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Hohe Fehlertoleranz bei Womos ?


rkopka am 23 Dez 2018 03:11:44

Das Thema kam des öfteren bei Fragen zu bestimmten Womos auf. Qualitätssicherung bzw. das Fehlen davon. Natürlich liest man eher Berichte über Probleme als über problemlose Womos. Trotzdem scheinen noch genug Käufer zumindest kleine Fehler an ihren Womos zu finden. Ich schätze mich glücklich, daß es bei mir nur eher kleine Sachen waren, die auch behoben wurden, trotzdem aber ärgerliche.

Was mich etwas wundert ist, daß jedesmal die Beiträge kommen:
- das ist halt so
- schraub die xy halt selber fest und jammere nicht
- ein Womo ist Handarbeit, da geht schon mal was schief

Wieso akzeptieren Leute Fehler bei Womos, die sie bei halb so teuren PKW vors Gericht zerren würden ? Handarbeit kann ein Problem sein, anderswo wiederum wird mit Handarbeit ein hoher Preis durch hohe Qualität gerechtfertigt. Also was jetzt ?
Und vor allem mein "Lieblingsthema": warum wurden die Fehler nicht schon im Werk gefunden ? Viele der geschilderten Fehler sind solche, die man schon beim etwas genaueren Rundgang mit Betätigung aller Geräte, Klappen, Türen, Schalter finden könnte. Das Argument, daß ein Womo komplexer ist als ein PKW, ist IMHO falsch. Gerade dann müssen eben die Kontrollen ausführlicher sein. Und 1h eine Fachkraft, die wirklich alles durchschaut, wirkt sich praktisch nicht auf den Preis aus. Ist es für die Hersteller wirklich billiger sich mit x Besuchen in der Werkstatt abzugeben ? Allein der Papierkrieg dazu müßte ja schon teurer sein.

RK

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rolf51 am 23 Dez 2018 08:35:20

Hallo,
man kann die Qualität nicht er prüfen. Wenn man weiß wie aufwendig die Qualitätskontrollen in den PKW Herstellerwerken sind, kann ich mir kaum vorstellen dies, Wirtschaftlich, im Womo-Bau umzusetzen. Da auch viele Beanstandungen erst bei der Dynamischen Benutzung auffallen/treten.

guitarp am 23 Dez 2018 09:10:56

Hallo,
weil eben die ersten beiden Aussagen stimmen (ist halt so und schraube ich halt selbst).
und zwar nicht nur beim Womo sondern auch bei unseren Autos und Motorrädern.
Einfachstes Beispiel unsere Suzuki war vorletzte Woche zwecks Rückruf in der Werkstatt, das Werkstatt Team hatte vergessen den Tank festzuschrauben und alle Kabel an der Batterie zu befestigen.
also: Ratschensatz selbst rausgeholt und das Thema war in 5 Minuten erledigt.
Gruss
Jürgen

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tiefschneewikes am 23 Dez 2018 09:43:35

Guten Morgen,

zum Teil tun auch die Werkstätten Ihren Teil, damit wir kleinere Dinge akzeptieren oder selber erledigen. Wenn ich einen Termin in der Werkstatt möchte, geht es 4 - 6 Wochen. Also warten oder selber machen? Wenn´s geht selber machen - weil s schneller geht.

Lemmi56 am 23 Dez 2018 09:54:12

Moin,

die hohe Fehlertoleranz entsteht meiner Meinung nach durch eine Mischung aus „will haben“, der überwiegenden Nutzungsart (Urlaub, Freizeit) und der Möglichkeit überhaupt selbst Hand anlegen zu können. Vielleicht spielt der Hype in der Branche auch noch eine Rolle.

Und solange die Käuferschar sich überwiegend so verhält, sehen die Hersteller auch nicht die Notwendigkeit von Ihrer Bananen-Politik (Produkt reift beim Kunden) abzuweichen. Denn Qualitätssicherung kostet viel Geld und schmälert den Gewinn.

..... und da bekommt der Team-Gedanke zwischen Hersteller/Händler und Kunde auch noch eine ganz andere Bedeutung. Team als Abkürzung für „Toll ein anderer machts“ - und das auch noch kostenlos. :D

Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Gruss
Lemmi

Gast am 23 Dez 2018 10:22:18

Nach meinem Dafürhalten ist es leider generell so, dass die Wohnmobilbranche ein eigenes Flair hat. Es gibt nicht zu wenige Händler, die meinen, sie täten einem einen Gefallen, wenn sie ein Wohnmobil verkaufen. Konsumenten lassen sich in diesem Bereich Dinge gefallen, die in anderen undenkbar wären, vor allem bei den Summen, die da über den Ladentisch gehen. Das hat schon was mit "will haben" und der angesprochenen Hype zu tun. Viele Händler vergessen auch unmittelbar nach dem Verkauf und der Übergabe, dass gerade dann Kundenservice gefragt ist, weil die Fahrzeuge, egal welcher Marke, immer Fehler aufweisen.

Ich bin mit meinem die letzten beiden Jahre mit gewisser Regelmäßigkeit beim Händler zwecks Mängelbeseitigung gestanden, wobei mein Händler absolut bemüht war/ist, alle Beanstandungen zu beseitigen. Trotzdem ist es lästig, weil es Zeit, Kilometer und Geld kostet. Weiter ist mir aufgefallen, dass das Fachpersonal im Werk und in der Werkstatt oft nur angelernt ist und manchmal der Kunde mehr Ahnung von der Materie hat, als die Leute, die die Reparatur durchführen sollen. So wundert es nicht, dass man, wenn möglich, doch selbst Hand anlegt.

Mein Händler sagte mir, dass es absolut schwer ist, geeignetes Personal zu finden, weil es erstens den erlernbaren Beruf des Wohnmobilmechanikers so nicht gibt, und man Leute, die mit Problemen lösungsorientiert und nachhaltig umgehen können, wie die Nadel im Heuhaufen suchen muss.

AndiEh am 23 Dez 2018 10:28:25

Der Grund liegt meiner Ansicht nach in dem seit 7 Jahren anhaltenden Boom bei Reisemobilen. Bis Oktober stiegen die Verkäufe alleine in diesem Jahr um 15,5%.--> Link

Da diesen Boom kein Hersteller auf die Schnelle mit einer neuen Fabrik bedienen kann, muß in den bestehenden schneller gearbeitet werden.
Dass dies zu Qualitätseinbusen führt, kann man sich gut vorstellen.

Gruß
Andi

rolf51 am 23 Dez 2018 10:34:54

Hallo,
wie die letzten Beiträge auch liegt für mich das Problem an der Beanstandungsbehebung bei den Händlern. Fachpersonal sowie eine lückenlose Dokumentation der Beanstandungen, die dem Hersteller gemeldet werden sollten, fehlen.
Hier sollten die Hersteller mehr Schulungen und eine Qualitätsdatei anbieten.

road-king am 23 Dez 2018 10:38:50

Hallo

in meinem Beruf habe ich auch ständig mit dem Thema Mängelbeseitigung zu tun
und kann aus Erfahrung sagen , dass da wo gearbeitet wird Fehler gemacht werden . Diese kann man in der Regel beheben , und am Ende sind 99 Prozent zufrieden ... leider gibt es aber auch noch das letzte Prozent. darunter Diejenigen , die es mit völlig unerfüllbaren Wünschen , Forderungen oder Vorstellung zum teil vorsätzlich zur Eskalation bringen . ich rede hier nicht mehr von einer normalen Mängelbeseitigung , sondern von auffälligem verhalten , extremer Pingeligkeit , die jedes Masz und Din überzieht bis hin zu psychisch auffälligem Verhalten...Ich verstehe , wenn der eine oder andere Händler lieber einen Schlusstrich zieht , und solche kunden dem RA überlässt.

