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Reisebericht Spanien Frankreich Weihnachten 2019


birgit60 am 07 Jan 2020 23:15:05

Freitag, 20.12.2019

Recht kurzfristig haben wir beschlossen, dem heimischen Schmuddelwetter zu entfliehen und unseren Urlaub im sonnigen Spanien zu verbringen.

In strömendem Regen verlassen wir Offenbach um 13.30 Uhr in Richtung Schweiz. Unseren ersten Übernachtungsplatz habe ich im Internet herausgesucht.



Ein Wohnmobilstellplatz auf der Autobahnraststätte Grauholz in der Nähe von Bern. Wir kommen, trotz Dauerregen, einigermaßen gut voran. Allerdings kann das Navi mit den Koordinaten aus nicht viel anfangen. Es lotst uns zunächst von der Autobahn hinunter, über eine dunkle Landstraße, durch einen kleinen Ort und dann über einen asphaltierten Feldweg bis es nicht mehr weiter geht. Wir stehen vor dem verschlossenen Hintereingang des Rasthofs. Also alles wieder zurück. Nach 30 Minuten und 30 km Umweg finden wir den besagten Stellplatz. Allerdings können wir keine ausgewiesenen WoMostellplätze ausmachen. Vereinzelt steht mal ein WoMo irgendwo geparkt aber es hat wirklich nichts von einem WoMostellplatz. Es schüttet immer noch. Wir machen uns ein paar Würstchen warm und begeben uns zeitig zu Bett.


Samstag, 21.12.2019

Wir starten außergewöhnlich früh für unsere Verhältnisse und sind bereits um 7.30 Uhr auf der Autobahn.



Starkregen, Nebel und Nieselregen wechseln sich ab und ich bin für jeden Tunnel froh, in den wir hineinfahren, denn dort regnet es wenigstens nicht.



Irgendwo in Frankreich kommt endlich einmal die Sonne hervor. Sie wird uns ab jetzt bis Spanien begleiten.






Wie abgemacht legen wir alle zwei Stunden eine kurze Pause ein und wechseln uns beim Fahren ab. Die Zeit vergeht wie nichts und am frühen Abend sind wir bereits in Peralada, einem hübschen kleinen Ort in der Nähe von Figueres.




Dort gibt es die Cavas der Perelada Group und wir holen uns gleich zum Abendessen den Rosé Pescador, die spanische Antwort auf den Prosecco. Hier entsteht das leichte Prickeln nicht durch Kohlensäure sondern durch natürliche Fermenation. Auf dem Stellplatz direkt vor der Stadtmauer gibt es 6 ausgewiesene Stellplätze, kostenloses Frischwasser und Entsorgung. Den Platz kann man gut weiterempfehlen.













Nach unserer Ortsbesichtigung kochen wir uns Nudeln mit Tomatensoße und genießen den spanischen Frizzante.





Sonntag, 22.12.2019




Nach einer ruhigen Nacht und ausgiebigem Frühstück fahren wir über die Autobahn Richtung Cambrils.






Dort angekommen suchen wir zuerst den CP Oasis Mar in Montroig del Camp auf, um uns zu vergewissern, dass er auch wirklich geöffnet hat. Hat er. Sieht aber ziemlich verlassen und ungemütlich aus. Anschließend wollen wir den CP Cala d’Oques in L’Hospitalet de l’Infant besichtigen. Er ist nur einen Katzensprung entfernt und 15 Minuten später rollen wir schon vor die Rezeption. Klein aber fein, außergewöhnlich große Sanitärkabinen, entweder mit Toilette und Dusche oder mit Waschbecken und Dusche. Der CP liegt direkt am Strand und die holländischen Besitzer sprechen deutsch. Wir zögern nicht lange und bleiben.




