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luftfederung
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Fernreisetaugliches Mobil auf VW T6 Fahrgestell


q2v am 09 Dez 2018 15:40:36

Der Traum war schon immer latent vorhanden. Ein Fahrzeug das weitgehend unabhängig von touristischer Infrastruktur bewohnt werden kann und auch abseits von geteerten Strassen zuverlässig funktioniert.
Das Forum hier, mit den vielen Beiträgen über individuell aufgebaute Reise- und Wohnmobile und auch die Reiseberichte, war natürlich auch nicht ganz "unschuldig" an diesem Traum. Ausserdem habe ich mir hier viel Inspriration für die Planung unseres Fahrzeugs "angelesen". An dieser Stelle herzlichen Dank ans Forum für diesen Input. Ich hoffe mit meinem Beitrag hier ein wenig davon zurückgeben zu können. Vielleicht helfen meine Zeilen dem einen oder anderen bei der Planung seines Fahrzeugs.
Unsere Planung haben wir in 2016 ernsthaft begonnen und das Fahrzeug dann im Januar 2018 in Auftrag gegeben. Im Vorfeld haben wir uns unzählige Fahrzeuge auf Messen wie der CMT in Stuttgart und der Abenteuer Allrad in Bad Kissingen angesehen. Aber so richtig fündig sind wir nicht geworden. Ein Pickup mit fester Wohnkabine war uns einen Tick zu klein und ein LKW- fahrgestell wiederum zu schwer. Größenmäßig ideal wäre ein Aufbau auf einem Mercedes Sprinter oder Iveco Daily gewesen. Hier hapert es aber an der Gesamthöhe, da das Führerhaus schon rund 2,30 m hoch ist. Mit einem einigermaßen komfortablen Alkovenaufbau hätten wir die 3,20m Gesamtfahrzeughöhe "gerissen". Und ein Alkoven musste es werden, da wir von unserem Kastenwagen verwöhnt, nicht mehr auf Längsbetten verzichten wollten. Ausserdem war Wendigkeit und somit ein möglichst kurzes Fahrzeug mit eben solchem Radstand mit ganz oben auf der Wunschliste.
Im VW T6 Fahrgestell 4motion mit Differentialsperre und fest aufgebauter Wohkabine haben wir für uns den besten Kompromiss gefunden. Hier ein paar Bilder des Fahrgestells im Auslieferungszustands.


Um die Schlechtwegetauglichkeit zu erhöhen wurde eine moderate Höherlegung um ca. 4 cm eingebaut und eine Umbereifung auf AT-Reifen 235/65/R17 durchgeführt. Zusätzlich wurden die Entlüftungen der Getriebe und des Motors nach oben verlegt um auch beim Furten einwenig mehr Spielraum zu haben.
Der spätere Wohnaufbau bedingt eine Auflastung auf 3,5 to mittels eine Luftfeder an der Hinterachse. Nachdem Umbau sieht das Fahrgestell so aus:


Die Kabine sollte kompakt aber trotdem komfortabel werden. Das Ergebnis unserer Planungen ist folgender Grundriss:

Bei der Ausstattung der Kabine war unsere Vorgabe, weitgehend autark zu sein. Die diesbezügliche Schwachstelle war immer die Wasserver- und entsorgung. Die Toilette benötigt zur Spülung das meiste Wasser und nach zwei Tage ist eine Entsorgung fällig. Dies führte in Gegenden ohne durchgängige Camping-Infrastruktur immer wieder zu Kopfzerbrechen. Dies werden wir zukünftig nicht mehr haben, da wir uns führ eine Trenntoilette entschieden haben. Die Wahl fiel auf eine Naturehead.
Im weiteren wollen wir zukünftig auch unabhängig von Steckdosen sein. 200 Ah Lithiumionen Akkus und eine 200 Wp Solaranlage sollte uns das sicherstellen.
Unter Komfort verbuchen wir unseren Backofen, der es uns ermöglich bei Bedarf unser eigenes Brot zu backen.
Maße Gesamtfahrzeug:
Fahrzeuglänge: 5,70 m
Fahrzeugbreite: 2,08 m
Fahrzeughöhe: 3,16 m
Kabinenlänge incl. Alkoven 4,60 m

Anfang Dezember hat uns der Kabinenbauer mit ein paar Bildern den Beginn des eigentlichen Kabinenbaus signalisiert.




