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Es geht wieder los! Das ganze mit Bildern gibt es wie immer in unserem Womo-Blog: --> Link
Sverige, vi kommer! Schweden, wir kommen! Die letzten Wochen seit unserem wunderbaren Dänemarktrip waren eine emotionale Achterbahnfahrt. Und daher sind wir froh, dass ein Urlaub im MoMo uns als geradezu beruhigende Routine erscheint. Nicht Routine im Sinne von langweilig, aber um so mehr im Sinne von „das ist unser sicherer Ort“. Entsprechend routiniert laufen die Vorbereitungen und da es wieder Richtung Norden geht, ist auch der Fahrplan für die Reise sicher und vorhersehbar. Wir wollen auf dieser Reise einmal Mittelschweden mit dem Vildmarksvägen und Mittelnorwegen mit der RV17 erkunden. Es soll noch mal an Lieblingsorte wie den Campingplatz in Grinsby gehen und vielleicht fügen wir als Bonusetappen noch etwas Fjordnorwegen oder Südschweden hinzu. Oder, was nach unseren bisherigen Reiseerlebnissen am wahrscheinlichsten ist: Es kommt komplett anders als geplant. Die Anreise zumindest ist schon mal entspannt. Gemütlicher Start in den Tag mit einem entspannten Abhaken von allen Punkten auf der Todo-Liste und Abfahrt ziemlich genau um 12 Uhr. Und da Googlemaps uns am Kamener Kreuz die Qual der Wahl lässt, ob man über Bremen oder Hannover fährt, lassen wir die Nimm-2s entscheiden: Violett für A1, Orange für A2. Ich wähle Violett und entscheide mich damit für jede Menge Baustellen, aber keinen wirklich schlimmen Stau. Unser Tagesziel ist, wie immer auf dem Weg zur Fähre Travemünde-Trelleborg, das kleine Städtchen Reinfeld mit seinem Herrenteich und dem kostenlosen Stellplatz. Wir fühlen uns dort fast schon wie Zuhause. Und nachdem wir den Franzosen beim WM-Gewinnen zugeschaut haben, machen wir noch unsere Standardrunde mit den Hunden rund um den Herrenteich und fragen uns, was eigentlich einen Teich zum See macht? Denn für uns hat der Teich definitiv das Zeug zum See. Vielleicht gibt es ja bald ein Upgrade?
Nach dem kurzen Schreck in der Morgenstunde, als das Navi uns anzeigt, dass es 2 Stunden bis zur Fähre seien, sind wir wach. Stellt sich aber schnell als falsch heraus. Puh! Dafür lernen wir eine neue Errungenschaft unserer Fährgesellschaft TT-Lines kennen: Man kann sich, genau wie beim Fliegen, 48 Stunden vorher online einchecken und dann mal eben durch die „prechecked“-Schalter an Bord flitzen. So zumindest die Theorie. In der Praxis ist das dann aber mal so richtig scheisse. Denn wir kommen an den Autoschaltern an und ich will schon an den armen Schweinen vorbeiziehen, die in der langen Schlange warten. Aber halt! Da steht ja über der Schlange das Wort „prechecked“. Oh. Wir reihen uns also brav ein, warten und schleichen und warten und schleichen, während sich neben uns die Neuankömmlinge gerne auch bei den 2 freien „normalen“ Schaltern einreihen, wo kein Mensch Schlange steht. Irgendwann wird uns das zu dumm und Annette steigt aus, um einfach mal zu fragen, ob man auch als pregechecktes Fahrzeug an den normalen Schaler fahren kann. Natürlich kann man… Die nette Dame erklärt uns dann, dass das ganze eine formidable Idee der Geschäftsführung ist, die über kurz oder lang alles auf Automaten umstellen will und damit den Job der Schalterdamen überflüssig machen will. Was. Ein. Scheiss! Da schnacke ich doch tausendmal lieber mit einem Menschen, lasse mir meine Tickets in die Hand drücken und bin am Ende noch schneller. Also, liebe Nordlandfahrer: Vergesst das Online-Einchecken (weil sinnlos) und nutzt bloß alle Schalter! Auch das Verladen der Fahrzeuge dauert richtig lange, so dass wir eine halbe Stunde später als geplant losfahren. Macht aber nix, weil der Käptn das auf der langen Strecke locker wieder rausholen kann. Für uns beginnt jetzt die bereits freudig erwartete Minikreuzfahrt mit Frontkabine, Dusche und Buffet. Auf dem Sonnendeck sind schon alle Plätze belegt und Leute, die gerade gehen wollen, nehmen allen Ernstes ihre Stühle einfach mit (ist das die Steigerung von Handtüchern auf Liegen?). Also was tun? Ein einfacher Blick auf das völlig verwaiste Deck 10 unter uns lässt mich einen Stapel mit Deckstühlen entdecken und wir setzen uns einfach dort hin und genießen die Sonne und das Auslaufen aus dem Hafen praktisch alleine. Fein! Und der Rest ist dann Luxus as usual. In Schweden finde wir das gleiche Wetter vor was wir vor 2 Jahren zurückgelassen haben. Sonnig warm, perfekte Temperaturen, freie Straßen. Das gelobte Land! Wir steuern als erste Etappe einen Stellplatz am Strand südwestlich von Ängelholm an. Als wir in den Sibirienvägen einbiegen, befallen uns bei diesem namen zwar leichte Zweifel. Aber tatsächlich finden wir hier schon einen ziemlich idealen Freistehplatz vor: Der Strand nur wenige Gehminuten entfernt, ein paar Birken, die Schatten spenden, unkompliziert. So muss das sein. Am Strand genießen wir dann den Duft des Meeres, den warmen Sand und den Ausblick auf die Bucht vor uns, in der die Pferde an der Wasserlinie entlang galoppieren oder, wie wir mit Kennerblick erkennen, auch tölten. Wir hatten schon Urlaube, die schlechter angefangen haben!
