Vor der Erneuerung meiner Aufbaubatterie habe ich viel hier im Forum gelesen. Hier meine Lösung , die sich etwas von den meisten bisher beschriebenen Systemen unterscheidet.
Zur Auswahl standen folgende Zellen:
1.: die bekannten gelben Zellen von Winston. Diese bewährten Systeme haben dafür auch ihren Preis, den sie sicher wert sind. Ein Einkauf in China lohnt bei diesen Zellen nicht, da der Preisunterschied zur Lieferung aus Europa zu gering ist.
2.: Zellen gleicher stabiler äusserer Struktur, von CALB in blau und von Sinopoly in schwarz, mit der Einschränkung beim Laden auf Temperaturen oberhalb von 0 Grad.
Ob diese Zellen tatsächlich vom versprochenen Hersteller stammen, muß man aber glauben. Da der Hersteller seinen Namen nicht deutlich sichtbar draufschreibt, besteht keine Sicherheit, ob nicht irgendeine chinesische Hinterhofwerkstätte der Erzeuger ist.
3.: Nachfolge Produkt von CALB im grauen Kunststoffgehäuse. Das gibt es nur vom Hersteller. Der liefert auch Datenblätter und technische Unterlagen.
4.: Alu Becher Zellen mit blauem Schrumpfschlauch umhüllt.
Diese Zellen sind meiner Meinung nach mechanisch weniger Robust. Die Polschrauben sind sehr klein. Bei der Suche auf Ali sind mir auch viele gebrauchte Zellen aufgefallen. Zellen die garantiert neu sind, hatten im Sommer 2020 hohe Preise. Gebrauchte Zellen und B-Ware wollte ich mir nicht ins Auto stellen. Beim Selbstbau für das Womo mit diesen Zellen muß mechanisch viel mehr Aufwand als mit den Zellen mit Kunststoffgehäuse getrieben werden. Dazu kommt, das der Hersteller unklar ist. Bekomme ich, was der Verkäufer in China mir verspricht?
Da der Einbauplatz für die Aufbaubatterie in meinem Womo im geheizten Innenraum unter der Sitzbank ist, kommt eine Ladung unter Null bei mir nicht vor. Winston Batterien sind also nicht nötig. Meine Wahl waren die CALB CA 180 Zellen, die aber auch auf Ali ihren Preis haben. Im September und Oktober schwankten die Preise für acht garantiert neue, A-klassifizierte Zellen zwischen 800 und 1300 Euro inklusive Fracht und allen Zollgebühren.
Bezahlt habe ich schließlich 820 Euro inklusive laminierten Busbars und Schrauben aus VA
Das ist deutlich weniger als 50 % des Preises von Winston Zellen gleicher Kapazität. Lieferzeit ist 45 Tage.
Ein diskretes BMS war mir zu viel Arbeit. Es gibt mittlerweile eine große Auswahl an Komplettsystemen, die alle möglichen Programmierungen und Anzeigen zulassen. Wichtig war mir mechanische Stabilität. Offene Platinen wollte ich keine haben. Das bekomme ich beim BMS von Daly. Da der höchste zu erwartende Dauerstrom durch meinen 2000 W Wechselrichter bei etwa 100 A liegt, habe ich ein BMS mit 200 A maximalem Dauerstrom gewählt.
Dadurch habe ich an der Batterie nur zwei Komponenten, das BMS und den Sicherungskasten am Pluspol zu montieren. Als 12 V Batterie werden die Zellen in 2P4S Konfiguration zusammengebaut.
Nach dem initialen Balancing mit einem modifizierten PC Netzteil
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wurde jede Zelle einmal Entladen und dabei die Kapazität gemessen.
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Danach erfolgte eine erneute Ladung und ein erneutes Balancing. Die Zellen wurden dann so zusammengebaut, das der Kapazitätsunterschied der Pärchen minimal war.

Die Kontaktflächen der Zellen untereinander sind mit 3mm starkem Moosgummi beklebt. Unter dem Zug der Spannbänder drückt sich das in die Struktur der Oberfläche, so das der Block eine unverrückbare Einheit ist.
Sicherungskasten und BMS sind oben auf der Polabdeckung montiert, wo sie am besten zugänglich sind. Der kleine Touchscreen zur Anzeige der Zelltemperatur und Spannung findet seinen Platz über der Eingangstür, wo auch schon die Bedienung von Truma, EBL und Batteriecomputer montiert sind.

Ausgegeben habe ich:
8 Zellen CA 180 Ah : 820 €
BMS 200 A mit allem Zubehör: 140 €
Sicherungshalter mit Sicherungen : 25 €
Schrauben und Kleinteile 20 €
Zusammen ziemlich genau 1000€ für 12,8V, 360 Ah. = 4,6 KWh
Preis pro KWh Speicherkapazität = 220 €
Für Fragen stehe ich jederzeit zur Verfügung.
Thomas