ich persönlich ..fahre mein 3 tes Womo , und war natürlich mit allen regelmässig beim Händler zum Nachbessern ...nicht schön , aber ich fürchte verständlich ... ich fahre keinen wagen einer Nobelschmiede sondern Massenproduktion ...allerdings muss man doch wissen ,dass das keine Handarbeit sondern ein rationelles Fliesbandprodukt ist ..das im Gegensatz zum pkw mit relativ kleinem Entwicklungsaufwand und Stückzahlen produziert wird . Wichtig erscheint mir daher ein guter Händler in der Nähe ..und den habe ich mit der Fa Frey ...mit der ich sehr zufrieden bin ...und was wurde auf den geschimpft hier .... also kurz vor Weihnachten ...in einem friedlichen Dialog mit positiver Grundhaltung ist sicher eine lösung zu finden ,,, schönes Fest

pipo am 23 Dez 2018 10:56:48

Wir befinden uns in einem Wohnmobilforum. Da wird man wenig über Mängel eines normalen KFZ lesen :wink: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass in den letzten 16 Jahren von sechs Neufahrzeugen zweier Deutscher Premiumhersteller (Wert jeweils 50.000€ bis 80.000€) nur ein einziges Auto mängelfrei war. In drei Fällen konnten die Mängel über die gesamte Leasinglaufzeit nicht behoben werden und einem Fall stand das Fahrzeug sogar mehr in der Werkstatt wie bei mir vor dem Haus :!:
Wer jetzt denkt, dass man so einfach die Karren in der Werkstatt stehen lassen kann, bis alle Mängel dauerhaft behoben sind täuscht sich :ja:
So lange ein KFZ als verkehrssicher gilt, darf es zum Beispiel durchs Dach oder Heckklappe reinregnen, ab 120 km/h das Fahrgeräusch einem offenen Trabbi ähneln, div. Warnleuchten regelmässig angehen, das Auto regelmässig nicht starten, die Gurtkontrolle dauerhaft Fehler melden usw usw. Das zur Qualitätskontrolle in der Autoindustrie.

Was letztendlich zählt ist die Toleranzschwelle jedes Einzelnen. Die ist im Alltag deutlich geringer wie in der Freizeit.

mafrige am 23 Dez 2018 11:04:55

rkopka hat geschrieben:... Qualitätssicherung bzw. das Fehlen davon.
...
Wieso akzeptieren Leute Fehler bei Womos

Und 1h eine Fachkraft, die wirklich alles durchschaut, wirkt sich praktisch nicht auf den Preis aus...

RK

Da gebe ich dir recht, es fehlt eine wirkliche Qualitätskontrolle, am Ende würde der Wohnmobilhersteller sogar Geld sparen.
Aber die Wohnmobilbranche kommt aus dem Kleingewerbe, durch eigene, solide Handarbeit haben sie sich einen Namen gemacht oder sind Pleite gegangen.
Dann kam es zum schnellen Wachstum und man hat diese Erweiterungen angestückelt oder andere Marken dazugekauft.
Das alles sieht nach einer Überlastung aus. Man versucht die Kapazitäten auf biegen und brechen zu steigern und eine wirkliche QS (Qualitäts-Sicherung)existiert nur auf dem Papier.
Ich habe im Sommer ein Forster 699EB bekommen und natürlich QS betrieben:
1. - elektrische Kabel waren zu lang (bis zu 1 m) und locker verlegt (nicht befestigt)
2. - an den Gasabsperrungshähne im Küchenschrank waren die Symbole für Kühlschrank und Herd falsch aufgeklebt.
3. - bei dem großen Dachfenster über der Sitzgruppe ist bei der 1. Bedienung der Verdunkelung der Strick gerissen.

zu 1. Forster (Euramobil) könnte ca. 5-10% an Kabel einsparen,
zu 2. bei der Abnahme waren alle Hähne geöffnet und alles hat funktioniert. Habe dann alle Hähne geschlossen und bin nach Hause gefahren.
Dort habe ich alles in Ruhe nochmal geprüft. Gasabsperrung für Kühlschrank geöffnet und Kühlschrank lief auf 12V, 230 V aber nicht auf Gas!
Das gleiche beim Herd, er ging nicht. Beinahe wäre ich wieder zur Firma gefahren und die hätten sich dann damit 1 oder 2 h damit beschäftigt ???
zu 3. auch das wurde nicht geprüft, weil es gleich beim 1. Schließen schwer ging und nach größeren Kraftaufwand gleich riss!

Also eine QS kann viel Geld sparen, Image verbessern und Kunden anlocken …
Euramobil bestätigte mir, die Endkontrolle in Sprendlingen wird von einem Meister gemacht!
Glaube ich auch, aber so "husch, husch" ohne richtige Checkliste, sonst wären solche Punkte aufgefallen und abgearbeitet worden … :lol:

Fazit: Ich hatte Glück, dass es so wenige Probleme waren, aber mit einer Liste und abhaken mit Unterschrift, würden Wunder tun.

hampshire am 23 Dez 2018 11:07:11

Klasse Thema.

rkopka hat geschrieben:Ich schätze mich glücklich, daß es bei mir nur eher kleine Sachen waren, die auch behoben wurden, trotzdem aber ärgerliche.


Geht mir genauso.

rkopka hat geschrieben:Ist es für die Hersteller wirklich billiger sich mit x Besuchen in der Werkstatt abzugeben ? Allein der Papierkrieg dazu müßte ja schon teurer sein.


Ja, es ist tatsächlich so, dass x-Besuche und Wandlungen billiger sind, als eine Qualitätskontrolle wie für ein Großserienfahrzeug aufzubauen. Die Fahrzeuge würden erheblich teurer werden und die Marktpositionierung im Massenmarkt damit schwieriger. Wir Kunden wären in geringerem Maße bereit, diese teureren Fahrzeuge zu kaufen.

rkopka hat geschrieben:Wieso akzeptieren Leute Fehler bei Womos, die sie bei halb so teuren PKW vors Gericht zerren würden ? Handarbeit kann ein Problem sein, anderswo wiederum wird mit Handarbeit ein hoher Preis durch hohe Qualität gerechtfertigt. Also was jetzt ?


Persönliche Sicht: Der Wohnmobilbau ist weniger mit dem Automobilbau als mit dem Hausbau vergleichbar. Die Produktionskonstanz ist geringer als bei einem Serienauto. Die Frage ist auf welchem Weg man zu einem möglichst fehlerfreien Produkt kommt. Beim Haus wie beim Womo rechnete ich daher mit Iterationsstufen und suchte Händler und Hersteller aus, deren Ruf gut ist und die einen guten Eindruck auf uns machten. Eine Wette auf Wahrscheinlichkeiten. Hat funktioniert, hätte auch - wie immer schief gehen können.

These: Eine Gesellschaft, deren Mitglieder einen Anspruch auf Perfektion erheben und in der ein großer Teil der Mitglieder nicht bereit ist, an das eigene Tun einen Perfektionsanspruch zu legen, gerät zwangsläufig in eine Schieflage.
Mir ist da eine Gesellschaft, die mit Fehlern lebt und umgeht irgendwie lieber.

Gast am 23 Dez 2018 11:41:51

hampshire hat geschrieben:These: Eine Gesellschaft, deren Mitglieder einen Anspruch auf Perfektion erheben und in der ein großer Teil der Mitglieder nicht bereit ist, an das eigene Tun einen Perfektionsanspruch zu legen, gerät zwangsläufig in eine Schieflage.
Mir ist da eine Gesellschaft, die mit Fehlern lebt und umgeht irgendwie lieber.


Natürlich ist die Fehlertoleranz eine sehr subjektive Angelegenheit. Wenn aber das Armaturenbrett schon zum zweiten Mal getauscht werden muss, weil es immer wieder Verwerfungen hat, kann man vielleicht damit leben, aber akzeptabel ist es nicht wirklich.