Momoblog am 18 Jul 2018 23:19:44
Hopsende Bretter
Welch ein schöner Stellplatz für eine erste Nacht in Schweden. Entspannte Leute, ruhige Atmosphäre, Ankommen. Genau so, wie wir es lieben. Bereits früh am Morgen ist es T-Shirt-warm und wir können sofort mit einem Draußen-Frühstück beginnen. Lange aufhalten wollen wir uns aber trotzdem nicht, da diesmal der Norden ruft: Wir wollen Strecke machen und am Ende des Tages an unserem Lieblingscampingplatz in Grinsby sein. Trotzdem brauchen wir ganz gemütlich bis 10 Uhr bis wir dann Richtung Göteborg weiterfahren. Abgesehen von einem mal wieder aus unerklärlichen Gründen aufploppenden Alkoven-Heki und dem obligatorischen Stau in Göteborg ist die Strecke unspektakulär, auch wenn es nördlich von Kungsbacka dann immer mehr nach dem klassischen Schweden und weniger nach der Kornkammer Skane aussieht. Unser Zwischenziel ist Trollhättan, da Annette gestern bei der Routenplanung die leckeren Zimtschnecken eingefallen sind, die es im Strandgatan, direkt am Kanal, gibt. Der Parkplatz am Folkets Park in der Nähe der Hebebrücke, an den wir uns noch vom letzten Besuch erinnern, ist kostenpflichtig, kann aber mit einer wirklich genial einfachen Park-App bezahlt werden. Und dadurch stellt sich heraus: Die ersten 4 Stunden sind ohnehin kostenlos! Naja, in der nächsten Großstadt sind wir dann gewappnet. Ach so: Es kommt ja gar keine Großstadt mehr auf der weiteren Reise… In Trollhättan ist es warm. Also: Mittelmeerwarm. Nicht skandinavisch warm. Also heiß. Lockere 31° zeigt das Thermometer und entsprechend geraten wir auf dem übersichtlichen Weg trotzdem ins Schwitzen. Aber das Strandgatan hat feinerweise einen überdachten Promenadenpavillon, an dem wir sogar noch einen Tisch in der ersten Reihe am Wasser kriegen und Zimtschnecke und Cappucino lassen wir uns schmecken. Wobei wir beide in Erinnerung haben, dass die Kaneelbullar vor 3 Jahren aufgewärmt serviert wurden. Aber wer will bei 31° schon warme Süßspeisen essen…? Außerdem müssen wir uns an dieser Stelle entschieden vom Fäkalhumor der Schweden distanzieren. Wir erinnern uns schon mit Grausen an das leckere Kakbuffet in Annorlunda. Aber man kann doch seine leckeren Süßigkeiten nicht so benennen: Schnell suchen wir also das Weite und erledigen den ersten Großeinkauf in ICA und Systembolaget, in welchem ich zu meinem Entzücken sogar das feine Sculpin IPA von Ballast Point aus San Diego entdecke. Herrlich! Auf dem Weg nach Norden wird der Inlandsvägen nun etwas stiller und schmaler. Öfter einspurig als mehrspurig, obwohl wir uns immer noch auf der E45 befinden. Sah auf der Karte irgendwie größer aus. Und als wir schließlich auf die Landstraße abbiegen, sieht es schon sehr so aus, wie wir es lieben: immer mal wieder ein See, mal links mal rechts, Inselchen, Wäldchen. 20 km vor dem Ziel ereilt uns aber in Svanskog ein übles Schicksal. An einem Geschwindkeitsberuhigungshubbel machen wir, trotz nicht wirklich übertriebener Geschwindigkeit, einen kleinen Hopser und hören ein Rrrabong aus dem Schrank, was nichts Gutes bedeuten kann. Annette checkt und tatsächlich sind 2 Regalböden aus der Halterung gesprungen und liegen jetzt eine Etage tiefer. Aua! Es stellt sich heraus, dass gleich mehrere Plastikhalterungen das nicht überlebt haben und gebrochen sind und auch die Löcher sind ausgeleiert. Wir versuchen, das ganze so gut es geht wieder zu installieren, aber wirklich zuversichtlich sind wir nicht. Und als wir auf die Schotterpiste nach Grinsby abbiegen hören wir erneut das üble Geräusch. Rrrabong! Da müssen wir uns wohl eine bessere Reparatur überlegen. Aber der Ärger ist schnell verraucht, als wir unseren Platz auf dem Gelände gefunden haben, alles aufgebaut haben und endlich angekommen sind. Immer noch schön hier! Mit dem eigentlich geplanten Grillen ist es allerdings Essig. Denn was wir hier gerade als schönstes Sommerwetter erleben ist in Schweden eine ausgesprochene Dürreperiode. Es hat in den vergangenen Wochen so gut wie gar nicht geregnet und viele Gebiete sind schon mit der höchsten Waldbrandgefahrenstufe gekennzeichnet. Und daher gilt auch hier: Keine Lagerfeuer erlaubt und nur Elektrogrills sind zugelassen. Auf unserer abendlichen Runde auf die nahegelegene kleine Halbinsel sehen wir dann auch schon die Folgen der Dürre: Auf den Steinen am Ufer sieht man, ähnlich wie am Lake Mead bei Las Vegas, deutlich die Streifen, die den normalen Wasserstand anzeigen. Und der trockene Sommer schlägt sich dann natürlich auch bei den Pflanzen nieder: Die Blaubeeren sind klein und mickrig und auch die Birken sehen mit ihren gelben Blättern schon reichlich herbstlich aus. Nicht schön. Aber trotzdem hält uns das alles nicht davon ab, auf den See hinauszugucken und es hier immer noch herrlich schön zu finden.
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Momoblog am 18 Jul 2018 23:20:27
Ab aufs Wasser
Es ist warm. Schwülwarm. Und bedeckt. Ein komisches Wetter, was wir so eher von Zuhause gewohnt sind, aber in Skandinavien noch nicht erlebt haben. Aber andererseits ist es auch deutlich freundlicher als es die dunkle Wolken in der Wetter-App vermitteln. Also beschließen wir, endlich mal ein Kanu zu mieten. Wollten wir schon bei unserem ersten Aufenthalt in Grinsby eigentlich machen, haben es aber irgendwie nie auf die Kette gekriegt. Beim Mieten werde ich dann noch unangenehm überrascht: Ein Teil unseres „alten“ Geldes von vor 2 Jahren ist mittlerweile ungültig. Und die Bank würde das auch nicht mehr annehmen oder umtauschen. Gut, dass wir keine Unmengen Geldreste hatten! Unserer alten, blinden und wasserscheuen Mia (und uns) wollen wir das Spektakel der Kanutour ersparen. Sie bleibt gerne auf ihrem Kuschelplatz im MoMo zurück. Aber Elli ist aufgeregt: Was ziehen sich die beiden da für lustige Westen an? Was für ein langes zigarrenförmiges Ding legen die da ins Wasser? Da soll ich rein? Na gut, aber nur wenn Frauchen ganz nah bei mir bleibt. Also stechen wir mit Galleonsfigur Elli in See und erkunden den Stora Bör von See aus. Herrlich! Das Wasser ist so klar, dass man im Uferbereich bis zum Boden gucken kann und es geht so sanft ins Wasser, dass man beim aktuellen Niedrigwasser sogar ein bisschen aufpassen muss, dass man nicht an einem Felsen vorbeischrammt, der knapp unter der Wasseroberfläche liegt. Wir stellen uns aber als gutes Team heraus und meistern das erste Mal paddeln im Kanu ganz ordentlich. Gut, unser Kurs sieht mit seinen Schlangenlinien wahrscheinlich nach Volltrunkenheit aus. Aber ansonsten… Nach einer halben Stunde machen wir Station auf einer kleinen Insel in Ufernähe. Beim Anlanden muss man aufpassen, dass man nicht auf den algigen Steinen ausrutscht. Elli hüpft aus dem Kanu und ist begeistert, dass sie wieder festen Boden unter den Füßen hat. Sie flitzt erst mal herum und guckt sich das Ganze an. Wir nutzen die Gelegenheit zu einer Abkühlung im See. Es geht doch nichts darüber, wenn sich das Gefühl von „Boah ist das kalt!“ in „Och, ich glaub ich bleib noch ein bisschen!“ verwandelt, weil es so herrlich erfrischend ist. Aber das Wetter ist heute, wie erwähnt, komisch. Mittlerweile hat es sich stärker zugezogen und in weiter Ferne hört man es sogar donnern. Also tun wir das Vernünftige und steigen wieder ins Kanu - Gewitter auf dem See müssen wir nicht haben. Schade, eigentlich sind wir gerade auf den Geschmack gekommen und wären gerne noch ein bisschen länger gepaddelt. Aber wir sind uns sicher: Das war nicht das letzte Mal in einem Kanu in diesem Urlaub! Den Nachmittag über hören wir immer mal wieder ein Grummeln, es sind auch die schon angekündigten dunklen Wolken zu sehen. Aber es bleibt zunächst noch trocken. So können wir dann einen gemütlichen Mittagssnack mit Potatissalad, Knäckebröd, Rohkost und Räkost zu uns nehmen. Und nachdem wir den Nachmittag noch mit Klönen mit den netten Nachbarn verbracht haben geht dann doch ein kurzer leichter Schauer über uns nieder. Für die ausgetrocknete Natur hier aber nur ein Tropfen auf den buchstäblich heißen Stein. Abends wagen wir uns dann noch mal aufs Wasser. Und es ist schon ein echtes frühes Highlight des Urlaubs, an das wir uns noch lange erinnern werden. Nicht, weil so viel passiert ist, sondern genau im Gegenteil, weil gar nichts passiert ist. Wir paddeln auf dem stillen See am Ufer entlang, bis wir an einer kleinen Minibucht problemlos anlegen können. Dort genießen wir etwas, das es so nur noch selten gibt: absolute Stille. Und passend zu dieser irgendwie feierlichen Stimmung kommt abends auch noch einmal die Sonne hinter den Wolken hervor. Im grandiosen Abendlicht paddeln wir wieder los, genießen das Licht, was die Landschaft in die wärmsten Farben taucht. Und mitten auf dem See stellen wir dann einfach das Paddeln ein, legen die Paddel quer und sitzen für ein paar Minuten auf dem stillen Wasser. Sensationell! Und mir kommt der Spruch vom Stellplatz in Greven in den Sinn: Der Lärm verbraucht, die Stille ernährt. Und weil sich die Natur selten lumpen lässt, gibt’s zum Abschluss am MoMo noch einen zarten Regenbogen zu sehen. Schön.