Wir nehmen eine Parzelle in der ersten Reihe mit Blick auf’s Meer und das nahegelegene L’Hospitalet. Bis in den Ort sind es nur 1.8 km, immer am Strand entlang. Wir kommen mit dem einen oder anderen Nachbarn ins Gespräch und weil es recht windig ist, befolgen wir deren Tipp, Tisch und Stühle vorsichtshalber reinzuholen, denn: der Wind nimmt merklich zu! Nach dem Duschen gehen wir im Restaurant am Platz essen. Gert wählt das Kaninchen, ich Hähnchenschaschlick. Dazu gibt’s leckere Pommes und bisschen Gemüse (hier von der Köchin Salat genannt), eine Flasche roten Hauswein und Mineralwasser. Es war nicht schlecht aber auch nicht wirklich gut. Mittlerweile ist der stramme Wind in einen ordentlichen Sturm übergegangen. Auf dem Rückweg kommt uns unsere Spülschüssel entgegengeflogen, den Siebeinsatz finden wir am anderen Platzteil wieder, ein Badeschlappen ist weg. Naja, wenigstens hatten wir Tisch und Stühle vorher reingeholt. Vorsichtshalber schließen wir beide Hekis und die Fenster und legen uns schlafen. Was sich in dieser Nacht hier abspielte, lässt sich schwer in Worte fassen. Selbst in Kroatien haben wir es so noch nicht erlebt. Der Orkan schaukelt uns kräftig durch und wir hören schon vorher, wie er Anlauf nimmt. Ich klammere mich an Gerts Hand. An schlafen ist nicht zu denken. Mir schießen etliche Gedanken durch den Kopf, was wohl passiert wenn wir umkippen, wenn der Kasten ins Meer geweht wird. Glücklicherweise gibt es hier keine Bäume, die uns auf’s Dach fallen können. Kurz frage ich mich, ob es was nützen würde, wenn wir uns um 90° drehen. Aber das bringt nichts, da der Sturm ständig die Richtung wechselt.


Montag, 23.12.2019

Gegen halb 8 wird es hell und wir sind wie gerädert von der Nacht.



Wir suchen und finden den vermissten Badeschlappen. Unsere Fahrräder, die am Laternenpfahl angeschlossen waren, liegen völlig verkeilt am Boden. Überall sammeln die Leute ihre Siebensachen zusammen. Die Badeschlappen des Nachbarn sind nicht mehr aufzufinden.
Nach dem Frühstück fahren wir in den nahegelegenen Ort und erledigen ein paar Einkäufe. Der Rad- oder Fußweg geht schön am Meer entlang. Wir kaufen beim Metzger und im Gemüseladen ein und besorgen noch ein paar letzte Sachen beim Spar.
Zurück am Campingplatz trinken wir einen Kaffee und machen anschließend einen Spaziergang in die angrenzende traumhafte Badebucht in der entgegengesetzten Richtung. Wir laufen weiter und gelangen zu einem riesigen, auch sehr schönen Campingplatz, der oberhalb des Meeres gelegen ist. Der hat aber geschlossen.















Obwohl es hier eine Stunde länger hell ist als zu Hause, wird es auch hier irgendwann dunkel und so verstauen wir unsere Habseligkeiten wieder im Auto und beginnen mit den Vorbereitungen für’s Abendessen. Heute gibt es Burger. Danach spielen wir noch paar Gesellschaftsspiele und gehen ins Bett. Schon schade, dass die Tage nicht länger sind.


Dienstag, 24.12.2019

Heute lässt der böige Wind endlich nach und es ist herrlich warm.




Wir frühstücken draußen. Gegen 13 Uhr sind es in der Sonne 30 °C.



Das Meer hat 15 °C aber mehr als ein Fußbad ist nicht drin.





Wobei, reizen würde es mich schon. Schließlich haben wir bei weniger Wassertemperatur früher in der Ostsee gebadet. Aber das ist 40 Jahre her. Wir genießen die Sonne, telefonieren mit Zuhause und versuchen, es uns so weihnachtlich wie möglich zu machen. Der Tisch wird festlich gedeckt, auf dem Herd brät die Schweinelende. Dazu gibt es Pilzrahm und Spätzle. Alles muss gut durchdacht werden, schließlich haben wir nur 2 Kochstellen. Ein guter Rotwein dazu und zum Nachtisch gibt es Crema Catalana vom Spar.






