Das Forum hier, mit den vielen Beiträgen über individuell aufgebaute Reise- und Wohnmobile und auch die Reiseberichte, war natürlich auch nicht ganz "unschuldig" an diesem Traum. Ausserdem habe ich mir hier viel Inspriration für die Planung unseres Fahrzeugs "angelesen". An dieser Stelle herzlichen Dank ans Forum für diesen Input. Ich hoffe mit meinem Beitrag hier ein wenig davon zurückgeben zu können. Vielleicht helfen meine Zeilen dem einen oder anderen bei der Planung seines Fahrzeugs.
Unsere Planung haben wir in 2016 ernsthaft begonnen und das Fahrzeug dann im Januar 2018 in Auftrag gegeben. Im Vorfeld haben wir uns unzählige Fahrzeuge auf Messen wie der CMT in Stuttgart und der Abenteuer Allrad in Bad Kissingen angesehen. Aber so richtig fündig sind wir nicht geworden. Ein Pickup mit fester Wohnkabine war uns einen Tick zu klein und ein LKW- fahrgestell wiederum zu schwer. Größenmäßig ideal wäre ein Aufbau auf einem Mercedes Sprinter oder Iveco Daily gewesen. Hier hapert es aber an der Gesamthöhe, da das Führerhaus schon rund 2,30 m hoch ist. Mit einem einigermaßen komfortablen Alkovenaufbau hätten wir die 3,20m Gesamtfahrzeughöhe "gerissen". Und ein Alkoven musste es werden, da wir von unserem Kastenwagen verwöhnt, nicht mehr auf Längsbetten verzichten wollten. Ausserdem war Wendigkeit und somit ein möglichst kurzes Fahrzeug mit eben solchem Radstand mit ganz oben auf der Wunschliste.
Im VW T6 Fahrgestell 4motion mit Differentialsperre und fest aufgebauter Wohkabine haben wir für uns den besten Kompromiss gefunden. Hier ein paar Bilder des Fahrgestells im Auslieferungszustands.


Um die Schlechtwegetauglichkeit zu erhöhen wurde eine moderate Höherlegung um ca. 4 cm eingebaut und eine Umbereifung auf AT-Reifen 235/65/R17 durchgeführt. Zusätzlich wurden die Entlüftungen der Getriebe und des Motors nach oben verlegt um auch beim Furten einwenig mehr Spielraum zu haben.
Der spätere Wohnaufbau bedingt eine Auflastung auf 3,5 to mittels eine Luftfeder an der Hinterachse. Nachdem Umbau sieht das Fahrgestell so aus:


Die Kabine sollte kompakt aber trotdem komfortabel werden. Das Ergebnis unserer Planungen ist folgender Grundriss:

Bei der Ausstattung der Kabine war unsere Vorgabe, weitgehend autark zu sein. Die diesbezügliche Schwachstelle war immer die Wasserver- und entsorgung. Die Toilette benötigt zur Spülung das meiste Wasser und nach zwei Tage ist eine Entsorgung fällig. Dies führte in Gegenden ohne durchgängige Camping-Infrastruktur immer wieder zu Kopfzerbrechen. Dies werden wir zukünftig nicht mehr haben, da wir uns führ eine Trenntoilette entschieden haben. Die Wahl fiel auf eine Naturehead.
Im weiteren wollen wir zukünftig auch unabhängig von Steckdosen sein. 200 Ah Lithiumionen Akkus und eine 200 Wp Solaranlage sollte uns das sicherstellen.
Unter Komfort verbuchen wir unseren Backofen, der es uns ermöglich bei Bedarf unser eigenes Brot zu backen.
Maße Gesamtfahrzeug:
Fahrzeuglänge: 5,70 m
Fahrzeugbreite: 2,08 m
Fahrzeughöhe: 3,16 m
Kabinenlänge incl. Alkoven 4,60 m
Anfang Dezember hat uns der Kabinenbauer mit ein paar Bildern den Beginn des eigentlichen Kabinenbaus signalisiert.



Due Aussicht auf einen solch großen Ausschnitt in der Fahrerkabine hat mich doch etwas erschreckt, dachte ich doch dass dieser nur so groß wie der eigentliche Durchgang wird. Im Gespräch mit dem Kabinenbauer haben wir uns dann doch auf einen großen Auschnitt geeinigt. Dadurch können wieder einige Kilos gespart werden und die Befestigungsfläche wird größer, was zu mehr Stabilität des Gesamtfahrzeugs führt.
Nach einer kurzen Verzögerung gehen die Arbeiten jetzt wieder planmäßig voran und wir sind schon ganz gespannt, was uns der Kabinenbauer unter den Weihnachtsbaum legt.
Bis auf weiteres
Gruß
Ralf