Produktansprüche haben aber grundsätzlich nichts damit zu tun, wie ich mein eigenes Tun gestalte. Denn, wenn ich in mein neues Fahrzeug Kratzer und Dellen mache, weil ich nicht darauf aufpasse, so ist das alleine meine Angelegenheit und kann nicht dazu führen, dass ein Hersteller/Händler daraus ableiten darf, ein Fahrzeug mit Kratzer und Dellen auszuliefern.

rkopka am 23 Dez 2018 11:48:12

rolf51 hat geschrieben:man kann die Qualität nicht er prüfen. Wenn man weiß wie aufwendig die Qualitätskontrollen in den PKW Herstellerwerken sind, kann ich mir kaum vorstellen dies, Wirtschaftlich, im Womo-Bau umzusetzen. Da auch viele Beanstandungen erst bei der Dynamischen Benutzung auffallen/treten.

Natürlich kann man die Qualität erprüfen. Das ist nicht der einzige Punkt, aber ein essentieller. Ohne Prüfung finde ich keine Fehler. Und nur die gefundenen Fehler kann ich in der Konstruktion und der Produktion ausmerzen. Wenn das irgendwo ohne Rückmeldung beim Händler oder durch den Kunden erfolgt, erfährt der Hersteller u.U. nicht mal, daß da was nicht stimmt. Manches wird vielleicht trotzdem in kauf genommen, weil es kurzfristig günstiger ist. Ich seh daß in der Arbeit, wenn wir unbedingt eine billigere Variante aufgedrückt bekommen, die dann in der Entwicklung viel mehr Zeit beansprucht. Und das rechnet sich erst bei sehr hohen Stückzahlen.
Und wenn wir durch Fehler, die übersehen wurden einen (Groß)Kunden verärgern, kostet das nicht nur direkt Geld, sondern kann auch zukünftige Geschäfte verhindern. Aber das ist bei den Womoherstellern wohl kaum ein Thema. Zum einen haben (fast) alle das gleiche Problem. D.h. es gibt kaum einen Hersteller (in vernünftigem Preisrahmen), bei dem man sagen kann, hier zahle ich mehr, dafür ist das Womo besser. Selbst bei den teuren Premiummodellen liest man von Kinderkrankheiten. Außerdem sind die meisten in großen Konzernen verbunden. D.h. auch wenn ich zu einer anderen Marke wechsle, landet das Geld wahrscheinlich trotzdem beim gleichen Empfänger.

Dynamische Fehler sind schwerer zu finden, das ist richtig. In extremen Branchen (Satelliten) gibt es entsprechende Tests, die alle Bewegungen simulieren, damit nichts passiert. Das wäre für ein ganzes Womo wohl etwas viel, aber schon ausreichende Testfahrten auch über die im PKW Bereich üblichen Rüttelpisten könnten da Erkenntnisse bringen. Oder daß mal wirklich wer drin wohnt. Entweder wird das nicht gemacht, oder die Erkenntnisse fallen dem Rotstift zum Opfer. Bei meinem Womo z.B. fehlt im hinteren Bereich ein Licht für den Gang. Tagsüber geht das mit den Dachluken. Am Abend bekommt der Bereich von vorne ein wenig Licht, daß man aber abschattet, oder von den hinteren Betten um die Ecke noch weniger. Das ist einfach nicht praktikabel und wäre kein Luxus.

egocogito hat geschrieben:Mein Händler sagte mir, dass es absolut schwer ist, geeignetes Personal zu finden, weil es erstens den erlernbaren Beruf des Wohnmobilmechanikers so nicht gibt, und man Leute, die mit Problemen lösungsorientiert und nachhaltig umgehen können, wie die Nadel im Heuhaufen suchen muss.

Das ist aber nicht erst seit heute so. Da hätte die Branche sich früher darauf einstellen können. Besonders wo viele Hersteller zu einem Konzern gehören, wäre ein Programm zur Ausbildung möglich.

AndiEh hat geschrieben:Da diesen Boom kein Hersteller auf die Schnelle mit einer neuen Fabrik bedienen kann, muß in den bestehenden schneller gearbeitet werden.
Dass dies zu Qualitätseinbusen führt, kann man sich gut vorstellen.

Genau da würde eine QS eben einen Vorteil bringen. Hier wird immer noch der Anschein erzeugt, daß QS nur Zeit und Geld kostet. Eigentlich ist es umgekehrt. Nicht umsonst gibt es in der Industrie so ein Pyramidenbild, da in etwa zeigt, daß ein Fehler umso mehr kostet, je später er entdeckt wird (Entwicklung, Produktion, Kunde). Wir haben eine ganze Menge solcher QS Prozesse in der Firma, die teilweise nerven. Aber wenn man ehrlich ist, bringen sie eben auch was.

RK

mafrige am 23 Dez 2018 12:14:28

So ist es, QS spart Geld!
- Wenn einem Mitarbeiter, ein Waschbecken mit vergessener Schlauchschelle am Ablauf, durch eine Liste mit Unterschrift zugeordnet werden kann, wird sich die Qualität des Mitarbeiters ändern, aber nur dann!
- Das gleiche bei der Kontrolle, etwas nicht kontrolliert zu haben und in einer Liste abhaken, mit Unterschrift, … wer traut sich das ?
- Für den Wohnmobilbau brauche ich Tischler/Schreiner, Gas/Wasser Installateure und Elektriker … Berufe die vorhanden sind, aber aus Kostengründen werden lieber ungelernte eingestellt! (ein Unterschied, ob jemand 13 €/h oder als Fachmann über 20 €/h verdient!)
- dazu passt, das die Markenfirmen vermehrt preiswertes Material (Holz und Styropor, Kunststoffe, Möbel) einsetzen, obwohl die Wohnmobilpreise steigen, also eine Gewinnmaximierung auf Kosten der Qualität!

rkopka am 23 Dez 2018 12:24:27

rolf51 hat geschrieben:wie die letzten Beiträge auch liegt für mich das Problem an der Beanstandungsbehebung bei den Händlern. Fachpersonal sowie eine lückenlose Dokumentation der Beanstandungen, die dem Hersteller gemeldet werden sollten, fehlen.

Aber müssen die Händler das nicht sowieso mit dem Hersteller abrechnen ? Oder bekommen die einfach eine Pauschale ?

road-king hat geschrieben:und kann aus Erfahrung sagen , dass da wo gearbeitet wird Fehler gemacht werden . Diese kann man in der Regel beheben , und am Ende sind 99 Prozent zufrieden ...

Aber warum erst am Ende, warum nicht gleich nach Auslieferung ?

ich rede hier nicht mehr von einer normalen Mängelbeseitigung , sondern von auffälligem verhalten , extremer Pingeligkeit , die jedes Masz und Din überzieht bis hin zu psychisch auffälligem Verhalten...Ich verstehe , wenn der eine oder andere Händler lieber einen Schlusstrich zieht , und solche kunden dem RA überlässt.

Das ist schwierig zu beurteilen. Aber bei einem €100.000 Fahrzeug will man eigentlich keine Kleinigkeiten mehr haben. Selbst, wenn die nicht entscheidend sind, widersprechen sie doch den ganzen "wir sind die besten mit höchster Qualität" Sprüchen.

ich persönlich ..fahre mein 3 tes Womo , und war natürlich mit allen regelmässig beim Händler zum Nachbessern ...nicht schön , aber ich fürchte verständlich ...

Genau hier ist eben der Fehler. Man akzeptiert es inzwischen. Warum ? Bei meiner neugebauten, 2 Jahre alt gekauften Wohnung hatte ich weniger Nachbesserungen nach 5 Jahren (Gewährleistung) als bei meinem Womo (und dort waren es auch wenige).

mafrige hat geschrieben:1. - elektrische Kabel waren zu lang (bis zu 1 m) und locker verlegt (nicht befestigt)
zu 1. Forster (Euramobil) könnte ca. 5-10% an Kabel einsparen,

Das längere Kabel wäre sogar erklärbar, wenn der Kabelbaum für unterschiedliche Modelle genutzt wird. Etwas mehr Kabel kostet weniger als ein zweiter Artikel. Aber natürlich sollte alles fixiert sein.