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leoline am 19 Jul 2018 06:07:13
Wie immer fahre ich gern mit euch - Skandinavien ist auch für uns einfach am schönsten. Allerdings nicht im Hochsommer :mrgreen: . Eure Elli ist ja süß. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!
bonjourelfie am 19 Jul 2018 11:25:01
Mir treibts gerade die Tränen in die Augen, weil wir dieses Jahr nicht in den Norden fahren ( wir hatten die letzten Jahre immer Pech mit dem Wetter und jetzt streikt mein Mann,grrr). So wie du es beschreibst kenne ich Schweden auch, Baden, Kanufahren etc. Danke, dass ich ein Stück mitfahren darf.
LGElfie
Momoblog am 19 Jul 2018 21:17:28
Ich nehme euch gerne weiter mit, aber wir basteln gerade an einer massiven Routenänderung. Von Reisenden die aus dem Norden kommen, haben wir von den Waldbränden gehört und sind drauf und dran, dann doch lieber dieses Jahr nach Norwegen zu fahren und in einem "normalen" Jahr noch einen Anlauf für die Mitte und den Norden des Landes zu machen. Denn hier ist es echt furztrocken und man müsste sich nicht wundern, wenn es noch mehr Waldbrände wegen Doofheit oder Zufall geben sollte. Und wenn dann die Flucht- oder Ausweichrouten begrenzt sind, ist uns das buchstäblich zu heiß.
Liebe Grüße, Michael
leoline am 19 Jul 2018 21:31:51
Ein Plan ist dazu da, um ihn zu ändern :mrgreen: . Hach, ich freu mich schon auf die Norwegenfahrt mit euch (haben wir nämlich für das nächste Jahr auch vor).
Momoblog am 19 Jul 2018 23:21:38
Von Pontius zu Pilatus
Wir ringen morgens ein bisschen mit uns, ob wir noch ein paar Tage in Grinsby dranhängen sollen. Wetterbericht, Platz und Stimmung sprechen dafür. Unsere Rumtreibergene und der perfekte Abend gestern, den man nicht mehr toppen kann, sprechen dagegen. Es gibt einfach immer noch so viel Neues zu sehen! Also brechen wir unsere sprichwörtlichen Zelte ab und begeben uns wieder auf die Straße. Richtung Norden. Es sind ja noch ein paar Kilometer…! Die Strecke fährt sich ultra-entspannt. Musik an, Tempomat rein, gelegentlich mal nachregeln, Lenkrad festhalten, Landschaft genießen. In Torsby steht ein Besuch im XL-Bygg auf dem Plan. Wir wollen mal eben neue Haltestifte für unsere rausgehüpften Regalbretter kaufen und denken, dass das im Baumarkt doch eigentlich gehen sollte. Geht es aber nicht. Der nette junge Mann dort empfiehlt uns Jysk, was wohl ein Einrichtungshaus sei. Also fahren wir ein paar Kilometer wieder zurück und sind frohen Mutes, als neben dem Jysk sogar ein Dollar Store zu finden ist. Einer von beiden muss doch… Nö. Dafür gibt es aber sehr hübsche Kissen und Decken, die Annette mehr und mich weniger in Versuchung führen. Und auch im Dollar Store gibt es jede Menge unseligen Unsinn, aber keine Haltestifte. Aber auch im Jysk hat der junge Mann an der Kasse noch einen Tipp für uns: im Hardware-Store Karl Hedin gäbe es so was vielleicht. Praktischerweise ist der natürlich in der Nähe von XL-Bygg, so dass wir die E16 wieder zurück fahren dürfen. Bei Karl Hedin weiß die Verkäuferin sogar sofort, was wir haben wollen, zeigt uns aber nur Rundstifte, die so ungefähr die unpraktischste Lösung für unser Problem sind. Aber immerhin etwas, was passt. Nehmen wir. Jetzt geht es endlich zu unserem anvisierten Ziel, dem Campingplatz Nya Skogsgården in Mårbacken, etwas westlich von Torsby. Dort werden wir freundlich empfangen, dürfen uns einen Stellplatz aussuchen, was wir natürlich gewissenhaft tun und nur unwesentlich oft korrigieren, bis das MoMo in Parkposition steht. Als wir uns nachmittags dann in der Rezeption anmelden, treffen wir noch einen netten Offroader, der mit seinem halb im Eigenbau umgebauten Pickup unterwegs ist. Wir staunen nicht schlecht, als er sein Dach elektrisch nach oben verschiebt und dadurch erst die Fenster zum Vorschein kommen. Quasi ein Vertikal-Slideout! Er erzählt aber auch, dass er auf Bekannte warte, die gerade aus dem Norden kommen und dass man dort große Rauchwolken von den Waldbränden sehen könne. Ja, Waldbrände! Die sind hier gerade echt ein Thema, denn es ist einfach heiß hier. Und das nicht nur für ein paar Tage, sondern im Prinzip schon den ganzen Sommer. Entsprechend ist es nur logisch, dass in einem Land mit viel Wald bei diesem extremen Wetter die Waldbrandgefahr extrem hoch ist. Und wir kommen ernsthaft ins Grübeln. Wollen wir da wirklich hin? Wir würden ja liebend gerne einfach irgendwo in the middle of nowhere an einem See stehen. Aber was ist, wenn ausgerechnet bei uns in der Nähe ein Waldbrand ausbräche? Da sähe es mit Fluchtweg aber duster aus! Und auch so kann es uns ja passieren, dass die Straße, die wir nehmen wollen, plötzlich wegen der Brände gesperrt ist. Und Umwege sind dann eher weit. Also: Was ist die Alternative? Naheliegend! Wir weichen einfach nach Westen aus und klappern noch ein paar Ecken in Norwegen ab, die wir vor 2 Jahren nicht geschafft haben. Dort ist es zwar tendenziell kühler und feuchter, dafür aber halt nicht so feurig. Und die Landschaft dort soll ja auch nicht ganz übel sein… Es ist zwar ein Jammer, dass fast alle Orte, auf die wir uns schon gefreut hatten und auch eine Landschaft, die wir supergerne kennenlernen wollten, noch ein bisschen warten müssen, aber das ist uns der Seelenfrieden dann allemal wert. Norwegen, wir kommen! Aber damit wir wenigstens halbwegs einen Plan haben, was die nächsten Tage kommen soll, verbringen wir den restlichen Nachmittag dann mit dem Wälzen von Reiseführern und Landkarten und tüfteln aus, wie es jetzt weiter geht. Was ist das aber auch für ein Luxus, wenn man statt eines anders geplanten Urlaubs dann plötzlich notgedrungen nach Norwegen „muss“!
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Canadier am 20 Jul 2018 10:33:50
moensters hat geschrieben: Man kann sich, genau wie beim Fliegen, 48 Stunden vorher online einchecken und dann mal eben durch die „prechecked“-Schalter an Bord flitzen. So zumindest die Theorie. Was. Ein. Scheiss! Also, liebe Nordlandfahrer: Vergesst das Online-Einchecken (weil sinnlos) und nutzt bloß alle Schalter!
