhe auf unseren Wunschplatz. Beim alten hatten wir nur zu 80% Meersicht wegen eines Ginsterbusches, hier haben wir 100% Meersicht! Allen ein Schnippchen geschlagen, wir stehen jetzt auf dem schönsten! Oder wäre der etwas weiter unten noch besser??? Wenn man es schön hat, wird man immer noch gieriger nach mehr Schönheit…

Da der Platz weder Elektrizität, noch Ver- und Entsorgung hat, man steht also quasi frei, sind viele Wohnmobilisten nur kurz hier und die Fluktuation ist ziemlich gross, so findet man eigentlich immer relativ gut einen freien Stellplatz. Da wir einen vollen Frischwassertank, leere WC-Kasette und Solaranlage haben, halten wir es hier also lange aus. 20m hinter dem Platz geht die Küstenstrasse vorbei, man hört den Verkehr also ziemlich gut. Gut nur, dass vielleicht alle 5 Minuten mal ein Auto kommt und nachts ist glaub gar niemand mehr unterwegs.

Nach der Umparkierung schnappen wir unsere Fahrräder und fahren hoch über dem Meer nach Buggerru, Cappuccino trinken, Getränke einkaufen und Geld vom Bancomaten abheben. Der Platz kostet übrigens nur 10 € pro Nacht, was für Sardinien sehr günstig ist.

In Buggerru inspizieren wir noch den dortigen Stellplatz mit Meersicht und Strandzugang. Ist viel schöner wie via Google-Map vermutet und wäre eine echte Alternative. Der Platz dort ist grösser und auch für Dickschiffe geeignet, inkl. Ver-/ Enstsorgung und Elektrizität.


Stellplatz in Buggerru

Gestern Abend kam noch der örtliche Bäckermeister vorbei und nahm die Bestellung für heute Morgen auf. Die Chabatta-Bröttchen und die Croissant waren übrigens echt lecker. Etwas später kam dann noch ein Käsemeister vorbei und wollte uns einen Käse andrehen. Nach 10 Minuten tratschen, probieren und diskutieren hatte er uns soweit, dass wir einen ganzen 4-Kilo-Käse gekauft haben. Wahrscheinlich viel zu teuer, aber echt lecker! ¾ hat er uns sofort vakumiert, der andere Viertel sind wir nun am Essen. Geschäfte machen, das verstehen die Sarden, dies fällt uns nicht erst heute auf!

Jetzt am Nachmittag arbeite ich die wichtigsten Pendenzen vom Büro ab und zwischendurch gehen wir immer wieder schwimmen, es ist einfach soo schön hier!


mein heutiger Arbeitsplatz

pipo am 21 Jul 2017 10:38:28

Ihr seit aber in großen Schritten Richtung Süden unterwegs. So ganz ohne natürlichen Schatten, hält man es denn da auch aus?

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