2. - an den Gasabsperrungshähne im Küchenschrank waren die Symbole für Kühlschrank und Herd falsch aufgeklebt.
3. - bei dem großen Dachfenster über der Sitzgruppe ist bei der 1. Bedienung der Verdunkelung der Strick gerissen.

Ja, das sind so typische Beispiele, die sofort zu finden wären.

Ich hatte einen schwierigeren. Eine gesteckte Kabelverbindung zu einer Lampe hatte nach kurzer Zeit einen Wackler. Wenn so was dem Werk gemeldet wird, wäre der normale Weg, das zu kontrollieren und u.U. eine andere Verbindung zu nehmen. Beim Händler haben immerhin zwei Leute eine halbe Stunde gesucht und probiert, bis sie es hatten.

Fazit: Ich hatte Glück, dass es so wenige Probleme waren, aber mit einer Liste und abhaken mit Unterschrift, würden Wunder tun.

Genau. Und das kann mit entsprechender Vorbereitung auch jeder angelernte Arbeiter. Trotzdem geschieht es anscheinend weder im Werk noch beim Händler.

hampshire hat geschrieben:Ja, es ist tatsächlich so, dass x-Besuche und Wandlungen billiger sind, als eine Qualitätskontrolle wie für ein Großserienfahrzeug aufzubauen. Die Fahrzeuge würden erheblich teurer werden und die Marktpositionierung im Massenmarkt damit schwieriger. Wir Kunden wären in geringerem Maße bereit, diese teureren Fahrzeuge zu kaufen.

Wenn du wüßtest, daß für €2.000 (bei z.B. €60.000) mehr nachweislich die Fehlerhäufigkeit viel geringer ist, würdest du das nicht nutzen ? Es werden doch sonst auch alle Versicherungen bezahlt. Ich glaube nicht, daß eine QS soviel mehr kosten würde, zumindest nicht auf lange Sicht. Und einen Teil müssen die Hersteller ja sowieso haben. Allein schon für die Zulassungsbestimmungen und falls sie z.B. ISO 9001 haben, was in der Industrie fast schon ein Muß ist. D.h. nicht, daß mit ISO alles bestens ist, aber man zeigt zumindest, daß man QS betreibt.

Beim Haus wie beim Womo rechnete ich daher mit Iterationsstufen und suchte Händler und Hersteller aus, deren Ruf gut ist und die einen guten Eindruck auf uns machten. Eine Wette auf Wahrscheinlichkeiten. Hat funktioniert, hätte auch - wie immer schief gehen können.

Leider sind die Informationen, auf denen die Wette basiert, kaum vorhanden. Das Netz bringt zwar mehr Infos, die aber entsprechend zu bewerten ist nicht so einfach. Siehe den Beitrag in einem anderen (geschlossenen) Thread, wo einer schreibt, er las Warnungen, hat sie aber abgetan, und ist nun in der gleichen Lage. Und das ist wohl nicht so selten. Ich habe auch schon (in einem anderen Bereich und bei viel weniger Geld) nicht auf eine Warnung gehört, weil ich dachte, ich weiß es besser. Und ich wußte es nicht besser :-(.

These: Eine Gesellschaft, deren Mitglieder einen Anspruch auf Perfektion erheben und in der ein großer Teil der Mitglieder nicht bereit ist, an das eigene Tun einen Perfektionsanspruch zu legen, gerät zwangsläufig in eine Schieflage.
Mir ist da eine Gesellschaft, die mit Fehlern lebt und umgeht irgendwie lieber.

Es wird nie perfekt sein, das ist klar. Aber derzeit scheinen wir am untersten Level rumzukrebsen. Die Fahrzeuge sind fahrtüchtig (abgesehen von den Gewichtsdiskussionen) und die Glücklichen müssen nur ein paar mal zum Händler, um was herrichten zu lassen. Die QS liegt größtenteils beim Kunden und die Hersteller rechnen offensichtlich damit, daß vieles von denen gemacht wird (weil es schneller geht und man keine Termine bekommt) und sie ihnen nichts kostet.

Leider ist das mit der Qualität auch in anderen Bereichen wohl so. Als ich ein neues Navi suchte, habe ich natürlich auf Amazon und anderswo die Bewertungen studiert. Leider war das für alle infrage kommenden Geräte etwa gleich. Mindestens die Hälfte der Bewertungen waren mies, egal welcher Hersteller. Auch da war keine (etwas) teurere Variante, die man hätte wählen können. Das meiste macht mein Garmin gut, aber es gibt auch Fehler in der SW, die anscheinend seit Jahren bekannt sind, aber einfach nicht korrigiert werden.

RK

Birdman am 23 Dez 2018 13:30:27

Vielleicht fallen einem viele Mängel auch deshalb erst auf, weil man im Wohnmobil deutlich mehr Zeit als im PKW verbringt. Und man hat eher die Tendenz, jeden Mangel einer Einzelkomponente gleich auf "das Mobil" zu übertragen. Zuhause käme ich nie auf die Idee das Quietschen der neuen Couchgarnitur, die klemmende Schreibtischschublade oder die flackernde Kühlschrankbeleuchtung meiner Wohnung oder gar dem Bauherrn anzukreiden. Insofern hatten wir im selben Zeitraum, seit wir das Wohnmobil besitzen, zuhause deutlich mehr (Total-)Ausfälle und Mängel als im Mobil.

Gast am 23 Dez 2018 13:56:40

Die Einzelkomponenten werden vielleicht deshalb aufs Mobil übertragen, weil dieses als Gesamtkonzept verkauft, ausgeliefert wird und somit Garantie/Gewährleistung besteht. Ich habe noch keine Baufirma gesehen, die auch das Nachtkästchen für das Schlafzimmer im Eigenheim geliefert hat.

Gast am 23 Dez 2018 14:18:08

„RK“ … mein "Lieblingsthema": warum wurden die Fehler nicht schon im Werk gefunden?

Inzwischen fahre ich das 4. Womo und ja, alle hatten so ihre kleinen Macken.
Wobei der Begriff „klein“ ja relativ ist.
Für mich waren es kleine Macken, weil die meistens selbst behoben wurden.

Gefühlt werden hier im Forum besonders viele Mängel an Zukaufteilen beschrieben.
Kühlschrank, Heizung, Gaskochfeld, Wasserpumpe oder Wassereinbruch im Motorraum, um nur einige zu nennen.
Beim Zukauf haben die WOMO Hersteller nur eine begrenzte Auswahl an Lieferanten, sodass es eigentlich einfach sein müsste, direkten Einfluss zu nehmen auf Qualität und Beschaffenheit der Geräte bei dem betreffenden Hersteller.
Hilfreiche Hinweise gibt es dazu hier im Forum ausreichend.

Auch den Aufbau betreffend gibt es unzählige Hinweise hier im Forum.
Bei einigen Modellen wird seit Jahren immer wieder Feuchtigkeit bemängelt, die über die dritte Heckleuchte ins Wageninnere eintritt. Resonanz des Herstellers gleich null.

Einige fertigen die Türen von den Oberschränken scheinbar aus gepresster Pappe.
Wie soll da auf Dauer ein Scharnier halten?
Wenn schon Pappe Verwendung findet, dann vielleicht durchgängige Schrauben verwenden?

So gibt es unzählige, sich ständig wiederholende Mängel, welche angezeigt aber von den Herstellern einfach ignoriert werden. Jeder kann da sicher sein eigenes Buch schreiben.

Klar, vieles ist auch dem Gewicht <3,5 t geschuldet.
Dessen sind sich die Hersteller bewusst und trotzdem fertigen so weiterhin, auch um auch die Kunden mit kleiner FE zu erreichen.