Hallo Michael, lese gerne deinen Bericht mit, da wir grade von einer 4 wöchigen Nordkaptour zurück sind. Das oben zitierte kann ich so nicht bestätigen. (Und leider auch nicht voll zitieren) Wir sind Freitagsmorgens an den Schalter gekommen, brauchten nur unser zuhause ausgedrucktes Ticket in das Lesegerät halten und schon gings weiter. Ein Mobil hinter uns am Schiff kam aber erst nach 10 min. Der Grund: in der Spur ging es ja zückig und die anderen Spuren mit Personal machen erst ne halbe Stunde später auf. Somit meinten ja viele die nicht online eingecheckt hatten sie würden nicht mehr mitgenommen, und benutzen natürlich auch die Spur. Leider öffnet sich ohne das Online-Ticket die Schranke ja nicht. Und was pasiert wenn so manch ein Gespannfahrer rückwährts fahren muß überlass ich jetzt mal deiner Fantasie. ;D
Momoblog am 21 Jul 2018 10:05:49
Danke für den Hinweis, Canadier! Ja, das würde vieles erklären. Also würde ich meine Bemerkung mal in der Richtung abändern: Prechecken kann man ja machen, sollte sich dann aber dort anstellen, wo es am flüssigsten zu laufen scheint.
Ich mache das Thema hier jetzt erst mal dicht, da es jetzt im Norwegen-Teil weitergeht: --> Link
Liebe Grüße, Michael
Canadier am 21 Jul 2018 10:31:01
Alles klar Michael, ich folgt dir auch dorthin. :mrgreen:
Momoblog am 07 Aug 2018 22:23:51
Was seit dem letzten Eintrag in Norwegen passiert ist, können Schwedenfans hier nachlesen: --> Link Es kommen unter anderem Gletscher, jede Menge crazy roads, hohe und höchste Wasserfälle, Schlüsselerlebnisse und dramatische Sonnenuntergänge vor.
Hier geht es jetzt weiter mit Schweden:
Schärenliebe
Wie erwartet verbringen wir in Grimsøy eine ruhige Nacht. Die anderen drei Womos, die hier stehen, sind Deutsche. Scheint ein Übernachtungsplatz zu sein, der sich nur in Deutschland rumgesprochen hat… Nach unserem Frühstück (endlich mal wieder im Freien, endlich mal wieder am Meer!) tauschen wir noch ein bisschen Erfahrungen mit den erfahrenen Schwedenfahrern Torsten und Cordula aus, die gerade erst am Anfang ihrer Reise sind. Ein paar tolle Tipps für unsere nächste Schwedenreise sind notiert! So kommen wir erst Mittags los und sind nach ein paar Kilometern dann auch nicht nur gefühlt, sondern auch in echt in Schweden. Danke Norwegen, es war uns ein Vergnügen! In Schweden wollen wir ein bisschen in Erinnerungen schwelgen und steuern auf Fjällbacka zu. Aber in Grebbestad bleiben wir im Sportshopen hängen. Stellt euch einfach ein Sportgeschäft nach dem IKEA-Prinzip vor. Also riesig, mit Kinderparadies und Fressangeboten im Eingangsbereich. Und eine feine Entsorgungsstation für Wohnmobile haben sie auch noch im Angebot. Nach den eher zweckmäßigen Ortskernen in Norwegen (zumindest dort, wo wir waren) gefällt uns das rege Treiben in Grebbestad mit den weißen Häuschen und einladenden Geschäften am Hafen schon deutlich besser. Aber Parken mit dem Womo ist eher schwierig, so dass wir diesmal durchfahren und uns den Besuch für später aufheben. Kurz vor Fjällbacka fällt mir wieder das schöne Naturreservat Veddö ein, wo wir letztes Mal so eine tolle Rundwanderung gemacht haben. Also biegen wir kurzentschlossen ab und machen ein kleines Picknick auf den Schärenfelsen und genießen es, am Meer zu sein. Für die Rundwanderung reicht unsere Motivation heute nicht so ganz… In Fjällbacka parken wir auf einem der eher teuren, dafür aber leeren Bezahlparkplätze. Wir wollen ja nur noch mal gucken und uns in der „Fiskaffär“ leckere Fischbuletten und Lax-Nuggets fürs Abendessen kaufen. Aber, oh weh, die Lax-Nuggets gibt es nur am Wochenende! Wir planen also um. Und unser Plan B ist jetzt nicht der allerschlechteste: Direkt am Ingrid-Bergmans-Torg, dem zentralen Platz am Hafen, gibt es das Café Skafferiet, wo auf der Terrasse schon ein Zweiertisch auf uns wartet. Also gibt es Fischsuppe für mich (lecker!) und gut belegtes Krabbenbrot für Annette. Und ganz nebenbei kann man da auch ganz gut Leute gucken. Von sehr chic bis sehr geschmacklos bis Hipster kann man da alles bewundern. Nebenbei kriegen wir noch ein paar Liegefahrräder, einen schicken Oldtimer und die Band von Ebbot Lundberg zu sehen, die gerade etwas planlos ins Hotel einchecken. Sehr unterhaltsam. Nachdem wir unsere Eindrücke von Fjällbacka aufgefrischt haben, fahren wir zum großen Parkplatz etwas außerhalb, wo wir auch letztes Mal gestanden haben. Aber auch diesmal ist dieser Platz eher zweckmäßig als schön. Ich checke also nochmal, ob es nicht etwas besseres geben könnte und sehe, dass in Hamburgsund durchaus die Möglichkeit besteht, auch frei zu stehen. Da es nur 9km sind, fahren wir einfach mal rüber. Der Platz am Hafen ist auf 12 Stunden beschränkt und auch etwas sehr schmal, aber der Platz neben dem Fußballplatz ist (bis auf eine leichte Schräge) ziemlich prima. Nehmen wir! Und bei unserem Abendspaziergang durch das nette Örtchen stoßen wir im Hafen auch noch auf die Pendelfähre, die die vielleicht 100m hinüber auf die Insel Hamburgö überbrückt. Und direkt daneben das einladende Harbour House, in dem Annette einen perfekten Platz mit 2 Liegesesseln für uns entdeckt, so dass wir mit 2 Bierchen auch hier dem Treiben zugucken können. Herrlich relaxed!