Mittwoch, 25.12.2019

Die Nacht war ruhig und wir haben gut geschlafen. Bereits um 9 Uhr sind es angenehme 23 °C. Wir frühstücken wieder draußen. Wie gestern zeigt das Thermometer in der Sonne um 13 Uhr 30 °C. Von mir aus kann das gerne so bleiben.



Heute mache ich (Gert) eine Radtour. Der Garmin Roundtriproutenplaner bekommt von mir die Vorgabe: 60 km und bietet kurz darauf drei Touren an. Ich nehme die mit den meisten Höhenmetern wohlwissend dass das selten stimmt. Es ist unfassbar warm und somit kurz/kurz angesagt. Die ersten 20 km geht es wellig eine gut ausgebaute Landstraße entlang. Gut ausgebaut für Autos, weniger für Radfahrer, allerdings gibt es einen komfortablen Seitenstreifen und da so gut wie kein Verkehr herrscht ist alles bestens. Ich suche mehrmals vergeblich einen Abzweig den mir Garmin anzeigt und fahre resignierend einfach weiter. Nach weiteren 10 km biege ich nach rechts ab und hoffe auf die ursprüngliche Route zu kommen, was auch klappt. Die Landstraße ist schon älter, schlechter Asphalt und am Rand unbefestigt. Und nun kommen sie. Die Steigungen.



Auf den nächsten 20 Kilometern kündigen die Schilder Anstiege von 10, 11, 12 und 14 Prozent an. Mit der Sommerform wäre es grandios, mit der Winterform könnte es problematisch werden. Außerdem traue ich dem Garmin nicht mehr, zumal ich nichts zu essen dabei habe und nur 0,5 l Wasser. Am abenteuerlichsten ist aber: seit nunmehr 30 Kilometern auf dieser Landstraße habe ich nicht eine Menschenseele getroffen, kein Auto, keinen Radfahrer, keinen Esel, nichts.



Es geht hoch und runter und irgendwann sehe ich zumindest mal wieder das Meer. Nach einer kurvenreichen und schlaglochübersäten Abfahrt weiß ich wieder wo ich bin und finde unseren Campingplatz. Am Ende waren es doch über 70 Kilometer mit deutlich über 1000 Höhenmeter.

Birgit macht leckere Nudeln mit Schinkensahnesauce und zum Nachtisch verdrücken wir noch den Rotweinkuchen.

Das üppige Abendessen schreit nach einem Verdauungsspaziergang. Wir schlendern großräumig um den Campingplatz an einer Villenstraße entlang. Im ersten Stock eines modernen Bungalows steht hinter einer plakatwandgroßen Glasscheibe ein junger Mann der in unsere Richtung schaut und telefoniert. Wir bleiben stehen und bestaunen das Anwesen. Birgit fängt das Lachen an und deutet in Richtung des telefonierenden Mannes, weil sie ihn erst für eine Statue hielt. Wir schlendern weiter und hören kurz darauf wie hinter uns in einiger Entfernung ein Mann ruft. Er meint wohl uns, da niemand sonst in dieser verlassenen Gegend auf der Straße ist. Wir bleiben stehen und ich erkenne die vermeintliche Statue von eben. Als wir auf Spanisch nicht reagieren, wechselt er auf Englisch und quatscht uns mit einem aggressiv arroganten Unterton an, wir hätten über ihn gesprochen und dabei gelacht und was das soll.. („you talk to me“)…während ich umständlich in Gedanken an einer deeskalierenden Antwort arbeite, aber lieber fragen möchte, ob er sie noch alle hat und was er sich einbildet wer er wäre, erklärt Birgit freundlich lächelnd und somit entwaffnend, dass sie ihn fälschlicherweise für eine Statue gehalten hätte und was für ein wunderschönes Haus das doch wäre. Der sichtlich unter Drogen stehende Vollpfosten scheint jetzt etwas irritiert und nach wenigen Sekunden trollt er sich wieder Unverständliches vor sich hinmurmelnd in die Richtung aus der er kam. Wir beenden unbeschadet unseren Verdauungsspaziergang und grübeln den Rest des Abends darüber, was das wohl für ein Kerl war.