Wohl dem, der sich selbst helfen kann, zumindest bei Kleinigkeiten oder überschaubaren Mängeln.
Durchgehen lassen sollten wir den Händlern und Herstellern das auf ewige Zeiten nicht.
Schon ihr eigener Ruf sollte es Ihnen Wert sein, auf Dauer für mehr Qualität zu sorgen.
Langfristig wäre dies für beide Seiten billiger.

pipo am 23 Dez 2018 14:19:45

Wenn ich ein Gesamtkonzept anbiete, dann muss ich auch für alle Komponeten die entsprechende Qualität garantieren.

Birdman am 23 Dez 2018 14:28:20

pipo hat geschrieben:Wenn ich ein Gesamtkonzept anbiete, dann muss ich auch für alle Komponeten die entsprechende Qualität garantieren.

Das ist schon klar. Und insofern hat man es ja meist "einfacher", weil man nur einen Ansprechpartner hat. Da ja häufig der Vergleich zum PKW gezogen wird: Mir geht es eher darum, dass bezogen auf die Nutzungsintensität die Mängelliste bei Wohnmobilen m. E. wahrscheinlich gar nicht so deutlich größer ausfällt, wie es einem manchmal vorkommt.

orgqtreiber am 23 Dez 2018 14:30:11

Birdman hat geschrieben:Zuhause käme ich nie auf die Idee das Quietschen der neuen Couchgarnitur, die klemmende Schreibtischschublade oder die flackernde Kühlschrankbeleuchtung meiner Wohnung oder gar dem Bauherrn anzukreiden.

das sehe ich etwas anders. Bei Fehlern und Mängeln wende ich mich an meinen Ansprechpartner. Dies kann der Küchenhersteller, Couch- oder Schreibtischlieferant/-verkäufer sein. Sollte ich den Kühlschrank im Rahmen eines Bauträgervertrages gekauft haben, wende ich mich in diesem Fall an diesen.

Weder im Haus noch im Pkw nehme ich Mängel 'einfach so hin', dies würde ich (aktuell noch ohne WoMo) bei einem Wohnmobil ebenfalls nicht tun. Eine defekte, gut zu erreichende Birne, würde ich sicherlich auf die Schnelle selber wechseln, aber mehr ...?

Stichwort "Autobirne" ... bei vielen Fahrzeugen bin ich nicht mehr in der Lage und gewillt diese selber zu wechseln.


edit: Bei unseren Pkw's gab es bisher nur selten Anlass zum Klagen oder außerplanmäßig in eine Werkstatt zu fahren.

rkopka am 23 Dez 2018 14:41:42

Birdman hat geschrieben:Da ja häufig der Vergleich zum PKW gezogen wird: Mir geht es eher darum, dass bezogen auf die Nutzungsintensität die Mängelliste bei Wohnmobilen m. E. wahrscheinlich gar nicht so deutlich größer ausfällt, wie es einem manchmal vorkommt.

Ich sehe das eher umgekehrt. Mein Womo wird etwa 40 Nächte im Jahr benutzt. Der PKW täglich. km-Leistung ist beim PKW etwa um die Hälfte höher. Wenn ich nur die Fahrten zur Arbeit nehme, komme ich schon auf 10 Tage, die ich 24h im Auto bin und es auch nutze. Also keine Standzeiten, wo niemand drin ist, oder etwas damit macht.
Meine 3 letzten neuen Autos (davor bin ich die Familen PKW zuende gefahren) hatten ab Verkauf keinerlei Mängel. Bei einem gab es nach ein paar Jahren Ärger mit dem DPF, aber das hatte ich auch schon mit dem Womo. Im Inneren hat alles funktioniert und gehalten. Und das waren eher Fahrzeuge der unteren Preisklasse bis maximal €26.000 (incl. Nova). Es geht also anscheinend auch im günstigeren Segment. Oder hatte ich nur sagenhaft viel Glück ? Ähnliches höre ich aber auch von Bekannten. Daß da nach dem Kauf irgendwas nicht gepaßt hätte, kann ich mich nicht erinnern.

RK

geralds am 23 Dez 2018 14:48:52

rolf51 hat geschrieben:Hallo,
man kann die Qualität nicht er prüfen. Wenn man weiß wie aufwendig die Qualitätskontrollen in den PKW Herstellerwerken sind, kann ich mir kaum vorstellen dies, Wirtschaftlich, im Womo-Bau umzusetzen. Da auch viele Beanstandungen erst bei der Dynamischen Benutzung auffallen/treten.


Hallo,

dem muss ich, zumindest was mein Womo betrifft, widersprechen. Alle bei mir aufgetretenen Mängel betrafen die Elektrik des Womo´s.
Nur ein Fehler trat bei der Nutzung auf. Alle anderen waren auf Kabelunterbrechungen oder nicht angeschlossene Stecker zurückzuführen.
Die hätte man durch eine konsequente Funktionskontrolle im Werk finden können. Das kann doch nicht mehr als eine Stunde pro Womo kosten.

Die nicht oder falsch angeschlossenen Stecker betrafen die Funktionen in Zusammenhang mit Fernseher und Radio. Jedes Gerät funktionierte für sich, aber den Ton vom TV über das Radio wiederzugeben, oder das Bild des DVD-Spielers im Radio auf dem Fernseher wiederzugeben nicht. Außerdem war das Infrarotauge des Receivers nicht angeschlossen. Fiel bei der Abnahme nicht auf, da die Schrankklappe vor dem Receiver beim Test offen war und daher die Fernsteuerung funktionierte.
Die Stecker habe ich dann selbst gesucht, gefunden und richtig angeschlossen. Der größte Aufwand war die Stecker oder eigentlich die Leitungsenden zu finden.
So was muss nicht sein, verdirbt aber nicht den Spass am Mobil.

Ärgerlich waren aber die Kabelunterbrechungen. Die erste trat direkt nach der ersten Fahrt am Ankunftsort der Reise auf. Die Heizung ging nicht. Bei der Abnahme beim Händler funktionierte die Heizung. Das Bedienpanel der Heizung hatte keinen Strom mehr. Nachdem alle Sicherungen, mit telefonischer Unterstützung des Händlers, geprüft waren, kam nur noch eine Kabelunterbrechung in Frage. Der Mitarbeiter des Händlers nannte eine Klemmleiste von der ich die Spannung abgreifen konnte. Da ich das nötige Werkzeug und auch ein wenig Kabel dabei hatte, konnte ich das reparieren.

Die zweite Kabelunterbrechung betraf die Gasflaschenumschaltung. Plötzlich waren beide Flaschen leer, ohne das dies angezeigt wurde. Der Händler verfolgte das Kabel mit einem Endoskop und fand eine Steckverbindung unter der Duschtasse, an die man jedoch nicht herankam. Das Kabel, sowie das Kabel zur Gasflaschenheizung (oder eigentlich ist die Heizung am Gasregler, das Ding heißt aber in der Bedienungsanleitung Gasflaschenheizung) wurden vor und hinter der Duschtasse durchtrennt und eine "Umleitung" verlegt.

Ich habe daraufhin mir einige Steckverbindungen angeschaut. Dabei fiel auf, dass Kabelbinder manchmal zu nahe am Stecker sind und so straff befestigt wurden, dass die Adern unter Spannung stehen. Das sollte so nicht sein.
Hier würde eine Mitarbeiterschulung im Werk helfen, insbesondere da ich laut Händler nicht der einzige bin, der mit solchen Problemen konfrontiert ist. Eine Steckverbindung muss auch nicht unter der Duschtasse gemacht werden, die kann auch seitlich davon sein. Die Kabellänge wäre ausreichend gewesen.

Der Händler beklagte sich insbesondere über 2 Dinge. Die teilweise schleppende Ersatzteilversorgung, auch bei neuen Modellen vom Werk und das er immer wieder z.B. bei Händlerschulungen vom Werk hört, dass Fehler "Einzelfälle" sind, obwohl er es anders erlebt.

Nicht immer sind daher lange Reparaturzeiten auf die Händler zurückzuführen.