Due Aussicht auf einen solch großen Ausschnitt in der Fahrerkabine hat mich doch etwas erschreckt, dachte ich doch dass dieser nur so groß wie der eigentliche Durchgang wird. Im Gespräch mit dem Kabinenbauer haben wir uns dann doch auf einen großen Auschnitt geeinigt. Dadurch können wieder einige Kilos gespart werden und die Befestigungsfläche wird größer, was zu mehr Stabilität des Gesamtfahrzeugs führt.
Nach einer kurzen Verzögerung gehen die Arbeiten jetzt wieder planmäßig voran und wir sind schon ganz gespannt, was uns der Kabinenbauer unter den Weihnachtsbaum legt.

Bis auf weiteres

Gruß
Ralf

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gespeert am 09 Dez 2018 15:51:59

Wie sieht der Zwischenrahmen aus?

ichsehnix am 09 Dez 2018 15:59:45

Hallo Ralf,
interessantes Projekt und mit Batari hast du sicherlich eine gute Wahl getroffen. Halte uns auf dem Laufenden. :top:

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q2v am 09 Dez 2018 17:43:17

Einen Zwischenrahmen gibt es nicht. Im Sandwich des Bodens sind Verstärkungen aus Aluminium, die auch zur Befestigung dienen.
Die Transporterrahmen verwinden sich nicht so stark, schon gar nicht mit dem kurzen Radstand.
Ausserdem ist das Auto eh nichts für richtiges Offroad-Gebolze. Ich im Übrigen auch nicht. Sandschaufeln und Matchwühlen ist mir zu anstregend. :D

q2v am 09 Dez 2018 17:46:56

ichsehnix hat geschrieben:..... mit Batari hast du sicherlich eine gute Wahl getroffen. :top:


Sehr gut beobachtet. :zustimm: Ich denke schon, dass Herr Batari einen guten Job machen wird. Bisher bin ich von der Zusammenarbeit mit ihm sehr angetan.

Gast am 09 Dez 2018 18:03:26

q2v hat geschrieben:Einen Zwischenrahmen gibt es nicht. Im Sandwich des Bodens sind Verstärkungen aus Aluminium, die auch zur Befestigung dienen.


Sehr gute Wahl, bei unserem Fahrzeug ist es ähnlich gelöst und funktioniert seit 70t km ohne Probleme am Chassis oder Aufbau, trotz manchmal "härterem" Offroadeinsatz.

Ich vermute dein Fahrzeug wurde bei Seikel umgerüstet?
Ich kann dir nur sehr empfehlen in den Tank und Motorschutz zu investieren und wenn das Geld stimmt in die kurze Übersetzung. Auch wenn man nicht "offroaden" will so kommt Mann nicht drum rum die Fähigkeiten des Fahrzeuges zu nutzen um den ein oder anderen schönen Stellplatz zu erreichen, und gerade da kann man das Fahrzeug und den Aufbau extrem schonen wenn man mit niedriger Geschwindigkeit fahren kann.

babenhausen am 09 Dez 2018 18:58:12

Hier die ARL von den Transportern
--> Link
Die dürfte der Aufbauer kennen und auch einhalten.

crono am 11 Dez 2018 00:22:43

Ahoj!

Sieht gut aus, ich freue mich auf weitere Bilder :)

Ich habe im Frühjahr ein vergleichbares Projekt abgeschlossen: Alkoven-Kabine auf einer Daily-Doka (--> Link) - Ich komme mit einer Aloven-Innenhöhe von 75cm auf eine Gesamthöhe (Inkl. HeKi) von 3.15m. Den T6 4MO haben wir auch angeschaut (Frontantrieb kam nie in Frage), wegen der geringeren Nutzlast (auch aufgelastet), des etwas zu kurzen Fhz. (-> zu viel Hecküberhang für ein ~6m Mobil) und des Mehrpreises aber dagegen entschieden - in der Einzelkabine sähe es ggf. auch anders aus...