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Momoblog am 08 Aug 2018 22:42:16
Pleiten, Pech und Hyppeln
Was wir gerade feststellen: Der Wetterbericht läuft Amok. Wenn er gutes Wetter vorhersagt, wird es schlecht. Sagt er Regen vorher, wird es eigentlich ganz schön. Ich kann so nicht arbeiten! Für heute war ein schöner Tag in Hamburgsund vorhergesagt und unser Plan war es, zumindest die Insel Hamburgö gegenüber mit der Pendelfähre mal eben zu checken oder sogar für den Tag dort zu bleiben. In der Realität wachen wir morgens auf, gucken aus dem Fenster und haben feinste Gewitterstimmung vor uns. Düsterer Himmel und schwül. Also ändern wir den Plan, erledigen unsere Einkäufe bei ICA, Bäckerei und Fischgeschäft und brechen auf Richtung Süden, weil es dort freundlicher sein soll. Wir wollen noch einmal auf die Inselchen westlich von Göteborg mit den putzigen Namen: Fötö, Rörö, Björk etc.pp. Aber auf dem Weg nach Süden passiert alles, nur eines nicht: Dass das Wetter besser wird. Im Gegenteil. Es wird stürmisch und es fängt an zu regnen. Bei 26°. Drückend schwül. Unangenehm. Da wir mal wieder tanken müssen, fahren wir in Kungälv, kurz vor Göteborg ab. Und kommen in eine Mega-Baustelle und der Spritpreis erscheint uns mit 15.60 Kronen unverschämt hoch. Das muss doch noch besser gehen. Also fahren wir auf der Suche nach einer Tankstelle über die Dörfer weiter in Richtung Inseln. Verfahren uns mal kurz, tanken für 15,30 Kronen (wow, 3ct billiger…) und landen an einer Fähre, wo eigentlich (laut Straßenkarte) eine Straße sein sollte. Gut, dass die gelben Fähren in Schweden immer kostenlos sind. Schlecht, dass sie so komische Geräusche beim Losfahren macht. Erst als ein paar PKWs von rechts nach links umgeparkt werden, kann die Seilzugfähre losfahren. Hier kann man was erleben! Beim Maxi-ICA kurz vor der Fähre auf die Inseln stellen wir fest, dass unsere Biervorräte zu Ende sind - schnell noch mal zum Systembolaget abbiegen und Vorräte für die letzten Tage auffüllen. Und wenn die Preise nur noch doppelt so teuer wie in Deutschland und nicht mehr viermal so teuer (wie in Norwegen) sind, kommt man fast in einen Kaufrausch. Wir können uns da aber trotzdem noch beherrschen… Als wir dann endlich am Fähranleger ankommen, ist aber sofort Inselstimmung angesagt. Entspannt und voller Vorfreude fahren wir als erste auf die Fähre auf und machen dann an Bord erst mal Pause mit Kanelbullar und Aussicht. Cool, so eine Kaffeepause während der Überfahrt! Als wir auf Hönö ankommen, steigen die Erinnerungen von vor 3 Jahren wieder hoch. „Genau, jetzt kommt der Hafen.“ „War das wirklich so lang bis Hälsö?“ Beim Anleger in Burö gibt es dann verschiedenste Wartespuren, denn alle Inseln sind wie ein Spinnennetz via Fähre miteinander verbunden. Wir reihen uns in Reihe 3 ein, damit wir nach Hyppeln kommen. Denn dort, so habe ich gelesen, soll es die beste Fischsuppe der Welt geben. Na, wenn das mal stimmt… Wir sind zunächst ein bisschen skeptisch, ob wir richtig stehen, denn in allen anderen Schlangen stehen bedeutend mehr Fahrzeuge. Und der Schlagbaum steht auf halb Acht, obwohl die Fähre doch schon da ist. Was hat das wohl zu bedeuten? Am Ende klappt alles wunderbar und wir laufen im Hyppelner Hafen ein. Huh, ist das klein hier! Und ziemlich verlassen. Aber im Hafen dümpeln fröhlich die Segelboote und es herrscht eine wunderbar entspannt Inselstimmung. Hier wollen wir bleiben. Nach einem ersten Erkundungsgang stellen wir folgendes fest: Unser MoMo parken wir lieber noch mal um, damit wir auf Asphalt (und etwas ebener) stehen und eine bessere Aussicht haben. Und leider auch: Das Restaurant „Store Oset“ mit der leckeren Fischsuppe hat nur noch an den Wochenenden auf. Tja, Anfang August ist halt die Saison an vielen Orten in Schweden vorbei… Und wir stellen fest, dass der Wetterbericht immer noch eine Zufallsgeschichte ist. Statt strahlendem Sonnenschein ist es bewölkt und als wir uns grade rausgesetzt haben, fängt es sogar an zu tröpfeln. Nichts ist es mit dem schönen Inselwetter! Aber wir richten uns gemütlich ein, und machen uns ein frühes Abendessen mit den leckeren Einkäufen aus dem Fischgeschäft in Hamburgsund (was wir hiermit ausdrücklich empfehlen!). Und auch mit dem neugekauften Dosenbier von der Hinfahrt. Mit dem kleinen Nachteil, dass sich in einer Dose auf einmal ein Loch befindet und wir im MoMo eine kleinere Rettungs- und Putzaktion durchführen müssen. Als das Regengebiet durch ist, können wir uns noch auf unsere Inselumrundung machen. Und das ist keine Übertreibung: Die Insel ist wirklich so klein! Eine Zeitlang hoffen wir noch auf das ganz große Himmelskino, aber die Show endet dann vorzeitig, weil sich am Horizont eine fette Wolkenbank angesammelt hat. Aber so war es schließlich auch besonders… Am nördlichen Ende können wir schon mal zu unserem morgigen Ziel Rörö rüberwinken und stellen uns die Frage ob entweder der Erfinder dieser Inselnamen sturzbesoffen war oder ob er einfach seinem Säugling zugehört hat und die ersten Worte, die das Kind spricht als Inselnamen gewählt hat.
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bonjourelfie am 08 Aug 2018 23:15:25
Hallo,
wenn ihr jetzt auf Hönö ward, habt ihr sicher auch hönökaka probiert. Nein, das ist keine Hühnerka...., sondern ein gut schmeckendes Gebäck (glaub ich jedenfalls, ist schon eine Weile her, dass ich dort war und es gegessen habe). Ach ja, und danke, dass ich bei euch mitfahren darf, bin jeden Abend dabei ( ein kleiner Ersatz, dass ich dieses Jahr nicht nach Schweden komme).
LGElfie
Momoblog am 09 Aug 2018 23:51:00
Strandtag ohne Strand
Nach dem gestern doch etwas bescheidenen Wetter erwartet uns nach dem Aufstehen absolutes Prachtwetter. Blauer Himmel, kleine Schäfchenwölkchen, warm. Und so starten wir mit einem Hafenfrühstück in den Tag und überlegen kurz, dass wir doch eigentlich noch ein bisschen bleiben können. Annette hatte schließlich gestern auf unserer Inselrunde noch einen regelrechten Badestrand entdeckt. Wir packen also die Badesachen und machen uns in Richtung Strand auf. Was uns erst kurz vor der Ankunft einfällt: Da war doch was mit Hunden! Ach ja, richtig - Hunde dürfen sowieso nur angeleint sein, aber an Stränden sind sie (so interpretieren wir den Aushang) kategorisch verboten. Also muss ein Plan B her und der sieht dann so aus: Im Gras kann man die Picknickdecke genau so gut auslegen. Und ins Wasser geht es von dort ebenso gut. Können wir mit leben. Also genießen wir die Aussicht auf den Strand und die Nachbarinsel Rörö und lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Und weil es so schön ist, verwerfen wir unseren Plan, am Nachmittag eine Insel weiter zu fahren, sondern sparen uns Rörö für den nächsten Inselbesuch auf - denn der kommt garantiert! So eine Insel hat einfach eine unglaublich entspannende Wirkung auf einen. Und Hyppeln gleich dreimal, denn außer dem ICA und einem Restaurant gibt es hier wirklich nichts, was einen großartig aufregen könnte. Apropos Restaurant: Kaum haben wir unsere Entscheidung getroffen, sieht Annette, dass das Restaurant (mit der angeblich so tollen Fischsuppe) heute geöffnet hat! Aber es ist doch noch gar kein Wochenende? Ich spreche die nette Besitzerin an, die gerade noch alles vorbereitet. Ja, sie hätte das eigentlich nicht geplant und sie hätte auch kein Personal für den Service, aber das Wetter sei doch so schön und sie würde es halt mal probieren. Großartig! Und ja, ihre Fischsuppe sei „the best“. Jam! Frohgemut lösen wir das Stellplatzticket für eine weitere Nacht und kaufen im süßen, kleinen ICA wichtige Grundnahrungsmittel ein: Eis, Gurke und Teilchen. Und mein Salmiakki-Eis ist dann wirklich ein Highlight - wer gerne Lakritz isst sollte das unbedingt mal probieren. Fast so gut wie das Lakritzeis von Conti in Wuppertal! Den restlichen Tag verbringen wir dann auf unserem Logenplatz im Hafen und gucken zu, wie ein Boot nach dem anderen den Anlegeplatz gegenüber verlässt - für morgen gibt es nämlich eine Sturmwarnung für das Gebiet… Annette merkt an, dass das Restaurant auf einmal wieder so verschlossen aussehe. Oh nein! Ich forsche nach und kriege die Antwort, dass die Chefin wohl plötzlich heftiges Nasenbluten bekommen habe und daraufhin ihren Plan wieder gecancelt habe. Fischsuppe adé… Aber immerhin gibt es erstklassigen Ersatz. Annette zaubert leckere Pasta mit Tomaten-Gorgonzola-Sauce, was den schlimmsten Schmerz bei mir lindert. Auch wieder ein Grund, noch mal wieder zu kommen! Abends drehen wir noch mal unsere Inselrunde. Und wie das dann so ist: Gestern nichts erwartet und dann doch schöne Fotos gemacht. Heute, nach dem tollen Sonnentag freue ich mich auf den Sonnenuntergang, welcher dann mangels Sonne ziemlich bescheiden ausfällt. Dafür kann ich mich aber noch mal an dem tollen gespaltenen Fels abarbeiten. Auch was!