Donnerstag, 26. 12. 2019

Und wieder ein Morgen mit grandiosem Sonnenaufgang über dem Meer und wieder ein Frühstück draußen vor dem Womo. Es ist schon verrückt. An Weihnachten im Freien frühstücken. Der heutige Tagesplan ist schnell gefasst. Wir machen einen Ausflug in das rund 100 Kilometer entfernte Peniscola.



Die Fahrt dorthin verläuft unspektakulär auf der gut ausgebauten Landstraße, die ich zum Teil gestern mit dem Rad gefahren bin. Auf der Hälfte der Strecke streifen wir das Ebro-Delta und grübeln, ob wir das heute auch noch schaffen uns anzuschauen. Vielleicht auf der Rückfahrt. Schon von weitem sieht man allerdings erstmal die potthässliche „Hotelbunker-Skyline“ von Peniscola. Eine Bausünde neben der anderen erstreckt sich über etliche Kilometer parallel zur Strandpromenade.






Bei der Gelegenheit schauen wir uns den Campingplatz „Eden“ an, den wir uns ursprünglich als südlichstes Ziel dieser Reise ausgesucht hatten. Da Kastenwagenfreunde gerade hier verweilen, schlendern wir über den Platz. Verwöhnt von unserer Strandparzelle in L’Hospitalet werden wir diese nicht gegen eine Parzelle zwischen Hecken ohne Blick auf das Meer eintauschen.
Anschließend begeben wir uns in den historischen Stadtkern, Die Altstadt liegt auf einem imposanten Felsen über dem Meer. Im 14. Jahrhundert residierten hier die Päpste Benedict XIII und Clemens VIII.



Vor der Kulisse der mächtigen Burganlage wurde am Strand von Peñíscola die finale Entscheidungsschlacht der Spanier gegen die Almoraviden des bekannten Historienfilms El Cid gedreht. Außerdem diente Peñíscola als Kulisse der 6. Staffel Game of Thrones.















In einer Seitengasse finden wir ein uriges kleines Lokal, in dem wir zu Mittag essen. Wir bestellen eine Paella con Pollo für zwei. Vorher serviert der Küchenchef noch Brot und Aijoli. Dazu gibt’s eisgekühlten weißen Hauswein und Mineralwasser.







Nach der Stärkung schlendern wir weiter durch die Gassen, bis wir uns am Nachmittag zurück zum Kasten begeben und unsere Rückfahrt antreten.








Für eine Besichtigung des Ebrodeltas ist es nun eindeutig zu spät.


Freitag, 27.12.2019




Wieder frühstücken wir draußen. Anschließend machen wir eine Radtour Richtung Cambrils.




Der Radweg führt mehr oder weniger immer am Meer entlang und nach jeder Biegung entdecken wir traumhafte Badebuchten.







Leider haben auf dieser Strecke die Strandbars und Cafés geschlossen. Wir kehren um und kaufen beim Bäcker Stückchen. Zurück auf unserem sonnigen Stellplatz gibt es erst mal Kaffee und Kuchen.





Samstag, 28.12.2019

Weil es hier so schön ist und wir immer noch draußen frühstücken können, entscheiden wir uns dazu, heute noch hier zu bleiben. Allerdings soll das Wetter morgen schlechter und vor allem kühler werden. Das macht den geplanten Abschied leichter.