Eine Frage: Wieso baust du die TTT nicht selber, im Sinne von "Kasten + Trenn-Einsatz"? Die NH ist mir viel zu schwer und klobig und der Mini-Tank (10L?) hast du zu zweit nach 2-4 Tagen voll. Mein Eigenbau wiegt ein paar KG, dafür gönnte ich mir einen 40L (unterflur) Tank. Der reicht zu 5. (3 Kinder) ca. 2 Wochen und ich brauche nie mehr ein Behälter "von Hand" zu entleeren...

Mit Gruss

gespeert am 11 Dez 2018 07:30:30

Faehrst Du auch im Winter?

Wenn ja wird ein Aussentank lustig wenn die Suppe einfriert.
Ich kenne Loesungen wie Kegelstumpf wo der Boden abnehmbar ist um die Eisbomben entnehmen zu koennen.

Bei der NH tauschst Du nur die Flasche und nimmst die Volle in der Tragetasche mit zum Sanitaergebaeude.
Ganz unauffaellig.

Oder Du montierst einen Tank und modifizierst eine Flasche mit Ablaufschlauch. So hast Du im Sommer den Aussentank, im Winter ist dieser leer.

q2v am 11 Dez 2018 23:05:51

crono hat geschrieben:Ich habe im Frühjahr ein vergleichbares Projekt abgeschlossen

Eine Frage: Wieso baust du die TTT nicht selber, im Sinne von "Kasten + Trenn-Einsatz"? Die NH ist mir viel zu schwer und klobig und der Mini-Tank (10L?) hast du zu zweit nach 2-4 Tagen voll.


Hallo Crono,
ich habe Deine Ausbaustory mitverfolgt. Schönes Projekt und ebenso schöne Umsetzung - meinen Respekt! Hätte ich so nicht hinbekommen. Was mich auch gleich zu Deiner Frage führt.
Der Selbstausbau ist nicht so mein Ding. Ich bin dafür zu ungeduldig. Daher lasse ich den Ausbau auch jemanden machen, der es besser kann als ich und setzte darüber hinaus auf Standardkomponten wie eben die NH. Der kleine Tank für´s Flüssige stört mich nicht. Für desssen Leerung benötige keine besondere Infrastruktur, wie Chemieausguss. Und das war mir am wichtigsten.
Btw.: Der Backofen in Deinem Ausbau hat mich ein wenig schmunzeln lassen. Das ist schon der pure Luxus bei begrenzten Platz- und Zuladungskapazitäten. Kommt bei mir aber auch einer rein. :D

Viele Grüße
Ralf

crono am 12 Dez 2018 00:17:29

Hi Ralf

Alles klar, das macht Sinn :-) Wir verreisen übrigens nicht im Winter. Würden wir dies, wäre der Tank natürlich isolidert / geheizt resp. im Zwischenboden...

... und der Backofen - es ist ein "SMEV Mini Grill 555", die mir bekannt einfachste und leichteste Version (wohl eher ein "Ober-Grill"). Leider bei uns nicht/kaum zu beschaffen, aus GB importiert kostete mich das Ding 200€. Wir verwenden ihn nur zum warm machen oder aufbacken... dafür habe ich die 6 Kg. an Gewicht gerne investiert :-)

Ich freue mich auf Bilder zu deinem Ausbau!

Mit Gruss

q2v am 25 Jan 2019 22:32:29

Hallo Leute,
jetzt gibt´s mal wieder ein kleines Update von mir. Der „Rohbau“ ist fertiggestellt.. Die Klappen sind auch schon drin und ein Teil der Technik hat seinen Platz gefunden. Ich denke es gibt meinerseits auch nicht allzu viel zu kommentieren. Die Bilder sprechen für sich Der Innenausbau soll nächste Woche erfolgen. Noch ist alles im Zeitplan und ich bin guter Dinge, dass das auch so bleibt.