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Momoblog am 10 Aug 2018 23:37:44
Sommersturm Irre! Nachdem wir gestern einen Sommertag aus dem Bilderbuch hatten, sieht es heute ganz anders aus. Die Nacht über hat es geschüttet und in den Morgenstunden setzte dann der Sturm ein. Ja, Sturm, nicht nur ein heftiger Wind! Auf dem Wasser tanzen die Schaumkrönchen und kleinere Dinge (unter anderem ein Boje!) fliegen durch die Luft. Das Kuriose dabei: Es ist gar nicht so kalt, wie man es bei dieser Windstärke erwarten würde. Und sonnig ist es größtenteils auch noch. Sommersturm! Der Oberkracher ist aber, der Fähre beim Anlegen zuzugucken. Sie kommt in einem ganz anderen Bogen als sonst angefahren, fährt vermeintlich viel zu schnell und viel zu weit, nur um dann doch genau an der richtigen Stelle zu Drehen und sich Meter um Meter zum Anleger vorzukämpfen. Großes Können! Und die einheimischen Schweden meinten, dass sei noch gar nicht mal so ein heftiger Sturm. Die Fähre würde noch bei ganz anderen Wetterwidrigkeiten verkehren. Crazy! Wir beschließen, erst mal vor Ort zu bleiben und nicht bei diesen Verhältnissen auch noch mit dem MoMo durch die Schären zu schippern. Aber unseren Stellplatz verlegen wir dann doch in eine windgeschütztere Ecke, nachdem wir eine Böe in voller Breitseite abbekommen haben. Wie das wackelt! Gegen Mittag beruhigt sich das Ganze dann etwas und wir beschließen, die nächste Fähre um 12 Uhr zu nehmen. Denn den Fahrplan kennen wir mittlerweile ganz gut - immer grob zur vollen Stunde ist die Fähre da. Also reihen wir uns schon mal in die Schlange ein. Wir sind die Ersten und Einzigen… Als um 12 Uhr aber weit und breit keine Fähre in Sicht ist, gucke ich mal am Fahrplanaushang nach. Hm, da ist wohl Mittagspause. Die nächste kommt in einer Stunde… Umso überraschter sind wir dann, als eine Fähre nach einer halben Stunde auftaucht. Fahrplan falsch verstanden? Aber nein, als ich schon fast aufgefahren bin, ruft der Kapitän hinüber „Rörö?“ Und ich verstehe: Das ist die Fähre die nach Rörö fährt und gleich auf dem Rückweg wieder hier vorbeikommt. Also doch noch eine halbe Stunde warten. Als die „Ulrike“ endlich ankommt, verlässt ein LKW die Fähre und die Fahrerin gibt mir zu verstehen, dass ich nicht auffahren könne, weil ein Notfallkrankentransport stattfinde. Argh! Aber plötzlich öffnet sich doch die Schranke und der Kapitän winkt uns 3 Autos doch noch an Bord. Glück gehabt! Die Überfahrt im geschützten Schärengürtel ist dann eher pittoresk und gar nicht so schlimm wie befürchtet. Zumindest so lange, bis wir aus dem Windschatten von Hyppeln herausfahren und in ein Wellental fallen. Platsch! Eine volle Breitseite für das MoMo. Und eine kleine für Annette und Elli, denn das Fenster war noch einen Spalt breit offen… Auf Hälso erledigen wir die Entsorgung von Grauwasser und Toilette und kriegen eine kleine Horrorstory von anderen Wohnmobilisten erzählt. Sie hätten auf dem Platz gestanden und sich nett unterhalten, als auf einmal das komplette Dach der Holzhütte nebenan vom Sturm mitgenommen wurde. Angeblich einen Meter neben dem sichtlich geschockten Kollegen sei dies passiert. Das wäre nicht gut ausgegangen, ein er im Weg gestanden hätte! Ich hatte ja noch ein bisschen damit geliebäugelt, eventuell auf Hälso zu bleiben, aber wir wollen unser Glück jetzt auch nicht überstrapazieren. Also geht es weiter: Fähre zurück zum Festland. Nachdem wir den für mich nach 4 Wochen ungewohnten starken Verkehr rund um Göteborg hinter uns gelassen haben, können wir das übliche Schweden-Autobahn-Procedere beginnen: Tempomat einstellen, laufen lassen. Es wird immer freundlicher, aber auch hier gibt es immer mal wieder heftige Böen, die uns durchschütteln. Gut, dass nichts passiert! Unser Ziel für heute ist Ängelholm. Der Ort, an dem wir unsere erste Schwedenübernachtung in diesem Jahr hatten. Diesmal wollen wir aber nicht an den Strand, sondern ein bisschen Stadtleben schnuppern. Und was wir dort sehen, gefällt uns. Entspannter Verkehr, nettes Stadtbild. Eine gute Mischung aus angenehm modern und trotzdem viel Natur. Hier kann man es aushalten! In der Storgatan haben wir das Torstens entdeckt. Und anscheinend haben wir unseren Besuch perfekt getimet, denn kurz nachdem wir sitzen, sind alle Tische belegt und als wir später gehen, gibt es sogar eine Schlange von Leuten, die auf Tische warten. Der Laden läuft! Und wie wir finden, zurecht. Denn es ist alles lecker, was wir probieren. Hauptspeise wie Nachspeise. Und ich stelle fest, dass mir der kuriose Ablauf eines schwedischen Restaurantbesuchs irgendwie gefällt. Das Ganze geht nämlich so: Man sucht sich auf einer Speisekarte etwas zu essen und zu trinken aus. So weit, so normal. Dann wird’s aber speziell. Man geht nämlich zum Tresen, wo die Kasse steht und gibt seine Bestellung auf. Gerne auch schon mit sofortiger Bezahlung. Man bekommt dann Besteck und Getränke ausgehändigt und bringt das selber zum Tisch. Die Speisen werden dann aber serviert, schmutziges Geschirr wird abgeräumt. Und wenn man fertig ist, ist man fertig. Kein „wie viel ist das jetzt wohl zusammen?“, kein „welches Trinkgeld will/muss ich geben“. Wie gesagt: Komisch, aber irgendwie total entspannt. Wir bummeln nachher noch etwas durch die Stadt und stellen fest, dass es eine Art Street-Food-Festival auf dem Marktplatz gibt. Auch einen deutschen Stand gibt es und was ist neben der unvermeidlichen Bratwurst noch als typisch deutsch im Angebot: Currywurst und Nackensteak. Nicht sehr originell… Da der citynahe Stellplatz schon voll war, als wir kamen, hatten wir erst mal daneben am Straßenrand geparkt. Nicht schlecht, aber auch nicht toll. Wir wollen aber toll! Also fahren wir noch mal 5km und landen wieder da, wo alles vor 4 Wochen begonnen hat: In Sibirien! Und da wir uns gut auskennen und der Platz deutlich weniger besucht ist als noch vor 4 Wochen, haben wir schnell einen Platz gefunden und sind schnellstens auf dem Weg zum Meer. Die Sonne wartet nicht! Und heute gibt es dann auch den klassischen Sonnenuntergang, der im Meer versinkt. Mit Möwe. Uns gefällts!