Wir fahren mit den Rädern zum Einkaufen, trinken nachmittags noch Kaffee und rücken mit unseren Stühlen der Sonne nach, denn im Schatten wird es recht kühl. Anschließend packen wir zusammen und planen unseren weiteren Reiseverlauf.

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birgit60 am 07 Jan 2020 23:20:03

Sonntag, 29.12.2019




Nach dem Frühstück gehen wir duschen, checken aus und verabschieden uns von unseren Nachbarn. Am Ausgang ver- und entsorgen wir noch und fahren los.



Zunächst nehmen wir die Autobahn bis kurz vor Figueres, machen nochmal einen Abstecher nach Peralada um ein paar Flaschen vom spanischen Frizzante mitzunehmen und tuckern gemütlich die Küstenstraße weiter nach Frankreich.



In Port Vendres finden wir noch einen freien Platz auf dem WoMostellplatz. Anschließend machen wir einen großen Spaziergang in den Ort mit den vielen Treppen und kehren im Dunkeln abends zurück.

















Montag, 30.12.2019

Wir sind früh wach. Da wir kein Brot mehr haben, wollen wir beim Bäcker im Ort einkaufen und unterwegs frühstücken. Kurz bevor wir vom Platz rollen halten wir noch bei zwei freundlichen Polizisten an und bezahlen 6 € für die Übernachtung. Die hatten wir zwar nicht vergessen, sind aber davon ausgegangen weil die Uhr schon 08:30 Uhr zeigte, dass niemand mehr zum Kassieren kommt. Wie peinlich, denn es sah so aus, als wollten wir uns heimlich davonstehlen.
Nachdem wir uns mit Brot und Kuchen eingedeckt haben, steuern wir zunächst den Campingplatz Le Roussillonnais in Argèles-sur-Mer an. Der soll direkt am Strand liegen. So richtig gut gefällt es uns hier aber nicht. Die Parzellen sind recht eng und Meerblick hat man auch keinen. Trotzdem ist er fast ausgebucht. Wir entschließen uns dazu nun doch bis nach Saintes-Maries-de-la-Mer zu fahren.




Große Hoffnung, dort noch eine freie Parzelle zu bekommen, machen wir uns allerdings nicht. Wir fahren mautfrei und kommen gegen 15 Uhr an. Zu unserer Verwunderung steht nur ein Wohnmobil vor uns. Entweder ist hier alles voll oder wir haben einfach nur Glück. Am Empfang erfahren wir, dass es nur noch Plätze ohne Strom gibt. Egal, wir sind ja autark. Schnell haben wir eine Parzelle gefunden. Wir radeln in den Ort und stellen fest, dass wir besser daran getan hätten, unsere Winterjacken anzuziehen und Mützen aufzusetzen. Als wir zum CP zurückkehren, trauen wir unseren Augen nicht. Eine nicht enden wollende WoMoschlange steht vor dem CP.



Zurück im WoMo wärmen wir uns erst einmal auf und beschließen, die Heizung heute Nacht auf kleiner Stufe durchlaufen zu lassen. Nicht, dass uns was einfriert. Gert sucht das Sanitärgebäude auf und stellt fest, dass das ganz schön weit weg ist. Beleuchtet ist unser Bereich nicht. In der Dunkelheit sind die einzelnen Parzellennummern nicht zu erkennen und so kommt es, dass sich spät abends ein Wohnmobil mit auf unsere Parzelle stellt, obwohl es in unserem Gang noch ausreichend freie Plätze gibt. Hoffentlich schnarchen die nicht.


Dienstag, 31.12.2019


Es ist richtig kalt. Das sind wir nicht mehr gewöhnt. Gefrühstückt wird drinnen. Ich mache einen Spaziergang über den Campingplatz. Es gibt tatsächlich Leute, die heute abreisen. Ich notiere mir freie Parzellen mit Strom und erledige die Ummeldung an der Rezeption. Gert, ein wenig genervt von meinem Entschluss umzuziehen, lässt sich schließlich zum Parzellenwechsel überreden. Der Strom ist unverschämt teuer mit 6 € aber das ist es mir Wert. Die neue Parzelle ist eben, das Sanitärhäuschen gleich um die Ecke und wir haben den ganzen Tag Sonne. Inzwischen wird es wärmer und wir holen Tisch und Stühle raus.