Insgesamt bin ich aber mit dem Womo zufrieden und die Fehler waren unterwegs nicht sehr behindernd und ein ungeplanter Werkstatttermin war auch nicht nötig. Das Kabel für die Gasumschaltung wurde bei der ersten Inspektion nach 3 Monaten repariert. Trotzdem bleibt für mich das Fazit, dass die Fehler leicht vermeidbar gewesen wären.

Gruß Gerald

pipo am 23 Dez 2018 15:15:25

Birdman hat geschrieben:Mir geht es eher darum, dass bezogen auf die Nutzungsintensität die Mängelliste bei Wohnmobilen m. E. wahrscheinlich gar nicht so deutlich größer ausfällt, wie es einem manchmal vorkommt.

Das hatte ich weiter oben bereits beschrieben..

rolf51 am 23 Dez 2018 17:21:33

Hallo,
nochmals zurück zukommen auf Qualität er prüfen. Ob es manche glauben oder nicht, wer prüft, der Mensch und der ist auch bei der hundertsten wieder Prüfung nicht fehlerfrei. Qualität wird bei der Produktion erzeugt und nicht bei der Endkontrolle! Daher ist ein Innerbetrieblicher Qualitätszirkel wichtig. Frage mich wie manche auf die Aussage kommen es würde keine Endkontrolle bei den Herstellern geben.
Es gibt diese bei jedem Hersteller, entweder treten sehr viele Mängel auf und dadurch schlupfen einige durch, oder es wird nur oberflächlich geprüft. Habe in einer QS mitgewirkt und kenne ein wenig die möglichen Abläufe.
Ich bin auch dafür, dass die Hersteller deutlich besser werden müssen und einige Händler auch nach dem kauf Kundenfreundlicher.

Jojo1950 am 23 Dez 2018 18:13:13

Hallo liebe Mitforisten,
unsere Erfahrung zur Qualitätskontrolle: wir haben Ende November unser erstes fabrikneues WoMo, Sunlight T66, bekommen und den Eindruck, dass weder Werk noch Händler eine vernünftige Endprüfung, geschweige denn QS betreiben: vor Zulassung bemängelten wir bei dem auf den Hof des Händlers (leicht nach schräg vorne links) stehenden WoMo einen Feuchtefleck auf dem Tisch hinter dem Fahrersitz und "Laufspuren" an der Innenseite der darüber befindlichen Schranktür des Oberschranks im Bereich des rechten (Metall-)Türscharniers. "Das ist bestimmt Kondensfeuchtigkeit vom Türscharnier, weil das Fahrzeug nach der Kontrolle aus der warmen Werkstatthalle gekommen ist" lautete die - uns damals plausibel erscheinende - Erklärung des Verkäufers.
Ca. 1 Woche nach anschließender Zulassung und Abnahme regnete es und aus der inneren Deckleiste zwischen Fahrerhaus und Kabine, genau an der von uns zuvor reklamierten Stelle, tropfte das Wasser fortlaufend auf den Tisch. Offensichtlich ist im Werk die täglich durchgeführte Anbringung der Verbindung Führerhaus-Aufbau nicht nur äußerst schlampig ausgeführt sondern nicht kontrolliert worden, anders ist ein derartiger Fehler m.E. nicht erklärlich. Davon abgesehen gehen wir davon aus, dass wir über diesen Mangel bewußt vom Verkäufer getäuscht wurden. Aber das läßt sich nicht beweisen, so dass wir mal abwarten, wie die Nachbesserung verläuft. Unsere Toleranzschwelle ist jedenfalls bereits arg überschritten.
Allen ein schönes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins Neue Jahr und allzeit gute Fahrt.
Viele Grüße Jojo

spinnerei am 23 Dez 2018 18:31:42

Ja, es ist leider so, daß man oft und nicht nur bei Wohnmobilen, den Eindruck hat, daß die QS nur darin besteht, entsprechende Formulare auszufüllen.

Ich habe damals den Gedanken an bessere Qualität aufgegeben, als wir angefangen haben, die Meterstäbe regelmäßig nachzumessen.

Man sieht es leider auch darin, daß wenn man in ein Krankenhaus oder Pflegeheim kommt, die Mitarbeiter gar keine Zeit mehr haben, sich um die Kranken und Pflegenden zu kümmern, sondern mit Papierkram bis über die Halskrause beschäftigt sind und nicht mit ihrem eigentlichen Zweck.

Da sollte so langsam mal ein Umdenken stattfinden, Qualität wird nicht mit Formularen geschaffen, sondern mit genauer und gewissenvoller Arbeit von gut ausgebildeten Mitarbeitern, die auch die Zeit für gute Arbeit haben.

Tinduck am 23 Dez 2018 19:04:39

....zumal ja Dokumentation weder heisst, dass die Arbeit überhaupt durchgeführt wurde, noch, dass es dabei sorgfältig vonstatten ging.

Wer schreibt, der bleibt, insbesondere, wenn der Staatsanwalt kommt. Das ist leider in den meisten Firmen der einzige Blickwinkel auf QS.

Tatsächlich erreicht man wirkliche Qualitätsverbesserungen nur durch Verbesserungen der Produktionsabläufe, nicht durch wahnwitzige Endkontrollen. Dort sollte nur kontrolliert werden, was nicht in der eigenen Wertschöpfungskette liegt (geht der eingebaute Kühlschrank, der Wasserhahn etc.), weil man dessen Funktion ja nicht selbst in der Hand hat. Ein kurzer Test aller schaltbaren Funktionen kann ebenfalls nicht schaden. Aber wie soll in einer Endkontrolle ein lockerer Stecker gefunden werden, der sich nach 500 km losrüttelt?

Es gibt genug Produkte, deren volle Funktionalität nicht mit vertretbarem Testaufwand zu prüfen ist. Dazu gehören z. B. komplexere Microchips, aber Womos sind wohl auch heisse Kandidaten.

bis denn,

Uwe

rkopka am 23 Dez 2018 20:37:43

spinnerei hat geschrieben:Ja, es ist leider so, daß man oft und nicht nur bei Wohnmobilen, den Eindruck hat, daß die QS nur darin besteht, entsprechende Formulare auszufüllen.
...
Qualität wird nicht mit Formularen geschaffen, sondern mit genauer und gewissenvoller Arbeit von gut ausgebildeten Mitarbeitern, die auch die Zeit für gute Arbeit haben.

Es ist kein entweder/oder. Man braucht beides. Auch ein guter Handwerker kann etwas vergessen, da helfen Prozesse und Formulare. Ebenso kann ein angelernter Arbeiter mit der entsprechenden Vorgabe und Kontrollmechanismen ebenso gute Ergebnisse liefern.

Eine Branche, die sehr auf Sicherheit bedacht ist, ist die Flugzeugbranche. Dort gibt es Formulare für jedes Teil und seinen Einbau, das meistens auch noch von mind. 2 Personen abgezeichnet werden muß (Ich bin da kein Fachmann, Korrekturen bei Bedarf). Ist natürlich beim Womo so nicht machbar und wäre wohl etwas übertrieben. Aber die machen das nicht zum Spaß, sondern weil es dort unpraktisch wäre, wenn das Flugzeug mit Passagieren nochmal beim Hersteller landen müßte, weil ein Triebwerk nicht mehr läuft :-).

Tinduck hat geschrieben:....zumal ja Dokumentation weder heisst, dass die Arbeit überhaupt durchgeführt wurde, noch, dass es dabei sorgfältig vonstatten ging.

Das ist dann aber keine QS. Die muß auch kontrolliert werden. Und wenn jemand die Prozesse ignoriert, ist er nicht an der richtigen Stelle. Das wird über kurz oder lang auffallen.

Tatsächlich erreicht man wirkliche Qualitätsverbesserungen nur durch Verbesserungen der Produktionsabläufe, nicht durch wahnwitzige Endkontrollen. Dort sollte nur kontrolliert werden, was nicht in der eigenen Wertschöpfungskette liegt (geht der eingebaute Kühlschrank, der Wasserhahn etc.), weil man dessen Funktion ja nicht selbst in der Hand hat.