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Momoblog am 12 Aug 2018 09:44:08
Treibholzkunst
Welch ein schöner Stellplatz. Auch beim zweiten Mal sind wir wieder sehr happy mit diesem Platz in unmittelbarer Nähe zum Meer, an dem man auch mal Tisch und Stühle rausholen kann, ohne sich dabei komisch vorzukommen. Und so schmieden wir beim Frühstück in aller Ruhe den Plan, einfach mal die Region zu erkunden. Denn die Kullaberg-Halbinsel westlich von Ängelholm, die wir gestern bereits beim Sonnenuntergang gesehen haben, hat wohl so einiges zu bieten. Ein sehr spezieller Ort ist die Mikronation Ladonien des Künstlers Lars Vilks. Der hat, mitten im Naturschutzgebiet, das Kunstwerk Nimis aus Treibholz geschaffen. Abenteuerlich sind die Bretter miteinander vernagelt und stellen somit einen Abenteuerspielplatz Deluxe dar. Aber auch sonst lohnt es sich, den verlinkten Wikipediaeintrag mal zu lesen. Irrer Typ! Und für uns steht fest: Das gucken wir uns mal an. Wir fahren also durch das sommerliche Südschweden und fühlen uns auf einmal landschaftlich nach Dänemark versetzt. Alles so schön schnuckelig hier! Da wir schon gelesen haben, dass der Weg unwegsam sein soll, darf Mias ein Mittagspäuschen einlegen und wir machen uns auf den Weg. Und die erste Assoziation die wir auf dem Waldweg zum Gehöft Himmeltorpsgården haben: Das sieht ja auf einmal aus wie Zuhause! Keine Kiefern, keine Birken, sondern ein Buchenwald mit breiten Wegen. Genau wie im Bergischen! Am Gehöft selber stehen ein paar Pferde, vielleicht zum Ponyreiten für die Kinder. Auch einen Stand mit Eis und Getränken gibt es. Aber alle zieht es weiter, dem gelben N folgend nach Nimis. Da es ständig Streit zwischen dem Künstler und der Verwaltung gibt, ist dieses gelbe N übrigens der einzige Hinweis auf diese Attraktion. Keine Schilder, kein Vermerk auf der Wanderkarte. Aber alle gehen dorthin. Alle! Es ist ein ständiges Kommen und Gehen und unterwegs sind vom kleinen Kind bis zum Rentner am Stock wirklich alle Altersklassen vertreten. Und das, obwohl es steil bergab geht. Unter uns sehen wir zur Rechten zweitweise das Meer und dass das hier eine Steilküste ist, erfahren wir am eigenen Leibe. Als wir dann schließlich unten ankommen, ist es wirklich das gleiche Gefühl wie auf einem Abenteuerspielplatz: Das ganze Gebilde ist mit unzähligen Brettern und noch mehr Nägeln zusammengekloppt und ist chaotisch schön. Das Erstaunliche: Es ist wirklich stabil! Beim Durchklettern der eher engen Gänge und Röhren hat man nie das Gefühl, dass es gleich zusammenkracht. Und das, obwohl alles danach aussieht! Annette guckt zu Beginn etwas sparsam, denn das Gebilde sieht wahrlich nicht danach aus, als sollte man es mit einem Hund erkunden. Zu groß wäre die Gefahr, dass Elli da mit einem Bein abrutscht und sich irgendwo einklemmt oder an einem Nagel verletzt. Denn diese sind mehr als einmal so durchs Holz getrieben, dass am anderen Ende noch die Spitze rausguckt. Ständig hört man begeistertes Kreischen der Kinder, die sich daran versuchen, die Türme hinaufzukraxeln. Also, von innen. Und so urig das ganze ist: Es scheint nicht wirklich etwas zu passieren, auch wenn so manche Mama da mit zusammengepressten Lippen besorgt nach oben schaut. Neben Nimis gibt es unten zwischen den Steinen noch das andere Kunstwerk des Künstlers, Arx. Hier ist nicht mit Holz, sondern mit Steinen gearbeitet worden. Wenn man so will, eine gigantische Tröpfelburg. Steine, Lehm, wieder Steine. Vielleicht nicht ganz so toll wie Nimis, aber immer noch skurril sehenswert. Nachdem wir uns die Steilküste schweißtreibend wieder hinauf gearbeitet haben, geht es noch ein Stückchen weiter entlang der Küste. Von dort oben hat man einen tollen Blick auf die Meerenge und kann tatsächlich am Horizont Dänemark sehen. Auf unserem Rückweg wird es dann noch ein bisschen abenteuerlich. Der auf der offiziellen Karte angegebene Weg existiert nämlich nicht (mehr). Wir folgen aber trotzdem den schemenhaft zu erkennenden Wegresten Richtung Süden, um ein Stück des Weges abzukürzen. Und stehen plötzlich vor einem Zaun. Aber auch der ist morsch und an einer Stelle schon umgefallen, so dass wir drüber klettern können. Dumm nur, dass kurz vor dem „richtigen“ Weg, den wir nach Gekraxel durchs Dickicht sogar schon sehen können, ein zweiter Zaun kommt, den wir dann nicht mehr umgehen können: Alles retour! Als wir dann dem etwas weiter führenden Weg folgen, gibt es auch eine Lösung für das Zaunproblem. Es gibt nämlich Türen - und eine davon wäre ungefähr 100m von der Stelle gewesen, an der wir gescheitert sind…. Für unser Ladonien-Abenteuer wollen wir uns jetzt belohnen. Auf nach Mölle, dem Ort an der Spitze der Halbinsel! In dem netten kleinen Ort finden wir die Krukmakeri, die Töpferei mit Café-Restaurant. Was ein netter Fund! Denn nicht nur ist das hier mit dem Apfelbaum-Biergarten und dem urigen Interieur sehr gemütlich, sondern auch das Essen mit der Antipasti-Platte und dem Schokokuchen ist wirklich gut. Und als kleines Extra-Special gönnt Annette sich das Rosmarin-Eis - hört sich schräg an, wird aber nach dem Kosten für gut befunden! Ein echter Wohlfühlort. Und falls ihr einmal da seid, fragt nach der Visitenkarte - die ist nämlich getöpfert… Die ganze Zeit schon hatte sich da was Schwarzes am Himmel zusammengebraut und als wir zurück zum MoMo gehen, fallen die ersten dicken Tropfen. Zeit, sich einen Stellplatz zum suchen! Den finden wir dann am Strand von Höganäs. Und können uns ganz tolles Himmelskino aus dem warmen gemütlichen MoMo heraus angucken. Und wundern uns am Ende des Tages, dass der Parkplatz mit Womos richtig gut gefüllt ist - selbst im Stockdunklen kommen noch welche an, die auch den letzten Platz besetzen…
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Momoblog am 12 Aug 2018 20:59:49
Köstlicher Regentag
Echt voll hier. Aber bei dem nieseligen Regenwetter mit Wind ist der Badestrand auch für die meisten Schweden keine Option, so dass wir niemandem den Parkplatz wegnehmen. Entsprechend gemütlich starten wir in den Tag. Erst mal gucken, was das Wetter macht. Und das wird gegen Mittag dann sogar eher freundlich. Wir brechen auf. Heute möchten wir mittags noch mal lecker essen gehen. Denn eines müssen wir sagen: Ja, es ist etwas teurer als in Deutschland. Mit alkoholischen Getränken sogar sehr viel teurer. Aber von der Qualität der Speisen sind wir absolut begeistert. Alles frisch, gut zubereitet und wohlschmeckend. Hier kann man wirklich problemlos gut essen. Oder wir haben bisher eine außerordentlich hohe Trefferquote. Heute fahren wir in den Hafen von Höganäs, da dort das Hafenrestaurant Bryggan gut sein soll. Da es aber erst um 12 Uhr öffnet, bummeln wir noch etwas durch den Hafen und entdecken eine gute Idee, hässliche Betonhafenmauern schöner zu machen: selbst gestaltete Kacheln, offensichtlich von Kindern und Jugendlichen gestaltet und im Laufe der Jahre immer weiter angewachsen. Die ältesten sind von 1992 und sehen dafür noch erstaunlich frisch aus. Interessant, zu sehen, welche Motive absolute Evergröls sind: Pferde, Sonne, Jesus gehen immer. Aber auch S*x, Dr*gs und Rock’n’Roll oder ein beherztes „F*ck cancer“ lassen sich finden. Ist irgendwie eine schöne Variante der allgegenwärtigen Liebesschlösser an jeglichem Brückengeländer in einer Großstadt. Im Bryggan sind wir die einzigen Gäste und es werden im Verlauf unseres Aufenthaltes auch nicht viel mehr. Woran das liegt ist uns etwas schleierhaft. Denn auch an unserem letzten Tag in Schweden kriegen wir noch mal richtig gutes Essen vom freundlichen Service serviert. Praktischerweise gibt es von meinen Lieblingsgerichten Fischsuppe und Muscheln jeweils eine halbe Portion im Angebot. Und zwei Halbe machen ja ein Ganzes. Bestellt! Wobei: Diese halben Portionen würden in den meisten anderen Restaurants auch als große Portion durchgehen. Zumindest würde niemand ernsthaft sagen „Das ist aber wenig!