Anschließend radeln wir Richtung Leuchtturm in der Hoffnung Flamingos zu sehen. Vereinzelt sieht man mal ein paar. Kein Vergleich zum Sommer oder Herbst.





Zurück auf dem CP gehen wir duschen und machen uns ausgehfertig. Um 19 Uhr ist am Rathaus Feuerwerk, das wir uns anschauen möchten. Wir essen noch eine Kleinigkeit und fahren mit den Rädern dick eingemummelt in den Ort. Auf dem Platz neben dem Rathaus sind noch einige Weihnachtsmarktbuden aufgebaut. Gert holt einen Vin chaud, der sehr gut schmeckt.



Kurz nach 19 Uhr beginnt das spektakuläre mit klassischer Musik untermalte Feuerwerkt. Es ist wirklich beeindruckend.











Nach einer halben Stunde löst sich alles auf und wir fahren zurück zum CP. Wir kochen Nudeln und eine Hackfleischsoße mit Tomaten und Zucchini. Ich bin gespannt, ob hier wirklich nicht geballert wird. Um Mitternacht hört man mal den einen oder anderen Böller. Bestimmt sind das (deutsche)Touristen, die nicht wissen, dass man das in Frankreich nicht darf. Außerdem klappern einige mit Kochlöffeln auf Töpfe. Wir stoßen noch mit den Nachbarn an, ein Smalltalk und das war der Jahreswechsel ins neue Jahrzehnt.


Mittwoch, 1.1.2020

Wir frühstücken spät und lassen uns Zeit. Um 11.30 Uhr ist im Ort Abrivado, was man auch gesehen haben muss. Um 11 Uhr fahren wir wieder mit den Rädern in den Ort. Warm eingepackt sehen wir aus, als wollten wir zur Vierschanzentournee.



Es herrscht reger Trubel im Ort uns wir stellen uns an die Straße zu all den anderen Zuschauern. Und irgendwann ist es dann soweit: Sie kommen. Zuerst in schwarze Trachten gekleidete Reiter auf ihren weißen Carmaguepferden, dahinter 4 kleine schwarze Stiere und dahinter wieder Reiter.








Die Zuschauer bleiben stehen, denn nach einer Weile kommt der Umzug ein zweites Mal. Jetzt laufen statt der Stiere weiße Pferde und Fohlen zwischen den Reitern.









Nach einem dritten Durchgang ist leider Schluss.
Wir machen einen Strandspaziergang und kaufen anschließend im Ort, wo fast alle Geschäfte geöffnet sind, ein.








Zurück am CP packen wir Essen und Getränke für ein Picknick am Leuchtturm ein und radeln die 12 km zum Phare de Garcholle.



Dort stärken wir uns und fahren wieder zurück.
Da wir morgen früh aufbrechen möchten, machen wir heute schon alles reisefertig.


Donnerstag, 2.1.2020

Nach einem kleinen Frühstück mit dem trockenen Brot von gestern, starten wir sehr zeitig um 8 Uhr nach Bedoin zum Mont Ventoux.



Dort möchten wir beim Weingut VMV (Vignerons Mont Ventoux) Wein kaufen. Laut Internetrecherche soll das Weingut geöffnet sein ab 9 Uhr. Um 10 Uhr stehen wir auf deren Parkplatz aber sie haben geschlossen.