Die Endkontrolle wird aber wiederum Inputs für die Produktionsabläufe bringen. Und da sollten auf jeden Fall auch die eigenen Erzeugnisse (z.B. Türen, Schubladen) geprüft werden. Und mal alles Schalter betätigen oder Schubladen, Luken und Türen öffnen, ist nun wirklich keine "wahnwitzige" Endkontrolle. Ich erwarte nicht, daß dafür alles wieder zerlegt wird oder mit Endoskopen jede Leitung gecheckt wird. Für einiges könnte man sicher auch entsprechende Testgeräte einsetzen, die z.B. die Steckdosen testen (Spannung, Belastbarkeit...). Vielleicht haben sie das ja auch. Zumindest die Isolationswerte beim 230V Kreis wären IMHO zwingend zu prüfen.

Ein kurzer Test aller schaltbaren Funktionen kann ebenfalls nicht schaden. Aber wie soll in einer Endkontrolle ein lockerer Stecker gefunden werden, der sich nach 500 km losrüttelt?

Alles wird man nicht finden. Aber z.B. eine Zwischenkontrolle der Einbauten bevor die Wände davorkommen könnte schon etwas davon erwischen. Ein erfahrener Prüfer sieht das manchen Steckern schon von außen an, daß da was nicht richtig drinsteckt.

Es gibt genug Produkte, deren volle Funktionalität nicht mit vertretbarem Testaufwand zu prüfen ist. Dazu gehören z. B. komplexere Microchips, aber Womos sind wohl auch heisse Kandidaten.

Bei Chips muß man eben weitgehend dem Hersteller vertrauen. Er muß die entsprechenden Testgeräte verwenden und entwerfen und garantiert eine gewisse Fehlerwahrscheinlichkeit. Wenn das nicht paßt, hat man große Probleme (alles schon erlebt), die dann aber auch teilweise wieder vom Hersteller abgegolten werden müssen, was je nach Vertrag nicht billig ist. Nur beim Womo wälzt man vieles auf den Käufer ab, der dann als Bittsteller fungiert. Korrekt wäre eigentlich ein Zurückhalten von 20% des Kaufpreises für 6 Monate(?), wenn dann nicht alles OK ist, hat der Händler/Hersteller ein Problem, nicht der Käufer (oder zumindest etwas weniger). In unserer Branche sehen wir für Systeme erst dann Geld, wenn die alle vereinbarten Tests bestanden haben.

RK

hampshire am 24 Dez 2018 02:14:05

rkopka hat geschrieben:Wenn du wüßtest, daß für €2.000 (bei z.B. €60.000) mehr nachweislich die Fehlerhäufigkeit viel geringer ist, würdest du das nicht nutzen ?


Hallo RK, da ich mich angesprochen fühle, da diese Zeilen nach einem Zitat von mir standen, antworte ich gerne:

Ja, ich nutze das so weit ich kann. Wir haben uns, da wir uns eine höhere Qualität versprachen beim Neukauf für La Strada entschieden. Es gibt technisch vergleichbar ausgestattete Fahrzeuge mit ebenfalls tollen Grundrissen von anderen Herstellern zu geringeren Preisen.

hampshire am 24 Dez 2018 02:35:29

rkopka hat geschrieben:Eine Branche, die sehr auf Sicherheit bedacht ist, ist die Flugzeugbranche. Dort gibt es Formulare für jedes Teil und seinen Einbau, das meistens auch noch von mind. 2 Personen abgezeichnet werden muß (Ich bin da kein Fachmann, Korrekturen bei Bedarf).


Wann hast Du zum letzten Mal ein Flugzeug gekauft oder einen Motor nach vorgegebener Zeit überholen oder tauschenlassen? Hier zeigt sich, dass Qualitätskontrolle - und dazu gehören natürlich Checklisten und Protokolle - sich auf den Preis auswirken. Im Mercedes A-Klasse hast Du beispielsweise einen OM668 Motor. In der Diamond DA40 gab es den Thielert Centurion 1.7, der auf dem OM668 basiert und diesem technisch sehr weitgehend ähnelt. Ob diese Motoren auch nur zu annähernd ähnlichen Preisen auszutauschen sind (und der Centurion 1.7 verliert nach 1000 Flugstunden bzw. 12 Jahren seine Betriebserlaubnis während der OM668 weitertuckern darf).

willlife1949 am 24 Dez 2018 06:41:07

Ich möchte nur meinen Eindruck über das Verhalten aller Beteiligten Partner bis zur Auslieferung
an den Kunden schildern. Bisher war ich der Meinung , ich habe nur einen Vertragspartner und das ist
mein (Challenger) Autohaus. Leider gibt es praktisch diese Gesamtverantwortung offensichtlich nicht mehr.
Mein Kühlschrank lief im Sommer nach 6 Monaten nicht mehr . Das AH fühlte sich nicht zuständig , solle mich an Thetford wenden.
Da ich im Raum Köln stand , fand ich endlich einen Partner, der sich den KS ansah und tatsächlich einen neuen bestellte.
Offensichtlich ist die Gewinnmarche beim Verkauf von neuen WoMos höher als der Anspruch einer Fachwerkstatt.
Meine Dieselheizung von Webasto, unterflur befestigt zuendete nach einer 6h Regenfahrt Freitag vor Weihnachten nicht mehr .
Zuständige Serviceleitstelle war schon unbesetzt, zuständig Boschdienst. Also ohne Heizung 6 Tage an der Nordsee ??
G.s.D. wurde der Fehler gefunden, ein vorgeschriebenes Loch zum Ablassen von Kondensatwasser im Ansaugschlauch der Verbrennungsluft
fehlte . Schlauch war voller Wasser. Zuständigkeit ? Hersteller, Zulieferer, AH?, Servicedienst ?
Ich wollte nur nicht frieren, fühle mich durch so etwas mehr als betrogen. Wer ist also letztendlich mein Vertragspartner?
Dank einem erfahrenen Mobilisten war wenigstens die Heizung wieder funktionstüchtig.

Und ja, QS ist ein schöner Papiertiger , den Händler interessiert doch meistens nur noch der Gewinn beim Verkauf.

schönes Weihnachten allen on Tour und zu Hause

willlife/will49

mercurius46 am 24 Dez 2018 08:33:14

Weil heute Weihnachten ist!

Lieber Gott, ich danke Dir, dass ich ein mängelfreies Fahrzeug (weil schon älter) habe, und dass es sowohl eine zuverlässige und kompetente Werkstatt für das Chassis und einen im besten Sinne des Wortes tollen "Schrauber um die Ecke" für alle Notwendigkeiten im Aufbau (z.B. fach- und sachgerechte Installation einer Solaranlage plus Lithium-Batterie) gibt...

hampshire am 24 Dez 2018 09:04:04

willlife1949 hat geschrieben:I
Und ja, QS ist ein schöner Papiertiger , den Händler interessiert doch meistens nur noch der Gewinn beim Verkauf.