“ Für mich ist es ein Fest, denn beide Mahlzeiten sind Volltreffer - und auch Annettes Gericht hält, was versprochen wurde: „reichlich Krabben“. Die sind nämlich so reichlich, dass das Brot darunter komplett verschwunden ist. Und so frisch, dass man sich vor Genuss reinlegen möchte, sind sie auch noch. Fein, fein, fein! Aber dank der üppigen Portion Mayonnaise auch so magenfüllend, dass Annette sich erst mal ein Schnäppchen genehmigen muss. Prost! Und auch unser nächstes Ziel hat mit Essen zu tun. Denn um die Ecke gibt es noch das Maison Francaise. Von einer Schwedin und einem Franzosen betrieben soll es dort echt französische Küche und, für Annette ein Muss, Tarte Citron geben. Und die wollen wir uns für das spätere Kaffeetrinken als Goodie kaufen. Wir steuern das Restaurant an und stellen zu unserer Freude fest, dass das Haus wohl gut besucht ist - scheint also was Gutes zu sein. Nur leider ist es so gut besucht, dass aller Süßkram für Restaurantgäste reserviert ist und nichts einfach so außer Haus verkauft wird. Anders, als es online angekündigt wurde. Und so ziehen wir, mit dem verlockenden Küchlein schon vor Augen, mit leeren Händen davon. Der restliche Tag ist dann relativ schnell abgehandelt: Fahren, einkaufen von schwedischen Grundnahrungsmitteln für Zuhause, fahren, Regenschauer, entsorgen, Stellplatz in Malmö mit Sicht auf die Brücke erkunden, für unattraktiv befinden, fahren, noch mehr Regen, Stellplatz auf der Falsterbo-Halbinsel erkunden, für noch unattraktiver halten, weiterfahren. Wir beschließen, den Tag einfach auf dem uns schon bekannten Stellplatz in Kämpinge zu beschließen. Kennen wir, ist ordentlich und wenn es abends doch noch mal etwas trockener wird, könnten wir sogar an den Strand. Ich finde sogar die Ecke wieder, wo wir beim letzten Mal gestanden haben und bin erstaunt, dass lediglich ein anderes Womo mit uns auf diesem Riesenplatz steht. Das war doch letzte Nacht deutlich anders! Nachdem Annette den Kaffee gekocht hat, pilgere ich mal zum flammneuen Parkautomaten, um noch für die Zeit bis 20 Uhr (Afgivt 8-20) zu bezahlen. Und mich trifft echt der Schlag: Es gibt den freundlichen Hinweis, dass man doch bitte mit der Park-App bezahlen solle und dass Womos für diesen Platz 250 Kronen/Tag bezahlen sollen. 25€ für einen Platz ohne alles? Wer hat sich das denn überlegt…? Also fahren wir auch hier weiter. Reichlich genervt finden wir auf dem Weg nach Trelleborg dann einen Stellplatz direkt an der „Haupt“straße, der „nur“ 100 Kronen kosten soll. Naja, bevor wir heute noch länger durch den Regen kurven: Nehmen wir. Immerhin direkt am Meer. Gut genug für einen letzten Abend in Schweden, das uns den Abschied diesmal sehr leicht macht.
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Momoblog am 14 Aug 2018 15:55:44
Das Geisterschiff
Die Wetterlage ändert sich leider nicht mehr. Es bleibt trüb-nieselig. Und bei diesem Wetter fällt einem der Abschied nicht schwer. Also fahren wir zum Hafen und diesmal klappt es auch mit dem Precheck völlig problemlos. Aber wahrscheinlich auch nur, weil wenig los ist. Die Frau im Auto vor uns guckt sehr angestrengt auf das Display und wirkt etwas ratlos, kriegt ihre Tickets dann aber nach einiger Zeit doch. Als ich dann am Zuge bin, wundert mich auch wirklich nichts mehr. Die angezeigten Infos sind so spartanisch, dass man sich schon zusammenreimen muss, wie es weitergeht. Dass da so mancher Kunde dran scheitert, wundert mich jetzt gar nicht mehr. Ich frage mich wirklich, ob die niemanden haben, der das ganze noch mal auf Bedienungsfreundlichkeit überprüft und sofort erkennt, woran es hakt. So schwer wäre das nämlich nicht… Wir fahren an Bord und wundern uns: Alles so leer hier! Die Fahrspuren, die auf der Hinfahrt alle noch bis zum Ende gefüllt waren, bleiben zum guten Teil leer oder sind nur mit ein paar Fahrzeugen gefüllt. Wenn das Schiff zu einem Viertel belegt ist, ist das schon viel. Egal. Wir warten auf dem leeren Deck pflichtschuldig bis wir abgelegt haben und machen es uns anschließend in der Kabine gemütlich. Als wir zum Mittagessen gehen, wandeln wir durch leere Gänge und fragen uns kurzzeitig, ob wir vielleicht die einzigen verbliebenen Menschen auf einem Geisterschiff sind. Ein unheimlicher Gedanke. Aber beim Buffet sind dann doch zumindest eine Handvoll Tische besetzt. Aber es fehlt das erwartungsvolle fröhliche Treiben eines Schiffes voller Urlaubsgäste. Dazu passt, dass wir quasi im Schneckentempo voran kommen. Gefühlt nimmt das Schiff so ungefähr gar keine Fahrt auf. In Zeitlupe nähern wir uns zum Schluss Travemünde, was wir mindestens eine Stunde vor Ankunft schon sehen können. Gefühlt so, als könne man problemlos nebenher spazieren, wenn man nur Jesus wäre und übers Wasser laufen könnte. Aber irgendwann sind wir dann doch angekommen, haben deutschen Boden unter den Rädern und fahren zum einen durch ein richtig heftiges Unwetter mit Starkregen und wundern uns andererseits, wie bereits in Südschweden, über die vergilbten Wiesen und Felder. Eine echte Dürre! Wir steuern heute mal ein neues Zwischenziel an, da wir keine Lust darauf haben, den Rest bis nach Hause in einem Rutsch zu fahren. In der Nähe von Walsrode gibt es den Forellenhof, der Stellplatz und Restaurant anbietet. Probieren wir aus. Und finden ein erstaunlich ambitioniertes Hotel mit Restaurant, Kneipe und Braustube vor, dass mit dem Forellenwasser sogar einen eigenen (leckeren!) Schnaps im Angebot hat. Das Skurrilste aber: Es gibt auch ein „hauseigenes“ Storchenpaar mit Nachwuchs. Und der Papa (oder die Mama?) setzt sich abends auf die Laterne am Hofeingang. Und das ist dann doch ein schönes Abschlussbild für die diesjährige Sommerreise.
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Danke fürs Mitreisen!
haroba am 14 Aug 2018 17:00:09
Moin!
Der link zum köstlichen Regentag ist (bei mir) falsch. Da kommt das Geisterschiff... Oder ist das vielleicht Absicht?
Danke für die tollen Berichte!
Munterholln! Hartmut
Momoblog am 14 Aug 2018 17:32:25
Hallo Hartmut,
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