Ein Mitarbeiter erklärt uns, wir könnten um 11 Uhr kommen. Im Ort kaufen wir beim Bäcker Brot und frühstücken anschließend auf dem Parkplatz des Weinguts. Ein Herr spricht mich an und fragt, worauf wir warten würden. Ich erklärte ihm, dass sie erst um 11 Uhr öffnen. Daraufhin erwiderte er, très desollé, es wäre heute wegen Inventur geschlossen. Ich lasse mich aber nicht abwimmeln, verklickere ihm, soweit es meine Sprachkenntnisse zulassen, dass wir uns bereits auf der Heimreise befänden und extra den Umweg über Bedoin gefahren seien um Wein zu kaufen. Daraufhin verschwand er kurz im Laden, kam freudestrahlend zurück und bat uns hinein. Wir kauften 2 Kisten Rosé Secret des Dames, eine Kiste Rouge Secret des Dames und eine Kiste Rouge Primeur. In irgendeinem Reiseführer haben wir zwar gelesen, dass der Primeur von minderer Qualität sein soll und das Preis-Leistungsverhältnis dabei nicht stimme. Diese Meinung können wir nicht teilen. Für 3,50 € pro Flasche bekommt man bei deren Primeur einen guten Roten, der prima zum Essen passt.
Nach unserem ausgiebigen Frühstück setzen wir unsere Fahrt fort. Auch hier fahren wir ausschließlich Landstraßen.
Gegen Mittag erreichen wir Mornas, einen kleinen Ort mit einer imposanten Burg, die wir bisher auf früheren Reisen immer nur von der Autobahn aus gesehen haben. Wir parken am Fuße von La Forterresse vor dem Stadttor Mornas und stiefeln erst durch den Ort und dann zur Burg hinauf. Die Aussicht ist wegen des diesigen Wetters nicht besonders aber immerhin waren wir mal dort.














Anschließend geht es weiter über Montelimar, Valence, Vienne und Lyon nach Bourg-en-Bresse. Dort soll es in der Stadt einen Wohnmobilstellplatz geben. Vielleicht finden wir ja dort noch ein nettes Lokal für ein Abendessen. Es wird zunehmend neblig. In der Dunkelheit erreichen wir gegen 18.30 Uhr besagten Stellplatz. Das soll in der Stadt sein? Ein ganz normaler Parkplatz zwischen Autohändlern. Es wirkt eher, als seien wir in einem Industriegebiet gelandet. Hier kann ich nicht übernachten. Gert ist genervt: „Ist doch nur zum Schlafen. Dann kochen wir eben Nudeln“. Ich kann hier weder Nudeln kochen noch schlafen. Da ich aber die letzten zweieinhalb Stunden gefahren bin, möchte ich jetzt nicht mehr durch den immer dichter werdenden Nebel fahren. Und schon gar nicht in der Dunkelheit.
Ein Blick in eine Stellplatzapp verät mir, dass es bis Saint Amour nur 28 Km sind. Dort haben wir schon im Sommer übernachtet und waren von diesem kleinen Ort und dem Stellplatz sehr angetan. Gert lässt sich erweichen und bringt uns durch den dicken Nebel sicher nach Saint Amour. Im Ort haben alle Restaurants geschlossen. Nur eine kleine Pizzeria hat geöffnet. Pizza à emporter. Wir bestellen 2 Pizzen. Nach einer Viertelstunde flitzen wir mit 2 Kartons der Ausmaße 50x50 cm zurück zum Stellplatz. Wir öffnen eine Flasche Primeur. Der wurde zwar bisschen durchgeschüttelt während der Fahrt, mundet aber dennoch und passt hervorragend zur Pizza XXXL ☺
Die Fahrt hierher hat sich gelohnt. Wir haben gut gegessen, stehen schön und fühlen uns geborgen wie in Abrahams Schoß.


Freitag, 3.1.2020



Die Nacht war ruhig, der Nebel hat sich aufgelöst. Als wir unser Kaffeewasser aufsetzen möchten, stellen wir fest, dass unsere Gasflasche leer ist. Gut, dass das nicht in der Nacht passiert ist. Wir stecken schnell um. Nach dem Frühstück starten wir im Morgengrauen wieder über Landstraßen Richtung Baumes-Les-Dames.