Ansprechpartner für Reparaturen und QS sind völlig unterschiedliche Ebenen.
QS hilft dabei weniger fehlerhafte Produkte auf den Markt zu bringen, das hat nichts damit zu tun, wer später für eine Leistung einstehen muss.
Schade, dass Du so viel Pech hattest. Hoffentlich kommt nichts mehr nach.

taps am 24 Dez 2018 12:57:40

Hallo,
bei unserem EURA Bj 2017 gab es etliche kleinere Mängel:
Mückenschutz in der Tür: Schnur gerissen: unbrauchbar->Zulieferer
Aufbaufenster an beiden Seiten lose: Konstruktionsfehler.
Mischbatterie Küche tropft: Zulieferer.
Alles hat der Händler behoben
Schubfach in der Küche, Verriegelung löst sich während der Fahrt: Montagefehler. Selbst repariert.
Nach 1,5 Jahren fliegt das Schubfach immer wieder raus: Konstruktionsfehler.
Für die Schienenhalterungen wurde jeweils nur eine Schraube verwendet trotz zweier vorhandener Löcher (und das bei dem weichen Holz). Das lockert sich mit der Zeit.
Habe dann alle Löcher mit Schrauben versehen: hält
Von den beiden zuletzt geschilderten Fehlern erfährt der Hersteller nichts. Die anderen werden ja hoffentlich vom Händler an den Hersteller gemeldet?
Zu dem Fall mit den vertauschten Klebchen am Gasverteiler:
Das findet man eben nicht so schnell. Bei der Kontrolle werden alle Hähne aufgemacht, alle Verbraucher funktionieren: fertig.
Natürlich kann man jetzt den Schluß beim Hersteller ziehen: alle Verbaucher einzeln testen, wie bei der regelmäßigen Gasprüfung.
Das kostet aber wieder mehr Zeit...
Übrigens werden bei EURA nach jeweils 3 Fertigungsstationen QS-Kontrollen durchgeführt. Dort arbeiten die Besten (Waren bei der Werksbesichtigung)
Richtiges QS wäre aber, bei jedem gefundenen Fehler die Prüfzyklen und Checklisten anzupassen. Ob das geschieht? Da hätte ich meine Zweifel...

Schönes Feiertage aus Südtirol aus dem Wohnmobil, leider bei Regen...
Gruß
Andreas

spinnerei am 24 Dez 2018 13:20:40

hampshire hat geschrieben:
QS hilft dabei weniger fehlerhafte Produkte auf den Markt zu bringen, ...


Hallo,

da muss ich Dir leider widersprechen.

Ich, bzw. wahrscheinlich wir alle, verstehen unter QS, daß man die Fehler im Produkt vermeidet, aber das ist nicht.

QS bedeutet, daß man ein Produkt nach vorher festgelegten Vorgaben herstellt und alle Abweichungen von den Vorgaben vermeidet. D.h. wenn falsche Vorgaben da sind, ziehen sich diese bis ins Endprodukt durch.
Mein Verständnis für QS war immer verbesserte Qualität, aber das QS ist ein Managementsystem, das sich auf Verfahrensabläufe bezieht und die Einhaltung dieser Vorgaben überprüft.

Mir hat man mal bei einer 9001-Zertifizierung das lang und breit erklärt, da ich mal wieder dabei mein Unverständnis laut geäußert habe. Der O-Ton war damals, daß ich jederzeit eine mit Blei gefüllte Schwimmweste nach 9001 zertifzieren lassen kann, wenn ich durch meine Verfahrensanweisungen sicherstelle, daß jede ausgelieferte Schwimmweste mit der festgelegten Menge an Blei gefüllt ist. Ist zwar ketzerisch, aber beschreibt das System sehr gut.

Der große Vorteil dieses Systems war für mich eigentlich nur, daß man die Produktionswege und -Verfahren einmal ermittelt hat und dadurch endlich mal gesehen, was warum schon immer funktioniert hat.

rkopka am 24 Dez 2018 13:42:17

spinnerei hat geschrieben:QS bedeutet, daß man ein Produkt nach vorher festgelegten Vorgaben herstellt und alle Abweichungen von den Vorgaben vermeidet. D.h. wenn falsche Vorgaben da sind, ziehen sich diese bis ins Endprodukt durch.

Wobei die ISO9001 Zertifizierung für eine Firma/Produktionsstätte gilt, nicht für ein Produkt. Bei der Prüfung wird z.B. die Entwicklung und Produktion eines Produkts beispielhaft betrachtet, aber es wird deshalb nicht zertifiziert.
Produktbezogen sind bei vielen Dingen eine Reihe anderer Prüfungen. Bei elektrischen z.B. ESD, EMV, Sicherheit.

spinnerei hat geschrieben:Der O-Ton war damals, daß ich jederzeit eine mit Blei gefüllte Schwimmweste nach 9001 zertifzieren lassen kann, wenn ich durch meine Verfahrensanweisungen sicherstelle, daß jede ausgelieferte Schwimmweste mit der festgelegten Menge an Blei gefüllt ist.

Das ginge also gar nicht. Aber eine zertifizierte Firma kann solche Teile herstellen. Nur wird sie sie nicht verkaufen können, da vermutlich einige der Normen für Rettungsgeräte nicht erfüllt sind. Daher wohl nur als Ausstellungsstück.

RK

willi_chic am 24 Dez 2018 13:57:39

willlife1949 hat geschrieben: Wer ist also letztendlich mein Vertragspartner?

Vertragapartner ist derjenige der mit Dir gemeinsam den Vertrag (Bestellung) unterschrieben hat

grüße klaus

hampshire am 24 Dez 2018 14:01:16

spinnerei hat geschrieben:da muss ich Dir leider widersprechen.
...
QS bedeutet, daß man ein Produkt nach vorher festgelegten Vorgaben herstellt und alle Abweichungen von den Vorgaben vermeidet. D.h. wenn falsche Vorgaben da sind, ziehen sich diese bis ins Endprodukt durch.


Den Widerspruch löse ich gerne auf, denn da ist ja keiner. Qualitätssicherung und -management sind zunächst mal Werkzeuge. Wie jedes kann man diese sinnvoll oder abwegig einsetzen.
Bildhaft gesprochen: Eine Zange ist ein sinnvolles Werkzeug. Es gibt irgendwo Menschen, die Zangen zum Einschlagen von Nägeln verwenden. Das sagt dann mehr über die Anwender als das Werkzeug aus.
Oder: Ein Management-Tool hilft bei schlechtem Management wenig. Das kann man dem Tool nicht ankreiden.

Tinduck am 24 Dez 2018 20:49:13

....wobei die ISO9001 auch jede Bastelbude besteht, die TÜV-Audits dafür sind ein Witz.

In der Automotive-Branche wird nach TS16949 zertifiziert, da steppt beim Kundenaudit der Bär. Komischerweise lässt sich der OEM (VW, BMW und wie sie alle heissen) vom Endkunden nicht auditieren, dass darf nur entlang der Lieferkette passieren. Gern auch vor Preisverhandlungen...

Es ist nicht alles fein im Land der 6sigma Gemeinde...

Nir mal für die, die hier die QS-Systeme so hoch halten. Kommt immer drauf an, wie man so miteinander umgeht.

bis denn,

Uwe

rkopka am 25 Dez 2018 00:40:36

Tinduck hat geschrieben:....wobei die ISO9001 auch jede Bastelbude besteht, die TÜV-Audits dafür sind ein Witz.
---
Nir mal für die, die hier die QS-Systeme so hoch halten. Kommt immer drauf an, wie man so miteinander umgeht.

Wobei in vernünftigen Branchen (nicht Womo), das Unternehmen selber nach hoher QS streben wird. Nicht unbedingt als Selbstzweck, sondern einfach um teure Fehler zu vermeiden. In unserem Bereich dürfen wir nicht mit solchen Nachbesserungen und Verzögerungen kommen. Das kostet uns erstmal spätere Bezahlung, dann Pönalen und schlimmstenfalls auch Folgeaufträge bzw. neue Kunden. Es ist also in unserem Interesse, Fehler soweit irgendmöglich auszumerzen. Und selbst, wenn das obige alles nicht auftritt, müssen wir doch nachbessern und schlimmstenfalls Geräte ausmustern, wodurch kein Gewinn mehr übrig bleibt. Machst du das ein paar mal, war es das.

Nur bei den Womos sieht es anders aus. Da muß jemand schon einen sehr schlechten Ruf haben, bevor sich das auswirkt. Und da der Kunde meist erst nach Jahren wieder zum Käufer wird, interessiert die negative Erfahrung wohl die Firmen heute nicht, sondern nur die schönen Halbjahreszahlen. Hier wäre evt. ein stärkeres und statistisch belastbares Sammeln von Daten zu Fehlern und Problemen von nöten. Wenn man dann wie bei einem ADAC Reifentest oder Pannenstatistik sieht, was wirklich los ist, ändert sich vielleicht etwas.

RK

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