Alter Hans am 28 Jan 2019 18:40:06

Freut mich, Deine Gedanken zu verfolgen und die Verwirklichung.
Mein T4 syncro, LR, Einzelkabine, etwas höher gelegt, EZ =9/2001 hat viel Ähnlichkeit mit Deinem Projekt. Es hat sich sehr gut bewährt.

Wie sind Deine zul. Achslasten? Ich schätze 1800/1800 kg?
Ges.gew. 3,5 T.
Die Abmessungen Deiner Kabine sind etwas größer als meine, der T6 wiegt als Fahrgestell deutlich mehr als der T4. Dein hinterer Überhang dürfte ca 60 cm länger sein als bei meinem T4?? Obwohl es auf dem Foto nicht so aussieht. Du hast doch den kurzen Radstand?
Also bitte achte beim Ausbau sorgfältig auf die Gewichte!
Bei mir komm ich gerade so hin. Allerdings hab ich bei längeren Reisen ordentlich Werkzeug, manchmal Alusandbleche und auch ETeile dabei. Dafür deutlich weniger Wasser.

Viel Freude und Erfolg beim Projekt!

q2v am 28 Jan 2019 22:26:28

Hallo Hans,
die Ähnlichkeit unserer Fahrzeuge ist mir auch schon aufgefallen. ;D Tatsächlich hat mich Dein Fahrzeug auch inspiriert. Bei meinen Recherchen, während der Planungszeit, bin ich schon dann und wann einmal über Dein Projekt „gestolpert“. Meinen Respekt dafür. Sieht alles sehr solide aus und hat sich ja offensichtlich bewährt.
Die zulässigen Achslasten sind vorne 1710 und hinten 1950 bei 3,5 to zGG.
Der hintere Überhang bis zur Anschrägung sind rund 130cm und dann noch rund 30cm Rucksack. Ich habe den langen Radstand gewählt, weil mir die Proportionen damit etwas schlüssiger erschienen.
Das Gewichtsthema liegt mir auch im Magen, aber ich denke wir haben einen guten Kompromiss gefunden. Wir sollten auf knapp 3to in fahrbereiten Zustand kommen. Die Zuladung ist dann schon begrenzt, aber für ein 3,5to Fahrzeug noch ganz passabel.
Ich hoffe mein Fahrzeug erreicht auch die km-Leistung wie Deines. Ich wünsche Dir noch viele schöne Reisen damit.

Gruß
Ralf

scw2wi am 28 Jan 2019 22:37:56

Hallo Ralf,

tolles Fahrzeug!

Ich bin auch gerade am tüfteln, ob ich mit 3,5to und Allrad-Umbau es schaffe, noch genug Zuladung zu haben.
Daher würde mich brennend interessieren, wie deine Gewichtsrechnung aussieht.
Fahrgestell Grundgewicht + Fahrgestell Zusatzoptionen + Fahrgestell-Umbau + Camping-Kabine mit Inneneinrichtung.

Walter

Alter Hans am 29 Jan 2019 19:21:06

Hallo Ralf,

schön dass ich Dich inspirieren konnte.
Dass Du den LR gewählt hast ist sehr gut. Da bekommst Du bei Deiner starken Hinterachse hinten kaum Gewichtsprobleme.

Mein Ausbau ist schon stabil, aber nicht überall: Schranktürle und Schubladenfronten sind Leichtbau aus 8mm Buchensperrholz aufgesetzt auf den Schrankkorpus mit ganz mickrigen Scharnierle. Aufsteller brauchte ich gar nicht da ich keine Klappen verbaut habe. Die Verschlüsse von Reimo aus Plastik sind auch stabil und leicht. Zwischenfächer aus 4 mm Sperrholz (Reste) sind ebenfalls leicht.
Die Buchenmultiplexplatten mit 15,12, 9mm sind stabil, gut zu verarbeiten, praktisch verzugsfrei und Schrauben halten darin sehr gut.
Manches Brett hätte ich wohl etwas dünner nehmen können.
Aber all das kannst Du vielleicht nicht beeinflussen?

Huggepack am 02 Dez 2020 01:16:57

Hallo,
wollte mal fragen was aus dem Projekt geworden ist.
Bist Du mit der Planung und dem jetzigen ergebnis Zufrieden?

Grüße

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