Die Sonne kommt heraus, es lässt sich prima fahren. In Baumes-Les-Dames fahren wir auf die Autobahn. Aber irgendwie hatten wir was falsch in Erinnerung. Für ein paar KM nur zahlen wir stolze 7,20 €.



Also beim nächsten Mal fahren wir erst eine Ausfahrt später auf die Autobahn.
Zurück in Deutschland meldet der Verkehrsfunk zahlreiche Staus. Wir rasten kurz bei Rust. In der Zwischenzeit hat sich der Stau aufgelöst. Etwas zähfließend aber für einen Freitagnachmittag durchaus normal, sind wir um 16.30 Uhr zuhause.


Fazit:

Zum ersten Mal waren wir mit dem Kastenwagen im „Winter“ unterwegs.
Wir legten 3.490 km zurück. Der Durchschnittsverbrauch lag bei 9,2 Liter Diesel. Im Gegensatz zum Sommer verbrauchten wir über einen halben Liter mehr.

kukeulke am 07 Jan 2020 23:54:34

Danke für den schönen Reisebericht - scheint mir eine gute Alternative zu sein,
um dem "ganz normalen Weihnachstwahnsinn" hier zu entfliehen ...

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Beduin am 08 Jan 2020 09:39:10

Schön habt ihr das gemacht, bedankt :)

frankjasper8 am 08 Jan 2020 10:50:57

Ein netter Reisebericht, genau der richtige Lesestoff bei unserem "tollen" Winterwetter.

Danke für´s Mitnehmen! :)

Aretousa am 08 Jan 2020 14:19:50

Schööön.
Um den Sturm in Spanien beneide ich dich natürlich nicht, um Feuerwerk und Abrivado in Stes Maries aber schon.
Nur, wo war der Kartoffelsalat auf der Hinfahrt?
Mal ganz im Ernst, Birgit.
Vielen Dank für deinen schönen Winterreisebericht mit wundervollen Bildern.

womifahrer am 08 Jan 2020 14:52:43

hallo,sehr schöner Bericht,kommt man ins schwärmen und ans grübeln ob mann die Weihnachtszeit auch mal anders als gewonnt mit dem Wohnmobil on Tour verbringt,danke für die Anregung.

Gast am 08 Jan 2020 16:35:35

Danke für den Bericht und die Bilder, ich bin gerne noch hinterhergefahren ;-)

birgit60 am 08 Jan 2020 18:51:55

Aretousa hat geschrieben:Schööön.
Nur, wo war der Kartoffelsalat auf der Hinfahrt?
Mal ganz im Ernst, Birgit.
Vielen Dank für deinen schönen Winterreisebericht mit wundervollen Bildern.


Hallo Lena,
für die Zubereitung eines Kartoffelsalats blieb keine Zeit mehr :-)
Einige Fotos sind leider bisschen verwackelt aber dennoch eine schöne Erinnerung.

Ihr hattet damals aber eindeutig das bessere Wetter in Saintes-Maries-de-la-Mer

LG Birgit

Säcker am 09 Jan 2020 19:18:49

So Birgit, jetzt habe ich auch Deinen Reisebericht gelesen. Toll, und vielen Dank dafür. In Mornas habt ihr den Besuch der Fortresse uns voraus. Da sind unsere Augen bereits auf der Suche nach dem "Routier" auf der linken Straßenseite. Um diese Jahreszeit hat er aber zu unserem Leidwesen geschlossen. :roll:

Hesu am 10 Jan 2020 22:23:19

Danke für diesen sehr schönen bebilderten Bericht.
Das motiviert mich auch diese Toru mal in Angriff zu nehmen,
Der CP ist schon mal notiert. :ja:

LG
Susanne

MiGu1418 am 10 Jan 2020 23:26:52

Hallo,

ein herzlichen Dank für dem interessanten Reisebericht und den tollen Bildern.

Gruß Guido

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